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Full text of "Zeitschrift für celtische Philologie"

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of 



Stephen B. Roman 



From the Library of Daniel Binchy 



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ZEITSCHRIFT 



FUR 



CELTISCHE PHILOLOGIE , 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



KUNO MEYER 



IX. BAND 




HALLE A. S. 

MAX NIEMEYER 

LOIÍDON W. C. NEW YOEK 

WILLIAMS & NOEaATE G. E. STECHEET & CO. 

14, HENRIETTA STREET 151-155 WEST 25th STREET 

CüVENT GARDEN 

1913 



Inhalt. 



Seite 

H.Hessen, Zu den Umfärbungen der Vokale im Altirischen .... 1 

Kuno Meyer, Aus dem Nachlafs Heinrich Zimmers 87 

■ E. Windisch, Tain hó Cúailnge nach der Handschrift Egerton 1792 . 121 

M. Esposito, Irish Commentaries on ilartianus Capella 156 

Julius Pokorny, Griechisch xuooixfQoq „Zinn" 165 

Kuno Meyer, Mitteilungen aus irischen Handschriften 166 

R. Thurneyseu, Die Sage von CuRoi . 189 

Julius Pokorny, Altirische Texte 235 

Andrew Kelleher, Betha Coluimb Chille 242 

Carl Marstrander, Ir. hlaicce 288 

J. Vendryes, Notes Etymologiques 289 

H. Schuchardt, Zu Iv. aidirdeóc „Kiebitz" 299 

W.M.Lindsay, Irish Cursive Script 301 

Josef Baudis, Nominalsätze und Nominalprädikate im Irischen. . . 809 

R. Thurneysen, Nachträge zur Sage von CuRoi 386 

Julius Pokorny, Zu Titans Hymnus 837 

Kuno Meyer, Immacallam in druad Brain ocus inna banfáitho Febuil 339 

Tomas Ó Máille, Some Cases of de-Lenition in Irish 341 

Lucius Gwynn, The two Versions of Tochmarc Étáine ...... 353 

Oluf Kolsrud, The Celtic Bishops in the Isle of Man, the Hebrides and 

Orkneys 357 

Josef Baudis, Zum Gebrauch der Verbalnomina im Irischen .... 380 

^ R, Thurneysen, Die Überlieferung der Tain Bó Cúailnge 418 

Julius Pokorny, Altirisch ires{s) „Glaube" 444 

Kuno Meyer, Baile Bricin . . . . , 449 

— Aed Dub mac Colmáin, Bishop-Abbot of Kildare 458 

M. F. Lid de 11. A Poem on the Kings of Connaught 461 

Kuno Meyer, Ein Gedicht aus Additional 30,512 470 



IV 

Seite 

Kuno Meyer, The Laud Synchronisms 471 

— Aus Laud 615 486 

E. Thurney sen. Verba Scáthaige nach 23 N 10 487 

Erschienene Schriften : 

J. Morris Jones, The Life of Saint David and other tracts in 
Medieval Welsh from the Book of the Anchorite of Llan- 

ddewivrevi A. D. 1346 178 

Donald Mackinnon, A descriptive Catalogue of Gaelic Manuscripts 
in the Advokates' Library Edinburgh and elsewhere in 

Scotland 178 

^y. M. Lindsay, Early Lrish Script 180 

Julius Pokorny, Der Gral in Irland und die mythischen Grundlagen 

der Gralsage 180 

Kuno Meyer, Zur keltischen "Wortkunde 182 

F. N. Eobinson, Satirists and Enchanters in early Irish Literature 183 
Rudolf Thurneysen, Zu irischen Handschriften und Literatur- 
denkmälern 184 

Mario Esposito. On the earliest Latin Life of St. Brigid of Kildare 187 
Kuno Meyer, Ein mittelirisches Gedicht auf Brendan den Meerfahrer 187 

Corrigenda 340 



zu DEN umfähbünCt?:n der vokale 

IM Ai;riRlS('llEX. 

Ein bekanntes Lautgesetz des Altirischen, den Umlaut ge- 
wisser haupttoniper Vokale betreiVend. hat in Thurneysens 
Handbuch §71 folgende Fassung erhalten: 

'Statt ursprünglichen » und erscheinen < und u, wenn die 
folgende Silbe einst ein / (j) oder h enthielt, von dem sie nur 
durch einen stimmhaften lenierten Konsonanten getrennt waren.'') 

Dies Gesetz i>t aufserdem hauptsächlich von folgenden Ge- 
lehrten behandelt worden: 

Richard Schmidt. Idg. F. I 71 li.: es werden hi» r < iüige 
Belege für den Umlaut des e zu i erläutert. 

K. Brugraann, Grundrifs 1"^ íjíj l'J.'l 14G, 062. 

J. Vendryes in dem Artikel 'Sur la Chronologie des phéno- 
ménes de raétaphonie et d'infeclion en Iilandais". Mémoires de la 
Société de Linguistique de Paris XIV 393 ff., auch in der Gram- 
maire du vieil- Irlandais §§07 ft'.: der Verfa.«<ser scheidet klar die 
'infection proprement dite' von der "métaidionie' (d.i. die Palaiali- 
sierung etc. von der Umfärbung), deren erstere er der letzteren 
chronologisch folgen läfst. 

H. Pedersen, Aspirationen i Irsk (1897) § 3. Vergleichende 
Grammatik § 252: hier werden die Unifärbungen unter dem Namen 
•Hebung' von 'Umlaut' (meist in nachtonigen Silben, cosinil, 
ammus), 'Mouillierung' (— Palatalisieruug). 'Rundung' (= u- 
Färbung) und 'Epenthese' (§ ^ÖO) geschieden: auf Grund der 
Ansicht aber, dals für idg. i und u die offene Aussprache (als e 
und 0) normal sei, deren Vertretung durch / und u auf sekundärem 
Umlaut beruhe, stellt der Veria.>«ser bezüglich der Umfärbung 
Wörter wie croch, docJi, cloth (mit altem u) mit coss, cosc (mit 
altem o) auf eine Stufe, ohne sich jedoch wenigstens bei c und 
i daö deutlich unterscheidbare Verhalten dieser beiden Laute 



•) Doch vergl. ebenda gijT'i — 75. 

Z«Ucbrirt r. Mit. I'hilolocle IX. 



2 H. HESSEN, 

gegenüber der ümfärbung (in passivem Sinne) zu verhehlen. Er 
verlegt die 'Hebungen' in die Zeit der Ogominschriften auf Grund 
von hier belegten inigena = späterem ingen 'Tochter' (*enigena) 
und qrimitir = cruimther 'Priester' (s. u. S. 78). 

Es ist der Zweck dieser Arbeit, für den einen Teil der 
obengenannten Erscheinung, nämlich die Ümfärbung von o zu ii, 
die Beispiele in den altirischen Glossen zu sammeln, dann mit 
Hilfe der dadurch gewonnenen Übersicht die Gesetzmäfsigkeit des 
Vorganges sicherer, als es bisher möglich war, zu erschliefsen, 
und endlich durch den Vergleich mit verwandten Erscheinungen 
des Altirischen einige allgemeinere Schlüsse zu ziehen. Für diese 
Untersuchung begnüge ich mich mit dem rein altirischen, mit- 
hin namentlich dem im Thes. Pal. gesammelten Material und ziehe, 
auch wo hier das Material lückenhaft ist, doch nur in seltenen 
Fällen das Mittelirische zu Rate, einmal weil dieses nicht immer 
ein getreues Spiegelbild der altirischen Verhältnisse repräsentiert, 
dann aber auch, weil eine lückenlose, nicht auf willkürlicher Aus- 
wahl beruhende Benutzung des mittelirischen Materials die Grenzen 
meines Vermögens überschritten hätte; eingehender habe ich nur 
das LeabJiar na h-Uidhre benutzt. Doch auch das Altirische habe 
ich nicht samt und sonders in den Kreis meiner Betrachtung auf- 
genommen: zum grölseren Teile nicht berücksichtigt habe ich die 
altirischen Namen, die, wenn sie auch bisweilen den Vorzug sehr 
alter Überlieferung haben und altertümliche Formen vermutlich treu 
bewahrt zeigen, doch oft ihrer et3'mologischen Herkunft nach ver- 
schleiert sind und daher die für uns wichtige Rekonstruktion ihrer 
Grundformen nur in einer beschränkten Zahl von Fällen er- 
möglichen. 

Die Beweiskraft der einzelnen Beispiele mufs, wie es in der 
Natur speziell der irischen Sprache begründet ist, eine sehr unter- 
schiedliclie sein: am schlagendsten wird sie da sein, wo für ein 
Wort bezw. auch nur den in Frage kommenden Teil desselben 
psychologisch die Wahrscheinlichkeit oder Möglichkeit des relativ 
häufigen Vorkommens und damit blofser gedächtnismäfsiger Re- 
produktion vorliegt, am geringsten da, wo nicht aus der Zeit 
unseres Lautgesetzes kontinuierlich bewahrte Formen zur An- 
wendung gelangen, sondern der Schreiber mit eigenen Rütteln 
sich Formen kombinieren mufs. Letzteres ist namentlich bei der 
Nachahmung komplizierter lateinischer F'ormen, bei der Kom- 



zu DEN UMFARBUNGEN DEK VOKALE IM ALTIRISCIIEN. Ó 

position von Verbalstämmen mit Partikeln und Präpositionen 
der Fall und dokumentiert sich oft in dem wahllosen Neben- 
einander etj'mologisch berechtigter und unberechtigter Formen 
im gleichen Satz. 

Ich stelle das Material der Umfärbung- eines o vor folgendem 
i an die Spitze meiner Sammlung, lasse dann die Beispiele der 
Umfärbung durch u folgen und behandle endlich kurz die Beispiele 
für vor folgendem e, diese, obgleich sie von unserer Hauptregel 
nicht mit betroffen werden,!) doch der Vollständigkeit halber und 
weil auch hier Beispiele der Umfärbung nicht selten' sind. Die 
einzelnen Belege dieser drei Kategorien sondere ich nach den 
zwischen den Vokalen auftretenden Konsonanten, als deren Laut- 
wert für uns der für die Zeit der Umfärbungen vorauszusetzende 
mafsgebend ist, und zwar benutze ich folgendes Einteilungsprinzip: 

a) Einfache und Doppelkonsonanten. 

Q rr, /. II, V nn, ii mm, ß hh, ó cid, y gy, tli tt, cli cc, ss, u 
(d. i. Hiatus). 

b) Gruppen von zwei Konsonanten. 

Qi3 fl), rm, rd, rg, rc, rt, r^j, k^^, lg, Ic, U, nd, ng, //q, ßQ, fiÁ 
mml, mn, mh, ddr, ggl, ggr, yl, yv, cIiq, cht, sc, ssn. 

c) Gruppen von drei Konsonanten. 
r&>", rgn, ngn. 

Zu erwähnen ist, dafs für einige dieser Konsonanten(-gruppen) 
nur in einer der drei Kategorien Belege aufzufinden waren und 
dafs auch von den übrigen nicht alle dui'ch sämtliche drei belegt 
werden konnten. 

Als Grundformen der hier behandelten Wörter habe ich, um 
jeglichen Gefahren des Anachronismus aus dem Wege zu gehen 
und komplizierte phonetische Schreibungen zu vermeiden, meist 
nicht diejenigen angesetzt, welche die Zeit der Umfärbung an- 
getroffen haben mag, sondern die noch von keinem der wichtigeren 



1) Aber s. Th. Hdb. §§ 73, 74; vgl. Yendr. S. 400 ff.; Ped. § 252 
Anm. 2, 6. 

1* 



4 H. HESSEN, 

ältesten Lautveränderungen, wie Lenierung, Endsilbenscliwund 
und Sj'nkope, betroffenen. Der Widerspruch, in dem diese 
Schreibungen mit meiner Auffassung der Chronologie jener Er- 
scheinungen stehen (s. S. 76 it.), darf daher nicht übersehen werden. 



Q. 

at'ruirmed 'reputata est' Wb. 2 c 6 aus ^'ro-nm- zu rim 
' Zahl ', kymr. rhif, ahd. rlm ' Reihe, Zahl ', lat. rltus 'Anordnung ' 
mit ro-, das griech, jcqó, lat. pro, got. fra entspricht; anad'ruir- 
med 'quod reputatum est' Wb. 2d7, amal dojid-ruirmissem 'ut 
id enarravimus' Wb. 24 d 16, nis'tiiirmi 'non eos adnumerat' 
Wb. 30 c 17, tuirem 'enarratio' Wb. 24 c 7 aus '^to-rlm-. Als 
Yokal der Präposition io- für die Zeit der ümfärbung nicht o, 
sondern u anzunehmen, wird durch keinen der weiter unten 
begegnenden Fälle erfordert, für o spricht das Kontraktions- 
produkt oi in toissech 'Führer' aus '^to-(u)ess-aco- (s.S. 28), und 
dies könnte, sofern es überhaupt gegen die Etymologie oder den 
weiteren Entwicklungsgang der Präposition (s. Th. Hdb. § 844) 
verstiefse, leicht durch Anlehnung an fo und ro (zunächst in der 
Verbalkomposition) erklärt werden, ad-ruirim • computavit ' 
Ml. 28 d 5, lasse ad' ruirmisset 'cum imputarent' Ml. 101b 2, do- 
ruirim gl. (sermo) degessit Ml. 36 b 6, tuirim ' exsecutionem ' Ml. 
33 d 13, ata- ruirmiset ' adnumeraverunt eas' SG 188 a 1. 

ni-fuirmi 'non ponit' AVb. 8cl, fo-ruirini 'apposuit' Ml. 2 a6 
(vgl. forriirim LU 61 b 12 etc.), fo-ruirmed 'imposita est' Ml. 74c20, 
conij'uirmud 'compositio' SG203a2, rcmfuirmcdclia gl. praeposi- 
tivae SG 212 a 14, fo-ruirmed 'instituta est' St. Missal 1, Thes. 
II 252, scheinen deutlich auf eine Wurzel */•<»», also Grundformen 
wie *-fo-rim-, ^ro-rim-, -^cbm-fo-rim-itu-, zu weisen. Altes wurzel- 
haftes i anzusetzen, verbieten jedoch die hierhergehörigen Wörter 
lit. rhnii 'stützen', gr. 7]Qbna 'sanft', die für e oder (ablautend) o 
zeugen, und letzteres ist auf Grund der daneben belegten irischen 
Formen fo-rruim 'posuit', fo-rriiimtis (s. u. S. 15) für obige Formen 
anzusetzen. Aus *fo-rom-i kann jedoch auf lautgesetzlichem Wege 
weder *-foirmi^) noch /mmi entstehen, letzteres könnte höchstens. 



^) Denn mittelir. foilgiseom 'er verbirgt' LUG3a32 (vgl. arrofoilged 
couditusest' 8bG) aus *fologU zu fivllugaim (s. u. S. 22) beweist für das 
Altirische wohl nichts: hier w<äre *folgai zu erwarten. 



zu DEN UMFARBüNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. O 

nacli Th. Hdb. § 155, auf *-fo-rum-i zurückzuführen sein, aber auch 
dies nur mit altem u der zweiten Silbe (s. u. S. 77). Hat sich 
dies Paradigma in seinen prototonierten Formen an das vorige 
angelehnt, ist also ■fuirmi an Stelle von *-fonu{a)i im Anschlufs 
an •tuirmi getreten? 

Über lurcch 'Panzer' aus lat. lorica s. Ped, S. 205. 

cid arid-fuirig 'quid detineat' (aber indic.) Wb. 26all, 
acht ara' furechar 'aufser dafs er zurückgehalten werde' Trierer 
Gl. 87 b, fuirech 'Verweilen' aus fo mit der Wurzel *rig 'binden', 
die in lat. corrigia 'Schuhriemen' enthalten ist. 

do'fuircifea 'inveniet' Wb. 25 b 16, i fuirsitls 'quo in- 
venissent' Thes. II 242 wohl aus *-for-2cc-ifät, *'for-iss- zu for 
icim 'finde' aus *-m^-- (vgl. Th. Idg. Anz. 27, 17) zur Wurzel 
*enek 'erlangen', gr. h-eyxov (vgl. Ped. S. 152); ^fo-air-icc- setzt 
für diese Formen Asc. 96 an, während bei Annahme von "^fo-ro- 
icc- (Th. Hdb. II Glossar S. 80 ; fo-ric ist später auch belegt) die 
Umfärbung dem Fall comrac (unten S. 40) widerspräche, dagegen 
zu turcbdl S. 45f. stimmen würde. Vielleicht gehört hierher fairec 
Wb. 29c8, im Thes. als 'provision' übersetzt; vgl. die weiteren 
Belege im Thes. 1. c. 

cuirethar 'er setzt, wirft', cor ' Wurf, Bogen, Kreis ' haben 
altes i(, vgl. gr. 'avqtóq, lat. curvus ; anders St. Spr. 90. 

muir 'Meer', passim, gehört hierher, wenn es aus "^mori- 
entstanden ist; kymr. körn, breton. »tor, gdW. Arcmorici, Morini, 
got.marei, &bg. niorje 'Meer', l?it. mare (mit sekundärem a ?) ; der 
acc. pl. muire Ml. 126 a 4 ist der Bildung nach mit lat. maria ver- 
gleichbar. In Komposition muirgohuil 'freta (?) maris' Ml. 45 d 12, 
muirbran 'Taucher' SG 55 b 9, vergl. kymr. morfran, altbreton. 
morlran. S. Ped. § 25, auch Th. Hdb. § 76. 

ma gorith 'si urit' Homilie von Cambrai 37 d, Subjimktiv 
des i-Stammes ^gor- zur idg. Wui^zel *gu]ier-, ^guhor-, die auch in 
ir. fo'geir 'er erhitzt' (vgl. vjio-d^BQ-naivco), gr. &tQ£0&at, kymr. 
gori 'brüten', lat. formus 'warm', ai. gharmah 'Glut' vorliegt. 
Als Grundform für gorith ist ^goriäti anzusetzen, und der Mangel 
der Umfärbung des Stammvokals ist lautlich nicht begründet. 
Nun finden wir aber aufserdem folgende Subjunktive belegt: 
ciad'sodc Wb. 10 a 9, ciaia'sodc Wb. 10 a 10, cia dtflogae Ml. 138 b 7, 
codu'loigther Ml. 58d2, diflogaid Ml. 65al0, in'toichther Wb. 13d20, 
die alle u erwarten liefsen; das weist also darauf hin. dafs hier 
das Fehlen der Umfärbung ein Charakteristikum des Subjunktivs . 



H. HESSEN 



gegenüber dem Indikativ darstellt. Zweifellos trifft Thurneysens 
Erklärung (mündlich) das Richtige, der diese Formen als durch 
Anlehnung an die Verben der Klasse B III (Hdb. §§ 545, 595) 
entstanden betrachtet, welche nur im Indikativ ein i- Suffix, im 
Subjunktiv Formen wie gdba-, gara-, dama- aufweisen, aufserdem 
auch an ■cuirethar 'er setzt', das seinen subjunktivischen Formen 
mit (vgl. Th. Hdb. § 605) Praeteritalformen mit dem gleichen 
Vokalismus stützend zur Seite stehen hat. Erstere Verben er- 
klären die Depalatalisierung in Formen wie -sode, -logae etc., 
letzteres den Mangel der Umfärbung. Auch das Verhältnis von 
•cluinethar zum Subjunktiv 'cloor etc., hier mit lautgesetzlicher 
Umfärbung des alten u vor a oder Entstehung aus *kloua-, dürfte 
vorbildlich mitgewirkt haben. Siehe Th. Hdb. § 610. Dagegen 
zeigt regelrecht den gleichen Vokalismus wie der Indikativ die 
Subjunktivform cia sluindid 'quamvis significet' SG 197 a 11. — 
Die Indikative guirit gl. fovent Ml. 39 c 24 aus "^gorinti, intan 
nomv guirther ni gl. quando ignimur intus Tur. lOG sind regel- 
mäfsig (allerdings gortliiut 'er wärmt dich' LU 83b 39), dem- 
gegenüber werden goiriu gl. magis pius SG 40 b 10 aus 
"^goriüs, ingoir gl. improbi, n. pl., Ml. 56 b 9, 56 b 15 als ana- 
logisch nach dem Positiv bezw. u. sg. {in-)gor erklärt werden 
müssen, ebenso vermutlich auch goire "das Wärmen, Hegen alter 
Leute; Frömmigkeit' Wb. 28 d 24, 28 d 19 {goiri, d. bezw. acc. sg.), 
29 a 10 (góiré), sofern die Annahme, dies Wort sei aus *gr-iä mit 
Tiefstufe des Stammes entstanden (aus *</«>•- dann *gor- nach 
Th. Hdb. § 76), das Substantiv hätte also eine andere Wurzelform 
als das Adjektiv, gewagt erscheint. 

fuiri, furi 'auf ihr' aus for mit dem pron. suff. 3. sg. fem., 
das vielleicht aus *esäi (got. izai), woraus *-iai, herzuleiten ist, 
Wb. 13 a 11, Ml. 45 c 9, 95 b 6, 109 d 4, 118 d 6 ; die 2. pers. plur. 
fuiril, fiirib Wb. 7 a 4, 14 d 14, 14 d 17, 15 d 4, 16 a 12, 18 b 10, 
18 b 11 etc. aus "^fori-sui statt '"^forsui wohl nach Analogie von 
*imbisui = immib, ^endisui = indib etc. Daneben foirib Wb. 
Ic440, 22dll, Ml. 46 a 14 mit o nach form, forn, foraib. 

foirinn gl. factio Ml. 33 a 8, acc. foirin 'Versammlung' Wb. 
24 a 24, vergl. akymr. guerin gl. factio, nkj^mr. g wer in 'Menge', 
kann schwerlich aus *fo-rin- entstanden sein; s. Ped. S. 375, 
II S. 59, St. Spr. 272. 

murial 'Wachtel' Ml. 123 c 13, 123 c 14, g. pl. mniriall 
98 a 9 ist mir nicht klar; steckt darin inuir 'Meer'? 



zu DEN UMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 7 

stoir 'historia', stoirier 'Kommentator' Ml. 36 a 1, 50 a 8, 
50dl8, 56 b 33 etc., storier 101 c 7 ohne Umlaut erklären sich 
durch engen Anschluis an ^das Lateinische, vgl. Th. Hdb. § 905. 

cuire 'Schar', mittelir. belegt, aus '^Jcoriä (oder masc. ?), zu 
gr. xoÍQcci'og 'Heerführer; Gebieter, Fürst' = *kor-ia-no- von 
einem Stammwort *koriä 'Kriegsschar' (= ir. cuire), lit. kare 
'Krieg, Schlacht', gall. Trfcom, gotharjis 'Heer'. 

coire 'Kessel', n. sg. findcJwire Ml. 126 c 17, d. sg. finclcJioriu 
126 cl6 aus *quano- {*qvno-) zu ai. carú, aisl./íz;f>T, vgl. Kleinhans, 
Archiv f. d. Stud. d. neueren Sprachen u. Literaturen 121:, S. 358, 
Ped. II, Berichtigung zu I S. 38. 

ruri 'Herr' Colm. Hymn. u. ö. möchte ich noch lieber mit 
den Glossatoren als *ro-)i ' Grof skönig ', als mit St. Spr. 19 als 
*ro-aire auffassen. 

rr. 

Einen beweisenden Beleg hierfür fand ich nicht; denn forrae 
' auf sie ', wenn dies wirklich auf "^forna- aus "^forsian zurückgeht 
(vgl. Th. Hdb. § 448), könnte im Vokalismus von entsprechenden 
Formen anderer Personen beeinflufst sein, und bei 

corr 'eben, glatt' oder 'spitz' (s. K. M. 491), zu dem als 
Aequativ cuirrithir cuirridir, als Komparativ ciiirre belegt sind, 
ist die Etymologie unsicher, das u vielleicht alt ; vgl. Ped. S. 121. 

on chuirrigu gl. poUicitatione Ml. 33 d 22 gehört ver- 
mutlich hierher. 



uilen 'Ecke' Ml. 131 eil aus '^ollnä zu kymr. eZm, got. 
áleina 'Elle', gr. cÓÁtrf/, lat. ulna. Dazu lie ullnech 'Eckstein' 
Wb. 21 c 6, ind uilnig gl. angularis (g. sg.) Ml. 131 c 12. 

fnil 'Blut', g. fola, aus ^uoli-s, *iwlou-s (?) zu kjmr. giveli 
'Wunde', mkorn. pl. goleoiv gehört vielleicht zur Wurzel *MeZ 
'reifsen'; vgl. fali 'blutige Wunden' LU 78 a 19, Wind. Tain bó 
Cúalnge S. 342 Anm. 3. S. aber Ped. S. 139, 362. 

doTulin 'manavit' Ml. 64c 18 zum Praesens dwlin, akymr. 
3 pl. praet. linisant gl. lavare, kymr. lliant 'Strom, Meer', lit. 
léju 'giefse', Wurzel Hei, Hi. Dazu tuile 'Flut' aus *toli-io-n 
Thes. 1 3, 30, 34, während tólae ' Flut ' aus *to-fo-l- oder *to-uJcs-l- 
besteht. 



8 H. HESSEN, 

fuilled 'Hinzufügen' d. sg. Ml. G9b6, faillncd 26 c G aus 
*fb-Un-atu- zu línaim 'ich fülle', lin 'Zahl', lat. plemis. Über 
induiUnedche Ml. 98 b 10 s. S. 75. 

cuile fínda 'Weinkeller' SG 35 a 12, cuilae 51 b 5 zu gr. 
x«>lí« 'Hütte, Nest', ai. hiläyam 'Gehäuse, Nest', got. linlundi 
'Höhle', lat. cella entweder mit St. Spr. 83 aus ^holvci oder, ent- 
sprechend gr. ai. got., mit Schwundstufe der Wurzel ans */dl-iä. 

cuilche 'Mantel' Fiaccs Hymn. u. ö. nach Stokes, K. Z. 40, 247 
aus ^koliJci- zu deutsch Hülle aus *Jmlja, Wurzel Vcel, ''^kol ; nicht 
zu lat. culcita. 

cuil gl. Culex SG 68 b 12 hat, wie das lateinische Wort 
zeigt, altes u. Schwerlich hierher gehört (so Stokes, BB 18, 61) 
culehath gl. flabellum Karlsr. Gl. zu Augustin 19 c. 

Über 

foilen gl. fulica Thes. II, 12, foilen (MS. i^olicn) gl. fulicam 
ib. 11, 'Move' s. St. Spr. 285, Ped. S. 23. 

CM?7ew 'Stechpalme' Sent. Sanct., Thes. II 234, cuücndu 'aus 
St. gemacht' (d. sg.) ib. zu kymr. cclyn 'Hülst', körn. Jcelin, breton. 
Jeden, ahd. Jmlis] cuileu wohl aus Vcolinno- (Ped. S. 375) oder 
*]colienno-, ^koliesno- (Hoops, Idg. F. 14, 484), nicht (mit St. Spr. 91) 
aus *kolenno-, da in letzterem Falle der Umlaut des o un- 
erklärt bliebe. 

in chuliuin 'die Jungen (der Löwen)' Ml. 75 b 2 zum 
n. sg. cuilén aus Vcoligno- (Ped. S. 104), kymr. colivyn (s. Ped. 
S. 375 über ig), altkorn. coloin, breton. kolen. Dagegen St. Spr. 94 
ist *kuleino- als Grundform angenommen. Hierzu gehört wohl 
auch cuilemibócc gl. cynyps (für Cinyps) SG 125a7 (= cidcnnbocc 
gl. cinyps Karlsr. Prise. 51 a2), vom ursprünglichen Glossator sicher- 
lich als cuiUnhocc 'a dog-goat' (K. M. 558) gemeint, wie die Be- 
merkung 'cynos graece liircus latine' zeigt, die doch wohl den 
Sinn hat: cynj^ps kommt vom Stamme gi\ xvr-(k und bezeiclmet 
einen hircus (wegen Virgils ]ii)-ci Cim/pJäi). Vgl. das sehr ähnliche: 
podos (= jioó-óg) graecum pes latinum. gogos graecum tectum 
latinum, Randbemerkung zu pedagogorum Wb. 9all. — Anders 
über cuilén Brugmann, Kurze vergl. Gr. § 396, 2. 

fuilted ' Wachsen, Zunahme ' St. PaulGed. V (vgl. die Anni. 
im Thes.) ist wohl aus *folitatu- entstanden und gehört zu Icthan 
'breit' aus %p)lt-, *lit-, kymr. llydan, gall. Liiana silva, ai. prtliuh, 
'breit'. Die Gruppe X-tli wurde nach Th. Hdb. §136 uuleuiert. 



zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN, 9 

mulenn 'Mühle' SG49bl5 zu kymr. altkorn. breton. ?7<c?ííj 
aus lat. molina. Dazu wohl at'muilniiir gl. iterum dico Wb, 18 c 12, 
aber vgl. Thes. Suppl. S. 53. 

con-tuili 'er schläft' (Brocc, Fiaccs Hymn., LU etc.) hat, 
wie das Abstraktum cotlud aus "^contolitu- (s. S. 49) zeigt, altes o, 
ist aber unsicherer Herkunft, vgl. Strachan, Idg. F. 2, 369, Persson, 
BB 19,261 (St. Spr. 134). Als Grundform ist ""-tolU anzusetzen; 
zur gleichen Wurzel kann iol ' Wille ' gehören, obgleich in St. Spr. 
(131, 134) die beiden Wörter getrennt \\-erden; vgl. Scheftelowitz, 
BB 29, 22. Von diesem Worte lautet der g. sg. tuüe, der d. sg. 
tuii (Belege bei Ped. S. 363) aus Holies, 'Holi (= "^-ai), dagegen 
der acc. sg. toil, obwohl auch diese Form i oder i in der Endung 
gehabt haben wird (so Th. Hdb. § 295, vgl. Brugmann, Grdr. 11, 
S. 547), kaum e, wie Ped. § 252 Anm. 2 II § 431 annimmt. Die 
sekundäre Ausbildung eines Unterschiedes zwischen d. und acc. sg. 
mag durch das Verhältnis von fer n. und acc. gegen fiur d., son 
n. acc. gegen sun d. etc. hervorgerufen worden sein. AVie toil, so 
sind acc. sg. wie sleig 'Speer' usw. mehrmals belegt. Aus dem 
acc. in den d. scheiut die unumgelautete Form in toil Wb. 19 a 17, 
20 d 19, 22 d 5 gedrungen zu sein. Doch wird der Gegensatz 
zwischen den beiden Kasus durch Fälle wie rosoisset a toil (acc.) 
Ima thuil (d.) de Ml. 124 c 6 deutlich gekennzeichnet. 

scule 'Schule' Colm. Hymn., g. sg. von scol = Isit. schola. 

iiile 'jeder, all' aus "^olio- zu goi. alls 'all, jeder'. 

luillni 'Schläge' Wb. 17 d 2, d. pl. huillib Tur. 92. 93 scheint 
auf "^holin- {*guolin- ?) o.a. zu weisen; nicht nach St. Spr. 178, 
Ped. S. 157, vgl. Walde, Lat. et. Wb.^ s. v. volnus. Über 

foil 'Haus' in muccfoil 'Schweinestall' SG 26 a 2, 214 a 4, 
acc. muccfoil 26 a 1 s. Ped. S. 147, St. Spr. 275, über 

foil 'Armband', gl. armillam SG64al7, St. Spr. 276: der 
Mangel des Umlauts weist auf e der zweiten Silben, im letzteren 
Worte aber vielleicht eher auf eine Form *waZ- der Wurzel. 

oilech piscium gl. branchos (MS. brancas) Thes. I 2, 1 ge- 
hört wohl zu oal gl. bucca (vgl. Asc. 110). 

coZ 'Sünde', g. cuil gl. piaculi Ml. 16 c 1, culech g\. profanus 
Ml. 16 c 15, ciiilech SG 53 a 19 etc., inna col l inna cuilech gl. nefan- 
dorum Thes. I 714, 10, cuiligim 'prosto' SG53al8, arrtr culigestar 
gl. profanante haben altes u, vgl. Ped. S. 94, St. Spr 94; über coli 
'Verlust' s. St. Spr. 82, Ped. S. 114. 



10 H. HESSEN, 

foilmire 'vacillation' Ml. 54b 20 stellt Asc. 157 zu forra- 
leblangtar g\. subsilueruiit Ml. 129 c 21 und O'Donovans foilmir 
A. CÚ Ms og Uimfai (lies failvim wie Anc. Laws III 414, 25 cu 
doni foileim). 

II. 

uilliu 'mehr' Ml. SG passim aus ^olUn-, älter ''Xp)olniös zu 

011 Á. mór, lat. polleo 'bin stark, vermag', lit, pílnas, got. fulls 
'voll'; iiille gl. amplitudo 311. 25 a 17 aus ■^ollm, hnillémi gl. plus- 
cula SG46al6. Dagegen beweist das einmalige oillu Vilh. 13 b 2 
nicht mehr, als dafs dem Glossator das Bewufstsein des etymo- 
logischen Zusammenhangs dieser Form mit dem Positiv eine falsche 
Bildung eingab. Andere Etymologie Th. Hdb. § 893. 

ctiill, g. sg. 'Haupt' bei K. ]\[. 423 zu coli .i. ceann O'Clery, 
welches Wort nach Stokes (s. Thes. I 715) in coUandoracJit (für 
collchandoraclit) ' chief -cantorship' (?) Ml. 2 b 12 belegt ist; doch 
ist mir die Etymologie unbekannt. 

foille gl. calliditas Ml. 28b 16, i foili (1. foilli?) gl. in astutia 
Wb. 8dl3 (I. man.) nicht nach St. Spr. 275. 

Vgl. aus dem Mittelirischen: 

guille 'Blindheit' z. B. LU 43 b 11 zu goU 'blind' (s. St. 
Spr. 82), u. a. m. 

II aus sl liegt vor in: 

fuilliuclitae g. pl. 'Fufsspuren' Ml. 96b 18 zu sliuclit sliclit 
'Spur, Fährte' (SG 200 a 7) aus "^slktn-, das als die 'auf dem zurück- 
gelegten AVege "eingeschlagene, eingedrückte" Spur' (Zimmer, 
K. Z. 30, 90) zu ir. sligim 'ich schlage' gehört. 

fo-ruillecta 'sind bestrichen worden' Wb. 7 d 9, zufo-slig 
'er beschmiert' aus '^'•ro-llict-, das entweder auf "^-ro-sld- mit Tief- 
stufe der Wurzel (wenn diese = *sleg St. Spr. 320) oder (wenn i 
alt) direkt auf *To-slict- zurückgeht. Bei altem e wäre aus hoch- 
stufigem *'ro-slect- "^- roillcclita entstanden, fuillcchtac 'delibutus' 
Ml. 127 c 17, fuiUcchti gl. litä Tur. 128, etarfuülcchta gl. interlita 
SG24al2. 

niro'thuillissem 'wir haben nicht verdient' (Asc: non 
inivimus gratiam ab ullo) Wb. 24 d 6, zu do-sli 'er verdient', 
*-to-sl'iss-, isin tuilem hudc gl. in gratiam Ml. 72 c 15 aus ^fo-slhmu -, 
tidkmaib binde gl. adulationibus Ml. 39 d 18, fmllem 'Verdienen, 



zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 11 

Zinsen' Ml. 3í3a24. 36a25, 36ao0 aus "^fo-sll-mu-. Dagegen ad-roiUlu 
'ich verdiene' Ml. 75 a 11 aus ""-ro-sll-, clat-roiUet 'ob sie es verdienen' 
Wb. 31c23, Futiu-um adid- roülifet ;M1. 61 a 20 und so sämtliche 
Formen mit haupttonigem ro, auch tollem (écraite) '(Feindschaft) 
zuziehen' = sonstigem tiiillem LU62a36; auch ma fifroillissem 
*si meriti sumus' Ml. 100 d 8 gehört hierher, nicht zu fo'Unaim 
(so nach der Anm. im Thes. Thurneysen), das wohl sicher */b* 
ruiUnissem (■^•nällisscni) ergeben hätte. Woher rührt der Mangel 
der Umfärbung in obigen Formen? Bei Annahme von *'ro-sill- 
(aus '^•ro-si-sl . .?) wäre *-yoill . . mit Diphthong oi zu erwarten. 



guiu • Verwundung' Ml. 133 a 4 aus *goni-s zu gr. cfórog, 
ai. hanmi 'schlage, töte', idg. "^guhen, ablautend "^guJiou] g. sg. gona 
SG37b20. 

suin g. sg. von so)i aus \d.t.sonus] Grundform *5ohI. 

muinter 'Hausgenossen', T\'b. 7 b9, 18 etc, weist auf "^nwniter- 
aus lat. monisterium\ daneben montar Wb. 7c5 als regelrechter 
Vertreter von "^monater- für lat. "^ monaster ium und durch Konta- 
mination der beiden Formen muntar Wb. 21 c 22, muntaras 
'Gemeinschaft' Wb. 16 a 30. In späterer Zeit von neuem entlehnt 
erscheint monisterium als monistre gl. coenobiorum Karlsr. Beda 
39 c 2. So Th. Hdb. S. 517; dagegen wendet sich Ped. Gott. gel. 
Anz. 1912 S. 27, der eine Grundform *m)iniiürä (mit mir unkeltisch 
scheinendem Suffix : vgl. Ped. II S. 43; denn cuclitar, worauf Ped. 
weist, wird lat. Lehnwort sein, vgl. u. S. 56) oder "ernannter ä ansetzt. 

muintorc 'Halskette' SG 70 a 21 aus tore = lat. torquis 
(?) und muin 'Nacken' aus "^moni-, das zu lat. monile 'Halsband', 
ahd. i»rt«a 'Mähne' gehört. Hierzu muinde gl. collarium; quod in 
collo est SG 35 a 6 und, wohl mit anderer Ablautstufe, trotz 
akymr. mmci 'monile' (s. Ped. S. 33) auch muince gl. collarium 
SG 35 a 6, das mit gall, iiaviáxrjz auf die Tiefstufe *«<n- zurück- 
gehen wird; mu'inél 'Hals' LL. 109 a 12 aus ^monildo-, kymr. 
mynivgl mwnwgl. 

Dies Wort, zusammen mit cniUn 'junger Hund' (s. o. S. 8) 
aus Vcoligno-, hrón 'Kummer' aus %rugno- zu kymr. hricyn (St. 
Spr. 187), ton 'Hinterteil' aus Hiikna (? St. Spr. 134), 'cúalae 'er hörte' 
= *'cölae aus *-cocJäoue, '^■cuchloue, deren lange Vokale sämtlich 
zunächst auf kurze und zwar umgelautete zurückgehen, beweist, 



12 H. HESSEN, 

dais die Urafárbungeu vor dem Eintritt der Tb. Hdb. § 122, 
Ped. §§ 60, 77 besprocbeuen Veränderungen lenierter Konsonanten- 
gruppen stattgefunden haben; doch scheint der Gegensatz von 
Formen wie doTÓnad (s. u. S. -43) aus ''^'ro'/r'ito-, aber cuclaige 
cuiclige aus *coggl(C-, wo eine lenierte Gruppe (yv) im Gegensatz 
zu der (phonetisch ähnlichen) unlenierten die ümfärbung hindert, 
die Annalime zu gebieten, dafs die erstere zur Zeit der Üm- 
färbung doch bereits eine gewisse Änderung erfahren hatte, die 
vielleicht für eben diese Gruppe durch die auf späten Ogom- 
inschriften belegte Schreibung 7in {Tegann = Tegagni, Beglann 
= "^Bedagn-, s. Mac Xeill S. 346, 352) zum (wenn auch sicher- 
lich unvollkommenen) graphischen Ausdruck gebracht wird. Vgl. 
Ped. S. 514 (Nachtrag zu S. 360), für ein dem eben venuuteten 
ähnliches Verhältnis bei dg Th. Hdb. § 160. Über das Suffix -on, 
g. -üin in Eigennamen s. S. 43. 

do-fonug, -fonucii 'abluo, luo, lavo'SG22b5, 54a8, 146b2 
aus "^'fonign zu nigid ^wäscht', gr. vu^iv, ytQvißa, ai. nejanam 
^Waschen', ebenso dicfonget 'lavant' Ml. 78 b 5 aus *fonig-ont 
und do 'forms gl. lavabo Ml. 47 a 19 aus "^'fonissü (o. ä.; nach 
Strachan, Z. f. c. Ph. 4, 49 steht es vielleicht für ^dofoínus aus *to- 
foncnus). Dagegen finden wir später Formen wie ro-fnnigestar 
Thes. II 322, 21, fimecli 'Waschen' ib. 22 etc., und das u dieser 
Wörter scheint das regelrechte zu sein, während der mangelnde 
Umlaut in den anderen mir nicht erklärlich ist (vgl. Bergiu 
§§ 51, 104). Das zu erwartende u zeigt sich vermutlich auch 
in diunag "Abwaschen', das als Kompositum von di mit (fertigem) 
funech aufzufassen ist (dagegen deolaid zu folad 'Substanz'). 
Unklar ist mii* ferner ad-roni 'hat anvertraut' Wb. 29d29, vgl. 
Th. Hdb. §676, auch ho foniiiud gl. subsannatioue Ml. 17 a 7, 
das zu fo-nnUfea gl. subsannabit eos Ml. 17 a 4 gehört. 

fiiin 'Abend' SG 36a2, funed 'Untergang, Westen' Ml. 119d9, 
g. fuinid 94 b 19, dazu avoIü mit io- toincd 'Westen' Ml. 42 c 30, 
wird durch die Etymologie *uo-nes- (gr. rtoiiai Strachan, vgl. St. 
Spr. 194) nicht erklärt. Vgl. auch Asc. 85. Kaum hierher- 
zustellen sind wohl du-fuinchidid 'ihr steigt herab (?)' Ml. 67b 4, 
dicfuinclüdet 'sie trennen sich (?)' Ml. 108 b 4. 

liuanaib muintih gl. a mouitis Ml. 70b 1. von St. Spr. 210 
und Asc. 379 ('latinae voci hibernica adaequatur') zur AVurzel 
*;;/on- 'meinen' gestellt, gehört wohl vielmehr zu mun- 'docere'; 
dies stimmt zum glossierten Texte: 'consequenter iam discutiens 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEX DER VOKALE IM ALTIRISCHEK. 13 

("erörternd, lehrend") inducitur Dens, indncit eum non a terrore, 
sed a monitis ("'von denen, die imterriclitet werden") inclioantem', 
so dals nicht ein so krasser Latinismus wie ir. muintih = lat. 
monitis angenommen werden muls. 

'moinetliar Wb., •ynuindhar 'mainethar Ml. SG sind nach 
Th. Hdb. § 76, Ped. § 252, 1 aus "^mn-ie-tr- entstanden und gehören 
nicht hierher, s. u. S. 70; auch das /"-Futuinim (•muinfetar etc.) 
schlielst sich wohl in betreff der Wurzelstufe dem Praesens an, 

luin "Amsel' g. sg. von hn Thes. II 290, 7, vgl. inna 
liiiniche gl. merulae Karlsr. Gl. zu Augustin (Thes. 115) 11 d 2: 
das Wort kann altes ii enthalten, aber schwerlich (wegen des 
Konsonantismus) nach St. Spr. 243 (vgl. Lehmann K. Z. 41, 392) 
erklärt werden. 

duine 'Mensch' hat altes u, vgl. Sommer bei Brugmanu, 
Z. f. c. Ph. 3, 596; St. Spr. 154, Ped. S. 89. 

Die Etymologie des zweiten Bestandteils von 

cid cliuin 'quando' Ml. 18 a 2, 61b 9 ist dunkel. 

nn (aus sn). 

huinnius gl. fraxinus SG 67 a 11 = unnius Flor. Philarg. IIb, 
Paris. Philarg. VII 65 gehört zum Stamme "^osn- in kj'mr. akorn. 
onnen, lat. ornus aus '^osinos und weist auf ? der Endung, also 
*osnistu- (A'gl. St. Spr. 51). Der Maugel der ümfärbuug in 

as'roinnea 'er entkomme' Ml. 31 a2, das als *-rosni-ät zur 
Wurzel *5«i gehört, erinnert dagegen an ad-roilliu, s. o. S. 11. 
Vgl. ad'roinni *'er eutkam' LU74a29. 

hruinne 'Brust' hat altes «, *bnis7ii-, vgl. Irú, g. sg. hronn 
'Bauch' aus *hrusö, g. '""brusnos, got. hrusfs. Ursprüngliches m 
haben ferner (mit anders entstandener Geminata n)i): huinne 
'Pfeife' Wb. 12c41, 12 c 44, Philarg. -Gl. 9 b (Thes. II 46) vom 
Schalhvort ^hu (lat. huhere, hiicca). gr. r}vx(ir?j] dichncinn 'iiiefst' 
Ml. Sic 14 (St. Spr. 172), während mir coiyinil gl. ululae Thes. K 47 
und coinnicli gl. muscosi II 362 unklar sind. 



ximae 'Erz, Kupfer' Wb. 12b 27 aus *o}ni{o- zu om 'roh' (d. 
pl. homaib gl. crudis Ml. 98 b 4), eigentlich 'Eoherz', vgl. kymr. 
efydd] d. itmu Ml. 2 b 16, umaide 'ehern' Ml. 116 c 8, ciedumae 
'auricalcum' SG 73 a 3. 



14 H. HESSEN, 

ciimung 'eng' Wb. 16a 11, 16al2 aus *co7n-mgu- (*-ngu-), 
zu ing ' Gefahr ', eig. 'Enge' {ct. diing 'sehr schwer' AVb. 15 c 22), 
k3''nir. cgfyng, lat. nngere, gr. äy/iir, ahd. engi 'enge'; dazu cumcae 
'Enge, Not,' hi cumcai gl. in angore Ml. 33 a 12, cumcigim gl. ango 
SG 16 b 9, ni cumgaigther 'non angitur' Ml. 32dl4. 

resm fovcuimsed 'antequam eveniret' Wb. 4d8, subj. 
praet, *-com-lss- (aus *-iccs-), zur Wurzel *-icc; nvcuimsin 'ne- 
quirem' Wb. 17 bl, nr ciiimsimmis gl. infirmi fuerimus Wb. 17 c 18, 
ona'cmnset 'ne possint' Ml. 39 c 26, cwcuimscd 'ut posset' Ml. 
33b 21; con'cumai son gl. quando possit Ml. 32 d 15b aus "^-com- 
Iss-t, con'r cumai gl. ut nequeat Ml. 31 c 19, dann mit abgeworfener 
Stammsilbe, als sei von ^-com-iss-t ausgegangen, »zad-c/ittw 'non 
possit' Ml. 87dl3 (etwa zur 3. pl. -cumset gebildet nach Mustern 
wie 'go: gessat, 'téi: iíasat). Wohl nur verschrieben als dem 
Kopisten ungeläufig finden wir dieselbe Form in con-cu 'ut possit' 
Ml. 129b6 und niuVclio 'non possit' Ml. 53a5, so dafs das o an 
letzterer Stelle ohne Belang ist. Vgl. Th, Hdb. § 626. — amal 
far-cuimsitis 'quasi evenissent' SG 148 a 5 = far-cuimsiüs 
(MS. farcumisitis) Karlsr. Prise. 61 a 2. Aus *comicc-o- entsteht 
cumacc 'Macht, Fähigkeit': im Anschluis an dieses Wort wäre 
der Yokalismus zu erklären in cumang 'Macht' AVb. 18 a 14, 
d. CiOHu^f/ Wb. 5d32, 16 c 19, cimachte 'Macht' Wb. 17 a 7, 32 d 7, 
ciunachtach 'mächtig' Wb. 14 c 41, weiterhin in ■ciimuing 'kann' 
Wb. 9dl6, 9dl8, 'cumcu 'possum' Ml. 18 b 5, nr clmmcam 'non 
possumus' Wb. 4 a27, nrcumcat 'non possunt' Ml. 23 a5, in-cnmguh 
gl. num potero? Ml. 49 c 5 (cf. 54 a 19), wenn sie auf Grund- 
formen wie *coni-ong- zurückgingen, vgl. Th. Hdb. § 805, daher 
keinen Grund zur Umfärbung hätten, doch ist auch Tiefstufe 
der Wurzel {*coin->jg-) nicht ausgeschlossen (Th. mündlich). Der 
alte Vokalismus wäre im ersteren Fall vielleicht erhalten in fo 
chomachfe 'sub potestatem' Wb. 32c21 und at'chomaing 'accidit 
(illi Ahitophel)' Ml. 24 c 16, während im anderen Falle hier o 
nach S. 16 Anm. erklärt werden müfste. 

im-rumadir 'peccavit' ^^'b. 13b31, i-Praeteritum zu mi- 
dithir 'urteilt', ^-romld-, do-rumadir gl. fuerat emensus Ml. 87c4, 
wmieruinideiar 'deliiiuerunt' 46 b 23 (von anderen als praes. gefal'st), 
inn-hiiniiiiulctar 'in quibus peccaverunt' Ml. 105a 1, imnwrume- 
diar (lies -madir; *-riwiedir war durch übergesetztes a in ruma- 
dir verbessert worden, doch wurde das a vom Abschreiber falsch 
bezogen, daher •rumediar, so Th.) Tur. 17. Vgl. Th. §§ 693, 703 b. 



Zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIKISCHEN. 15 

fo'rriiim, fu-rruimtis llies. 11242,4,5,8 aus *'ro))i-i- zur 
Wurzel *yem, *rom, s. o. S. 4, 

domnach 'Kirche, Sonntag"', d. sg. dommicJi Ml. 45 d 7 hat 
sich im Vokalismus eng dem Lateinischen {dominicd) angeschlossen, 
daher nicht *diiimnech. 

cruim 'Wurm', cniimther 'Priester' sind nach Th. Hdb. 
§ 222, Ped. §§30, 124, 5 entstanden; die Umfärbuug ist durch 
labiovelares g hervorgebracht, eine Zwischenstufe aber zwischen 
*g?in- und cm- mit o-Yokal hat nicht existiert. 

dumugud 'Anhäufung' Ml. 77 d2 (cf. 44 d4), in dumaicliiMu 
'gehäufter' Ml. 35 d 17 zu diwm 'Hügel' mit altem n, gall. Dumnim, 
Mercurio Dumiati 

in doim {in diiiniu) 'in Haus (in Leuten)' Arm. 17 b 1 
(Thes. II 239) liefse die Umfärbung erwarten; Komposita wie 
comithi 'commensationes' Wb. 20b 21 (ithid 'ifst', dl. pitaü 'nährt'), 
comindocbdl 'gemeinsamer Euhm', comimmaircide 'conveniens' 
sind deutlich künstliche Bildungen, besagen also nichts. 

mm. 

ciimmasc gl. hyperbaton ML 34b 4, 'Mischung, Vermischung' 
SG 2 a 8, g. cummisc gl. mixturae Wb. 13 d 3 etc., neuir. cumasc, 
aus "^ com-misc-o- zu cow mescatar 'miscentur' SG 61 a 14, kj^mr. 
cijmmysg 'commixtio', lat. commisceo. 

Über 

driiimm 'Rücken, Bergrücken' Ml. 126 c 15, 135 d 5, 
wozu vielleicht driiimmchlae gl. lacunar SG 50 a 19, druimmcliU 
gl. laquear SG 54 a 19, etc. vgl. Th. Hdb. § 219, Ped. 
§ 99, 6 S. 170. 

cummae 'gleich', passim, ist wohl aus *com-smi-io- ent- 
standen, s. Ped. S. 87. Ist cummat 'Gleichheit' (?), vgl. SG 161b 5 
mit Anm., LU69bl4, damit verwandt? 

Altes u haben 

muimine g. 'Amme' Wb. 24dll, gl. nutricum Ml. 112b22, 
aus *miidmiä zur Wurzel "^meud *mud, gr. ijvóáco 'bin feucht, faul'; 
tummud 'Tauchen' Wb. 21 d 13, n. pL tuimthea Arm. 78 a 2 (vgl. 
St. Spr. 135); trummae 'Schwere' aus 'Hnidsmiä zu tromm aus 
*trudsnio-; auf *i>u- {*du-)-op-mio- gehen sommae 'reich' Ml. 27dl0, 
dommae 'arm' 36 a 32 zurück (Strachan, BB 20, 8). 



16 H. HESSEN, 

Unklar ist mir 

ar- coimdäim gl. causor SG 59 a 15, ar-cJioimtiu gl, excusantem 
(me) Ml. 141c 5, ircJioinited ' excusatio ' Wb. 26 a 23, inn erchoimded 
gl. apologiam Tur. 82, wofür Asc. 396 eine Wurzel '^im't ansetzt; 
die Beispiele scheinen auf e in dieser zu weisen. 

ß- 

do-fuihnimm 'ich schlage' SG 12 a 1, 22 a 10 zu henaid 
'er haut, schneidet' aus *hinati, *-fo-hinami, vgl. abg. hija, hiti 
'hauen', gr. (plrgoq 'Holzscheit', lat. perfines ' perf ringas ' , air. 
praet. pass, ro'hith, idg. '''hhei- *bM-; cen fuhae 'ohne Fehler' gl. 
(oratio est ordinatio dictionum) congrua SG26a8 und ebenso 
vielleicht Ml. 31 d 5 cen fuhudur nairi g\. argentum sine er um 
redditur, wenn der erste Teil der Glosse in cen fuhae geändert 
werden darf (der übrige Teil bleibt auch so dunkel): die Grund- 
form ist *fo-hi-ion. f'uhide 'vitiatum, corruptum' Trierer Gl. 71a, 
fo-ruhid 'ihr habt zerstört' Wb. 27c27, du'fuibniter gl. inei- 
dantur Mh24c6, codu-fubath gl. ut incideret Ml. 35 c 1 aus 
*-fobi-ät-o, dif fiibaitis 'inciderent' Ml. 92 d 6, vgl.« co'rubaüis 
'ut caederent' LU 64 a 30 etc. In codw fobither 'ut succidatur' 
Ml. 2 a 10, no du-jóbi (MS. no duf'obi) gl. abscidet Ml. 96 a 7 er- 
scheint Ó, das aus 'íóbi- i^-io-fo-hi-) verschleppt ist, wie in do- 
fórmaig aus 'tórmaig u. ä. (Th.). 

do-rrubidc 'er hat geworfen' Ml. 40 d 9, zu do'bidci 'er 
schleudert', aus ""-robidg- (vgl. Veudryes Rev. Celt. 28, 5 ff., Th. 
Hdb. § 217); aber in da-robidc Ml. 58 c 3 wird das o auf Restitution 
der gewöhnlichen Gestalt der Praeposition beruhen, i) 

Tuhai, Tubi, enklitische Form zu 'ií (3. sg. praes. consuet. 
des verbum substantivum, aus *-bn-) Ml. 20 d 4, Wb. 11 c 17, 
SG7b3, 21bl3, 209a3; SG 3b28 (s.'^Tli. Hdb. § 94); 3. pl. -rubat, 
betont 'biat, -biut aus '^•bnont. Vergl. Nachtrag im Thes. I 723 
zu S. 320. 

rubec {romar) 'zu klein (zu grofs)' Ml. Ged. II 2, Arm. 11 
(Thes. II 241) aus '-^robiggo- zu bec, neuir. beag aus ""biggo-, kymr. 
bijchan (vgl. Th. Hdb. § 147). 

^) Um WiederlioluDgen zu vermeiden, verweise ich im Folgenden bei 
allen ähnlichen Fällen, aber auch den entgegengesetzten, \vo umgelauteter 
Vükalismus aus einer Form in die andere verschleppt zu sein scheint (»•« für 
ro aus Formen mit gegebenen Umlautsbediugungen etc.), hierher. 



Zu DEN UJIFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIKISCHEN. 17 

col) 'Sieg', mittelii'. g. cuih aus *coZ>7, zu gall. Vercohius^ abg. 
hohl •augurium'. anord. happ 'Glück'. 

diiih 'Galle' g. Karlsr. Beda 35 a 3 gehört wohl zu diib 
'schwarz' mit altem u (vgl. Ped. S. 116). 

snhi gl. fraga Thes. II 46. 47 hat, wie kymr. sijfi 'Erd- 
beeren' zeigt, altes n. 

,? aus II u über rr. 

cuhus 'couscientia' Wb. Idö, llb21, 20 c 18 etc. aus 
* co7n-nissH- zu fiiiss fiss 'Wissen' aus *híssi(-, d. i. *HultH-, 
gr. ioTtov , alid. <jticis, ai. vHti- 'Bewufstsein' usw. Dazu 
cuihsech 'religiosus' Wb. 10 c 8, cdcuhus 'Gewissen' Wb. 4 b 27, 
10 c 3, cociubsid 'conscius' Ml. 32 b 21. Auf erneuter Kom- 
position derselben Elemente beruht mittelii". cohfiss. comfis 
(Bergin § 170). 

cuhaitliiu ' concinniore ' Ml. 145b 3, Komparativ zu cubaid 
'harmonisch' aus *co7n-uid- zu fid 'Buchstabe' aus *itidii-, vgl. ahd. 
u'itu 'Holz'; cuihdius 'concinnentia' Ml. 138 d 2, aber in chohaid 
gl. concinnenter Ml. 14dll mit o wohl in Anlehnung an das 
coyi- des Lateinischen. Kymr. lautet das ^^'ort cytvydd, vgl. cyuyddo- 
lyaeth 'Harmonie, Musik'. 

Für Urafärbung in unbetonter Silbe scheint ein Beispiel 
zu sein: 

nimchuhandom Wb. bell ] die Worte 'obsecro itaque vos, 
fratres, per misericordiam Dei' werden glossiert nimchnlandom 
attach trócaire frib, is tree rohhkad; ich vermute im ersten Worte 
das Verbum des Satzes, das ich als nrimchuban dorn aus *-imm- 
com-fcn (= *-uinat). zu invfen 'hegt ein' gehörig, herstellen 
möchte. Das Irische hielse dann: 'er verwehrt mir nicht, euch um 
Barmherzigkeit zu bitten (= obsecrare ; zu attach fri vgl. Bergin 
The.s. Suppl. S. 41); dadurch seid ihr gerettet worden' und pafste 
wohl zum lateinischen Texte. Dafs das Kompositum ^imm-com-fen- 
sonst nicht überliefert ist, spricht schwerlich gegen seine Existenz; 
an die Verbalpartikel com zu denken (vgl. Th. Hdb. § 527). die 
bei dem homonymen for-fen usw. auftritt, halte ich des Sinnes 
wegen nicht für ratsam. Beachte übrigens eine andere Behandlungs- 
weise von *com-u- in ad'cuaid etc. Th. Hdb. § 823 A a. Vgl. 
auch Bergin Thes. Suppl. p. 41. 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 2 



18 H. HESBEN, 

hb. 

truip gl. figurae Ml. 40 c 19, 133 c 1 etc., g. von trop aus 
lat. tropus. 

Eine unbetonte Silbe zeigt den Umlaut in 

epscuip 'episcopi' AVb. 28 b 19, 28 b 20, 28 c 8, 31b 13 etc., 
g. von epscop aus lat. episcopiis. Dagegen epscoip Ml. 127 a 10 
hat nach dem n. sg. wie auch der d. sg. epscop (für *epscup) 
Tur. 49 (vgl. S. 49). Aber s. Th. Hdb. § 170 I. 

arna-oip Ml. 42 a 2 zu as-hoind 'lehnt ab' nach Th. Hdb. §626. 

6. 

muid 'modi' g. sg. und n. pl. von 7)wd aus lat. modus, passim. 

iiide 'Reise' Ml. 00 a 10, 82 dl nach St. Spr. 28, Ped. S. 184, 91 
aus *odio-, das im Ablauts Verhältnis zu gr. jctöoi' 'Erdboden', 
mir. ed 'Zeitraum', lat. op-pidum steht (vgl. Walde, Lat. et.Wb.2 
s. V. oppidum). 

huide 'flavus' SG 14 a 10, Gl b 10 wohl aus '^bodio- zu gall. 
Bodiocasses (= mir. hiidichass 'blondlockig'), lat. hadius. Doch 
s. Th. Hdb. § 76. 

nrfuidema^ won patietur' Ml. 56c 9, redupliziertes Futurum 
zu fo'daim] als Grundform ist ""'• fo-didam-ät anzusetzen, siehe 
Th. Hdb. § 646. 

suide 'Sitz', passim, aus *sodio-, im Ablautsverhältnis zu 
kymr. sedd 'Sitz', lat. sedco, gr. iCo/iai, got. sitau 'sitzen'. Da- 
zu das Denominativum snidigltir 'ponunt' Ml. 94c3 etc., suidlyud 
'positio' und mit gleichem Vokalismus seine sämtlichen Kom- 
posita, s. Asc. 270; ad-sudi siu gl. moraris Ml. 114 c 6 aus '^■sodls. 
altes Kausativum mit ö- Ablaut auf ursprüngliches ^-r^ö, "^'-eieti 
(vgl. got. satjan ' setzen ') : vermutlich war hier (wie bei tige aus 
"^tegios, *tegesos, cf. Vendr. 402, Th. Hdb. § 74) das in den Hiatus 
geratene e schon vor den Umfärbungen zu i geworden, darauf 
weiterhin ein Zusammenfall mit den alten /-Verben eingetreten. 
ad'suitcr gl. impeditur Ml. 68d5 (aus •snió'ther), at'suidi 'consistit' 
SG66a20, ad-suidct gl. sibi defendunt SG 4 b 15, addom-suitcr 
sa gl. suspendor Karlsr. Glossen zu Augustin 7 dl. Aber ciad- 
sode 'quamvis eum retineas' "\Vb. 10a9 als Subjunktiv nach S. 6; 
sonderbar ist der Mangel der Umfärbung in den Praeterita adrosoid 
'distulit' Ml. 97dl6, atrosoid gl. se suspenderit Ml. 39 a 16 (aus 



zu DEN UMFÄKBUNGEN DER VOKALE IM ALTIKISCHEN. 19 

*-sodisst, mit unsicherem Akzent, weil in Ml., s. Tb. Hdb. § 38), 
obwohl er auch in rocVtoig (s. u. S. 22) und dorosloinn (S. 37) 
auftritt. Ist damit du'corastar Ml. 52 zu do' cuirciliar zu ver- 
gleichen, oder dienen mkymr. Praeterita auf -es, wie gtreles 'er 
sah', agores 'öifnete' zur Erklärung? (Th.) 

suide, sodin {sodain), anaplior. Pronomina, haben wohl als 
ersten Bestandteil so- (vgl. gall, sositi): Grundformen "^so-dw-, 
*so-d(ini- ('? vgl. dano, archaisch daniu\ doch s. Th. Idg. Anz. 27, 15). 
Vgl. Cuno, Kuhn-Schleichers Beiträge 4 (1865) S. 226 ft. 

tuidmide 'fixed' SG 41b 3, tuidmithi (n. pl.) Ml. 58 a 9 
weisen auf * to -dim- o. ähnl., vgl. Anc. Laws, Gl. s. v. tiüdme, 
tuidmim. 

fris'hrudi 'renuit' Ml. 44b 12, /viY/i&rwiZwi/i 'Verweigerung' 
76 c 4, fris-hnidi gl. exsulflat, Ml. 28 b 8, fris-hrúdémor gl. aporiamur 
Wb. 15 b 22 (I. man.) haben nach St. Spr. 221 altes w. 

guide 'Bitte', passim, aus "^godiä zu gr. :jio{>ko, a,Y.jaióyemi, 
idg. *gvhedh, *guhodh] -guidimm 'ich bitte' Wb. 21 a 8, 22 a 20 etc., 
3. sg. guidid Wb. 27 d 7 etc., amal n guidess 'wie er bittet' Wb. 
24dl9, ndd- guidem ni 'wir bitten nicht' Wb. 21 d 10, guidmit 
'wir bitten es' AVb. 15dl8, gute 'qui supplicant ' Ml, 134 d 8 (aus 
*guió-de), wohl alle ursprünglich mit -exU, -eie- gebildet, dann 
aber den Verben mit -i<i, -ie- angeschlossen, also auf Grundformen 
wie *god-io- zurückzuführen. 

di (f tili d died 'zu welcher ich gekommen bin' Wb, 10 a 28, 
wohl ein 'ä-Praeteritum', "^-to-dl-com-imd-, zur Wiu'zel "^ued- (vgl. 
ro-fadatar 'sind weggegangen' Wb. 29 c 13); ceta'tkuidchetar 'sie 
kamen zuerst' Wb. 21c 5, con' tuidcliissed 'ut veniret' Wb. 15c 16 
(■?-Subjimktiv, aus *' to-dJ-coin-uess-), con'tuichesjnais 'nt veniremus' 
Ml. 93b 5, fris-tuichetar 'sie traten entgegen' Ml. 21c 2, letztere 
beiden mit Eeduktion von och zu eh. Von jenen Formen ist 
das unverwandte tuidecht 'Kommen', zu techt 'Gehen' gehörig, 
also statt ""tothacht oder "^toithecht, beeinflufst worden, im Voka- 
lismus vielleicht auch von cuitecht 'Gesellschaft' (LU 9 a 12, 13) 
aus *con-tict-. 

fu'duidchestar 'subducatur' I^Il. 36 b 10, dazu tuidchisse 
'geführt' Ml. 72 dl. duidchi sidi (lies: tuidchisi sidi) gl. inducti 
SG 6 a 13, aus ^to-dl-ciss- zu einer Wurzel *«c?, die in dan-dichdet 
'deducunt eum' SG 8a8, cissi gl. provecta Ml. 104b 9, cisse 'invecta' 
84b 11, huanaih cundradaih cissih gl. transvellendis mercedibus 

2* 



20 H. HESSEN, 

122 a 3, du- dichestar gl. ducetur 30 d 25 vorliegt (Sarauw S. 76ff.). 
Die Wurzel mufs ^cid, nicht *ceí? sein, da in cisse usw. i (wegen 
des ss) nicht aus e umgelautet sein kann; Umlaut zu e durch 
folgendes a finden wir in roccssa Ml. 114 a 6. 

do thudidin 'zur Führung' "Wb. Icl5. Ml. 50al etc. zu 
fcdan 'Führung' mit *to-dl-. 

ruidles 'eigentümlich' SG 188 bl zu düess 'eigen' mit ro. 

imme-ruidhcd 'welcher beschnitten wurde' Wb, 18 d 9, 
imnnmvruidhed 'ich bin beschnitten worden' Wb. 23d30 aus *-ro- 
dl-hith zu henhn 'schlage'; etivrudih 'er zerstörte' Ml. 123 b 10 
aus ^-ro-d'i-h-e (?, s. Th. Hdb. § 694). co aruhhmm gl. ut eviscere- 
nius Karlsr. Beda 40 c 3 geht wohl aus ^ air-%ilis-hin- hervor. 

fuidelL 'Überrest' Thes. I 6,16 gehört vielleicht hierher, 
vgl. neuir. fuiyheall^ fuighleach: nach Stokes, K. Z. 35, 594 aus 
*fo-dllo- 'Unterteil (?)' = kymr. gweddill 'reliquiae', nach Ped. 
S, 110 aus dem kj^mrischen Worte entlehnt. 

Diesen Beispielen gegenüber fällt das o in 

todiusgud 'Aufwecken' Wb. 4 d 27, 8a4 etc., tudius- 
gadar 'sie werde erweckt!' Wb. 5c 18 aus * to-dl-ids-sech- auf. 
Dagegen 

ío(Zer?^rtw^ 'supplicium' Ml. 27 c 20, 77 a 13 etc., todernide g\. 
tortuosae 24b 7 gehen auf * to-de-ro-{sm-) zurück, vgl. Th. Hdb. 
§ 824. Darf de auch für todiusgud angenommen werden oder 
ist für dies nur die Erklärung nach S. 16 Anm. möglich? 

buiden 'Schar', n. pl. huidnea Ml. 62b 14, 62b 17, 67dl7 
etc., á. \}\. huidnib 34 c 15, aus *ioc?m« zu kymr. ?j?/(Wm,, altbreton. 
bodin. St. Spr. 176. 

buide 'Dank', vgl. kj'mr. lodd 'freier Wille, Zustimmung', 
gr. jivvdávoiicti, hat altes u\ das einmalige hoide Wb. 27c 2 scheint 
Schreibversehen zu sein. 

arrudibaid 'er zerstörte' Ml. 99 a 2, womit Indt ardihdai 
gl. extinguentis Ml. 48 c 33 zu vergleichen ist, gehört vielleicht 
nicht hierher, da hier ro, wie öfter in ML, gegen die Regel un- 
betont sein kann; auf eine Entsprechung in ^^'b. weist wohl das 
(zusammen mit dem Mangel der Synkope) von arrodihaid {itith) 
'löschte (den Durst)' Wb. 11 a 19. Dasselbe ist anzunehmen bei 
arrudergus gl. proposui Ml. 51 a 13: arrudirged {k\iz(i\\i auf rit?) 
'wurde erklärt' Wb. 2 b 10, arnidcrgesiur "proposuit" Wb. 4 c 13. 
Grundform *-ro-d~i-ess-rog- (?). 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEX. 21 

del 

cuithiud 'derisiii' Ml. 86 a 11, inchuitbind gl. inrisioue Ml. 
44 c 8, cüiihiud Thes. I 4, 34, Verbalabstraktimi zu coivtihi {\)VOio- 
toniert • cwthi) 'er verspottet': der Umlaut in der Praeposition 
weist dentlieli auf i der zweiten Silbe, also *con-iih-itu-, *coddihitu-, 
so dafs die Etymologie '^tdiio (zu lit. stcbiu-s -staune') St. Spr. 127 
kaum richtig sein wird ; denn zur Zeit der Umfärbungen konnte 
kein *con-tihi-fu- aus ^ con-tebi-tii- existieren, s. u. S. 77. ciiitbedaig 
gl. ludifactoriam Ml. 89 a 11, cuithedcha gl. Mvolas 132 c 9, 

du-cuiiig 'er schwor' Wb. 33dl0, difcuitich Ml. 78 a 6 zu 
tonrjid * er schwört ' mit Umfärbung sind sonderbar, wenn sie auf 
*'cou-ie-taig mit e der Reduplikationssilbe zui'ückgehen ; ist hier 
i möglich? (s. Th. Hdb. § 692). Dann könnte ad-cuitechf 'ist ab- 
gewiesen worden' den Yokalismus der ersten Silbe von ■ cuitiy 
bezogen haben. 

hriiit (mittelir.), n. pl. von hrot 'Stachel', (d. sg. brut), 
Deminutivum bruitiie haben, wie aisl. hroddr, ahd. brort 'Eand' 
(Ped. §69) zeigen, altes h; mittelir. broit, g. sg. imd n. pl., ist 
analogisch. 

cuit "Teil', g. cota, neuir. cuid, dazu, mit in unbetonter 
Silbe geschwundenem^, sochuide 'Menge', aufserdem cnitir 'with 
respect to (?)' Wb. 3d 6, Ml. 128 d 11 (s. K M. 556) wird zu 
lat. Costa -Rippe' gehören (W. Meyer, K. Z. 28, 167, vgl. Th. Hdb. 
§ 217) mit einer gemeinsamen Grundform "^quczdhi-, die sich zu- 
nächst zu '"^cozdhi- entwickelt hat (so W, Mej'er a. a. 0., vgl. 
Ped. S. 160, 368 mit anderer Etymologie, id. Gott. gel. Anz. 
1912 S. 33). Vgl. truit "Star' aus '''trozdi- zu lit. sträzdas 'Drossel' 
mhd. Urostei (?), lat. iurdiis (aus "^'trzdoó). 

du it 'zu dir' aus der Praeposition to mit dem suffigierten 
Pronomen, das vielleicht als ""-ddi anzusetzen ist (s. Th. Hdb. § 433) ; 
doch vergleiche über den Vokal der Praeposition o. S. 4, Th. 
Hdb. § 844. Die Grundform kann *do-ddi oder *du-ddi sein. 

7- 

do-luigim, dod'lugi "ignosco, id ignoscit' Wb. 14 d 25 zu 
*logeiö, einem alten Kausativum mit o- Ablaut (eigentlich "ich 
mache zergehen') zu ir. Icgaim 'zerschmelze', das zu den schwachen 
2- Verben übergetreten ist (s.at-suidi o. S. 18). Grundformen sind 
somit *logi)ni, *-Ioglt; dtrlugai 'ignoscit' Ml. 51 a 15, dwiuigtcr 



22 H, HESSEN, 

'ignoscuiitur' Ml. 32c 15, da- luget 'ignoscunt' ^Il. 56a2Ü {*-lo<jint), 
da-lugub 'ignoscam id' Wb. 14 d 24 {*-logifu), 32 a 21, du -lug fa 
'ignoscet' Ml. 58 c 18 = du • luichfca 128 c 6. Dagegen cia du • logae 
'quamvis ignoscas' Ml. 138 b 7 aus ^•loguisi, codu'loigtlier *ut ignos- 
catur ' Ml. 58 d 2 erklären sich, als Subjunktive, nach S. G, ebenso 
wohl auch dwlogaid do clidch gl. in quacumque mensura niensi 
fueritis, remitietur vobis Ml. 65 a 10, wo gegen den Subjunktiv 
der Sinn nicht spricht, also 'ignoscatis' zu übersetzen ist. 

fu'llugaim gl. abdo SG 22 b 4 aus '^•logimi, Kausativum 
mit 0- Ablaut zu laigid 'liegt, legt sich', vgl. got, Za^yö« 'legen'. 
Anders St. Spr. 257. 

ind'tuigiher gl. induitur SG 143 b 3 = in'tuigtherKsivhr. 
Prise. 59 a 7 aus ^-tog-itcr- zur Wurzel '^teg, *tog in air, tech 
'Haus', gr. ortyco 'decke', rt/oc 'Dach', lat. tego. toga, ahd. dah 
'Dach'; for-tiigim gl. operio Thes. II 42, 11, in'tuigfet gl. vestient 
Ml. 121c 9, tugae 'Decke' aus *togiä (d. pl, tugaib Sanct Paul 
Ged,V2), imthuge 'Bekleidung' Wb. 6b3, 22 a 29 (vgl. ahd. í/m&i 
dechan 'umdecken', Bezzenberger) ; tugatoir 'Decker' Sanct Paul 
Ged. III 2 statt '^togatóir {-atóir = lat. -ator) ist durch Abstraktion 
von tng- in tugid 'er deckt' zu erklären. Als Subjunktiv erklärt 
sich in'toichther ' induatur ' Wb. 13d20 (aus "^-toglater) nach S. 6, 
dagegen rod'toig 'qui id (?) texit' S. Paul Ged. III 2, aus "^-togisst, 
ist unklar, vielleicht nur durch das Bedürfnis des Eeimes mit 
a stoir hervorgerufen. Aber s. S. 19. 

mruig 'Mark, Gebiet' (d. \)\. mrugalh S.Paul Ged, V 2) aus 
*mrogi-s zu kymr. hro, gall. Allohrogcs, lat. margo 'Rand', av, 
mardza 'Mark, Grenzgebiet', idg. *mareg, *marog (Hirt, Ablaut 127); 
im Mruig thuaithe Armagh 10 bl. 

fug eil 'Prozefs' Wb. 9c5 (I. man.), f}(gall 9c4 zu gell 
'Pfand, Einsatz', das aus *gislo-n, zu úi\ giall 'Geisel' (^''geislos), 
aisl, gisl, ahd. gisal, entstanden ist (s. aber Ped. § 87, St, Spr, 113), 
Grundform ^fogillo-. ó fngull gl. indicio Wb. 9cl6, forTugcU 'er 
hat bezeugt' Ml. 97 a 12 zu foygellim 'attestor' {fort-gillim 'ich 
verbürge es ' Wb. 4 b 27) ; das diesem entsprechende for ■ rogelsam 
ni 'attestati sumus' AVb. 25d20 mit o kann, wenn wir uns nicht 
mit der Erklärung nach S. IG Anm, begnügen, mit Annahme 
ßines nasalierenden Relativsatzes in fo-rrorgclsani ni verbessert 
werden, das aus *fo-n-ro-r-gill- nach Th. Hdb. § 523 entstanden 
wäre und genau dem dort angeführten f'o'rrorbris sowie auch /b" 



zu DEN UMFÄRBÜNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 23 

rrorcoiKjyad 'der befohlen (gelieifsen) worden ist' SG199bl ent- 
spräclie. Vgl. für die Lantfolge rg forgell, forccll "testimonium'. 

Ist in obigen Fällen die Umfärbung vor 7 reichlich belegt, 
so erscheinen um so weniger lautgesetzlich entwickelt zwei Verben, 
bei denen sie durchgängig unterblieben ist. 

roichthir gl. porrigitur Ml. 55 d 24 aus '"^rogiter- zu rogaid 
'streckt aus' {*rogiti), das im Ablautsverhältnis zu ir. recht 
'Gesetz', Istt regere rectus steht. Es ist vielleicht altes Kausa- 
tivum mit 0- Ablaut, vgl. rechtae part, praet. pass, neben roigthe\ 
roigthe 'protractae' Ml. 33 b 1, rogud 'extentione' Ml. 37 d 6, 
*rogitu-, etc. Subjunktive sind rolgthir gl. producatur Ml. llOal, 
roichtlier 'exseratur' Ml. 44 a 4, rogas 'qui delatet' Ml. 79 d 4; 
diese drei Formen könnten somit nach S. 6 erklärt Averden. 

no'loichfed gl. impetrandum Ml. 127 a 6 (3. sg. praet. fut.), 
loigihm gl. perpetrato Ml. 48 c 3, logud gl. impetratio Ml. 118 d 11, 
118 a 16 (d.) aus *logitu-, loichtho gl. inpetrandi Ml. 62 a 19. 
Bezzenberger stellt das Verb zu gr. /.d^of/ai, mhá. geläcJce 'Glück'. 
Subjunktive sind conn'logad gl. inpetraret Ml. 39 c 5, rond-logad 
'impetraret' Ml. 24 c 23. 

Der Mangel der Umfärbung in diesen beiden Verben trotz 
Palatalisierung weist wohl (vgl. ongim S. 76, dolbad gl. figmentum 
Trierer Gl. 79 b neben dolhud etc.) auf Ausgleichung eines ur- 
sprünglichen Nebeneinanders von i- und «-Flexion (welche letztere 
in Formen wie rogas, •logad sich erhalten haben könnte): die 
Palatalisierung rührt von der i-Flexion her, der Mangel der 
Umfärbung von der a -Flexion. Vgl. auch mittelir. slonnad 'be- 
zeichnen' neben sluinned. 

lugae 'Eid' hat altes u, s. St. Spr. 257, Ped. S. 69, 98. 

Über 

fogitled gl. titulatio (statt titubatio geschrieben), das als 
titillatio ver.standen ist, 'Kitzeln, Jucken' Tur. 101, s. Asc. 459; 
es klingt an ahd. Idzzilön, aisl. Idtla, nhd. kitzeln an. 

99- 

luic 'loci' passim, g. sg. und n. pl. von loc aus \sl{. locus 
mit c = gesprochenem gg (s. Th. Hdb. II S. 100). 

cucann, iiewir. cuigeanii 'Küche' SG 51 b 4, 49 b 15, 51 b 5, 
68 a 7, 107 b 4 (ciican), ncc. sg. cucain 68 b 1, aus lat. cocma (statt 
coquina): kymr. ccgin, altkorn. Iceghin, breton. kegin. Aber coic 



24 H. HESSEN, 

*Kocli' (altir. nicht belegt), g. coca (altkymr. coc gl. pistor, altkorn. 
kog) aus lat. coqutis, also = *coqiiis, wird sich eng dem Lateinischen 
anscliliefsen, während cuicnecJit Thes. II 332, 34 von cucaiin ab- 
geleitet ist. 

nad' cuicscdar 'non taxetur' Ml. 36 a 38 aus *-co7i-cis- 
bezw. *'coggls- zu eis 'Abgabe' aus \nt. census. 

oicsi 'nahe', n. pl., Ml. 78 c 2, comoicse 'vicinitas' Wb. 14b 

25 etc., auch occi 'bei ihr' SG7a2, occai Ml. 67 d 23, occae 
80cl6, ocae 41 d 3 aus oc mit *-esai, '■■iai (vgl. fuiri o. S. 6) 
gehören wohl nicht hierher, da der Stamm oc altes a enthält, 
s. Th. Hdb. § 838. Das Ortsadverb iicut, eigentlich 'bei dir', 
für *ocHt, besagt nichts, da es in nachtoniger Stellung gestanden 
hat ( Wb. 33 a 4, SG 9 a 22, 202 b 3) ; anders Ped. II S. 49. 

iucait 'causa' Ml. 58 c 13, Thes. II 3, 30. 5,30 gehört ver- 
mutlich zu gr. rvyyavoi (dagegen iocad 'Glück' stellt zum letzteren 
und "^'to -{- ucc- setzt für jenes an Ped. S. 151, II S. 48). 

Der Verbalstamm acc, uc (s. Th. Hdb. § 801) hat wohl altes 
m; vgl. Bergin §§ 132 f. (nach Zimmer), Meillet, Eev. Celt. 24, 171, 
Ped. S. 151, (nicht nach St. Spr. 50). 

th. 

in roithiud roithes 'iuipulsus quo propellit' Ml. 42 b 27 
aus *rotitu-, *roti-ss-; dies i-Verb ist ein altes Kau^jativuni mit 
o-Ablaut zu air. nüäd 'läuft', lit. riia ' rolle, wälze ', vgl. Siir. roth 
'Rad', lat. rö^rt. as- roither 'dispergitur' Ml. 44dl (lies • rcJ/V/e;-?), 
roHte gl. actus Ml. 36 d 21 (aus "^roith-the), d. rottiu gl. admotä 
Ml. 36 b 4, roithßtcr gl. contrudentur Ml. 15 c 18, rothetar (Sub- 
junktiv) ' impellantur ' Ml. 92 a 16. 

goithimm gl. futuo SG190b3 aus *gotimi zu kymr.godincb 
' fornicatio ', 'incontinentia', s. St. Spr. 113. 

nis- rothechtus 'ich habe sie nicht gehabt' Ml. 44 b 11 
von techtaim 'habe, besitze' ('proprie : adeo rem' Asc.) aus "^tici- 
zu tiagu; nadroithechtsat 'non habuerunt' Ml. 97 d 7, aniach' 
róthechta 'ne habeat' Ml. 56 b 33. S. aber St. Spr. 125. 

cruithnccht 'Weizen' Wb. 13c24, SG35alI, 60 a 4, 
66 b 24 ist unklarer Herkunft, vgl. St. Spr. 63. Ped. S. 124. 

ciiithcch gl. laquear (als laqueus verstanden) 'Vertiefung 
im Boden, Falltür, Falle' SG54al9, ó cuidich gl. aucupio (also 



zu DEN UMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 2ö 

'Fallenstellen') Tlies. II 38, U, cuithech gl. muscipula Tlies.Il, 36 
g-eliören zu ctathc 'Grube' aus Isit puteus; cuide Ml. 123 d 3 steht 
für cuitlie, vgl. 0. ó cuidich. 

smith 'alt, ehrwürdig' hat altes n, s. St. Spr. 314, Ped. S. 81. 

suthain, suthin "ewig' besteht nach Zeuls-Ebel, Gr. Celt. 
S. 863 aus ^su + tan 'Zeit' (vgl. int an "wenn'); doch wäre bei 
dieser Herleitung vielmehr '^soth{o)in zu erwarten. Den Gegen- 
satz bezeichnet dutliain 'vergänglich' (LU etc.). 

tuthlae 'Geschwür, Krebs', tuithlae (Wb.30bl3, SG22a6, 
Karlsr. Prisci an 11 a 1) hat altes u (Fed. TI S. 54), etym. dunkel 
ist mir SCO id 'Blume', d. sg., SG 49 a 10 a (s. Anm. im Thes.) zu 
scoth gl. viola Gl. zu Philargyrus 8 b (Thes. II 46), scotha gl. 
violas ib. 4 b. 

tothrcbach 'eruptio' Ml. 129 d 9, toithrebacli gl. eruptionem 
Ml. 123 d 2 besteht nach Sarauw S. 71 aus *to-tri- und der Wurzel 
*bong 'brechen'; bei dieser Herkunft wäre eher, nach Th. Hdb. 
§ 109, *iotharhach o. ä. zu erwarten. 

tt. 

croit 'Harfe', d. sg., Wb. 12c 44, aus "^crotti zu crott, crot 
gl. cithara Wb. 12 c 42 aus *cyottä (St. Spr. 99), vgl. d. sg. croit 
Ml. 51 c 1. Ped. S. 121 nimmt mit Zupitza, K. Z. 36, 242, etymo- 
logisches u im Wechsel mit ü an (lit. Icrnt}s 'weibliche Brust', 
Jcrfithií' 'Brust'), doch wird der n. sg. cniit (vgl. K. M. 531) 
die Form des (analogisch nach toi — tiu'l etc.) umgelauteten 
d. sg. haben. Schwanken des Paradigma zeigt sich auch in LU: 
n. sg. crot 8 b 37, 9 a 6, aber cruit 8 b 39, g. sg. crotc 8 b 43, criiitc 
8 b 41 ; d. sg. cruit 8 b 45, 9 a 2. 

eh. 

fo- scoichet ' discedunt ' Ml. 36 a 8 , /b • scochet ' concedunt ' 
SG215a7, fo-sscoichet 'intercedant' (Subjunktiv) Ml. 111 a 4, 
t-Verb, ZM kymv. ysgogi 'to stir', abg. ^A-oc^Yi 'springen', ablautend 
mit ir. seen 'Schrecken' aus *sJceJcno- (Ped. S. 125); aber s. 
St. Spr. 308. 

Nach dem entsprechenden Verhalten von ch bei wurzel- 
haftem e vor i und ti zu schliefsen (neich, neuch, atéoeh, eoch, 
s. u. S. 71), wird der Mangel der Umfärbung hier als gesetz- 
mäfsig zu betrachten sein. Der Vokalismus von 



26 H. HESSEN, 

cluiche 'Spiel' und seinem Denominativum cliichigedar 'er 
spielt' Ml. 122 a 12, die zu con' dich 'springt', ar- elicit 'v^'éhvt 
ab', clechlaim 'übe aus, halte Kampfspiele ab', got. Idahjan 
'lachen', gr. yJ.ojooco 'ich glucke' gehören werden, befremdet 
daher, wenn *klol-ion die Grundform des Substantivs ist. Über 
eine weitere Crux bei diesem Worte vgl. Tb. Hdb. § 1G5. 

coche 'clunis, Schenkel' SG67al4, d. cochi 67 a 16 wohl 
aus ^liolio- zu coss 'Fufs' {*koJcsä). lat. coxa; vgl. St. Spr. 
Nachtrag S. 331. 

foich gl. vespa Thes. II 43, 7 ist nach Zimmer, K. Z. 33,276 
aus britann. ^unochi = altbreton. guohi (pl.) entlehnt; foich gl. 
eruca Thes. I 2, 11. 

du- thluchedar (da ' tluichethar) 'er verlangt' Ml. 36 a 28, 
38 dl, 49dl0, 74 d 3, 85 d 5, 124 d 9 hat wohl altes u, s. St. Spr. 
139, Ped. S. 43, Walde, Lat. etym. Wb.^ s. v. loquor. 

toich 'recht, schicklich' Wb. 4 dl, 9 a 13, 16 eil, 29 d 13 
(aus '■''toci-? vgl. kymr. tcg 'schön', Th.) und doich 'wahrschein- 
lich' (Ml. 61 b 15), bisweilen mit Längezeichen geschrieben und 
vom ersteren wohl ganz zu trennen (s. Th. Idg. Anz. 27,17, aber 
Ped. S. 494, 129, II Zusatz zu I 494), Komparativ dochu, sind mir 
unklar. Vgl. cóir, Komp. '■•'com u. S. 29? 

matain muich 'früh am Morgen' LU63bll etc. zu uwch 
'früh' weist wohl auf altes ii in diesem Worte. 



cc. 

Ob die Präposition co 'zu', die in Verbindung mit den 
suffigierten Pronomina der 3. sg. fem. und 3. pl. cuicce, citcae 
(Wb.9d5) hezvi. cuccu (Arm. 18 b 1, Wb. 5a3, 14d30) mit c = k 
lautet, altes o oder u enthält (vgl. Th. Hdb. § 822), kann nach 
diesen Fällen nicht entschieden werden, da hier, wie cnuc 
'Hügel', d. sg., »lucc 'Schwein' (s.u. S. 52) zeigen, u aus altem 
regelrecht umgefärbt sein könnte. Über ciiccum etc. s. u. S. 50. 

SS. 

foiss 'commorandi, des Verweileus' Wb. 19a4, g. sg. von 
fo.^s 'mansio' aus *fos(o-, das entweder 'Als *fo-sto- zu. nlupastha- 
'Schofs' oder als "■ fos-to- {* ms-to-) zu h\ fe/'ss 'Sdú^fen' {*ucs-tt-), 
ai. vdsati 'er Avohnt, weilt', got. ivisan 'sein, bleiben' gehört. 



Zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 27 

roiss in cell roiss • Waldzelle' Adaraimn 44a, g. von ross 
'Vorgebirge, AVald' aus "^ro-sto- zu kymr. rhos 'Moor', mbreton. 
ros 'Hügel', slí. prasthas 'Bergebene'. 

coiss 'Fiifs', acc. sg., Ml. 56b 1, Fiaccs Hymn. 8 von coss 
aus *kol-sä (lat. coxa), hoiss 'flache Hand', acc. sg., Brocc. 
Hymn. 78 (s. St. Spr. 178, Ped. S. 79) gehören hierher, wenn die 
Endung des acc. sg. der ä- Stämme ein i enthielt, vgl. o. S. 9. 
Der d. sg. cids 'Fufs' in der Homilie von Cambrai 37 d mufs 
somit trotz deren archaischen Spraclie als Analogiebildung (nach 
dem ebendort belegten croch 'Kreuz' mit altem u, d. acc. cniich) 
betrachtet werden. 

0/55, g. sg. und n. pl. von oss 'Hirsch' im LU. 

Gehören 

in roisri gl. impudentiam Ml. 25 b 9 (s. Asc. 216, Thes. 
Suppl. S. 41) und do adhclilois gl. pompae, d. sg., Ml. 40 d 19 
(s. K.M. 16) hieher? 

oissi, in: is oissi menmain 'es ist Sorge zu tragen' Ml. 
115c 6 wohl aus '"^'ossi- d.i. '-'od-ti- zu • oid 'er leiht' {*-od€t?), 
aid {*ode?) menmain gl. ecce ('animum adverte') Ml. 24 cl3 
(Sarauw S. 87 f.). 

roiss id gl. nutat Ml. 21 a 6, /-Verb, roisses 'nutet' Ml. 
18d21, co'roissid 'ut nutet' Ml. 73 c 10, rwroisfcd 'nutaturus 
esset' Ml. 85 d 10, ro'rois gl. nutavit Ml. 84 c 16, ní' rbrois gl. 
nou hesitavit Wb. 2c28, cf. Ml. 44al, 35 c 19. Der Stamm ist 
wohl *rossi-, die Etymologie mir jedoch unbekannt. 

ftisti 'reconditam' Ml. 50 eil, hctis fustib gl. condendis 
33 d 7, atkuisti (= ath'fiiisü) gl. reposita (u. pl. neutr.) Ml. 40 a 8 
vielleicht aus *fo-ii]cs-scm-, vgl. ttiiste 'erzeugt' aus '^to-iiJcs-sem- 
und zum Vokalismus (fasti statt '^fuisti) tasten = sonstigem 
tuisten Ml. 85 b 14. 

luisse gl. flamma Thes. I 6, 3 hat wohl altes u (s. St. Spr. 
243), sicher {h)uisse 'gerecht', vgl. la-t iustiis (Ped. S. 64). 

u. 

Da konsonantisches n hinter Vokalen als solches sich nicht 
erhalten hatte, sondern, vermutlich bald nach der Zeit der 
Ogominschriften, in dieser Stellung teils geschwunden war, teils 
sich mit vorhergehenden Vokalen zu Diphthongen verbanden 



28 H. HESSEN, 

hatte, liandelt es sich in den folgenden Fällen um derartig 
entstandene Diphthonge im Hiatus mit i; es hindert uns aber 
wohl nichts anzunehmen, dafs in den von uns zu betrachtenden 
Fällen von -oin- das aus -ou- entstandene Diphthongisierungs- 
produkt infolge seiner Stellung im Hiatus dem Lautwert nach 
einem kurzen geschlossenen o (ö) sich sehr genähert hatte. 
Denn Fälle wie ^o/a-ec/i 'Anführer' aus *fo-2<csso]:os (s. u. S. G5f.) 
und roida 'des grofsen Waldes' aus "^ro-uiäa (s. u.) gegenüber 
a'r tliuus 'zuerst' aus *to-uessU, erstere beiden mit echten 
Diphthongen, wie die späteren Schreibungen fóesech, rded be- 
weisen, erklären sich am besten durch die Annahme, dafs zur 
Zeit der Synkope jene Wörter "^ to -ess -ach, "^ró-ida, "^ to -ess (mit 
w- farbigem ss) lauteten und die beiden ersteren durch die 
Synkope, d. h. in diesem Falle die Kontraktion der Vokale, 
zweisilbig wurden, während das letztere regelrecht als zwei- 
silbiges "^tó-ess^'' erhalten blieb. Ein Beispiel von genauer Ent- 
sprechung bei s (s = h) bietet fuéssam, foísam 'Schutz', wenn 
es nach Ped. § 210 auf *fo-\-sessam 'Stehen' zurückgeht, während 
in ^fosaget-, fochid 'Leid, temptatio' und f(Äliis 'deutlich' aus 
*fosulés die Vokale der Kontraktionsfähigkeit entbehrt zu haben 
scheinen, daher die Synkope den Schwund des zweiten Vokales 
veranlai'ste {fochid = ''fo-hgid, nicht */"ö- aus *fo-a-)] vgl. dazu 
do-commar, 'cotar 'wir, sie gingen' aus *'co-ammar, *-co-at(ir, 
die nicht *■ commar C^-cuanwiar), ^'cötar (3. pl. 'cuätar [nicht 
^'cuatm-] nach 3. sg. • cuaid) ergaben. In *tó-t'5sw trat dann vor 
dem folgenden e die Umf ärbung des o zu n nach S. 65 f. ein, daher 
iuäs. iuisscch Wb. 33 b 20 (IL mau.) erklärt sich nach Th. Hdb. 
§ 63 c Anm., Ped. § 252 Anm. 3. Vgl. mittelir. tússech, tússi- 
fjecht neben ióisech, taísech, auch cúic '5', cáced, cnicid, sämt- 
liche in LU. 

Bei (lieser Gelegenheit ist eiu Fall zu erwähneu, deu Ped. in seiner 
Rezension von Th. Hdb., Gott. gel. Auz. 1912 S. 29f. einer eingehenderen 
Betrachtung unterzieht, nämlich der von coic '5', coica '50'. Auf Grund der 
eben behandelten Erscheinungen ist nämlich gegenüber Ped. zu betonen, dal's 
die Annahme einer Grundform *konev(2Ue, die Th. Udb. § 39^ aufatellt, keines- 
falls mit den Lautgesetzen in Konflikt kommt, sofern man allerdings nur die 
noch zur Zeit der Synkope dreisilbigen Formen coica 'fünfzig' und coiced 
'der fünfte' in Betracht zieht; denn aus *kouevqUa-, *koit(uqlied mufste 
regelrecht coica, coiced entstehen, worauf sich auch cöic, für das viel- 
mehr *cu-aic (s. S. 65 f.) zu erwarten wäre, nach dem Ordinale gerichtet 
haben könnte. Gerade umzukehren ist also Pedersens Bemerkung S. 30, wo- 
nach der Ansatz ^konevque wohl für coic, nicht aber für coica annehmbar 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIßlSCHEN. 29 

"Wäre. (Auch Emginanus *done7nio- als Grnndform von do'rni 'Menschen' 
[Z. f. c. Ph. III595], *ioHentüls = oethi, óitiu ■ Jugend" [vgl. Ped. II 40] sind 
somit einwandsfrei.) Th.'s Ansatz erklärt vor allem die Entstehung des 
Diphthongen oi in coica, die bei Pedersens "^ k" evk" ekoyits > *kok'eyonts 
unklar bleibt. Hier sei noch das vielbehandelte córae 'Friede' zu co'ir, cóir, 
coair "angemessen, würdig' (vgl. Bergiu § 152, Th. Hdb. § 199, Ped. S. 166, 
309, 352) erwähnt, das Ped. als Musterbeispiel für die Behandlung von zwei 
ursprünglich durch n getrennte Vokale betrachtet. Ohne wohl die schwierige 
Frage abschliefsend beantworten zu können, hebe ich hervor, dafs einer 
Grundform *co-iitr- oder *co-uer- sämtliche Formen dieser Sippe zuwider- 
laufen: denn für co'ir etc. wäre vielmehr *CH-air zu erwarten, für den 
Komparativ com und das Abstraktum córae etc. vielmehr *coiriii, *coire. 
Das Eichtige scheint mir dagegen eher Bergin zu treffen mit Annahme eines 
dunklen Vokals der zweiten Silbe (vgl. auch Th. Z. f. c. Ph. VIII 185), wobei 
co'ir, coair (etwa *co-nari-) anstandslos erklärt wäre, nicht so vollständig 
auch com, córae, wofür nach Maisgabe von focliid aus *fo-sag- (mit ge- 
schwundenem a), s. 0. , eher *cörii, "^curae zu erwarten wäre. Immerhin 
liegt der Annahme einer sekundären Erscheinung, derzufolge nach dem Grund- 
wort "^có-ar', coair. co'ir die Formen *co-arii, *co-arae statt *coru, *corae 
restituierend neugebildet worden seien und darauf eine spätere Kontraktion 
stattgefunden habe (vgl. loathar — löthor), nicht viel im "Wege. Über die 
etymologische Herkunft wage ich keine Vermutung. 

Zu der oben betrachteten Erscheinung stimmen einerseits 
mit regelrechter Synkope (d. h. Kontraktion) Formen ^ie mani- 
toissed gl. nisi debellasset Ml. 40 d 13 aus *-to-tiissed (vgl. 
du-fei<ed gl. oppugnare 3obl2) zu do'fch 'er rächt' (s. Th. Hdb. 
§613), arnaclicrtoissitis Ml. 48d27 {MS. ■ tohsitis, S.Nachtrag 
Thes. 1720), ad- coidemmar 'wir haben angezeigt' SG 43 a 6 
aus *-co-nul-e)}wiar und, mit anders entstandenem Hiatus, 
'roisf^et Ml. 74 a 11, 'roissinn Wb. 26 d 17, -roissed Ml. 39 c 34 
(Th. Hdb. § 197), anderseits ohne Synkope, daher mit Umlaut 
•ru'id, •nach, ■ cu'id (■cuaid), -cuad, 'ruaig, während auf Aus- 
gleichungen beruhen werden -rois SG Ged. (Thes. II 290, 13) 
statt *-ruais, *-r?m (nach den drei obigen Formen oder nach 
dem Präsens -ro'ig = 'roaig, *-ro-sagi-, z.B. Ml. 39c 7; s. Th. Hdb. 
§660). ferner der später belegte n. sg, roéd, rded {^= void) 
'Wald' (so nach dem g.sg.roida gebildet), der für das Altirische 
als ZAvei-silbig, und zwar ^'ruiid anzusetzen sein wird, endlich 
vielleicht auch rii-tuirset 'scrutati sunt' Ml. 44 d 23, wenn 
nämlich dies als *-to-su-sei zu sirid "durchsucht' (s. Th. Hdb. 
§520) zu stellen ist; {tuirset statt *-ióirset wäre hier nach 
Formen wie der 3. sg, *<'»■//• eingetreten) doch vgl. das später 
belegte Substantiv iúr 'Nachforschung' (Th. mündlich); weitere 



30 H. HESSEN, 

Beispiele u. S. GG und ähnliche bei Th. Hdb. § 177 {coimmcläoud 
aus *co-imm-chJoii(1, íúltv ^co/a-imm-chloud etc.),^) ^ 829 a. {foindel). 

iossach •Anfang'' ist von Unssech, tmis ganz zu trennen, 
s. Th. Hdb. § 837 (gegen Ped. § 210). wenn es auch mittelir., 
wie es scheint, bisweilen damit in Zusammenhang gebracht 
wurde: d. sg. tossntch LU 71 a 10. 

duda- ru'id 'duxit eos' Ml. 63 b 12, i-Präteritum, *rö-ü7- 
(== * • ro-uld-) zu do ■ fedim ' ich führe ', abg. veda. 

da'ru'ich 'er rächte ihn' Ml. 43 d 19 aus '^■rö-ic-e {=' ro- 
ute -e) zu do ficJi 'er rächt', lat. vinco; andu'vuacJit 'als er 
gerächt wurde' Ml. 43 d 11 aus *-ró-ict-o (= *-rouicto). Dem- 
gegenüber fällt in do'roacJtt 'vindicatum est' Ml. 38 d 8, 98 d 9, 
Tur. 79, nephthoacJiiae gl. in bellum (als inbellem verstanden) 
i\Il. 126 c 22 (vgl. Thes. Suppl. S. 32) der Mangel der Umfärbung 
auf. Das ungesetzliche o kann sich wohl nur nach S. 16 Anm. 
erklären. 

ad'cuid, 'cuaid 'er hat angezeigt' Wb. 21 d 11, Ml. 65 a 1, 
110c 5, 123 d 4, 123 d 7, in- cuaid gl. iudicavit 126b 2, wohl 7-Prae- 
teritum zu ad' (et 'berichtet' (in'fét) mit geschwundenem m der 
Partikel com, also aus *'có-íd- {:= *-co-nid-). mat'chous 'wenn 
ich berichte' Broccans Hymn. 37, s-Subj., *-co-nissH: der Mangel 
der Umfärbung wird auf den Reim mit dem vorhergehenden sous 
'Wissen' (aus "^sh-iiísshs, s.u. S. 75) zurückzuführen sein, obwohl 
er sich auch in (mittelir.) atclwas 'narratum est' (LU 68 b 13 etc.) 
findet (neben utchuas). 1. pl. regelrecht 'coidemmar, s.o. 

Dagegen do'co'id 'ist gegangen' {dwchoaid Thes. II 1. 14) 
ist aus "^'-co-uäd- (vgl. ro-fadatar Wb. 29 c 13) entstanden; das 
daneben vorkommende -cuaid (Th. Hdb. § 691, 3. pl. ducuatar 
]\n. 6b c IG) hat sich nach dem obigen ' cuaid gerichtet. 

*yuüd, g. 1-oida 'Wald' aus *ro-iiid- zu fid 'Holz, Baum', 
vgl. ahd. tviiu 'Holz'; s. o., rotda Thes. 11 290, 11. 

nulü Wb., nuae Ml. SG 'neu', d. nuü aus *nó-io (= *nouio-) 
zu gr. rtfoc, ai. nduas, idg. *ncuos; über naue 'neu' SG 5b6, 217 
(Thes. II S. XXII) s. Th. Hdb. § 203 (anders Ped. § 37, 4). 

fo'rroi Anc. Laws Gl. (IV 220) aus *-ro-niss- zu fo-fich 'er 
verletzt' statt *-riiai nach 3 pl. -roissct, umgekehrt pass, forru- 
astar statt *-roistar (oder ^Toíatcr) nach ^-yitai. 

>) Dagegen Ped., Gütt. gel. .\uz. 1912, S. 29. 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTlßISCHEN. 31 

fovcuad 'ist vollendet worden' Tiir. 49 aus "^-co-ito- 
(= *-co-nlto-) zu for-fen 'er vollendet', farrochuad gl. confecta, 
conglobata est Trierer Gl. 67b (Akzent?), for-iliuJ (lies: for-cliin?) 
Ml. 33a 18. for-rucliui (oder fonic chu'i?) gl. conficit Ml. 121 c 24 
(Grundform etvra *-co-tä-e). Über 

attruic .i. atraracht "he arose' LU 9 a 11 s. Stokes. EC 20, lö7. 

Hierher gehört auch 

con'ruaig gl. contexuit Ml. 99 a 2 zu figim ^webe", wenn es 
ein T-Praeteritura, also = *-ro-u~(g-, ist. 

Auf denselben Vorgang in schwachbetonter Stellung scheint 

dús 'ob' aus *dö-fissii = 'um zu wissen' (Betonung wie in 
lat. ?7//co,, sedulo atis *en-locöd, "^sé-dolod?) zu weisen, das älter 
zweisilbig {*du-iis) gewesen sein wird und so vielleicht noch 
"Wb. 9 b 19 {düus oder dnus) vorliegt. 

ni (daneben oi, über dies so^^de úgaire s. u.) 'Schaf aus 
*oui- (lat. oi'/5), as'lui 'er entläuft' (wenn dieses aus ursprüng- 
lichem *"Zöw/-, nicht, wie asTiduús U.S. 47 zu zeigen scheint, aus 
altem *luu-i, d. h. mit idg. Tiefütufe *pluu- der Wurzel, hervor- 
gegangen ist) zeigen ein aus o entstandenes u: die Entwicklung 
der Diphthonge in diesen Wörtern fällt unter Th. Hdb. § 203 
{drui, goi etc.), Ped. § 159, 1 (über noi 'neun' s. jedoch Th. Hdb. 
§ 390; roi 'ebenes Feld' aus *reni-, "^roui- zu lat. ras 'Land'). 
Diese ganze Diphthongisierungserscheinung jedoch ist nach meiner 
Ansicht, da in den betreffenden Fällen der Endsilben vokal als 
zweiter Bestandteil der Diphthonge fungiert, sehr früh, d. h. vor 
der Zeit des Endsilbenschwundes eingetreten (in welchem Umfang 
ist zweifelhaft; vielleicht in kurzen, imkomponierten Wörtern), 
so dafs also die Endsilbenvokale jener Wörter überhaupt nie 
geschwunden sind. Nun sind aber die Umfärbungeu, wie tuus 
etc. zeigt, erst viel später, nach der SjTikope, eingetreten, un- 
möglich schon zu jener frühen Zeit, da i<i'und ■lui{?) noch zwei- 
silbig waren. Als regelrecht entwickelt sind daher nur hoi "er 
war' (nicht ""biii) aus *6oi<e, roi aus *rou{- zu betrachten, als 
gesetzmälsiger Vertreter von *omí- 'Schaf nur oi, während ui auf 
mittelirischer Entwicklung (s. Th. Hdb. § 63 c Anm.) beruhen, 
vielleicht aber auch seine Gestalt vom Komposittmi uyaire 
' (Schaf -)Hii'te ' (s.u.) bezogen haben könnte; as-hd mag altes 
u haben, aus altem *-luui- (vgl. gr. ti/.vi'co 'wasche' etc.) ent- 
wickelt sein, während bei Entstehung aus *io7ii- das u (statt *ioi, 
allerdings as 'hi gl. deficientem Trierer Gl. 77 a) auf Einfluis von 



32 H. HESSEN, 

Formen wie fo'Uúur, liiae usw. zurückzuführen wäre; coaslóin se 
Ml. 59al ist («-) Subjunktiv. Zweifelhaft bleibt ugairt (= úgaire) 
'Hirte' Ml. 45 b 23, 96 dl, das nicht aus *ouigulre entwickelt 
sein kann (dies hätte *oigaire ergeben müssen),') sondern auf 
dunklen Vokal der synkopierten Silbe deutet; die Ansetzung 
einer Grundform *ouogaire (mit dem Kompositionsvokal o an Stelle 
des auslautenden i des Stammes im Anschlufs an andere Komposita) 
hätte die parallele Entwicklung von ouo zu ü in *doifothracht (aus 
*de-no-fhracht), dnthracht 'Wunsch' (cf. didchinne S. 47) für sich, 
vgl. Th. Hdb. § 824. Beruht demgegenüber to- (túa-), tor- (z. B. 
in tobe, ttiachil, tormag) aus *to-uo-, *to-uor- auf dem ursprünglich 
langen o der ersten Praeposition, also auf */ä-o-? vgl. dazu Th. 
Hdb. § 844, S.483. Über augairc, migairecld Ml. 100 b 16, 100 b 15 
s. Th. Hdb. § 203, vgl. oben nane 'neu'. 

Demnach können 

mni 'mein' ('mens' SG 200 b 10, mei, Igov SG 209 a 7, 
mnisse gl. meam "Wb. 1 b 3, innammni sea 'mea', n. pl., Wb. 
18 d 13) und *tui 'dein' (später als tai belegt, das, wie mni 
nahelegt, auf */«{, nicht */'oi' deutet) nicht auf *moue, *toue (so 
Th. Hdb. § 443) zurückgeführt werden {mui aus "^'moue herzuleiten, 
trägt auch Ped.II S. 168 Bedenken). Nach meiner Ansicht haben wir 
es hier mit ursprünglich (in vorhandschriftlicher Zeit) zweisilbigen 
Formen zu tun: sie gehen auf *tnoun, *toun, woraus */)im, */»)", 
zurück und waren ursprünglich neutrale g. sg. von Possessivprono- 
mina "^mou-ios, ^toii-ws, welche letzteren vielleicht entsprechend 
den lateinischen mens aus *mci-os, imis aus *iou-os gebildet waren, 
also ^moi-os, *toii-os, dann aber durch gegenseitige Beeinflussung zu 
*mouios, *louios umgestaltet wurden (vgl. auch abg. moji, preufs. 
Diais =-■ *majas, beide aus *nioi-os). Also: innammni = 'die 
Dinge vom Meinigen' = 'meine Dinge' etc., dann aber auch, wie 
SG 209 a 7 mei, itwv mni zu zeigen scheint, ?«?/?*/<</ entsprechend 
lat. 7nei tu/ sui und lit. mdno iävo sävo (g. der Possessivpronomina) 
als g. der Personalpronomina 'ich, du' verwendet. 

Aus *monii jedoch wäre zunächst nur *mH'i, nicht dii>h- 
thongisches vnii entstanden, wie es in der handschiiftlichen Zeit 
bereits vorliegt; eine diphthongische Form mufste sich aber dann 
ergeben,' wenn durch Verbindung mit einer Verstärkungspartikel 
eine zur Zeit der Sj'nkope dreisilbige Form entstanden war. d. h. 



') ayaire LV 21 a 11 zeigt liestituierung vou oi 'Scbaf. 



ZC DEN UMFÄRBÜNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 33 

eine Form *77ió-i-sse (d. i. *moun-ssé), *mó-i-sea (= *monn-seá) 
mufste entsprechend roiäa aus '^ró-ida *mo{sse, *mo{s€a ergeben, 
und die letzte Schwierigkeit wird durch die Annahme beseitigt, 
dafs endlich aus den beiden Formen der Satzdoublette *mHi und 
*moi- durch gegenseitige Ausgleichung die eine Form nun (und 
*tut) entstand. 

avróit 'er hat angenommen" Wb. 32dl0. avróet Ml. 17 c 7 
usw. bestehen aus ""• ro-fo-em- (Th. Hdb. § 829 gegen Ped. 
§ 210). 

roit (= roit?), g. sg., 'Wurf ist mir dunkel, s. Ped. S. 308; 
= g. sg. von rout 'Länge' aus *ro-fot? 

Zu 

doi gl. maill, 'tardi' Hl. 20a26 vgl. Thes. Suppl. S. 3. 

soucl 'Wendung' zu soaid 'wendet' beruht auf *saiiiiu- 
und fällt nicht unter unsere ümfärbimg; das o wird in seiner 
reinen Gestalt zur Zeit dieser noch nicht existiert haben. Vgl. 
cloud gl. convictio Ml. 70 a 7 zu clo{a)id 'besiegt'. 

Qß (aus ru). 

forhe 'Vollendung" "Wb. 3dö aus *for-ui-io- zu for-fen 'er 
vollendet' aus *-ui-)i-at; foirhthe 'vollendet', passim, dient als 
Adjektiv, die Stelle des part, praet. pass, vertritt das unregel- 
mäfsige forhaide (uusynkopiert) , beide gehen atif *for-ui-tio- 
zurück, forhathih gl. patratis Ml. 105 a 10, con' forlanar 'bis voll- 
endet wird' Wb. 14d27 (^■for-ui-n-aro-), nvforhanar 'es -«Tird 
nicht vollendet' SG 148 a 11, vgl. foyfenar 'es wird vollendet' 
Tur. 45; ho hicrorhaither 'wenn es vollendet ist' Ml. 15 a 6 (= fo- 
ro-r-hither nach Th. Hdb. § 523); do-rorhan gl, proficit Ml. 62 a 20, 
deuterotonierte Form von •toroan, ist wie dieses erst aus dem 
Substantiv torhae erwachsen, s. Th. Hdb. S. 528. änfoirhthe 'un- 
vollendet' Wb. 13 c 13, d. anfoirhthiu 12d26, olfoirUliiu 'plusquam- 
perfecto ' SG 151 b 1 zeigen den Vokalismus des Simplex, während 
änfuirUhe Stow. Miss. 16 sich nach Th. Hdb. § 170 1 erklärt. 

moirh 'Ameise' aus *7nomi-, s. St. Spr. 218. 

do-fórhiat gl. pervenire Ml. 27 a 10, dund- órhiam-ni gl. 
pervenire 105b 6, cf. 31cll, 44b 29, 120 d 14, wohl zum verbum 
substantivum gehörig (vgl. aber Thes. Suppl. S. 5), haben -fór- 
statt -for- im Anschliifs an prototonierte Formen mit -tor-. 

ZeitBchrift f. celt. Philologie IX. o 



34 H. HESSEN, 

rb. 

orpe 'das Erbe' Wb. 27 c 12 (mit p = h), orhae Ml. 100c 14, 
aus *orh-lon zu Lit. orhiis 'beraubt', gr. ogrfarrk 'Waise', got. 
arhja 'der Erbe', gall. Orhins; g. sg. orhai aus *or'hn Ml. 102 a 3, 
oirhemamU gl. hereditaria (plebe) Ml. 48b 10 für *o'trlmLndi ií2íc\í 
Bergiii § 154 (Th. Hdb. § 158). 

Dies sichere Beispiel beweist deutlich das Fehlen der Um- 
färbuug vor rh\ daher sind für 

hurhe 'Torheit' Wb. 8 a 6, 17c 20, hnpeoc2, d. hurpi 17c 23 
zu air. borb, borp 'töricht', das Ped. § 65 wenig befriedigend zu 
armen, barh 'heftig, zornig', lett. Idhrgs, barys 'streng, hart, 
unfreundlich' stellt, andere Möglichkeiten der etymologischen 
Erklärung zu suchen. In diesem Worte mufs n alt sein. Vgl. 
burpu 'törichte!' AYb. 19b 4, wohl aus *bi(rb-us. 

rd. 

otrdnithi 'ordinati' Wb. 1 b 14, tii oirdnimm 'non ordiuo' 
SG 22 b 2, oirdnes 'ordinat' (relat.) Ml. 39d30, Lehnwort aus 
lat. ordinäre \ nodw oirdnet 'sie ordinieren ihn' Wb. 33c 1, rudan' 
ordan 'ordinavit eum' 33 c 5, ro'liortan 'ordinavit' Ml. 107 b 2 
(5-Praeterita, aus *-ordmass-). Dagegen durchweg zu ord aus 
lat. ordo g. sg. nird {nirdd, tiirt). Altes u enthält w^ohl 

foduirt 'des Gemurres' Wb. 11 a 26. g. sg. zu fodord 'Ge- 
murre' Ml. 97dl0 (cf. fodordchu gl. susurratores Wb. Ic5), das zu 
ir. dord 'Bass', dordaim 'brülle' (vom Hirsch), kymr. godyrddu 'to 
murmur', divräd 'sonitus, strepitus' gehört (vgl. aber St. Spr. 147). 

aruacht-fordiucail 'ne te devoret' Ml. 36 a 32, 5-Sub- 
junktiv zu fovdmclainn 'er verschlingt'; Verbal abstrakt um for- 
diuclaimm, * for-di-ud-. 

inna forteclitai gl. depressa ^0. 51c 18, s.\\s *for-dig-ilo- zu 
for- ding 'er unterdrückt' (vgl. Ml. 96c 17), vgl. Isit. fingere ficUis, 
gr.ruyo^, got. gadigis 'Gebilde'; a fortige 'earum oppressio' Ml. 
75 b 16, wohl aus * for-dig-h-, vgl. Nachtrag im Tlies. S. 722 zu 
S. 258. 

Wie der d. sg. ceird von cerd 'Kunst' (s. u. S. 71) nahelegt, 
wird der Mangel der Umfärbung vor rd, wie er in oirdnimm, 
fordiuclaimm, fortige vorliegt, als das Gesetzmäfsige anzuerkennen 
sein, und die Formen nird und nrd (s. u. S. 53), g. u. d. zu ord 
'ordo', müssen auf analogischer Beeinflussung beruhen. Doch ist 
mir eine Analogiebildung nach ord * Hammer', g. d. (später belegt) 



zu DEN ÜMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIKISCHEN. 35 

iiird urd, das als Muster betrachtet zu werden pflegt (vgl. Th. 
Hdb. § 72 Anm., vgl. Ped. S. 364), wenig wabrsclieinlicli, da bei 
der grol'sen Bedeutungsverscbiedenheit der beiden Wörter eine 
Ausgleichung der flexivischen Divergenzen nicht sehr nahe liegt, 
— abgesehen davon, dafs der Vokalismus von ord 'Hammer' 
nicht einmal unzweifelhaft zu sein scheint (vgl. Ped. S. 114, Th., 
Keltoromanisches S. 82, liegt wirklich altes u vor?). Dagegen 
scheint mir z. B. das einigermafsen bedeutungs verwandte Ab- 
straktum tnod 'Art und Weise', auch tro}) = lat. tropus, als 
Muster näher zu liegen. Regelrecht scheint auch 
orddu 'Daumen' SG C8bl3, vgl. Ped. S. 350. 

{rn). 
nom-durni 'ut me colaphizet' AVb. 17d26 (s. St. Spr. 148, 
vgl. gall, Dagodurnus) — vgl. mittelir. g. duirn, d. dum (auch 
durnd, diird) zu dorn 'Faust' — und suirn 'des Ofens' (n. sg. 
sorn aus Isit furnus) Ml. 121c 14 haben altes u. 

rg. 
for cell 'Zeugnis' Wb. 25d20, 21, {fo)rgell Wb. 14 c 38 zu 
gell 'Einsatz, Pfand' (s. o. S. 22); forcal gl. attestatio Ml. 42 d 4 
(s. Bergin § 30), foirclidi 'Zeugen' Ml. 75 d 6. 

rc. 

Ist diese Lautgruppe vertreten durch 

foircimem, /orrc/wem 'optimum' Ml. 73 a 10, 73a9, Clbl7? 

coirce 'Hafer' {corcib Thes. II 300), s. St. Spr. 91. 

rt. 

foirtrih gl. barbaris Wb. Ib7 aus ^for-ür- zu iir 'Land'. 

moirtchenn 'Aas' Arm. 181 a 1, Lehnwort = lat. morí/c?wí(m. 

gorte 'Hunger' Wb. 15d29, d. gorti 10d24, gortai Ml. 
127 c 14, aus *gorilä zu ir. goirt 'bitter', das nach Stokes, 
KZ 40, 248 als *g}wrsti- zu deutsch garstig, lat. horridus 
gehört; aber s. Ped. S. 33, 350. goriigim gl. salio SG 187 a 6, 
(jortugud ' esuritio ' Ml. 70 b 12. 

fort a ch t ' Hilfe' Wb. 14 c 1, 11 c 15 aus for mit ^tilctä = techt 
'Gehen'. 

frithortae gl. affectus Ml. 127 b 10, frithortai gl. adflicti 
132 bl aus *-org-tlo- zu orgid 'er schlägt'. 

3* 



36 H. HESSEN, 

Foirtchernns Buch von ArmSigh = Vorti git rn, Vorrtigurn 
der Ogominsclirifteii Macal. 236, 148. 

cuirt t borcc g\. Curta Curtensis SG 57 a 6, MS. coirt, cuir- 
taide 'belonging to a court (?)' SG 57 a 7 sind mir unklar, s. 
Ped. S. 205. 

Im Mittelirisclien mit analogischem Umlaut puirt, purt, g. 
und d. sg. von port = lat. portits (LU). 

CO /rt chide 'gegerbt' LU79a38 zu XdX. cortex, coriicis. 

rp. 

coirp 'corporis, corpora', passim, z. B. Homilie von Cambr. 37 c, 
(g. sg.) zu corp = lat. corpus. Vgl. oben (*,9, rh S. 33 f. In 
späterer Zeit entstanden mit analogischem Umlaut ciärp, d. sg. 
curp (statt corp), acc. pl. curpa (statt corpii), so schon Stow. 
Miss. 3, Ultans Hymn. 11. 

Xß (aus In). 

rodn-dolhi 'qui eum finxit' Wb. 4c 26 aus *'doIu-it von 
dolbaid 'er formt' (^doJuiti), das im Ablautsverhältnis steht zu 
delb 'Gestalt' (^deluä), kymr. dehv, lat. dolo 'bearbeite, behaue'; 
dolbthai 'er fingiert es' Karlsr. Prise. 64 a 1 (aus dolbaid -\- ?), doilb- 
thib gl. fictis Ml. 61 b 13, dolbud gl. figmentum Wb. 4 c25 Cdohvtn-), 
doilbthid gl. figulus Wb. 4c29, in doilbthith gl. figurate SG 62 bl. 

(Ib). 

gnlban gl. aculeum Ml. 32 eil, gxdpan 20dl0, gidpan gl. 
OS, 'Schnabel' Tur. 34, guUbniu 'aculeos' Ml. 122b 8 mit altem «, 
*yidbino- (?), vgl. Pedersen S. 118 nach Sütterlin, Idg. F. 4, 105 f. 

Ic. 

folcaim gl. umecto SG 145 a 3 = Karlsr. Priscian 59 b 5, 
etir-folcai gl. interluit Ml. 81c 1, /-Verb (vgl. folciid LU 111 a 4 
etc.), *folc-imi, *-lt, zu kymr. golcld, körn, golhy 'waschen', lett. 
walks 'feucht' (?), ahd. ivolclui 'Wolke', ir. iUuch 'feucht'; s. St. 
Spr. 285, Ped. S. 59. 

uilc 'schlecht', g. sg. und n. pl. zu o/c 'schlecht' Wb. 5 d 38, 
30 c 26, 30d22 zeigt dagegen, zusammen mit ogmisch UJcagnits (= 
späterem Olcdn) und dem gegensätzlichen o in folcawi, dafs in diesem 



zu DEN UMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEX. 3/ 

Worte etymologisches u vorliegt. Seine Zusamiiienstellimg mit 
ii\ elc 'böse' (vgl. ercica 'great evils' Ml. 30 a 3) und die darauf 
basierende Etymologie (St. Spr. 42. Ped. S. 120, 184) ist dalier 
zu verwerfen; d. sg. ulc, acc. pl. ulcu. 

lt. 

foiltni gl. capilli Ml. 84 c 23 von foU "Haar' mit De- 
minutivsuffix -ine, ""'foltinlo-] vgl. gr. t/.roj 'winde', t/i'oöw 'drehe 
herum', ?i\\di. icallan 'wallen', IdiX.volvo, \ág.*uel, *i(ol. Mittelir. 
aualogisch g. sg., n. pl. fiiilt, d. sg. fiiU. 

nä. 

do'sluind i 'negat' Wb. 6 c 14 zum denominativen /-Verb 
'sluincU 'bezeichnet' (ad- sluindim gl. appello Arm. 187 b 1, 
Thes. I 498), slond 'Bezeichnung', zu kymr. isüinnit gl. loquitur, 
profatur gehörig und entweder nach St. Spr. 314 auf ""stlond- 
oder nach Ped. § 50, 5 S. 83 auf "^splond, *splend (Kausativstamm 
ir. *slondi-) in lat. sphndcre, lit. splendziu 'leuchte' zurückgehend. 
di-sluindet 'negant' Wb. 13 b 18, do-sluindet 30 a 20 {^'slond- 
int), riuvsluinthn ni 'signiiicabimus nos' "\Vb. 15a4, do'shtinfidcr 
'uegabitur' 28 cl4, {*-slo)idi-f-), shiindes 'welches bezeichnet' 
Ml. 37 a 10, sluinde 'welches sie bezeichnen' Ml. 37 a 12 
(= sluind'de). id. 'welche bezeichnen' Ml. 139 a 6. dieselbe Form 
ohne Synkope sluinditae 'welche sie bezeichnen' SG9b5, sluin- 
dite 76 b 5; sluinür ' significatur ' SG 138 a 1 (= sluindHlúr) \ 
slondod, slondud 'Bezeichnung' Ml. Ged. Thes. 11292,2, LU etc. 
steht für * slundud im AnschluTs an slond; dod-roUuind ^Tiega,\it 
eum' Tur. 118 zeigt den Vokalismus der betonten Stammsilbe, 
während für dorosloinn 'negavit' Ml. 58 a 11 S. 18 zu vergleichen 
ist; in diesem Beispiel sowie in durusluind 'negavit' Ml. 93c 8, 
dorusluindset 'negaverunt' 90 b 17 ist übrigens wie in arrudihaid 
S. 20 etc. die Akzentstelle nicht sicher bestimmbar. Ein Sub- 
junktiv ist cia sluindid 'quamvis significet' SG 197 a 11, ein In- 
dikativ ebendort cenud'sluindi; vgl. o. S. 6. 

cuindrech 'Züchtigung' Wb. 19 c 21, d. ciiindrhich IIa IS, 
aus * coH - dl - regon zu cowdirigini, vgl. lat. regere, gr, oQr/co] 
cuindriug, d. sg.. Ml. 49b 7, in chuindrichfhi gl. arrecti (g.) Ml. 
57 d 5, cuindrichthi gl. erecti (n. pl.) 43 d 6, cuindrigthea gl. diri- 
gendi 41 dl, g. sg. von ciiindrigud aus * cundlregitii-. 



X 



38 H. HESSEN, 

na- cuinäuj 'sucli nicht!' Wb. 10a20 aus ""■ ■ con-dlsuvj-c 
zu saigid 'er geht nach'; ncvciiinged *er suche nicht' Wb. 10 a 15, 
lib 18, ni-cuingem 'wir suchen nicht' 14d38, ctiingid 'Suchen' 
8 a 7, d. 4d24, ni-cuinget 'sie suchen nicht' 311. 107 c 8, nád' 
cuintgim 'ich suche nicht' Wb. 14 c 12, cuindchid 'Suclien', acc, 
Ml. 59 d 3, d. Ml. Ged. 13, nephclmindchid 'das NichtSuchen' 
Ml. 104c 1, cuinchid 'Suchen', d.. Ml. 120 d 5, dia- cuinchdar 'für 
welchen gesucht werden' 123 c4, alle aus *-con-di-sag- mit ver- 
schiedener Wiedergabe der aus nd + stimmlosem g (aus hg, sg) 
entstandenen Lautgruppe, cunitcchtai gl. quaesita Ml. 59 b 13, 
hcd cliuintecliti 'quaerenda sit' Tur. 131, cuintccMaidi gl. quaes- 
tuosas Ml. 125 d 6, wo nach der Sj-nkope d durch das s (— 7i) 
stimmlos geworden ist; ara-cuintea 'daXs er suche' Ml. 51 a 18, 
5-Subjunktiv, aus *' con-di-scisst. Auch 

as'chúndarlaig gl. (vincula) disrupit Ml. 83c6 enthält Avohl 
*-co)i-di-(ro-l.g-)] doch hat die Präposition di vor ro sonst die 
Gestalt de (Th. Hdb. § 824 A). 

Clin du 'Verwandtschaft' SG 70 a 17 etwa aus *cundm = 
*küm-dhi- (zu ai. san-dJn- 'Verbindung') mit Erweiterung zu 
einem w-Stamm (Ped. S. 350). 

citndil 'schicklich' Wb. olc3 aus *co)i-diU- zu dil 'teuer, 
angenehm', got, tils 'passend', ahd. sil 'Ziel' mit altem i. Die 
Zusammenstellung dieser Wörter mit lat. dolus, gr. ÓóXog (St. 
Spr. 151) geht nicht an, vgl. Walde, Lat. etj-m. Wb. ^ s, v, dolus. 
cundail ' weise, klug ' Ml. Ged, I 2. 

Über ad' cuindminim s.u. S. 61. 

luind, g. sg. und u. pl. von lond 'wild', Wb. 27c5. 30c 8, 
vielleicht aus '^'londl (s, Stokes, KZ 30, 557); Inmdi, d., 'líitter- 
keit' zu lidndc i^londiß) Wb. 29b6, Za?;i(ííw 'wilder' (Komparativ 
von lond) Ml. 23 d 22, 32 dl aus nondins. 

fochuinn, g. sg., 'Ursache, Grund' Ml. 35b 24 ixws* -co ndi 
zum n. sg. foclionn Wb. 3 c 23, focliunn (mit xi = o nach Th. 
Hdb, § 97, vgl. dnisc ' Sprichwort ' Ml. 94 c 3, "^-rosc-, gegen drasc 
55 a 13) Wb. 11 cl, 23c 6, Ml. 138 a 8 aus *-condos, acc. foclmnn 
Wb. 15 d 2 ; fochuinn ist aber wegen Th. Hdb. § 170 I ohne 
Beweiskraft, vgl. daneben fochainn^ n. pl.. Ml. 80 c 3, 101 a 3. 
Das Simplex ist cond 'Sinn', das als ^con-do- = *com-dho- zu 
gr. úD-TÍfhfíúiha 'merken, verstehen', got. //(T)?(??'/;.'? 'weise' gehört; 
nicht mit Ped, Asp. S, 108 zu ccnn 'Kopf. 



zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 39 

cruind 'rund' SG 66 a 12, vgl. cruind-scialli 'runder Schild' 
49 b 12, cruindae 'ßundheit' 3 b 18, ist vielleicht als *cnüidi- 
anzusetzen, s. St. Spr. 93, 

ng. 

longud 'Fressen' ]\11. 56 a 13 aus *longitu- zum i-Verb 
longaim, kyrar. lleiva 'verschlingen' mit Ablaut o:e; dazu loiug- 
thech 'gefräfsig' Wb. 6c9 aus *Tongttico-. Vgl. loingid 'er ifst' 
z. B. LU60al9. Subjunktive sind ni lange co longe 'noli edere, 
dum edat' Vita Findani 45. Die Etymologie ist unsicher, vgl. 
Ped. S. 107. 

loing 'lang' SG 187 b 3, Lehnwort, aus lat. longiis (wie 
hreib ib. aus brevis) mit i-Flexion, also aus '^ long is ] hierher ge- 
hört auch loing gl. vas, acc. sg. des fem. ä-St. long 'Schiff' (aus 
lat. navis longa) Arm, 177 bl, wohl aus *long-i-, vgl. o. S. 6, 
während demgegenüber die Genetive hinge in 'in Campo Lunge' 
Adamn. Vita Columbae Thes. II 276, 20. 279, 49, vgl. LU 80 a 16, 
befremden, da. sie bofs auf Analogiebildungen (nach toi, tiiile etc.) 
zurückzuführen, wegen der Altertümlichkeit der Quelle gewagt 
erscheint. Auch Zo»(/a?5 ' Verbannung ' Wb. 31dl9 etc., loingsech 
'verbannt' Ml. 133 a 11, pl. loingsig 54b 18, 123 a 3 gehören hier- 
her, doch ist ihre genaue Entstehung unsicher. 

Über ongim 'ich salbe' s. u. S. 77. 

brongidi gl. raucae, 'heiser' Philarg. 3a zu gr. ßQOy/og 
'Luftröhre', got. unupraggan 'bedrängen', idg. "^breugh- (Siebs, 
KZ 37, 300) enthält wohl das Suffix -aide. 

cuing 'Joch' kann nicht mit Zupitza, KZ 35, 270, aus 
*Jcom-jug- (vgl. lat. coniugium) erklärt werden, da dies eine 
zweisilbige Form ergeben hätte; dennoch gehöi-t es sehr wahr- 
scheinlich zu lat. iungo, iitgum, gr. Cvyör, gall. Verjugodunmos, 
Fiigoveriugos und vielleicht zu ir. ugliaini 'Pferdegeschirr' (vgl. 
Ped. S. 98, 166). Eine Grundform "^jungis mit infigiertem Nasal wie 
lit. jiingas könnte zunächst zu *uing geführt haben (Anlaut wie 
in ughaim [?], uisse 'gerecht' aus *msi-), die Form aber durch 
ideelle Verbindung mit der Praeposition com- {c-uing 'das Zu- 
samraengejochte') oder auch in Verbindungen mit carimt 'Wagen' 
(??) sekundär als Anlaut ein c erhalten haben; vgl. die etymo- 
logisierende Glosse coing J. cow,-ching K. M. 418, deren coing 
doch wohl mit cuing zu identiiicieren ist (so zweifelnd K. M.) 



40 H. HESSEN, 

flQ. 

cuimrech 'Fessel' Wb. 1 d 5, 23 a 5 etc., d. cuimriuij Wb. 23b 7, 
neuir. cuibhreach aus *comrigon zur Wurzel *ri(j 'binden', s. o S. 5. 
cuinirechin 'alligatus' SG 39 b 13, hcd cuimycchta{i) pfl. coiistringen- 
dam Ml. 46 a 27, bed cuwirechti gl. adstringendam Ml. 137 c 12. 

Dagegen dürfte 

comrud 'certamen' (?) Wb. 5 d 38 zu ir. riiith "Lauf aus 
*rUu-, '^rtu-, \\i. ritü 'rolle, wälze', mt. rethid 'läuft' direkt aus 
com mit riuth, nicht aus "^com-ritu-, gebildet sein, als Nacliahmuiig 
des lat. coticursus, und zwar zu einer Zeit, als die Umfärbung der 
Vokale nicht mehr wirkte, dagegen wohl noch die Depalatali- 
sation (comrud statt *coimriud, s. Bergin § 117). Das entsprechende 
kymr. cyfredeg zwingt natürlich nicht, das Kompositum ^com-rct- 
als urkeltisch anzusetzen. An "^com + rot-, s. u. S. 51, zu denken, 
verbietet wohl die neuirische Form coimhrioth. Vgl. übrigens Thes. 
Suppl. S. 41. 

frissa- comricfea 'zu welchem gelangen wird' Wb. 12c 35 
geht auf *-cotn-ro-icc- mit Schwund des o von ro (der vor Vokalen 
meistens eintritt) zurück; wollte man ■co7n- (statt *'cum-, "^'ciiim-) 
nicht nach S. 16 Anm. erklären, wogegen das ständige comrac 
'Zusammentreffen' spricht, — cdiiichumricc, g. sg., ^^'b. 7 b 4, mit 
u in unbetonter Silbe beweist nichts — so müfste angenommen 
werden, dafs r das dunkle Timbre des geschwundenen o bewahrt 
hätte; s. aber tiircbdl S. 45. 

Auf *'com-r{o)-lss- (Subjunktivstamm von icc) gehen zurück 
corvcomairsem 'damit wir erreichen' Wb. 33 a 9 aus *'comrtssem 
über '^'"comrisscm, {cow co)muir 'bis er erreicht' Wb. 24al7 (*'cow- 
risst\ cita- comairscd 'dafs zuerst träfe' Ml. 39c 15, co'comairsitis 
'dafs sie träfen' Ml. 119 d 12. 

ßQ. 

lobrae 'Schwäche' Homilie von Cambrai 38a etc., neuir. 
lobhra zu lobor, lobiir 'schwach', lobuir gl. imbecilles Wb. 33cll, 
lobru gl. inflrmiora Wb. 12 b 1, lobro Wb. 17 b 29; vgl. ii\ lobaim 
'putresco', kymr. Utvfr 'furchtsam' (St. Spr. 255, Ped. § 72). Wie 
sich diese Sippe zu gr. Xcoßf] 'Schmach, Verderben', anderseits 
l'dt. lübricHS 'schlüpfrig' (s. Walde. Lat. etym. Wb. - s.v.) verhält 
und ob oder u alt ist, ist unsicher. Mehr beweist daher der 
Mangel des Umlauts in 



zu DEN UMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 41 

asrohrad 'es wurde gesagt' Wb. 3 c 31, 5 a 4, 10 d 8 etc. 
aus "^-rohrito-, *-robrto- (gegenüber riibart aus *-robcrt, s. u. S. 72). 

ruhrigach gl. praecipuum Ml. 37 a 18, 37b 6, 37b 18, 37b 19, 
129c 1-1 zu hviy 'Kraft, Wert', kymr. tri 'Würde', ruhrica gl. 
praecipuos Ml. 37 b 11. nihn'ci ' Vorzügliclikeit ', d. sg.. Ml. 37 b 19, 
wo man demnach eher ro- erwartet, können ru- durch An- 
ähnlichuug an das bedeutungsgleiche rug- (nigsolus, rude) 
haben. Dagegen ind sohrig (MS. sohrug) gl. graviter Ml. 114 a 11 
aus *sii-brig nach S. 75. 

a cobrigcdar gl. Indico oceano eluctatus, iniThes. 'when 
he foams (?)' übersetzt, ML 122 a 10, nach K. M. 404 = 'hilft', 
ist unverständlich; cobrith 'Hilfe' ist *com-fo-reth-, über dies sowie 
cobair 'Hilfe' s. Th.. Z. f. c. Pli. VIII 185. 

fiX. 

cuimlin 'gleiche Zahl' Ml. 47 c 3 zu lin 'Zahl' zeigt die 
lautgesetzliche Umfärbung. Avährend sich conih'n Ml. 90 b 8, 126 b 7, 
SG 60 b 8 nach S. 16 Anm. (\g\. comhin Sanct Paul Ged. II 5) 
erklären. 

bid cuimlcngaigthi gl. congregiendum Ml. 16 a 11, du 
ckuimlcngu gl. congressus tuos 112 b 8 aus ^comling- (ciiindcngic 
statt -lingu nach n. sg, cuimlcng aus *comlingos) zu lingid 'er 
springt', das nacli Osthoff, Morpholog. Untersuchungen VI 21—28 
(mit ausführlicher Erörterung und Kritik) altes ? enthält und zu 
gr. .T/Jooojjai 'schreite aus, gehe mit gespreizten Beinen' (homer., 
aus *.T//7//o//(íí), .T/.iyfm, rc/ig 'Schritt' gehört. 

coblige 'Beilager' aus *com-fo-ltge (Th. Hdb. S. 120), nicht 
statt *iomlige {^coimligc, lige aus ^Icghn), so St, Spr, 245, Ped. 
S, 167, Bergin § 33; d. pl. cohligib ^Yh. 6 a 31. 

m m l. 
cuimliucht 'Nutzen', acc, sg.. Ml. 112 c9, inna chuiniUcht 
'in eius commodum' Ml. 36 b 20;.é>cí<;»?/í<c7íí 'Xachteil', d. sg.. Ml. 
39 c 36, 106 b 10, inna cuimlechtchae gl. commoditatis 311. 72 c 7, 
dochumlechtigthi gl. adcommodata Ml. 21 a 8 aus *com-mlig-tu- usw. 
zur Wurzel *mclg-, *mlg- (= ^ndig-) in ir. 7nlicht 'Milch', mliclitac, 
mliucldac 'milchend' (Ml, 100 b 20, 100 b 15), kymr. blilh, lat. midgeo, 
gr. afitkyco, got. miluJcs, s, Meillet, Mém. de la Soc. de Linguistique 
XVII p. 60 ff. ccomlecM gl. incommodum Trierer Glossen 76 b 
erklärt sich nach S. 16 Anm. 



42 H. HESSEN, 

Dafs c:mmlith gl. frictorio Ml. 118b3 von mliih 'Zermalmen' 
(d. sg-. Ml. 23 a 20) aus *nüiti- i*mlli-) zu mclid 'er mahlt', lat. 
molere, got. inalan, abg. melja zu commlith, nicht *cummlith zu 
ergänzen ist, scheint mir wegen der künstlichen Komposition des 
AYortes sicher, die daraus hervorgeht, dafs die alten Komposita 
des Verbalabstraktums zu mclkl sich anders entwickelt haben: 
tomalt, a-Stamm, Wb. 11 b 12, 11 c2. 

mh. 

aithchumhe gl. cauteria ^\'b. Ib21, adcumle Wb. 23 d 22 
(I. man.) gehört als '''aifJi-coni-hi-lon mit fnhac, ióhuc etc. zur 
Wurzel ^bí m bcnuid, s. o. S. 16; ad' cumnct 'sie verwunden' 
Ml. 77 a 1 C^-com-hinet), atdckuimthe gl. cauteriatam Wb. 28 c 17 
{*-com-ln-tlo-), ciiimtc (lies cuimthc) gl. eunuchus, 'der Beschnittene' 
Arm. 176 a. 

Demnach werden wir auch für berr 'kurz' in ciiimre 'Kürze' 
Ml. 14 d 3 zu cummair 'kurz' altes i anzusetzen haben, also Grund- 
formen wie ^birros, *co)}tbiniä, "^combirri-: für / spricht auch der 
Vokalismus von mkymr. byrr ' kurz ', körn, bcr etc., so dafs Etymo- 
logien wie "^bersos (St. Spr. 173) wohl nicht das Eichtige treffen; 
vgl. (?) lat. birnis, byirus {birrus Galliens): Th.; cnimbri, acc, 
'Kürze' Karlsr. Prise. 2a 3, cuimrimcm gl. breviculi Ml. 62 b 11- 

99^- 

cuclaige und cuiclige, Verbalabstrakta zu cow dich 'er 
springt ', später belegt, s. K. M. 547. 

99r. 

cocrichthib gl. finitimis Ml. 36 b 18, cocrkthi 37 b 21, cf. 
62 b 13, 119 d 3, zu crich 'Grenze, Gebiet' (St. Spr. 98). Dürfte 
hier als normal cii- zu erwarten sein, wie der verwandte Kon- 
sonantismus in cuclaige nahelegt, so beweist noch weniger als 
künstliches Kompositum 

in chocridigthid gl. concorditer Ml. 42 d 13 zu aide 'Herz' 
aus */ijdlo-, lit. szirdls, gr. xaQÖia. 

Vgi. dazu ddr u. S. 57. 

/A, yv. 
A''ergleiche über diese beiden Tiauigruppen o. S. 12; wo sie 
unverändert vorliegen, niufs es sich um sekundäre Bildungen 



Zu DEN UMFÄKBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 43 

liandelii, so togicnanioii 'Anliäiig-sel ' SG 95 a 7, 104 b 2, 78 b 1 
zum Simplex gknamon (glenaid 'er bleibt hängen', kymr. glynaf), 
fognam 'Dienst', passim, aus *fo-gmm zu gnim 'Handlung', fognid 
' dienet I ' Wb. 3 b 28 zu • gniu, ara • fogna 'dafs er diene ' Wb. 12 a 12 
(zu deuterotoniertem 'gne), tognam 'Arbeit' Ml. 89 c 16, natl-ro- 
gnailia 'die nicht getan wurden' 115 b4; daneben die lautgesetz- 
lich entwickelte Form do'rónad, passim, die deutlich aus unum- 
gelautetem o entwickelten langen Vokal zeigt. Vgl. auch dcnum 
'Tun', das auf *dcginmu-, nicht ^dligninm- (s. Th. Hdb. § 824) weist. 
Die von Ivuno Meyer, Eriu IV 68, E. C. 33, 95 angeführten 
g. sg. auf -II in (spätogmisch Scddcnni, Brocanuni, Liiguni, Cronun 
= 2áv.Crónúin) gehen wohl auf ein Suffix ^-ugni, i\.sg.*-ugnos 
d. i. -on (s. 0. S. 11), woneben ein Suffix *-ognos, g. "^-ogni d. i. -on, 
-óin existiert haben wird, zurück. 

c h Q. 

fö chridig the g\. Siccmj^ere, 'gürte dich' Mi. 27 c 5, dimd 
fochri'dignd gl. ad accinctum Ml. 37 c 9 zu fo-cridigedar gl. accin- 
gat Ml. 35 c32, ir. criss ' Gürtel ' {er ins gl. cingulum Thes. 11 42, 16), 
kymr. crys ' Gürtel, Hemd ', vgl. Ped. § 30. 

fochricc 'Lohn' Wb. 3c 1 etc. zu crenaid 'kauft' (= *crinati), 
gr. jiQÍao&cu usw.; die Wurzelsilbe -cricc, creicc ist durch kc 
'Bezahlen' beeinflufst. 

Der Mangel der Umfärbung darf hier als normal an- 
gesehen werden. 

cht. 

boicht 'arm', g. sg., Ml. 31 cl, 36a34 {i an letzterer Stelle 
übergeschrieben, vgl. Pokorny, KZ 45,77 ff.) von bocht 'arm' aus 
*boJdos, gleich dem praet. pass. (Verbaladjektiv) zu hongid "er 
bricht', ai. bhavga- 'Bruch' (St. Spr. 177); boicht (MS. locht mit über- 
geschriebenem i wie oben) Ml. 27 d 7, bochtae gl. humilitatis 36 a 18b. 

nochti 'Nacktheit', d. sg., Wb. 16 a 8, nocii 16 a 9 zum n. 
sg. nochtae aus *no]dlä, kymr. nocih, got. naqaj)s, ai. nagnah, 
abg. nagö 'nackt'; nocht Wb. Ilcl8 mit unter h gesetztem i gl. 
mulierem non velatam ist nicht in nochtchenn 'barhäuptig' (dies 
Wb. 11c 12) zu verbessern, sondern als acc. sg. fem. noicht 'nackt' 
zu betrachten und der Schreibweise nach wie boicht Ml. 27 d 7, 
36 a 34 aufzufassen. Dafs noicht, nicht nochtchenn zu lesen sei, 
hat, wie ich nachträglich sehe, auch Pokorny KZ 45, 81, erkannt. 



44 H. HESSEN, 

SC. 

roisc 'des Auges' Wb. 12cl0, Ml. 56al8 zu rose *Aug-e\ 
das als "^roscos, *pro-squ-os 'der Folger, Gucker' zu ir. sechiüdr 
'folgt', lat. Sifiui, gr. t:tto{}^ai, got saíhan 'sehen' gehört (Brugmann). 

marud-choiscset 'si correxerint' Wb. 28c7, coisciir 'sie 
werden zurechtgewiesen' 31b 25, m cJwiscthi gl. correcti Ml. 49 a 7 
von •coscai, •cosci 'er weist zurecht', Denominativum von cosc 
'Zurechtweisung' aus *com-squ-on (vgl. ai. aithe-sc 'Antwort', in- 
sc-e 'Rede', gr. tn-sjis, lat. inseque, ahd. sagen), zeigen «-Flexion, 
Grundformen *-cosc-iss- etc. Vgl. auch sochoise gl. docebilem, 
patientem, 'gut zurechtzuweisen' Wb. 30b28, inchoisc 'signi- 
ficationis' SG3bl7, g. von inchosc SG28a5. 

loiscthe 'verbrannt' Wb. 28cl7, forloiscthe gl. igni exami- 
natus Ml. 31 c 28, loisc gl. ure Ml. 47 a 6, loseaid 'mit' 48 d 2, ro- 
loisc gl. ussit 123 a 15, 7o,9c?(y7 'Verbrennung' Wb. 10dl8, Ml. 102 b 9, 
d. pl. Joisctlüh gl. adustionibus Ml. 133 a 3: Grundformen wie 
*loseitlo-, "^ loset, "^losciti etc. anzunehmen, somit altes o (St. 
Spr. 256, ^hpsJc-) scheint geratener als altes u (Ped. S. 76), da 
dessen Auftreten als o sonderbar wäre und für wurzelhaftes o 
auch (mittelir.) follscaidc 'burnt (at the end)' LU 69b 11 spricht, 
für das bei altem u vielmehr *fallscaide zu erwarten wäre. 

troseud 'Fasten' Wb. 16c 20, vielleicht ebenfalls mit altem 
(Ped. S. 77: triiisc gl. raucae Thes. I 3, 15 ist aber Avohl fern- 
zuhalten, vgl. Thes. Suppl. S. 1); gehörte es zu ^tnid 'bedrängen' 
(St. Spr. 139: aber troscaim und truscac 'Aussatz' sind zu trennen), 
so wäre das o auffallend; s. u. S. 56. 

Unsicher ist auch 

Í0Í5C 'Bedürfnis' AVb. 12b6, 31dl7, das schwerlich als *io- 
uensk-i- zu ahd. ivunsh 'Wunsch' etc. (Strachan, Pliil. Soe. 1893) 
gehört, was etwa *tuaise ergeben hätte, sondern eher mit 
Asc. 247 als "^to-sc-i- zu sechithir 'er folgt' zu stellen ist. 

?(< 6^ C(! 'Wasser' hat altes «, *adesJiios, vgl. ai. idsus 'Quelle', 
gr. vO(üQ. 

ssn. 

cosuam 'Erstreiten' Wb. Ilc21, cf. 6b 1, 7 d 12, 18c 18, 
aus *con-snhmH- zu coifsni 'er erkämpft', suim 'Sorge, Kummer' 
(:\il. 89b 7); n. pl. coismmi Wb. 7dl3 (s. Bergin § 164, Th. Hdb. 
§161), adcosna 'expetat' Ml. 51 b6 aus "^'con-snl-at, adcosnac 



zu DEN ÜMFÄRBCNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 45 

'expetas' Ml. 56 b 39, amal ad'cosantae gl. quasi peteretur Ml. 
115 d 13. Vgl. cossain 'kämpf'.' LU 78 b 31. 

rhr. 

forhristi 'besiegt' Ml. 85 d 9, n. pL. forhrissiiid 'Unter- 
drückung' Ml. 36 a 32, 37 b 23, 61 c 13, nr forhrishedar 'nou obruetur' 
Ml. 51b 1 zu. hrissim 'breche'' geboren hierher, falls dies als *brd- 
ti-mi, *bhrdh-thui zur Wurzel "^bherdh in gr. .i:t()dco gehört; St. 
Spr. 184 setzt als Grundform ^hrest- an. Zu fo'rrorhris 'die er 
besiegt hatte' Ml. 67 b 24 s. S. 22, ähnlich fo-rrorhris gl. superavit 
Ml. 34 b 16, AYohl ebenfalls ein nasalierender Relativsatz, durch 
ein gedachtes (]i)úare oder amal, entsprechend dem siquidem des 
lateinischen Textes, regiert. 

Coirhre Ml. 94 a 5, 68 c 14 = Corrhri der Ogominschrift 
Macal. 47, Coribiri 1S3: ist das erste i dieses A\'ortes Svarabhakti- 
vokal oder ist darin schon ein graphischer Ausdruck von Pala- 
talisierung zu erblicken (so MacXeill S. 354)? Grundform wird 
*Corbir- sein. Vgl. Corbriu, d. sg., Inschrift Thes. II 287. 

n g n. 
imchongnam 'Mittun, Helfen' Wb. 5 d 5 zu gnim; comgnim 
'gleiche Tat' Ml. 56 c 15, 47 a 20, letztere mit et3^mologischer 
Schreibung der Praeposition. cimgne 'mögest du mir beistehen' 
neue Glossen Z. f. c. Ph. VIII 175 wohl nach S. 16 AnuL statt 
'^congne. 

Beispiele für o mit folgendem u. 

Q. 

fursundu d 'Erleuchtung' Ml. 74 b 1 zu andud (Thes. II 295, 2) 
mit den Praepositionen ""for-nJcs- (Th. Hdb. II S. 99, id. Z. f. c. Ph. 
VIII 81). 

furgrad 'Überbleibsel' Wb. 10b 3. g. sg. furgraid Ml. 48d23, 
acc. pl. furgrad Ml. 57 d 3, fargratae gl. reliqua Ml. 46b 10a scheinen 
Komposita mit den gleichen Praepositionen; bei Ansetzung von 
*fo-rig-rad (Asc. 425) wäre vielmehr *fiiirgred zu erwarten. 

do'furcabar "wird hervorgebracht' SG43a3 gehört hierher, 
wenn es ursprüngliches *-for-ii]cs-gab- repräsentiert und nach ihm 
dann dwriirgaib 'emersit' Ml. 63 a 15, •turgabar und das Ab- 
straktum turcbdl sich gerichtet hätten; beruhen hingegen letztere 



46 H. HESSEN, 

beiden auf *to-yo-ul-s-gah- (Th., Z. f. c. Pli. VIII 81), vgl. mkymr. 
ilnjchuud, drychafad, uyrchuucJ, korn. drthevel, und waren sie 
ihrerseits Muster für die anderen Formen, so niüfste für die Zeit 
der Umfärbung *to-r-iilcs-gah- mit vor Vokal geschwundenem o 
der Praeposition ro (s. Th. Hdb. §841) angesetzt werden: vgl. 
dagegen o. S. 40 übei- * comricfea. 

arna-furastar gl. ne fuscetur Ml. 15 b 11 scheint auf 
*-forusst- aus *-rnd-s- (aber s. Th. Hdb. §614) zu weisen; es 
gehört zu fo-roind 'fuscat' aus *-rimd-et — niforondar gl. nulla 
. . admixtione fuscatur Ml. 35 d 8 — (s. u. S. 76). vgl. lat. mher, 
gr. l{)vdQ(k, ai. rudhirds 'rot, blutig', fo-rorahl gl. fuscaverit 
Ml. 51 a 23 steht für "^''roiraid nach Th. Hdb. § 686. 

rr. 

form -auf sie' Wb. 1 d 3, 13 b 13, Ml. 28 a 10, 114 b 7 aus 
for und dem suffigierten Pronomen der 3. pl. *-söns steht w^ohl 
für *furru und hat sein o von form, fornn, foraib usw. bezogen. 

L 

fuhimain gl. volubile SG 61 b 12 vielleicht aus *uoIunmi- 
zur Wurzel *ul'1 in fdlim 'ílecto', lat. volvo, kymr. oluyn 'rota' 
(St. Spr. 275); fulmaini gl. nutantes Thes, I 3,33. 

n ad • fu Jaing ' non supportat ' Ml. 77 d 3, 77 d 6 (fo ■ loing 
'er hält aus') auf '^■folimg-et zur Wurzel *leug, *lug mit prä- 
sentischem Nasal (vgl. gr. Zryog 'vimen', XvyiCco 'biege, winde, 
drehe', lat. ludari 'ringen', lit. luynas 'geschmeidig, biegsam') 
zurückgehend; St. Spr. 244 u. a. nehmen dagegen als Wurzel 
"^long (\QX.longus) an: fo' lohig 'er hält aus' statt ^'Zwmi/ erklärt 
sich nach S. 76; 1. pl. nad' fuhjam — liifulgam Ml. 77 d 7, annad' 
fidngat 'wenn sie nicht ertragen' 122 a 8, fulngut 'ferant' 60 d 4, 
60 d 7, nad'fid *non supportet' 32 d 5, connach-ful 57dl5, 129 a 5 
(letztere Form mit u nach den vorhergehenden; denn deutero- 
toniert lautet sie frU, s. Th. Hdb. §626). fuladdae 'fultus' 
Ml. 88 b 12, fidadi 'Erdulden' 22 d 9, 32 d 4. Demnach möchte 
ich foJog gl. .subportate ^^'b. 17 b 23 (I. man.) lieber (mit Strachan) 
als Verderbnis für fodongid 'ihr ertragt' ansehen (subportate 
irrtümlich als subpoi'tatis übersetzt, vgl. das nichtimperativische 
for-canid gl. educate Wb. 22 d 1) als es (mit Thuruej'sen, 
Z. f. c. Ph. 111 49) sonstigem fidadi, fidang gleichsetzen: vgl. 
fidget gl. subportate Wb. 20 c 5 (I. man.) = fuh'igid; fulang Wb. 



zu DEN ÜMFÄUBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 47 

14 b 18, 17 c 26, 17d28. 25 a 14, 25 d 9, 26 b 7, vi-fidngid "non 
siipportatis' Wb. Sc 3, ara-fulsam 'ut sustineamiis ' (s, o. 'fid) 
Wb. 14c 2a. im-folngi 'er bewirkt', passim, gehört wohl be- 
stimmt zur gleichen "Wurzel; es hat o statt ii nach Formen wie 
im'forling Wb. 10 c 18, 10 c 20 aus *• fo-ro-hmy- oder eher noch 
nach infolgiihe 'verborgen' W^b. 21c22, infolgide Wb. 51d8 zu 
fu-liigaim 'verberge' aus *-Iogimi (s. o. S. 22), dessen "um- 
gekehrte' Schreibung infolngitlii AVb. 10 d 37 zu zeigen scheint, 
dafs die beiden Paradigmen auch sonst nicht reinlich ausein- 
andergehalten wurden; vgl. auch immed- orlig gl. exinanivit se, 
humiliavit se Trierer Gl. 81 b mit g fiii' 7uj und das dem immfolang 
'Bewirken' zur Seite stehende immfolach 'Verstecken' (z. B. LU). 

as'ruluús 'ich entlief Wb. 17 d 16 (= -Ins oder vielleicht 
eher 'ruhms zu lesen mit in -las aus *-lu-ns nach 'mórus, 
'creiiis, ad'cotadus etc. erneuerter Enduug -us) zu as'luí 'er 
entläuft' (s. o. S. 31), lue 'Steuerruder', fodluur 'ich fliege' 
scheint auf altes u der Wurzelsilbe hinzudeuten, also idg. "^plun 
mit Tiefstufe der Wurzel; \g\. atruUdi LU 8 b 2. Dagegen mit 
0, das sich nach S. 16 Anm. erklären wird, conrw foluassat 'con- 
volaverunt ' Ml. 67 c 16. 

nicon'imruldatar 'sie haben nicht beschritten' Tur. 65, 
später belegt -hdUdar zu luid 'er ging', vgl. gr. jjXvOor, t/.tvoo^/ai. 

dúlchinne, dudgine 'Dank' besteht aus *i?e-/b-/ö^- ('Lohn'). 

II (aus sl). 
arndcliTÓIlca 'damit ihn nicht verschlucke' Wb. 14 d 21 
(mit Längezeichen auf dem ursprünglich kurzen o wegen des 
unlenierten 1) aus *rosluca- von slucid 'er verschluckt' aus 
*slmic-, vgl. kymr. Ilyncu 'schlucken', altbreton. roduncas 'hat 
verschlungen', mhd. sluchen 'schlucken', gr. h':oj 'habe den 
Schlucken '. Hier wäre * • rullca vermutlich die regelrechte Form. 

V. 

sun 'sono' Ml. 45b20, simu 'sonos' Wb. 12b23, Ml. 133d2 
zu son = lat. sonus. Der einmalige acc. pl. sonn SG 16 a 9 
(d. sg. sun SG 17 b 15, 33 b 1 etc. passim) richtet sich nach 
dem n. sg, 

hunad 'Ursprung' Wb. 5 a 19, 6 d 10, 27d21. SG 52 a 19, 
g. sg. lunid, hmaid Wb. 5 b 33, Ml. 68 c 5, d. sg. hunud SG 33 b 2, 
acc. i^g. hunad SG 60b8 etwa als *bo7ni-sed- (?) zu ir. hun 'Wurzel- 



48 H. HESSEN; 

stock, das untere Ende' aus "^honu-, vg-1. k3'^mr. hon 'pars posterior, 
radix', honnld 'Ursprung', hohheädiy 'adelig'. 



11. 
Hierher gehören die Komposita mit den Praepositionen 

cuniscugud 'Veränderung' Wb. 10 a 19 zur Verbalwurzel 
*scocJi (s. 0. S. 25). Das Nebeneinander von cumscngud und com- 
scugud Wb. 13 d 17 zeigt, dafs vereinzelte Schreibungen dieser 
Art nicht von Belang sind ; conscuchud Karlsr. Beda 33 b 14. 
Dazu cumscaigtJie etc. 

cumtachte gl. instructus Ml. 57 c 2, 84 a 10, cumtach 'Bau' Wb. 
6 c 26, 21 c 5, Ml. 72 a 5, cwnddach Inschrift Thes. II 289, adclmmtuch 
'Wiederaufbau', d. sg., Tur. 80 zu corr iituinci {^-ulcs-ding-) 'er baut'. 

ncplichumsanad 'Nichtruhen' Ml. 33 d 20 von cumsanad 
'Ruhe' aus *com-uhs-an- zu aiiaid 'er bleibt'; cmnsaniig gl. quieti 
Ml. 67 c 13, ni-cumsanfa gl. non desistet Ml. 80 d 5, nírú'cJwm- 
sanus sa gl. non destiti Ml. 94 b 14. 

ciimgahdl gl. exaltatio Ml. 57 d4, cmngahthi gl. elati 43d7 
gehören zu con'ucaib 'er erhebt' aus *-u]cs-gah-. 

cumtúth 'Schutz' SG 31 b 8 etwa aus * com -uTis-irdus zw 
lat. tueor (St. Spr. 132). 

cuntuhart, cumduhart, cumtuhart 'Zweifel' Ml. 43 d 20, 
46 c 19 etc., cumdduhariaig gl. ancipiti, d. sg. fem., SG 104 a 2 aus 
'^com-ulis-dt-ulis-hert-, vgl. diupart 'Betrug'. 

comhart 'Empfängnis' Wb. 2 c 23, acc. sg. comhairt Servius 
Bern. 31b wohl aus '^com-hert- zu coirhiur; auf einem Weiter- 
wuchern einer einmaligen Schreibung comi)ert (et hip' auch 'ago' 
Phil argyrius- Glossen?) im Titel der Sage 'Compert ConCulaind' 
beruhen nach Tli. die späteren Schreibungen compert, compart. 
Auf Grund der letzteren setzt Ped. S. 476 * com-ids-her- an, doch 
vgl. eb. S. 353. 

i'mm). 
crumm, d. sg. von cromm 'krumm', Inschrift Thes. II 287 
hat altes n, s. St. Spr. 100. 

gcrcliruh 'scharfe Kralle', d.sg. von rroh Sanct Paul Ged.Thes. 
II 293, 24. Hat dies Wort alles o? crnb 'Hand', d.sg., LU 7al0. 



zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTÍRI8CHEN. 49 

fuhthad 'Bestürzung' Ml. 40c2 zu fo-hoiJiam, cofota-hothad 
gl. ut populum terreret Ml. 33 b 16 weist auf altes tt der Wurzel; 
St. Spr, 176 ist *hol- angesetzt. 

rohud (später belegt) 'Warnung', wohl aus *ro-loudo- (zu 
as-hoind, s. S. 76). vgl. kjmr. rhybudd 'Warnung'. 

bh. 

triip 'Tropus, rhetorisches Bild', d. sg. von trop = lat. tropus, 
Ml. 40 b 7, 65 c 15, 131 c 1, wogegen der einmalige d. sg. fmi trop 
gl. sub hac figura Ml. 66 a 4 (oder darf acc. angenommen werden? 
vgl. fo chosnmilfiis n-adarcae 2 b 16, focliosmailius n-inse 89 d 18) 
ohne Belang ist. 

epscop d. sg. Tur. 49 zeigt ebenso das o des n. sg. 

Ó. 

fudumain 'tief aus *fo-diilni- zu domun 'Welt' aus "^dnhno-, 
kymr. dwfn, gall. Bulnoreix 'Weltkünig', abg. dzno 'Boden' aus 
* dübno: 

mud 'modo', d. sg. von mod, passim. 

tudrachtai gl. irriti Ml. 135 b 3, tudrachti gl. eliciendam 
Ml. 93 a 8, tudracli 'irritamen' SG 54 a 4 wohl aus '"^todüreg- zu 
do- düryimm 'ich reize', dessen dti- wie in 'dúthraccar aus alter 
Verschmelzung (schon zur Zeit der Umfärbungen vollendet?) von 
**tZe-Mo- hervorgegangen ist. 

frisrodúnsat 'sie haben versperrt' ML 39 d 4 zu fris- 
duntar gl. obstruitur 14 c 17, dun 'Festung' etc. ist unsicher, da 
die Akzentstelle nicht bestimmbar ist ; frisrodúnsat gl. obstruxe- 
runt Ml. 22 a 2. 

dd. 

cutuim 'Zusammenfall, Euin' Ml. 91 c 19, cutdim gl. ruina 
Trierer Glossen 78 b weisen auf *con-tud-mn (vgl. tothaim u. S. 51); 
das zugehörige Verbum ist con-iuit, vgl. con'totsat gl, conruere 
Ml. 16 a 19 {Tíidit *co7i'tuid), und richtet sich nach den ent- 
sprechenden Formen von do-tuii: vgl. u. S. 51. Ist cutuim im 
kymr. codwm, cicdivm entlehnt (Ped. S. 24) ? 

cotlud 'Schlaf zu con-tuüi (s.o. S. 9) geht dagegen auf 
*contolitu- zurück. 

cio fut eig. 'qua longitudine', 'usque quo' Ml. 20 a 17. 22dl0, 
32 d 5, 93 a 15, 113 d 10 (cf. g. sg. fait SG 3 b 5, 6 b 19), d. sg. von 

Zeitachrift f. celt. Philologie IX. ^ 



50 H, HESSEN, 

fot 'Länge', gehört wolil eigentlich (s. ii. S. 70) nicht hierher, da 
das Wort, mit altem u, zu lat, vastus gestellt wird, wie foss 
'Bursche' zu gallo-lat. uassus, Uassorix. 

7- 

mug 'Knecht' aus *mogu- zu got. magus 'Knabe', kymr. 
meu-dwy 'Einsiedler' ('servus Dei'), körn, tnaiv 'Diener, Jüngling', 
vgl. Ped. S. 97. Wie verhält sich hierzu magu auf der Ogom- 
inschrift Macal. 213? Vgl. MacNeill S. 363, Th.Z. f. c. Ph. VIII 185, 
Pokoruy, KZ 45, 73. 

rug-, Intensivpartikel, ist nach Stokes, K. Z. 35, 596 auf 
*ro-gu- zurückzuführen, vgl. Ped. II S. 11. 

togu 'Wahl', rogu Wb. 9 a 23, SG 205 b 1 vielleicht aus 
"^{to)-gUs, vgl. das Verbum do'goim, zu do-roigu 'er hat geAvählt', 
lat. gusto 'koste, geniefse', got. hvusan\ woher rührt der Mangel 
der Umfärbung? tuicse 'erwählt' geht auf ''^ to-ul;s-gustlo- zurück 
(Th. Hdb. § 714), nicht auf ■'to-gusiio- (St. Spr. 132, Ped. S. 351), 
du tlmiclisimem gl. acceptissimi tui Ml. 71b 21 ist in tJiuicsimem 
zu verbessern, nccu 'Wunsch' Wb. 30d23, 32b 6 aus *uJis-gn-s. 
Eegelrecht erscheint die Umfärbung in 

anas' rugcset 'wenn sie wünschten' Ml. 48 a 17 zu assn' 
giisi, ob diese Form nun nach Strachan in 'ruguset oder nach 
Sarauw (s. Thes. I 720) in -ruguiseset (? ?) zu verbessern ist. 

00- 

lue, lucc 'loco', Ihcu, hiccu 'loca', acc.pl., hicJi Ml. 36 b 15 
ist Schreibfehler für lue. 

cuccum 'zu mir' Wb. 7 c 7, ]\n. 108 b 1, cuciit, ciiccut 'zu 
dir' Ml. 44 c 20, mci, cucci 'zu ihm' Wb. 9 d 14, 15 c 23, 19 b 8, 
24cl7, cuccunn 'zu uns', cuccuib 'zu euch' Wb. Ia8, 7bl, 9 a 23, 
14 a 8, 14 c 40, 24 c 17: die Praeposition co könnte altes u ent- 
halten, vgl. 0. S. 26. 

Über 

ucut 'dort', eigentlich 'bei dir', s. S. 24. 

ondid huoc (lies: ond fidhucc) gl. cornu Thes. II 363, 1 zu 
fidlocc 'arcus ligneus' SG 107 b 1, 107 b 2, Ml. 09 d 1 mit altem u, 
s. St. Spr. 180, Ped. S. 159. Stamm scheint ""hhngno-, Wurzel 
*hheug-\ hierher auch wohl hocc, hoc 'weich', neuir. hog, hucai 
'Weichheit', acc. sg., SG 3 b 13. 



Zu DEN UMFÄRBÜNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 51 

th. 

i routh gl. in stadio Wb. 11 a 3 I. man. (vgl. — Tli. mündlicli 
— den statt "^roth analogisch gebildeten d. rutli, im Reime mit 
oenur, der Bedeutung nach gleich sonstigem riuth, riih 'Lauf 
Z. f. c. Ph. Ill 31. 10, aufsei dem K. :Meyer. The death-tales of the 
Ulster heroes, Eoyal Jr. Acad. Todd Lect. Ser. vol. XIV S. 20, 
S. 21 Anm. e: unterscheidet es sich von roth m. 'Rad' im Ge- 
schlecht? Als Bedeutung hier einfach 'Rad' anzunehmen, gibt 
keinen Sinn. vgl. Th. Idg. Anz. 27 S. 15); das "Wort gehört zu 
retlud 'läuft'. Grundform *rotn, und ist ein interessantes. Beispiel 
für regelrechtes Unterbleiben der Umfärbung, aber späteres 
Eintreten und schriftlichen Ausdruck der 'Rundung'. 

tothaim 'Fall', passim, Yerbalabstraktum zu do-tuit 'er 
fällt', ist auf '^to-iud-wn (vgl. ciduim o. S. 26) zurückzuführen 
und hat gesetzliches o; dagegen weist der Umlaut im proto- 
tonierten -tuit (nach Konjunktpartikeln) 'fällt' (vgl. Th. Hdb. 
§ 539), das auf *-to-iud-i- zurückgeht, auf eine Zeit, zu der bei 
diesem Verbalparadigma der Wechsel deuterotonierter und pioto- 
touierter Formen noch nicht aufgegeben war. Denn aus *-totudi- 
mufste *7oí7 entstehen (über die Ausgleichung zwischen H-farbigem 
t und palatalem d vgl. Th. Hdb. § 155), u dagegen war alt im 
deuterotonierten *do'tiiid aus *do-tudi- (vgl. lat. tundo). Daher 
ist die eine Form -tuit, die zur Zeit der Glossen allein besteht, 
auf Ausgleich der beiden Formen untereinander zurückzuführen, 
wobei Mithelfer etwa alte Passivformen wie "^^dcrtuitcr 'caditur', 
das ursprünglichem *do'iuid'ther entspräche, gewesen sein können. 
In den Glossen sind nur prototonierte Formen dieser Art belegt, 
ndd-tuiter 'non caditur' SG 71 a 13, asa'tiiiter 'ex quo caditur' 
71 a 12. do-thuit 'er fällt' AVb. 4dl5, con-tititet 'welche zu- 
sammenfallen' SG 205 a 4. Der Subjunktiv lautet do-foth 'er 
falle' (scheint in den prototonierten Formen ursprünglich zu 
sein, *-to-ii(ds-t), S. ^l do-totsat Ml. 118 a 12, 124 d 12, do-iodsinn 
'laberer' Ml. 131b 7; do-rothiiusa 'decidam' Ml. 23 c 23 ([.-rothus 
sa, Th. Hdb. § 622). 

guth 'Stimme' Ml. 94 a 13 hat altes u, s. St. Spr. 115, Ped. 
S. 108, und gehört entweder zu gr. i^o/j 'Ruf oder zu ai. havate 
{*(jhe2i-) 'ruft'. 

futhu, acc. pl. zu foth 'Regel, Art, Handlungsweise' (?), 
Horn, von Cambrai, zu gr. oit«wV Vgl. St. Spr. 259. Hiermit 
zu vergleichen scheint for fothu gl. super basem Ml. 120 d 20. 

4* 



52 H. HESSEN, 

sruth 'Strom' (Ped. S. 35), suth 'Geburt' (Ped. S. 71, vgl. 
Ml. 39 c 22, SG 64 a 14), Irnth 'fervor', cianml-hruflmaigedar 'etsi 
ferveat' Ml. 121 a 15 (St. Spr. 172) haben altes n. 

cruth 'Gestalt, Aussehen', \ijmY.pryd, aus *qwtu-, *quritu-, 
*qniiu-, s. Th. Hdb. § 222, Ped. § 30. Der Übergang von *n zu 
ru setzt keine Zwischenstufe mit o voraus. 

muth 'stupore' Ml. 100 d 14, d. sg. zu mo(h (Ml. G8 b 9), 
weist auf altes «. 

(eh.) 

luch 'Maus', vgl. kymr. llygod 'Mäuse', gall. Lucotios, hat 
altes u (St. Spr. 244, Th. Hdb. § 322). 

cc. 

cnuc 'Hügel' Sortil. lila (Thes. II236), d. sg. von cnocc 
'Hügel' aus ^hioMo-, vgl. altbreton. cnocli 'tumulus', k3'mr. cnwcJi, 
aisl. hnakhi 'Nacken'. Neuir. cnoc erweist air. c, cc als h. 

Da hier die Umfärbung eingetreten ist, spricht auch gegen 
altes nicht der Vokalismus von 

mncc 'Schwein' SG26al, 26 a 2 (mnccfoil), 47 b 1, 94 a 3, 
das zu kjmir. mach, breton. moch 'Schweine', gall. JlLoccits, Mocco- 
nins gehört, mit n. sg. '■^moccu (vgl. Th. Hdb. § 298) und ana- 
logischer Ausbreitung des u auf n. pl. nmcca, g. pl. mucc. Altes 
u nehmen an St. Spr. 219, Ped. § 255 Anm. 5. 

Iruicc (vgl. K. M. s. v. hrocc), später belegt, g. sg. und 
n. pl. von hrocc 'Dachs', kymr. hoch, g. sg. Broci Ogominschrift 
Macal. 55 (St. Spr. 185); d. sg. Aväre somit *hrncc. 

hncc 'dem Bock' Tur. 110 e zu hocc, hoc 'Bock', neuir. hoc, 
also mit cc = h, hat altes u, vgl. ai. hukla 'Ziege' (St. Spr. 179). 

55. 

foss, d. sg. zu foss 'Verweilen' (s. o. S. 26), Gedicht Thes. II 296; 
aber ar fus 'beim Bleiben', 'übrig bleibend' Arm. 77 a 1 (Thes. I 495) 
und das später häufige /;/ fus 'daheim' zeigen Umlaut, den ich 
mir nicht anders als analogisch erklären kann. Vgl. i fos 
LU 7 a 45, 10 a 3, 13 a 10. 13 a 16, 13 a 44. 13 b 5, 14 a 11, 25 a 22 
etc. gegenüber ? fus 32 b 24, 32 b 28, 32 b 33, 33 a 14. 

Juss 'Kraut, Pílanze', d. luss Tur. 115 hat altes n\ s. St. 
Spr. 258, Ped. S. 361. 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 53 



fo-llúur 'ich fliege' SG 146b 11 kaum aus *-louor, sondern wohl 
aus *-h(Uür, s. o. S. 31. 

r m. 

formúigtlie 'suifocatus, erstickt' SG 9 b 18, formúchthaí 
gl. (voce) abscoiidita SG 9 b 19, ind formúichddad gl. absconditae 
extremitatis 9 b 20, formiiicJithih gl. subfucatis Arm. 181a (Tlies. 
1 497) zu for-muchi gl. praefocas Karlsr. Glossen zu Augustiu 14c 1, 
ru-muysat gl. suffudenmt Wb. 5 a 24, vgl. St. Spr. 218, 219, wo 
jedoch formuichthib gl. subfucatis von formiiigthe 'absconditus' 
getrennt ist. S. Ped. S. 122, Walde Lat. etym. Wb. - s. v. muger. 

rd. Vgl. 0. S. 34f. 
iird, iirdd, nrt 'ordini', d. sg. von ord, passim. 
fordiinta (lies -taid?) "dem Schliefser' MI. 34 a 22. 

rg. 

Iure -callis, Pfad', d. sg.. Ml. 35 a 15, 24 b 8 von lore 'Pfad', 
neuir. lorg zu kymr. yn llivriv 'in der Kichtung' etc., körn, lergh 
'Spur'; s. St. Spr. 256, Ped. S. 104. 

do-immurc 'ich beenge' SG 181 b 3 aus "^'-orgü (zu alt- 
breton. orgiat gl. caesar, d. i. qui caedit) beweist wegen der 
Unbetoutheit der Silbe nicht viel (vgl. fris-comurt 'ofEendi' 
Wb. 33 a 12 gegenüber as'comort gl. cecldi SG 210 a 6 aus *-oWíí). 
Nach Mafsgabe der Fälle von e vor i (s. u. S. 71) sollte die 
Umfärbung in Iure, falls dies Wort nicht riberhau[)t altes u 
enthält, unterblieben sein und ist auf Analogie zurückzuführen. 

rc. 

turcu 'Eber', acc. pl., Sanct Paul Ged. (späte Sprachform) 
Thes. II 293, 4 zu tore 'Eber', kymr. ttvrch, altkorn. torch aus 
*tor]ios, das vielleicht durch Kontamination von ^iiorc- (ir. ore 
'Schwein', IdX. parens, lii.parszas, ahd. farheli 'Ferkel') mit '"trog- 
(lat. troja 'Sau' aus *trogla, nhd. DreeJc) und zwar urkeltisch 
entstanden war, wie Sommer Idg. F. 11, 91 vermutet hat; vgl. 
St. Spr. 134, Ped. S. 33. Bei altem o wäre turcu analogisch 
gebildet. 

rt. 

gort 'Saat', d. sg., ßroccans Hymn. 30, kymr. garth 'Garten', 
lat. horius, gr. yOQxoq 'Gehege, Hof, *ghort-. Dagegen lubgort 



54 H. HESSEN, 

'Krautgarten' hat den d. sg. lurjhurt (mit Konsonantcnmetatliese) 
Saiict Paul Ged. Ill, dessen unbetontes u nichts beweist. Hierzu 
vgl. 'comurt 0. S. 53. 

rp. 

cor 2), d. sg., corjm, acc. pl. von corp (Hom. von Cambrai etc.) 
In späterer Zeit cuty, curini (so schon Patricks Hj-mnus). 

lg. 

hide 'Sack', d. sg., Thes. II 335, 34 (Hymnenglossen) von 
holg 'Sack', neuir. holg, kymr. hol 'Bauch', got. halgs 'Balg', lat. 
follis 'Schlauch', aus *hJiolgh-; gall, hulga ('sacculus scorteus' 
Festus) ist wohl latinisiertes *holga. Dafs die ümfärbung hier 
nicht auf bloiser Analogie beruhe, sondern gesetzmäfsig sei, wird 
nicht bewiesen durch inbuüdhe gl. inilatus Trierer Gl. 79 a, da 
hier der Yokalismus der Mittelsilbe nach Th. Hdb. § 170 Í zu 
erklären ist, auch nicht durch 

ay osulcuh 'ich werde öffnen' Ml. 37 d 21 aus *-u]cs-olgifn, 
da hier die Ümfärbung in unbetonter Silbe stattfindet, vgl. 
oslucud Ml. 40 b 5 aus ^uks-olgitus. 

lt. 
folt 'Haar', d. sg., Wb. 11c 12 zu folt. Mittelir. d. sg. fulL 
multu 'Widder', acc. pL, Broccans Hymn, zu molt; vgl. 
kymr. 7}wlU, akorn. moJs, breton. maont. Kegelrecht ist das ti, 
wenn molt aus mittellat. mnlto- (franz. moidon) entlehnt ist 
(umgekehrt Entlehnung aus dem Keltischen im Französischen, ir. 
molt zu gr. lifjXor, aisl. synali bezw. zu "^mel 'mahlen', nehmen 
St. Spr. 212, Ped. S. 137 an). 

nd. 

slund, d. sg., 'Bezeichnung' von slond, in SG häufig. 

ciindrad gl. merx, 'Kauf, Vertrag' SG68b5, /' cundraihtig 
gl. in macello Wb. IIb 19 (I. man.), cnndradnih gl. mercedibus 
Ml. 122 a 3 scheinen auf *co7idurat- (?) zu weisen; nicht gleich 
lat. contractus (Ped. S. 229), noch weniger aus *con-dratu- (got. 
trudan 'treten') entstanden (Stokes, Idg. F. 12, 188). Dazu indas 
no-cundraiged (lies • cnndradaigcd) gl. quam mercari Ml. 39 a 0. 

condumu{gnd Asc.) 'co-augmentation' (?) Ml. 35dl7 zu 
dnniugud (s. o. S. 15) ist nach S. IG Anm. zu erklären. 



Zu DEN UMFÄRBÜNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 00 

ng. 
tong {aMS '^tongil, s.u. S. 68) a ioing (tonges) mo thüath 'ich 
schwöre, was mein Volk schwört' häufig im LU. 

ßQ. 

lohnr 'schwach', d. sg., Wb. 11c 4. 

tohrúchto gl. eructationis Ml. 64cl5 7AI hnlcJiiaim 'rülpse' 
(s. K. M. 274), St. Spr. 183. 

fiZ. 

a s >• n c h u mlae ' profectus est ' Ml. 17 b 2 zu as ' Zw/, * - ro- 
com-luu- (? s. 0. S. 31), wenn asnichumlae betont, zeigt regelrechte 
Umfärbung, dagegen in unbetonter Silbe escumJuda, g. sg., 'AVeg- 
gelien' Ml. 62 bl, d. esciimlüd 126 bl, csciimJ{n)d 15 a 3 gegenüber 
escomlüd 'migratio' Ml. 61 a 14 (* - com-luu-iiu- ?). 

comlugiii Ml. 44 b 5, comlugu 44d30 ist künstliche Nach- 
bildung von coniuraüone, das es glossiert {luge n. 'Eid' aus 
*liiglon zu got. liuga 'Ehe'). 

comlunn 'gleich' SG164bl, n. pl. neutr. comlonna A^\ih, 
hat vermutlich in der Stammsilbe altes o. 

ddr s. S. 57. 

cht. 

bocht 'arm', d. sg., Ml. 61 a 5, hocliiu, acc. pl., 27 d 10, 
28 d 7, s. 0. S. 43. 

ocht 'acht' = kymr. icytli, aus '^oläü, idg, *oJctö{u), gr. 
ÓXTOJ, ai. asiäu. 

Hcht 'Busen, Schofs' n. sg. SG 108b 1, d. Ml. 54 d4, 93a22, 
93 a 20, acc. 54 d 3, Thes. II 8, 39; die Zusammenstellung mit lat. 
2)ecius (Zupitza, K. Z. 35, 266) ist möglich, doch nur unter der 
Voraussetzung, dafs unter Einilufs des geschwundenen Anlauts-/) 
die vollständige Umfärbung eines e zu u eingetreten wäre (wofür 
als einzige Parallele ó'nn-urid 'seit vorigem Jahre' Wb. 16c 14, 
später inn-uraid 'im vorigen Jahre', zu gr. jr£'()VTi gestellt, anzu- 
führen wäre), nicht mit Annahme einer Zwischenstufe ""oläii-. 

cuclit 'Farbe, äufsere Erscheinung' kann demnach auch nicht 
regelrecht (mit Zupitza a. a. 0. 267) auf *kokhis, aisl. hgtir, zurück- 
gehen (s. Ped. S. 123); ist die Etymologie jedoch richtig, so wäre 
an EinÜufs von tucht 'Art, Weise' zu denken, s.u. 



56 H. HESSEN, 

III cht 'Schar, Leute' Wb. 16c20, lud 12 b 18, 14 b 6 hat 
wohl altes u\ vgl. Ped. S. 123 (mit luclit 'Bürde, Portion' iden- 
tifiziert), St. Spr. 257. Der g. sg. lautet lochia wie ochta zu ucht 
'Busen' nach Th. Hdb. §69. 

dructae gl. imbres Thes. I 3, 23 hat altes ii, s. Th. Hdb. 
§ 228, St. Spr. 157. 

tu cht 'Art, Weise' Karlsr. Glossen zu Augustin 8b 1 ist 
nach Stokes, B. B. 19, 117 vielleicht zu gr. xvxo<i 'Steinaxt, 
Schlägel', TvxiCco zu stellen. 

cuchtar gl. caupona, 'Küche' SG63a3 ist schwerlich aus 
*qucq'atürä, *pcquturä entstanden (Ped. S. 490), sondern eher 
Lehnwort = lat. coctura (vgl. niesar 'mensura', srathar 'stratura'), 
wenn dies auch nicht direkt 'Küche' zu bedeuten scheint, sondern 
nur im Sinne von 'das Kochen, das Gekochte' belegt ist: cuchtar, 
statt *cochtar, ist dann durch Einflufs von cucann 'Küche' ein- 
getreten. 

sc. 

rose 'oculo' Ml. 33 c 19. Mit analogischer Umfärbung lautet 
der d. sg. rusc schon Patricks Hymn. Thes. II 358, 1. 

cosc 'Tadel' Ml. 51 b 17, d. sg., écosc 'scemati' Ml. 20b 14, 
cosscc Wb. 9 a 23. 

luscu la truscu 'Lahme und Aussätzige ', acc.pl., Fiaccs 
Hymn. 34; lose 'lahm' (vgl. int als lose Ml. 45 c 9) gehört ver- 
mutlich als *loq-skos zur Wurzel *lcq 'biegen', gr. /M^ng 'seit- 
wärts gebogen, schräg', ir. less 'Hüfte' aus *kqsä (nicht in lat. 
luxus, vgl. Walde, Lat. etym. Wb. ^ s- v.), dagegen altes u hat 
wohl trose 'aussätzig', vgl. trusei gl. scabiem Thes. II 38, 17, das 
von troscml "Fasten' sicher zu trennen ist (s.o. S. 44) und eher 
zu truisc gl. raucae Palat. 68 10 a (Thes. I S. 3) gehört. Es mag 
*trud 'bedrängen' als Wurzel haben, das in fromm 'schwer', 
trott 'Streit', lat. trudo 'stolse', got ])rutsfill 'Hautaussatz' vor- 
liegt (St. Spr. 139, Ped. S. 160). 

(thl). 

nad r 0' to diaig est ar 'er hat nicht verlangt' Ml. 124 d 9, 
eia flu todlaigcr sa gl. quam iusta postulem 38 c 22 zu dir thliichcdar 
' er verlangt ', s. o. S. 26, beweisen nichts, da sie nicht regelrecht 
entwickelt sind (Th. Hdb. § 122). Zudem wäre hier Umlaut 
nicht zu erwarten. 



zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCUEN. 57 

d d r. 

cutrummi 'gMch', n. pl., Wb. 9d27, cutrummns 'Gleich- 
heit' 17 b 14 aus * com-trumm- zu iro;«m 'schwer' (s.o.); nini' 
chutnimmaichthersa g]. nullius pretii dignus appendor Ml. 44 c 3. 
Auf jung-er Komposition derselben Elemente beruht comihrom 
'gleich schwer', s. K. M. 456. (Nach S. 16 Anm. erklärt sich das 
vereinzelte cotrummus Wiener Beda 21). Hiermit ist nicht zu 
vergleichen (mit öq) 

a fo'rrudrúh gl. inmoratus Ml. 49 b 10, ccn fodrnhu gl. 
sine moris 22 a 6, wo öq nicht lautgesetzlich entwickelt ist. 
Vgl. 0. S. 12, 42. 

rhr. 
forhru 'supercilia' Ml. 39 c 12, forhrü gl. superciliorum 
39 c 13, forhru, acc.pl., 39 c 15, vgl. -dl b/irRk, gr. acc.pl. óg^Qv^] 
forhrú zum Simplex hrá wohl nach lat. super cilia. 

rgn. 
forgnuso 'Form', g. sg., MI. 40 a 20 zu gnúis 'Gesicht'. 



Beispiele für o mit folgendem e. 

Von einer Angabe sämtlicher Fälle und Belegstellen habe 
ich hier abgesehen. 

Q- 

torad 'Frucht', toirthech 'fruchtbar', toirthigcdar 'bringt 
Frucht' (Wb. 10 c 21, 5 b 26, 26 c 3) aus *toret- zu rethid 'läuft'. 

du-foirndither gl. impingitur, ' wird bezeichnet ' Ml. 86a2 
aus *-fo-rend- zu rind 'Gestirn' aus *rendus; du-fornditer 
Ml. 65 c 16, do'foirndea Ml. 2d 2, amal n-dond' foirde SG 26b 12. 

foraib 'auf ihnen' aus for und idg. *eibhis, ir. *-ebi-, vgl. 
fuirib 0. S. 6; fair 'auf ihn, es' aus *for-en, *-cd. 

doirsib 'Türen', d. pl, MI. 46 a 11 von dorus 'Türe' etwa 
aus *dorestu-, * dhnorestu- , kymr. dor, lat. forum 'der Markt', 
abg. dvorz 'Hof; imdoirsca 'Hausflur', n. pl.. Ml. 92 d 5. 

ara-foiris 'du würdest festhalten' Ml. 37c 18, wohl 5- 
Subjunktiv, *-fo-ress-si, *-reigs-si zu ur-fuirig (s.o. S. 5). Ist hier 
regelrecht bewahrt, so haben anderseits nach dem Indikativ 



58 H. HESSEN, 

11 erhalten ma ar ■ fiiircstae 'si retineretur' Ml. 47 b G, avfuns 
'teneas' Karlsr. Beda 24 d 1, läse arüdam- fidrset 'cum retinebunt 
me' Ml. 114 c 11 (Futurum, s. Tb. Hdb. § 660). 

condon-fóir 'dais sie uns helfe' Broccans Hymn. 89 
(= -foir), 5-Subjunktiv, *-fo-ress-t, zu rethid 'er läuft', vgl. foir 
'hilf (LU 63 b 9). Hierher (s. Asc. 207) vielleicht auch trisna 
foirthm ailHlicrdi gl. peregrina per marmora, 'Wasserflächen', 
eig. 'Furten' (?) Tur. 65 (s. St. Spr. 282, Th. Hdb. II S. 76bO). 
Über in- rorthetar Ml. 104 b 8 s. Th. Hdb. § 691. 

foirrce ']\[eer' SG 67 b 9, foirggce 124 a 1 scheint auf *forenlc- 
oder "^for-renli- (Bergin § 159) zu weisen; s. St. Spr. 273. 

toris 'Traurigkeit', acc. sg., Wb. 16 a 1, g. toirsc 14 d 14, 
ioirsech 'traurig' 15 b 21 (I. man.), cf. 26d21, 27 c 7, 27 c 34, 
29 d 19 könnte vielleicht irgendwie mit lat. terrco zusammen- 
gestellt werden. 

arnaclia-toirsitis 'ne ad earn reverterentur'(?) Ml. 48d27 
stellt Asc. 199 zu rcg-^ s. Nachtrag Thes. I 720 zu S. 150, Thes. 
Suppl. S. 14, 0. S. 29. 

foirsing{ig)em gl. latissimam M. 67d4, fo'irsingi 'Weite' 
Ml. 122 a 9, sonst forsing- {fairsingmenmnaige 'Grolsmut') vielleicht 
aus '^for-css-ing- (Th.). 

X. 

ar-roilgither 'legatur' Wb. 27dl3, *-roJeg- zu Icgaid 'er 
liest', ni-roilgius 'ich habe nicht gelesen' SG 148 a 10, )iad- roil- 
gisid si gl. non legistis? Ml. 17 b 18. 

dicroilged 'ist vertilgt worden' Wb. 2 c 16 aus "^-roleg- 
zu do-Jega 'deleat' Ml. 46 d 6, do-lngi 'er verzeiht' (s. o. S. 21). 

Über acc. sg. toil ' Wille ' s. o. S. 9. 

as-rollcnnad gl. polluta est Ml. 124 d 17 zu aslcna 'er 
beschmutzt' mit dem Konsonantismus des vorauszusetzenden 
*-roillnned (wie as'lennim SG 173 a 4). Ob in der Wurzel altes 
c vorliegt, ist unsicher; unbestimmt ist der Akzent in asudaisat 
'sie haben beschmutzt' Ml. 74 a 3, asndeuta gl. imiuinatae bezw. 
impiata sunt Ml. 28 a 22, 100 c 18. 



^) Bei Ziisaramenstelluiig mit kymr. rhyd 'Fnif aus *ii- (lat. j^ortus) 
küuute ir. foirthln. doch nicht dessen Wurzelstufe enthalten, die vielmehr 
eine Form "^fuirthiu zur Folge gehabt hätte; möglich scheint nur *fo ret-. 



zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRTSCHEN. 59 

Hierher gehört auch 

Soll gib 'Stützen' (Glosse zu crepuudia, das als crepidines 
verstanden ist) Ml. 44 c 13, wenn es (nach Stokes, B. B. 23,60, 
vgl. Walde, Lat. etym. Wb. - s.v. solum) auf ^snolek- zurückgeht. 

II 

soUumun 'Feier', g. pl. sollummnn Ml. 133 c 9, acc. pl. 
sollumnu 102 d 3, gelehrtes Lehnwort = lat. sollemne. 

follus 'deutlich' aus *fosuIcs (Th. Hdb. §358), nicht nach 
Ped. S. 351 aus *fo-l-. 

V. 

Für j- fand ich keine sicheren Belege, da in folgenden 
Fällen die Akzentstelle nicht immer unzweifelhaft ist. 

arruncitlisct 'sie erwarteten' Ml. 50 b 9 aus *-ronetiss- 
zii avncut 'ich erwarte', arruneastar Ml. 50 b 8. ad' ronecsfar 
Wb. 4 c 35, nr'roneith Ml. 50 b 8, cid arrüneid gl. exspectasse 
Ml. 68 a 6. Bei betontem ru wäre der Vokal nach S. 16 Anm. 
zu erklären. 

coru'nes (oder co'rnnes?) 'er trat mitFüfsen' Ml. 102d5 
zu con'nessa, anda'riinesus ^11. 36 c 1. 

II s. u. S. 62, 7nm S. 63, ß S. 64, u S. 65. 

Ó. 

foditiu 'Erdulden' aus *fo-de-tiö zu fo'daim. 

rodéne gl. subitos et praeter morem aquae cursus, ' Über- 
schnelligkeit ' Ml. 93 b 11, künstliche Bildung, ebenso fodciuii gl. 
sufflciendae Ml. 107 a 10. 

adrodarcar 'videri potest' SG172a2, vgl. gr. ótoxoijcu. 

cota'rodelc 'comparavit eas' Ml. 55 d 8, acowrodcJgg 'als 
er verglich' SG40a20 von con- ddga 'vergleicht'; conriidelc 
'comparavit' Ml. 55 d 3 hat den Akzent vermutlich auf der 
Wurzelsilbe. 

dd. 

coiteicthi gl. conglobatas Ml. 62 c 4, coteiciud gl. con- 
cretione 85 c 4, coteicthca gl. concreatús 84 b 7, coiteicthib 'coa- 
gulis' 44 a 10 von con-tccim 'coagulo' (couTotheced gl. concretus 



60 H. HESSEN, 

Trierer Gl. 84 a) aus *-teiiJ:- zu ir. téchtaim 'gerinne', lit. tdnJcus 
'dicht' (St. Spr. 128). 

Hierher gehört wohl auch 

coitchcnn 'gemeinsam', vgl. Ped. S. 327. 

/• 

con-roigsct 'dafs sie bitten' Wb. 16c23 aus *Tagessat 
(Subjunktivstamm *[/css-, gr. l) tooaot) ca), ara- roigsitis Ml. 131 d 14; 
zu füigde 'Bettel' Wb. 25 b 8, 25b9, 25bll, 25 c 19 vgl. St. 
Spr. 110 Cfogediä), Th. Hdb. § 155, Ped. S. 348 {*foguide): da 
die Synkope (s. u. S. 78) den Umfärbungen vorangeht, müfste 
statt "^foguidc vielmehr *fogodlä angesetzt werden, woraus nach 
Mafsgabe von • fodlat aus ''•fodalet (dunkle + palatale Kon- 
sonanz) ''"fogdae, nicht foigdc, entstehen mufste (immerhin in 
diesem Worte o, dort a). Daher möchte ich lieber wieder zu 
Stokes' Ansatz * uo-gediä zurückkehren. Vgl. auch Osthoff, Idg. 
F. 27, 172 f. 

nicon'fo'igehat 'sie werden nicht erhalten' Ml. 69 a 8 
steht für *-foighei aus *-fogeh- mit Eestitution des betonten 
' géhat, e- Futurum zu fo'gaib 'findet'. 

srogell 'flagellum' SG48b3, Wb. 17 d 3, iio sroiglide 
' iiagellaretur ' Ml. 32 c 3 ist aus lat. fragellum entlehnt, hat also 
sekundäres o\ ond srogod gl. flagello SG66a25 scheint verderbt. 

adrogcgon sa gl. repupugi SG 181 a 7 zu • gonaki 'er 
erschlägt' hat den Akzent Avohl auf der Reduplikationssilbe. 

fo-rnigcni 'servivit' Wb. 13 b 7, foTnigensid Wb. 3b28, 
fo'vuigensat AVb. 1 b 22, 5-Praeterita zu fo'gni, gehen auf *'ro- 
gcgniss-, woraus "^- rogemss-, zurück, und das -rui- ist nicht klar, 
tritt jedoch auch (bei anderer Konsonanz) in einem genau ent- 
sprechenden Falle, nämlich ara-rnidtinir 'düs^'rochechri-, woraus 
'"■rochcri- (s. S. 67), auf. 

99- 
toceth 'Glück' Philargyriusgl. 12b, marom- thoicther sa 
'wenn es mir glückte' Sanct Paul Ged. I, toicdih gl. fatis SG 
138 b 6, vgl. breton. tonket 'Schicksal', lit. icnldi 'ich reiche aus', 
got ])eihan 'gedeihen', St. Spr. 126, Th. Hdb. § 207; zu gr. Tv/yjirco, 
Tvyj] stellt das Wort Ped. S. 151. Altes u wird durch inschr. 
Tunccetacc (Wales) kaum erwiesen, auch nicht altes / der 
zweiten Silbe durch TugUtac der Ogominschrift Macal. 29. 



zu DEN ÜMFÄRBÜNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 61 

coicsath •' Mitdulden' Homilie von Cambrai 37 c. aure' 
coicsa 'dafs er mitdulde' 38a A'on ccssaid "er leidet', ccssad 
'Leiden' aus *ketit-t-, lit. Jcetittti 'leiden' (s. aber Ped. §36) mit 
Praeposition com-. 

cocéilsine gl. societatis Wb. 19 a 2 zu céle 'Genosse' 
{*Jceglilo-) mit com-, coccle gl. cliens SG51a9, itina coiccéUsine 
gl. sodalitates Ml. 46 d 16. Anders über céle Ped. S. 535, id. 
Gott. gel. Anz. 1912 S. 33. 

CO cell 'Gedanke' St. Missal 9 zu ciall 'Verstand' aus 
*qveislä. also *coggell-. 

coceirt gl. emendationem Ml. 2 a 5, cocarti emendandum 
SG 90 a 7, imperat. cocart Thes. II, XXI mehrfach, zu con-certa 
'berichtigt', lat. certus. 

dl a ■ cocéithani 'welchem du beipflichtest' "\Vb. IclO zu 
con'céitlani 'consentis' Wb. Ic9. 

da'rucellsat 'sie haben es gekauft' Ml. 126 d 7 ist aus 
*ro-uJ:s-gel- entstanden, drrróggcl 'hat gekauft' Arm. 17b 
(Sarauw, KZ 38, 184). 

cc. 

crocenn gl. tergus, 'Fell, Leder' SG 111 b4, g. sg. crocainn 
95 a 1, neuir. crokeann. breton. hochen; St. Spr. 99 ist '*JcroJc- 
licnnos angesetzt, vgl. Ped. §§ 77, 97. 2. 

clocenn, mittelir., 'Schädel', eigentlich 'Steinkopf', besteht 
aus doch (mit altem «, s. u. S. 74) und ce7in. 

rd. 

for dar cc 'sichtbar' Ml. Ged. 18, cf. fordarc Fei. Oeng 
11. Mai, zur Wurzel *í7e)-c 'sehen'. 

71 d. 

diandam'chondelc 'cum me comparo' Ml. 01d8, condelg 
, Vergleich' SG43a3, 45all, coindtulc, d. sg., SG3bl, 25b2. 

condcilb 'Gleichförmigkeit' SG 52 b 1 zu dclb 'Gestalt', 
mit restituiertem com:comdeilh SGl88a9. 

adchondeimnea gl. consult Ml. 130 a 14 könnte wie die 
bei Th. Hdb. § 37 erwähnten Fälle den Akzent auf der dritten 
Praeposition haben, denn ad- cuindminim gl. assue.sco (als assuo 
übersetzt) SG 144 a 3 zeigt, falls die Zusammenstellung der 
Wörter mit demin 'sicher' aus de -|- móin 'Kostbarkeit', lit. ma'inas 



62 H. HESSEN, 

'Tausch' (?) überliaupt möglich ist, regeh-eclite Umfärbung, vgl. 
Ped. S. 174. Dabei Aväie allerdings ein Wechsel von betontem 
de und unbetontem dt anzunehmen. 

fiQ. 

do'comarraig gl. nudavit Ml. 48dl5 aus *-comreri(j- zu 
dirrig 'entblörst' steht für 'coimarrai<j nach Th. Hdb. §686, do' 
chomarraUj gl. nudavit Ml. 14 bl. 

colli (je 'Beilager' nicht aus *com-leylo-, s. o. S. 74. 

'"• 

fo im tili 'Merken' Wb. 31b 19, toimiiu 'Meinen' 16 d 4, 
20 a 14 aus */o-, '-^tometio; arna-tomnitis 'ne putarent'Wb. 4dl7, 
25c 12 aus '"'tomenatis, arna'tomnaihar Wb. 13 c 2, arna'tomnad 
17d23, Ml. 51 a 19, armr tomontis Wb. 12d21;. do'roimned 'obli- 
visceretur' Ml. 98 d 5, dundam'roimnife se Ml. 32 d 5 (^'"•romcn-?), 
dirroinmibefar ]\1I. 77 a 12. Umfärbung zeigt v.iádod'rumenatar 
SG 27 a 18 zur 1. sg. -mcnair (Th. Hdb. § 685), während duru- 
menair I\I1. 49bl3, 130 d4 unsicheren Akzent hat, ebenso doni- 
menuir Ml. 61 d 2, 32dl0 (MS. -nur), dorumenatar 35 b 18. 

to mil 'ifs!' Wb. 6 c 7, nach' tlwimled 'er möge es nicht 
essen' Wb. 11 b 18 aus ^tonwl- zu melid 'mahlt', abg. meljq, 
tomailt 'Essen', acc. sg., Wb. IIb 12, tomaltae, g. sg., AVb. 11 c2 
zu tomalt aus *toinelta, doTomlad 'vesceretur' Ml. 3Ga29, nís' 
toimled Fiaccs H3'mn. 5; mit Umfärbung do' rumalt 'hat verzehrt'. 

ceim'roimsimmis 'si peccaremus' Wb. 9cl0 aws^'romess- 
zu midithir = lütt, medcor mit imm-ro-,. ma im'roimsid V^h.SohS, 
na'hnroimser ^^'b. 20c 4, cenrimroimsitis Ml. 51 a 19, toimse gl. 
eniensa Ml. 25 a 18, toimseo, g. von fomus 'Mals' {*tome$su-, 
*-mcd-tu-) Ml. 20a21, immc-roimdcd 'peccabat' {^•romcd-) Ml. 
115 a 14, im'roimset gl. delinquent i^'-romess-) Ml. 54 a 23, imme' 
romas gl. peccatum est Ml. 111b 5, imme- romastar 'peccet' 
Ml. 51a 18; aber im'ruimsct gl. 'peccabunt' Ml. 54a27 {*-romess-), 
in'imri(i))idet/iar 'in quibus peccat' {"^immromcd-) St. ]\Iissal 9. 

arromcrtus 'ich habe bestimmt' Wb. 31dl4 zur Wurzel 
*mcrt-, aryo7)ic)ii(ii i\Il. 51 a 12, arni))icrti(S 58 d 17, (irna)iirfi<s 
58 c 9 haben unsichere Betonung. 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 63 

comitecht, nehchomaitect 'Xaclisiclit. Unnaclisiclit" "Wb. 6 eil, 
6cl2 aus *com-e)i-techt zu con'ctet, 'cométhj "übt Naclisicht ' ; 
manvcoméitis "nisi indulgeas' "\Vb. 6 c 6, comitesti, part, iiec, 
Wb. Icl2. 

comet 'Schutz' Ml. 55 d 6, 100c 21 zu "^ com-em-, vgl. do'em 
' verhüllt '. 

nvcoméicnigedar 'zwingt nicht' SG 61 a 9 zu ('cen 'Not- 
wendigkeit '. 

coimtig 'gebräuchlich, gewöhnlich' SG 54b 8, 90 a G, coimdiy 
198 a 6, écoimtuj 138 a 13, coinidigiu 92b 2, comtigiu 127 b 2 viel- 
leicht zu ('tig 'hälslich, turpis'. 

mm. 

Auf com mit der Wurzel *med gehen zurück: 

coimdiu 'Herr', passim, dazu cohndinccht Ml. 101c 7, coim- 
der,:nacht etc. (s. Th. Hdb. § 26, aber vgl. Thes. Suppl. S. 2, 
Ped. II S. 62); das einmalige ciimdiu Wb. 30 b 18 mag Schreib- 
fehler sein, commus 'potentia' (z. B. comus Homilie von Cam- 
brai 37c, Sortil. lila), neuir. cumas, coimsid 'Herr' Sanct Paul 
Ged. II 8, coimsetit 'sufficientia' Wb. 29bl3, nad' coimmestar som 
gl. nequierit MI. 127 a 19, aber cuimse 'passend' Wb. 14 a 3, 22 a 2 
(coimsi Wb. 1 c 7 ?j. 

loimm 'gutta' Karlsr. Prisciau IIb 2 geht nach St. Spr. 255 
als "^lammen- auf *lom- in breton. lom 'Tropfen', körn, (unbelegt) 
lammen 'ein Fleischgericht' zurück. 

hoimm 'Bissen' vielleicht aus *hommen-, *boJismen- zu 
hongid 'bricht', ai. hhangas; s. auch St. Spr. 179, Ped. S. 87. 

commail 'schmier anl' LU 69b 45 aus *com-meIe. 

Dagegen enthält 

cuman 'erinnerlich' Wb. 8 a 3, 26 a 9, neuir. cuimhhi, aus 
*com-men-, ein vor der Zeit der ümfärbungen aus mm verein- 
fachtes 11 ; cuimnech 'memor' Wb. 33d5, cuimnigedar 'qui remi- 
uiscitur' Wb. 16 b 24, cuimne 'memoria' Ml, 32dll etc., vgl. 
neuir. cuimJmeach, cidmlinighim. 

m h. 

commar ' Zusammen trefien von Tälern, Strumen, Wt^gen', 
d. sg. commur aus *com-her-, kymr. cgmmer 'confluvium' (St. 
Spr. 87). 



04 H, HESSEN, 

ß. 

ni-toihre 'du mögest nicht bringen' Wb. 29 a 20 aus "^-fober- 
zu herid 'trägt' (gr. fftQco). manvthohrea 'nisi det' Wb. 4 c 20, 
toharthid 'dativus' Ml. 122 a 16, SG 75 b 12, ara'tobarr 'für welches 
gegeben wird' Wb. 12 d 29 {'^'toberr), ar'roberf som 'perfecit' 
Wb. 29d23, ara'robert Ml. 66c 19, ara-roibrea bith 'ut vescatur' 
Arm. 184 b, ad'robart 'obtulit' Ml. 32 b 23, ad- robartatar Ml. 14 a 16, 
robartaich gl. librum fabularum Serv. Bern. 128 a, hi robartai 
' into iloodtides ' Karlsr. Beda 20 b 2, 34 c 5, 34 c 7, at-robair ^ áicere 
id potest SG 190b 4, as-robair 'dicere potest' 198 a 18, as'robar 
(lies •robarr) 'dici potest' Ml. 17b 23, as-robarthar 'er werde er- 
wähnt' Karlsr. Beda 32b 5, as' robartatar 'dixerunt' Ml. 20b 2, 
asnda-robartis Ml. 31b 22. Umfärbung zeigen dagegen: atit- 
rubcrt 'id. dixit' Hom. von Cambrai 37 d (s. Bergin § 10), as' 
rubart 'dixit' Wb., ML, SG passim, as-ruburt 'dixi' Ml. 50 d 7, 
66 cl, SG 91 a 3 etc., as-rubartmar 'diximus' Ml. 34b 8, 37 a 14, 
54 a 32, SG 55b 5, usw. ausnahmslos mit n\ ferner anara' rubiirt 
biuth 'als ich lebte' Ml. 108 a 2, ar- rubart biuth gl. usus est 
Ml. 35b 11, cf. 42b 6, 53 a 12, SG 78 a 1, anarrubartatar biuth 
Ml. 33 c 14, cf. 34c 4, SG 40b 12, forrubart gl. inolevit Ml. 33 c 10 
zu forbiur 'ich wachse', for' rubart 'crevit' Ml. 64c 7. 

Die Umfärbung zeigen auch: 

at'rubalt 'ging zu Grunde, starb' Ml. 144 d 3, att'rubaltar 
(lies •rubaltatar) 'interierunt' Ml. 100a I aus *-robelt- zm at'baill 
'er stirbt' (aus *bln-, Subjunktiv *-bela-\ s. St. Spr. 173. 

dia'ruba 'mit dem du geschlagen hast' Wb. 13d25 wohl 
aus *-ro-benas (Th. Hdb. § 694) zu benuid 'er haut', fo'ruhid 
'ihr habt zerstört' Wb. 27c27 zu fo'benim aus *-robeuete. 

Dagegen wiederum ohne Umfärbung: 

'roib, ■robam, -robith, -robat, 3. .^g., 1. 2. 3. pl. subj. praes. 
des verbum substantivum, betont -be, 'beni, 'beith, •bet: Wb. 10dl3, 
15b 27, 15dll, 16c24, 20cl4; 22b 2, Ml. 22 c 12. 23 d 6, 45c 7 etc. 

gobcl Wb. 23b 36 ist wohl nach der Anm. im Thes. zu 
erklären, kaum als 'Verlegenheit, Fessel' {*gobetIo-, Zupitza, 
BB 25, 91); ob Ditiin/obuil Ml. 45dl2 gobcl 'a sea-strait' oder 
yabul 'Gabel' (vgl. gabal mara Anc. Laws Gl. s. v. gabul) ent- 
hält, kann icli nicht entscheiden, vgl. Thes. Suppl. S. 12. 

obell 'oVí/'N'' Ml. 2a6, LU 11 a 8 ist gelehrtes Lehnwort. 

cobre 'Unterhaltung' Wb. 29cl0 (vgl. die Anm. im Thes.) 
hat wohl in der sj-nkopierten Silbe dunklen Vokal gehabt. 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIKI8CHEN. 65 

Hierher gehören auch mit ß aus imj: 

coibge 'contextus' Ml. 72a9, d. coihgi 65bl4, SG69al3, 
acc. cohgiMl. 114 c 13 aus ''' com-iiegiä zu fmid 'er webt' {*uegeti), 
fige 'Weben' aus *ueg[ä, vgl. kymr. ywe 'Gewebe', lat. relmn 
'Segel, Tuch' aus *uegs-lom, ahd. iciccMli 'Wickel'. 

coihedna ' coniugationis ' SG 11 a 1 (sonst abgekürzt coh) 
ist wohl eine frühe Nachbildung des lat. coniuyatio und gehört 
zu fedan 'Führung, Joch'. Der Yokal der zweiten Silbe scheint 
im Anschlufs an das Simplex restituiert. 

in-cohfillter 'implicatur' Trierer Glossen 86b zu ßlim 
'flecto' (lat. volvo, s. S. 46) statt *-cobiUter nach Th. Hdb.§ 199 b. 

coibnius 'Verwandtschaft' z. B. SG9b9, 28 a 19, 28 a 20 
aus * com - lien- ist u- zu fine 'die Verwandten' aus "^uenm, vgl. 
lat. Venus, ai. vánas 'Lust', ahd. ivonen 'wohnen'. Dazu coibnestae 
'verwandt' Ml. 36 a 2 etc. 

coibdelach 'verwandt, Verwandtschaft' Wb. 9c32, 27 d2 
ist vermutlich aus *com-fo-daJ- entstanden, lautet aber coibdelach 
statt *cobdcdach (vgl. cobodlus 'Gemeinschaft') im Anschlufs an 
das synonyme coibnius, coibnestae. 

coibse == lat. confessio Arm. 17 a 2, g. sg. coibsen Wb. 
15 c 25 usw. 

toibned 'persequatur' Ml. 44 a 13 aus *to-fenn- mit /"(woraus 
/9) = leniertem su, zu do'seinn 'er treibt' aus "^'siienn-; ebenso 
tofun (MS. tosun, s nach cJo'seinn) 'Verfolgung', d. sg., ]\il. 55 cl 
{^to-suennu). 

gobainn, n. pl., 'Schmied' gehört hierher, wenn der Eigen- 
name Goibniu, g. Goibnenn auf einen Stamm *gobenn- weist; 
vgl. aber gall. Gobannitio, altbritann. Gobannio (Th. Hdb. § 329). 

bb. 
oijyred 'Werk' Wb. Ibl4, g. sg. oipretho 3c 14, Lehnwort 
aus dem Lateinischen mit vorauszusetzender Grundform "^operatu- 
(lat. operari, operatio); opair, d. sg., Ml. 121 d 16, neuir. obair, 
aus lat. opera. 

II. 
Vergleiche das o. S. 27 f. Bemerkte. Umlaut zeigen : 
ar thuiis 'zuerst' wohl aus *to-uessn {*to-ess^() zu fedid 'er 
führt' entspricht kymr. tijtvys 'Führung' (Th. Hdb. § 204, Ped. § 87, 

Z«itaobrift f. oelt. Philologie IX. 5 



66 H. HESSEN, 

aber ebenda §§ 210, 250 widersprechend zur Wurzel *jiid ge- 
stellt, was freilich wegen kj-mr. tyirys und fouisaci der Ogom- 
inschrift ebenfalls denkbar wäre; doch sind vielleicht y und i 
in den beiden letzteren Wörtern als unbetonte A'okale nicht von 
grofsem Belang). Die ^^'urzel von fedid ist * ued, vgl. lit. vedn, 
abg. veda 'fiilire'. 

in-rufill (= •rufill) gl. implicuit Ml. 33 c 11, wenn so, nicht 
inru'fill betont, aus ^-ro-ijell- {'^•ro-ell-) zu fillim gl. lento SG 
145 a 1 von Wz. '*ij.el 'drehen', lat. volvo, gv. D.vco. 

In diesen Fällen ist also der Umlaut gesetzmäfsig ein- 
getreten, ebenso in: 

fuar 'Bewirkung, Verursachung' (= fuär) aus *fo-7ieron 
(^fó-ero) zu fo-fera Ml. 81c 2, Karlsr. Beda 18i2d, remfuar, 
remuar 'praeparatio' Tur. 28, Ml. 104 b 3, fnarinhudcaid '-^diXa^nym- 
phus' Tur. 48, fod-ruar 'der (die) es bewirkt hat' Wb. 15 a 15, 
Ml. 20 b 17, vgl. fo-ruar (firruar) Wb. 2al8, 8 b 5, 14 c 43, 
Tur. 48, Ml. 44 b 10; -foh-et 'sie bereiten' regelrecht nach S. 28, 
ebenso mod conditv roirea 'so dafs es uns genügt' Wb. 29 b IG 
(^ ■ ro-ferät) etc. 

do'coi 'er gehe' aus *-co-uess- (Th. Hdb. § 808) statt "^-cu-a 
oder *'cu-ae (?) nach 3. pl. subj. praet. 'coistis u. ä. Formen. Ebenso 

ar'coi, subj.. Ml. 46 d 11 zu aycoat 'schadet' nach Formen 
wie ara'cJwided^íl.S3á2 (3. sg. imperf.), co- coissed {s\\hj. praet.), 
Archoi (fut. enclit.). 

Über 

coic 'fünf, coka 'fünfzig' s. o. S. 28. 

Anders entstandenen Hiatus haben: 

duaih 'zu ihnen' Armagh (Thes. II 240) repräsentiert ver- 
mutlich die regelrecht aus *do-ehis, "^dó-ehi entwickelte Form 
(über do, to s. o. S. 4), während die sonstigen Formen do'ib, doaib 
(daih) nach dorn, dossom haben werden; ebenso fo/h 'unter ihnen'? 

arroceig gl. questus est Ml. 58 b 14 zu ar-cgi 'er klagt' 
hat den Akzent vielleicht auf der Stammsilbe. 

loathar 'Becken', mittelbreton. louazr, gr. kntTQÖr, Xorco, 
lat. lavo, geht auf *Iomtro- zurück (St. Spr. 250, Th. Hdb. § 204). 

ar'foim 'nimmt an' z. B. Ml. 21c 4, 29 a 3 aus *-fo-etn- 
stelit für '^■fiiaim o. ä. und ist nach Formen wie 3. pl. am- 
foimat gl. iustum est . . illos excipere 22 b 4 gebildet. Weitere 
hierher gehörige Fälle s. o. S. 27 ff. 



zu DEN UMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 67 

Bei einem Konsonantismus, in dessen Umgebiing wir für 
die Yokalfolge o — / bezw. o — n keine ümfärbung des o kon- 
statieren konnten, ist diese, wie zu erwarten, um so mehr bei 
— e unterblieben : als Beispiele mögen dienen : 

foichlid 'curate' ML 68 a 15. foicJúeóir 'curator' Wb. 19dl, 
Ml. 109 c 7 zu fo-ctallathar 'sorgt für' [ckdl 'Sinn'), vgl. fon- 
rochled Wb. 19 c 13, focJiell 'Besorgung' Ml. 117 b 6, 117 b 7, 
sairfoicMech (1. sain- Asc. 222) gl. concuriosus Ml. 90b 2; arid' 
rocliell 'der es weggenommen hat' SG 202 a 7 von arceUm gl. 
aufero SG 9a7 (Ml. 18c 9, 26b 19, 89c 7); drochet 'Brücke' nach 
Ped.IIS.47; doTochair 'ist gefallen' SG 29 a 8, 29 b 7, Tur.l9,3.pl. 
dw rochrcdar Wl. 91 c 18 zu do'cer 'er fiel' mit der Basis "^Jcere, 
vgl. ai. asarit 'zerbrach'; nad'rocheta 'die nicht gesungen worden 
sind' Ml. 115 b 4; forruchennsat 'sie haben beendigt' 100 d 9 
(cenn 'Kopf') hat unsicheren Akzent; fochen 'willkommen' Wb. 
30 d 7; dagegen erinnert am-ruichiuir^ist geschwunden' Ml. 136 a 8, 
redupliziertes Praeteritum zu ara-chrin 'zerfällt' (ai. srnäti 
'zerbricht'), sehr an foTuigéni o. S. 60, mit dem es der Bildung 
nach {j'rochechri-, '^'rogegni- zu '^ " rocher i-, *'rogeni-). abgesehen 
vom Konsonanten ch, genau übereinstimmt: do'foichred, -roichan 
etc. (Th. Hdb. § 177) sind damit nicht zu vergleichen; — 
foithne 'Zunder; Ursache', d. pl. foithnih, Ml. 39d20, 97 b 1, 
104b 6 aus '^fo-ten- zu ie«e "Feuer', roi7Äz»ec/i "heiter' ]\I1. 33al4, 
roithinchi 'Heiterkeit', d., Wb. 5 d 13, roithnigud 'das Strahlen' 
SG 36 a 3, "^ roten-; ani doriithethaig (s. Anm. im Thes. I S. 485) 
Tur. 17, vielleicht zu tongid 'schwört', hat unsicheren Akzent; 

— forbart 'Wachsen', nád'foirpret 'non crescunt' SG 48 b 5, 
arna'foirbret Ml. 27 c 6 aus ^for-her-] — format 'Neid', nád' 
foirmtigim gl. non invideo Karlsr. Gl. zu Augustin 7d2. foirmtech 
'neidisch' Sanct Paul Ged. II 2 aus *for-met-, vgl. fordoh- moinetar 
gl. aemulantur vobis Wb. 19d27; zum praet. fut. do-foirmsed 
Ml. 35 a 17 zu do-formaig 'fügt hinzu' vgl. Th. Hdb. § 660; 

— orcaid 'er schlägt' ^11. 19 d 6 etc. aus "^orgeti, as'aircc 'er 
schlägt' Wb. Hall, fritamnv oirci se 'laedis me' Ml. 44 b 26, 
fris'orcai ssiu '^^. 44 b 31 (s. Bergin § 96), fris'oirctis Ml. 
67 b 14, orcun 'Tötung' aus *orgena, g. oircne Ml. 22 bl, d. 
orcuin 60 d 3 (anders Ped. § 242, Gott. gel. Anz. 1912 S. 37), 
comroircnib 'erroribus' 105 d 4, comroircnea, acc. pl., Wb. 30c21, 
no-oircthe 'pulsabatur' Tur. 110c; dom-immnirc 'welche mich 
beengt' Wb. 23 b 36 erklärt sich nach Th. Hdb. § 170, I; — 



68 H. HESSEN, 

/"orcaw 'Ende' Ml. 91 a 21, forcenn (ace.) 110(115. g. forcinn 
SG 148 b 3, d. forcmui Ml. 19 c 12, foircmn{n) SG 18 b 1, 203 b 5, 
tarmoirciunn, d., 'Endung' SG 33 a 19 a, arna'foircnea 'dafs er 
nicht endige' AVb. 20b 13 {*-forcennät), ní' foircnihea Ml. 69b 9, 
foircniter ' consummentiir ! ' Ml. 73 d 7 etc.; foircthe gl. eruditus 
Ml. 35 d 6, 35dl2, 132 a 4 etc. zu céte 'gesungen' {canid 'singt') 
mit th etwa nach mörtliae, Uicthe, srithe etc.; dazu forcital 
'Lehre' Wb. 3b 23 etc. {cétal 'Gesang'), forcitlidi gl. eruditoria 
(supplicia) Ml. 111c 7; über moircc 'wehe!' Wb. 10d25 vgl. 
Asc. 119, St. Spr. 202; — tongid 'er schwört' aus *tongeti 
(vgl. temjcie 'Zunge'?) zu kymr. tivng 'Eid', mittelbreton. toeaff, 
abg. tqzati 'rixari' (St. Spr. 121, Ped. S. 106); hongid, con'boing 
'er bricht' (Wb. 4 d 15) aus *hongeü, '^bonget (St. Spr. 177; für 
altes sprechen auch combach, tobach mit unumgelautetem o der 
Praepositionen) ; as- conger gl. edicam Ml. 126 c 8, e-Futurum zu 
gairid 'ruft'; — foglaim{m) 'Lernen' Wb. 30 d 2 (beachte Th. 
Hdb. § 122) etc. zu fo-gleinn 'er lernt' (St. Spr. 120); — tosceltai 
gl. explorata Ml. 68 c 10, toiscelad 'Festsetzung' Yaticanus 5755, 28, 
annachat' toscelfat gl. nou te experituri Ml. 107 eil von do'scéulai 
'erkundet', scél 'Bericht' {*scetto-)\ — goistiu, d., 'Strick, Sich- 
erhängen' Ml. 23b 10, diCC. go iste ib., nonv goistigtis 'laqueare me' 
54 b 26, in- goistigtlier 'inlaqueetur' 28 c 16: die Etymologie ist 
mir dunkel. 

Nur die Vokalfolge o — e ist bei folgenden Konsonanten 
(-gruppeu) belegt: ns, nsii iwchoissig, 'chosig, -chosaig 'significat' 
Ml. 59a7, 21d4, 116d3, hvchoissised ' significaret ' Wb. 2c7, in' 
coisged ' significabat ' Ml. 24 c 14 aus *-con-sequ- (Subjunctivstamm 
*-segs-) zu lat. inseque, gr. trvtjre 'sag an', ahd. sagen 'sagen'; 
dud'choisgedar 'welche ihm folgt' Ml. 62c 6b, do-coischifed 
'sequeretur' Wb. 10 a 27, aus *'con-sequ- zu sechithir 'folgt', lat. 
sequi, gr. t:;TiOi)ai; adruchoisséni (Akzent?) 'expetivit' Ml. 
69 d 4, ni-cossena 'er suchte nicht' Broccans Hymn. 22 aus *'con- 
sen- zu con'sni 'er erstrebt' (Th. Hdb. §677); di-coissin 'es gibt' 
Wb. 17blO, 21 a 13, Ml. 108 c 14, SG 209 b 29 aus ''■coms..n- 
(?); coisecrad, cosecrad ' consecratio ' Ml. 49 a 11, 48 b 11, 
cossecarthae ' consecratum ' 63 a 6, zu cow secraimtn (SG 24 a 5), 
neuir. coisreacaim 'weihe', kymr. cyssegru aus lat. consecrare; 
coisle 'geh!', ni' choislebat 'sie werden nicht gehen' (K.M. s. v. 
con-selaim), tairmchoslaidib , d. pl., 'Gesetzübertreter' Ml. 74b 8 



zu DEN UMFÄßBüNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 69 

ZU tarmchossal 'praevaricatio', Wurzel *suel mit com, Tli. Z. f. c. 
Ph. VIII 77; du-fiiisledar 'elabatur' Ml. 30 c 10 (cf. nicon' tuislifea 
'non elabetur' 27 b 18) aus * do • {f]uJcs-SHel- wie do-fuisim aus 
*-do-{f]i(ks-s€m- nach Th. Hdb. § 837; — colmmcne g\. nervus SG 
221b 2, s. St. Spr. 92; — fuirsire gl. parasitus SG 49 b 5, g. 
fuirsiri 103 a 3. fuirserán gl. parasitaster 45 b 15, fnirsirechta gl. 
mimi, n. pl., Karlsruher Gl. zu Augustin 12 c 3, fuirsire gl. 
Roscius, ' Possenreifser ' ib. 13 a 2 sind schwerlich (nach Stokes) 
aus for + sere ("Speise') entsprechend gr. jragaonog gebildet, 
sondern müssen auf "^fo-rtssaire, * for-issaire o. ä. zurückgehen; 
auch das später häufige fuirseoir gleicher Bedeutung macht jene 
Erklärung unwahrscheinlich, und aufserdem ist ni fuirse LU 
46 b 16 zu beachten, das, nach dem Zusammenhang: ni aisneisea 
CO (jlórach, n/ fuirse, ni chuithe, ni faitchither soiori zu urteilen, 
dieser Bedeutungssphäre angehört; — auf der Wurzelsilbe sind 
vermutlich betont adruthreh -er wohnte' Ml. 92 c 4, 113 c 2 (vgl. 
at-rothreh Wb. 26 d 3, adrothreh Wb. 27 a 12, SG 32 b 6), im- 
rutJirenigthea gl. mandata sunt Ml. 128 c 4, adruspén 'er hat 
bezeugt' Ml. 78 a 5 zu 'aspena 'er bezeugt' {as-fenimm): betontes 
rn in diesen Fällen wäre nach S. 16 Anm. zu erklären. 

Damit scheinen mir die Belege in den altirischen Glossen 
für die Umfärbung oder Nichtumfärbung eines o vor folgendem 
i, u und e erschöpft. Wie aus den angeführten Beispielen hervor- 
geht, dürfen wir die Umfärbung eines o vor i und u mit Sicher- 
heit als gesetzmäfsig auffassen bei den Konsonanten 
(> rr, / U, V nn, (t mm, ß hh, 6 dd, 
7 99j <^c, nd, iiQ, f/Á mml, mh, ddr, (jgl, 
aufserdem im Hiatus (zur Auffindung der Belege vgl. das 
Register ii. S. 79). Somit ergibt sich folgende Regel : 

Ursprüngliches o wird im Altirischen zu u, wenn die 
folgende Silbe einst ein i (/) oder ?t enthielt, von dem es 
entweder nur durch den Hiatus (A'gl. o. S. 27 ff, 53) oder 
durch die lenierten oder unlenierten Liquiden, Nasale und 
stimmhaften Yerschlufslaute {r, l, n, m, b, d, g), durch 
den unlenierten stimmlosen Verschlufslaut cc, durch die 
lenierten Konsonantengruppen iiq, ij?. oder die unlenierten 
mml, ddr, ggl, nd, mh getrennt war. 

Alle anderen belegten Konsonanten und Konsonanten- 
gruppen hindern die Umfärbung, doch dürfte auf Grund 



70 H. HESSEN, 

phonetischer Verwandtschaften die Mögliclikeit gesetzlichen 
Umlauts noch bei anderem Konsonantismus (z. B. mmr, grjr, 
ddl, vgl. mml, ggl, ddr) gelten zu lassen sein. 
Die bei Th. Hdb. § 76, Ped. § 252, 1 besprochene Um- 
färbung eines ursprünglichen a zu o, bisweilen zu u, ist von 
der hier behandelten nach meiner Ansicht zu trennen: dafs zur 
Zeit dieser der Übergang derartiger a in o noch nicht vollendet 
gewesen ist, kann erschlossen w' erden aus Fällen wie hoül 'Glieder' 
Wb. 25 c 23, 27 b 8, proind 'prandium' Wb. 9 b 23, 19 a 10, 
'moinethar Wb. 1 cl3, 14 a 10, 19 d 27 etc. gegenüber späterem 
(! Ml. SG) 'muínetliar (das nach •cluinethar gebildet sein könnte: 
Th.), denen, mit altem, umgefärbtem o, uilUu, hiind, yuin etc. 
gegenüberstehen (aber über coire 'Kessel' gegenüber cuire 'Schar' 
vgl. 0. S. 7). Bei dieser Umfärbung zu o und weiterhin in einigen 
Fällen zu w handelt es sich wohl um eine spätere Erscheinung. 
Über lat. a in irischen Lehnwörtern s. Kuno Meyer, Z. f. c. Pli. 
IV, 3451 Vgl. auch Pokorny, K. Z. 45, 73. 

Dafs bei etj^mologischem e der Wurzelsilbe vor folgendem 
i und 11 genau parallele Erscheinungen wie bei o bestehen, 
mögen kurz folgende ausgewählte Beispiele illustrieren (vgl. Ped. 
§252, 3 Anm. 6, 9; Vendr. pp. 403 ff.): hir, mittelir., 'Stachel', 
lat. vcni, umbr. herus 'verubus'; -hiur 'ich trage' aus *-hcrö, 
lat. fero; smiur 'Mark', ahd. smero 'Schmer'; hir or 'Wasser- 
kresse', kymr. hencr, *beruro-] — il 'viel' aus '^(j))eU-, gr. rro/iv, 
got. filu] mil 'Honig', miliss 'süfs', gwi/th, gaW. 3Ielissus] fili 
'Dichter', g. filed = velitas Ogominschrift Macal. 70; cilorn 
'Wasserkrug' Thes. I 1, 17, kj^mr. ce??<Tn '^lilcheimer', ^Jceluruo-; 
— fine 'Verwandtschaft', lat. venia 'Erlaubnis', voius 'Liebreiz'; 
siniu 'älter', lat. senior, zu sen 'alt'; ingen 'Tochter' aus 
*enigenä, vgl. gr. ly/ovoc. 'Enkel(in)', lat. indigena 'die Ein- 
geborene', über og. inigena s. a. S. 78; — critn 'Knoblauch' 
aus '■'hremu-, gr. xQÓfivor 'Zwiebel' (Ped. S. 121); — timnie 
'laue Wärme' aus *tepsmiß (Th. Hdb. § 226, aber s. Ped. 1 93); — 
ihair, n. pl., 'Taxus', gall. Ehuro-magus, -dumun; — mid 'Met' 
aus "^medu-, gr. gtilv, abg. medz, ai. madJnc, flid, d. sg., 'Fest' 
Wb. 9 b 14 vom ä-Stamme fled, kymr. gicledd (aber s. St. Spr. 276); 
meid, d. und acc. sg. von med 'Wage' Ml. 82 a 2, 79 b 4 mufs 
wohl auf analogische Ausgleichung zurückgeführt werden; — 
ligc 'Lager' aus '■'legk)-; tiiig 'dick' aus '^fcgu-, kymr. teir\ 



zu DEN UMFÄRBCXGEX DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 71 

Über deug -Trank' s. Th. § 298; — lind 'Flüfsigkeit' aus ""lendu-; 
rind 'Gestirn" aus * rendu-; mindech •mendicus'; — cinn, 
ciunn, g. d. sg. von cenn 'Kopf', kymr. penn: fo'gliunn 'ich 
lerne' aus *'glennü, 3. sg. 'gJeinn; — tricc 'urgent, quick' aus 
*treJcJci- (St. Spr. 136). Beispiele von "^eui entsprechend den o. 
S. 27 ff. besprochenen Fällen existieren natürlich nicht, da eu 
im Keltischen mit oti zusammengefallen ist. — Dagegen ohne 
Umfärbung auf Grund des Konsonantismus: in'neutli "ich er- 
warte' Thes. II 42 aus *'netü; ayriuth "adorior' Karlsruher 
Priscian 60 a 6 statt *-reiith nach riufh 'Lauf' aus "^ rtu- (Th. 
Hdb. § 72), vgl. inreith gl. adgreditur 311. 19dl3, inreik 48 d 3; 

— neich, neuch {neocli). g. d. sg. von necli 'irgendeiner', ni 
'etwas', aus '^ne<jUi, * nequö; eocli, d. sg. zu ech 'Pferd', lat. 
eqmis] ateocli 'ich bitte' aus ^ad'tecu; — mess 'Urteil' aus 
*messu-, ''medtu-; gessi, part. nee. von guidid 'bittet', aus 
* gessi-, *gedti-\ — meirh 'schlaff' aus '^merui-, kj'mr. menv; 
deirb, deiirh, acc. sg. fem., d. sg. von derh 'sicher', g. sg. fem. 
deirbbae (vgl. Thes. Suppl. S. 3); serbii 'bitterer' Ml. 24 c 10, 
Serbe 'Bitterkeit' AVb. 2 a 22, 9 b 12 zu serb, kymr. chivenc, lat. 
seresco 'werde trocken' (Ped. S. 78); — mindwerbai gl. con- 
fident! Ml. 65 b 6 aus '^•erblf, über nob-irpaid Wb. 8 b 2 s. Th. 
Hdb. § 79; — ferce, g. sg. von ferg 'Zorn', AVb. 22 b 3, gall. 
vergobretus 'oberste Behörde, die das Eecht über Leben und 
Tod hat' (Ped. S. 105); seurc, d. sg. von serc 'Krankheit', Ml. 
142c 3, lit. serga 'bin krank'; — sercce. g. sg. von ^frc 'Liebe', 
Wb. 5 d 18. 14 d 16, 16 c 4, d. sg. seirc Ml. 102 b 2, 124 d 13, acc. 
sg. seirc AVb. 12 b 26, 12 c 2, 15 c 9; — neirt, neurf. g. d. sg. 
von nert 'Kraft', gall. Nertobriga (Belege bei Vendr. S. 406), 
mittelir. analogisch nirt, niurt\ -biurt, 'b.irt, 1. 2. sg. des i-Prae- 
teritums von berid 'trägt' statt *-beurt, "^'beirt nach dem Praesens 
'biur, 'bir; — delbae, deilb, g. d. sg. von delb 'Gestalt', *delu-] 

— recht 'Gesetz' aus *rectu-, lat. regere; er echt u, acc. pl. von 
crecht 'Wunde', Ml. 144c 5, kymr. creithen ' Narbe '; — niese e 
'ebrietas' zu inesc aus "^ medsco-, gr. laihiozo) ; leiscc gl. pigri 
Wb. 31 b 23, cf. Ml. 118 a 3, zu lese, kymr. llesg; flisc, n. du., 
'Ruten' SG 3b 19 zu flesc mit altem i; ceird, d. sg. von cerd 
' Kunst ', gr. y.tQÖoc (vgl. o. S. 34). 

Auch vor e finden wir, wohl nur bei wurzelhaftem o, die 
Umfärbung belegt, doch beschränkt sie sich hier aufser auf die 



72 H. HESSEN, 

Stellung im Hiatus (vgl. o. S. 65 f.) auf die vor den Labialen 
ß und /r. tmis, corfruaig, hyriifiU; as'ruhart; cuman. AVährend 
sie wohl dort durchweg das regelrechte ist, scheint mir für die 
beiden letzteren Fälle, zumal da sie eine Fülle von Ausnahmen 
zeigen, der evidente Unterschied zwischen den analogischem Ein- 
fluis wenig ausgesetzten coihge, coibnius, coihse, coihedan und 
anderseits cuihdius (s. o. S. 17) und do'fuibnimm (S. 16) die An- 
nahme auszuschlielsen, dafs vor den Labialen ,3 und /j die Um- 
färbung unterschiedslos in jedem Falle eingetreten sei, ihr Fehlen 
nur durch analogische Bildungen erklärt werden könne. Diese 
ümfärbung ist vielmehr nach meinem Dafürhalten später als die- 
jenige durch i und u anzusetzen, und ihr Auftreten oder P'ehlen 
beruht möglicherweise auf den durch den Endsilbeuschwund und 
die Synkope hervorgebrachten Unterschieden der Entwicklung: 
allerdings Avird der labiale Charakter von ß und // bei dieser 
Ümfärbung stark ins Gewicht fallen, lautgesetzlich aber wird sie 
nur dort sein, wo zugleich der infizierende Vokal e silbebildend 
erhalten geblieben war {*-robert wird • riihert, -hart); wo der e- 
Vokal als solcher geschwunden war, ist sie unterblieben. Auf 
diese Weise werden sich die Gegensätze -riibert, -rubalt, cuman, 
{cuius) — -roibrea, toimtin, coibye erklären, während -robert, 
tomil, tomus, -robam auf Ausgleichung mit -roibrea, •toimied, 
toimseo, 'roib beruhen werden und comet, comitecht etc. nach S. 16 
Anm. erklärt werden kann. Allerdings sind die Musterformen 
für -rmmset, -imruimdethar, s. o. S. 62, nicht leicht aufzufinden 
(vgl. etwa, ini'ruiitadir, imme' ruimdetar o. S. 14); c?(i;>i,9e 'passend' 
hat altes mm {*hom-med-tio-?) und ist mir nicht erklärlich: in 
späterer Zeit (vgl. K. M. s. v. comse) ist oft coimse belegt. Auf 
spontanem Lautwandel beruht und in urkeltische Zeit zu ver- 
legen ist der Übergang von eng zu ing (s. Th. Hdb. § 73) in 
cingid 'schreitet' (ai. Tchanjati 'er hinkt', ahd. hinican). während 
lingid 'springt' (s. o. S. 41) altes i enthält. Elbenfalls vor die 
Umfärbungen wird der ^^'andel des in den Hiatus geratenen e 
in i in Fällen wie ad'sudi, guidid (s. o. S. 18, 19), nime {^nenie- 
sos, '^neme-os), tige {;Hegesa, *tege-a), auch wohl bei niw 'Neffe' 
(vgl. Ogominschriften Macal. 71, 93 niotta, niott), siur 'Schwester' 
zu verlegen sein (Th. Hdb. § 75, anders Vendryes Idg. Anz. 27, 19). 
Siehe Vendr. S. 402, Ped. § 28, 4, § 252, 3i. Bei -bir 'du trägst' 
aus * bares, nim 'dem Himmel' aus '^nemes liegen Analogie- 
bildungen nach der 1. sg. -biur, dem g. sg. nime vor (Th. 



zu DEN UMFÄRBÜNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCIIEN. 73 

Hdb. § 74). In allen anderen Fällen ist o, e vor folgendem e 
geblieben. 

"Wie aus der Sammlung der Beispiele ersichtlich ist. ent- 
behrt die oben gegebene Regel für den Wandel von o zu u der 
Ausnahmen nicht; die wichtigsten derselben sind folgende: 

a) In der Anwendimg der jeweils lautgesetzlichen Formen 
der in stets neue Verbindungen tretenden Praepositionen und 
Verbalpartikeln herrscht einige Verwirrung. 

b) Die lautgesetzlich geforderte Umfärbung fehlt, indem in 
einem Paradigma durch Anlehnung an eine prägnante Muster- 
form der Vokalwechsel beseitigt wird: a///« nach oU, goiritc nach 
gor, sonn SG 16 a 9 nach son. 

c) Die Umfärbung tritt an ungesetzlicher Stelle ein, indem 
die im einen Paradigma durch den Konsonantismus legitimierten 
Vokalwechsel zu morphologischen Merkmalen der Flexion erhoben 
werden und da eindringen, wo der Konsonantismus sie verhindern 
sollte: citirj), curp zu corp, fuss zu foss, hide zu holg, turcu zu 
tore nach muid, mud zu mod, suin, sun, sunu zu son. Doch 
spielen bei dieser Art der Analogiebildungen als Muster eine 
weit gröfsere EoUe die altes u enthaltenden Paradigmen, die in 
gewissen Kasus oder Personen, in Folge von Umlaui des "Wurzel- 
vokals vor a oder o, von den o -Wurzeln nicht zu unterscheiden 
sind: nach croch 'Kreuz' i\?iX. crux), á. cruich etwa zu co5s 'Fafs' 
der d. sg. cuiss, nach 'dlongam, fo'longam :' dlung, fo'lung 
(Thes. II 42. 18) mit altem u zu • bongam die 1. sg. • bung (mit 
altem o, statt * • bong). Bei Analogiebildungen wie lusai zu lose 
nach truseu zu trose (s. o. S. 56) ist die Übereinstimmung der ver- 
mittelnden Konsonanten ein ausschlaggebender Faktor gewesen. 

Dazu kommen vereinzelte FäUe verschiedener Art: so 
können buidir gl. surdä Ml. 38 c 15, buidre 'Taubheit' Ml. 59 a 12 
nicht regelrecht zu bodar 'taub' gebildet sein, da dies dem 
ai. hadhiras entspricht, also etwa auf eine Grundform *bodaro- 
weist: vgl. kymr. byddar, körn, hotlmr, breton. bouzar. Muster 
werden (so Thurneysen) etwa Wörter wie othur 'Krankheit' 
aus *(2))utro-, g. uithir (*2<fn), dobar 'Wasser' aus "dubro-, 
g. *dubuir oder * duibir (?), mothar 'dunkel' aus -mutro-, g. 
*muithir u. ä. gewesen sein, auch odar 'grau" (cf. odur Tlies. 
II 9,28, Asc. 130), g. uidir, uidre (cf. Leabhar na h-Uidhre 'Buch 
der dunkelgrauen 'j, obwohl auch dies Wort nicht regelrecht, 



74 H. HESSEN, 

aus *udro- (zu gr. i'AoQ, also 'Wasserfarben'?) oder *odro- 
(St. Spr. 50, vgl. K Z. 32, 562), entwickelt sein kann. Vgl. noch 
fudil 'divisione' SG 147 a 8 a, d. g. von fodail (vgl. Ml. 93 d 6, 
111 a 7), fuffiir Ml. 26 d 10, d. sg. von *fofjaro- = fofjur 'Ton'. 

In scharfem Gegensatz zu den unter c) genannten Fällen 
von etj-mologischem o, das ungesetzlich, durch analogische Ein- 
flüsse umgefärbt wird, stehen die alten, etymologischen u (und i): 
die Ansicht, dafs ihre Vertretung im Irischen derjenigen von o 
und e gleich sei, mufs auf Grund der Erwägung als unhaltbar 
abgewiesen werden, dals bei derartiger Entwicklung der Gegen- 
satz zwischen folcaim — uilc, loisc — truscu, leiscc Wb. 3lb32 
— flisc SG3bl9, lomg — drunfju 'Scharen' (Ultans Hymnus, vgl. 
gall. d()of 770c, ?Lbg. drugö 'Freund; der andere'), roitJiiud — giith 
(s. 0. S. 51), hfuth (s. 0. S. 52, ahd. hriiiwan 'brauen'), foss — luss 
(Tur. 115, s. St. Spr. 258, Ped. § 256, 5) unerklärlich wäre.i) Viel- 
mehr ist die normale Vertretung die durch u bezw. i, diejenige 
durch bezw. e erklärt sich: 

a) Aus der von der bisher besprochenen gänzlich ver- 
schiedenen Umfärbung durch folgendes a und 0, die, abgesehen 
vom Falle der Gruppe nd, ohne Rücksicht auf den Konsonantis- 
mus vor sich geht, Th. Hdb. § 69 ; dabei ist es von Wichtigkeit, 
hervorzuheben, dafs hier e keineswegs, wie Vendr. S. 399, 401 und 
mit ihm Ped. Gott. gel. Anz. 1912 S. 42 annehmen, die gleiche 
Rolle spielt wie a und 0: vielmehr ist es hier wie i und 11 in- 
differenter Vokal, wie es sich überhaupt gegenüber den Um- 
färbungen (in aktivem Sinne) vollständig neutral verhält. 

b) Aus mannigfachen Analogiebildungen: so niufsten die 
ä- Stamme doch 'Stein' {*Jdukä, St. Spr. 73), croch 'Kreuz' (lat. 
crux, crucem), lofh 'Schlamm' {^Ixfä, lat. hition 'Dreck, Kot') 
vor hellvokaligen Endungen ihr u bewahren, wie es regelrecht 
bei cruclie, g. sg., Hom. v. Cambr. viermal, Wb. 8 a 5, cndch, acc. 
sg., Horn. V. Cambr. geschehen ist. Jedoch sonst führt die Aus- 
gleichung nach dem n. sg. zu einem Paradigma doch, cloichc, 
cloich, cloich: g. sg. loithc SG 127 a 1, d. sg. loith MI. 60 a 6, 
acc. sg. croich Wb. fünfmal (Belege bei Ped. S. 363), wobei Para- 



') Vgl. auch as-bcir *er sagt", aber fir 'o ]\Iaim', deren gegensätzliche 
Entwicklung sich ohne weiteres aus der Verschiedenheit der Grundformen, 
*-be>-et, aber *vire erklärt: anders Ped. §252 Anm. 6, Vendr. S. 401. Vgl. 
Th. Idg. Anz. 27, S. 14. 



zu DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 75 

digmen wie coss, coisse, coiss^ coiss stützend zur Seite standen. 
Vgl. fidboicc, g. sg. von fidbocc 'arcus ligneus' (s. o. S. 50) 
:in. 80b6; hretJi 'Tragen' aus *&Wfa-, g. sg. inY/^e Wb. 25 d 3, 
acc. sg. brifh 9 b 6, 13 a 11, 29 b 9. dann aber nach dem n. sg. 
der d. sg. hreith 14 a 4, nach den obliquen Kasus der n. sg. brith 
13 d 4. 23 c 11; ein Schwanken der Schreiber zeigt sich in Fällen 
wie oilcc SG 39 a 32 mit über o gesetztem u. — broin 'Leib', 
acc. sg., Ml. 44 a 10, coin "Hund', d. sg., n. pl. aus *brus)iem (vgl. 
got. briists), ^cuni *cunes (gr. xvi-ó^. y.vvi) nach g. sg. (etc.) bronn, 
con aus "^brusnos, "^ciuios: regelrecht ist bruinne 'Brust'; robuir 
'rot', g. sg., Ml. 96 Gl, domuin 'Welt', g. sg., Wb. 15dl8 aus 
*rubn, ^dubni zu robur, doniun aus ^' rubros, ^did>nos. Hierher 
gehört auch die Verallgemeinerung der vor dunklen Vokalen 
entstandenen Form so-, do- der Praefixe 5«- (ai. su-) und du- 
(gr. ÓVZ-) in somaüse 'Sülsigkeit' {milis 'süfs'j, solus 'hell' {Ics 
'Licht'), sonairf 'stark' (neri 'Kraft'), sochraide, doch raide ^Schön- 
heit, Häfslichkeit ' (cruth 'Gestalt'), doraid 'schwierig', soraid 
'leicht' zu réid 'eben, glatt' (Th. Hdb. § 167, dagegen Ped. Gott, 
gel. Anz. 1912 S. 42), soirthe 'Schnelligkeit' (reí/íiW 'er läuft"), 
dodaing 'schwierig" Ml. 61 a 21 i^UJu-ding- lu'^-dinrj- in con' utiänc 
'baut'?), ífo/í7/?^? 'Schwierigkeit' SGI a 6, doidgni, mit Metathese, 
Ml. 37 a 10, soirb, doirb 'leicht, schwer' (wenn nach Asc. 208 
erklärbar); da die Umfärbungen zur Zeit der Synkope noch nicht 
vollendet gewesen sein können (s. u. S. 78), muis eine Form wie 
"^siiirthe 'Schnelligkeit' als einmal wirklich vorhanden vorausgesetzt 
werden; denn als die Form Synkope erlitt, gab es immer erst die 
eine Form su. Da das Präfix später in diesem Worte unverdunkelt 
blieb, konnte schliefslich das nunmehr überwiegende so an seine 
Stelle treten.^) Bei der Umbildung von *suJus 'hell' zu soJus mag 
etwa auch foUus (aus *fo-su-lés) mitgewirkt haben usw. Der 
alte Vokal ist wohl nur in wenigen Fällen erhalten, so in in- 
duillnedche gl. ingluvies, 'Gefräfsigkeit' Ml. 98b 10. arin- 
duilnedchi gl. propter ingluviem 98 b 11, das sich wohl nicht 
nach Asc. 166 aus *fo-lm- erklärt, sondern das Abstraktum dar- 
stellt {in duillnedche zu trennen) zu vorauszusetzendem *duilne- 
dach 'schlecht zu füllen', 'schwer zu sättigen", das seinerseits zu 
*dmlned 'schlechtes Füllen' (cf. Unad 'expletio', zur Bedeutung 



») Vgl. sóimnech, dóinmech 'glücklich, unglücklich", nach Th.. K. Z. 44, 
S. 115 aus '"SU-, * du-gtiimach. 



76 H. HESSEN, 

Ihitidi 'fartores' SG 186 b 2) gebildet war: dann erklärt sich 
airindoUntaigi Ml. 08 b 11, das arin duilnedchi glossiert, als 
etj'mologisierende Glosse (*dii-IÍ7itaif/e = dnilnedché), die be- 
zeichnenderweise do- für du- ansetzt. Auch suiris gl, pervium 
Ml. 124 b 8 (über suire Wb. 4 a 10 vgl. Bergin. Ériu V 112) ist 
Avohl mit SU- komponiert; dazu noch suhae 'Jubel' Ml. 146 d 2 
(cf. 47 d 2, 67clO, d 5), dubai 'Traurigkeit', g. sg., Ml. 110 c 9. 
Entsprechend bei der Praeposition *til's ad' opiiir 'er opfert' 
{*-uJcsber-), in- otgam 'wir gehen hinein' Ml. 96 b 5, in'otsam, 
subj., 16 a 16 (zu tkigu 'gehe') etc., dagegen cuwutgim SG 141 a 1. 
con- utsin Karlsr. Beda 37 d 2, con- ntaing 'baut' Wb. 8 c 16, 8 d 2, 
10 b 28 etc., con-uicgebtiw.r ' gloriabitur ' Ml. 64 b 8, e- Futurum 
zu con-ocaib 'erhebt'. Zeigt auch simiscclaiclithi 'Evangelisten' 
Ml. 45 a 3 zu sonstigem sosccle (scél 'Botschaft') das alte u oder 
lag dem Glossator etwa eine etymologische Spielerei im Sinne, 
wie dem Schreiber des Leabhar na h-Uidhre. der (Lü 13 a 13) 
sosccle als mit sid '\yeiser' komponiert aufzufassen scheint? 
(vgl. Stokes, K. C. 20, S. 271 Anm. 1); ßutlichernai 'eines guten 
Herrn' LU 85 a 33 aus ''^ su-tigern-. — fo'loing 'er hält aus' 
Wb. 29d 17 (s. 0. S. 46), dlongaid, as-dloing 'er spaltet' Ml. 48 c 32, 
cf. hi-dloingtis gl. dissecabantur Arm. 175b 1 Thes. 1496 {*-dhing- 
et-, vgl. Ped. § 30, aber St. Spr. 158), fo-roind 'er färbt' (s. o. 
S. 46), as-boind 'lehnt ab' (gr. nirdaroi/ai). do- f eich 'er rächt' 
Wb. 6 a 16 (IdX.vincere, 2Íh^. icthan 'kämpfen'), ro-slogeth %\. 2^)- 
sorpta est Wb. 13d24 (I. man.) zu shicid 'verschluckt' (s. o. S. 47), 
vgl. slocod 'das Verschlucken' Thes. II 255 sind für Formen mit 
erhaltenem u bezw. i (1. sg. fo-hing o. S. 73, fu'lungáin 'ferebam' 
Ml. 86 c 13, do-fích Wb. 15 a 16, Ml. 123 d 8) nach umgelauteten 
Formen wie \.\i\.fo-longam, 3. pl. '/o^f/fti (Wb. 14bl5), "^fecham, 
*-fechat entsprechend dem Verhältnis von tongid, -boing, -beir 
(mit altem o bezw. e) zu 'bongam, -beram etc. eingetreten. Für 
sJucid ist übrigens, wie 3. pl. sJogaif Ml. 123 d 3, no-sJocad 'ver- 
schluckte' Lü43bl7 (neben conda-sJoic ib. 129 a 19) etc. zeigen, 
das Nebeneinander von i- und «-Flexion wahrscheinlich. — cor 
'Setzen, Wurf, d. sg.. Ml. 72 b 12. 99 d 7. 118 a 15 aus ""curn (vgl. 
acc. pl. curii gl. gyros Karlsr. Beda 18 b 2, s. o. S. 5) zum n. sg. cor 
aus '■euro- nach dem Muster corp — á.corj), folt — folf, cosc — 
case etc.; Yg]. dctholr, g. sg., 'Unterschied'. SG 55 b 5. 

c) Aus spezieller Behandlungsweise der Lehnwörter wohl 
in tonach 'tunica' (aber Uaiig 'tunicam' Tur. 128), cokaid (coJced) 



zu DEN UMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. < t 

'culcita', cochuU "cncullus. Kapuze' {cócúll Thes. I 5. 37). cengal 
'cingulum': s. Vendr. S. 409. Ped. § 125.1, auch wohl bei dem 
aus der Kü'chensprache entnommenen onfjim 'unguere'. dessen 
6 -Vokalismus aber auch aus dem Schwanken dieses Verbs 
zwischen a- und 2 -Flexion erklärt werden künnte. 

Für die chronologische Fixierung der in dieser Arbeit 
behandelten Umfärbung, die. wie schon Vendryes" Untersuchung 
ergeben hat, vor der Palatalisierung eingetreten ist. haben wir 
folgende Anhaltspunkte : 

a) Die Entstehung von "Wortformen wie mihus, coibge, tuirem, 
hidden, fuilted, fufjall aus ursprünglichsten * comnissus, * comuec/iß, 
*tonmä, '^hodmä, *fol.itatu-, "^fofjiUo- setzt voraus, dais zur Zeit 
des Eintretens der ein o zu u umfärbenden Ki-aft in diesen 
Wörtern noch keine wesentliche Verschiebung der Klangfarbe 
der infizierenden Vokale eingetreten war. so dals also coibge als 
Komposition nicht mit bereits dem Umlaut verfallenen fige 
'Weben', sondern mit dessen Grundform "^uegiä betrachtet 
werden mufs. Dies, zusammen mit cilornn aus ^celunw-, fudu- 
main aus *foduhni- zu domun etc. verbietet, für eine der hier 
in Betracht kommenden Umlautserscheinungen, mithin den Über- 
gang von zu u, von e zu i, von u zu o, i zu e. sowie für die 
Th. Hdb. § 98 und 99 besprochenen Vorgänge in unbetonten 
Silben ein Prioritätsverhältnis gegenüber den anderen an- 
zunehmen. Diese Umfärbungen sind voneinander chronologisch 
nicht wesentlich zu trennen; diejenigen von o zu u und e zu i 
beruhen überhaupt auf einem Lautgesetz. 

b) In den Ogominschriften fehlen die Umfärbungen: 
Namenformen wie Lociinias, g. sg. des späteren Luihen, Macal. 
13, 32 etc., Broci 55 = Bruic (brocc 'Dachs'), Veduceri = Fid- 
chuire, Meddogeni (= Medugeni) == Midgen 176, celitas = fled 
'des Dichters' 70, Giragnos = Geran 138, Ulccagni, g. sg. des 
späteren Olcán 151, Grilagni = Grellán 166 {GriUaan Thes. 
n 281, 10?), Scilagni = Scellán ib., aulserdem die vielen Kom- 
posita mit mnia- = späterem con- 'Hund' (gr. xvró^), s. Mac Xeill 
S. 349, scheinen mir beweiskräftig genug, um Formen wie Ilitfu- 
vecc, Bogagavecc (mit bereits geschwundener Endsilbe), Benaveca, 
Bifiavecas gegenüber Graviccis nicht allzuhohe Bedeutung beizu- 
messen; vgl. auch Vecrec, Veqreq Macal. 117. 189. nach Mac Xeill 
= *-ngas, Olacon = Olehon, g. sg. von Olch'.i Handelt es sich 



78 H. HESSEN, 

liier einmal um lauter unbetonte Vokale (denn Veryoso Macal. 
192 mit Bestimmtheit auf *viraguso- zurückzuführen, so MacNeill, 
scheint mir gewagt), so kommt dazu, dafs damit nur die Um- 
färhung durch dunkle Vokale belegt wäre, nicht diejenige durch 
i und ?r: diese zu beweisen sind For íi^íírw, Vorrtigurn, {C)anni- 
tigirn Macal. 236, 148, 95 (MacXeill S. 351) und Vuroddran 
Macal 72 (MacNeill 350) gewifs nicht sicher genug, und inigena 
' Tochter ' Bilingue von Eglwys Cymmun (s. o. S. 70), das Pedersen 
zusammen mit crinmtJier für seinen chronologischen Schlufs heran- 
zieht (s. 0. S. 2), zeigt wohl nur ein Schwanken im Vokalismus 
der Praeposition, wie es auch im Altirischen der Glossen z. B. 
bei engne, ingn{a)e, d. engnu, ingnu 'Erkenntnis' (vgl. Th. Hdb. 
§ 834) zu finden ist. Über cruimther 'Priester' s. Th. Hdb. 
§ 222, 0. S. 5: es vertritt nicht altes "^'qremiter, woraus nach 
Ped. mit Umlaut qrhnitir der Ogominschrift, Ped. § 124, 5, sondern 
qrimitir war dem £dtkjmr. ^irimf er {premier) nachgebildet. Sollten 
aber obige Beispiele (Bittnvecc etc.) wirklich sichere Belege für 
die Umfärbung von i, u zu e, o sein, so könnte es sich nach 
dem unter a) Bemerkten doch nicht um die fertige Wirkung des 
Lautgesetzes handeln, sondern nur erst um eine leichte Infizierung, 
die eine gelegentliche Schreibung der etwas geöffneten i und u 
als e und o ermöglicht hätte. Das wiese dann darauf hin, dafs 
diese Umfärbung (durch dunkle Vokale) in ihren ersten Anfängen 
früher als die anderen hinaufreichte. 

c) Der Gegensatz toissech-ttms, s. o. S. 28, erklärt sich am 
ehesten durch die Annahme, dafs beim Eintreten der Sj'nkope 
die Umfärbungen noch nicht vollendet waren, dafs mithin ihre 
Hauptwirkungszeit derjenigen der Synkope nachfolgt. 

Somit fallen die Umfärbungen der Vokale im Altirischen in 
jene Epoche der grofsen Umwälzungen, die, schon zur Ogomzeit, 
mit der Veränderung der Endsilben beginnt; sie bestehen in 
der, wie die Sprachgeschichte lehrt, allmählichen Änderung 
der Klangfarben der Vokale durch Assimilation an diejenigen 
der in der nächsten Silbe folgenden. Die von mir ursprünglich 
gehegte Ansicht, dafs sie im Wesentlichen erst nach der Synkope 
eingesetzt hätten, somit den vermittelnden Konsonanten als 
den in diesem Falle oft alleinigen Trägern der Klangfarben der 
geschwundenen Vokale eine bedeutende Eolle zuzuschreiben sei, 
vermag kaum zu bestehen gegenüber der Schwierigkeit, den 



zu DEN ÜMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 



79 



Unterschied in der Wirkung' der beiden Vokale e und i im 
Falle ihres Schwundes zu erklären; spielen doch dieselben bei 
der späteren Palatalisierung- ohne Unterschied die Eolle der 
•palatalen', d.i. i-farbigen Vokale. (In jenem Falle müfste man 
mit der Unterscheidbarkeit von i- und e-farbigen Konsonanten 
rechnen dürfen). Daher sind die Anfänge der Infektion viel- 
mehr vor die Zeit des Endsilbenschwundes (und der Synkope) 
zu verlegen, die Entwicklung jedoch zu völliger Umfärbung, 
die eine Änderung der Schreibweise nach sich zog, trat erst 
nach Beginn der Synkope ein. 



Register zu Seite 69. 



Q 4, 45 


ß 16, 48 


LiQ 40 


tr 7, 46 


bh 18, 49 


.«/. 41, 55 


A 7, 46 


Ó 18, 49 


mml 41 


11 10, 47 


dd 21, 49 


mh 42 


V 11, 47 


y 21, 50 


ddr 57 


nn 13 


99 23, 50 


ggi^l 


u 13, 48 


cc (26), 52 


Hiatus 27, 53 


mm 15, (48) 


nd 37, 54 





Verzeichnis der Abkürzungen. 

Asc. = Ascoli, Glossario dell' antico Irlandese. 

Bergin = Osborn Bergiu. Contribations to the liistory of palatalization 

in Irish, Ériu III 50, auch Freiburger Dissertation 19U6. 
K. M. = Kuno Meyer, Contributions to Irish Lexicography. 

Macal. = Macalister, Studies in Irish epigraphy, 3 Teile, 1897 — 1907; nach 

den 2summem der Inschriften zitiert. 
Mac Neill = John Mac ^'eill, The Irish Ogham inscriptions, in : Proceedings 

of the Eoyal Irish Academy, vol. XXYII, sect. C, n. 15. 1909. 
Ped. = Pedersen, Vergleichende Grammatik der keltischen Sprachen, 

I.Band, 1909; 2. Band 1911. 
Sarauw = Chr. Sarauw, Irske Studier, Kopenhagen 1900. 
St. Spr. = Stokes, Urkeltischer Sprachschatz (= Fick, Vgl Würterbuch, 

4. Auflage 2. Teil) 1894. 
Thes. = Thesaurus palaeohibernicus, 2 Bände 1901 — 03. Supplement 1910. 

Th. Hdb. = Thurneysen, Handbuch des Altirischen, 2 Teile 1909. 



80 



H. HESSEN. 



Trierer Gl, = Altirische Glossen 211 dem Trierer Enchiridion Augustins, ed. 

Stern, Z. f. c. Ph. VII, S. 475 ff. 
Vendr. = Veudryes in den Mémoires de la Société de Liuguistique de 

Paris XIV (1906—08). 

In der Anwendung- sonstiger Abkürzungen folge ich Th. Hdb. (s. da- 
selbst S. XVI). 



adbchlois 27 
adchondeimnea 61 
adrosoid 18 
airindolintaigi 76 
aithchumbe 42 
aufoirbthe 33 
anfuirbthe 33 
arrodibaid 20 
(mir.) arrofoilged 4 
arrudérged 20 
arrudibaid 20 
arriiueithset 59 
arubbuem 20 
asruchumlae 55 
athuisti 27 
(mir.) attruic 31 
augaire 32 

as-beir 74 
bir 72 
birt 71 
biurt 71 
bocbt 55 
boi 'er war' 31 
boicht 43 
boide 20 
boill 70 
boimm 63 
boiss 27 
bongid 68 
breith 75 
brith 75 
Og. Broci 77 
broin 75 
(mir.) broit 21 
brön 11 



AVortregister. 

brongidi 39 

fris-brudi 19 
bruicc 52 
dubruinn 13 
bruinue 13, 75 
(mir.) bruit 21 
bruitne 21 
bruth 52 
bucc 52 

buide 'Dank' 20 
buide 'flavus' 18 
buiden 20 
buidir 73 
buidre 73 
buillni 9 
buinne 13 
bulc 54, 73 
bunad 47 
■bmig 73 
burbe 34 
burpu 34 

ceird 34, 71 
nadcho 14 
in chübaid 17 
dud'choisgedar 08 
in'choissig 68 
mat'chous 30 
cia chuin 13 
nád-ehum 14 
ascbúndarlaig 38 
cilornn 77 
ciugid 72 
cisse 19 
clocenu 61 
cloud 33 



! cluiche 26 
cnuc 26, 52 
coair 29 
cobair 41 
iu-cobfillter 65 
cobfiss 17 
coblige 41 
cobre 64 
cobrith 41 
coceirt 61 
dia • cocéitbani 61 
cocell 61 
coche 26 
cocrichthib 42 
cocridigthid 42 
ar'coi 66 
do-coi 66 
coibdelach 65 
coibedan 65, 72 
coibge 65, 72, 77 
coibuius 65, 72 
coibse 65, 72 
coic 'Koch' 23 
coic '5' 28, 66 
coica 28, 66 
coiccéilsine 61 
coíced 28 
aure-coicsa 61 
coicsath 61 
dc-coíd 30 
adcoidemmar 29 
ar-coiraddim 16 
coimdiu 63 
coimmchloud 30 
coimsetu 63 
coimtig 63 



zu DEN ÜMFARBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 



81 



coin 75 

coindeulc 61 

coinnicli 13 

coinnil 13 

coir 29 

cóir 26, 29 

Coirbre 45 

coirce 35 

coire 7, 70 

coirp 36 

coirtchide 36 

coisctir 4ri 

coisle 68 

coisnimi 44 

coisecrad 68 

coiss 27 

dicoissin 68 

coitchenu 60 

coiteicthi 59 

comachte 14 

con • comairsem 40 

do-comarraig 62 

combart 48 

ni • coméicnigedar 63 

comet 63, 72 

comimmaircide 15 I 

comindocbál 15 

comitecht 63 

comithi 15 

comlín 41 

comlugiu 55 

comlunn 55 

commail 63 

do'commar 28, 63 

c(o)mmlith 42 

commus 63 

comoicse 24 

compert 48 

f rissa • comricf ea 40, 46 

comrud 40 

comscugud 48 

comthrom 57 

condeilb 61 

congnam 45 

córae 29 

corp 54 

corpu 54 

ad'cosantae 47 

Zaitacturift f. celt. Philologie 



cose 56 

cosnara 44 

do-cotar 28 

cotlud 9, 49 

crédumae 13 

crocenn 61 

croit 25 

crub 48 

cruche 74 

cruich 73, 74 

cruim 15 

cruimther 2, 15, 78 

cruind 39 

cruithnecht 24 

crumm 48 

cmth 52 

con-cu 14 

for-cuad 29, 31 

ad-cu(ajid 29, 30 

du • cuaid ' ist gegangen ' 

30 
in cuaid 29, 30 
cúalae 11 
cubaithiu 17 
cuius 17 
cucae 26 
cucann 23 
cucci 50 
cuccu 26 
cuccuib 50 
cuccum 50 
cuccunu 50 
cnccut 50 
cucht 55 
cuchtar 56 
cuclaige 12, 42 
cuib 17 

cuibdius 17, 72 
cuibsech 17 
(mir.) cfiic 28 
cuicce 26 
cuiclige 12, 42 
cuicnecht 24 
nad'cuicsedar 24 
cuidich 24 
cuil 'culex' 8 
cuil 'piaculi' 9 
cuilche 8 

IX. 



cuile 8 
cu(i)lech 9 
cuilen 8 
cuilén 8, 11 
cuilennbócc 8 
cuiU 10 
cuimleng 41 
cuimlengaigthi 41 
cuimlin 41 
cuimliucht 41 
cuimne 63 
cuimnech 63 
cuimre 42 
cuimrech 40 
cuimse 72 
for-cuimsed 14 
ni-cuimsin 14 
farcuimsitis 14 
cuimte 42 
cuinchid 38 
cuindchid 38 
na'cuindig 38 
ad'cuindminim 38, 61 
cuindrecb 37 
cuindrigud 37 
cuing 39 
na'cuinged 38 
ara-cuintea 38 
cuintechtai 38 
cuire 7, 70 
cuirethar 5 
cuirp 36, 72 
cuirrigu 7 
cuirrithir 7 
cuirt 36 
cuis 27 
cuiss 73 
cuit 21 
cuitbi 21 
cuitbiud 21 
ad'cuitecht 21 
cuithecb 24 
du-cuitig 21 
cuitir 21 
culebath 8 
cumacc 14 
cumacbte 14 
con-cumai 14 



82 



H. HESSEN, 



cumaii 63, 72 
cumaug 14 
cumcae 14 
cumcu 14 
cumgabál 48 
cummae 15 
cummair 42 
cummasc 15 
cummat 15 
ad-cumnet 42 
cumsanad 48 
cumscugud 48 
cumtachte 48 
cumtúth 48 
cumuing 14 
cumuug 14 
cuudil 38 
cundrad 54 
cundrathtig 54 
cundu 38 
cuntubart 48 
curp 54, 72 
curpu 54 
cutdim 49 
cutrummus 57 
cutuim 49, 51 

Og. Deglann 12 
deolaid 12 
diuiiag 12 
as'dloing 76 ' 
dlung 73 
doaib 66 
dochu 26 
doi 33 
doib 66 
doich 26 
doidiigi 75 
doilbthib 36 
doim 15 
doiiii 29 
doirsib 57 
dolbad 23 
rodndolbi 36 
dolbud 36 
dommae 15 
doninach 15 
domuiu 75 



dorosloiun 19, 37 
Og. Dovvinias 77 
dructae 56 
druimm 15 
druimmchlae 15 
duaib 66 
duib 17 

fu-duiddiestar 19 
duine 13 
(mir.) duirn 35 
duit 21 

dúlchinne 32, 47 
dumugud 15 
nom'durm 35 
dús 31 
duthain 25 
dúthracht 32 
duus 31 



ecomlecht 41 
ecumliucht 41 
engue 78 
epscoip 18 
epscop d. sg 
epscuip 18 
escomlud 55 
escumlud 55 



49 



farrochuad 31 
do -f eich 76 
fidbocc 50 
fir 74 

no du -f obi 16 
codu ■ fobither 16 
fochell 67 
focheu 67 
fochid 28, 29 
focbricc 43 
fochridigud 43 
focbuinu 38 
foditiu 59 
fodiiirt 34 
foéssam 28 
fogitled 23 
fognam 43 
foicb 26 
foichlid 67 
foigde 60 



nicon-foigebat 60 
foil 'Haus' 9 
foil 'Armband' 9 
foilen 8 

(mir.) foilgiseom 4 
foille 10 
foilmire 10 
foiltni 37 
ar-foim 66 
ara'foimat 66 
foimtiu 62 
foindel 30 
foir 57 

Condon -fóir 58 
foirbthe 33 
foircimem 35 
foirclidi 35 
arna • foircnea 68 
foircthe 68 
foiret 66 
foirib 6 
foirinn 6 
arafoiris 57 
foirmtech 67 
do-foirudea 57 
foirrce 58 
foirsingi 58 
Foirtchernus 36 
foirthiu 58 
foirtrib 35 
foisam 28 
foiss 26 
foithne 67 
folcaim 36 
folcud 36 
follscaide 44 
follus 28, 59, 75 
imfolngi 47 
folog 46 
folt 54 
dufouget 12 
fonitiud 12 
dofouug 12 
dofonus 12 
foraib 57 
forbaide 33 
forbart 67 
forbe 33 



ZtJ DEN ÜMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIKI8CHEN. 



83 



do-fórbiat 33 
forbrissiud 45 
forbru 57 
forcal 35 
forcan 68 
forcell 35 
fordarcc 61 
fordiuclaimm 34 
forduntu 53 
forgniiso 57 
format 67 
fonnúigthe 53 
forrae 7 
forru 46 
fortacht 35 
fortechtai 34 
fortige 34 
foss 52 
frithortae 35 
fuar 66 

codu'fubath 16 
fiibide 16 
fubthad 49 
fubudur 16 
fudü 74 
fudumain 49 
fugall 22 
fugell 22 
fugur 74 

dofuibnimm 16, 72 
fuidell 20 
nrfuidema 18 
fuil 7 

fuillechtae 10 
fuilled 8 
fuillem 10 
fuilliuchtae 10 
fuillned 8 
fuilted 8 
fuin 12 

du • fuinchidid 12 
ro • funigestar 12 
do'fuircifea 5 
fuirec 5 
fuirech 5 

ma ar'fuirestae 58 
fuiri 6 
fairib 6, 57 



cid arid'fnirig 5 
ni-fuirmi 4 
arüdam • fuirset 58 
fuirsire 69 
i fuirsitis 5 
nad-ful 46 
fulach 46 
fulachtae 46 
nadfulaing 46 
nad • fulgam 46 
fulumain 46 
funech 12 
funed 12 
arna-furastar 46 
dofurcabar 45 
furgrad 45 
fursundud 45 
ar fus 52 
hi fus 52 
fuss 73 
fusti 27 
cio fut 49 
futhu 51 

gessi 71 
gobainn 65 
gobel 64 
goire 6 
goiriu 6, 72 
goirt 35 
goithimm 24 
gorith 5 
gort 53 
gorte 35 
(mir.) gorthiut 6 
guide 19 
guidid 72 
guidimm 19 
(mir.) guille 10 
guin 11, 70 
guirit 6 

nonn • guirther 6 
gulban 36 
gulpan 36 
gute 19 
guth 51 

do-immurc 53 
Qicon • imruldatar 47 



imtbuge 22 

iubuilcthe 54 

induillnedcbe 75 

infolgithe 47 

ingen 'Tochter' 2, 70 

ingn(a)e 78 

ingoir 6 

Og. inigena 78 

irchoimted 16 

lingid 72 
fu'llugaim 22 
fo-llúur 47, 53 
loathar 66 
lobrae 40 
lobru 40 
lobur 55 
conu-logad 23 
cia dulogae 5, 22 
du-logaid 5, 22 
logud 23 
as-loi 32 
noloichfed 23 
codu-loigther 5, 22 
loigthiu 23 
loimm 63 
coas'lóiu 32 
loing 39 
fo-loing 76 
loingid 39 
loingsech 39 
loingthech 39 
loiscthe 44 
loith 75 
loithe 74 
longais 39 
ni'louge 39 
longud 39 
loscud 44 
lue 50 
luch 52 
lucht 56 
lue 47 
lugae 23 
do-lug(a)i 21 
lugburt 54 
du -luget 22 
da-lugub 22 

6* 



84 



ft. HESSEN, 



as-hií 31 
hiic 23 
doluigira 21 
hiiu 12 
luiud 38, 70 
luiude 38 
luindiu 38 
luiniche 13 
luisse 27 
folung 73 
luuge 39 
Iure 53 
lurecli 5 
luscu 56, 73 
luss 52 

mainethar 13 
meid 70 

nioinethar 13, 70 
moirb 33 
moirtcheiui 35 
mruig 22 
mucc 26, 52 
muccfoil 9 
mud 49 
mug 50 
muí 32 
muich 26 
rauid 18 
at-muilniur 9 
muimme 15 
muince 11 

muinde 11 

muinél 11 

iiiuinethar 13, 70 

muiuter 11 

muiutib 12 

muiutorc 11 

muir 5 

muisse 32 

muleuu 9 

multu 54 

muutav 11 

murial 6 

muth 52 

naue 'neu' 30 
nim 72 



nímchubandora 17 
nime 72 
uiae 72 
nochtae 43 
uoicht 43 
nuae 30 
nuie 30 

obell G4 
oc(c)ae 24 
occ(a)i 24 
ocht 55 
oetiu 29 
oí 31 
oicsi 24 
oilech 9 
oillu 10, 73 
arua'oip 18 
oipred 65 
oirbemandi 34 
oirdnimm 34 
oiss 27 
oissi 27 
óitiu 29 

ougim 23, 39, 77 
orbae 34 
orcaid 67 
orcun 67 
orddu 35 
orpe 34 
ar'osulcub 54 

proiud 70 
(mir.) puirt 36 

Og. qrimitir 78 

ráed 29 
remfuar 66 
ar-riutb 71 
doToacbt 30 
asTobair 64 
robam 64, 72 
adTobart 64 
robat 64 
arTobert 64, 72 
darobidc 16 
robith 64 
asTobrad 41 



robud 49 
doTochair 67 
adTodarcar 59 
cota' rodele 59 
rodéue 59 
roéd 29 
rogaid 23 
rogas 23 
forrogelsam 22 
rogud 23 
roi 31 
roib 64 
roibrea 72 
roichtbir 23 
roida 28, 30, 33 
conroigset 60 
roigthe 23 
roigthir 23 

duToilged 58 

níToilgius 58 

ma fuTOÍllissem 11 

ad-roilliu 11, 13 

imme-roimded 62 

doTOÍmned 62 

ceim-roirasiramis 62 

foToind 76 

asToinnea 13 

rois 29 

roTOÍs 27 

roisc 44 

roisri 27 

roiss 27 

roisses 27 

roisset 29 

roissid 27 

roissinn 29 

roit 33 

arróit 33 

nad • roitlieebtsat 24 

roithes 24 

roitbiuech 67 

roithiud 24 

roitte 24 

arnácbTóUca 47 

asroUemiad 58 

dodToUuiud 37 

doróuad 12, 43 

adroui 12 



zu DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 



85 



fororaid 46 
rose 56 
routh 51 

fOTTOi 30 

foTrorbris 45 
fo-rrudrúb 57 
fo • rruim 4, 15 
fuTruimtis 15 
anduruacht 30 
conTuaig 29, 31, 72 
fodTuar 66 
diaTuba 64 
rub(a)i 16 
at-rnbalt 64, 72 
asTubart 41, 64, 72 
for-nibart 64 
rubat 16 
rubec 16 

aut-rubert 64, 72 
fo • rubid 16 
dor-rubidc 16 
rubrici 41 
rubrigach 41 
as • ruburt 
daTucellsat 61 
forTuchui 31 
etir-rudib 20 
iirrufill 66, 72 
rug- 50 
for-rugéll 22 
anasTugeset 50 
daTuicb 30 
araTuichiuir 60, 67 
dudaTuid 30 
ruidless 20 
foTuigéui 60 
foTuillecta 10 
immeruimdetar 14 
imruimset 62 
ad-ruirim 4 
doTuirim 4 
foruirim 4 
atruirmed 4 
foruirmed 4 
dorulin 7 
asTuluús 31, 47 
doTumadir 14 
imrumadir 14 



mádod-nxmenatar 62 
duTurgaib 45 
niri 7 

fo'scoichet 25 

scoid 25 

scule 9 

siur 72 

slocod 76 

slondud 37 

do-sluindi 37 
1 sluindid 6 
i slund 54 

sobrig 41 

sochoisc 44 
I sochttide 21 

sod(a)in 19 

ciad'sode 5, 18 

ciata'sode 5 

soilgib 59 

soirtbe 75 

sollummiin 59 

solus 75 

sommae 15 

sonu 47, 72 

soud 33 

srogell 60 

BFuith 25 

sruth 52 

stoir 7 

subae 76 

subi 17 

ad-sudi 72 

suide 'Sitz' 18 

suide (pron.) 19 

atsuidi 18 

suidigitir 18 

suin 11 

suiris 76 

suirn 35 

ad suiter 18 

sun 47 

sunu 47 

suth 52 

suth(a)in 25 

suuiscélaichthi 76 

tai 32 

Off. Teganu 12 



du'thluchedar 26 

marom • thoicther 60 

nach ■ thoimled 62 

niro • thuillissem 10 

ar thuus 65 

tige 72 

tobe 32 

tobrúchto 55 

tocad 24 

toceth 60 

todernam 20 

todiusgud 20 

todlaiger 56 

toglenamon 43 

tognam 43 

togu 50 

toibued 65 

ni-toibre 64 

toicdib 60 

toich 26 

in-toichther 5, 22 

rod-toig 19, 22 

toil 9, 58 

toimtiu 62, 72 

toined 12 

toirsech 58 

toirthech 57 

toisc 44 

toiscelad 68 

toisech 28 

toissech 4, 78 

mani ■ toissed 29 

arnachatoissitis 29, 58 

to(i)threbach 25 

toi 9 

tólae 7 

tomailt 62 

tomil 62, 72 

arna • tomnitis 62 

tomus 62, 72 

ton 11 

tonach 76 

tong 55 

tongid 68 

torad 57 

toris 58 

tormag 32 

tossach 30 



80 H. HESSEN, ZU DEN UMFÄRBUNGEN DER VOKALE IM ALTIRISCHEN. 



dototh 51 
tothaim 51 
tricc 71 
troscud 44, 56 
truip 18 
truisc 44, 56 
truit 21 
tmmmae 15 
trup 49 
trusci 56 
truscu 56 
tucait 24 
tucht 55, 56 
tudidin 20 
tudrach 49 
tudrachtai 49 
tugae 22 
tugatoir 22 
for-tugiin 22 
*tui 32 

coü • tuichesmais 19 
tuicse 50 
dia • tuidched 
tuidchisse 19 



tuidecht 19 
tuidmide 
ind-tuigther 22 
tuil 9 

tuile 'Flut' 7 
tuile 'des Willens' 9 
tuilem 10 
con-tuili 9 
tuirem 4 
nis-tuirmi 4 
rutuirset 29 
tuissech 28 
do'tmt 51 
nádtuiter 51 
tummud 15 
turcbál 45 
turcu 53, 73 
(mir.) tússech 28 
tusten 27 
tuthlae 25 
tuus 28, 31, 72, 78 

-uc(c)- 24 
uccu 50 



ucht 55 
ucut 24, 50 
úgaire 31 
ui 31 
uide 18 
uilc 36 
uile 9 
uilen 7 
uille 10 
uilliu 10, 70 
uilnech 7 
(h)uinnius 13 
uird 34 
uisce 44 
(h)uisse 27 
uithir 73 
Og. Ulccagni 77 
umae 13 
umaide 13 
urd 53 
urt 53 
con-utaing 76 

Off. velitas 77 



Freiburg i. B. 



H. Hessen. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 



Bald nach dem Hinscheiden ihres Mannes übergab mir Frau 
Geheiynrat Zimmer den gesamten handschriftlichen Nachlafs des 
Verstorbenen mit dem Auftrage, alles daraus zu veröffentlichen, 
tvas der Wissenschaft irgendivie dienlich sein Jwnne. Für dieses 
mir erwiesene Vertrauen drängt es mich, Frau Zimmer hier 
meinen Dank auszusprechen. Aber auch die Fachgenossen und 
alle, die den allzufrühen Hingang des genialen und überall bahn- 
brechenden Forschers beMagen, iverden der Wittve für ihren 
Entschlufs Dank uisseti. 

Solange die tückische Krankheit, die an seiner Lebenskraft 
nagte, es zuliefs, ist Zimmer unermüdlich tätig geblieben. Gerade 
in seinen letzten Jahren hatte er, der sich immer mit Vorliebe an 
grofse und schwierige Probleme tvagte, Pläne von so ungeheurer 
Tragiveite gefafst, dafs mancher Jüngere davor zurückgeschreckt 
wäre. Das Programm derselben liegt vor, einiges ist ausgeführt, 
anderes skizziert; manche Gedanken sind nur hingeworfen, oft nur 
mit einem Schlagwort angedeutet. 3Ieine Aufgabe war es, all diese 
disiecta membra nach dem Gedankengange zu ordnen und so zu 
einer einigermafsen zusammenhängenden Darstellung zu gelangen. 

So sehen wir denn zum letztenmal diesen schöpferischen Geist 
bei der Arbeit, der wie kein anderer anregend und fördernd auf 
unsere Wissenschaft eingewirkt hat. 



Aus der Masse der vorliegenden Handschriften konnte ich 
zunächst vier abgeschlossene Arbeiten ausscheiden und sie, ihrer 
Bestimmung gemäfs, in den Sitzungsberichten und Abhandlungen 
der Kgl. Preufs. Akademie zum Druck bringen. 

Es sind dies: 

Der Gascogner Virgilius Maro Grammaticus in Irland {siehe 
Sitzungsber. 1910, LI, S. 1031 /f.), 



88 KUNO MEYER 



Westeuropäisch - irischer Handelsverkehr im ersten Jahr- 
hundert V. Chr. {ibid. S. 1098 ff), 

Der kulturgeschichtliche Hintergrund in den Erzählungen 
der altirischen Heldensage {ihid. 1911, IX S. 174 ff), 

Auf welchem Wege kamen die Goidelen vom Kontinent nach 
Irland? {Abhandlungen 1912). 

Die letzte Abhandlung ist nur ein Bruchstück. Es fehlt der 
ganze zweite Teil, der über die Ursitze der Goidelen und ihre 
Wanderroute nach Irland hatideln sollte. Leider finden sich darüber 
nur spärliche, mit Bleistift hingetvorfene Notizen. Ich teile daraus 
folgendes mit: 

Wie sich bei den Germanen 1. in alter Zeit grofse, zusammen- 
fassende Einheiten neben den einzelnen Stämmen herausgebildet 
hatten (Ermionen, Istvaeonen, Ingvaeonen, Vandalen) und 2. in 
späteren Zeiten wieder (Franken, Sachsen, Thüringer usw.), so 
bei den Kelten, ob nun 1. oder 2.: 

a) Kelten, im 6. Jahrhundert wohl die südwestlichsten, daher 
ihr Name zur Gesamtbezeichnung bei fremden Völkern wurde 
(vgl. Allemands bei den Franzosen), während weder Britten noch 
Galen einen solchen Gesamtnamen kennen; 

b) Beigen; 

c) Britten; 

d) Goidelen (Galen), wohl die nordwestlichsten. 



Ebenso wie bei den Germanen Walh allgemein den Fremden 
bezeichnete, so bei den Goidelen — aber nur bei diesen i) — Gall. 
Also wohl nach einem Volksstamm, der den keltischen Vorfahren 
der Goidelen so safs, wie die Volcae den Germanen. Dies war 
der Stamm, von dem Gallia zwischen Rhein, Loire und Garonne 
den Namen hat. Diese Bezeichnung nahmen die Galen mit in 
die neue Heimat, wie die Angeln und Sachsen es mit Walh 
taten. Es ist also wahrscheinlich, dafs die Urgälen einst neben 
den Galli im Nordwesten gesessen haben. 



Keltische Stämme, von benachbarten Kelten Goideli 
genannt und sich dann selbst so nennend, treten aus den 

*) Den Britteu ist die Bezeichnung unbekannt. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 89 

Strichen zwischen Loire und Garonne im Zuge der grofsen 
keltischen Völkerwanderung die Fahrt nach Irland an. Zur 
Zeitbestimmung kann etwa folgendes dienen. Die Assimilation 
der Urbevölkerung Britanniens und Irlands durch die Kelten 
vollzog sich nur langsam. Zu Cäsars Zeit finden wir noch un- 
assimilierte Urbewohner im Innern Südbritanniens; 100 Jahre 
später nicht mehr. Irland dagegen ist in dieser Beziehung im 
1. Jahrhundert v. Chr. und im 1./2. Jahrhundert n. Chr. ganz ent- 
schieden zurück gegen Britannien, wie wir aus den Berichten 
von Strabo. Solinus und Hieronymus ersehen, obwohl es doch viel 
kleiner als Britannien südlich des Hadrianswalles ist. Dies nur 
aus zeitlichen Gründen erklärlich. Dann sind Galen später nach 
Irland als Britten nach Britannien gekommen. Kamen erstere um 
400, dann vielleicht die Galen erst um 300. Nennius nimmt an, 
dafs die Britten im 3. Zeitalter nach Britannien, die Galen im 4. 
nach Irland gekommen seien. ^) 

Bei ihrem Zuge nach Irland folgten die Galen der alten 
Handelsroute von der Loire und Garonne nach Südirland. Die 
Besiedeluug Irlands durch die Galen ist also die Folge des 
Kassiteridenhandels der Phönizier. 



Fast alles, ivas sich sonst an Entwürfen und Notizen gefunden 
hat, ivar für ein grö/seres Buch hestitnmt, icelches den Titel führen 
sollte 'Aus der Celtic Fringe. Studien zur Frühgeschichte der 
brittischen Inseln und des hontinentalen Westeuropas '. Dazu hat 
sich die folgende Inhaltsangabe gefunden. 

1. Der kulturhistorische Hintergrund in den Erzählungen 

der alten irischen Heldensage. 2) 
IL Die vorkeltischen Bewohner der brittischen Inseln und 
ihre Gesellschaftsordnung. 

III. Das Zahlensystem und die Jahreseinteilung der Ur- 
bewohner der britischen Inseln. 

IV. Äufseres, geistige Anlagen, Sitte, Eecht, Glaube und 
Sprache derselben. 



^) 'Brittones venerunt iu tertia aetate mundi ad Britauiam; Scotti 
autem in quarta obtinuerunt Hiberniam.' isennius, ed. Mommsen, S. 158. 

*) Dieses Ka'pitel, ursprünglich in anderem Zitscwnnenhange für die 
Serie der der Kgl. Preu/'s. Akademie vorgelegten Abhandhingen bestimmt, ist 
in den Sitzungsberichten unter diesem Titel zum Abdruck gebracht. 



90 KUNO MEYER, 

V. Ausblick auf die Ur- und Frühgeschichte des kontinen- 
talen Westeuropas. 
VI. Schlufsbetrachtungen. 

Aber auch ein nveites, weit ausführlicheres Schema hat sich 
gefunden, ivonach die vorstehende Inhaltsangabe nur eine Aus- 
führung von Kap. 13 wäre, ivährend drei weitere grofse Abschnitte 
über die Geschichte der Inselkeltcn bis auf die Neuheit hinzutreten. 

I. 

Wer und was sind die Inselkelten? 

1. Die alten Handelsverbindungen AA^estgalliens mit Irland 
im Altertum und frühen Mittelalter. 

2. Besiedelung der brittischen Inseln durch die Kelten. 

3. Die vorkeltische Urbevölkerung der brittischen Inseln. 

IL 

Die Inselkelten in ihren Berührungen mit der alten Welt 
(1. Jahrhundert v. Chr. bis 5. Jahrhundert n. Chr.). 

1. Der Aufenthalt der Eömer in Britannien und ihr Einflufs 
auf Sprache und Kultur der Inselkelten. 

2. Die Inselkelten und das Christentum. 

3. Die Inselkelten und die antike Literatur. 

IIL 
Die Inselkelten und die Germanen (5. bis 15. Jahrhundert). 

1. Inselkelten und Angelsachsen (450 — 800). 

2. Inselkelten und Nordgermanen (800 — 1000). 

3. Inselkelten und Anglonormannen (1100 — 1400). 

IV. 

Die Inselkelten und die Neuzeit. 

1. Inselkelten und Eeformation (16. bis 18. Jahrhundert). 

2. Wiedererwachen des Keltentums und Anbahnung einer 
sprachlichen, literarischen und nationalen Wiedergeburt (1750 
bis 1900). 

3. Der Pankeltismus im 20. Jahrhundert und die Zukunft 
der Inselkelten. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 91 

, Zu diesem Buche hatte Zimmer eine Vorrede entworfen, die 
ich, nur hin und wieder ein fehlendes Wort ergänmoid, hier 
dbdruche. 

Ich bin. wie ich fast g-lauben möchte, unter ungünstigen 
Gestirnen geboren. Nach kurzen Studien, in denen Mathematik 
und Phj'sik mit klassischem und deutschem Altertum rangen, 
habe ich mich unter dem Leitstern indogermanischer Sprach- 
wissenschaft mit griechischer, lateinischer, germanischer, irani- 
scher und slawischer Sprach- und Literaturentwicklung unter 
tüchtigen Lehrern vertraut gemacht. In die keltische Philologie 
eingeführt, habe ich früh (1878 und 1880) in Irland und Wales 
selbst die aus Büchern gewonnene Kenntnis des Älteren mit 
lebendiger Anschauung des Heutigen zu verknüpfen gesucht. Als 
ich dann in die unabhängige Stellung eines ordentlichen Professors 
für indogermanische Sprachwissenschaft und Sanski'it gekommen 
war, da dachte ich bei der notwendig werdenden Beschränkung 
aus Neigung und Überlegung mein Forschungsgebiet nach Indien 
und Iran zu verlegen ; hier wollte ich, weiterbauend, als Sprach- 
forscher mir meine Hausmacht begründen, und schon war ich 
dabei, mancherlei Brücken, die ich mir nach anderen Gebieten 
indogermanischer Sprach- und Literaturforschung offengehalten 
hatte, langsam abzubrechen, da wurde ich wie durch das Fatum 
vom Sindhu- Indus des Ostens an den gleichnamigen Strom des 
Westens, den Shannon, i) versetzt: ich mufste — äufserlich frei 
— auf einige Zeit nur, wie ich dachte und hoffte, mich mit 
keltischer Sprachforschung näher beschäftigen, wollte ich meinem 
besseren Selbst nicht untreu werden. Damals gab es unter allen 
Spezialgebieten eines indogermanischen Sprachforschers, die mir 
bekannt geworden waren, keines, auf dem in dem Mafse wie auf 
keltischem der durch die Parodie eines Studentenliedes schön 
formulierte Grundsatz für die Forschung galt: „Seid der Väter 
(hier Zeufs, Ebel usw.) heiigem Brauche treu und denkt euch 
weiter nichts dabei" ; von einer anderen Seite betrachtet, hat ihn 
ein Nachkomme eines Inselkelten (Taaffe) in die klassische Form 
gebracht: „es wird fortgewurstelt". Anlage, Temperament und 
die in meiner Studienzeit empfangenen Einflüsse lehnten sich 
gleichmäfsig dagegen auf, und so ist seit 25 Jahren meine 
wissenschaftliche Tätigkeit, die mit darstellenden Arbeiten auf 



^) ir. Sinann aus Sindhana oder Sindho)m (mkymr. Llinon). 



92 KUNO MEYEK, 

germanischem, indischem und keltischem Gebiet begonnen hatte, 
so gut wie ausschliefslich der Forschung, und wenn auch nicht 
immer und ausschliefslich, so doch meist im Gegensatz zur communis 
opinio, gewidmet, hat daher einen vorwiegend polemischen, un- 
freundlichen Cliarakter, wie ich mir wohl bewufst bin und selbst 
am meisten bedaure. Nach sprachgeschichtlicher Seite haben wir 
auf keltischem Gebiete schon seit längerer Zeit völlig normale 
Verhältnisse : es herrscht wie auf anderen Gebieten indogermani- 
scher Sprachforschung Meinungsverschiedenheit in Einzelheiten, 
aber einig sind wir in dem Grundsatz: „sie bewegt sich doch''. 
Leider läfst sich dasselbe, was von sprachgeschichtlicher Forschung 
gilt, noch nicht von literargeschichtlicher sagen. Hier liegen die 
Dinge meist viel komplizierter, als auf rein sprachlichem Gebiet. 

Es ist ja nach meinen beiden Aufsätzen (Ztschr. f. d. A. 33 
und 35) etwas besser geworden : man zieht, wenn ich so sagen darf, 
formell den Hut vor den Yikingern, bestreitet auch prinzipiell ihre 
Einflüsse nicht: aber damit sind sie auch für viele abgetan. 

Gleichwohl sind diese Verhältnisse im letzten Grunde nicht 
die treibende Ursache für mich, mit nachfolgender Studie nicht 
bei dem ebenerwähnten Punkt, aber bei der literar- und kultur- 
geschichtlichen Forschung neu einzusetzen. Als ich 1901 von 
Greifswald nach Berlin umsiedelte, da lag mir das Material für 
die von mir seit 1879 vorbereitete und 1881 angekündigte Neu- 
bearbeitung der 'Grammatica Celtica' wesentlich vor und mein 
Gedanke war, nach Abstofsung mehrerer kleiner Untersuchungen 
meine Studien auf grammatischem Gebiet durch eine umfassende 
Neudarstelluug der Grammatik der keltischen Sprachen zu krönen, 
zu deren Umgestaltung ich durch meine Keltischen Studien 1 — 19 
(KZ 1877 — 1897) und Einzelschriften (Altirischer Akzent 1884) 
selbst glaube wesentlich mit beigetragen zu haben. Wieder 
traten mir höhere Mächte in den Weg. Zur Genesung von 
schwerer Krankheit fern weilend, wurde mein Heim ein Eaub 
der Flammen. Bibliotliek, alle Handexemplare, Grammatiken, 
Texte, Wörterbücher mit Notizen aus 25 jähriger Tätigkeit ver- 
brannten, ebenso grammatische und lexikographische Sammlungen 
bis auf weniges. Noch einmal all das Material zu sammeln, dazu 
fehlte mir die Geduld. Ich würde auch selbst zu wenig Neues 
dabei gelernt haben. 

War grammatische Darstellung nicht Einzeluntersuchungen 
— wie ich hoffte, ausgeschlossen, dann bot sich die literar- und 



AUS DEM NACHT.ASS HEINRICH ZIMMERS. 93 

kulturgeschichtliche Forschung in Ergänzung mancherlei Arbeiten 
YOU selbst als Ersatz, um nach Kräften für eine Weiterbildung 
durch Forschung zu wii^ken. wenn dadurch auch das Ideal nach 
einem gröfseren darstellenden Werk als Abschlufs ins Unwahr- 
scheinliche verschoben wurde. Es lockt mich, dem Inselkeltentum 
in allen seinen LebensäuTserungen . in Sprache, Literatur- und 
Kulturentwicklung von den ältesten historischen Zeiten (Römer- 
aufenthalt in Britannien) bis zum 20. Jahrhundert in Unter- 
suchungen von zwei Gesichtspunkten nahezukommen: einmal, 
welche Einflüsse haben die Berührungen mit fremden Völkern 
(Römern. Angelsachsen. Vikingern, Anglonormannen, Engländern) 
auf die Inselkelten (in Irland wie in Britannien) ausgeübt und dann, 
welche Einflüsse haben neue Zeitideen (Christentum, klassische 
Literatur, mittelalterliche, kontinentale Literatur. Reformation) 
auf sie gehabt. Es ist dies ein allgemeines Programm, bei dessen 
Ausführung ich mich weder auf eine bestimmte Reihenfolge der 
Themata, noch die Art der Veröffentlichung festlegen will. 

Nachfolgendes ist eine Art Voruntersuchung. Dafs die 
Kelten keine Urbewohner Britanniens sind, ebensowenig wie die 
Urbewohner Westeuropas, ist allgemein anerkannt, ja sogar, dafs 
die Wanderung nach Britannien nicht allzu lange vor dem Beginn 
der historischen Zeit der brittischen Inseln erfolgte. Ethno- 
graphische, prähistorische Interessenten für die brittischen Inseln 
und Westeuropa haben wohl vereinzelt an dem Problem herum- 
gestochert ; vom Standpunkt inselkeltischer Sprach-, Literatur- und 
Kulturgeschichte existiert es aber bisher kaum. Sehr zum Schaden 
der prähistorischen und ethnologischen Forschung. Dadurch, dafs 
man bei dieser wesentlich von Mittel- und kontinentalem West- 
europa ausgeht, versucht man, wie mir scheint, die Aufzäumung 
des Pferdes am Schwanz, statt am Kopf zu beginnen. Hier ist 
die über Urbevölkerung liegende Schicht viel älter und dicker 
oder vielmehr es liegen infolge der geschichtlichen Ereignisse 
über der Urbevölkerung mehrere Schichten (Kelten. Römer, Ger- 
manen) und oft so durcheinander, dafs heutigentags ohne einen 
Ariadnefaden nicht hindurchzufinden ist. Anders auf in den Ozean 
hineinragenden Strichen, wie Irland, Wales. Bretagne : hier ist die 
überliegende keltische Schicht durch geschichtliche Ereignisse mit 
Blut vielfach weggeschwemmt und die Urbevölkerung liegt, nur 
unter keltisch - sprachlicher Tünche, offen zutage. Von hier aus 
will ich also dem Probleme zu Leibe gehen. 



94 KÜNO MEYER, 

Ich habe es immer als eine Erleichterung für das Heraus- 
arbeiten von Gedanken empfunden, wenn ich mir einen bestimmten 
Leser dachte. Bald war es ein Gegner, den ich von seiner Un- 
wissenheit überzeugen wollte, bald ein Gelehrter, dem ich meine 
Ansichten plausibel zu machen hoffte. So ist mein 'Nennius Vin- 
dicatus', wde die Vorrede verrät, als Promemoria für Mommsen 
geschrieben. Auch bei nachfolgender Arbeit habe ich, je nach 
den einzelnen Partieen, zwei solcher geduldigen Hörer gehabt: 
meinen verstorbenen Lehrer K. Müllenhoff und meinen Fach- 
genossen John Rh5's. 

JSs folgt dann der Entwurf von Kap. II (oben S. 89) = 13 
(S. 90), woraus sich folgendes mitteilen läfst. 

Dafs Kelten nicht ürbewohner der brittischen Inseln sind, 
ist allseitig als feststehend anerkannt. Wann sie nach Britannien 
und Irland gekommen sind, ist mit Sicherheit kaum auszumachen. 
Wenn wir sehen, dafs die angelsächsische Eroberung Britanniens 
im engsten Zusammenhang mit der germanischen Völkerwanderung 
steht,!) liegt der Gedanke nahe, dafs die Kelteneroberung Bri- 
tanniens ebenso in Beziehung zu der keltischen Völkerwanderung 
steht, wie denn beide Ereignisse manche Parallelen bieten. Dann 
wären Keltenscharen im 6./5. Jahrhundert ebenso nach Britannien 
übergesetzt, wie sie um dieselbe Zeit nach Spanien vordrangen. 
Gegen eine solche Annahme spricht nichts, manches steht mit ihr 
im Einklang. 2) 

Die engen Beziehungen zwischen dem Kontinent und Bri- 
tannien im 2./1. Jahrhundert, von denen Cäsar weiis,^) sind 
ebenso noch ein Nachklingen, wie die Beziehungen der Sachsen 
und Angeln zum Kontinent im 6./7. Jahrhundert. 

Zu Cäsars Zeit sitzen im Innern von Britannien noch 
Ürbewohner;*) auch können die von ihm geschilderten Sitten 



1) Saxones sind Bundesgenossen der Pikten um 365, Saxones und Franci 
im Süden vor 400 (s. Holder unter Picti col. 994 und Britania cd. 587), also 
so früh wie der Aleraannenausbruch. 

-) Zur Zeit des Pytheas ist Pretania = Grofsbritannien, ein der Insel 
als „Land der Pikten" von den brittischen Kelten gegebener Name. 

^) Maritima pars ab iis [incolitur], qui praedae et belli inferendi causa 
ex Belgis trausierunt et belle illato ibi permanserunt atque agros colere coepe- 
runt. Bell. Gall. V 12. 

*) Britanniae pars interior ab iis incolitur, quos uatos in insula ipsa 
memoria proditum dicunt. Ibid. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 95 

niclit keltische Sitten sein, da sie sich bei den Kelten des Fest- 
landes nicht finden. Ton diesen ürbewohnern hören wir seit 
90 n. Chr. (Tacitus) nichts mehr, sie sind also assimiliert worden. 
Nur die Silures werden als Ausnahme erwähnt, obgleich weder 
in Sprache noch in Sitte. Dagegen hören wir von novae gentes 
(Agric. c, 22) nördlich vom späteren Hadrianswall, die Kaledonier 
später Pikten (zuerst bei dem Panagyriker Eumenius a. 310) 
genannt werden: es sind die hier noch nicht assimilierten Ur- 
bewohner. Noch zu Bedas Zeiten reden diese eine nichtkeltische 
Sprache. Sie werden mit keltischem Namen von den Britten 
Frydyn, von den Iren Cruthni {Cndenii), Cnithen - tüath genannt. 
Mit Frydyn bezeichnet noch die mittelkymrische Sprache Schott- 
land, d. h. Piktenland. 

In Irland ging die Assimilierung der Urbevölkerung auch 
nicht rascher vor sich. Noch in der altirischen Literatur 
(7. bis 10. Jahrhundert) haben wir sichere Zeugnisse, dafs Pikten 
in verschiedenen Teilen Irlands safsen. Nur dürfen wir natürlich 
nicht schliefsen, dafs es damals noch unassimilierte Pikten waren, 
sondern mögen sie uns etwa denken, wie heutzutage die Wenden 
bei Lüchow usw. 

Wir wollen nun die Ureinwohner Britanniens und Irlands 
nach folgenden Gesichtspunkten betrachten und schildern: 

1. Gesellschaftsordnung; 

2. Zahlensystem; 

3. Jahreseinteihiug ; 

4. Physisches ; 

5. Geistige Veranlagung: Sprache und Denken; 

6. Recht, Sitte und Glauben; 

7. Kunst, Industrie, Bergbau, i) 

1. Gesellschaftsordnung. 
Die Urbevölkerung der brittischen Inseln gehörte sicher einer 
anderen Rasse an, als die im 5./4. Jahrhundert über sie kommenden 
arischen Kelten. Aber diese beiden Rassen waren nicht so ver- 
schieden, wie in Indien die einwandernde arische Rasse von der 
der Urbewohner verschieden war. Aus dem sicheren Zeugnisse 
der vedischen Lieder \\'issen wir (s. Zimmer, 'Altindisches Leben' 



*) Dies Schema deckt sich ungefähr mit der Inhaltsangabe oben S. 90 
II -IV. 



96 KUNO MEYER. 

S. 100—138), dafs hier in Indien vor allen Dingen ein Unterschied 
der Hautfarbe bestand und von den erobernden Ariern als der 
stärkste Gegensatz empfunden wurde (Zimmer a. a. 0. S. 113 ff.): 
„arische Farbe" {ärya varna) und „dasische Farbe" {däsa varna) 
bezeichnet Arier und Urbewohner; ,, die schwarze Haut" {tväc 
TcrsJma) nennen die arischen Sänger die Urbewohner (dasyu). Der 
Gegensatz schien zuerst unüberbrückbar. Nach Eroberung des 
Indus- und Gangestales und Begründung arischer Staatswesen 
ging es aber nicht anders, als die unterworfene Urbevölkerung, 
die nicht durchs Schwert gefallen war, in das arische Staatswesen 
aufzunehmen: sie wurde aber als neue „Farbe" (m/v?a = Kaste), 
die Cüdra, der arischen „Farbe", d. h. den im Laufe der Zeit aus 
den arischen Gesellschaftsklassen erwachsenen drei oberen Kasten 
brähmana, räjanya (kshatriya), vaicya gegenübergestellt ; sie waren 
auch weder religiös noch politisch gleichberechtigt. Das alte Ad- 
jektiv däsa „den Urbewohnern {dasyu) augehörig" bekommt nun 
die Bedeutung „Sklave, Diener" und die alte arische Bezeichnung 
der Urbewohner (dasyu) wird eingeschränkt auf die Volksstämme, 
die aufserhalb des arischen Staatsverbandes stehen, woher denn 
begreiflich die noch junge Bedeutung „Räuber". Dafs trotz allen 
diesen auf Eeiuhaltung der arischen Rasse gegenüber den Nach- 
kommen der „schwarzen Haut" bedachten strengen Einrichtungen 
— man denke an die Abneigung der Angehörigen der weiisen 
Rasse in Amerika gegenüber den Rothäuten in vergangener und 
gegenüber schwarzer und gelber Haut in heutiger Zeit — schon 
von alter Zeit an in Indien Rassemischung vorkommt (s. Zimmer 
a. a. 0. S. 117) — ebenso wie in Amerika heutigentags — , ist 
nicht wunderbar; aber ebenso bemerkenswert ist, dafs die Arier 
durch mehr als zwei Jahrtausende im arischen Staatswesen die 
Schranken gesetzlich aufrechterhalten haben und bis in die 
heutige Zeit unter nivellierender fremder Herrschaft das Streben 
noch vorhanden ist. 

Dieser Gegensatz der Hautfarbe war im "Westen arischen 
Sprachgebiets auf den brittischen Inseln zwischen den erobernden 
Kelten und den Urbewohnern nicht vorhanden. Haarfarbe (blond : 
brünett, schwarz) und Haarwuchs (schlicht : gelockt), Unterschied 
der Körpergröfse (grols : klein) und Unterschied der Schädel- 
bildung (Langschädel : Rundschädel) sind in ihrer Totalität lange 
nicht solche Gegensätze, wie weifse Haut zu „schwarzer" Haut, 
wobei ja nicht zu vergessen ist, dals die erstgenannten Gegen- 



I 



AUS DEM NACHLÄSS HEINRICH ZIMMERS. 97 

Sätze und manche andere bei letzteren noch können hinzugekommen 
sein (s. Zimmer a.a.O. S. 114 ff.}. Man denke sich den Gegensatz 
zwischen typischen Vertretern arischen Stammes, wie wir sie um 
die Nordsee westlich und nördlich der Elbemünduug auf anglisch- 
sächsisch-friesischem Boden finden, und tj'pischen Vertretern semi- 
tischen Stammes, wie sie der Osten jahraus, jahrein über unsere 
Grenzen wirft, noch so grofs — zieht man das, was moderne 
Kultur und Unkultui- zur Vergröfserung des Gegensatzes äufserlich 
hinzutut ab, dann bilden doch immer Vertreter arischer und 
semitischer Rasse eine gemeinsame höhere Einheit gegenüber 
schwarzer oder gelber Easse. Stärker aber als zwischen Ver- 
tretern arischen und semitischen Stammes dürfen und können wir 
uns die Gegensätze zwischen Kelten und ürbewohnern auf den 
brittischen Inseln nicht denken nach allem, was wir von letzteren 
erfahren. Das ist aber für die Möglichkeit einer Verschmelzung 
eine sehr wichtige Vorbedingung. — Eine Exklusivität wie in 
Indien ist dadurch ziemlich ausgeschlossen und eine ganz andere 
Entwicklung naturgemäfs. 

Freilich waren die eben angeführten Gegensätze — Gegen- 
sätze der Abstammung — nicht die einzigen ; hinzu kamen sicher, 
wie uns die Zeugnisse lehren, Unterschiede des Kulturzustandes 
und noch manche andere, die diese Studien im Verlauf enthüllen 
sollen. Solche bestanden aber im alten Indien noch neben den 
hervorgehobenen und sie waren im Westen gewifs nicht stark 
genug, um die Möglichkeit der Verschmelzung der unterworfenen 
Urbewohner und der erobernden Kelten zu verhindern: sie 
konnten nur nach sprachlicher Assimilieruug die weitere etwas 
hinhalten. Das Fehlen des starken, fortdauernd trennenden Gegen- 
satzes der Rasse zwischen Ürbewohnern und Eroberern muiste 
oder konnte eine wichtige Folge haben. In Indien lernen wir 
aus den vedischen Liedern starken Hafs der Arier gegen die 
Urbewohner kennen, der wohl auf Gegenseitigkeit beruhte, 
und damit heftigen Widerstand von selten der letzteren sowie 
starkes Hinschlachten der Urbewohnerbevölkerung durch die 
siegreichen Arier. Etwas ähnliches läfst sich aus dem wenigen, 
was wir über die Kelteneroberung Britanniens in dieser Hinsicht 
folgern dürfen, nicht annehmen, i) wenn auch gewils die Ur- 

') Den Widerstand der Kaledonier und Maeaten gegen die Römer kann 
man nicht hiergegen anführen, da hinter diesem Widerstand die zu jenen aus 
dem ganzen übrigen Britannien geflüchteten Kaasekelten stehen. 

ZeiUchrift f. celt. Philologie IX. 7 



98 KÜNO MEYER, 

bewohner nicht ohne Widerstand sich unterwarfen. Dann ergibt 
sich, dafs, numerisch betrachtet, ein viel stärkerer Prozentsatz 
der Urbevölkerung- auf den brittischen Tnseln übrigbleiben mufste, 
als im Indus- und Gangestal, welcher Prozentsatz um so stärker 
ist, je weniger die einmal Unterworfenen durch nachträgliche 
Aufstände eine Dezimierung herbeiführten, i) Auch für solche 
Aufstände liegen uns wenig Anhalte vor, aufser dem aus 
Irland, 2) wozu mag beigetragen haben, dafs die vorzeitige 
Eömerankuuft in Britannien Kelten und unterworfene Ur- 
bewohner in Britannien gegen den gemeinsamen Feind zusammen- 
schweilste. 

Aus all den angeführten Momenten ergibt sich, dafs in der 
aus Brittonen und Urbewohnern in Britannien und in der aus 
Goidelen und Urbewohnern desselben Stammes in Irland sich 
bildenden, keltisch redenden Mischbevölkerung der Inselkelten 
ein ungewöhnlich hoher Prozentsatz der Urbevölkerung mufs 
vorhanden gewesen sein. 

Wie diese starke Beimischung der Urbevölkerung unter 
den Inselkelten, nachdem sie angefangen hatte keltische Sprache 
zu reden und ihre Blöfsen etwas nach keltischer Art zu 
bedecken, noch lange fortfuhr, das alte Tätowieren des Körpers 
in dem Bemalen des Gesichts weiterzupraktizieren , so wird sie 
natürlich noch in vielem anderen den alten Adam nicht gleich 
ausgezogen haben, weil sie oft es eben gar nicht konnte. Sie 
werden also „keltisch" gemauschelt haben, sie werden, wenn 
auch nicht mehr öffentlich, manche alte, liebgewordene Sitte 
beibehalten und vererbt haben — man denke an das Ver- 
halten der Germanen nach Annahme des Christentums — , und 
bei der grofsen Zahl, die sie im sich bildenden neuen 
Volkstum ausmachten, und dem naturgemäfsen Einflufs, den in 
einfacheren Verhältnissen Hausgesinde, Untergebene und deren 
Familie (Kinder) auf die heranwachsende Jugend der höheren 



1) Die Aufstände in Gallien — zu Cäsars Zeit und später unter 
Nero und Vespasian — sind ebenso wie der grofse Aufstand in Britannien 
im Jahre Gl n. Chr. Aufstände des kriegerischen Adels und der Druiden, 
also der Kreise, in denen hei dem Mischvolk in Gallien wie in Britannien 
die alten Rassekelteu ausschlaggeheud waren , der Kreise , denen in den 
arischen Staaten Indiens die Kasten der brähmana und kshatriya (räjanya) 
entsprachen. 

^) Hier S2)iclt Zimmer auf den Atifstmid der aithech-thüatha rt?i. 



AUS DEM XACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 99 

Schichten ausüben, ^) war es ganz natürlich, dafs einerseits viele 
dieser Eigenheiten des ürbewohnerelements der Inselkelten nach 
und nach Eigenheiten der Inselkelten überhaupt wurden und uns 
so in Literatur, Sprache, Eecht und Brauch der späteren Zeit 
entgegentreten; andererseits wurden andere Eigenheiten unter 
Einfluls des keltischen Elements nach und nach ausgemerzt — 
man denke, um etwas Äufserliches zu nehmen, an das zum Be- 
malen des Gesichts herabgesunkene Tätowieren des Körpers — : 
in solchem Falle liegen bei dem Umstand, dais bei den Inselkelten 
(namentlich in Irland) die uns erhaltene älteste Litemtur ihre 
Wurzeln noch in der Übergangszeit hat, oft Spuren des Übergangs- 
zustandes vor, die nicht minder lehrreich sind, als die der völligen 
Herübernahme. 

Bei unserer Analyse der Inselkelten sind wir nun nicht blofs 
dadurch, dafs wir nicht allein auf die direkten aber dürftigen 
Zeugnisse der Alten angewiesen sind, in einer günstigen Lage. 
Andere Momente treten hinzu. Die Mischung vollzieht sich 
teilweise vor unseren Augen. 

Aufser Kelten und Urbe wohnern ist für die ältere Zeit ein 
drittes oder mehrere andere Elemente praktisch so gut wie aus- 
geschlossen. In Irland kommt ja überhaupt erst seit Wende des 
8., 9. Jahrhunderts ein fremdes Element in Frage, das nordische, 
und dieses fängt erst seit dem dritten Viertel des 9. Jahrhunderts 
an als neuer Einschlag in Frage zu kommen, also in einer Zeit, 
wo die alte, einfache Mischung in Sprache und Literatur für 
uns fixiert ist. In Britannien ist der Osten, wo das Römer- 
element von 43 V. Chr. ab wirklich in Frage kommt, von der 
germanischen Eroberung weggeschwemmt und das inselkeltische 
Element hält sich in Wales bis ins 12. 13. Jahrhundert ziemlich 
rein. Was aber römische Kultur, klassische Literatur, Christen- 
tum und seit dem 5. Jahrhundert Angelsachsentum an geistigem 
Einllufs ausgeübt, läfst sich leicht und mit ziemlicher Sicherheit 
feststellen. 



*) Man denke nur an den Einflufs der Dienstboten auf die Kinder, der 
plattdeutschen Umgebung auf die Kinder gebildeter Familien, wo die Eltern 
alle beide aus oberdeutschem Sprachgebiete stammen. Wieviele müssen dafür, 
dafs die Eltern nicht frühzeitig achtgaben, es lange damit büfsen, dafs 
sie „mir" und „mich" verwechseln, von der Aussprache ganz zu schweigen. 
Man denke auch an den Aberglauben, der so oft Kindern durch Dienstboten 
eingeimpft wird. 

7* 



100 KUNO MEYER, 

Im Verhältnis zu der Mischung zwischen Kelten und Ur- 
bevölkerung ist alles dieses bis zum Ende des 9. Jahrhunderts 
geringfügig. 

Da die Kelten ein Glied des arischen Volksstammes sind 
und wir von vielen Gliedern desselben zum Teil aus viel älterer 
Zeit Zeugnisse haben, als über Kelten, zum Teil sogar aus Zeiten, 
in denen diese anderen Glieder arischen Volkstums selbst noch 
nicht feste Verschmelzungen mit fremden Volkselementen ein- 
gegangen waren ; deshalb sind wir in der Lage, in vielen Punkten 
— nicht blofs in sprachlichen Fragen, sondern auch z. B. in bezug 
auf Gesellschaftsordnung, Zahlensystem u. a. uns ein gutes Bild 
von den Kelten vor ihrer Verschmelzung mit den Urbewohnern 
der brittischen Inseln zu machen. Scheiden wir dies bei unserer 
Analyse aus oder vielmehr benutzen wir es, um die Mischung zu 
zerlegen, so können wir manches als Neubildung in der Zu- 
sammensetzung und vieles in der Mischung direkt als Beisteuer 
des Urbewohnerelements zur Mischung bestimmen, deren kon- 
stituierende Elemente wir auch kennen. 

In dieser Analyse, die uns in Studie III — V beschäftigen 
wird, 1) will ich zuerst einen Punkt herausgreifen, der uns wieder 
mit Studie I in Verbindung setzen soll, um das dort beigebrachte 
Material aus der altirischen Literatur möglichst bald für das ganze 
Problem nutzbar zu machen. 

Dieser Punkt ist cess nöiden Ulad , die Sage von dem 
„Kindbett der Männer von Ulster".'^) Dies ist olfenbar eine 
Geschichte, wie die bei Beda zur Erklärung des pik tischen Erb- 
rechts. Der Name, später in noinden entstellt, ist so klar wie 
bret. poan vugale „mal d'enfant". Wehen und Wochenbett. Bei 
vielen Naturvölkern, namentlich wo Mutterrecht herrscht, ist 
„Wochenbett der Männer" Brauch. Wohl ebenso bei den vor- 
keltischen Bewohnern Irlands, ein Brauch, der sich bei den Cruthui 
in Ulster noch hielt, als er im übrigen Irland schon verschwunden 
war. Einzelne Stämme erzählen ja von anderen überall gern 
seltsame Geschichten, um sie zu hänseln ; wie in Deutschland von 
den Schwaben, so in Irland von den Ulsterleuten. Und nun wird 
die uralte, abgekommene, nicht mehr verstandene, nur in der 



*) Nach dem Schema auf S. 89. 

^) Mit Übersetzung herausgegeben V07i Windisch ííí de)i Berichten der 
Kgl Sachs. Ges. der Wissensch. 1884, S. 336 ff. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 101 

Sage noch fortlebende Geschichte benutzt, um die Verzögerung 
der Hilfsarmee in der Tain Bó Cúalgni zu erklären : die Ulster- 
leute lagen im "Wochenbett und konnten daher die Grenze nicht 
verteidigen. Nur Kinder und zahnlose Greise teilen natürlich 
den Schwächezustand nicht und kommen denn auch zur Hilfe. 

Hier haben wir es sicher nicht mit einem arischen Zug zu 
tun. Dafs er sich in Ulster findet, stimmt zu allem, was wir über 
die allmähliche Keltisierung Irlands wissen. Er ist ebenso wie 
die Figur Medbs und Findabairs ein konstituierendes Element des 
Epos und zeigt den konservativen Charakter der irischen Helden- 
sage und die altertümliche Grundlage dieser Sagentexte des 9. und 
10. Jahrhunderts. 

Hier u'oUte Zimmer, wie ich aus ganz kurzen Notizen ersehe, 
noch einige andere Punkte hehandeln: Erstens die Geschichte des 
altkymrischen Wortes priawt (j. priod^ und seiner Ableitungen. 
Das Wort, aus lat. privätus entlehnt, findet sich auch im bretoni- 
schen (pr'ieä). imd bedeutet vor allem „verheiratet" : fy mhriod 
„mens privätus" oder „meaprivata" „mein Mann'' oder „meine 
Frau". Bas Wort kam auf, um im Gegensatz zur Polyandrie das 
monogamische Eheverhältnis zu bezeichnen. 

Ferner finde ich Exzerpte und Notizen, die sich alle auf die 
Stellung der Frau beziehen. Es sind folgende: 

Charakteristisches Betragen der Medb in der Sage vom Tod 
des Fergus, ') wo sie vor den Augen ihres Mannes zu Fergus in 
das Wasser springt, sich auf ihn wirft, ihn mit den Beinen um- 
schlingt und so mit ihm um den See herumschwimmt. 

Der Landwirt Blai schlief bei jeder Frau, die zu Besuch 
zu ihm kam, aulser wenn der ]\rann dabei war. 2) 

In Ulster (NB.) wurde das vom Vater begangene Verbrechen 
nicht am Sohne gerächt noch umgekehrt. 3) 

Nach der Mutter benannt sind aufser Conchobor mac Nessa*) 
noch Fergus mac Róig (s. Cóir Anm. § 282) und Cúchulaind mac 
Dechtire. 



') Siehe K. Meyer, Death -tales of the Ulster heroes S. 32. 

Í) Ibid. S. 24. 

') Ibid. S. 26. 

*) Die Sage, wie er zum Thron gekommen, weil man den wahren Grund 
nicht mehr kannte. Kann auch ein Fall sein, wie im schottischen Piktenreich 
nach Kenneths Tod. 



102 KUNO MEYEK, 

Beispiele von weiblichem Erbrecht aufser Medb und Findabair. 

Das irische Erbrecht (tänaise) ist eine Kontamination aus 
arisch-keltischem und piktischem Erbrecht. 

You diesen Pikten wissen wir Eines sicher: es herrschte 
bei ihnen bis zum Ende ihrer Herrschaft (840) Mutterrecht. 
Korrelat des Mutterrechts ist aber Polyandrie. Durch Ninian 
(5. Jahrhundert) wurden die Südpikten und durch Columba 
(6. Jahrhundert) die Nordpikten christianisiert; so ist es natür- 
lich, dais in dem historischen Piktenstaat im 7. — 9. Jahrhundert 
keine Polyandrie mehr herrschte. 



Geltung des Mutterbruders im germanischen Recht. 



Heutigentags bricht die alte Wunde an einem neuen Punkte 
auf: Mutterrecht ist Ziel einer Frauenbewegung. Urbewolmer- 
kultur gegen arische und jüdisch -christliche! 

2. Physisches. 

Zu diesem Kapitel finde ich nur seh' spärliche Aufzeich- 
nungen, doch geht daraus hervor, dafs Zimmer 1. alles zusammen- 
stellen wollte, tvas wir über die physische Beschaffenheit der 
TJrbeivohner im Gegensatz zu derjenigen der Kelten ivissen und 
2. zeigen wollte, wie sich in Dichtung und Sage das keltische 
Ideal der Frauen- und Männerschönheit his auf unsere Tage 
erhalten hat. 

Aus diesen Notizen läfst sich folgendes mitteilen: 

Bei Schilderung der physischen Beschaffenheit der Kelten 
darauf hinweisen, 1. dafs die ältesten Zeugnisse nicht etwa auf 
Verwechselung mit Germanen beruhen können, da man zu der 
Zeit noch nichts von Germanen wufste; 2. dafs später, als nicht 
mehr die Krieger (der dezimierte Herrenstand), sondern die Masse 
Mal'sstab war, die Kelten ganz anders geschildert werden. 1. sind 
die Rasse- und Sprachkelten; 2. sind die Sprachkelten, d.h. die 
sprachlich assimilierte Urbevölkerung. 

Aus der keltischen Literatur: Das Ideal bleiben hohe (ir. 
fer mór), schlanke, blonde und blauäugige Gestalten, sowohl 
Männer wie Frauen (der Gebrauch von ir. find „hellblond'', he 
find] heute noch huachaill fionn „lieber Junge", kymr. givyn, melyn, 



I 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 103 

mehjn-gocli, alles auf die Haarfarbe bezüglich) — also das 
keltisch -arische Eassenideal. Dieses vindo- deshalb so betont, 
weil es der Gegensatz zu der Urbevölkerung ist, die schwarzes, 
lockiges Haar hatte. Die gefeierten Mädchen, die Geliebten und 
Schönen haben immer blondes Haar (Ausnahme Derdre), und wenn 
auch z. B. in Wales in Dutzenden von Dörfern kein blondhaariges 
Mädchen anzutreffen ist, singen die Dichter traditionell bis auf 
den heutigen Tag so (ei guallt fei blodau V hanadl, Morris Jones, 
Caniadau, S. 21 usw.) 

Die Urbewohner waren ein Volk, das sich tätowierte, woraus 
dann nach Unterwerfung unter arische Zivilisation Bemalen 
wurde, -j wie bei Britten (Plin. Hist. Nat. XXII 1) und bei 
irischen Missionaren, die die Augenlider färbten. Iren bestreichen 
sich mit dem Blute der Erschlagenen das Gesicht (Solin. X 1). 

Sie waren ein kleines Volk. Heutigentags ist der Gegensatz 
in Wales der Cijmro („Landsmann") und der Sais („Sachse"'). Soll 
Farbe in den Gegensatz kommen, so heilst es Cymro hack „der 
kleine Kymre" und Sais ffroennchel „der hochnäsige Sachse". 
Wie bach so auch ffroenucliel sicher einst konkret gebraucht. 

Sie gingen grofsenteils nackt (Herodian) und barfufs. Darauf 
hinweisen, dafs sowohl ir. asse als hróc „Schuh" Lehnwörter sind. 

3. Zur Rassenverteilung auf den brittischen Inseln. 

Was war wohl das numerische Verhältnis der Kelten in dem 
Misch Volk Grofsbritanniens und Irlands im 1. Jahrhundert n. Chr.? 
Doch wohl kaum mehr als Va bis ^/i des Ganzen. Es kam dann 
für Britannien die Römereroberung. Wer trat wohl in erster 
Linie gegen die Römer in den Rifs, Brittonen oder Prytenier.^ 
Ohne Zweifel die ersteren. Sie erlitten stärkere Verluste als 
das Hörigenelement der letzteren und ihre Verhältniszahl sank 
in der Mischung. Ebenso bei dem grofsen nationalen Aufstand in 
den 50 er Jahren und bei der angelsächsischen P^roberung, so dafs 
das unter angelsächsischer Herrschaft sitzenbleibende keltische 
Element sicher mindestens auf Va reduziert war. Dann kamen 
die Kämpfe vom 7. bis Ende des 13. Jahrhunderts in dem sich 
immer mehr verkleinernden Welschland (Wales) gegen Engländer 



>) Vgl. ftesca óir, Sergl. Conc. 31, 10. 
"^) Siehe Rh\s, Celtic Britain, S. 5-1 ff. 



104 KÜNO METER, 

und Normannen, die wieder eine gröfsere Scliwächung des streit- 
baren keltischen Elements (Adels) brachten. Und schliefslich die 
Tudorzeit, in welcher der ganze welsche Adel anglisiert wurde. 
Wundern wir uns, wenn das prytenische Element in Wales auf 
80 bis 90 Prozent gestiegen ist ? 

Etwas anders liegen die Dinge in Irland. Wahrscheinlich 
ist es, dafs das keltische Element (Goidelen) noch schwächer in 
der Mischung war als in Britannien, aber hier konnten beide 
Elemente bis Ende des 8. Jahrhunderts immer fester verschmelzen. 
Territorial und in Gesellschaftsschichten wird immer das eine 
oder andere Element überwogen haben. Dann kam der Aderlafs 
der Yikingerzeit, aber Zuführung von arischem Blut (Norweger, 
findgenti „blonde Heiden") in vielen Strichen Irlands, die sich 
assimilierten und so im letzten Grunde das keltische Element 
stärkten. Dasselbe gilt von der Anglonormanneneroberung. Von 
Heinrich YIII. bis zu Wilhelm von Oranien (1530—1690) erfolgte 
nun ein Aderlafs sondergleichen — 1640 kein O'Donnell mehr 
in Nordirland, dem die Vier Meister ihre Annalen dedizieren 
konnten! Es trat also eine gewaltige Schwächung des keltisch- 
nordisch-normannischen Elements ein und ein starkes Über- 
wiegen des nichtarischen Elements, je nach den Distrikten 
verschieden. 

Was die schottischen Hochlande betrifft, so ist es ein Irrtum 
anzunehmen, dafs hier zu Agricolas Zeiten nur Urbevölkerung 
safs. Schon die erhaltenen Orts- und Personennamen sprechen 
dagegen. Sprachlich dringt die brittonische Zunge im Osten vor, 
im Westen vom 5. Jahrhundert an die goidelische mit arischem 
Blut und Christentum, i) Dann die Vikingerzeit. Im Norden 
(Caithness) herrschte germanische Zunge, auf den Inseln noch im 
11./12. Jahrhundert. Hier also gewaltige Zufuhr arischen Blutes. 

Danach stellt sich das Bild etwa so: 

Am stärksten ist das Element der Urbewohner in Wales 
und — nebenbei bemerkt — in der Niederbretagne vertreten; 
dann in Irland, aber nach den Territorien verschieden. In den 
schottischen Hochlanden und Inseln dagegen überwiegt das arische 
Element. 



1) Diese Gälisienmg halbbrittouisierter Piktengebiete findet eine gute 
Analogie in Oberitalien, wo die Langobarden über ostgermanische Ostgoten 
kommen. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 105 

4. Zahlensystem. 

„Es sind 4 X 100 + 7 + 10 + 4 X 20 Jahre her", so beginnt 
ein Leitartikel^) in irischer Sprache vom I.Mai 1909 — d.h. 
497 Jahre! Wie sind die irische und übrigen keltischen Sprachen 
zu dieser seltsam komplizierten und unbeholfenen Ausdrucksweise 
gekommen ? 

Zur Beantwortung dieser Frage gilt es zunächst, die Grund- 
züge des arischen Zahlensystems festzustellen, welches die Kelten 
nach den brittischen Inseln mitbrachten. Hatten die Ureinw'ohner 
ein anderes System, so mufs dies, je mehr es abwich, um so stärker 
in den keltischen Sprachen hervortreten. Hier haben wir absolut 
festen Boden, fast mathematisch : wenn a = reinarisches Zahlen- 
system, c = inselkeltisches, x = rein vorkeltisches, dann 

a'X = c (resp. a -\- x = c) 
also 

x= ' (resp. x=^c — a). 
a ^ ' 

Da wir a sowohl als c bis in die zelmte Dezimalstelle und weiter 
kennen, so ist x absolut sicher bestimmbar. 

Folgendes sind die Hauptpunkte, von denen die Unter- 
suchung auszugehen hat. 

Im Irischen liegt neben dem altererbten äeicli n- = lateinisch 
decern usw. ein zweites ^^'ort für „zehn", welches nur zur Bildung 
der Zehner verwendet wird. Es heifst déec und zerlegt sich etymo- 
logisch in duei-penqu- d.h. 2x5. Dieser Umstand, dafs man 
im Irischen neben dem altüberkommenen Wort für „zehn" und 
für dasselbe beim Zählen einen Ersatz in décc geschaffen hat, 
beweist, dafs 2x5 bei dem Urvolk der Ausdruck für den 
einheitlichen Begriff „zehn" war. Also -rtf/.^áZílv\ 1,2,3,4,5; 
1 4- 5, 2 4- 5 usw. 

10 = 2x5 (irisch), 

11 = 1 über 2x5 (irisch), 

12 = 2 „ 2x5 „ 

13 = 3 „ 2x5 

14 = 4 „ 2x5 „ 

15 = 3x5 (kymrisch pymtheng\ 

•) „Tá sé ceithre céad seacht mbliadhna déag agus ceithre fichid" etc. 
Claidheamh Soluis XI Nr. 8, S. 3. 



106 KUNO MEYER, 

16 = 1 Über 3x5 (kj^mrisch, bretoniscli), 

17 = 2 „ 3 X 5 „ „ 

18 = 3 „ 3x5 „ „ 

19 = 4 „ 3x5 

20 (arisch), 

21 = 1 über 20, 
usw. bis 40 = 2x20, 

41 = 1 über 2 x 20 usw., 

50 = 10 über 2x20, 

60 = 3 X 20, 

70 = 10 über 3 x 20, 

80 = 4 X 20 (französisch !). 

Der Umstand, dafs im Britannischen un ar hymtheng usw. 
von 16 bis 19 gilt, zeigt, dafs ein weiterer Einschnitt nach 15 
war, dessen Ausdruck nur 3x5 sein konnte, wofür bei den 
Kj^mren das indogermanische f.ymilicng eintrat. Diese Neigung 
zur Multiplikation, die aus dem Zahlensystem selbst folgert, 
hat dann im Keltischen weiter um sich gegriffen, so dafs wir 
z. B. haben: 

18 =^ 3 X 6 (bretonisch tri c'hivech), 

18 = 2 X 9 (kj'mrisch eleu naiv), 

21 = 3 X 7 (irisch tri secht), 
150 = 3 X 50 (irisch tri cóicait) usw. 

So ist z. B. tri cóicait = 3 x 50 =: 150 eine Kontamination 
aus der Bezeichnung 3x5 = 15 in der Ursprache mit der 10 im 
Indogermanischen. Dies hat seine Analogie im Grofshundert (120) 
der Germanen = 12 x 10, eine Kreuzung des sumerischen Duo- 
dezimalsj'stems mit dem indogermanischen Dezimalsystem. In 
LL 67 b37: tri coicait A. deich mnaa y seclit fichit liegt die nach- 
geahmte Ausdrucksweise neben der Übersetzung aus der Sprache 
der Urbevölkerung. 

Bemerkenswert ist ferner noch, dafs ugeint „zwanzig" im 
Kymrischen wie 100 im Arischen für eine grofse Zahl oder Menge 
gebraucht wird: tcrth yr \igeiniau „unzählige''. 

Ferner vielleicht das in vier Stäbe zu fünf Buchstaben 
= 20 eingeteilte altirische Rimensystem {ogom) des 4. 5. Jahr- 
hunderts. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 107 

5. Sprache und Denken. 

Den Kelten. Germanen und Italern gemeinsam ist die 
Umwandlung des musikalischen in expiratorischen Akzent, 
Äufserer Zusammenhang fehlt; denn im Irischen z. B. hat diese 
Umwandlung sicher erst im 5. Jahrhundert n. Chr., im Italischen 
sicher schon im 5. Jahrhundert v. Chr. stattgefunden. Aber 
gemeinsam ist der innere Zusammenhang: Aufnahme einer 
allophylen Bevölkerung ins arische Volkstum. Fast alle grofseu 
sprachlichen Umgestaltungen auf dem Gebiet einzelner indo- 
germanischer Sprachstämme stehen in ofienkundigem Zusammen- 
hang mit der Aufnahme und sprachlichen Assimilierung fremder 
Yolksmassen in die betreffenden Sprachstämme. Je gröfser die 
Zahl der fremden Elemente und je weiter ihre Sprache vom 
Bau der indogermanischen Sprache absticht, um so umfang- 
reicher die Umgestaltungen nach der Assimilation. So ist gewifs 
auch die erste germanische Lautverschiebung (Impuls: neue 
Sitze zwischen Rhein und Elbe; Assimilierung) und die zweite 
(nach Aufnahme und Assimilierung neuer "Walchen in Ober- 
deutschland in germanisches Volkstum), so ferner die altenglische 
Tonerhühung (mit Aufnahme neuer Elemente ins angelsächsische 
Volkstum) zu erklären. 

Zunächst Morris Jones kurz abweisen, i) Er ist im Irischen 
nicht zu Hause, weifs also nicht was keltisch ist; kennt keine 
indogermanische Sprachwissenschaft und kein Ägj'ptisch-Koptisch, 
wovon er sich nur ausgesucht hat, was ihm pafst. Auch ist 
seine Fragestellung falsch. Wir müssen nicht fragen, was 
stammt aus dieser oder jener Sprache? sondern was ist oder 
mufs nicht indogermanisch sein oder Entwicklung auf indo- 
germanischer Grundlage ? 

Was zunächst die Lautgebung betrifft, ist nicht jene 
kolossale Konsonantenreduzierungr im Irischen und Kvmiischen 



') Dies bezieht sich auf die von Professor J. Morris Jones im Anhang 
zu. detn Buche The Welsh People fon Ehfjs und Brynmor- Jones aufgestellte 
Theorie, daß die Ureinwohner Grofsbntanniens, die sogen. „Iverier", Í7i deii 
Ägyptern und Berbern nahe Veru-andte hätten. Jones ist zu dieser Annahme 
gekommen, indem er gewisse grammatische Erscheinungen des Kymrischen, 
darujiter mehrere, die sich erst in historischen Zeiten allmählig entwickelt 
haben, uillkürlich herausgreift und ähnlichen Erscheinungen im Ägyptischen 
uud der Berbersprache gegenüberstellt. Wie ich sehe, ist diese Theorie schon 
als „certai7i" in J. E. Lloyds History of Wales (J, S. 16) aufgenommen! 



108 KUNO MEYER, 

und der Yokalismus im Kymrischen lehrreicli für Konsonantismus 
und Vokalismus der assimilierten Niclitarier? Ebenso ferner die 
kolossale Xeuscliöpfung von Konsonanten im Irischen und 
Kymrisclien und von Vokalen im Kymrischen? Einen so 
zugleich destruktiven und neuscliöpferischen Einflufs hat die 
Urbevölkerung- bei keiner indogermanischen Sprache ausgeübt. 
Die Griechen assimilierten am wenigsten Urbevölkerung; die 
Germanen trafen auf eine schon arisierte; bei den Italern zeigte 
sich gegenüber den Griechen in Akzent, Lauten und Flexion 
eine viel tiefergehende Einwirkung. Aber was ist das alles 
gegen die Umwälzung des indogermanischen Lautstandes im 
Keltischen? 

Die tonlosen Aspiraten einmal beiseite gelassen, bleiben 
15 Explosivlaute, die sich im Indischen, Griechischen, Italischen, 
Germanischen schön erhalten haben. Was taten dagegen die 
Kelten? 

1. Sie liefsen innerhalb jeder Reihe media und media 
aspirata zusammenfallen. Bleiben 10 statt 15. 

2. Sie liefsen Reihe 1 und 2 zusammenfallen. Bleiben 8 
statt 15. 

3. Sie gaben in der Labialreihe die tenuis auf. Bleiben 
7 statt 15. 

4. Brittonen und die Mehrzahl der Kontinentalkelten 
glichen in der 3. Reihe die media und tenuis mit der 5. Reihe 
aus. Bleiben 6 statt 15: Je, g, t, d, p, h. 

5. Goidelen und einzelne Gruppen der Kontinentalkelten 
wandelten die media in der 3. Reihe in die der 5. um (zu 6), 
die alte media aspirata zu g\ ferner die Goidelen um ca. 500 
noch die tenuis der 3. Reihe zu Je. Bleiben 5 statt 15 : A-, t, g, d, b. 

6. Nun Verlust des p! Ein Meerwunder! Kann weder 
Lautentwicklung nach Artikulationsstelle sein, denn b, v sind 
ja erhalten; noch Lautentwicklung nach Artikulationsart, denn 
t, Je, qu sind erhalten. 

Nun aber sehe man sich Goidelisch und Kj-mrisch seit dem 
6. Jahrhundert an. Produktiv in hohem Grade! Jeder der 
erhaltenen Konsonanten bekommt Drillinge, und nur dadurch, 
dals Nachkommen des einen mit dem Stammvater des andern 
identisch sind, wird eine Überfülle verhindert. Immerhin haben 
wir jetzt im Britannischen: 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 109 

c, ch, g (2), gh, t, th, d (2), dd, p, ph, l (2), hh, 
also wieder 15 statt 6. 
Im Goidelischen : 

c (2), ch, g (2), gh, t (2), th, d (2), dh, h, hh, 
also 14 statt 5. 

Und ebenso im Vokalismus, welche Armut zuerst und 
welche Fülle dauni 

Die Erklärung kann nur folgende sein. 

Fremde Massen werfen bei Erlernung einer ganz allophylen 
Sprache zunächst alles über Bord, was ihnen nicht liegt und 
überflüssig scheint. Wie machen wir es nicht beim Französischen 
und Englischen und die Franzosen und Engländer beim Deutschen! 
Nachdem sie dann in die fremde Spracheinheit aufgenommen 
sind, übertragen sie die Eigenheiten des alten Idioms auf das 
neue und werden so schöpferisch. So erging es der keltischen 
Sprache im Munde der allophylen Urbevölkerung. Zu deren 
Haupteigentümlichkeiten gehörte es, dafs bei ihnen der Satz 
in ganz anderer Weise die Spracheinheit war, als im Indo- 
germanischen. Sie redeten eine Schachtelsprache. So finden 
wir im Satz dieselben Gesetze wie im Einzelwort — generell 
kein Unterschied, nur graduell, ob dauernd oder momentan. 
Der Satz wird als ganzes durch den Akzent zusammengehalten. 
All dies kann nicht natürliche Entwicklung auf arischer Grund- 
lage sein. Ein solches Prinzip hätte sich aus Erscheinungen, 
wie wir sie im Veda und bei Homer finden, entwickeln können; 
es hat sich aber nirgends so entwickelt und wir finden es nur 
bei Kelten und Romanen auf Urbevölkerungsboden. Satz -sandln 
war indogermanisch, aber dafs es bei den Kelten durchgeführtes 
Prinzip wurde, beruht darauf, dafs die Urbewohner eine Schachtel- 
sprache wie Baskisch redeten. 



Einzelnes aus der Sprache der Urbevölkerung. 

Ersatz des indogermanischen nomen agentis durch Um- 
schreibung : 

forcitlid „Lehrer" ist arisches Denken, 
fer forcitil „Mann der Lehre", Plur. óis forcitil „Leute 
der Lehre" ist Denken der Urbewohner. 



110 KÜNO MEYER, 

Wenn die Konstruktion mit dem Genitiv des Nomens fast 
das attributivisclie Adjektiv verdrängt hat, so ist das auch 
Einflufs des Denkens der Urbe wohner: 

toi cholnide „fleischliche Lust" ist arisch, 

toi cholno „Lust des Fleisches" ist Urbewohnersprache. 



carpentom und capallos. 

Beides sind A^'orte aus der Sprache der Urbevölkerung. 
Es gibt keine mit capallos gebildeten Personennamen, nur mit 
equo- (irisch eck, kymrisch e;)-) und marco- (irisch tnarc, kj^mrisch 
march). Dagegen chevalier, wo die Urbewohner wieder in die 
Höhe kommen. Interessant folgendes: 

Kelten mit Indogermanen: equo-, vegno-, 

Kelten mit Germanen: marco-, reda-, 

Kelten mit Urbew^ohnern : cappalo-, carxKnto-. 



Im Arischen bezeichnet „Kopf" den Anfang einer Sache, 
im Keltischen das Ende: irisch cinn hliadna "am Ende des 
Jahres" {in capite anni, Nennius), 'kymvisoh pennhhvydd „Jahres- 
ende"; irisch forcenn, kymrisch gorphenn „Ende". Ebenso ist 
was uns „hinten", dem Kelten „vorne": gotisch hindu-, gallisch 
cintu; kymrisch cynt, cyntaf, irisch cét, cétne „erster, vorderster". 



Wir nennen die Mündung eines Flusses ,. Ausflufs, txßoA?j, 
ostium'''- \ der Kelte sagt in -her, oper {^ od -her), aper „Einflufs" 
(des Meeres). 

Das Schwinden der Verbal wurzeln im Altirischen und Kym- 
rischen und die unbegreifliche Komposition mit drei oder mehr Prä- 
positionen: als ob man sich mit möglichst wenig Verben beholfen und 
durch Richtungswörter und Gesten die Nuancen ausgedrückt hätte. 

Unterscheiden zwischen den altüberkommenen Präpositionen 
und den neugebildeten (irischen cen, le, fiad usw.), die 1. nicht 
aus indogermanischer Zeit stammen, 2. nicht in Verbal- und 
Nominalkomposition vorkommen. 



Ist irisch céle, kymrisch cdydd aus der Sprache der Ur- 
bewohner entnommen? Und irisch scatan, kymrisch ysgadan 
„Hering"? Dann auch Scadinavia. 



AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 111 

6. Religion. 

Hier ist das Druidenproblem wichtig. "Wie ist Cäsars 
Bericht verständlich, wenn wir das Druidentum als eine ur- 
sprünglich keltische Einrichtung auffassen? Die Brittonen 
waren doch nur ein vorgeschobener Posten. Anders wird die 
Sache, wenn es von den Urbewohnern ausging. Dann lagen die 
Wurzeln des Druidentums in dem a. 55 selbst im Süden noch 
nicht ganz assimilierten Britannien, weil dort der Einflufs der 
Urbewohner noch stärker war. Wo gäbe es ferner ein Zeugnis 
für Druiden aufserhalb Galliens. Britanniens und Irlands? 
Weder bei den Donaukelteu, noch den Galatern, in Oberitalien 
oder Spanien. Auf Argumente e silentio keine Schlüsser bauen, 
aber mit verwerten. 

Sind die gessa, die Tabus der Iren, der Religion der Ur- 
bewohner entnommen? Hier neben der altirischen Literatur auf 
Vorstellungen der Bretonen hinweisen, bei denen das Christen- 
tum nur Tünche ist. Nicht nötig, nach Pol3'nesien und Afrika 
zu gehen; ist hier in Europa zu haben. 

NB. troscml for ,.gegen jemanden fasten"; impide „Gebet" 
= mih- fluide „Herumsitzen", um das Götzenbild. 

Totenkult. Abgeschiedene Geister. 



7. Zeiteinteilung. 

Im Keltischen spielt die Sonne bei der Jahreseinteilung 
keine Rolle. Die Sonnenwende ist indogermanisch. Der Sommer 
der Urbevölkerung fing mit dem Mai an. Dies von Kelten und 
Germanen übernommen (Maifest, Blocksberg). Im K3'mrischen 
bedeutet dawnsio haf „Maitanz"; in Irland ist noch heute der 
1. Februar earrach „Frühling". Wie hätten Germanen östlich 
der Elbe Maifeste feiern sollen? wo Geibel in Lübeck singt 
„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus", und nicht 
allzu weit davon warmer Grog als Maitrank gilt. Hier sind 
Mnifeste so abnorm wie heute der rheinische Karneval in 
Berlin. Johannisfeuer ist germanisch -arisch, Maifeste vorarisch- 
keltisch. 

adaig samna bei den Iren, nos glangaiaf bei den Kymren 
ist dasselbe wie Neujahrsnacht bei uns. 



112 KUNO MEYER, 

8. Bergbau. 

Weder Kelten noch Germanen waren Bergleute. Dies war 
die Urbevölkerung. In Spanien und Südengland Bergbau schon 
vor Kelten und noch heute fast ausschlierslich von der alten, 
bodenständigen Bevölkerung betrieben. Daher Haloren keine 
Kelten, sondern Urbevölkerung! 



Hier füge ich einige Bemerhingen üher irische und Injmrische 
Literatur ein und drucJce dann alles ah, was sich zu Kapitel V 
und VI (oben S. 90) gefunden hat. 

Etwas den Erzählungen der alten irischen Heldensage im 
8./9. Jahrhundert entsprechendes haben wir bei den britannischen 
Kelten überhaupt nicht. In Irland vollzog sich die Mischung 
zwischen keltischen Goidelen und Tätowierten ungestört von 
äulseren Einwirkungen vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis zum 
4. Jahrhundert n. Chr., wobei nur das Christentum vom 4. Jahr- 
hundert an etwas nachhalf. Die Traditionen wurden bei dem 
Phäakenleben der Iren bis a. 800 von Generation zu Generation 
als Geschichte weitergepflegt, zuerst nur leise äulserlich be- 
einflufst durch klassische Stoffe und vom 9. Jahrhundert an erst 
mächtiger durch das beginnende Vikingerzeitalter. Hier setzt 
aber glücklicherweise, im Beginne der Umgestaltung, unsere 
Überlieferung ein. 

Wie anders in Britannien I Schon im 1. Jahrhundert v. Chr., 
als die Rassen auch im Süden noch nicht fest verschmolzen 
waren, fing die Beunruhigung durch Cäsar an. Drei Generationen 
später kam 40 jährige Römereroberung (a. 43 — 84) über die 
eben zusamraenfliersende Mischung, in der das Urbevölkerungs- 
element den stärksten Prozentsatz bildete. Hierdurch wurde 
die Übertragung alter keltischer Traditionen auf die neu 
Assimilierten z. T. gehindert. Und ehe die Römerherrschaft 
verarbeitet war, kam von Mitte des 5. Jahrhunderts an die 
Germaneneroberung, die grofse Teile der Masse unterwarf und 
assimilierte, andere in die Berge der "Westküste, andere nach 
Aremorika trieb. 600 Jahre später, ja noch später, kommt 
dann bei den britannischen Kelten die Heldensage, die Arthur- 
sage, zum Vorschein, die ihren Ursprung in der beginnenden 
Angrelsachsenzeit hat. 



AUS Di:.M NACHI.ASS HEINRICH ZIMMERS. 113 

Urbevölkerung Westeuropas. 

Dafs das kontinentale Westeuropa auf weite Strecken eine 
vorkeltische, also vorarische Bevölkerung hatte, ist längst kein 
Problem mehr. So wenig in Oberitalien, Donauebene, Xord- 
spanien oder auf den brittischen Inseln die Kelten die älteste 
Bevölkerung waren, ebenso wenig im heutigen Frankreich, 
weder zwischen Garonne und Pyrenäen, noch in Siidfrankreich 
(Ligurer). Ebenso beweisen die Bezeichnungen Gallia Celtica 
und Gallia Belgica, dals Galli nicht Kelten waren, sondern vor- 
keltische Bewohner, über die zwei Keltenföderationen Celtae und 
Belgae kamen. Den Grundstock der Bevölkerung in Frankreich 
bilden die Urbewohner (Galli, Aquitani, Iberi, Ligures usw.); — 
die Masse ist überall bodenständig, immer unter neuen Herren 
bleibend — darüber die keltische Schicht (Belgae, Celtae, 
Goideli usw.), die als Adel- und Priesterstand in den Kriegen 
Cäsars und seiner Nachfolger mehr als dezimiert wurden, so 
dafs die gallokeltische Bevölkerung, über welche die Eomani- 
sierung kam, sicher zu dreiviertel und mehr Urbewohner- 
nachkommen waren (Typus). Darüber kommen dann Germanen 
(Franken, Burgunder, Normannen), die sprachlich assimiliert 
werden, als Adel in den Hugenottenkriegen und der Revolution 
Haare lassen müssen, aber doch gewifs an Blut (im Norden) 
stärker als Kelten, nur dies Element verstärkend. Dazu stimmt 
die Sprache: 

1. romanisch; 

2. Zusätze: 

a) stark germanisch, 

b) ganz gering keltisch, 

c) ein nicht auflösbarer Bodensatz. 

Sind nun diese Galli rassenverwandt mit den Tätowierten? 
Sie wurden auf jeden Fall rasch von den Kelten assimiliert, 
ein Prozefs, der zu Cäsars Zeiten wesentlich vollzogen war. 
Hier sind daher die Kriterien der Gesellschaftsordnung und Sitte 
nicht so leicht anzuwenden wie in Britannien und Irland, auch 
für den Fall, dafs wirklich die Galli derselben Rasse wie die 
Tätowierten angehörten. Noch weniger ist das bei den weiter 
östlich sitzenden Urbewohnern möglich; denn hier kamen nach 
Abzug der Kelten über die keltisch -vorarische Mischung die 
Germanen, die diese Mischung assimilierten. Hier liegt also 

Zeitscbrift f. celt, riiilologie IX. 8 



114: KUNO MEYER, 

auf dem Grundstratum schon eine doppelte Schicht. Dagegen 
ist bei anderen Punkten eher etwas zu erwarten, vor allem 
aus dem Zahlensystem und der Zeiteinteilung, dann auch aus 
sprachlichen Kriterien. Drei grofse Zonen lassen sich unter- 
scheiden: 

1. wo die Urbevölkerung in der Mischung überwiegt — 
Irland, Wales, Bretagne, Striche von Frankreich und Spanien; 

2. wo Arier in verschiedenen Graden in der ]\Iischung 
überwiegen — um die Nordsee: Skandinavien, Niederdeutschland, 
Ostengland; 

3. wo Urbevölkerung und Arier mehr oder weniger gleich 
gemischt erscheinen — Oberdeutschlaud, Schweiz, Oberitalien, 
Nordfrankreich. 

Der Gegensatz ist überall nicht Kelten und Germanen, 
sondern Urbevölkerung- und arische Basse. Der Ausgangspunkt 
der Forschung liegt bei den Inselkelten, weil hier die geringste 
Mischung besteht, die sich in fast historischer Zeit vollzogen hat. 
Grundlagen der Forschung sind altirische Literatur und altirische 
und brittische Sprache mit sorgfältiger Berücksichtigung dessen, 
was aus arischem Ursprung fliefsen mufs und kann. Als Hilfs- 
wissenschaften treten vergleichende Anthropologie, Rassenkunde, 
Schädelkunde und Archäologie (Ausgrabungen, Gräber, Monumente 
der Vorzeit usw.) hinzu. Vorläufig getrennt marschieren, dann 
aber vereint schlagen. Getrennt marschieren: denn man trübt 
und verwischt das Bild zu leicht durch Kombinationen. So könnte 
die Verbreitung der Dolmens usw. als Kriterium für das Gebiet 
der Urbevölkerung sehr leicht trügen. Diese Bauten sind nur 
Fortsetzung aus dem Orient; und wie Dinge, die im 5./6. Jahr- 
hundert n. Chr. sich in Westeuropa verbreiteten, nicht Mafsstab 
für Verbreitung der Germanen oder Eomanen sind, so im 8. bis 
10. Jahrhundert v. Chr. auch. Es ist Kulturerrungenschaft, die 
sich nicht mit geographischer Ausdehnung der Rasse zu decken 
braucht. 

Eins ist nötig: mehr Arbeitskräfte. Mittel und Kräfte 
sind zu ungleich verteilt. Wir graben in Ägj^pten, Kleinasien, 
Babylon, Zentralasien. Wir haben auf 21 Universitäten 26 Pro- 
fessoren für Sanskrit und ebenso viele für Arabisch, aber nur 
einen für Keltisch. 

Wie nicht überall, wo in alten Keltenlanden Denkmäler 
der Vorzeit über der Erde stehen oder aus dem Schofs der 



AUS DEM XACIIÍ.ASS HEINUICH ZIMMERS. 115 

Erde gegraben werden, diese a priori als keltisch anzunehmen 
sind, so 1. nicht annehmen, dals jedes von den Alten als bei 
den Kelten gebräuchlich überlieferte "Wort keltisch i) sein und sich 
aus den modernen keltischen Sprachen deuten lassen müsse, 2. nicht 
überall, wo auf alten Kelteugebieten Berg-, Fluls- und Städte- 
namen in alter Zeit vorkommen, a priori schliefsen wollen, dafs 
diese keltischen Ursprungs sind. Während die Städtenamen in 
erdrückender Fülle keltisch sind und etymologisch so klar wie 
„Neustadt", mulsten bei den Berg- und FluTsnamen meist kindische 
Einfälle zu ihrer Erklärung nachhelfen. 

Dafs in Mittel- und Westeuropa die ürbewohner ursprüng- 
lich ebenso nackt gingen (und sich tätowierten) wie in Albion 
und Iverion, dafür ist der Name Kü.roi (Celtae, Celtillus) ebenso 
Beleg wie Brittones in Britannien. Es sind ..die Mäntel {celt, 
kilt) tragenden" im Gegensatz zu den Nackten, wie Brittones 
nach Rhj'S zu kymrisch hrethyn „woollen cloth" zu stellen ist. 

Kelten, Germanen, Italer. 

Kelten und Germanen haben im Wortschatz so viel gemein, 
wie Völker, die lange Nachbarn sind und im lebendigen Verkehr 
hinüber und herüber leihen. Aber Kelten und Italer haben in Laut- 
entwicklung und Flexion vieles, was nicht auf Austausch beruhen 
kann, sondern auf frühere gemeinsame Impulse, gleiche Neigtingen, 
die nach der Trennung fortwirken, schliefsen läfst: q- und p- 
Kelten; e mit u, v\ Flexion der o- Stämme; Passiv mit r usw. 

Folgendes ist, so weit wir sehen können, klar: Kelten und 
Germanen sind Nachbarn vom 6. Jahrhundert ab; Kelten und 
Italer im 6. Jahrhundert durch himmelhohe Alpen und fremde 
Völker getrennt. Erst im 4. Jahrhundert kam es zur Berührung, 
als Kelten in Italien Besuch abstatteten und dann, als die 
Römer diesen Besuch in Gallien erwiderten. Vielleicht dürfen 
wir weiter schliefsen: Bei östlicher oder nördlicher Heimat sind 
Kelten und Römer Nachbarn gewesen. Dann zogen die Italer 
1. von Osten kommend durch die Donauebene südlich, die Kelten 
nordwestlich, rückten in Striche westlich der Elbe und Sudeten 
ein und wurden so Nachbarn der Germanen. 2. Vom Norden 
zusammen sich loslösend sind die Italer aus der Donauebene 
nach Italien weiter gezogen. 

') So ist leuga vielleicht so keltisch, wie „Meile" deutsch. 

8* 



116 KUNO MEYER, 

Schlufsbetrachtungen. 

Wir dürfen nicht denselben Kulturzustand und dieselbe 
Gesellschaftsordnung im kontinentalen Westeuropa bei Iberern, 
Lig-uren usw. im 6. /4. Jahrhundert v. Chr. erwarten, wie wir 
ihn bei den Urbewohnern der brittischen Inseln vom 1. bis 
5. Jahrhundert n. Chr. finden, selbst wenn es sich um dieselbe 
Easse handeln sollte. Hier in Westeuropa können wir nur 
Spuren dessen erwarten, was auf den brittischen Inseln klar 
zutage liegt. 

Hat eine vorarische Urbevölkerung von einheitlicher Rasse 
in West- und Mitteleuropa existiert, was ich nur hypothetisch 
ausspreche, über welche zu verschiedenen um 500 Jahre und 
mehr voneinander abliegenden Zeiten die Arier gekommen sind, 
dann müssen wir sie uns ähnlich einheitlich und ähnlich getrennt 
denken, wie die Indogermanen und die Semiten es w^aren. Es 
können also Iberer, Liguren, Gallier, die Stämme Mittel- und 
Oberitaliens, ßhäter, die Urbevölkerung Germaniens und die 
Tätowierten auf den brittischen Inseln sich so nahe und so 
ferne gestanden haben wie Griechen, Albanesen, Ausonier, Kelten, 
Germanen, Litauer, Slawen; so nahe und so fern in Sprache 
und Einrichtungen, und sie können wieder Unterabteilungen wie 
diese aufgewiesen haben. 

Die Beziehungen dieser beiden Rassen in alter Zeit können 
wir uns als doppelte denken: 

1. eine wirkte auf die andere unassimiliert, wie Germanen 
in alter Zeit auf Finnen, wie Letten auf Esthen, Deutsche auf 
Letten usw., die höherstehenden auf die niedrigstehenden, aber 
auch umgekehrt; 

2. Arier unterwerfen in alter Zeit die Urbevölkerung und 
assimilierten sie sprachlich und möglichst kulturell. Dann lebt 
Denken, Sitte und Brauch in den assimilierten neuen Sprach- 
ariern und der Mischungsrasse fort und kann schlielslich, wenn 
das Element in der Mischung stark ist, mehr oder weniger 
Einflufs gewinnen auf die reinen Rasse -Arier. 



„Die sich selbst zersetzende romanische Welt kann das 
ordnungverbürgende Institut der Monarchie anscheinend nicht 
mehr ertragen; die Germanen reiche behalten in freier Selbst- 
bestimmung ihre tüchtigen Fürsten bei. " Rhein.- Westf. Zeitung. 



AUS DEM NACIILASS HEINRICH ZIMMERS. 117 

Hier, wie in allen ähnlichen Aufstellungen ist der Gegen- 
satz verkehrt; nicht um Eomanen und Germanen handelt es 
sich, sondern 1. um Massen, die wesentlich aus Urbewohnern 
bestehen und um solche, die der Mehrheit nach Arier sind, 
2. um Führer der Masse aus der Masse, oder um Führer aus 
arischem Adel (oder aus der arischen ]\[asse). 

Weder Sprache noch Religion sind ausschlaggebend. Ein 
guter Beweis, wie wenig Religion damit zu tun hat, ist aus der 
Bretagne (katholisch) und AVales (ultraprotestantisch) zu ent- 
nehmen. Sehr lehrreich der Kj'mre Owen M. Edwards in seinem 
Büchlein 'Tro yn Ll3'daw'. Er verachtet den „Papismus"; er 
hafst den Angelsachsen; er erkennt die Rückständigkeit der 
Bretonen infolge ihres „Papismus", und doch ist für ihn Katholi- 
zismus die Religion der Kelten, weil es die Religion der Schwärmer, 
nicht der Denker. Der Protestantismus ist für den Kymren nur 
durch sein Umbiegen erträglich, i) Daher die S3'mpathieen des 
protestantischen Wales bei dem katholischen Frankreich. Rasse 
ist im letzten Grunde stärker als Religion und Sprache. 



Es mufs in Wales auf das religiöse, sprachlich-literarische, 
nationale Erwachen noch etwas viertes kommen — ein Erwachen 
des Verstandes, Kritik, Selbsterkenntnis. Bringt das Unterrichts- 
system dies nicht zustande, dann Ade, Kelten weit! 



3Iit diesen prophetisclicn Worten, denen alle mit den Verhält- 
nissen Vertrauten zustimmen tverden, scJdiefse ich die Mitteilun(jen 
aus den für das geplante Buch hestim,mten Aufzeichnungen. 



Zu den Abhandlungen über Virgilius Maro Grammaticus 
habe ich außer den Sitzgsbcr. S. 1118 abgedruckten noch folgende 
wichtige Nachträge gefunden, ivodurch auch die Anmerlcimg zu 
S. 1067 über die Hisperica Famiua erst in den richtigen Zu- 
sammenhang gerüclit ivird. Zimmer ivar im Gegensatz zu Teuffei 



1) Die hier angedeuteten Ideen hat Zimmer in einem besonderen Aufsatz 
unter dem Titel 'Über den Eiuflufs der verschiedeueu Religiousformen auf 
die literarische Eutwicklung der Inselkelten seit der Reformationszeit' aus- 
geführt. Ich hoffe denselben, soiveit er sich zur Mitteilung eignet, in einem 
der nächsten Hefte der Zeitschrift zum Abdruck zu bringen. 



118 KUNO MliYEK, 

(//. S. 479) und Huemer der Ansicht, daß die spottenden Epi- 
gramme des Enno dius „de quodam stulto quiVirgilius dicebatur" 
auf den Grammatiker gemünzt sind, dessen dünhelhaftes Wesen 
sie so gut JcennzeicJmen, dofs jeder moderne Leser seiner Werke 
sie unterschreiben würde. ^) Sie lauten (Opera, II 118ff.)\ 

In tantum prisci deüuxit fama Maronis, 
Ut te Virgilium saecula nostra darent. 

Si fatuo dabitur tarn sanctum nomen homullo, 
Gloria maiornm curret in obprobrium. 

Captivo stultus congaudet stemmate vates, 
Non est Virgilius, dicitur iste tarnen. 

Externo quotiens vocitaris nomine, demens, 
Si tibi sunt sensus, prospice ne venias. 

Cur te Virgilium mentiris, pessime, nostrum? 2) 
Non potes esse Maro, sed potes esse moro. 

So war also Virgilius ein älterer Zeitgenosse des Ennodius 
(473 — 521). Er war nicht etwa Repräsentant der gallischen 
Bildung überhaupt, aber auch nicht ganz Narr „auf eigene Faust", 
sondern der Vertreter einer im alten Aquitanien, der späteren 
Gascogne heimischen Afterbildung. 

Ferner macht Zimmer auf ein Schriftstück aufmerksam 
welches eine Flut von Licht über eine dunkle Periode der irischen 
Geschichte verbreitet. 

In den 'Neuen Jahrbüchern für Philologie und Pädagogik' 
(1866) druckt Lucian Müller aus einem Leydener Codex des 
12. Jahrhunderts einen Traktat mit dem Titel '.Incipiunt quedam 
excerpta utilium verborum ' ab, in welchem sich (S. 79 der Hand- 
schrift) folgende wichtige, bisher nicht beachtete Notiz findet. 

„Huni qui ex nephario concubitu progeniti sunt, scilicet 
demonum, postquam praeheunte cerva viam invenerunt per 
Meotides paludes, invaserunt Cothos, quos nimium terruerunt ex 
inproviso mostro quod in illis erat. Et ab his depopulatio 



') Ennodius muis einen Mann gemeint haben, dessen Schriften und 
Ansichten ihn berechtigten, ihn öffentlich als Xarreu zu geifseln. 

") „Virgilium nostrum", d.h. den gallischen Virgil. Ennodius stammte 
aus dem siuUiclien Gallien. 



AUS DEM XACHLA8S HEINRICH ZIMMERS. 119 

totius imperii exordium sumpsit, quae ab Unis et Guandalis, Gotis 
et Alanis peracta est. sub quorum vastatione omnes sapientes cis- 
marini fugam ceperunt et in trausmariuis, videlicet in Hiberia 
et quocumque se receperunt, maximum profectum sapientiae in- 
colis illarum regionum adliibuerunt." 

Dies ist nicht vor der zweiten Hälfte des G. Jahrhunderts 
geschrieben,') und zwar von einem Eomanen (wie die Form 
Guandalis zeigt) in Westgallien zwischen Loire und Pyi'enäen, 
wie sich aus dem Satz „et ab his" bis „receperunt" ergibt. 
Hier zogen 406 — 409 Vandalen und Alanen durch, um in 
Spanien einzudringen, hier begründeten die Westgoten 418 ihr 
Eeich, bis hierher erstreckten sich die Einfälle der Hunnen, 
„ Cismarini " : ,. transmarini " ist bei dem in Südwestgallien seit 
frühester Zeit regen Verkehr mit Irland nur von dort aus ver- 
ständlich, „Hiberia" steht für „Hibernia", wie schon Lucian 
Müller bessert. 

Die Tragweite dieses Zeugnisses für den Exodus west- 
gallischer Gelehrten nach Irland in der ersten Hälfte des 
5. Jahrhunderts und ihren Eiuilufs auf die dortige Kultur 
{maximum profectum sapientiae incolis illarum regionum ad- 
liihuerunt) ist kaum zu überschätzen. Wir gewinnen dadurch 
endlich eine direkte Kunde über die Art und Weise und den 
Weg, auf welchem klassische Literatur und Bildung nach Irland 
gekommen ist. Hiervon hatte man bisher keine oder nur eine 
vage Vorstellung. 

Zu den drei irischen Denhnälern, welche JEinflufs der 
Virgilischen Lehre von der scinderatio fonorum zeigen (Amra 
Coluim Chille, Uraicept und Dúil Laithne), macht Zimmer noch 
folgende Bemerliungen. 

Uraicept und Dúil Laithne sind für den Anfang des 9. Jahr- 
hunderts festgelegt. Welche Verrücktheiten und Entfernung von 
natürlicher Grundlage in beiden! Was die Amra betrifft, so 
müssen wir zwischen Text und Kommentar unterscheiden. Im 
Texte selber kommt nur anuim, coluin (nach altem Conual 
gebildet), culu (alter Dativ auf -u) und benn, tewi {n wie in 
cucenn verdoppelt) vor, d. h. nur Dinge, deren natürliche Grund- 



1) „Huni . . . in illis erat" setzt Jordanis "Getica" (ca. 551) voraus, 
oder dessen Quelle Priscus. 



120 KUNO MEYER, AUS DEM NACHLASS HEINRICH ZIMMERS. 

lagen uocli in der Sprachgeschichte erkennbar sind, Abstrak- 
tionen, die auf solchen natürlichen Grundlagen aufgebaut sind. 
Hier ist die Entfernung von der Natur noch nicht allzugrofs. 
Dadurch bekommen wir einen Mafsstab für das Alter der Amra. 
Denn im Kommentar ebenso wie in Uraicept und Búil Laithne 
finden wir ein vollständiges Vergessen der natürlichen Grundlage. 
Auf der falschen Schlufsfolgerung des 6. Jahrhunderts wird mit 
der Konsequenz des Narren weiter gebaut. Hier mufs also 
längere Entwicklung vorliegen und so beweisen die späteren 
Denkmäler, dafs die Ämra tatsächlich viel älter sein mufs, also 
der Tradition, die sie ins 6. Jahrhundert setzt, voller Glaube 
beigemessen werden kann. 



Von weiterer 3iitteüung aus den mir ühergehenen Papieren 
glaube ich ahstehen zu müssen, iveil sie der eingangs erwähnten 
Bedingung nicht entsprechen würde. Denn alles ivas sich sonst 
noch erhalten hat, stammt entweder aus älterer Zeit, ivie z. B. die 
Einleitung zu einem Kolleg über altirische Grammatik den Flammen 
entgangen ist, oder es befafst sich mit Bitigen, die schon öfter und 
nicht minder ausführlich von Zimmer behandelt worden sind. Bas 
gilt von einer Barstellung der Entstehung der PatricJdegende und 
einer Schilderung des Ursprungs und der Entwicldung der Finn- 
sage. Boch icird es die Fachgenossen interessieren zu erfahren^ 
dafs Zimmer seine behannte Ansicht über die Entstehung dieser 
Sage bis zuletzt in allen Funkten aufrechtgehaltcn hat. Was sich 
schlief such an grammatischen Notizen gefunden hat, z. B. der 
Versuch eines Beweises, dafs th schon in altirischer Zeit als h 
gesprochen ivurde, ist zu skizzenhaft und geht über das gelegentlich 
anderswo Bargelegte nicht hinaus. 

Charlottenburg. Kuno Meyer. 



TAIN BO CUAILXGE 
NACH DER HANDSCHRIFT EGERTON 1782. 



(fol 88 a). Tarchomlad. sloigead. mor. lao Connachta .i. la 
hAilill oc^ Meidb. oc:^ lietha uaidhib cossna trib coicceda?6 
aili. OCT, foiti techta o Ailill co secht maccu Magliach .i. go 

hAilill go hAnlúan co Modh Corb co Cett co 1iE?í. oq7, 

5 oc:^ Tocbe .xxx. c. la gacb nae. oc^ co Corbmac Con longaiss 

mac Cowcobair con?i trib cetaib bui for Connachto Te- 

cuid uile iarum co mbatar hi Cruaclina?^ Aei. Tri liiirg 
didm do Chorbmac oc tochim do Chruachnaibli. In cétnae 
lorg. bruit brecca hi forccipiil cob , . . impu fortti bertha foriiib. 

10 Leni fotairindin cotan glun oc^ fotalsceth foruib. oc^ manais 
lethanglass for chrunn mideng hillaim each fir. In lorcc 
thanuiste. bruit dubhglassa irarapu s/f?e. oc^ leni co«a derginn- 
liudh CO hoirccnib sis. oc^ muíigo tara gcennuib siar. oc^ 
luibne gelu foruib. oc^ sleghai coigrinne ina lámuib. Ni he 

15 Gorhrnac \)%us ol Mef?&. Ticc in tress lorg da«o. Bruit 
corccra immpu. oc^ lénte culpatacho fo derginnlait. co traigthi. 
oc^ berthai slechtai co üguaille. oc^ cruimmscei7/i co faebruib 
cowndualai immpu. oc^ tuiri righthighe hillaim gach fir. Is 
he Cor^;Höc innso hifechtsa or MeJi. Doecmalta dano iarum 

20 cet/iri choicedh hj^riun co mbator hi Cruachnuib Aii. oc^ 
nistel .... a faithi. oc^ a ndruid assi . . coo ') cenn coicthighis 
oc irnuidi hseoin. Aspert Medb iarum fria haruid alia 
dochomlasat. Cach oen sgar . . . nn tra inndiu olsi fria 
choem doberait mallacht ain formso huair iss me dorinóil in 

25 sluaghadh sa. Am . . di(?m ol int ara co n-impar in carpai 

desil. oc^ CO ti nertt int seoin ar tia si. In tan 

dirfm dosoi innt aro forsin carpal oc:^ lot?ir do th 

*) Zeilenende. 



122 E. WINDISCH, 

(fol. 88 b). Confaccatio- in ingen macd/iaclit reimib. Follt 
buidi fuirri. Brat brec impi. Delg noir ann. leniu chulpatach 
cöwnd[erjginnslait impi. Da assa co tormh oir impi. Aghaidh 
fochoel forletlian le. di brai dubai dordiaidi Ábrait duib 
5 dam co mbentais tosccacl himmedon a da grúadhe. Indar 
latt robiidopartuing imdento a beoil. Intarlat ba fraiss do 
nemandaib bui ina beluib .i. a fiacclo, Teóra trillsiu 
fuirri .i. di trills immo cenn seclitair. Triliss tara haiss 
siar CO mbenad a da colpao ina diaigli. Claidliem cor- 

10 //aire (.b-zc) do finndriine inna lálm. Essnada oir ann. Tri 
maic immlisse hi gcechtHr a da súlui. Gaiscec? lasind ingin. 
Et da ech duba fo a carp«/. Cia do cliomaium-siu ol ^Ledb 
frissin inghin. Fedlielm bainfili do Chonnachtmh mo ainm- 
siu ol in ingin. Can dothegli ol Mtdb. A hAlbuin iar 

15 fogliluim iilidhechta or in inghen. In fil imbass forossna 
latt ol Mec?&. Fil ecin ol inn ingin. Déca damsa di£?m co 
bia mo feclit:^. Díísndeci in ingen iartan. Is ann ispe?-t 
MecZ&. A Fedlimm banfaitli co acco in sluagli. Frisscart 
Fedhelm co ?z-epert. Atchiu íoráerg atcliiu ruad. Ni fir son 

20 em ol Mef?6. Arata Concliiibor ina chess innEmuinn co 
Jjlltaih imme co neoch iss dech innoac. oc:^ rangat^r mo 
theclitzi^a co tuccsat fiss sgel damsa ass. Fedelm banfaith 
CO acca ar sluagh or Medb. Atciu toráerg sttchni ruad ol 
ind ingen. Ni ba fir son ol ^ledb. ar ata Celtchuir mac 

25 JJithechair co triun Uladh imme hi nDun Lethglaisi. oc^ 
atéi^) Ferghus mac Eoich maic Echdach linne sunn for 
luiiigi^ CO .XXX. c. imme. Fedelm .b. co acca ar slííog ol 
Merf^. Atchiu toraerg .a. ruadh ol ind ingen. Ni baa inni 
sin ol Mec?6. ar but imsergna. oc:^ cirgala. oc^ fuili fordcrga hi 

30 gcach sluag oct, i each taurchomracc dunaidh móir. Deca a 
atht/ruch duin dawo. oc:^ abuir a fir friun. Fedelm banfaith 
.0. a. a. A[t]chm iorderg .a. r. ol in mgen. 

Atchiu ter finn iirfess cless. co Hin crechta ior a chness. 
luan laich i n-airthiur a chinn. aenuch ihbiiadho a thelchainn. 

35 Fil seclit iigemma laith gaile. for lár a da immlessi. fil 

fuidrech for a ghlaini. fil lenn nderg udrolaigh imme. 

liar nderggmartrtt dogni. fil gnúis is gratai do atchiu. 
dobe/r modh do banchuiriu. 

») 2 MS. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER IIS. EGERTON 1782. 123 

(fol. 89 a). Duine óacc anaitliglinith dath. dofeith d^lb 
ndraccuin don cath. cossmuü inni<ss a ghaile. fri Coincuhiinn 
Mz/rthemne. 

Xochan fetiir cuich in cú. Chuluinn is cáiniu cu clii. 
5 acht roíetíírso amne. iss foirdherg in slúagh-sa dee. 

Fedilmm banfaith co accai ar sluagh. Atchiu toráerg 
atchiu riiadh 7 li. 

Atchiu ter mor forsin muigh. doüeir tress dona sluaghiüb. 
ÍY. claimbini (sie) des n-án. fuil hi gcecht«>- a dhá lám. 
10 Da gae bulga immoóbe/r. genmotha calcc ndet oc:^ sleigh, 

ard n-airicc immbert don sluagh. sain gnim fristet gach 
n-arm nadh. Fer hi gcathfochr^ bruitt áeirg. áoheir Li 
g/íC05muil gacA lerg. arddoslig tar ionnadh clé. cotagoin in 
riastairde. Delb domfarfás fair cose. atchiuu immromcladh 
15 a ghne. 

Eossgab toscudhudh don cath. maini airestar bidh brath. 
doigh liumb is he dobursaigh. Cuchuluinn macc Sualtaim. 
Slaigfid bar sluagha slána. fochiucra üar dtiughára. 
-í^uicfidhe leiss mili cenii. ni cheil in üanfaith FedcJm. 
20 Snidfid cru a cnessuib curadh. do laim lieich bid lán- 

phudar. oirefid occo imregait fir. do chlannuib Degug maic 
hSin. bet cuirp cherptha cainfit mna. la cuin na ctvda at- 
chiúsa. Atchiu. 

In luan iar samfuin iss ann dochomlaisit isscd dolotwr 
25 sairdes a Cruachna?& .^Ei .i. 

for Muccrumib for Carndd 

for Tewlach theora crich for Ochtrach 

for Túaim Mona for Midhe 

for Cuil Sibrille no Sillinne for Finglais Asail 
30 for Eid for Deiltt 45 

for Bagnai for Deilinn 

for Coltine for Sailig 

for Gluine Gabair for Slaibre 

for Magh Tregha for Slechta s^lgatiir 

35 for Tethfa thúasc/rt for Cuil 50 

for Tethba dhescczVt for Ochainn fadhes 

for Tiartachta for Úata fathúaid 

for Ordd for Dub 

for Slais fodhes for Cumur fadhes 

40 for Indiúind for Trumma 55 



124 



E. WINDISCH, 



for Fotliriimma sair 

for Slaine 

for Gort Slaine 

for Druim Lice fadhes 
5 for A til 11 Gabi a 

for Ardachadli 

for Feóruinii fatliuaid 

for Finnabair 

for Aissi fadhes 
10 for Driiimm Salfinn 

for Driiimm Chain 

for Druimm MacnDega 

for Eodhond Mor 

for Eodhon?i mßecc 
15 for Methe Tog 

for Methe nEiiin 

for Druimm Coimtechta 

for Scuaipp 



(fol. 89b) for Imsguaip 

for Cenn Ferna 20 

for Baile 
for Aile 
for Baillscena 
for Dáilscena 
for Fertsi 25 

for Eos Locha 
for Aile 
for Anmag/i 
for Loclmiach 
for Dein 30 

for Deiltt 
for Dubruais 
for Fid Mor 
for Colptha 

for Crunn hi gCual- 35 
iige. 



A FinnabatV Chualw^e iss as fodailte in slogh (sk) hErinn 
fon gcmcced do chuinnchith in tairb. Finit a t?t27radh. In 
seel iar n-urdd so sis. 

40 Dodeochatio- a cetna n-uide a Cruachnuib co mbatwr 

hi gCuil Sibrille. Aspert Medb friaa haruid ara n-innleth a 

noi cairpthiu di co roladh cor issin dunudh co«faccad/i dims 

cia lasmad lescc ociis lasmadh luinn techtt inn tsluaghuith. 

Fochressa a fpiipall tor Ailill colleg. octis siiidigthi a 

45 tinchur etir choilcthe ociis brot/rracha. Ferghus mac Roich 
áidiu for laim Aile/lo issin pliupulL Cormac Conlongess mac 
Conchabair for a laim sidhe. Fiacha mac Firfebe tor a laim 
sidhe. Mac ingene Condiuhair tor a laim. Conall Ci-rnach 
tor a laim sidhe. 'Mend ingen Echac/i FedbVy tor inn laim 

50 ale do A1?Y/. Finnabuir ingen Ailc?/a 7 Merfto tor a llaim 
sidhe. Ce[n]motha fossu 7 timt/i/righthi in sin. 

Ticc Medb iar ndecsin in tsloigh. ocus ispert ba n-espa 
do chach techt in tslogi(? dian teisit in .xxx.c. na íiGálio». 
Cid arathainsi na liru? ol Ailill. Ni dia tainsim dam ol 

55 iSiedb. It ana inn óig. In tan romboth each ag gnim a 
?ostad rosgaith doibsiiim tiigha a sostadh 7 fuine a mbid. In 
tan rombui each occ pruinn roscaith doibsium príánn hi 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782, 125 

suidiu, oci(5 roo i) batio- a gcriüte aca n-airpetiutli. Is espa 
áicliu ol Médi a techt i ffeniib biaid buaidli inii sloigh. Is 
airiund ar ba cet dawo or Aib71. Ni regat lenn ol Med&. 
Anat aidiu ol Xiliü. Nach ainfet ad.no ol Med&. Fichfit 
5 fo>nd iar tiaclituin duin ocus gébiiit ar tir frinn. Cest cid 
dogeutai' friii ol Aih71. innacli maith ann-auad nach a techt. 
A iiguin ol 'Medb. Xi chelam is banconnüiie or Alill Ni 
maith a n-ttsber. Laissiu ni son ol Fergus nimaricfe huair 
iss aes comcotuigh duinni ar JJltaib acht mánawgontar ule. 

10 Cedh ed on doraigenmaisni (fol. 90 a 1)-) ol Medb aratussa suwn 
mo sainteglc<c/i dib .xxx. taib .c. aib ol si et atáít na .iiii. 
Mane .i. mo hs^cht maic .uii. xxx. ait cet cotarói a tocadh ol 
si .i. Mane Máthmwía/Z et Mane Aihrainaü et Mane Mórgor 
et Mane Miugor et Mane Moepert. Is esside aa.no is Mani 

15 MilscothacÄ. Mane Andói et Mane cotnogaib iile is ess?V/e 
tucc cruth a athar 7 a mathav 7 a n-ordan dibliuaib. Ni 
ba fir son ol Fer^u^. Ataat uii. riglia sund di Mwma 7 
XXX. cha .c. la each n-ai. Comchottach dunni nar nUlltaih. 
Dober sa cath duit ol Fergus for lár in dimaid cosna .uii. 

20 XXX. aib .c. sin 7 com thrichait ,c. fodén 7 co .xxx. .c. na 
uGaliaw. acht ni thaci?ra anni sin ol Fergus. Airlichtimne 
na hócu cena conagébat frissin slógh. Uii. xxx. ait chét dec 
liwni hi sund ol Fergus, cénmotha ar ndóescorslóg et ar 
mná árata a rigan la each righ sund hi comaittechd Médbai 

25 7 cenmotá ar maccíiemu. Is he sin lin ar udunaid ol Fergus. 
Et is é in t-ochtmad .xxx. c. dec inso .xxx. chet na nGaibaw, 
Fodailter fon slog hule. Gumma It^m ol Mec/i. acht na rabat 
isin chair chomraicc itád. Is hed dognith an» iar?<m fodailte 
in Galeúin fon slog. Dollotur ass iarnabaruch do Móin Cholt- 

30 ni. Dossnarthet ocht.xxx.it oss n-alla/rf anw ind-oenalmaim. 
Cúartaid impaib. Nosiigonat iaram. Nach airm tra i mbúi 
fer dinaib Gailia«a<ö. is é ardonánaicc acht .u. oss nammá 
aránicc in slogh hule dib. Tothisgat iar sudiu i mMagh 
Trego. 7 scorit and et aurfognat doib. As»iberat sum is 

35 and sin rogab DubthacA in laid. 

Atmaid natchiiak cu se. coistechd fii reis íiDubthaig/<e. 
sló^ad n-imdub áruptha. fri Finnbend mná AileZla. 



1) Zeilenende. 

^) Hier setzt eine andere Hand, welche offenes a schreibt, ein. 
Zwei Kolumnen auf jeder Seite. 



126 E, WINDISCH, 

Doficcfe in sluagadach gebess dar c^nn éti Mwrtemne. 
ibdait fiaicli lubguirt ISicJit. di gnáis iiina muccajdhe. 

Gebaid crand fóethech fri.liithu. nisrelgfe i mMttrtbemniu. 

coroisc obair fer Feine, isin tsleib túadli o cliéniu 

5 Cribb ol Aib7^ fri Corbmac. tset co cumscaigid for mac. 

ni tliáit di niaigliib in búair. nach rubda fúaim in tslúaigli. 

Bid cath in so iarsind úair. di 'Medb co triun in tshiaig. 

biaid colnai dine de, dianapti ind riastarthe. 

(fol. 90 b 1) Dosf obair tra in demain (.i. in badb) la 

10 sodliain 7 nip si sin aghaid ba sámum dóib la búadris ind 

athaigh (J- DubthacA) triana chodlad. Foscerdat ina mbudne 

fochetuair 7 foccrd dirn^ mor din tslogh co luid Medb dia 

coscc. Dothiagat iarwm co feotar i nGranariudh Tetba 

tuaiscirt (.i. Irardd indiu). lar taba?rt imtliúsa fordala tor 

15 ieraih Erenn dar greallclia 7 dar srutliai. Dobreth Yobiid 

Fevgus lii sudiu co liUlltit ar cow dalbe. Bata;- side i cess 

calléic acht Cuchulamd 7 a atha/r Siialdaim. Dolluidh .0.0. 

7 a athan- iar riachtain ind rohuid Fergus co rnbatar ind- 

Irairdd Chullend oc frechomét in tslóig and. Ata me?2ma in 

20 tíilúaig Suim anoc/ii ol .0.0. Ma adhair (sic). Ortha (.i. ercc) 

Imaind co rrohiid do Vltaib. Isam écen-sa tocht i ndail Fed- 

limi Nóc/íWde ingeni Condiohiiir .i. i ndail a inailte búi i 

comair Conciúaind i ndormain^cht (.i. hi clith) dim glinniu 

f adeln dochóid frie. Dogni id n-erchomail ria techt. 7 

25 scribais ogam ina mmocc 7 foscerd im óachtítr in chorthe. 

Dobreth áuliii ti'iss inna cowari do Fevgus riasin slog. Luid 

Fergus áidiu torául mor budtíiaidh 7 bwdess co toirsed do 

Vltaih tprchomracc slóig. Ar connailbi doróni sein sin. 

(fol. 90b 2) Airigthi Merf6 anni sein. Ba ]m\\n ispot Medb. 
30 A Ferguis annaw amne. cinnws cowari chingme. fordul 

fodess no iatnaid. tiaghmai dar each n-ailethiiaith. 

Attutágatitr dia mbrath. Ail /A Ái lia sliiagad ni tharat 
mewma co se. di thus ina coware. 

Masa chondalbi dogni na ti'iid ina hecraidi. bes atchotar 
35 nech ale. do thossuch na coware. 
Fer^!<5 respondiY. 

A Medb ced not medraisiu. ni cosmail frim mbrath in se. 
is la hUltu a ben tra. in tir darnotiiidissa. 

Ni ar amlessaib in tsluaig. tiagu each fordul a hiiair. 
40 d'imgabii?7 in morgeni. iw?madich magh Mi/rthemne. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 127 

XÍ arna corud mo chiall. arna fo)-dolii no thiag. Ms 
irrij»gaib cid iar tain. Coinculaind mac Sualdaim. 

Tecait huli iarwrn co mbátar ind-Erard Chuillend (.i. is 
fris atberar Crossa Coil indiu). Eirr 7 Indell. Foicli 7 
5 Fochlam na da araid. It ésside nobitis remain résin sl«a^. 
do imdidnadh a mbretnas. 7 a fö>tga 7 a mbrat árnachasal- 
chad dendgor an dirma. Fógabut side innidli et airiglisitar 
in geilt geltatur ind eich. Argeltatztr di ech Súaldim in fér 
coiisi bun a tabnam. Lelgatar (.i. lomraigsitar) immorro da 
10 ech .C.C. ind úir conticci na clocha i ndeghaid in feóir. 

(fol. 91 a 1) Suidhet iar»m co tánic in sh'iag et áruspeteí 
a n-áess cii'iil. Dosmbe^at i lláim Ferghusa maic Eoich ind 
idh, Aii'lega side ind ogam búi isind idh. Asbert Medb iar 
tiachdain Cid frissi n-anai siind ol si. Anmai ol Fer^iis 
15 frisind idh n-uccut. Ata ogum ina menoc. 7 issed ill an;i 
na tiagar secha cownetar ter ronlá id samlaid co n-úenláim. 
Et óenslat diatá 7 frisscuriur mo phopa Fer^r«^. Fir ol 
Fer<7«5 Cucl. ronlá 7 it hé a eich geltatur a magh so 7 
dosmber i lláim in drúad. Et canaid laid la sodain. 
20 ID ind so cedh slonnes duin. int id cia fotha a ruin, 
cia lin rolá in se. inn úatadh no in sochaide. 
IN deine erchóit dont ^luag. ma dochúiset uide n-uad. 
findaid niarsin. cid frissi farcbath int id. 
In drui dixit: 
25 Crephnais churaá cur ronlá. lánainces for erreda. 
astad rurech terg Inda. oenfer co n-óenlaím rodlá 
IN nach dia reir sluog ind rig. iiige marochollset fir. 
conidrolá úaib namma. Genfer am«?? fer rodla. 
N0C0W fetwr acht in sin. ni frisi coirthe int idh. ID in so. 
30 Aspert Fergus mnim friii. ma sáraigh (fol. 91 a 2) thi 

inn id so al se no ma thiastai sechai. Cia beth i llaim dune 
no i tigh fo glas, ricfi i ndegaidh ind fir roscrib in n-ogum 
n-ind. 7 genaidh guin duine dib ria matin, mod la nech iiaib 
id ssimlaid. Ni hail dúinni em guin duni din fochéthúair ol 
35 Ailill. regma tor munchind ind feada moir uccut frinn andess 
.i. fid Duin 7 ni regam tarisseom etiV on. Easelgatar na 
budhne in fidh riasna cairpthib. Iss ed ainm in phuirt sin 
Sl^chta is ann ata Partraige. Mad iar n-arailib immorro 
dorala in so imacallam eter Meidb 7 Fedelm banfáith amail 
40 roinnissemar romaind 7 is iarsind frecra dorat si tor Meidb 



128 E, WINDISCH, 

rosl^chtad in fid .i. décha dam or 'Meclb co bia mo fechti/5. 
Is andsu damsa or ind ingen. Ni rolaim suil toraib isin fid. 
Is ari bias on or Medb. silsimne in fid. Dognithcr on inni 
sin. Issed ainm in phuirt sin Sl^cbta. 
5 Feotar hi Cúil Sibrilli .i. Cenannws. Feraid snechta 

mor form co ferna fer 7 co drochta c&vpat Bá moch a mmatan 
arnabárucli (fol. 91 b 1) do érgiu. Nirbo sisin aghaid ba samam 
doib lásin snechta, 7 ni argensat biad doib ind Sigaid sin. 
Ni po mocli áidiu dolluid- .C.C. asa bandáil anais co foilcc 7 

10 CO fothraicc. Dutliaet iarnm for lorgg ind sloigh. Xi malot- 
mar do ol .C.C. namertammar Ultu. Eoleigsinra slog form 
cen airÍM5. Cuiri ardm^ss dun forsin slo^ ol .C.C. fri Láeg. 
Co fessammar lin int sloigh Dogui Lseg annisin 7 aspert fri 
.C.C. Is mescc limsa olse annisiu nisnermaisim. Ni ba mesc 

15 atciii acht co rissa ol .C.C. Tair isin ca.rpat áidiii or Laeg. 
Teit .C.C. isin c&vpat 7 focetVd airdmins forsin lorgg iar cein 
móir. Cid twssu for Láeg ni réid fort. Is assu em damsa 
oldas daitsiu ol .C.C. ar atat teora biiada formsa .i. 'buadM 
roiscc 7 intlechta 7 ardmessa. Roláusa tra olse fomm?(s for- 

20 sinnisiu. Geht trichsiit cet dec inso ol se for áriin tricha, cet 
acht in fodlad int ochtmadh .xxx. c. deuc fon slogh n-ule 
co«id mescc fria n-árim .i. xxx .c. na üGkleon Is he so in 
tress áirem is glica (fol. 91b 2) dorighnedh má-Érinn .i. árem 
Chonculaind ar in tána et arim Logha for Fomórchaib i cath 

25 Maighe Turedh et arim Iiigceil i mBviidin. Dolluid .C.C. 
iaru?» timchill int sloigh co mbúi ic Áth Grencha. Benaidh 
gabttiZ i suidiu oenbéim cona chlaidäiö 7 saidhsÍMS for medon 
ind átha conadigsed carpai fri(^ disiu wach anall. Dosfurget 
occai Eirr 7 Inn^ll Foich 7 Fochla?» a ndi n-ara/tZ. Benaith 

30 seom a cethri cinnu dib 7 fócheird for chetheora henna, na 
gabla. Is de ata Ath iiGabla .i. ic Beluch Chailli Mori fri 
Cnodba autiiaid. Teccait iarum eich in chethrair iud-aghaid 
int ^lúaig 7 a fortcha forderga foraib. Intalléii ba cath bái 
fora cind isind ath Tathéit buden hiiadib do déscin ind atha. 

35 ni facutar ni and acht slicht inu oencharpaiY. 7 in gabaZ 
CMsna cethri cinnu. 7 ainm n-ogaim iarna scribewd inna tóeb. 
Rice in slo^ nie la soda/?i IN diar mwintir ni na cinn uccut ol 
Medb. Is diar mwhitir on 7 is diár forglidhib or Aüill. Ard- 
léga f^r dib in n-ogí(m robúi hi tóeb na gabla .i. oenfei- rolá in 

40 gabaíZ cowd-óenláim 7 (fol. 92 a 1) ni théssícZ sechi cowdaralá nech 



TÁTN BÓ CTJAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 129 

íiaib cownóenlaim cenmótha Fergus. Is machtadh a trcätti 
al Ailill roiibíth in cethrur. Na bad edli hus machtadli lat 
or Fergus, bad beim na gabla dia bun óenbémim 7 masa 
óenleudh a buu is crichidiu de 7 á intsádud in tiicht sa ol 
5 ni claidlii roclas rempi. 7 is a hiarthur chsirpait roláadh co 
w-oenláim. Diggaib dinn ind écen sa a Ferguis ol Medb 
Tucaid carjjrti damsa tra ar Fergus cowdathucsa ass. co7iáer- 
cais ind óenléud a bun. Brissis iarum Fergus cethri carpim 
.X. dia cairpf/ö co mbó asa csirput feisin dosmbert a tdiimain 

10 cowacatnr bá húenléud a bun. Is tabarthi do airi ol Ailill 
mmis in cheneoil cw^sa tiagam. Ergnadh cacli I'laib a biad 
Nirbo sáim dúib arréir lásin snechta. 7 innister duind ni de 
imthechtaib 7 arscélaib in cheneúil cosatiagam Is annsih 
tra adfessa dóib imtechta Chonciúaind. IMchomarca/r Äilill 

15 ian<m Inné Condmhor dorígni in so. Nach he ol Fergus. 
Ni thargad side co hor crichi gan lin catha imbi. Cest inne 
C^Itchar mac Guthá//>-. Nat he (fol. 92 a 2) ol Fergus ni 
thargad side ceu lin catha imbi. Cest andé Eogaw mac 
DerihacJd nácli he ol Fergus, ni t'drgad side co hor crichi 

20 cen .xxx. carpal n-imrind imbi. Is he fer dogenad in gnim 
ol Fer^M5 Cüchulaind. Issé noragh co hor crichi 7 a ara 7 
no benfad in crann oenbeimi dia bun. 7 nogenadh in cethrur 
uccut a phraipi rombitha. 

CINuas fir ol Ailill an cii rochualamar la hUltu Cia 

25 áess in gillai sin is airdircc. Ni ansa em ol Ferg^ INa 
coiceá hli^dain ') luid dia cluchiu cosin m«ccruidh do Emam 
'Macha. Issint sessetZ hUadain luid do fogluira cless la Scatha?<7 
Isin s^chtmad hliadain gabais gaiscerf Isint sechtmad hliadaiii 
.X. a áess ind inbaid si. INn é sin is ansam fil la hVltu ol 

30 Medb. Forcachna^) em ol Fergus. Ni fargebasu ar do chind 
láech hus ansam na rind hus áithigu na bus altnighi na has 
athlame. na fiach hus feolchariu. na comlunn a áessa rosia 
CO trian. na leu bás (sic) feochru na cláriudh comlonn. na 

35 hord esorcni na comla ergali. na brath for buidne. na ergari 
mórsluaigh bás iwnracciu, Ni fwrcébasu ann f^r rosassadh a 
aess 7 a as (fol. 92 b 1) et a erriud et a eriiath. a erlabrai a 
'duius. a airdercM5. a guth. a chriith. a cuw^achtu. a crúas. 



*) Hier steht am Rande Obicitur tocLmarcc n-Emire do so 
2) Am Bande: Na formolta in so. 

Zeitschrift f. colt. I'bilologie IX. 9 



130 E, WINDISCH, 

a cMann. a gaiscecZ a beim, a brntli. a baraind. a himid a 
brath. a búaidrissi. a foraim a foimside. a fianclioscur a dene, 
a thairpt/iig/d. a áechrad co cliw5 nowbair tor each riwd amail 
Choiwcl. Ni denai;H baa desin ol Isiedb. indoenchurp atas/rfe. 
5 fodaim gum. m móii gabail. lasin ni is íés ingeini macdac/ii 
insin 7 ni tangatar ufergnima hens Ni liarni son ol Fergw5. 
ni bo maclitad daggnim do denam dósum indiu ar cid intan 
ba sóasum bátar ferda a gnima. 

Na macguimradÄa inso. 

10 I. Altasom ol Fevgits lia matlia/r 7 lia atliair ocowdairg- 

dig hi maig/i MMrtherani. atfessa do airsceZa na macraide ind- 
Emaiw ar but tri .L.a mac anw oca cluchiu dogress ol Fergus. 
Is a,m\aid domeil CoMclmbo;- a tíaitli. Trian indlái oc descin 
na macrudi. a trian naill oc imbert fidcliilli. a tress trian oc ol 

15 cliormma cowidgaib cotlud de (fol. 92b2) Cia bemni for long^ 
riam ni fil ind Erin óclach bas amru ol Fergus. Gudig/i .C.c. 
dia madair a lecudA doc/mm na macraide. Ni rega ol a 
mathair. cowidraib cóemtliect díanrotAaib V\ad. Eochian limsai 
anad/i fri sodain ol .C.c. Inchoiscsiii damsa cia leth itá Emain 

20 .M. tóthíiaíd amne ol a mathair 7 is dornid an uide ata Sliab 
Fiiait etraib. Tabér ináus fair ol .C.c. amiw. Teit ass iaruwi 7 
a sciath slissean lais 7 a bunsacli 7 a lorg áne. 7 a liathróit. 
focherded a bunwsacli riam cowdageibetli ar loss résiu dorotsat/i 
a bun for lar. Teit cusna macaib mrum cen naidm a fóisma 

25 foraib ar ni tliégetli necli c/mcu ina clucliimag connarnasta 
a fóessam form. Ni fit^r seoiu annisin. Non sáraig7<etar in mac 
ol Follomairi mac Concxibiiir sech rafeta»nnar is di JJltaib do. 
arguiwtis do. maid/dt foa. Focerdat awa tri .L.a bunsacli fair 
7 arsissetitr isin sciath sliseii laisim uile. 

30 (fol. 93 a 1) Focherdat dawo a lliatliráiti uli fairseom. 7 

nosngaibsiwi each óen liathroit ina uclit. Foscerdat dawo inatri" 
.L. lorg ane fair araclichsiu><i conaclirancatar 7 gabais airbir 
dib fria ais Riastarda immiseom isudiu indarlat ba indarchán 
asnort each foiltni ina clit^nd lasa comergi co;ínérracht. In- 

35 dalat ba hiiibell tened bi'ii for each oenti«nu de, íadais andala 
suil do cowarbo lethiu a^mas cró snáthat Assolcc alailiu co 
mbomóir beolu fidc/iúich. Do eirig/í a di glainini coticci a 
óa. Asnoilc a beolu co a inairdriuch co;»bü ecua a inchroes. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 131 

Atröclid in Kian laich asa mullacli. Berthus fóna maccu 
iai'Mm. 7 toscara .L. mac ndib siu ristáis dorus nEmna, For- 
rumai no^zbur dib t/ioru7>2sa 7 Co7ichuior bawimar oc imbert 
fidchilli. lingidsiiim darsi« fidcliill indeg-Z^aid i«d nonbinV. 
5 Gaibitli Conchiibor aiig/i Ni maith arráilter in macraid ol 
Conc/mbor, Detlib/r dawsai a po^^a Co7ich\\buir ol sé. Dos- 
róaclit do dúuchiu om thaig7t om mádair 7 óm atlia?r 7 nim- 
maitli rombatar frimb. Cia /miumsi da?io ol Co^chubor. Setan- 
ta mflc Súaldaim atawícomnaicsi (fol. 93 a 2) 7 mac Dectire do 

10 fetharsu ni bud doig/í ma cowpAéri isund. Ced/i na ronass 
do foé.5samsu dano forsna maccu ol Conc/<ubor, Ni fetzo-sa 
anni sin ol .C.c. Gaib it láim áidiu mo fóessam airthiu. Atmii 
(i. foemaim) ol Condmhor Lásodain doellasum fo/sin macraid 
sethnon in tig/a. Cid tái áidiu doib innossa ol Concubor. 

15 Coronastar a fóesamsum fo/msa da wo ol .C.c. Gaib it láim 
did ill ol Conch i(6or. Atmu ol Ciichula??zf/. Lotar huli isin 
cluchimag/i iarííw. 7 atrachtata/- in maicc irroslassa and et 
fosrathatar auaiti 7 amm?<;>/mi. 

II. Fechd nand dano ol Fergus in tan ba gillcr. ni chod- 

20 lad ind Emain Machi co;«mattin. Indis daw ol Conchubor 
friss ced/i na cotlaid M dénaim or .C.c. cen chomardd f>-?am- 
ch^nd. 7 friamchossa. Dobreth iaruni la Cö?iCÄubor coirthi 
fria cheand 7 alaili fria c/iossa. 7 dognith imdai foleith do 
eturru. 

25 Ill.m. Luid/i fecht naile dano araili fer dia d<<5cad/iSowi. 

Domber siii»i dia durn ina niunel 710 ina etan corrucc tulchlar 
ind etain co i«búi forsind inchind. 7 cort/irascair in corthi ca 
righiáh. ben tra ol Fergus. Xi laimt/asi;» duscad cowdíÍ5ced 
a amir Rofess or Ailill robo dorn curacZ. 7 robo righ riianada. 

30 (93 bl). IV. m. Bui fechd nale didiu oc áin liadrútti iw- 

maig/í anchíc/íi fri hEmain ahair. Doleith do dano a ánur 
frisna tri .L.a mac cowboingeth airthiu indinnassin chodchi 
oca cluchiu. Gaibthi ingillai i/nmirt acsudiu adorn foraib 
conidappat .L.a mac dib. Teit for techeth lasodain cowibiii 

35 foad/mrt imdai Cowc/iubaiV. coweirget Vlaid immi. Cotner- 
gimsi 7 conchuhor lais seom connerigsom fóuimd/<aid dano 
cowdochoriíótar de iudimdai ^siu tricsi láthúgale robíii inái 
combui fo>- lár in úghe. SedAait Vlaid imbi iar«m isiu tig/?. 
Córaigmitne iar?<m ol Fergus 7 siduig/miít in macrad frisseom 

.40 iarsin. Cath Euga/n ma?c Derthacht íri CoTidaibor 

9* 



132 E. WINDISCH, 

V. m. Búi imnessiu chad/m- eier JJltii 7 Eogan mac Dui'- 
thaclit. Tíag/íuit Vlaid don chad/t. Fácabursowi ina chotlwd 
Muiti for Uliw. fácabar Conc/iubor. 7 Ci(5craig/i Mewd Macha. 
7 soch«?c7e mor ali arc/?ena Dosfi?<scaiseom angol. Sínigt/á 
5 iarwm commebdatar in da lííc ro batur iwmiu i fiadhn«se 
Bricn'u ucut doronad ol Fergus. Atraigli lásodam cowdnc- 
dmsi friss indorn^ indlis. .7 me at/ígáitifuit (sic). Dia do betlia 
a phoj;« Fer(/M?5 ol sé cate Conchiibor. ni fetíír sa ol me 
Teit ass ianiw ba dorcha iwdagaidh fobair iwdarmach cona.c- 

10 cai ar a cMnd (93 b 2) an fer 7 leth a c/dnn fair 7 letli fir aili 
for a muin. Cowgnai learn a Cucl. olsé. ro»ibith 7 iuccus leth 
mu brathar for mo muin. beir sist lim. ni ber olsé. Láso- 
duin focheird iwnairi do. focerdso>w de. Iwímasínither doib. 
Doscaratar Cc. co ciiala ni in mbaidb dinaib collaib. 01c 

15 dawma laich fil and fo c/tossaib aurdrag. Lasoduin fa- 
nerig Cc. 7 be?iaid a chend de co sin luirgg áne. Et ga- 
baith iwmiai« líadAráti ríam de darinnármag/i (sic) In fail 
mo ^hopa Conchubor isind armaig/isi ar sé. friscart side do. 
Teit cÄucce cowidnacca isin cMud/i 7 ro búi iwd liir iwmi di 

20 each leth dia diclith. Ciáh diatudchadso isi«darmaig/i ol 
Conc/iubor cowdechais úathbas and Tanocaib assiri chidh lá- 
sodam. Ni twrcebadA sesser \mni di tArenferaib Vlad ni bad 
calmu. Tair riunö. don tigh uccut or Conc/iíí?^or condernae 
tenid dam anw. Attaiseom tenid múir doa. Maith dawo ar 

25 Conc/iti&or. Dianomtissad/i mucc fonaithi robadamslaw. Eag/?sa 
conda tucc ol Gudmlaind Teit ass iar^iwi cowacai in fer ocowd- 
fulacht imedon i?id feda. Indara lam do co«agaisc/i<cZ inti. 
Ind lam aili oc f nine in tuirc (fol. 94 a 1) Ba mor a uathmari 
ind fir. Fanobairseom arappaide. 7 aoniheir a chend. 7 

30 a muicc lais. Loiigt/d Conc/iubo)- iarsin in torcc. Tiagawi 

diar tich ol Conchuhor. cowudrecat fri Cwscraig mac Conchu- 

huir. Batur dicZm tromgona fairsic/e. Dosmbeir Cuchulaind 

for a muin. Dolotur iantm a triur co hEmam Mach^ 

* Aided/i na tri no^ibur inso. 7 fath arnalamt//a awguin i«a- 

35 ces.j Fecht nale dicim bator JJlaid iwnanóendin. Ni bi no- 
endin linni ol Fer^M.9 fo>mnaib. 7 for macaib nach fornech 
bis fri crich Vlad anechtaüV. nach for Choiu 7 for a atha/r. 
7 amne ni lámair f uileg/íud forrasum arco«seiscing in cess for 
inti nodiigoin no aweth no a garsele. Toneccat tri nonhuir 

40 a hijísib fáthi. Lotar for aniarless tan bawmiar i;jarnúe«nin. 



tIiN BÓ CrAILNGE NACH DER HS. EGEßTON 1782. 133 

Eg/iit in bantrocht isind liss. Biii in macvad immuig/i in cluchi 
Tot/áagats/(?e fona hégrai. Amal atcowncata>- iwmacruid ina 
firu duaibsecha tiag/mit for teclied uile acht Cudiulaind a oenur. 
Imbert s/f?e na lámlecca foraib 7 a liiirgg áne. Marba^fí \íon- 
5 bur dib. 7 facbaid .L.a cnead fairseom. 7 dochcw^ilat ass ioxmn 
olcliena. fer dorig/mi ana gnimasiw i?irobdar (fol. 94a2) lana 
a clioic bliaf?«a ni bo machtad dag7?gni;>j do denam do. 7 
ciano t/ássed co hor crichi 7 ciano éisced a cirmu don ceth- 
rur uccut. 

10 YII. m. Aidedeclit na co?^ do tbig Chxúaind cerda inso 

Ra fetaw^mar em in gilla sin or Conall Cermich. 7 ni mes- 
saiti fria fiss is dalta dun. Ni bo cian iarsin iignirn atc7íúaid 
Fergus innossa condernasum bet nale Dia forgeni Culand cerö. 
a oedegecht du Conchuhur. Aspert C\úand na badA sochuide 

15 dobtvtha c/iucai ár ni bad do thir no fenmd do a furecc 
dorigne acht do thorud/i a da lam 7 atariigair. Luid Con- 
cliubo>- iarwm 7 .L.a cairp^ec/t immi doneocli ba sruthem 7 ba 
hairegda inna curad/i. Adell Condmhor lais mrum a cluche- 
mag. Ar ba bess dawo do dogress anadall 7 a tadall oc techt 

20 7 oc tuid/<ecbt docbunc/ád ambeí?nachtan cos na macu. Con- 
accai isLYum Coiwcu. oc ain liat/n-aiti frisna tri .L.a mac 7 
hert arúena form. 

L In tan ba háin pAuill dognitis no linadAsum in poll dia 
liat7íro?7. 7 ni citmcatis in maic a ersclaide. 

25 IL In tan batar eisim huile dobictis iwpoU arac/diched/i- 

som a oenur co«a teig/ieth ced óenIiathro?Y ind. 

III. In tan banimt/irascr«d dognitis (fol. 94 bl) doras- 
crad/isom na tri ,L.a mac a iéwur 7 ni chomruiced/i immisiuw 
lin a trascartha. 

30 IV. In tan áidiu 'banimdírech dognitis dosnergedsom uili 

combitis tornoclita 7 noco«ructaiseowt cid a delg assa brotsom 
nawimá. Ba hamra la Cowcbubor annisin. Ispert side iwneterbied 
an gnimu acht iíssed do co hies fcrdattad. aspert each eter do 
bied aspert Condmhor fri Coinc/<ula?n(?. Tair leinn don fleid dia 

35 tiag/jam fobith at óegM. Nidam sáithech dom clucliiu heus a 
pojja Coiidmhair ol iwgillai r^g/mt in barndiaig/?. rancatar 
uile isirum doud fleid aspert Culawu fri Conchobor in frithdálith 
nech in fariidiaig ol sé Na to ol Conc/mbor nir bo cwman lais 
dál a daltai ina diaid. Ata árc/iu lemb ar Cnland. ceithri 

40 slabrada fair 7 triar icind cacha slabrai?a 7 a hEspain dosfucad 



134 E. WINDISCH, 

Leictlier de dáig arnindile 7 ar cethrai. 7 áímtnr in less, 
Ticc in gillai fosodain. 7 fósnobair in cú. No fethed som 
a cluchi colléicc. focerded a liathróit 7 tocerd^áh a luirg aini 
ina diaid combc'«ad/i an luirg (fol. 94 b 2) den liadro?;'. 7 ni 
5 ba móa in ba?zd oldás a céili. 7 foscerded a bwnsaig/i inan- 
diaig condageibedh ar loss re totim. et ni ro thairmiscc 
a cMuchiu imbi cérobái an cú aca fascnám. Torbais Con- 
chubor. 7 a muinter anni sin co^zarba éterleo angluassacht 
intarleo ni faircebtáis imbethaid ar a cind cid aursloicct/á 

10 ind less. In tan aidiu dolluid/i in cii c/mccaiseom foce?Vdsim 
Iniad a líathro?í 7 a luirg áne, 7 frisindle an coin co?zadib 
lamaib i. dobert andara lam (sic) fri hubull a brag/ait in 
chon 7 dosmbert araile fri dib cíúadaib. bentai frissin coirthi 
búi ina farrud consescaiwd each mball de a let/a Mad iar- 

15 naraile imniorro isa ImÜiroit rolasom ina béolu corrucc a 
hiiiatliur trit. Comeirgit ulaicl aidki ara ammiis araill dib 
dar less araill for dorus lis. Doriiberat isLYwn in ucht Con- 
cubair. foce/rd airmgritli mor leo i. mac sethar indrig do 
folmaisi a báis. DotAeit Culaud isatecli lásodain Focli^n 

20 dait a macaiw fodéig/i cridiu do maihar. Messiu imtnorro 
ni mad argén?Y5 fleid. Is bethu i;?imud/m (fol. 95 a 1). 7 is 
trebad/i immsiigh mo tAreabacZ indegaidh mo chon conágaib 
a inecli 7 anmaiji dajHsa olse in fer muhitiri ruccad/t hiiaini 
i. mo clni. Eobu din 7 ditiu diar feib 7 iwdili 7 rop im- 

25 degail cecZ/a slabrai dun eter mag 7 tech. Ni mor hrighi 
sin tra ol in gillai ebeltair culén l^m din chuai^i c/tetne 
ucut duit. 7 bida?n c/aisa do imáegJml do cethra 7 dot 
imdegail fein coléicc cora ássa in cu hisin (sic) corub ingniniK. 
7 imdÍMssa mag M^rthemni ule nocamberthar huaimsi éit na 

30 /íalmai ass mmab aurderg limsa. Bid Cuchxúaind liain>;?siu 
iSLYiwi or Cathbac/. Maith lern cid ed mo ainwi ol Cu. fer 
dorigni sin amdar lána a .VI. bliadwa ni pud/i machtadh 
cédarónad/i side daggnim ind inbaidsea in tan ata lana a 
VII. mbliarfwa décc ol Conall Ccrnach. 



De gáhail gsíiscid do (^oinciilaind inso 

35 VIII. m. Dogeni fechd nale dawo ol Fiachai m«c Firfebi. 

Bui Cathbad/< drúi hi fail a maicc i. Co«chub«/r m«/c Nessai. Get 
fer ndenmech do (i. oc iog\aim drudecta uad) issé lin doni??ch- 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER US. EGERTON 1782. 135 

(f ol. 05 a 2) oiscedh Cathbai?/«. larmifocht araile dia f elmacaib 
dosuidiu cid diambad maith alláa. asbert CatlibacZ oclách 
nogebad gitisced anw forbiad a ainwí argniw íigaiscíd firii 
hErewn .7 nomértais a airscelai co bráth. Ro climetbar Cu- 
5 cJm]aind awnisin. Dothéit co Conchubor do c/mncid/i gaiscic?. 
Asper (sie) Conchiibor cia dorinchoiscc sen duitt Mo po^a 
Cd.thhad ol Ciidnilaind. Rafetamar ém ol Conc/mbor. Do- 
beir gái 7 sciatli do. bertaigt/ä«.? for lár in tighe cowaterno 
ni»dona .v. gaisceííaib .x. no bitis dimforcraid/i hi teglac^ 

10 Co/2c/uib!</r frimaidm riairm no fri gabc«7 ngaisc/cZ do neoch.') 
Co taräad/i do gaiscecZ Conciibair feisin. Folio iúgsiííe essim 
.7 bertaig/iti for lár he. 7 bennachais ind righ (sie) bá gais- 
ccd* dmm-) 7 aspeir cenmáir t/aiait/í 7 cenél díanit rí in fer 
isa harwmiso. Dofic mrum Cathbad c/íucu. 7 asmbe/r angais- 

15 ced so gaibes in gilla ol Cathbad ead/i ol Co?2c/mbor. Ni sirsan 
do mac a madAar ém olse. Ced/í on nach Uissii donarchos- 
saig/i ol ConcJmhor. Nach me écin ol CathbaJ. Cid dochana 
dait in wbréig do imbert (fol. 95bl) form a sirriti ol Con- 
c/iubor fri CoiwC2<l«m(/ A ri oc feini ni brég ol Cii. Is he 

20 dorinchoiscc dia felmacaib imbúaruch .7 ra chualzisa fri hEwzain 
andess. Dodeochadsa cuccutsu iaruw?. Is maith amne in láa 
ol CathbacZ. Is glé bid airdirc 7 bid ániwignaid inti gebus 
gaiscerf and. acht bidAuthain na/«má. Amra hrighi son ol 

25 Cudiulaind add ro bad/i awmirdirccsi maith l^m cen co beind 
adit óenláa for domun. 



De techd Conculaind i carpal inso. 

AUáa iiale imchomaircc araile ier denaib drúdib. cid 
diambo maith alláa sin. Nech no rag/iad/i hi carpai an« ol 
Cathbarf /orbiad a ainm hErmw co bráth. Roclunethar iaruwi 
30 Cudiulaind sin^) Dot/teit side go Cowc/iubor conépert fris. 
A po/>a Conc/iuba2> ol se. Carpai damsai Dobe/r side carpai 
do. Forrurim a láim eter di fertais in dmx^ait comebaid/i 
in carpa/. Brisis dawo da cÄarpai .x. in cruth sain. Doberar 
do iarwwi carpai ConcÄubair. folloingside hessim. Téit isin 



') Hier steht am Rande Mor baptizat 

2) Unter díam ein obelus. — 

3) ses MS. 



136 E. WINDISCH, 

carpaí 7 ara ConcliM^aiV lais. Imsoi in tara i. Ibor a ainmm 
in carpaí (fol. 95b2) fóiseom. Tair isin carpal áidiu ifechtsa 
ol intara at choema na heich. Am choemsa' da«o a mofcaiw 
ol Qudmlamd. Tair r'mn^ ihndiiW nEmna nammá 7 rotbía a 
5 log/i aire. Téit da«o intara .7 cotneignig/iestar Cnchulaind 
iarsudiu im dula lais coHdarleath forsm siigid do chelibrad/i 
dona möcaib 7 conambomaclitais in maicc Gaid dó äa?20 
contaiiied i»tslig/(7 dorisi. t7?ancatar ón dano. ispe>-t Cú- 
dmlaind frissind aniid/«. Indaig7i brod forsna heochu tra 

10 ol sé Ced leth <3n ol intara cen ad iwnaj» int^ligid ol Cu- 
chidaind. Teccuit disuidMu co Sliab Fíiait. Forrecat Conall- 
Cernach and. Do Cöwall dicZm dorala imdeg/íail in chuccid (sic) 
alláa sin Fo bith no bith cac/í látli gaile do Ultaib i Sleib 
Fúait fri snádud neich dotissecZ cowairchetul. no do c/íOW2riicc 

15 fri fer co»íbad/i an?isin cowdrísta friss arnatiss^d/í nech áochum 
nemna cen rathugiíc?. Do soinmig/^e sin tra ol Cowall robda 
(sie) búaid 7 coscur, Eirgsiu tra a Conaill don dun. 7 rom- 
(fol. 96al) léiccsea oc forfaire swmi colleicc or Giichulaind. 
Bid lór son or Cowall mad frisnádud neicli conairc/^etal. mad/i 

20 áocJiomrViC fri fer immorro isróm son daitsiu heus. Bés nipó 
ecen on eter or Qudndaind. Tiagam etarp/<ort ol Cú do déscin 
liúaiwn for Fertais Locha Echtr«. Is gnatli airisim octene 
and. Is maitli lim or Cowall. Tiag/iuit ass iarum Focheirdsi>» 
cloicli asa tAabuill com^baid fertas charpa?Y Cowaill Cernaig. 

25 Cid frisindrolais iwcloich a macain or ConsiW. Do promadÄ 
mo lam 7 dirgi mo erchor or Cú. Is besad duibsi in farn- 
Vltaib ni réidid tar angliwni. Aircsiu co liEmain arithisi a 
^opa Cowaill 7 rowzleicsi sund oc foraire. Maith lim áidiu 
or Cowall. Ni thudcaid Cowall Cernach sech iw maig/á?^ sin 

30 iarsudiu. Teit Ciiculahm ass iaruw« do Loch Echtr«. 7 ni 
fúair nech awd ara c/áuwd. Aspcrt intara iarwm fii Coiw- 
dmlaind aranaurtAaitis co hEwiain co tairsitis ol an>i Ace 
ol Cwculaind. Cead sliab innso thall or Cú. Sliab Modairn 
(fol. 96 a 2) ol intarai. Tiag/iam co rissuwi or Cii. Tiaguit 

35 iaruwi corangatar. larriachtaiw doib in tsleibi. Imchomar- 
cair Cüchulaind cia earn iigel inso t^all or cu. Findcharwn 
ol intara. Ced mag ani tall ol Cii Mag niBr^g/i ol intara. 
Atfét do dawo ainm cech piimdúine eter Themraig 7 Cewa«n«5 
Atfét do ceta;HmM5 an iathu 7 an athu aw iiairdirci 7 a 

40 treba aiiduiwe 7 a márdinwgnu. Inchoiscid do dawo dim 



TÁIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 137 

tri mac X^c//tan Scene (i. o inbcr Scene) i. Foill .7 Fanall 
.7 Túaichell ananmanw Indat esside asberat ol Cu. nach móaw 
fil di 'Cltaib iiiRmhethaid oldás ro>»beútarsiim dib. Ité écin ol 
intara. Tiag/^am coí2dan?sam ol Cucliul«/>2f/. Is guáiss dim e?« 
5 olintaru. Xi dianiwigabail em tiagma ol Cuchilahid. Tiag/mit 
ass iar^m 7 scoirit an eochu ocCo>»mur Machie 7 aba allandess 
lias dun a chéle. Et sretlii ind idh búi forsin corthi rout a 
lama isind abuind 7 noslecthi lassin srutli dáigh ba coll iigessi 
do maccaib NecMaw Sceni anisin AirigAits/rfe inrum 7 do 

10 thiag/iat i>fandócbuni. Contuli Cuchulaind mrinn oconcortlii 
iar lecud/i bid ide lásin srutli (fol. 96 b 1) et aspect frissind 
aruidA. Nim dersaig/<e fri hiiathaf/. Nom dÍM5ca immono in 
sochitide Ba liiwmiecal immorro ant ara calleic 7 indlids?(/e a 
charpa/ .7 dosrenga a fortchae 7 a forgairaniu robatur fo 

15 Cowculaind liair nach rolamair a dííscath Dáig aspect Cíi 
frisseom nsLroáiiscad tri hiiathar?. Teccuit iarum maic Nectaw 
Sceni. Cla fil sunn ol fer dib. Mac becc dochóid arescla (sic) 
hicarpai ol int ara. Xir bo do soinmide sin ol in bOch .7 
nirop do fechtnaig/<e do a c/jetgabaZ gaisc?í7. Xa bid inar 

20 tir 7 na gelat na heicli and ni hus moo ol ind litch. Ataat 
an éssi am laini si ol intara 7 ata in mc/c ina c//odh<i?. Xirbo 
latsa tuillem ecrati friss ol Ibor frissind héch Ximda m«c 
ecin ol Cu. acht is do cliu«dc/iid chomruicc fri fear dodeocha^VZ 
in mac fil- and. Is sain limsa on ol in l^ch Bid sain daitsiu 

25 anossa isiwn ath uccut or Cuchulaind. Is taccair duit tra ol 
int ara. Fochli infer dot/íát ar do chend. Foill a ainm ol 
sé ar mmet/ietarrais isin c^etna torgwm ni t/ietarrais co fescur. 
Toiigu do dia toinges mo ihuath n[\]chon imberasum for Vltu 
a clessain doridisi. dianomt/mirli manais mo popa Conchnhuir 

30 asmolaimsi bid (fol. 96 b 2) lam deoi-adÄ. Srethais fair mrnm 
an sleig com^baid a druim trit Dobeir a foidb 7 a chend 
laiss iarsudiu. Fochli an fer naile da>io ol intara. Fawnall 
a ainmside. ni triiwtma doess ind?/.sci oldas <jla no fawnall. 
TofigMsa dawo n[i]chon imbeVasum for VWtu in cless si« dorisi 

35 ol Cu Atcownarccsa em ol sé innas imá tiagÄsa inlindid oc 
^main Mac/a condrecat iaru>w isind ath. Gonaidseom dano 
in fer sin 7 dobert a c/ien« 7 a fodb laiss. Fochli an fer 
naile dothát cÄucut 0] int ara. Tiiac/i^U a ainw. Ni lessainwi 
do da/20 ar ni t/mit de armm eter (sic). Ondar dósum indel 

40 diss diam^scat/i cowidiiderna retherderg de ol Cu. Srethis 



138 E. WINDISCH, 

fair mnini in sleig/i cowidrala ina consmá'm. Dolluid/j adó- 
chíwi mrum 7 hefmiah a ch^nd de. Dobert Ci'i iarum a chfjnw 
7 a foidb lais dia aruitli budesin Cociiala iarsudiu fóid sun- 
mathör inaíidíaid .1. Rechtem Scene. Doheir a fodb disud/áii 
5 .7 áobeir na tri ein« lais iwa chavpifi .7 aspect ni fuic^b mo 
c/ioscur tm olsé corius §m«m Maclia Dochomlat ass iarwm 
co72RCOiiCur. Is an>?sin aspert CucJmlaind fria aruidli Dorarii- 
gertaisiu dágimrim dim or Cu .7 rosnecam a leass (fol. 97 a 1) 
cudnod inossa diag/i in tressa 7 na tóra 7 iwnaliiara fail 

10 i«nar ndiaig/?. Imriadat iarwm co Sli«& Fiiait Ba he lúas 
ind érma roíiiicsat dar Bregaib iariigrissadh indarad/^do 
CAoincuk«"«í7. co togrennitis ina heich fon c&rjmt ingáith 7 
ina héonw for lúamain et co tairtlied Ciichulaind annaurc/?or 
dolécced asa thailm riasiu rissed talniain. larriachtaiji doib 

15 sle&e Fuait. forreccat almai oss and ara ein«. Cissi slabra 
imdiscirisi thall ol Cuchulaind. Oiss altai ol .int ara. Ciade 
bad ferr la liUUu awmarb nach ambéo do breith doib ol Cwch. 
Is iíiganta dóib ammbeo ol int ara ar ni each íén ondarricc 
SRTßlaid. awmarb immorro ni fil húadibsiwí ónachrie Ni cum- 

20 cisi on a béo nachse dobrith ol int ara. C?(w/cim échi (sic) 
ol Cuc/í. Atnaig brod forsna heocAu isin monai. Dogni int ara 
on annisin. Glenait na heich isin monai iarum. Taurlaing 
Cudmlaind 7 gabaid inn oss ba n^sam do 7 ba cáimeni dib. 
slatti«5 sethnon ua^imonai 7 dammainti foc/<et6ir 7 Cii»aigis 

25 eter di (fol. 97 a 2) feirt an ch&rjmit cöwfaccaid ni eill iigessi 
tor a chiund aitherrach Cia de bad ferr la hUltu or Cnch. 
awbeo no ambarb (sie) dobrith doib. Isaw béo bersi anws 
béodii 7 anaségowdu olintara. Lathraig Cuc/i. mrum cloich 
mhicc forsna héonu combi .VIII. neoenu (sie) diib. Inláa 

30 ifrit/tisi cloich form combi .XII. dib tria tat/übeimc^d tra 
insin huile. Tecmall na heonu dun tra ol Cu.ch. fria aruid/i. 
Mad messi dig dia tabairt or sé cowclichfi in dam allaid fortsu. 
Ni réid dam a thechd em ol intara. rodaisscfZ im na heochu 
cowadic/itim s^chu Ni fetaim da«o techt sech n^chtar na da 

35 roth (i. fonnad) iarnd^ in carpait ara fóebraide. Ni dictim 
dano sech in dam ar rolin a choíignt^ eter di feirt an clmvpait 
hule. Ciiigsiu amin dia congna ol Cuc/i. Tonga do dia iongte 
\]\aid clóenad clóenfat sa mo chend fair no intsuil togensa 
ftiss no con focher cor dia chiwd frit 7 no c/ío lemaiter a 

40 gluassöcÄi' Dognith son iarwm cowrie Ciic/í. iwna hessi .7 tecmallta 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER IIS. EGERTON 1782. 139 

intara i«a Aeónu conrigiá Cue//, i-dvum ina lieónu di t/^etaib 7 
réf^d//aib in csirpaif. coniá Rmlaid (fol. 97bl) si dolluid do 
hEmain .M. *Dam/i aWaid andiaid a charpait. 7 iall gessi for 
fohiamajn hiiassa .7 tri cmn iiia c&rpiif. 
5 Recait iacsin co hF.main Macha. Cairpfec/i doretli farn- 

áochuni ol in dercaid/i ind Emain .M. ardáilfe fuil cacli 
duine fil isind liss lais mina foichlit/ier. 7 meid dig/íset mná 
ernochta friss. Tosóisom iar«/?« clar a dienyaii fri hEmo/H. 
7 bá geis di anni sin et aspert Cachulaind. Tongu do dia 

10 toTigte Vlaid mani hetar f^r do gleód frimsai ardáilftj a fuil 
cac/i sendnini fil isind lis. Mná ernochta aracliiim ar C071- 
cliubor Totliieti) iarw»? bantrocht nemna ara chinn im Mu- 
gain2) mnái Conchuhair maic Xessa. 7 donoclitat «mbruinni 
friss Ité indso óig co?2dricfat fritt indiu or Mugain {710 Ferach). 

15 Folgissom a gnúiss la sod/<ain. Atnethat láith gaile Emna 
.M. 7 focerdat ináííbaig úaxusqi. Maiti iwimisiuwi in dabac/i 
hisin. In dabac/i aile dawo irrolad. fidiais dornaib de In 
tress dabucli iiideoclia/rf fosHgertsaide iarsudiu combo comsi do 
a tess 7 a fúacht. Dothaet ass ian'um. 7 dobert ind rigan 

20 iarsudiu i. Mugain brat gorm nimbe 7 dealg iiarcait and 
.7 leine (fol. 97 b 2) cliulpa/ac/<. Et suidig^ fo glún C'o?íchu- 
bM?> iarwm et ba si sin a lebuid dogrcss iarsin, Fer dorig/mi 
sin iwropdar lána a secht mh\ia.dna ol Fiaclia mac Firfeibe 
ni bú raachtad cia cowbosaide for écomlonu .7 cía «odragad 

25 tor cliomloM?i intan ata lána a .vii. mblia(7»a décc. Ité sin 
amni macc^w?wirada Conchnlaind isin tain bo Cuail^^e. 



Glicht ssLÍn so sis co hsLÍúígh nOrlai^í. 

Tiagani ass tra hi f^cht sa ar Ail<7/. Eo ecat iRYum 
Mag/i Mucc(^d/ia. Bewaid Cucula/>K/ om/ma ara cinn hisui- 

30 diu. 7 scrib«?.s' oguw ina thiéb. 7 issed ro bui anw cowa- 
dechsath n^ch sechai cowribuih^ed err oenchar/)rt27. Fo- 
cerdat a pupli hisudiu .7 dotiagat dia lemira ina cairpthib 
Dofuit .XXX. cha ech oc suidiu ocms bristiV .xxx. carpai 
and. Belach nAne iaram (sic) issed ainw« na maigne sin co 

35 bráth. — 



*) set verwischt 

") ayn Rande: «0 im Feraich [seci(7i(lum ali]os. 



140 E. WINDISCH, 



Aided Yraich inso 

But and coarabaruch cowgairther Froecli doib dofóir a 
Froich ol Medb. Discart din ind ecen (sic) iil torn Eirg dun 
ar cind Condmlaind ans in cowaista friss. Tóchomlai ass 
5 mattin muicli nonha^r conibúi (fol. 98 a 1) oc Ath Fiiait con- 
nacco (sic) inn ógláig occa fothruccud issinn abuinn. Anaid/i 
sunn or Freeh fria mmntir cowidrolursa frissin fer nuccut, 
ni maitli ann uisqi or sé. Tisccuitli a étach de. Téit issinn 
uisqi a dóchum. na tair ar mo chennso or Cú atbélui de. 

10 ocíis is trog lium do marbatli. Eagutt éim ol Fr^ch co 
commairsiu?« issi?2n2fsqi ocus bad cert do chluitÄchi frium, 
co^mitir son amail hns maitli lat or Qu Lám cechtwrnae 
immar ale or Fr§cli AtnagAat co céin niuir occ imt/irascrath 
forsinn uiscci. Bäittir Fr^cli. Tonógaib síias afrithissiu in 

15 dulso or Cucu indidlima hanocciil noc/m did/imuim or Fr^ch. 
AtanaigA Cú fói aitherruch cowid appoth Fr^cli. Docuiritber 
for tír. beritt a muhiter a cholunn leú combúi issin dúnad7<. 
Ath Fraich issed ainm in atha soiw co brath. Cúinti isin 
áímad huili Fraéch. Cownaccatwr banchuiriu iud inoruiph 

20 huaineip tor coluinn Fraéich maacc Fid/iaig/i. Facessat 
huadib isin sith. Sith Fraeich a hainm in sid/ioi sin iaro>w 
Lingith Fergus tarsinn omnai ina charpai feisin combert a 
chenn de. TiagÄait combatm- oc ath Táiten. Toscara Cu. 
seissiur dib i. vi Diingail Irruis. 

25 lar slicÄ^ aili so. — Tiagait ass iarum combat«/- i«neslir 

(sie) tascora Cu seisser dib ann i. Mesl^V 7 rl. 

(fol. 98 a 2) Tiag/íuit ass iarum hi Fornochta ... la 'Sleidb. 
Baisccne a ainmm. Lecid Cu aurchur fair combert a chenn 
de. Druim?M .B. ainm ina maigni si iarum ósin ammach. 

30 Mor in cuitbiuth dáib ol Medb. ein tafun» na herri incciuil 
uceut ill ca for forguin (sic) Taberatsum tafunn fair iarsi'-) 
robrisit tertsi a carpai. 



^) Hier setzt icieder dieselbe Hand ein, die fol. 8S und 89 ge- 
schrieben hat. 

^) Vcrtvischt. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 141 



Oigid nOrlaiin sonn. 

Dotiagat aSS arabarac/i . . . (AbteUung der Zeilen, deren Ende 

,. . r^ , -t f nicht lesbar ist, wie im MS.) 

dosleiciii Cu. nam do tu . . . 

nOrláim mac AileZla . . . 

achto Orlaií« . . . 
5 biucán oc beim fedu . . . 

iarnarailiu úicht immorro is . , . 

Concvlamd romaid. ozus is dj beim fertas dokoid in tan 

cotranicc fri hara/t? nOrla/w?. Is nemp/már andog . . at \]\aid 

masa te fíle sunn tall or Q. ceini tili in slog for a tarr. Mad 
10 iar slic/ii ali immorro is hisunn marbad in túgan bui hi carpwi 

la ]\ie/J& OCMS in petae eouin do 

aurc/ioruip . . aclit is iar marbacZ Orlaiwi iar 

sin slicht so. Teitsium cosiw aruitli . . 

choscc indarleiss ba di VMaih do . . 
15 hacco in fer oc beim fedo .i. ier . . 

carpoiY. Cid dogni sunn ol- Cu. tert . . 

carpaii do beim ol int ara. robrisium 

ar car^a^ oc taffonn na hailiti ucutt 

Co«qla/«f7. C'o«gnu frimw ol intaro. Do 
20 den ol Cu. Déca namma . . 

ierias dogéna fo an imscothafZ. bid 

(fol. 98bl) a n-imscothutli éim ol Q. imscothuis iarum 

na fertsiu cuilinn tria ladraibh a glace hi fiadhnuisiu a cheli 

condacermnustar iter rúscc 7 fudba. Nipsi hopuir chomadais 
25 dobiiir fort ol int aro. Baid iwnimmomu« {sic) sidi. Can duit 

ol Q. Aro Orláim mait Aile/la 7 M. ocus iuso ol int aro. 

Cuchu?amfZ mo ainm sin ol sé. Rommairge son éim ol int 

aro. Ni áighit/íer ni ol Q. Cait do thigerno ol Cu. Ata 

issin ferta uccut ol int ara. Coisle diJm ass immalle frimm 
30 ol Cu. ar ni gonuim siu arado iter. Tet Q, dochum nOrlaim. 

ocj/s gontai .7 bciiuith a chenn de. oq,us rosecroth in cenn 

frisind slog. Dombe/r in cenn for muin iud arad iar sin. 

ozus ispert ber lat sin or Q. ociis tesi don dimudh amlaid. 

Manip samlaid thes roticfo cloch Imaimsi asin tailm Ondo- 
35 chuáid inocH5 do dimudh tisca a cenn die muin. oci<5 atfét a 

imtechto do ^leidh ocus Ailill. Ni frithidi bid esine éim (.i. ni 

hinann so 7 eun do gabail a sás) ol si ,7 asrubairt mani thugaind 

for mo muin doc/i!(m in dimuith brisfed mo chenn formsa co cloich. 



142 E. WINDISCH, 

Oigid tri m«c angarach (sic, am Rande) soiin 
Ansait tri maicc Garac/i forsinn ath. it e a n-anmann 
sidiii .i. Lon 7 hÚaln ocus Diliu. Mess Lir. ocus Mess 
Lech ocus Mess Lethan an tri aruitli. Ba foroil (.i. imscrcraid) 
5 leo a ndorigniu Q. ,i. da macdalta ind rigli do gliuin. ocus 
a mac. ocus crotharf in cliinn frissin slug. Curubaitis (.i. 
guin) (fol. 98 b 2) Chomculaind tar a ésie. ocus cownergabtis 
(.i. coiiá'iggai^tais) a n-óenur in inmith sain din sld^ occus ben- 
tatar tri íidoid dia n-aradhuib coroiltis (.i. gor) gliaid friss 

10 a seisiur. nosgeoghuin som uili iarum uair rombrisistar fir 
ter tair. Eobui arc Óúaim an tan sin iter Aiiül ocus M. 
Tonetat (.i. srethis) Cú cloich fair ^) commebuith a cenn co 
tanicc a incliinn tor a clilúaso .i. Fer Tedil ainm in inuidli 
sin. Baghuis (.i. ^th) Cu. hi Meadhe port iar sin i n-aicced 

15 Ailill no Meidh fochichredh (.i. caithed) cloich asa thábiiill 
form. Dognith seom on d&no .i. dolleci cloich asa thailmb 
CO n-ort in togmall bói for gualuinn M. frisind ath andess. 
is de ata Methiu Tog. ocus ort in eim bói for gu?i\ainn 
Ailello in ath atiiaid is de ata Methiu nEiiin. Bate dawo 

20 Reiiin ina loch is de ata Loch Renin. Ni cian huaib at a far 
céile or Ailill frisna Mane. Atregat side siias. ocus im- 
m«5décat. in tan siásatar aitherr (sk) bewaith Cu fer dib 
CO memaid a chend fair. Bamádlotsaid do ni búadh"^) is far 
mbraissi or Móenán druth doberainnsi a cenn de. Dolleci Cii 

25 cloich do CO memuith a cenn fair. Is ?Lm\aid tra romarbtha 

in lucht soin. Orláim cetamwi ina dhinn. Tri maic Garuch 

for a n-ath. Fer Tedhil iwno dédlib. Móenan^*) ina dhinn, 

Tonga do dia toing mo tluiath ol Aih7/. fer dodéno {sic) ...•*) 

(Fol. 99 a 1) ocus libair aili corugwci aili for a n-im- 

30 thec/iiaib a Finwabair co Co^ailliu .i. atbert Medh iar tor- 
rachtain chaich cona ngabalaib co mbatar uili hi Findabair 
C\m?L\hige. Eanntar in dunadh sund or Medh. ni rucfaiter 
in imerge si for oenchoi. Tiat Ailill la leith na hiraergi for 
Midluachrae. Kagmaine 7 Fergus .7 in tarb for bern?í5 

35 wUlad. Ni segda or Ft^rgaó^ in leth dowróacht do« imergi ni 
rwcfaiter na bai tar in sliab cen raind dosgnith on coniá de ata 

1) am Rande Oided in arod/i soiii 

^) Darunter A. mo. 

8) M Móeuaii HS. 

••) Hier ist ein Blatt {= LU 64b 13 — 65132) aiisge fallen. 



TÁIN BÓ CÚAILNGE NACH DEK HS. EGERTON 1782. 143 

Benins bo nülarZ. Is annsin asbert Ailill fria araid Ciií11h5 
Finda dam indiii Me2c?6 7 Fergus ni fetwr cid rodafuc doii 
choibdilsi .7 bidh fo lim domissed comartha n-uait. Dotset 
Cuillii<5 iu tan mbatar lii Cluichrib ansait ind lánamain fo- 
5 deóid OCHS lotai' ind oic remib. Dotliaet cliucca Cuilliuáí 7 
ni forcualatar in ter forcsi Ecmaic boi a cloidlieb hi farrad 
Ferguso. Tanisca Cuillii<5 asa truaill .7 forfacaib in tniaill 
faos. Dotbaet Cuillius co XiliU. Amei?id or AiliU. arane dano 
ol se undar dait sund comard^i. is maith sin tra or AiliU. 

10 Tibid ctcktar de fria cheli. Amail do;a'iiimensa or Cuillm« 
is amlaid fosfarnecsa i comlebaid. Is dethb/r dissi or Ailill. 
is ar cobair icow tain áovigni Ba maith blath in cloid?ö lat 
or Ailill atnaig fo suidi isind carpni. 7 anart (fol. 99 a 2) 
lenedh imbe. Atraig Fergus dia dsiiáeh isiriim aill amai or 

15 se. cid notái or Medö. olc guim doronü5 fri Ailill. or se 
Indaidid sund co tissa asind fid or Fergus .7 nip raachtad 
lib cid cian co tisor. Ecmajc ni fitir Mec/i t^ahaid in claid/ö. 
Téit as .7 beirid clairfe^ a arad lais ina laim. Dogni claidh[eb] 
Grain« isin fid is de ata Fid "Mor TruaZ/e la hUlt?<. Tiagam 

20 as a ndiaid ar cele or Fergus condrecat isin moig a slogaib 
uilib arocbat a puiple. CongSiirther Fergus do Ailill do imert 
fidchilli. In tan doluid Fergi^s don pup»?/ gabaid Ailill gairi 
fris. Feargus áixit. 

Fo fer fris tihther mawip sceú niera morgnima merthar 

25 arbiur mo claid/i macha mijiá mosdisem calca de Gáleon 
gair mine bed buaid mna mis ralastar did ail do» dlecht sceó 
gaib genin almi et ar mo sluag/i muirechaib fester do sleib 
aui Xesa nith do slog co mbiig cosrife medratha fer. 

Ailill aixit. Na fer baig or AiliU did dith claid/ö sceó 

30 airdib ath brond rig men mo>ifait, cesso fero frit gallnai 
gair dit deim M^db ar iltuatho dotoing fiad ni fairis lim de 
debaid ar mnaib etsechaib ar cia denat doraidet sceoa táighet 
di cech airm ar ceo mór (fol. 90 b 1) ghlon^mib fecliat súd sis 
tra or Ail?7Z conimberam fidch^ll is fochen do tichtu. 

35 Ailill dixit. Imbir Mchill sceo buanfach ar Mlaih rig 

sceo rignai cluiche arafuirethair fo morsluaghu duilecha ni 
becaumu frit cia toichill berse ar is diarnantaib cungnus ar 
rignaib ingenaib a»miar eolae bes ni gaubu cetchinta ior 
mnaib meldrige sceo chara Finwabair Fergus rodana ar 

40 buaib burecha/Z> co slogfaib moraib timchellai di tuathaib 



144 E. WINDISCH, 

techtmoraib co n-ilcruth rig co mbrutli draco« co n-anail 
nathrach co mbéim leomain de tairitli tosaig Fergus mac 
Eosa Roig, Gabait imbert na fer fidcilli iaro?« atresait na 
firu óir .7 &Ygait tarsin clar credum^. cowclos Ailill. Ailill 
5 dixit. 

Ni coir rig coel caini tria riwd um^ bais berair is aldu 
sceo clar airbuile islu ataurrid a M^db morglonwach sceo fer 
sawais fri Fergtts ar imdichirt cliche 9 ciaimbre. Cowcloth 
ni M^fZ&. 

10 Medb dixit. Lee de beccbriat/íra aitliig ni deoraid ruben 

sceo athaur atmib macratli mi« i nEre cu airm nita cáiltech 
esbretach fritoing do tuatlia nitat neoit eiti ar biiaib sceo 
foicertar di gnuiss (fol. 99 b 2) glanfiter Fergus. Co«cloth 
Fergus. 

15 All amae or Fergus na briathraib ilib imgonib ar belaib 

iltuath sceo sanasaib ailfitir sceo setaib seubortir gaib glan- 
fitir sceo rigaib imgenaitir doraga roafir .1. dogen^ar do riar. 
Anaitt and ind aidchi sin co cualatar Ailill isin maitin ar- 
nabarach. Ailill ait. 

20 Tofil morglowd ar belaib múrsluag fri cruinnusce ui Nesa 

nithu dontoeiclfet (sic) fir Olnecmacht ar fir full glasa de 
suilib mederatli fri dail dondleclitaig sceo dec mor fer taurc- 
bat iltonwa fri niacli n-amulcach di JJltaib ticfa. 

M^db áixit. Na fer immorrain a maic Mat^ moruallaig 

25 sceo gres erreth ar ardnib auralig drowtar fir fertar mná 
buaib remib cendaib sluagde memsatar claid^ö cech ui munitcr 
ceoclesaib imret sceo damaib agat sceo mnaib berat arbertat 
morsluaig di roi Cuailngi co tolat int sliiaig. 

Cowcloth Fergus. Fergus ait. Gremsdgther morcend for 

30 bruinni drocliol tiagait ria rigaib in brais mormt«mnaig di 
thuatliaib toiuget di rignaib bag^t fri naimde agar. Con- 
cloth ni M^db dentar dentar a n-asbeir. Fot mam midetar 
de ilsluag«/6 (fol. 100 a 1) cengat cen bá Ailill fot comi(5 ta- 
bairt/icr. Tocomlat ass do Glais Cliruind co cualatar Ma«e 

35 mac Ailello Mane dixit. 

Diam dian leictir ar fir findcless sceo matliair atliair ar 
buaib bewuachaib arciucUlais corcleas arciuchlais corris mod 
de earn airscin di buaib ardchless nosilis rúi. 



') clithe, mit no c über t. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 145 

Cowcloth ni Fergus. Na teig a ma/c morglondaig- iii 
bath comairle berat co ticcba di chenu dit muiuel bertaii' 
la gillai amlmlcbach dotset imarda fri roie búretar tortoing 
glaiss boccit cuilti arsilestar irrichtii aircechtt morglond huisci 
5 forbádfse di do Meidb morsluag arail- gui«ech dimécfiter Mejdb 
ilgm<si ar ceal ar roib rind^chaib. 

Eomleicidsi comloinges hi tosach or Fergus arna ro- 
brist^r fir fer for Í7i ngillai .7 na bae riuwd .7 in sluag inar 
ndeoidh 7 nao mnao (sie) ina ndiaidh side. 

10 Cowcloth ni Merf&. Cluinti*a Fergi; dit iwchaib anmaiw 

ar buaib tiursclaig cot sluagaib maithib ni thelci Ultu di 
tnuthaib tairberta tarcoba a gári imMag n^Ei forbeiri dail 
slicht. 

Aill amai or Fergus a Medb combaise natguth cluiner 

15 fo thuathaib nimtorais ar nimtha mac maetlig frigailte ar 
Eamaiw. Morbuilli for tuathaib (fol. 100 a 2) ni biu romleig 
dit leccaib na?>áarair (.i. nowtiagar) culaid dimaitl(^ssa (.i. di- 
rosben) ar fechtaib Totaet Cücliuiaind co mbói oc Ath ChruinJ^ 
ar a cimi. A phopa a Loig ol se fria araidh dofil na sluago 

20 díin. Artowgsao deu ol int ara firfasa ardcless ar belaib 
err^d hi coicill chumucc for ecliaib sengaib co cm^gaib airgit 
cöwdrochaib ordaib for buadhaib berthair cichis ar cenwaib 
rig a conicim toberat buaid aráu scindairec/í^. Émde a Luíg 
or Cachnla ind cö72gabai eisi fri morbuaid/i Mache nithsrengat 

25 tar droíig friu med mna muidme tiarmuig deraich mac sceo 
aiti áilme fri etnai eocrith sceo Ailill Medba mell eth fi'i 
imthecht di eis roslogaib. Ateochsa or Cu. ina huiscedu do 
coxgnum frim. Ateoch n^m .7 talmam .7 Cminn intsainrethaid. 
Gabaidh crow foitech friu nisléicfe i Muirtemniu conroisc opair 

30 fer Fene isin tsebtuaid (sic) óchaine. La sodain cotnócaib int 
uisci suas co mbói a n-indaib crand. Teit Mane mac Ailello 
.7 lA^dha ria each arislig Cu. forsin ath .7 baiter tricha 
marcach dia muintir isind uisci. Toscara Ciichiúaind da sé 
ndec laech dib aitherrach immonn uisciu. Focherdat a puipli 

35 ag in ath sin. Tothsett Lugaid/i mac Nóiss ui Lomairc (fol. 
100 b 1) allcomaig do acallaim Conoliwlaind .xxx. a marcach 
Fochen dait a Lugaid ol Cu. dia foigela enlaith Mag Mu- 
iviliemni rotbia caud coUeith alailiu. Dia tonda dano iasc a 
n-inbera rowíbia iech colleth alailiu. Eowbia na tri gaiss .i. 

40 gass biroir. gass fochlochta gass trechlaim rombia fer a n-ath 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 10 



146 E. WINDISCH, 

tart cend. Is toirise or Lugaid. Feba tuaithi don mac 
duthracaii*. It caini bar sluaigh or Cul. Nib dirsan dait do 
Haiti ara cim^ or Lugaid. IMgena fir limsa .7 daglsecbdacht 
or Cuchul. A popa a Lugaid or Cu. in immaghetarsa int 
5 siuaig. Tongaii do d/da or Lugaid/i ni laimet/^ar oenfer na 
diass uaidib tabairt a fuail iwd-imechtMr in áxmaid mawi beitb 
licbtib no tricbtaib ocai. Bid sain ni doiph seom on or Cu. 
diandrogabsa dibrucim asiwd tailm. Bid ádas dait a Lugaid 
in coiceli si fil dit la liUlta dia nomtisi brig cech fir. Apu- 

10 irs^ tra cid is ail dait or Cu. cowomraib cairdi lat frim buidiw 
or JjUgaid. Rotbia ol Cu. acht rombe comardse iurri .7 apajV 
frim popa Fergus bid comardae for a buidi«. Opa?> (sic) frisna 
liege bid comardse tor ambuidin .7 tonget amnchomet frimw. 
7 domicet (sic) biadh cech n-oenaidhche uaidhib, Teit hxigaid 

15 hiiad. Eccmaicc boi Ferg^ hi pupwiZZ (fol. 100 b 2) la hAih'ZZ. Cot- 

gair Luguid amach he .7 ráitiu fris insin. Cowcloth ni Alill. 

1) Cair iss i sanassaib ferthair hi »«meltmaigib nimmrath 

mórsluágid diar túathuib ticcfet fo bith Fir Bóich aisnedar 

dindethar fiádon falnathair ar Meidb meldulig tonfair mór- 

20 chobrnV. Tiagum úatharZ slúaig co pupuill moir scoith .7 scor 
anacol dilleccuib arthuirb imfoit ar dáluib diamraib tascne 
tanic Tonga .7 rl. ninithá ol Ferg^ cen athchomarcc don gilla. 
Tomair a hngaid eircc chuici aus in rago Ailill .xxx. c. chuc- 
cumsu imbuidi??. Beir dam co tin>2Í do. oc:^ tulcoba fina. Tét 

25 chuici iarom .7 raiti fi^is. Fo limsa on or Qq. cia theis. 
Cotrecat a ndi inbuidiw iarom. Bit anw codadaig. Brissid 
Cu. XXX. l^ch dib cosin tailm. no co?>ibetis .xx. aidqi and svit 
Bit olcco far n-imtechta ol Fergz, toficcfat Vlaid assa noinniw 
.7 cotmelat ar mnr .7 grián. Is olcc in chúl chatho innonfil. 

30 Tait as do Chuil airthir. Eccmuicc dochúaid Cu. in aidqi 
sin do accalluim JJlad Scela lat or Cowchobur. Mna brataiter 
or Cu. eti agatar fir gonaiter ciche brata cichi aig ciche goin 
berthiws butli^ fuile fuirbe (fol. 101 a 1) gaiune .i. cend fuir- 
tbe air herthÍT, Aiiill Mate, oc^ Ferg^ mac Roich Rodana 

35 rodaclecht claidimb co^da cojiscar eó cridi Cö^ichobuir caich .7 
co tescarfa. Ni mor torbai dait or Condiobor indiu tonanicc 
ar tinnorccuin in cetnae. Teit ass uaidib iar suidiu confaca 
na sluágu occ scuchad ass. aill ama* or Ailill. 



^) Am Rande .1. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 147 

1) Atchiii carp«i co^dathriiid taiitut sluag-hii is bodbae 
ardibi firu innátlm argeba bi'i cliuiretha (.i. Vlad). bitli a thri- 
chait imbera iar tiüdeclit sluág di buánuib (.i. di Laignib). 
Srethfid fuil a méderath dofoethsat oc immorram ar biiáib 
5 JJlad isind ath. , Goniüd Cucliul. xxx. lech dib for Ath Duirnw 
ni roachtatar iarum conid adaig rangatar Cuil nAirthir. 
Gonuid .XXX. l^ch dib hi suidiu .7 focertat a puipZ/ and. Bai 
ara Aileüo .i. Cuilliu« oc niglii na founad isind ath matai«. 
Bewtiseom co cloich conidroma,rb. is de ata Ath Cuillne hi 

10 Cúil Airtif . 'Eosagat tra co feoatar i nDruimm Féni la Co«ailliu 
amil (sie) atrubramar remowd Dosnetat Cu. hi suidiu orguin 
cét ter cacha haidqi dib na tri n-aidqi mbatar anw. Gabuis 
tábuill dóib a hóchaine ina farraí/. Bid diwmbuán ar slúghui 
la Coinql. in cruth so ol AliU. Berar immorchor commad uán 

15 qco .i. roriibia commeti Maighi Muithemni (fol. 101 a 2) do 
Maig Ái 7 carprtí bw5 dech bess i nAiu .7 timthacht da fer 
ndéc. Aíerg mad ferr les i» magh sa iwroalt .7 tri secht 
cumalu .7 atgignetar 2) dó ~gach ni atbath aire, dia tribi 
.7 indili .7 iragentar lais imme .7 toet im célsiwe s^ is ferr 

20 do oldaes (sic) célsini óctigern. Cia ragas frissin or each. 
Mac Koth sunw ucut. Luid frissin do D^lga MacEoth teachtaii'i 
Ailello 7 M^dba hise timchell?í5 Eriwd a n-énlo. is and ba 
dóig la Fergus bith Conc\m\aÍ7id a nDelgau Atchiu fer chu- 
cuiwd or Loeg fri Comchulaind buidhi fair fethal linda imme. 

25 lorg anfaidh ina laim, calg det fo choim. lene chulpatach 
CO wdergindliudh imme. Cia do loechaiö in rígh sin or Cu- 
chulamcZ. Dlchomairc Mac Eoth do Loeg cia diambo celi. 
Céli dow fiur ucut this or Loeg. Boi Cul. isintsn^c/i/a ina 
suidi corici a di leis cen mether imbe oc escaid a lenedh. 

30 Atbert dna Mac Eoth fri Coinchiúaind cia bo coiccéli. Celi 
Concholuir maic Nesa or Ciichiilamd iwdatül slowdad bud 
derbu. is lor side or Cu. Anau cia haii'm suwd ata Cu. ol 
Mac Eoth. Cid isbertha fris or Cu. Atfet do ina imurchor 
n-uili amaiZ isindrubramar. Cia nobeith Cu. ind-ocus ni 

35 diwgned insin. ni rirfed praí/íair a ma.thar ar ri n-auliu (sic). 
Doet chuici afrithisiu ,7 isbreth fris doleicfithe do a mbo soii-em 
na mban 7 a mbo seise dow folad arna himreth in taphuill 



*) Am Rande .1. 

^) atgfnígnetar, mit jmnctum delens U7iter dem ersten n. 

10* 



148 E. WIXDISCH, 

förro (fol. 101 bl) ind oidqi cia nosgonad fri die Xi dingin 
or Cu, dia ructar ar mna daera uáinii. biait ar mna soera 
for brointib .7 bemi ein blicht ma ructöw- ar mbai blechtai 
uán. Doeth chucai hi frithisi .7 asberar Ms rambiat na 
5 mna doera .7 11a bai bechtae (sic). Ni dingiu ol Q. doberat 
JJlaid a mna doera chuco illigi. 7 bertar doermacne dóib 
iari<m ocus imberat a mbechtach (sic) do feohiib hi ngaimrith. 
lu iil na aill áidiu ol in techt. fil ol Q. 7 ni eper fritsa 
acht dotiasar fair matcosi nech dúib Rofetwr or Fergws. 

10 damsa ara roichlestair in fer .a foilsiugtifZ .7 immorro ni 
les duibsi .7 ised inso canw^s^an comma or Fergus i. ath 
fo;-sangenait/ier a gleo .7 a comrac fri hoinfer arna ructhar 
inét de isin laa co n-aidqi aus in tair cobuir \Jltaib fóo .7 
machtad limsa ol Fergus a fot cotecats?(?e asa 1) cesuib. Is assu 

15 em duiriué or Xilill in ter g&cJi lai andas a cett each n-aidqi. 

Imarcor n-athise ier nErenn i mbeolu Fergusa so. Luid« 

Ferg«.s iarum lasin imorcor n-isin. Iil di suidiu dsLuo Ftar- 

eomhul mace eda .7 Leithrinne mac dalta Ailello .7 Medba 

Ni haceobor lern do thecht or Fergus .7 ni har do miscuis. 

20 Scith lim nama eomruc dúib .7 Qq. do sotlasa .7 (fol. 101b 2) 
do soisli. luinne .7 anse>ci. árús .7 tairp/^i 7 áechraá do 
ehéile .i. Conculaind ni bia maith di for comrace. Can is 
éter latso mo snádud aire or Eütrcomol. is éiter ä&no ol 
Fei-gus ach (.sic) nama ni thardao a rád fri (.i. ri) diardain 

25 do. Teeuit de ináib cairptib do Delga. Bui Cu. in uair sin 
CO imbert buánfa/^ fri L^g. a di chulaid sim friu .7 oineeh 
Loig Atehiu da eharpai ehucuiwd ol Ltjg. ter mór donn isin 
charpwi toisieh. tolt donn cráebach fair, brat corera imme 
eú oir Silin, léni chulpatach co naergcindliud imiu. Crom- 

30 sciath CO foibar co^duala fair di iinndruine Manais breffnech 
ómimbaisc co adaircc iwna laim. Claidcfe sigit/iir lai churaig 
tor a dib sliastaib. Is fas ind lui mór sin doberar lam pope 
Fergus ol Q. ar ni iil claidim ina inntech. inge ciaideb 
eminn. Atchoas dam ol Q. rogab Ailill iwmbegal tsim i«a 

35 cliothííZ .7 Medh. 7 dorétlastar a daidch ar Fergus .7 dorat 
dia araid dia thoscaid .7 doratad daideh erainn ina inntech. 
Ticc Fergus fo sodain. Foeliew sin a pho^^a Fergus or Cu. 
Dia tonwá iase isna hiwbcmib rotbia eú co letli arale dia ti 



') a {Zeilenende) asa Hs. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGEKTON 1782, 149 

iall en immag rotbia cad colleith arailiu. Dorn;i bii'or no 
femair. dornn fothluchto. deog de ganim. Techt i«n ath ar 
' cend (fol. 102 a 1) fii' ma thecra timmaire co comtala rotbia. 
Is tairisi limm ol Yergus. ni do bind dorochtamar. rofetamar 
5 do trebflfZ sunn. Arfóm Cu. ina imarcbor o Ytrgus. Tet 
Fergus as \8.rum. 

Comi'rtc Et«rcomuil .7 Conculaüid iuso 

Anaid Etarcomal oc deis«in CoyicnJaind cid doécai ol 
Cu. tussu. ol 'E.tarcomal. Mostaircella ém suil dar soduin ol 

10 Q. Ised on atcliiu ol Eta;comul Xi fetar ni arnotaigtlie do 
neoch ni faicim do gi-ain na heruatli na fo/lonn lino lat. 
maccaem tauchtach amne co ngaisciíírf doith .7 co clessuib 
segduib atotcomnuic Cia nomcáwe ol Q. nidgensa fo bitb 
Ferguso manipad do snádut immorro mo popu Fergus, roptis 

15 do renga rigthi .7 do chetramaiw scálti ricfatis uaim doclium 
in diinaid iwdegaid do carpajY. Xachimtómaid. im sodui« ol 
Etarcoma?. in cor amra ronenasc fort .i. comracc fri hoinfer 
is messi cetacomricii frit di ttvaib Fretin imhsLTuch. Teit ass 
iarj/m Ftarcotnal. Tintai hi f>ithisi ó Meti .7 Cbetiu. A 

20 n-ispi'rt fria arajV/. Eobág?<.s ol se fiad Fergus 'comrucc fri 
Coiwcl. imbárach ni liassu dui« didiu a indaide. Túi forsna 
heochu asin telaig do Mthisi. Atclii Laég ani sin .7 Rsbeir 
in Coincl. Dofil an carpal cliucuind (fol. 102 a 2) hi frithisi 
.7 dorala clár cle frinn. Ni flach obaid ol Cu. ar a chiun 

25 dúin sis dond ath. co fiasamar ol Cu. Ni haccobar lem ol 
Cu. a condaigi form. Is eiccin dait.siu on ol Etfoconi«?. 
Benaith Cu. in fót boi fo chossuib co torchair ina ligi .7 
a fót tor a thairr, Aircc uaim or Cu. is scith lem glanad 
mo lam innud. fotdailfinn i n-ilpairtib chianuib acht ni 

30 pad Fergus. Ni scarfam in cruth so ol Etarcomal corrucsa 
do chenn sa. no co farcub mo chend latsu. Ised on em 
bias annsom ol Cu. B6«tai Cucl. co«a claid^b isa dib 
n-oxalaib co torcha/r a etach iide .7 ni forbai immo a chnes 
Colla tra ol Cu. aicc ol Et«rcomol. Do (sic) Cu. iarum co 

35 fogaid in claid?7< co sebaid a folt de amaü bid co w-altain 
tio berrtha ni forroim cid dricciuc for toiud do. ropu tromdo 
iarum .7 ropu lenamnach intaitech benta hi fossud a mnllaig 
conid. roranw coricci a imlinn. Conacca Fergus in carpal 
sechui .7 in oenfer an/i. Tinwtai Fergus iarwm do debuid 



150 E. WINDISCH, 

fri Coincl. Olc dait a siriti ol se mo díguin. is gairit mo 
lorg lat. Ni ba lond lim a phopa a Fergiis ol Cucl. 

9 Fri bága bertai tri uamtiu ascada cen claide& fa aliud 
is he torroraid ar Ulad aigid sceo úechtto (fol. 102 bl) ailtn 
5 tairbirt fo mám Etarcomuil húalliiig dimren esblathaib ineoch 
na macce (sic) arbail huallclias foclie?ndib fíalnm forsaid ligu 
torichi tor charpaí cotlud na lofigud ni sám lambalccbrain Na 
fer aithfer form a poj;a Fergus. Tailed inna slechtaiw co 
náechaid carpat Fergwóa thairiss co fo tri. larfuit (sic) dia 

10 aruid in mé fotruair. na tú eccin ar a ara som. Asrubuirt 
ol Cu. ni ragad corruccaá mo chenn sa no co farcftacZ som 
dna a clienn lemsai Cia de bud usso latsa a popa a Fergus 
ol Cu. Is assu eim lemsa a ndoron ann or Fergits. uair iss 
eisim rob uallcho. Atnaig Fergus iarom id n-ercomuil tria 

15 dii peirid .7 berthi a udiaid a charpafi fadeissin don dimud. 
In tan no téiged tar carrci no scarad a lleth olaliu. In tan 
ba réid comicctis hi frithisi. Doneca Medb. ni boid in 
imbert moithciuliiiin sin a Fergus ol ]M^db ni toe/wad dam 
äsLUO intaitechmatud ol Fergus glieid frisin coin moir nadnar- 

20 garad. Clatar a tert iaritm sátir a lia scrihthair a ainm oguim 
ágair a gubae Xisiidibeirg Cüchnlaind dawo dagaid asa thá- 
buill iat. 

Conii'ac Natcrandail fri Coin. 

Cia fer fil lib ar cend Concui. imbarac/i ol hwgaid. 

25 doberat daitsiu imbarac/i or Mani mac AileTlo. ni étom nech 
ar a chenn or Med&. ronbith essomon (fol. 102 b 2) laiss 
CO comtostar fer do. Atcotadh on dawo. Cialleth ragthar 
huáib or Ailill do chuingid ind fir sin ar ce^m Concl. Ni 
fil ind-hEre or Med& atcotar do miwa tuict/ie>- Cziri mac 

30 Dairi no Nadcrawdtail feinnid. Bui fer di muint«!> Conroi 
isin pupuill. Ni thárga Curni or se is leor leiss dodecha^d 
dia muint/r and. Tiagar co Natcranntail áidiu. Tet Mane 
Andoi chuicci atfiadat a scéla do. Tair linn dogiull do 
inchuib Connacht. ni ragsa ol se iiige ma dobertar Fin- 

35 dabair dam. Totaét leó iarum doberat a gaisccetZ hi carr 
a hartiur Conacht co liibúi isin dimad. Rotbia Fináahair 
or Med6. ar dul ar cenn ind tir ucut. Dogen ar se Totoet 
Luguid CO Coincl. in agan? sin. Totaet Natcranta/Z ar do 

1) Ayn Bayule .{. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 151 

chennsa imbkrach. is dirsan dit ni foéliiis. Ni bá sin or Q. 
Teit Xatc?-«nntail arnabarac/i assin dunut ocus berid .IX. 
mbera cuiünw fuaighti folscaide lais. Is ann biii Cu. i suidiu 
oc foroim én .7 a charpaí ina farracZ. Sreidh 'Sa.d.craiitail 
5 biur tor Cöi«cl. Clissis Cii. tor v'mn in bera hisin .7 nin- 
derba di foroim na n-eiin. A chumut na hocht mbera aili. 
In tan foclieirt Í7i nomad liibinr. teicliicli (sic) ind iall 
Coiwq. i suidiu. Luid Cu. iar?<m tor slicht na ludliu. Cingid 
iarwrn tor rindriis na mbe/a sijj^ail éun di each mbir for arali 

10 iwn-iarmórac/ií na n-én arnac/melatis. Glé (fol. 103 a 1) la 
each iari<m ba for teiched luid Ci'i remisim for Ci'i ucut ol 
sé dochuaid riumsa tor teched. Deitlib/r son or 'Medh ma 
raristais dagoicc ni géhad in siriti fri feta ba saeth la Ferg»5 
CO TiUltnib innisin. Tottjt Fiachu mac Fir Feibi uaidib do 

15 choscc Choncul. Apair fris ol Fergus ba iial do buith arna 
hóccuib cein dogeni calma. is féiliu do a imfolucli imwiorro 
ol Fergus in tan teichii<5 i;ia n-oinfer ol ni moo a gre'ss do 
anaas do \I\taib arclie?<a. Cia romaiJi sin or Cul. Natcran- 
tail ol Fiaebu. Ceded no maided som a cless dorigni«5a 

20 fiádo ni bu anféliu do or Cu. Ni conmaidfi-iZ som em acht 
no beith armra ina láim. Eo fet?<rsa ni gonuimsi nech cen 
arm Taet tra imbaruch ol Q. co mbe eter Ocheine .7 muir 
.7 cid moch dowté fomriccf«sa ann .7 ni teis riám. Tarn ice 
Cu. iarum a dáil .7 foeheii'dd fáthi n-iw<mi iar eathuis na 

25 haidqi ocus ni airigestar in coirthi mar bai inna arruth 
comeiti fris feissin. daratailec etir .7 a bratt .7 saidliid 
ina farrud. Ticc Xatcra«to/Z fo soduin lii fénai bretlia arm 
la suidi. Cadde Cu. ol se. huinse sunw thall ol Fergus. 
ni pu ssLmlaid domarfás iwné ol ^&tcranáail. In tu Cu. .7 

30 masu me dawo or Cu. masa tu em ol Xat. no curuccuií^ds^ 
cenn uain bice (fol. 103 a 2) don diiuud ni b< r do chend úgilli 
n-amuluig. ni cowmisiu etir ol Cu. Eirg adoclium timcbiull 
ind airdd. Totaet Cu. iarum co Leg. Cummail ulclioi smér- 
thain damsa lat. Xi fétar forsin fer eomruce frimb ein ulclio. 

35 Dognithide do. Teit ar a chenn forsin tauluig Corn lim on 
or se deni coir ngaisccirf frim tra ol Xat er. rotbia son co 
fessamar or Cu. Fochiehiursao aurelior dait or Xatcr. .7 
nÍDÍmgaba. ninimgéb acht ind-arddai or Cu. Foceirá Xadcrt. 
aurc/ior do. liiigid Cu. ind-ardda riám. is olcc dait a im- 

40 gabail in aurcAora or Xadcranta/Z. imgabsa mo aurchorsa i 



152 E. WINDISCH, 

n-arddo or Cu. Leiccid Cu. in gai fair acM ba ind-ardda 
coíád inniias docorwstar ina mvllacli zoWuid irit co talmuin. 
Amai ale is tu lech is dech fil ind-b£'nnn ol Natcr. 
Ataat .IV. maio, .XX.et damsa isin dunud Tiagsa con^ioius 
5 doib i fil lim do foilg-ib .7 doragsa co ndern^^sa mo dicbe- 
annad air atbélaso dia talltar in gai as mo chinn. Maitli 
or Cu. do teis dorithisi. Tet Natcrantaí7 iartim don dunud. 
Co taet each ar a ci«d Cade cend ind r?ástartha lat. Anaid 
a láechu coneícÍM5 mo scela dommo macuib 7 co ndechíís mo 

10 risi CO ndernar comi'ucc frisin Coin. Teit as dia saigid 
Cowcul .7 dolleci a claideö (fol. 103 bl) tor Choiw. liiigid 
sidhe ií2d-aird§ co mbi in corthi co m^baidh in claide^ i ndé 
Siartha im Choincul. amaiZ dorighni frissna maccu iwd-Emai>*. 
.7 liiigid Cucl. tor a sciathsom la sodain co mbi a c^nd de. 

15 Bentai aithruch {sic) iwa med^ anúass co a imlind. Dofuitet 
a cethri gabaide for tabnam Is annsin iarwwi aspect Cucl. 
Ma dorchwr Natchr. bid formach dond imargail aprain« cen 
chath isind uair. do Me?V?& co irmn intsliiaigh. 



Fagbail in tairb. 

20 Is anwsin luid M^db go triim d^uiklimig le hi Cuib do 

chundchid an tairb 7 luid C.c. ina diaigh. tor ú\gid Midlíi- 
achru dirf/it dochoid si do iwdriudh Ulad .7 Cruthne corricci 
Dim Sobuirclii. conaccai ni inti C.c. Buidi mac Bain Sléib 
C\m\inn cosin tarb 7 .V. samhaisci .X. imbi .LX. laech allin 

25 de mumíí'r kilello .7 ^ledha. Brat i forcipul im each fer. 
Dothát C.c. chucu. Can asa tuccsaid an iolad ol Cu. Ont 
sleib uccut ol in laech. Gest cati a mboachaill ol Cu. Ata 
ama?7 fondrangamar ol in Isech. Focheird Cu. tri bedgu i«a 
ndiaid oc saighid accallma form coticci in n-ath. Is anwsin 

30 aspert Cu frissin toissiuch Cia h'ainmsiu ol se. nachitaiss 
nácMtchara Buide mac Bain ol se. Are (fol. 103 b 2) in gai si 
for Buide ol Cu. Sráite din certgai colluid i ndercc a oxaile 
commebaidh ind^ alltarach resin úgai. Gontai sin for a ath. 
is de ata Ath mBuidi. Berair in tarb isin dúnadh lásodam. 

35 Imraidsit iarw»^ ni bad ánsu Cucl. acht tuctha a chletini 

aire. Is iarum luid Redcc cáinte Aile?/o a comairle chucai 
do chuindchid in define .i. gai Conchulamd. Tucc damsa do 
gai or in cáinte. Ace óm or Cu add dobér seótu dit. Nad 



TAIN BO CÚA1LNGE NACH DER HS, EGEKTON 1782. 153 

gebsii On or in cáinte. Gegnasu á&.no in cmnte buair nad 
fóet hiiadh a torgid döa. Et aspert an cánte no beradh a 
enech mani beradh in cletin. FóceíVd Cu. iarww* an cletin 
do colluid triana chend tor tbarsnu. Is tolam set se (.i. set 
5 tallman) em ol in cainte. Is de ata Ath Tolam Set. Ata 
ath friss anair airm iwn-arrassar a n-nma don cletiniu 
Humarrith ainm iwd átba sin dano. Is andsin dawo geguin 
Cu. ina hule si asrubartamar hi Ciiib .i. Natlicoirpthe oca 
cranwaib Cruthen for a ath. • Maccu Buachalla oca carn-w. 

10 Marcc ina th^laigh. Melli i><a dind. Bodb i«a thur. B6- 
gaine iwG;elligh . . ., 

Tintai Cucul. aithe/TUch i Magli Mwrthemne. ba diliii 
laiss imdegail a mewnota feisiw (fol. 104 a 1) lar tiachtain 
iari<m geguin Croiwiche .i. focerda .XX. thi fer focheird de dos- 

15 netarraid oc gabáil dúnaidh doib ndeogbuire .7 .x. fénnidi. 
Tinwtai 'Medb antuaidh aitherruch ro an cóicthighis oc iwd- 
riudh in chúicc/rf .7 rofich cath fri Findmoir mnái Celt- 
chaiV mfííc Güthidir .7 dosmbtrt .L. ban iar toghail Diiin 
Sobu/ci furri hi o/ch Dail Riatai Nach airm tra i Cuib irro- 

20 sáidhi lledb echfleiscc is Bile 'Medba a ainm Cach ath 7 each 
ndingnui occo arfi'ii is Ath 7 Dindgnu Media a ainm . . ., 

Condreccat hull iar^m oc Focheird etir Ailill .7 M. 7 
ind fiallach timthacht in tarb. Acht gabuis a mbuachuill a 
tarb ndib C6»;iitimachtat«r thariss iwibcrin« nimci<mai«g la 

25 crowd for sciathu cowidmbertadar cossai na slabra triasin 
talwmm. Forg2LÍmen a ainm iw u/aiachalla Ata anw iarum 
cowid é ainm in chnuicc Forgaimew. Ni bi'ii imneth f^ruib 
tra isind aidchi sin acht atchotar fer do diiigbail Conch for 
ath iiadib nammá Guiter cairdi claidim iian?i for Choiwculamrf 

30 ol Aihll. Tiat Lugaid friss or each Teit Liigaid iarum dia 
accalla/wi. Cindus- atitssa innossa ocintsloy ol Cu. Mor in 
cutbiííd cowiachtais forru. or Lugaid .i. do mna 7 t'ingena 7 
leth do bo duit. 7 is trummiu leo (fol. 104 a 2) iwasin do 
biathflf/ SiQus a nguin. Dofuit fer cach lái laiss co cend .VII.- 

35 maine annsin. brist?r fir fer for Choincula/wrf an^isin. lait/r 
.XX. ind oenfecht dia saighid 7 nosgeguin sim uile. Aircc 
chucai a Fergus ol Ail/// condonraib cUéchlad maighni laiss. 
Tiaghuit iarwm co mbatar i Cronic. Is hedh dorochair lais 
ar gala/6 oi>ifir isin maighin sin. Da Roth da Luan da ban- 

40 teolaid. Dech údrúith. dech ndeógbairi dech FergMsai .VI. 



154 E. WINDISCH, 

Feálimthi .VI. Visidiraig. Robítha sin uile laissim ar galuib 
oínfir. ro láisit iarum a pupli i Cronic. roimraidhsit cid 
dogentais. Dofetwrsa or Meclb anws maith and. Tiagar dia 
saigliid cowdaraib cairdi claid?7> uadh frissin &[óg. 7 rombia 
5 leth na mhó fil sunda. berar in íis sin cliucai. Dagensa ám 
ar Cu. acht na millter uaibsi imbaruch. 



Conirac Concitlaind fri VmúsLbair iiiso. 

Immarchiiirter friss or Ailill Fiwnabair do thabatVt dó. 
7 a diíig-ba/Z dona slíiaglinib. Teit Mani Atliremail a áodmm. 

10 7 téit side CO Llgegh i tossuch. Cid diandat celisiu ol sé. 
Ninarlassair Lág. Aspert Mani fo thri an cruth sain frissen. 
Celi do Clioincl. or sé .7 Nachamfarraicli natnecma nadboíadh 
do chend dít. Is lonj^ an ter sa ol Mawi lá soud húadh 
(fol. 104 bl) Teit iarwm do acallmm Concwlaind. is amlaid 

15 robói Cnchnlaind iar mbeim a léued de .7 in snechtsi mór 
imbe ferchubut coticce a chris. 7 rowleg^ in snec/iía fri met 
a brotlia in miled/i Aspect Medb fris fo thri on nmd/i c/tetna 
cia diambud/í céili. Celi ConcJiohuir maic Nessa ol in laech 
ocMS nácliamfarraig. Dia förrghi ni bus sirim bithus do clienn 

20 dit amail tiscar do \nn. Ni reidh ol Mani acalkwi na dessi 
si Teit Mani húadib iarwm .7 atfét do Ailill ?icus do Meidb 
a sceZa. Tset Lugaid cliuci or siat .7 aranarlathar. Teid 
liugaid mrum .7 atfét do Choincl. indni sin. A poj;« hugaid 
or Cc. is brég sin. Is briathar righ assidruba?Vt 01 hngaid. 

25 ni bia brec de. Dentar aml«?VZ ol C. c. Luidh Lugaid liuad 
la soduin .7 atfét do Ailill 7 do Meidb ind atliescc sin. Tat 
in druth im rieht su ol Ailill. 7 minw righ tor a chinw 
."j fosissethar do chein Coinculamri arnachanachgne et teit ind 
ingen laiss .7 aranasci do hi .7 teccat ass ellam fon 

30 cruth sin et is dóigh imbe/tha ceilg fon cruth sain fair 
cona fostfa sib cei« co ti la liUltu don chath. Teit ian^wi 
an druth chucci 7 ba di chein arlastar Teit Cu dia saichtin. 
ecmaic athgeoin tor erlabra i»d fir combo druth. srethais 
liic thelma (fol. 104b 2) búi ina laim fair cöwseiscigg ina c^nn 

35 go tucc a inchind ass. Ticc andochum ina hingeni .7 b^waidh 
a da trilis di .7 sáidigh liic triana brat .7 triana lenid 
et ságid corthi tria medon in druad 7 ata audi chorthi 
annsin .i. corthe in áruith 7 cor//ie Findabmc/i. Facbws Cu. 



TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DEK HS. EGERTON 1782. 155 

éat fon cruth siu. Tiaga>- o AiliH 7 'Meidb. do iarmórac/íí 
a muintire ar ba fota leu rombata/*. co«acca sa iar«;» isin 
tui/midi siu. Atcloss iarum fon dunchairiu uili anui sin Et ni 
bái cairdi dúib lá Coincl. iar tain . . ., 



5 Comloi/ii Muiiremair 7 Conrái iiiso 

A mbata>- int kloig anw trad nowa cöuaccutar doc«ntha>- 
ind liá fo/Tu anair 7 a ceili afiiar dar a c^nd cowdrecat isind 
itr. Notliutitis etir dunadli Fergussi 7 dúnadh uAile/lo 7 
dunad nErand. Koboth ocö«d reib sin .7 ot'owd aba/rt on 

10 trath CO araile. Robatar na sluaigh i«a sessuiu .7 a sceith 
for a cennaib dia saerad for bairnib na clock co mbo Ian 
in magh dona lecaib. Is de ata Mag Clochair. Eccmaic 
immorro is é Cúrai mac Dairi dorighni insin dodechaid do 
chobair a muintire. Et bai i Codail ar cind Muwdremair 

15 'vnaic Ger/chind. ^) 

(fol. lU5al) Et Sisheir frissin slog, tengm/ghe n-imthechta. 
ba suba slighed dogened sum de thecht ar cend .Cc. Bui 
Cu. isind nail' sin oc imhert cliless .i. eter ubullcless et 
fóebarcles et fóencle^s et cless cletinech et tétcless et corp- 

20 cless et cless cait et ich n- erred et cor ndeletli et leim tar 
néib et üWind erred náir et gái bulga et bai braisi et roth- 
cless et ocharclcss et cless tor anála/6 et brwdud úgei;d et 
sian cioad et tatlibeim et beim co comm?(s et dreim fri 
foghííst ctíwdirgiud cretti tor a rind co fornádmaim niath, 

25 Robúi dano caur oc airbert gaise?V? hi túaiiiaim a í^ceith 
coricci tr?'án ind lái frisseom .7 ui coti tetarraidh beim na 
forgab fair la dechrarf iwa cless acws nicon fitiV seom in ter 
occond imforccab friss coneipert Fiachu mac Fir Febi fri 
•Cc. fomna in lach fodutbew. Danechai .Cc. sechai 7 sráite 

30 in n-ubulchk'ss tarraidh i«a laim coWuid ettr chobrad .7 
broiw in sceith coll»?V? triana ch^nn ind athigh siar combo 
marb . . ., 

Tintai Ferghits frissin slog mawipgaib far úglinni ol se 
anaidh sun« co baruch. Nip anw ol Aúill regmai diar sostaib 

35 afrithisi. Guiter dano Lath mac Da bró ar a chend amaii 
roiigeiss ca«;-. Dathuit aide d-dno cadessin. Doiwtath dsitio 



1) Hier ist em Blatt (= LU 71b 22— 72 b 42) ausgefallen. 



156 E. WINDISCH. 

Fergus beóss (fol. 105 a 2) do chor aiiglinni form. Ansat hi 
sin tra corruba caur mac Dalath .7 Lath mac Dabró .7 Foircc 
mac Tri iiAignecli et Srub Gaile mac Eobith. ar galaih ointer 
rogáíta huile . . ., 



5 Aided Fir Baith inso. 

Collaa (.1. eirg) dim a \iopa Laig isin dunadh co n-airlig- 
ther (.i. CO ro accille) hugaid mac Xoiss Imi Lommaircc áús 
cia dothát ar mo chenn imbaruch. iarfaigh colleir 7 a im- 
chomarcc let .7 rl. Foclien or IjUgaid. m sirsan do Choincl. 

10 i/m imiieth itá a oenur fri firu hEi-qmi. Ar coccéli diblinuib 

ami«, mallacht a g&imd fair issé téti ar a chend imbaruch 

Fer Bséth. Doberar Findabair do airi .7 rigi a cheneiiil. Xi 

'4hJUp>ojí) forfáilíí? mo poj)a Lag dia aithesc or .Cc. Atfét Lag do 

hull a athÍHSCC. Eocowgrad Fer Beeth i pupaill do AiMll .7 

15 do MeeV/ö. 7 asbe/r friss sudhi for láim Findabrac/i .7 a 
tabaeVt do. Ar ba he a togha ar chomruc fri Coincl. Ba 
he fer a dingbala leu ar ba c^<mma dorighensat dawo dib- 
linaib la Scatha/^. Doberar fin do iarw»i corbo mescc .7 
asberr friss ba cóem leósum allin« sin ní tobradh add eire 

20 .L. fen leo .7 ba ind ingen nogaibedh láim ar a chuit seom 
de. Ni haccobur lem ar Fer Bseth. comalta 7 ier bithchotaigh 
dam .Cc. Eaghutsa arabba ar a ch^n« imbaruch go topachtwr 
a chen« de. Bidh tu dogenadh or Meri/j. Aspei'r .Cc. fi'ia 
Lseg t^cht ar cenw IjWgdach do co (fol. 105 bl) tissad dia 

25 accálla/w. Dothát Lugaíd chuicci. Fer Bseth ané dothát 
ar mo chend sa imbaruch or .Cc. essem on em or LugaiVZ. 
Alcco dia sin or Cu. Xi con beo so i mbetha/rf de suidiu 
Da chomáis sin« da comsolamh da chutrwrnma go com/^airsem 
a lAigaid ceileaboir dam appair friss da«o ni firhéchdachtt^ 

30 do tuidecht ar mo chend sa. Appair friss taet ar mo cht^iud 
innocht dorn accallaim. Eáti Lugaid friss. In tan .... gab 
\zxnm Fer Baeth. Luid .... sin do athchor a cairrdsia {sic) . . . 
cl. .7 Fiacha mac Fir Febe laiss. Attaigh .Cc. friss a co- 
maltíís 7 a mummi diblinaib Scáthach .... ec^w tra ol Fer 

35 Bath dari«dg . . . doselba do chotach Aidiu ol .Cc. Luid Cu. 
fo lunui huadh for[n]essa sleigh chuili«d isin glind hi coiss 
.Cc. go tiiargab . . a glú« isa c^nd. Dasrenga ... Na teig 
a Fir Baith t'owa fr/thi fon uarsa. T . . . . ^ húait ar 



TÁm BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTOX 1782, 157 

Fer Baeth. Focheird .C.c. in sleig-li n-iar?/»^ a ndeg . . . Fir 
Baith cöwermadair ath a ,. ciü .. co náQothaid for a beólu 
sair CO ... . tar a aiss isiw nglend. Focherd .... or Fer 

Baeth. Is de ata Foclierd ') (fol. 105 b 2) asrubart is 

5 beódhu do foc/<erd indiu a Cu. or se. conid de ata Foc/<erd 
Murthemne. Atbail fo chetoir Fer Baeth isin glend. Is de 
ata'^) Glenn Fir Baith. 

« 
Concloth ui FergMS. 

A Fir Baith is bijeth do t^cM. isin maighiu itá do tert. 

10 rosiac/íí coU do combar an>i {no do co;»ra ran»), is crichid 
i cr^ chorand. 

Fithi ainmnigt/<f;- an ard co brath bid croenech hn- 
Murtemniu. úndíu bid Focherá a aium. in airm i torchair a 
Fir. A. 

15 Tarochair far ceili or F,er gus. eiprid iwniccfa in ier sin 

imbairech. icfa ecin or .Cc. Foidid^.C.c. aitherroch Lsg do 
fis seel áús cía cruth mbotha isin diinad .7 imba beó Fer 
Baeth Aspe/t liUgaid atbath Fer Batth 7 dothiét Cu. iar n- 
uair dom acallrti?«. Xech uáib imbaruch ar c^nw far ceile 

20 or hwgaid ni faigebt//ar sidhe et?> or Ailill acht ma doronaid 
ceill occa . . Nach ter dotheti chucaib tabr«?(Z fin do ci/rup 
niaith a mewmai 7 asberthar friss issed nama fil an» don 

fin tucad a Cr . . uib Rosaeth linni do b issin 

duwad .7 tabrait/zer Findabrt/r 7 chucut 

25 dia tue rtha duiw li . . . 



Der Druck gibt so genau als möglich die Schreibweise der 
Handschrift wieder, nur dafs bisweilen in der Handschrift zu- 
sammengeschriebene Wörter getrennt worden sind, vielleicht 
auch hier und da einmal ein abgekürzt geschriebenes 71 un- 
bezeichnet geblieben ist, schwerlich in einem wichtigeren Falle. 
Die Überschriften sind in der Handschrift nicht in gröfserer 
Schrift geschrieben. 

Professor Kuno Meyer hatte die Güte, meine Abschrift für 
den Druck zurechtzumachen, ich selbst habe den Druck nach 



') Eine Zeile unleserlich. 



158 E. WINDISCH, TAIN BÓ CÚAILNGE NACH DER HS. EGERTON 1782. 

meiner Abschrift korrigiert. Über das Egerton-MS. 1782 habe 
ich gehandelt in meiner Ausgabe der Tain nach dem Book of 
Leinster S. LXIV ff. Das Egerton-MS. 1782 stammt aus dem 
15. oder 16. Jahrhundert. Sein Text ist dieselbe ältere Version 
der Tain, die im Leabhar na hUidhri und im Yellow Book of 
Lecan enthalten ist. Nach diesen zwei Hss. ist sie von J. Strachan 
und J. O'Keeffe in der Zeitschrift Eriu (Supplement) veröffentlicht 
worden. Über das Verhältnis der drei Handschriften zueinander 
kann sich jetzt jeder selbst ein Urteil bilden. Ich bin nach wie 
vor der Ansicht, dafs die älteste der drei, also LU, nicht das 
Original der beiden anderen gewesen ist. Wohl aber müssen alle 
drei direkt oder indirekt auf denselben Archetypus zurückgehen. 
Wir dürfen hier, wie in anderen Fällen ähnlicher Art, nicht nur 
mit den bis auf unsere Tage erhaltenen Handschriften rechnen. 
Es sind in früheren Zeiten auch für diese Version der Tain noch 
andere Handschriften vorhanden gewesen. Möglich ist jedoch, 
dafs bei einer neuen Abschrift auch die eigene Sachkenntnis des 
Abschreibers oder seine Kenntnis der anderweitigen Überlieferung 
einen Einüufs gehabt haben. Bemerkenswert ist z. B. S. 149, 36 
das gute Wort dricciuc „ein Tröpfchen", vgl. driog bei Dinneen, 
für drisiiic LU 69 a 10, Lc. 28 b 10, vgl. meine Ausgabe der Tain, 
S. 247. 

Der Text von Eg. 1782 ist ein grofses Fragment, das mit 
dem Anfang beginnt und im Comrac Lárine abbricht, entsprechend 
LU56b bis 73 b, Lc. 17 a bis 31b (Faks.). Die letzte Seite ist 
nicht mehr gut lesbar, zwei Blätter sind verloren. 

Leipzig. E. Windisch. 



IRISH COMMENTARIES 
ON MARTIANUS CAPELLA. 



In the recent number of tlie Zeitschrift i) Mr. Robin Flower 
takes me to task for several statements made in the article I 
contributed a few 3'ears ago to the same periodical 2) dealing 
with Irish commentaries on Martianus Capella. 

In the following pages I propose to deal first with several 
of Mr. Flowers objections, and then to give the results of a 
more recent study of the British Museum MS. Reg. 15. A. XXXIII 
made partly by myself, and partly by my friend Mr. W. F. Wyatt 
of Harvard University, who with great kindness placed his palaeo- 
graphical skill at my disposition. 

In the first place Mr. Flower casts doubt upon the Irish 
origin of the anonymous commentary found on folios 25 — 30 of 
MS. Paris lat. 12 960, and accuses me of rashness for upholding 
such origin. But if I err, I at least do so in the company 
of two such scholars as Traube 3) and Max Manitius,^) whose 
writings Mr. Flower totally ignores. Both these scholars take 
the Irish origin of this commentary as beyond question. 



Bd. vni, p. 566. 

2) Bd. VII, 1910, pp. Í99— 50G. Mr. flower misquotes the reference to 
my paper. Some additional remarks on the study of Martianus Capella by 
mediaeval Irish scholars will be found in my paper in Hermathena XVI, 
1910, p. 71. 

^J Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 
18, 1893, pp. 103—104. 

*) Neues Archiv etc., 36, 1910, pp. 57—58, and Geschichte der lateinischen 
Literatur des Mittelalters, Teil I, 1911, pp. 502, 525. 



160 M. ESPOSITO, 

As to the second commentary in the Paris MS., i) Mr. Flower 
writes: 'The arguments of Haiiréau . . . seem to establish the 
claim of Johannes Scottus.' It is no longer a question of seeming. 
Had Mr. Flower studied the writings of Narducci,^) Traube, ^) 
Rand^) and Manitius,^^) he would have realised that the authorship 
of Johannes Scottus is now established with absolute certainty. 

Mr. Flower then proceeds to assert that knowledge of 
Greek cannot be regarded as a characteristic of Irish scholar- 
ship in the ninth century. Here again he appears to ignore 
the opinion of Traube. In one of the latter's posthumous works 
we read:'') (Die Iren) 'Sie sind im Mittelalter fast die einzigen, 
die eine Vorstellung vom Griechischen haben, und dieser griechische 
Einfluis liegt dem römischen voraus.' Will Mr. Flower quote 
any foreign ninth-century writers whose knowledge of Greek 
can be placed on the same level with that shown by Sedulius 
Scottus or by Johannes Scottus? 

Mr. Flower's remark that the commentary in MS. Reg. 15. 
A. XXXIII is apparently a copy of the still unpublished one 
which occurs under the name of Eemigius of Auxerre, is to a 
certain extent correct. There are, however, a number of serious 
variations which he does not appear to have noticed. 

I shall now pass on to give the results of the more recent 
study of the British Museum MS., made partly by myself and 
partly by Mr. W, F. Wyatt. It will be seen that on a number 
of points we can correct and supplement my previous publication, 

MS. Reg. 15. A. XXXIII. 

Fol. 3 is a leaf of a different MS. and has no connection 
with the commentary which fills the rest of the volume. 



1) Fol. 47 a — 1151). This appears to be the only extant copy of the 
commentary of Johaunes Scottus. The second MS. cited by Mauitius (loc. 
cit., p. 337), Leideusis Lat. 167, contains not the work of Johaunes, but that 
of Eemigius of Auxerre (cf. Narducci, BuUetiuo di Bibliografia etc., 15, 1882, 
pp. 551—552). 

'^) Bulletino di Bibliografia e di Storia delle Scienze Matematiche e 
Fisiche, t. 15, Eoma 1882, pp. 523-527. 

^) loc. cit. supra, p. 103. 

*) Johannes Scottus, München 1906, pp. 11, 81— 82. 

"") Keues Archiv, 36, pp. 59—60, and Geschichte etc., 1911, pp. 335 — 337. 

8) Vorlesungen und Abhandlungen, Bd. II, 1911, p. 40. Cf. also Zimmer, 
Kultur der Gegenwart, p. 9. 



IRISH COMMENTARIES ON MARTIANUS CAPELLA. 161 

Two hands may be disting-uished, (a) fol. 3 a and lines 1 — 5 
of fol. 3 b, a rather peculiar hand presenting a number of 
insular features and probably dating fi'om about the be- 
ginning of saec. X, and (b) the hand that wrote the medical 
prescription on fol. 3 b lines 6—14, at a somewhat later period 
in the same century. I give here a transcript i) of all that 
occurs on fol. 3. 

[fol. 3 a — 3 b lines 1—5]: Commentum DuncaH Pontificis 
Hiberniensis Quod Contulit Suis Discipulis In Monasteri[o] 
Sancti Remigii Docens Super Astrologia Capellt^ Yarronis 
Martiani.2) Naturalis mensis lune duobus diebus et \I horis 
et bisse perficitur; id est circuit unumquodque signum his 
tempoiibus. lunge igitur duos dies duodecies. Multiplica 
quoque duos dies duodecies. Et erunt XXIIII. Et VI horas 
multiplica duodecies. Et erunt tres dies. lunge igitur tres 
dies et XXIIII. Et erunt XXVII. Multiplica bysseni duo- 
decies. Fient octo hore. XX ^^ igitur et septem diebus et 
octo horis circuit luna circulum suum et est annus naturalis 
illius. Sed transcurrit sol pens totum signum in quo ascensa 
fuerat luna in illo tempore, id est in uiginti YII diebus et 
octo horis. Necesse est autem lune adire solem ut iterum 
accendatur ab eo, ut scilicet flant XX ^' nouem dies et XII 
hore, et hie est consuetudinarius ipsius lun^. Nam XXVIIII 
dies et XII hore sunt in unoquoque mense, id est ab incen- 
sione usque ad incensiouem. Si ergo iungas XII horas unius 
mensis et XII alterius, efficitur inde unus dies, et propter 
hoc efficitur luna tricesima alternis mensibus. Computa igi- 
tur XXVIIII sexies et XXX sexies et faciunt trecentos 
LIIII%3) id est communem^) annum, hie est annus lun^ 
secundum consuetudinem- non naturalis, sed secundum usum 
hominum. 

Octo partes sunt a polo septemtrionali usque ad cir- 
culum solstitialem in uno latere, et VIII partes ipso polo 



*) This transcript is the work of Mr. Wyatt. 

!*) This title is in large capitals at the top of the page. The notes 
on computation which follow are not connected with any specific passage in 
Martianus Capella. The eighth book of that author is not a 'Computus' as 
Mr. Flower seems to think. 

3) LXIinor cod. 

*) cummunem cod. 

Zeitschrift f. oelt. Philologie iX, H 



162 M. ESPOSITO. 

usque dura finiatur totus circulus septemtrionalis in oriston- 
tem.i) Sedecim igitur sunt partes. 

Maior est igitur solsticialis septemtrionali in tertia parte 
septemtrionalis. Quia continet totum ilium numerum et 
unam tertiam unius cuiuslibet sedenarii^) partis. Yel aliter: 
Habet solstitialis octo partes septemtrionalis in se et eins 
tertiam partem id est duas partes octonarii et duas tertias, 
Xon ideo dicit tardum ortum uelociorem ortum, uel tardum 
occasum uelociorem occasum ut fuisset hec causa longioris 
uel breuioris diei. Sed quando fit sol in illis quQ recte 
oriuntur et tardius oriuntur quam occidunt elougatur a nobis 
sol et oppositus est globus terrarum inter optutus^) nostros 
et ortum occasumque solis ut statim ortum eius non possi- 
mus videre. Sedecim si diuisei'o in tres partes, uel in quin- 
que et quinque et quinque, sedecima pars superest, quam si 
diuisero in IIP* tercias dabo unamquamque partem singulis 
prioribus partibus. Igitur in tercia parte sedenarii numeri 
superat solstitialis septemtriouem. 

[fol. 3 b lines 6 — 14]: Potio Contra Ficum. Celedonia 
Manip. I. Acero III. Acrimonia III. Betsana III. Pelosota 
Veruena I. Nepta I. Cerfolium I. Rutea I. Gamandreia I. 
Mentastro Albo I. Ungula Caballina I. Cressone Aquestro I. 
lancolata I. Quinquefolia I. Edera Terrestria I. De Rumice I. 
De Plantagine I. Grana luniperi Ampullam Maximam. Ex 
Pipere Grana C. ]\iel Bene Coctum Quantum Sufficit. Hanc 
Facias Potionem Ex Uno Sextario Yiui Et Bibat Per Villi 
Dies Unum Calicem Mane Et Alterum Mane Et Sauaberis.^) 

With regard to the MS. proper, i. e. fols. 4—239, it appears 
to have been written at Reims by two contemporary scribes at 
the end of the ninth or beginning of the tenth centurj'. At 
the bottom of fol. 4a is the scribal subscription: Liber Sancti 

1) i. e. horizontem. 

^) The word sedeiiarins, tlie lueuuiug of which is clear, does not figure 
in any Latin dictioiuiry. 

^) i. e. obtutus. 

*) Most of the words in the above receipt can be found in Ducange- 
Henschel, or in the glossary edited by Mowat (Alphita, A Medico-Botanical 
Glossary, Anecdota Oxouieusia, 1887). The following, however, I do not find: 
Betsana, Pelosota, Gamandreia, Aquestro, lancolata. 



IRISH COMMENTARIES ON MARTIAXUS CAPELLA. 163 

RemUjii Studio Gifardi. It seerus then probable that the scribe 
Gifardiis wrote Ms. 4a— 83 a. 106a-116b, and 117b — 239a. the 
second scribe being responsible for fols. 83 b — 106 a (few lines at 
the top), and fol. 117 a. 

In the fifteenth-centur}' catalogue of books belonging to 
the Benedictine Abbey, of S. Remigius at Reims, published by 
Gottlieb. 1) occurs the entry: Marcialis Capella in uno uohimine. 
Whether this volume is intended, or merely a copy of the text 
of Martianus. it is impossible to say. Our MS. was once the 
property of the antiquary John Theyer of Cowpers Hill, Glou- 
cester 2) (1597—1673). 

To come then to the commentary on Martianus which 
occupies fols. 4 — 239. 3) The greater portion of it is certainly 
identical with the one compiled by Remigius of Auxerre. Un- 
fortunately, as I remarked in my previous publication (p. 503 n.), 
none of these Martianus commentaries having as yet been fully 
printed, it is difficult to give a definite judgment as to their 
relations to one another. It may be well however to point out 
the following facts which have escaped Mr. Flower. 

The seventh book of the commentary of Remigius. that 
dealing with Arithmetic, has been printed in full by Enrico 
Narducci^) from a MS. at Rome. Many of the glosses are iden- 
tical with those in the British Museum MS. fols. 146 — 175, but 
on the other hand there are very serious differences. The long 
passage at the commencement of the British Museum commen- 
tary (fol. 4 a) printed on p. 502 of my previous paper does not 
appear to be in any way connected with the work of Remigius. 



») Über mittelalterliche Bibliotheken, 1890, p. 338. 

^) Narducci, Bulletino di Bibliografia etc., 1882, p. 555. 

') Some of the folios have been di.splaced. After fol. 124 should come 
in the following order, fols. 190, 191, 192, 189. Below the diagram on 
fol. 240 a is a riide drawing of a man's head with the inscription Cesar. 

*) BuUetino etc., 15, 1882, pp. 572—580. 

Dublin, September 1912. 

M. EsposiTO. 



11* 



GRIECHISCH KAi:21TEP02 „ZINN«. 



Das Märchen von der keltischen Herkunft des griechischen 
Wortes '/MúúhtQo^ spukt schon seit geraumer Zeit in der Sprach- 
wissenschaft herum, wo es eine Menge Unheil angerichtet hat. 
So stellt nicht nur W, Dinan an die Spitze seiner „Monumenta 
Historica Celtica" sämtliche Homerstellen, die dieses Wort ent- 
halten, sondern es wurde sogar von Pedersen in seine Grammatik 
(II 44) aufgenommen und dadurch gleichsam legitimiert. Dieser 
Irrtum ist vor allem deswegen so bedenklich, weil das erwähnte 
Märchen die einzige Stütze für die leider weitverbreitete Theorie 
darstellt, nach welcher die Kelten bereits um das Jahr 1000 v. Chr. 
die britischen Inseln besetzt hätten. Gegen eine so frühe Ein- 
wanderung der Kelten sprechen doch alle Erwägungen histori- 
scher, archäologischer und linguistischer Natur. Es mufs als 
ganz ausgeschlossen betrachtet werden, dafs die Kelten vor dem 
6. Jahrhundert v. Chr. nach England und Irland gekommen sein 
können, i) 

Was die Deutung des schon bei Homer vorkommenden 
Wortes yMOúÍTt()o^ betrifft, so mufs man doch vor allem auch 
das altindische Wort für Zinn Jcasilra herbeiziehen. Da die beiden 
Worte nicht voneinander abgeleitet werden können, ergibt sich 
mit Notvv'endigkeit, dafs wir in beiden Sprachen ein Lehnwort 
aus einer dritten Quelle vor uns haben. Georg Hüsing scheint 
mir nun zweifellos das Richtige getroffen zu haben, wenn er 
(Orientalische Literaturzeitung 1907, Kol. 25) vermutet, dafs dies 
Wort, das sich nur im Indischen und Griechischen findet, einer 
Sprache, die zwischen Indien und Hellas gesprochen wurde, ent- 
nommen sein wird. Er weist darauf hin, dafs die Ausgrabungen 



') cf. Verf. im „Annual Report of the Smithsonian Institution for 1910", 
p. 585, Anmerkung. 



J. POKOUNYj GRIECHISCH xaúúiTtQog „zinn". 165 

in Siisa ergeben haben, dais Elam das reichste Bronzeland des 
frühen Orients war und man hat ja auch schon seit langem das 
Entstehungsland der Bronze in Babylonien gesucht, wohin die 
ältesten Bronzefunde Vorderasiens weisen. 

Nun lautet der Name eines bekannten elamischen Volkes 
Kassi (auch Kossäer genannt) und eine Ableitung kassi-ti-ra heifst 
im Elamischen soviel wie „aus dem Land der Kassi stammend". 
Dieses elamische kassi-ti-ra wurde dann im Indischen zu kasttra, 
im Griechischen zu Tcaudr^Qoc — hier war es durch Anlehnung 
an das Komparativsuffix umgestaltet worden, i) 

Diese Entdeckung Hüsings ist seltsamerweise in den Kreisen 
der Keltologen bis heute unbeachtet geblieben. Sie stimmt nicht 
nur aufs trefflichste zu der grofsen Bedeutung, die man immer 
mehr den Völkern Elams für die Geschichte des alten Orients 
zuerkennt, sondern beseitigt auch eihe falsche Ansicht, die bisher 
hemmend auf die Erforschung der Urgeschichte Englands und 
Irlands gewirkt hatte. 



') Das gallische -cans- gehört zu altirisch cass „gelockt", altnordisch 
/miZd»- „Haar" usw. Vidu-casses heifst also: „Die Gelockteu aus dem Walde", 
Cassi - gnatos „Der Sohn des Gelockten" u. s. f. 

Wien. Julius Pokornt. 



MITTEILUNGEN 
AUS IRISCHEN HANDSCHRIFTEN. 



tlher die Dichtigkeit der Welt. 

Aii^ H. 3. 18, S. 563 (H') und H. 4. 22, S. 44 (fí»). 

1 Is trüagh in cess i mblaam, nl fess da hüair i mbäam, 
denara coleic ar figill, bes nach iuill atäam. 

2 Gudim Ci'Tst cid in lin-so,i) dligid cTosa mo dhrian-sa,2) 
na rlsam dubloc ndomain ar seirc don doman trüagli-sa.s) 

3 Leicem don maitli näd mera. gudim in Flaitli fri^) biladha, 
arna suthaine sira renam dutliaiiie trüaga. 

4 Cla het na rigli fri reba,^) a feba nitat büana, 
in fer doriglme'^) Irena dogena') condat trüaglia. 

5 Diitliaine betha brigae it urcliraide rocüala. 

acht nech friscungnae ar Fladha m ciana condat ^) trüagha. 

6 Mairg raghas risin däil-si-') indiu don bith ban büan-sa, 
numa foichlicher caladh^^') bid olc in tadaJlii) trüag-sa. 

7 Rosäifaidh huilei-) a sTdhsa, roscäith slaidhe na tüathsa, 
tre cintai3) Gäidel ngnimhach tucad in dlgal trüag-sa'^). 

8 Isu, bid he mo din-sa. dligid císsa mo düan-sa, 

bidh a moladh cia ghén-sao. cla bam treiin-sau ban truag-sa^^). 

1st. 



1) liunso H'. ') isa minabbuausa H"^. 

*) in doniuin tniaigsi H^. *) fria i/*. 

*) cia hcth righu fria reabra H^. «) dosrigue !£'. 

") dosg-ena H^. ^) combad HK '■>) dalsa HK 

1») foilighthear calami HK ") tagall MSS. 

^^) rosai uili HK '^) chintagba cenel i/'. '*) tniaoccbsao H\ 

'^) truaoccbsa HK 



MITTEILUNGEN AUS IlilSCHKN HANDSCHRIFTEN. 167 

Alt irische Relnisprilclie, 

Ib. S. 643, marg. sup. 

Da mbeitli deceit i) tarainne is [s]md ar cas-) do tegiiluigli, 
do bo meaudata3) againne blieth ar do lorg^) ag leamliuin. 

Ib. S. 564, marg. inf. 

Dreisfid-^) in bith, bia for lassad, loiscfithir liicht angb«i(í6) 

[and, 
nl sámh a n-üaill nach a n-a\\udh, dusficfa mannair") cid*) mall. 

Ib. S. 538, marg. inf. 

Noiti gaicles, glice scrüdus, eiris Icis, idlie tibis, 
fatligelg biegus. 

Ib. s. 41. 
Ainmne fri cech ndaidbre ndaith, nT m^side saidbre neich, 
ainmne fri cech ndaidbre n-uir. nT bT ar siül ni doreith. 

Domun dian. cia betlier fair nl ba cian, 

is böeth do neoch renus fir ar ascnam i tlr na plan. 

Cid ile lat-sa^) na haiglüd, ma doguethea a cliöir, 
fo geis ind Righ lasblä ni criä biäd döib. 

Aas B IV 2, fo. 151a. 

Tolcc do tolccaib simenn, gair penn do dromaib duillenn, 
lind serb a belaib debbend. niid medb do dromaib ciiilend. 
Tancator snnda nile indiii do guidhi garba. 
Mael mil, Mal carta tige, cert-Maol, Maol fulaing arbu. 
Duibitliir "') dath a berrtha bniiiide brain, brollach n-aidlichi, 
edgadli liiin liiaitlie ngaimche, caera tiuclii füan fuinc[h]e. 

Ib. 
Flaun gac[h] äir, gac[li] n-arad n-úarteid. flann gacli 

[luat[h]ced, flann gach lerg, 
flann gach ri limmiidh go rogail, flann gac[h] ndorair, 
[flann gach nderg. 



1) .i. degbrat vo degetach. ^) .i. ar cüairt. 

') .i. do bo meanach. *) .i. ar do miiäi. '") .i. brisfirf. 

") .i. pect/iac/t. ') .i. milliud. ^) cit MS. 

8) leg. lat. '°j duibigter MS. 



168 KUNO MEYEK, 



Fursa Craiptech profet€iuit. 

Ans üarleian 5280, fo. 41b, YBL, S.410b 
und Add. 30, 512, fo. 19 a 1. 

Maircc taircebai ind-aimsir i) a mbla saerbratli ein chaemgnlmlia, 
craes ein timmarcain, gairi-) ein ainmnit. trätha ein elielibrad, 
5 etrad ein timdibi, länamhnus ^') cuiliueli, dlall fri eoibdilcha,*) 
tatliain^) ein ernaig-lit[li]i, laxa ein lubair, lesei ein erlathadli,^) 
culi CO cesaelit, immedh ein altugud'), eoite ein lidnacul, 
timdibe n-almsan, indarpai n-oeglied, dorair^) do lobmift, 
fognani do t[ii]renaib, caillti ein eslabrai. fortlnamnae ein 

10 fosta,-') cridi ndilr cen todhiüiri, Imaill ein begdhataid,iö) 
dlumus ein umaldöid, eomaiglit[h]esii) ettrocur, lethard con- 
dart[h]a, dlubairt coibnesamh. snadmandai een suidiugud, 12) 
fladhain cen cumni, traethad ein glallad, eroelia een cim- 
bet[li]ae, carcrse cen bidbadha. flaithius a n-ilgablaib, rechtgi -/ 

15 een dlntliagud, üatliad ndaglidaine, (fo. 42 a) elanna gendtlidhi, 
eelle eo eotriuh, aire[h]innig anetlaide, sopul fodliardae[li] fo- \ ■ 
gail exomoil, eecniich coipniusam, mac fri hathair, ingion fri 
mäthair, sösar fri sennser, desciupul fri maigistir, miscais 
fogiuma, dermad foircetail, dlmhigin for eccnoi, cost ad for 

20 nuisip. clerc[h]iochd ein ceunsai, eräbutth gen diiiitti, lerie 
ein deserc,'3) lattrainn c[h]osnomaig, cosnoni ecailse, toidechti^) 
fri soiscelai, dTmiecin an C[li]oimhdiodh, nemeadli ein im- 
foehaid''^), ár for anmonnaip anglanai i'')? foirciottal nAncrlst, 
costad ami') dioabal, fognom do pecthi«öi^) a ndeod i-') an 

25 beat[li]a.-*') Dublaithe a ndeouid-^) an domain. Maircc tair- 
ceba22). 



^) Fursu profetauit .h. Mairg thairgeba airisue locc tiri Goidil fri deoig 
in domhuin .i. &c. A. -) geire A. 

^) la»íambuits H, lananiíts L. 

'') for coibdelcho LA. 

■') tatboiu L. '■■) aurlataidb LA. ') attliigud LA. 

«) dorar LA. ^) forluaiuaiu A, fostfe L. 

1") begdhataig H. '•) comaithges L. • 

'■^) snadmann cen saigid A. ") deisseircc L. 

") toigiuct H. ^■') oni. L. "^) anglanua L. 

•') ira L. "*) pbeccdaib L. >^)i udeoigh L. 

•-») betbad L. '^') i ndiaid LA. 

^') Conadb baili Fursa Crabdigb couici sin. Fiuit L. 



MITTEILUNGEN AUS IRISCHEN HANDSCHRIFTEN. 169 



Beg mac J)é') pi'ofetaiíit-). 

Aus Harleian 5280, fo. 41 b, YBL, S. 410 a mid Add. 30, 512, fol. 19 a 2. 
Vgl. LB 260 a 52 ff. 

Is mairg thairgeubhai a hairisne a lue tiri na 
5 iiGaidheP). 

In mac iidTaid a athar a nArd Maucliai, 

flaitli möetli meth a nhí Colaiinm Cliille, 

cumscugud Bendchair. 

[derthach for ilatliaib A] 
10 Deulbna a Clüain mec Nóis, 

ár noimwe Sinna fri hechtranda ^), 

seclitmisid Usnig ">) no ^) Clüanai Fertai Bienaind, 

fodercad döini a mBirra, 

cocad etir ecailsib, ') 
15 flait[h] Laigen cen cath, 

oenguinid Cilli Darae, 

cosciad riaglai Lismöir [Moclnida A] hi ilaith Öedäin Deirg, 

da mhur am C[lijoicaig a flaith Subne Uhic, 

innred nÄirni fo dii, 
20 ^fuma ein cosnumaidh no ein comairlig, 

Cai.siul een rig ier ndligidh, 

daurtliach for ilathaib, 

ilaithi elaena eosmaili, 

hilar mbrit[h]emhan cen fir, 
25 dith flaithi ria ndöeriinib, 

dlt[h] n-eculsa, 

muiredaeh ceeha mennata''), 

flaith fer ndubgäi. 

bräthirse n-äilgen di imt[h]echt, ») 



') dedÄ MS., dh später hinzugefügt. 

-) Baili Bic meic De inso sis L. 

3) tairgeba airisne loc th-e nGoedel o hunn in uoun L, tairgeba aimsir 
derigh domuin i mbiad an man indiaid iud athar «&c. A. 

*) ar 7 immi sinna fo rl (?) L, anriadad sinda fo di A. 

') .1. Oengus ua Floinn (später) LA. 

^) Usnig no om. LA. '•) iugreim n-eccailse A. 

^) .1. tigerna for cech feronn .i. ni tibri nech tigernus diaraili. muire- 
daeh caich a meunutad A. Vgl. Hibernica Minora S. 66, Z. 4. 

^) braithirsi olca eter tuathaib A. 



170 KUNO MEYEii, 

ar bid olca itir iltuatha. 



saeibrechta oc rigaib, ') 

crab aid clsena o[c] clerchib, 

galra [imda Ä] inganta, 
5 lanna^) mora 7 cräbaid begai hi suidib, 

eclM5S for cecb n-imoiris)^ 

miiileiid for cech sruth, 

hitli hi tamnachaib, 

blicht a ngamnachaib, 
10 säith fir oc mac, 

saith con 4) oc cat, 

blicht cöeruch oc gabar, 

blicht gabair i mboin^), 

iudesaie) lana 7 cuiledai fasa, 
15 cöraid ") amoig, 

miiidig*) a tigh, 

druinech cechla bean«), 

crecoir^o) cechla fer, 

bid caithi') each, 
20 bid feochair brlathrach amnus anumal each, 

ni ba gseth neuch im leus a anmai, 

bid belgach ^2) oibella, 

flaith ainndlardha. 

Cid dogeni fri each Crisd isan aimsir sin? 
25 hait[hjbe do t[h]oirthib, 

nert do gOethaib, 

füasnad do t[h]onnaib mara, 

crit[h] forsna dííilib, 

fubhaiis) for rendaib, 
30 grlan a ndorchaib, i^) 

esci [do solid A] a fuil, 

[ilar saitha A] 

tochuired ndemna, 



. cen dilgud A. ^) .i. ithlauua. 

^) Vgl. is cell for dib u-imairib, Hib. Min. 66, 10. *) chou L. 

5) ice boiu L. «) .i. büalti H, iudessa LA. 

'') .i. daghdäine H. «) .i. drocbdaine no an t-óes deröil H, 

•') bein H. »") .i. cenudaigi H, crechoir A. 

") .i. bid ettarbacb H, bid engach oebela each A. ' -) .i. bi-Uoach. 
*^) .i. dorchadus. ") griau do soud i ndoirche A. 



MITTEILÜXGEN AUS IRISCHEN HANDSCHKIFTEN. 171 

indarba aiiigel, 

aurslocud ifii-n, 

Tadad flatha nimhe, 

imbed mac mbäis, 

üaiti mac mbethadh, i) 

[bid tercc siiba Ä, bid imda mairg] 

Mairg tairgebha airisne loc tiri na nGaidel fri diad 
mbethadh. 



Das Wergeid des Klerus und der Laien, 

Von Muirgius ó Duib-drí-boirnm. — J. its der- Stowe Handschrift C 1 2, S. á a. 

1 Einecland na tri secht ngräd^) indisfeat däib co himlän, 
itir filid is ciiraid ceist ocus tüat[h] ocus eaclais. 

2 Eneacland in easpoic öig bö ar fichit sin acedöir, 
aderim can breic co docht, is oclit mbä dec don sagort. 

3 Cuic bä dec don deachain des 'na enecla/nw, ni ances 
rosoitli can breig iia eochair da bä dec don subdeochain. 

4 Ocht mbä do reir cirt cörach eneclann in leitliöracli, 

f orblad trom dine ca.n ce[ijst. se baa dire in asdarceist. 

5 Tri bä don dorsid nach uaill le n-äiream in gacli deag- 
is e is räd fire fesa dlre na [n]gräd ecalsa. [dnain, 

6 Ceithri bä is ceithri fichit do rl[g] Eireann innisfit, 
da roib cacA dine dealbda fa rlghe gan reachtabra ■*). 

7 Tri bä 7 tri fichit bö 'na eneclainn in each lö, 

ris daraib reachtabra^) tra d'naim, d'innis nö d'orlena. 

8 Da bä is da fichit cu Itiath [i]na eneclainn righ tüath, 
se bä fichit füaicht[h]i eneclann ri[g] mörthiiaithe. 

9 Bö ar fichit do ri[g] tnaithe comideach is lörlüaithe, 
audair ni däilid lind urdail don aire [fjorgill. 

10 Da bá dec don airig aird, fer gusa n-aitidhid baird, 
c-dch gaimh ba ni doilig de nöi mbä don aire tfiise. 

11 Se bä denn aire dese mar adeir each dagbesgne, 
se oile CO feta föill donn aire echta a cedöir. 

12 Is lat sin na gräd flatha 'ga n[d]entar na ardchrecha ^), 
dream tobges eis, is büan blad, ado«) Iseal co ü[a]sal. 



1) hile meicc vais haaithi meic bethad A. -) grada MS. 

^) rasadhbhra MS. *) rasabra MS. ■') arda cieacha MS. 

«) = óthá. 



172 KÜNO METER, 

14 In t-oHara ültd nach fann, bö ar fichit a eneclann, 
rosoicli re deagailt do c[h]rud deich mbä is samaisg 

[d'äuvnt[h]. 

15 Se bä do c[h]ll, nach anait, a ceathair don c[h]äemc[h]anaid, 
can gäi mar canad do clos ocus tri bä don degdoss. 

16 Da bä do mac[fjui'migh mlu, minie bis ö t[li]lr do t[h]lr, 
nl fagh[b]aim dom c[h]araid cain acht samaisdi don [fjoeh- 

[logain. 

17 Is lad sin na gräd i) filed mar adeir each deagdliged, 
dream on feid fromeclh focail ö ollomain co fochlogain. 

18 Flaitheam ugdar co n-äne, a ollam Muman minailli, 
do meataib ar lör a rann [is] ro mör a eneclann. 

19 Ö Du[i]b da Boireann co mblaid Muirghms do legh 'na 

[lesibraib 
do cum do reir däine is rann ainrie san eneclann. E. 



Colum alle cecinit. 

Aus Laud 613, S. 7. 

1 Fersaighecht an temp?«7 tall go min is go mall gan Inas, 
innis-[s]in sin is na ceil, is inmhain sin ar nimh thúas. 

2 Mairbh an domuin go nguth ngnäth 2) ó sin amach go bráth 

[mbüan, 
fersaighecht li'iath is leö is locht, dobefr sin sprocht ar 

[an s[íían]. 

3 Ge lüath giith gadhair gloin gle og tafann fiadha ar bith cé, 
is liíaithe an wrnaigthe sund ag tabairt anma a hif[furn]. 

4 Gerb imdha eighemh isan cath isin mhaidin ar Muigh Eatli, 
lia eighemh a n-ifern fá näi ga argain don urnaicht[h]i. 

5 Sirghabfii'V na salm 'masecli ociis blaide na cleirech, 

re demhan is mór a Math ge mall gabar Tat go lüath. 

6 Itaid ráidh te;c dona cléirchib is cáidh, 

Rmaü mnilend bis 'na rith nl dhenann don ith acht cáith. 

7 An tenga ag gabáil na salm in t-aignedh 'sa t-olc agarbh, 
is hl an chaindel gan tumadh nach gabhann re fursunnad. 

8 Mairg fer ngräidh da nach tabair in da läimh, 

in lämh timsaighess an crodh. 's a lämh eile ga scäiledh. 

9 Mairg fer ngräid risnach ceisd an deoch ibhess don linn mheisg, 
in deoch sin ge milis leis, is hl desga<i//< an dimais. 



1) grada MS. ») nghnath MS. 



MITTEILUNGEN AUS IRISCHEN HANDSCHRIFTEN. 173 

10 Mairg fer ngräidh cuires fa choim in laimli da liuann a 

[bhroind, 
di muna bTatha bochta hidh pian do, hidh bithgorta. 

11 Bidh olc blas a n-Eire simn antan raghiis don aifri[u]nii, 
an sagart santacli selbacli celgach fergach mürmenmnacli. 

12 Da mbla ag fiirsannadli caiudel 's ag Itlagli leighind co 

[hangbuidh, 
ga miichadli gu coimsi cain ag büain tsoillsi dou anmain. 

13 Maircc dána bes bithagra, maircc nach riaraigh a llatlia, 
nl maith borb ré cairechadh. heriah sleamnin a fiacha. 

14 Eirgidh in flachach fätliach go gnäthacli is go gletheacb, 
da sire tir n-ard nErenn nocha n-eirghinn in t-etheacli. 

15 Is me Colura Cille ö Neill, duthrigim cobaii' d'Eirinn, 
gach olc tliiucfas rena slüagli ') noclia lim-sa nach lan- 

[trriagh.2) 

16 Me Colum Cille na clog 's am aontadhach re heaspoc, 

ni gnäth dam suidhe re slüagh. i) nogo rab duine rot[h]- 

[rüagh. 

17 Me Colum Cille gu becht mac Feidlimidh na naoimhfert, 
nlr lag re sechtmuin am corp ni nosasadh bocht aoinfecht. 

18 Nem abus ochs nem tall in Coimdi cia da tabrann, 
as é as nemdaidh uile da nem d'faghbäil d'enduine. 

19 Madh^) he in doman tliall chara, bi a péin abus gein mara, 
madh^) abus let as gaire dochum nime ni ragha-»), 

20 Gach sen, gach sagart salmach, is de bus tarbach a tress, 
acht manbad toiscce áoghehadh anadh do léghadh na 

[bfers. F. 

21 Me Colum Cille gan feall, romc[h]ar Rl na rend gan chess, 
gairit lem gacha dardaoin beth ag mo Righ ac rim ferss. F. 

22 Cethri ar iichit co fir ar belaib mo Eigh rofeas, 

bindi learn ceol áoiuflr dibh iná a fuil in bar tIr ag rim 

[fers. F. 

23 A Baithln mhúir bágliaigh bháin, aithin dáibh dénad a les, 
mar doniad cuirp do niamhadh dénad don Eigh riaghladh 

[fers. F. 

24 Do chabrus Flnnachta flal do bi thlar a lén rofess, 
d'fágiís he a Temraig na righ, maith mo ghnimh ac rim 

[na fers. F. 

>) slúadh MS. ^) lantrúadh 3IS. 

') magh 3IS. *) radha MS. 



174 KÜNO MEYER, 

25 Do cliabrus Cairbre gan scis on Ion o[h]ráes do bí 'na c[li]nes, 
ön 16 dofuariis a íis doföires lé criss mo les, 

iss edh fodera sin go fiadhnacli, m'feabus don Rigli ag 

[rlagladh fers. Fersoidhecht. 

26 Geinfidh Adhamnán 'na cill, hid cléirecli glan grind rofes, 
saorfaid bancliuire tear Fail ac rér a mhätliar 's gá les, 
is blaidh ga liimchur gan dlamair re secht mbliadnuib, 

[mar do feas, 
nogu toir ön Eigli 'na dliail na mná do saoradli gan ces, 
blaidh sé 'na abaidli co fir a ní ag rimh 's ag riaghladli 

[fers. Fersoidhecht. 

27 Nindidh Laimhedón (sic) dar leam ag réir Brighde gan 

[feall tres, 
is é doni a comna a nDún, maith a run ag rlaghladh 

[fers. F. 

28 Cainnech is Comgall, dlas flal, soir siar 'gam riar mur rofes, 
a guide an Ardrigh go ciamair ga planud ag riaglad 

. [fers. F. 

29 Clawwa dire a n-agaid Padraig läidir in duine re tres, 
domarb Padraig clanna, dire, fuair on Eigh ag rlagladh 

[fers. F. 

30 Xí fregera talam tüar tiugfa üair hid truag in treas, 
m'aignerf-sa go becht ga thiir, hid terc crann tir 7 meas, 
nocha bia saltair ga legadh a carcair no ag riaglad fers. F. 

31 Each« a mblicht Sna buaib, nocha blaidh ith thiiaidh 

[nä thes. 
nl gebtar sailm a ndamllag, acht sgairb is breg ar son 

[fers. F. 

32 Gan sechtbairgen reill re cobair, gan foghail doib fein rofes, 
äenta soisgela go fir recha üathaib gan gnim fers, 
nocha bia cadhus farirl a n-arus na naomh do fes. F. 

33 Sáiréochuid Goill 7 Gaoidliil, ni bia gnlm éinfir ré leas, 
teithfidh gach cuire fon coill gan fuireach a cill re tress, 
nocho bia eaccnaidh mo núar a n-ecclais ace Itiagh na 

[fers. F. 

34 Budh troma easboc ar cill na gach ri re lind rofeass, 
tiuctaidh na ndail saoth is imnedli, traethfuidh lascc [in]- 

[bher is ess, 
ni airémhad naomh na feathal, hudh saebh a treathan 

[re tres, 



MITTEILUNGEN AUS IRISCHEN HANDSCHRIFTEN. 175 

ni cretfid Athair na ndül acc tocliailt mln'ir 7 less, 
trüagh lium a mbladlimaud budhchein a u-anmanda a pein 

[rofeas5, 
budh beacc a foghnamli don Eigh, budh terc don dine acc 

[rimh fers. Fearsoideclit.i) 

Der Tod der sieben Maine. 

Aus Egerton 1782, fol. 44 a 1. 

1 Eol dam aided, erc[th]a gnira. na seclit Maine mör re rim, 
gacli bail hi roort tre gail dann in läeich a Laig-liinmaig-h. 2) 

2 Maine Murgar múrdais ruin tue Fe[i]rbb inghi Gerga giiir, ^) 
ma^rhais Conchobur gan cliess a nGlend Gerg don chaladli- 

[ces. •*) 

3 Maine Mö-epert, maitli fer, get ar Claenglais hi Maigh Bregh, 
docher la Conall tall tra a ndlghail Con na cerda. 

4 Maine Annai Tath rogaib géd la Cethern mac Fintain, 
rofess ba criiaidh a fabra nogo fííair tress a tibga. 

5 Maith ro chnmdaigeiZ a lath. Maine Tai, robud tor scíath, 
rog^d Fergna ann in ri ar brú Inbir Chlchmuini. ^) 

6 Gaet Maine Mingor lar tain for tänaid^) rüaidh Ragliam«/??,") 
rog^t Ragamain in rl i nÄth Cllath a Medhraigi. 

7 Furbaidhe Fermenn co mblaidh ociis Maine Mathremail, 
a mbäs Medbo a mbrnguib Cuilt in da dmraid do chomthuit. 

8 Maine Aithremuil amra re druine a dhelba, 

g^t Sanb na sciathe don sceol, ba cossnam lath is aineoil. 

Eol.^) 

Verschiedenes aus Harleian 0280, fol. 57 b. 

Sencha mac Ailc/ía, is e ba brethim 7 ba senchaid oc 
\i\iaih 7 iss e ruc an mbret[li] iter na curadaib immon curad- 



*) Hier steht unttn auf S. 9 die folgende Schreibernotiz : A íosa, is mör 
an donus düiu a lághad atä don tsaoghai aguinn 7 meid ar saiuute cbuige 7 
fös UÍ fuil a ííos aguinn nach é ar les hüh folura ar egla au diomuis. 

*) i. e. Ailill mac Rossa Rüaid {oder mac Máta). 

3) Siehe Tochmarc Feirbe, Z. 12S. 

*) Ib. Z. 423. ^) chichmuine no i MS. 

«) tanuigh MS. ■>) Siehe Ir. T. II ^ S. 230. 

«) Hier folgt die Schreibernotiz: IS mör osnacZach na geithi risin laiun 
iarna deracb. 



rj^. 



176 KUNO MEYER, 

mir .i. an ciiraiimlr di C[h]onall 7 do Lsegaiii 7 iiia c[h]öem- 
dhacht Ul«íí do C[h]oincula/?2(i .i. cind muc 7 cöerach 7 vlyus- 
glada 7 cumchnämlia, co rus tidnaic Cüc[h]ulamci d'ollamnoib 
filetia 7 senchadai (sic) 7 scelaigeclita 7 do Senchaid atos, 
5 corrolensad ö soin cusaniu. 7 rl. 

Slabra 7 coibci 7 toclira 7 tindscrai, caidi a ndethfir? ut 
est: Macslabra do bocbetliraib 7 ecbsrlanaib. Coibc[h]i di 
etacb 7 gaiscedaib. Tochrai do c[h]3eirib 7 mucaib. Tinnscrai 
do or 7 airget 7 umha. Tinuscra .i. tinne 7 escrae .i. tiudi 
10 a fuilid tri uingi 7 escra is flu sé unga. Et is de sin ata 
cetc[h]oibc[h]i cech ingine dia hathair. Finis. 

Adharc .i. adharg .i. lestur bis for anaigh^) quam (sic)-) 
fit arg .i. lestar. 

Lorcc .i. cuigél. 
15 Fiamain mac Forai .i. Fiamhain mac Buidb Deirg meic 

an Daghda a sid ter Femhin. 

Verschiedenes aus Egerton 1782. 

fol. 40b 2. 
Neidhi mac Onchon meio, Finnlogba meic Yumtir, is be 

20 in Cüchulaind Conmaicne. DobT do cblannaib Conmeic meic 
Fergusa 7 is be tue catb Arddo Ratbain ind-Úib Fiacbracb 
Aidhni CO tinöl na Conmacne uimmi. 7 is ann romarbad 
Eidin[n] mac Clenghs) 7 sochaidi maille friss. 

Eolus mac BipecAi .i. Coumac a ainm. Dusrala catb for 

25 Connacbt condorc/^aiV mör do Cbonnacbt ann. Is be ba cenn 
Conmacni in tan sin .i. Conmac mac BibecA^ 7 Eolus a ainm 
bsoin aniias. 0cm5 is be dorad eolus fair .i. Citbrüad mac 
Fir CoicdX, dräi na Conmacne, ar a eolc[h]airecbt a catb 7 a 
filidecht. Is úadh ainrnnigt/ter Eúlus. 

30 Golias .i. in iomoir, ter comraic deich 7 da fichet 7 da 

cet. La DauTtli dotuit Golias d'urc/mr tabaill*) iarum, conid 
airi sin romarb DauUh deich y da fichet j da cet d'aänurc/mr. 

fol. dial. 
Treo ingin Taidg meic Céin ben Lugnu meic Öengusa 
35 meic FiachacA Suidbe, unde dicitur Lugna Fer Tri .i. Fer 

1) Wohl verschrieben für agaid. ^) leg. quod oder quia. 

^) Dessen Tochter an Brian mac Cennétig verheiratet war. Siehe 
Rawl. B. 502, 152 b 47. *) dub- MS. 



MITTEILUNGEN AUS IRISCHEN HANDSCHRIFTEN. 177 

Trea. Xöi meic batar ac Lugliua. a sé i) díb re Trea .i. Cett, 
Congus, Ciude, Daigri, Luclita. Corb. A thn re hEdain itigin 
Uilc Aithe .i. mäthair Cormeic hui Chiiind .i. Öengus ocus 
Lugaid ocus Niad. Rouatar tri mnä ac Luglina .i. Trea ocms 
5 Coinde C[h]ichech ocus Etan. 

fol. 44 a. 

Tri tiiatha fuilet i nliErinn nach do Göidelaib .i. Garb- 
raige 7 Hú[l] T[h]airsig 7 Galeöin, acht d'iarsma Fer 
mBolg dóib. 



») sé é MS. 

Charlottenburg. Kuno Meyer. 



Zeitschrift f. celt. Philologie IX. J^2 



ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 



J. Morris Jones, The Life of Saint David and other tracts in 
Medieval Welsh from the Book of the Anchorite of Llan- 
ddewivrevi A. D. 1346. Oxford 1912. 92 pp. 8 o. 3 sh. 6 d. 

Dieser Wiederabdruck von 13 mittelkymrischen Texten aus der 
grofsen Oxforder Ausgabe wird Vielen willkommen sein. Man bedauert 
nur. dafs nicht etwas mehr zur Erklärung und Verbesserung des Textes 
getan ist. So ist doch z. B. auf S. 8 Z. 8 athradiodeuy in athiadiodeuy 
zu ändern, wie übrigens auch wohl in der Handschrift stehen wird. 
Jones in seiner grofsen Ausgabe S. 273 bemüht sich vergebens , das tra 
zu rechtfertigen. 

Donald Mackinnon, A descriptive Catalogue of Gaelic Manu- 
scripts in the Advocates' Library Edinburgh and elsewhere 
in Scotland. Edinburgh 1912. 8«. XII + 348 S. 

Dafs die Veröffentlichung eines Katalogs dieser berühmten 
Sammlung gälischer Handschriften erst so lange nach ihrer Be- 
gründung und nur durch die Freigebigkeit des Marquess of Bute 
ermöglicht worden ist, zeigt wieder einmal, wie gering das Interesse 
ist, welches in Schottland in wissenschaftlichen wie in weitereu Kreisen 
den keltischen Studien und den nationalen Denkmälern der Vorzeit 
entgegengebracht wird. Bekanntlich ist erst vor kurzem der von Lord 
Roseberj' angeregte Plan einer Xationalbibliothek ins Wasser gefallen, 
und Schritte, die ich selbst unternommen hatte, die älteste schottische 
Handschrift, den im S.Jahrhundert auf lona geschriebenen Reichenauer 
Kodex der Vita Columbani für das Heimatland Aviederzugewinnen, sind 
nicht durch Mangel an Entgegenkommen der Schweizer Behörden, 
sondern durch die Gleichgültigkeit schottischer Kreise gescheitert. Um 
so mehr ist es zu begrüfsen, dafs die Aufgabe der Bearbeitung dieses 
Katalogs einem langjährigen, vertrauten Kenner der Sammlung über- 
geben worden ist. Wenn man den Band mit einer gewissen Ent- 
täuschung aus den Händen legt, so trifft den fleifsigen Herausgeber 
keine Schuld. Man hoffte, dafs eine ausführliche Beschreibung der Hand- 
schriften noch unbekannte Schätze der älteren Literatur zutage fördern 



ERSCHIENEXE SCHRIFTEN. 179 

würde, was min leider nicht der Fall ist. Die Sammlung, so wertvoll 
sie in mancher Beziehung ist, enthält ja nur Handschriften ans 
späterer Zeit; keine geht über das 15. Jh. hinauf. Es sind alles in 
allem nur spärliche Überreste der irisch -schottischen Literatur. Mit 
Ausnahme des Buches des Dean of Lismore findet sich kein einziger 
gröfserer Sammelband. Dabei fällt es besonders auf, wie schwach die 
sogen, ossianische Literatur vertreten ist, derentwegen doch die Sammlung 
angelegt worden war. Es bestätigt das eine Lieblingsidee von mir, 
dafs in Sage und Lied in der Eegel nur das aufgezeichnet wird, was 
schon im Entschwinden begriffen ist. Wo ein Sagenkreis noch so 
lebendig ist, dafs jeder Erzähler, vielleicht jede alte Frau, daraus 
singen und sagen kann, da liegt kein Grund vor, ihn niederzuschreiben. 
So ist auch in Irland die Finnsage erst spät zur Aufzeichnung gelängt 
und ex silentio darf hier kein Argument gezogen werden. 

Mackinnon hat sich augenscheinlich O'Gradys Katalog der irischen 
Handschiifteu des Britischen Museums zum Vorbild genommen, indem 
er den Inhalt unter Rubriken wie 'Medicine, Poetiy' usw. verteilt. 
Dadurch ist freilich die einheitliche Beschreibung und Inhaltsangabe 
der einzelnen Handschriften aufgehoben worden. Xur in wenigen 
Fällen, z. B. bei dem Buch des Dean of Lismore und dem Book of 
Clanranald weicht er von dieser Methode ab. Im folgenden stelle ich 
einige Bemerkungen zusammen, die mir bei der Lektüre gekommen sind. 

S. 76. Vgl. das von Miss Scarre in Ériu IV, S. 173 aus dem 
Buch der Hui Maine herausgegebene Gedicht 'The Beheading of John 
the Baptist'. S. 77 mufs es heifsen: 'Which of you will take in hand 
my beheading for evil women' und '„Yonder is a Gael", said everyone'. 

S. 79. on 16 dochxiadais uaind soir &c. ist der Anfang einer nicht 
ausgedruckten Strophe, cuigedh Conchubair ist natürlich Ulster. 

S. 93 lies : ag righ nel [is] mor a liiagh. 

S. 103. Pilip Bocht ua Huiginns Gedicht vom Jüngsten Gericht 
ist in der Archaeological Review von S. H. O'Grady herausgegeben und 
übersetzt worden. 

S. 109. rigfota kann doch nur 'Longi' tharm", nicht 'tall king' 
bedeuten. Die S. 110 erwähnte 'legend of a certain óclaech" ist augen- 
scheinlich eine Version der Anecd. I, S. 76 abgedruckten Erzählung 
'Story of the Abbot of Druimenaig'. 

S. 120. Mit dem hier zitierten Verse Donal con re tech aniar 
vgl. das Gedicht Laud 615, S. 138 : Dondl chon cendaigh co cert. 

S. 131. Die Erzählung von den Unholden Inmáel und Inécen ist 
im Gael. Jouru. IV, S. 69 nach anderen Handschriften herausgegeben und 
übersetzt. 

S. 135. Lies ni dodaing dath, wo dodaing auf Conaill reimt. 

S. 137 hätte Éiriu iarthar tabnan toirthigh mit 'Irland, Westen 
der fruchtbaren Erde' übersetzt werden sollen. 

S. 203. Lies; do fail öcca i cCinn Tire, recte óccu Cinn Tire 
' Krieger von Kintyre nahen heran '. S. Imram Brain I, S. 84. K. M. 

12* 



180 ERSCHIENENE SCHHIFTEN. 

W. M. Lindsay, Earh' Welsh Scrii^t (St. Andrew's University 
Publications, no. X). Oxford 1912. 8 ». 64 pp. 

Der um die Kuude des inselkeltischen Schrifttums hochverdiente 
Verfasser beschenkt uns hier mit einer Untersuchung- der ältesten kym- 
rischen Schrift, die er von den sogenannten St. Chad -Gospels his ins 
11. Jahrhundert verfolgt. Xicht weniger als 17 vortreffliche Photo- 
graphien setzen den Leser in den Stand, den Ausführungen des Ver- 
fassers zu folgen. 

Die Sckrift weicht von der irischen wenig ah ; Lindsay nennt sie 
eine Spielart derselben. Seiner Methode gemäfs gibt er genaue Listen 
der gebräuchlichsten Abkürzungen, die ebenfalls sämtlich bei irischen 
Schreibern vorkommen: q für qu (S. 5 Anm.), si für ti nnd ci, v mit 
übergesetztem Häkchen für tti, was er als vielleicht besondere Merkmale 
kynirischer Schrift bezeichnen möchte, sind zu allen Zeiten in irischen 
Handschriften üblich. 

Die Form chems für hiems (S. 43) kommt, auch in O'Mulconrys 
Glossar §§ 558 und 615 vor, wo sie aber wohl yeiixwv wiedergeben soll : 
gaim a eherne A. chemis A. hiems (Arch. HI, S. 263). Auf S. 1 und 46 
ist Cincenn statt Cincenu zu lesen und S. 46, Z. 9 hü statt bit: hit 
did braut = heutigem hyd dydd brmvd. 

Julius Pokorny, Der Gral in Irland und die mythischen 
Grundlagen der Gralsage (Sonderabdruck aus Bd. XLII der 
Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien). 
Wien 1912. 15 S. 1 Kr. 

Der Verfasser macht zunächst darauf aufmerksam, dafs nicht 
Parsifal sondern Gawain der ursprüngliche Gralheld ist und dafs die 
Gawainsage viele Züge mit der CuchuUnnsage teilt, was beides Miss 
Weston ausführlich nachgewiesen hat. Darnach schliefst er , dafs wir 
wohl erwarten dürfen, auch das Motiv von der Gewinnung des Grals 
in einer oder der anderen Form in der CuchuUnnsage anzutreffen. Dies 
glaubt Pokorny nun in der bekannten altirischen Erzählung von dem 
Raubzuge der Leute von Ulster in das Land der Fir Falga gefunden 
zu haben. Diese Sage liegt in mehreren Versionen vor, iu der Einleitung 
zu Aided Ghonr&i (Eriu II 20 ff. und Rev. Celt. VI 187), wozu der diud- 
senchas von Findglais LL 169 b 42 (herausgegeben von O'Gradj', Silva 
Gad. II 482, übersetzt II 53U) zu vergleichen ist, und in einem Cuchulinn 
in den Mund gelegten Gedichte im Siaburcharpat Conculaind (LU114a 
und Anecdota UI 54 ff.). Aufser einer Königstochter werden da ein 
Kessel, drei Kühe und drei Vögel erbeutet. Mit diesen drei Beute- 
stücken hat es folgende Bewandnis. Der Kessel ist so grofs, dafs er 
die Milch von 30 Kühen fas.seu kann. Aber die drei Kühe bringen es 
allein jeden Tag') fertig, ibn zu füllen, indem sich ihnen die drei Vögel 



') Eigentlich 'alle 24 Stunden', denn das bedeutet cacha irätha 
Er. II 20, 6. 



BESCHIENENE SCHRIFTEN. 181 

auf die Ohren setzen und so lieblich locken nnd singen '), dafs die Milch 
von selbst in den Kessel läuft-), bis er gefüllt ist. Darum heilst dann 
der Kessel "das Kalb der drei Kühe', indem sie ihn gleichsam wie ihr 
Kalb mit ihrer Milch füttern^. Dies alles hat nun Pokorny mifsver- 
standen und baut dann darauf seine Theorie auf. Er läfst den Kessel 
von den 30 Kühen, die ihn absvechselnd jeden Tag besuchen, gefüllt 
werden, deutet ' das Kalb der drei Kühe ' als ' das von den drei Erzeugern 
Erzeugte oder Hervorgebrachte', sieht Natursymbolik darin, läfst die 
30 Kühe die 30 Tage des Monats repräsentieren nnd erklärt schliefslich 
den Kessel als ein Mondgefäfs. 

Pokorny behauptet femer, dafs sich der Raubzug im 'Land des 
Schattens" abspielt. So übersetzt er tir scaith (LUli6b7, Anecd. III 
54, 20). Aber scaith kann mit scdfh nichts zu tun haben; es hat kurzes 
a, da es auf fair reimt*). Vielleicht steht es für scoith und bezieht 
sich auf den scoth milide, 'die Honigblüte', welche der Vogel Greif 
eben aus diesem Lande nach Emain Macha gebracht hatte. S. Thuru- 
eysen, Zu irischen Handschriften, S. 5-5. 

Was der Verfasser von den Zahlen 3, 9, 27 vorbringt, die bei 
Cnchulinn eine so grofse Rolle spielen, hat zunächst etwas Bestechendes, 
bis man sich erinnert , dafs 3 und 9 (3x3) und 27 (3 x 9) die alier- 
gewöhnlichsten Zahlengruppen in der irischen Sage überhaupt bilden. 
So werden, um nur ein Beispiel von Dutzenden zu erwähnen, die im 
Briulen Da Derga beschriebenen Helden in Gruppen von drei, neun 
und schliefslich (§ 137) von 3 x 9 = 27 aufgeführt. Wenn Bezug auf 
den Mond vorläge, so wäre doch auch 28 die natürliche Zahl. Eine 
sich drehende Burg (S. 10; kommt bekanntlich auch in der Maeldúin- 
sage vor, und wenn Pokorny Gewicht darauf legt, dafs Cuchulinn seihe 
Kopfhaut einsaugt und dann sein Kopf schwarz erscheint^), .so hat das 



1) Sie werden Er. H 20, 3 und RC VI 187 ftr ochaine genannt. Hier 
ist ochaine der Genitiv von ochan f., in älterem Irisch oc/ten, das Trip. 303, 13 
'antiphona' wiedergibt. 

^) ar is don choire nothdltáis na bäi y is a Idn nobligthe liadib, 
LL 169b 51 ^ coin beca bitis for óaib ?ia tnbó (A. inna n-erc) intan no- 
thältais isin coire, air ni thältnis cena 'denn sonst gaben sie keine Milch' 
(irisch tdlaim = kymrisch toli). 

*) So steht es deutlich in allen obenaugeführten Texten und so hat 
Windisch, den Pokorny sehr zu Unrecht deswegen tadelt, in seinem Wörter- 
buch s. V. láeg die Sache erklärt. Die Wendung ar iss é in coire nogebed 
greim Idig dóib (RC 1. c.) ' denn der Kessel vertrat bei ihnen die Stelle eines 
Kalbes' ist zu vergleichen mit der von Windisch s. v. greim aus Three 
Mom. 94, 31 angeführten Stelle. 

*) LU 114 b 8 liest fälschlich dun scdith and statt des richtigen dim 
and Anecd. HI. 

^) Eine mdel diU) demside 'geschorenes schwarzes Kopfhaar' — nicht 
Glatze, wie Pokorny annimmt, das wäre mdile — hat auch der scdilfer in 
FB 37; ebenso die zwei Recken {dias öac féne) in LL 252 b 16 (mdel demis 
chirdub for cechtarde). 



182 ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 

wieder mit dem des Lichts beraubten Monde nichts zu tun, sondern 
liegt daran, dafs er überhaupt schwarzhaarig ist (/er dab, Tochm. 
Emire § 15). Ich kann also in keinem einzigen Hauptpunkte den 
Deutungen des Verfassers zustimmen, auf die hin er sich berechtigt 
glaubt, vom 'Gral in Irland und den mythischen Grundlagen der Gral- 
sage" zu reden. 

Kuno Meyer, Zur keltischen AVortkunde I. Sitzimgsberichte 
der Königl. preufs. Akademie der Wissenschaften 1912. 
XXXVIII. S. 790 — 803. 50 Pf. 

Zu den hier behandelten Wörtern möchte ich einige Nachträge 
und Verbesserungen machen. Mit der auf S. 792 angeführten Strophe 
vgl. ba dirsan lern sellad fris, Corm. §975^). Zu ecrae 'Feind' gesellt 
sich das abgeleitete ecrite 'Feindschaft', O'Mulc. 362; ecraite LL 216 a 11; 
TTr.2 124, CZ III 453, 13; fer ecraite SR 3800, überall ohne Länge- 
zeichen geschrieben. So auch LB 241 a9: ititi rop ecraite do Ndrach, 
wo das Abstraktum in konkretem Sinne gebraucht ist. Hier hat H. 3. 17 
écraiti; s. Stokes, CZ III 222. ecraite steht auch LL 216 a 45 und 255b 
geschrieben. 

Zu miss-imbert bemerkt mir Marstrander, dafs es nur durch An- 
lehnung an mis-cais, mis-cerd (O'Dav. 892) zu erklären ist. Das 
dunkle icartan findet sich auch, worauf mich ebenfalls Marstrander 
aufmerksam macht Laws V 260, 9 in einer Glosse zu úairttiech 
(auch 11366, 8) .i. in bó blegar risin uartan A. risin salann no risin 
mbalgum. 

Zu heÍ7itnod hätte ich noch, wie mir Ernault schi'eibt, kymrisch 
caethnawd 'slavish condition, slavery, bondage', mittelbretonisch qnaeznet 
hinzufügen können. 

Der Eigenname Cderthen (S. 798) liegt schon in der Ogominschrift 
MAQI CAIEATIXI vor; ferner in Óchtar Caerthin Trip. 132, 15. — Zu 
moniiarc (S. 799) bemerkt Marstrander brieflich, dafs wir in -arc das 
Verbalnomen zu arcu ' ich bitte, erflehe, wünsche ' haben, welches in der 
bekannten Formel a^-cu fuin vorliegt. So wird menm-Serc doch wohl 
nur Volksetymologie sein. Dann ist auch das Geschlecht ursprünglich 
neutral, wie in com-arc, ath-chomarc. — Unter Gelbidius (S. 802) hätte 
ich den irischen Frauenuamen Gelbe nicht erwähnen sollen, der gewifs 
als Gel -be 'weifse Frau" aufzufassen ist. An meiner Erklärung von 
Luce7iicus bin ich zweifelhaft geworden, da sämtliche Handschriften 
Lugenicus lesen. Dies würde einem irischen Luignech entsprechen 
und sich zu dem bekannten Stammesnamen Luigne stellen. Bre- 
gandiis liegt im Irischen als Bregand vor. Siehe meine Contri- 
butions s. V. 



*) Ich zitiere nach der soeben als Baud IV der 'Anecdota from Irish 
MSS.' erschienenen Ausgabe. 



ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 183 

F. N. Robinson, Satirists and Enchanters in early Irish Lite- 
rature (Studies in the History of Religions presented to 
Howell Toy) pp. 95 — 130. New York 1912. 

Der Verfasser bespricht die Schmäh- und Spottdichtung der 
irischen plid und Barden, deren Wirkungen so sehr gefürchtet waren, und 
kommt zu dem Schlüsse, dafs sich die drei Gattungen der persönlichen 
Invective, der Verhöhnung und Verwünschung, nicht trennen lassen. 
Zu den von Robinson auf S. 103 und 104 angeführten zahlreichen Aus- 
drücken für die verschiedenen Arten der Schmähung liefsen sich noch 
manche hinzufügen, so z. B. chad eig. 'kämmen', 'hecheln', camnad 
(vielleicht von dem dunkeln cammon, Corm. § 238 abgeleitet), dalbach, 
drumsal, dulsayi, alle Arch. Ill, S. 299 belegt. rÍ7idad ist wohl eher 
'stechen' als 'schneiden'; aithgiiid, welches E. anführt, ist zu dem 
Verbum athgeoim 'I make little of, belittle' (Dublin Penny Journ. 95a) 
zu stellen, und identisch mit aidcheód in meinen 'Contributions'. Viel- 
leicht ist 'widersprechen, widerlegen' die eigentliche Bedeutung. Vgl. 
athgid ó firinne na screptra cétfaide brécacha diabuil, Pass, and 
Horn. 4852; roforúaslig Gregoir ndeni in cétfaid sin 7 rosfathgé, 
RC 25. 244; d'aithcheodhach an chúntas claoin sé, O'Gr. Cat. 546. Der 
S. 146 zitierte Vers 

grómfa grómfa, gldmfa gldmfa, derfa áerfa 

stammt aus dem Gedicht Fingens mac Aeda auf die Fir Arddae (Arch. HI 
S. 293 ff.) , das augenscheinlich eine grofse Berühmtheit erlangt hatte ; 
denn auiser in Laws III 92 wird es auch von Cormac (§ 694) und 
O'Davoren (§ 1063) zitiert. Zu den vielen von E. erwähnten Beispielen 
möchte ich noch eine kleine Blütenlese persönlicher Invective aus den 
in den mittelirischen Verslehren angeführten Gedichten zusammenstellen. 
Da fallen z. B. folgende Ausdrücke, die ich frei übersetze : 

a chacc cuirre uidri étige 'du Mist einer häfsUchen, dunkeln 
Krähe ';^) a lethchoss géid 'du einbeinige Gans'; a scian espa 'du un- 
taugliches Messer'; a feoil tarra togäin 'du Bauchfleisch eines Eich- 
horns'; a chris cen sein 'du messerloser Gürtel'; a Idir chóel 'du dürre 
Mähre'; a iuchra maigre a Mumaiyi 'du Grüudlingslaich aus Munster'; 
a matte odur dilig 'du dreckiger Knüppel auf dem Misthaufen' ; a brollach 
snedach 'du lausiger Busen'; a fiacla con ar cloich dilig (T. 99) 'du 
Hundegebifs auf dem Düngerhaufen"; a tholltimpdin ! (S. 99) 'du durch- 
löchertes Instrument'; a geóid iarna gabdil (0. 103) 'du Gans, die 
man gefangen hat'; a gemm dubgorm demain 'du schwarzblaues 
Juwel von einem Teufel'; a bei caillige cdiche 'du Lefze einer 
blinden Alten'. 

Ein gutes Beispiel der poetischen Eaehe eines ungastlich auf- 
genommenen Barden findet sich Ii-. T. III S. 49: 



') Dies wird sich auf die Mutter des Geschmähten beziehen. Vgl. ocus 
nd fes cia cú rotchac for otrach, EC IX, S. 456, Note 2. 



184 ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 

Nírb ingnad i tig Ch[r\unnmnil cháilfirinach 

salami for ardn cen iinm. Is menann 

rosecc feoil a muintire amail seccas ruse im chrann. 

In Crunnmaels stachehimzäuntem Haus 

Gibts Salz auf Brot nur, keine Butter! 

Da schrumpfet bei dem kargen Futter 

Dem Hausherrn und dem Ingesinde 

Die Haut ein wie am Baum die Rinde. 

Schliefslich sei noch auf das in O'Donovans 'Tribes of Ire- 
land' S. 28 ff. abgedruckte Schmähgedicht auf den Astrologen Whalej' 
(17. Jahrhundert) aufmerksam gemacht, das der Herausgeber 'the 
bitterest, most wicked and diabolical satire ever written in the Irish 
language' nennt. 



Rudolf Tliurneysen, Zu irischen Handschriften und Literatur- 
denkmälern (Abhandlungen der Kgl. Ges. d. Wissensch. zu 
Götting-en, Phil. -Hist. Kl., Bd. XIV, Nr. 2). Berlin 1912. 
4«. 100 S. 

In dieser schönen Arbeit, einer Frucht der vorjährigen Irlaud- 
fahrt des Verfassers wird zum erstenmale in der Geschichte der irischen 
Philologie der Versuch gemacht, in die handschriftliche Überlieferung 
einer Reihe von wichtigen Denkmälern der irischen Literatur einzu- 
dringen. Besonders die ausführliche Behandlung der in vielen Hand- 
schriften erhalteneu Tecosca Cormaic, die manche Berichtigungen 
meiner Ausgabe bringt, und der Sprüche FithaFs, welche hier nach der 
Anordnung der Gruppe A abgedruckt werden , liefert endgültige Er- 
gebnisse. Auf S. 15, § 4, Z. 23 lies ferr athe opad 'besser "Wieder- 
vergeltuug als Verweigerung ' ; in Z. 40 ferr leire Idmide ' besser Eifer 
als Geschicklichkeit ' ; und auf S. 22, Z. 2 von unten a recc statt ar ecc. 
Vgl. i rec, i rrec Sg. lObl, 148b 8, 153 a3, Frisc. Carol. 60b2, i recc 
Bodl. Dinds. 30, a rrec LL 31 a 39, 153 a 39. Die Abhandlung über die 
mittelirischen Verslekren bringt zunächst eine wertvolle Kollation zweier 
neuer Handschriften, H. 1. 15 und des Buches der Hui Maine. Hier ist 
auf S. 61 § 16 ar hharvgenübh (im Reim mit vgall-mheirgibh und agaibh 
tar Echtga statt agaibhther echtga zu lesen. Die ganze Strophe (siehe 
Ir. T. III, S. 69) möchte ich so lesen : 

A nminter Murchada móir frisna'ch geib fid vä fíadmóhi. 
maidm for barngentib co Böinn re bar ngallmerggib grian- 

[Sróill : 
scerdid brug^) snechta asa sróin occaib tar Echtga im ia^'noin. 



*) Ich lese scerdid brug mit H. 1 . 15 statt scerdit broig mit den anderen 
Handschriften, weil ich Reim zwischen scerdid und accaib annehme. Zu brug 
vgl. Contrib., s. v. 1. brug und Arch. Ill 297: ceti brugh mberga. 



ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 185 

'Du Kriegsvolk des grofsen Murchad. gegen die weder Wald noch 
wildes Moor Schutz gewährt , vor exireu Nordlandsbannern von sonnen- 
glänzender Seide sind die heidnischen Heerhaufen bis an den Boyne 
gewichen: wie ihr sie zur Abendstunde über Echtga vor euch hertreibt, 
bricht es ihnen wie Schneeflocken aus der isase.' 

Auf S. 75 § 5 möchte ich vorschlagen, statt i n-airib zu lesen 
i n-dairib, wodurch wir auch Alliteration erhalten. Was den Sinn 
betrifft, Tgl. i n-dairib dréchta, Eawl. 503, 88 a 20, "in den Eichen- 
wäldern des Gesanges'. Auf S. 76 § 8 fasse ich indlim als ein Adjektiv, 
wohl aus indleimm. Vgl. feidm n-ard n-indlim in Maelmtiru Othnas 
Gedichte Triath ós triathaib im Lebar Gabála. 

S. 77 § 11 ist statt tentar mit H. 1. 15 déníar zu lesen, was wieder 
Alliteration gibt, die in der Strophe streng durchgeführt ist. Der S. 80 
zu I 6 erwähnte König kann freilich nicht, wie ich angenommen hatte, 
der 650 gefallene Oengus mac Domnaill sein. Da er badbri ci'äcid Brenn 
genannt wird, war er König von Ulster, Der von Oengus mac Oengusa 
gepriesene Flann war gewifs, wie Thurneysen vermutet, der Flann mac 
Máilsechnaill , denn durch grian a hinchaib Erenn wird er als König 
von Irland bezeichnet. Über quantitative Assonanz vgl. jetzt meine 
weitere Ausführung in Ériu "VI. K. M. 

Von besonderem Interesse ist die Abhandlung über die verlorene 
Handschrift von Druim Suechta. Nach einer dankenswerten Zusammen- 
stellung sämtlicher Zitate aus jener Handschrift weist Thurneysen nach, 
dafs noch eine ganze Reihe von Sagentexten, unter denen besonders 
Imram Brain, die Mongangeschichten , und Echtra Connla hervorzu- 
heben sind, mit gröfster Wahrscheinlichkeit der Handschrift von Druim 
Suechta, die er ins 8. Jahrhundert versetzt, zugeschrieben werden können. 
Dabei bleibt noch die Frage offen, inwieweit die angeführten Stücke 
nur auf jene Handschrift zurückgehen, wie z. B. Forfess Fer Falgce, 
oder inwieweit bei zahlreicher überlieferten Texten, wie Echtra Connla 
oder Imram Brain, daneben noch andere Quellen nachzuweisen sind. 

Das Alter unserer Handschrift läfst sich vielleicht noch etwas 
genauer bestimmen, wenn man in Betracht zieht, dafs vielen von Th. 
dem Cin Dromma Snechta zugewiesenen Texten der Diphthong óa (für 
späteres úa) eigentümlich ist. Da sich in Adamnans 'Vita Columbae' 
stets noch ö findet und andererseits die Würzburger Glossen vor Den- 
talen stets úa zeigen, mufs unsere Handschrift zwischen 700 und 750, 
also in der Mitte der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts geschrieben 
worden sein. 

Unter den von Th. aus dem Cin Dromma Snechta edierten Texten 
ist seine Ausgabe des Cotnjjert ConCulainn besonders wertvoll. Man 
wird jedoch bei der Herstellung des ursprünglichen Textes gelegentlich 
anderer Meinung sein können. 

So würde ich in § 1 lieber 6é.ss, léu-ssom gelesen haben, obzwar 
immer nur eine Hs. ss bietet ; doch dürfte in einem so frühen Text das 
SS meistenteils noch nicht vereinfacht gewesen sein. Ebenso würde ich 
unbedenklich in § 3 das cuart- der Hs. E zu cuarto ergänzen , da in 



186 ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 

andeiTi Druim Snechta - Texten das auslautende -o oft genug belegt ist. 
lu § 4 ist gewifs matan als älteste Form einzusetzen, da maiten eine 
jüngere Analogiebildung (diirch Einflufs des Genitiv und Dativ Sing.) 
darstellt usw. 

An zwei Stellen scheint der Text unheilbar korrupt zu sein, doch 
möchte ich folgende Emendation vorschlagen : 

Am Anfang von § 5 möchte ich das unverständliche haisu in 
boithus ' es war ihr ' (vgl. § 3 boithus ' es war ihnen ') bessern, wodurch 
der Sinn mit einemmal klar wird. Boithus luge do dig übersetze ich 
'sie hatte Bedürfnis nach einem Trunk', luge erscheint in der Be- 
deutung 'Mangel, Bedürfnis' bei K. Meyer, Fianaigecht S. 12, Str. 20 
(ebenfalls in der Verbindung mit deicg • Trank ") und F. M. 776. 

In § 3 haben die Hss. atdiscs, zweimal adasis , adsait(ed) und 
atidises (dahinter etwas ausradiert). Wenn man die letztgenannte 
Lesart mit dem zweimal belegten adasis zusammenhält, so ergibt sich 
ganz zwanglos eine Grundform at{d)a-sisestar (jünger aktiv at[^i\a-sis) ; 
hinter atidises wird höchstwahrscheinlich -tar ausradiert sein. at(d)a- 
sisestar ist das Präteritum eines Verbums '^ad-sissiur, das die Bedeutung 
'ich stehe bei, helfe" gehabt haben mufs. Die ganze Stelle in § 3 lautet 
also in Übersetzung: 'Deichtine ging zu ihr (der schwangeren Frau), 
um ihr zu helfen. Sie half ihr (ad-da-sisestar) bei der Geburt. Diese 
gebar einen Knaben.' 

Für sehr treffend halte ich Thurneysens Erklärung von blaicce 
(= bliadain aicce) und innallaile {= in- all i-lle). Daran, dafs séol 
' Bett ' heilst (§ 6) ist wohl kaum zu zweifeln (vgl. Dinneen s. v. seal). 

In einem Nachtrag (S. 97) verbessert Th. eine meiner Bemerkungen 
zur Echtra Connla (Revue Celtique 33, 63 f.), indem er an die Stelle der 
von mir angesetzten Grundform tairi?mi oder do-airn{n)i das passive 
Präteritum tairiiined setzen will. (Die von mir angesetzte Grundform 
tairn[n]i ist unmöglich, da at-chiu zweisilbig ist und nicht dreisilbig, 
wie ich S. 63 irrtümlich angenommen habe.) Mit Rücksicht darauf, dafs 
alle Hss. einen auslautenden Dental aufweisen, wird man sich allerdings 
lieber Thurneysens Auffassung anschliefsen. Aber für zwingend halte 
ich seine Beweisführung keineswegs. Selbst wenn, wie hier, alle Hss. 
eine mittelirische Form zeigen, kann im Original trotzdem eine alt- 
irische Form gestanden haben, da z. B. in § 1 derselben Sage mit einer 
einzigen Ausnahme alle Hss. das jüngere acailli u. ähnl. haben, obwohl 
aus der Lesart von Y ' deutlich hervorgeht , dafs im Original bestimmt 
adglditer stand (1. c. S. 61). Aus diesem evidenten Beispiel geht zur 
Genüge hervor, dals man mit viel mehr Änderungen seitens der Ab- 
schreiber rechnen mufs, als dies gemeinhin geschieht und dafs man also 
in unserem Falle ruhig annehmen könnte, im Original habe tairimii 
gestanden, ohne deswegen, wie Th. meint, die Ansicht aufgeben zu 
müssen, Cin Dromma Snechta sei eine Handschrift des 8. Jahrhunderts 
gewesen. Denn es ist zweifellos, dafs gelegentlich alle Abschreiber 
das Original in ähnlicher "Weise modernisiert haben, weun man auch 
bei zweifelhaften Fällen dieser Alternative lieber ausweichen wird. 

Julius Pokorny. 



ERSCHIENENE SCHRIFTEN. 187 

Mario Esposito, On the earliest Latin Life of St. Brigid of 
Kildare (Proceedings of the Royal Irish Academy, vol. XXX, 
Section G, no. 11}. Dublin 1912. Pp. 397—326. 1 sh. 

Dies ist eine sorgfältige Aufzähhang und Beschreibung von 56 
Handschriften, in denen sich die älteste lateinisch geschriebene Vita 
der heiligen ßrigitta erhalten hat. Esposito nimmt mit Recht au, dafs 
sie den bekannten irischen Kleriker Machtheue, der in die erste Hälfte 
des 7. Jahrhunderts zu setzen ist, zum Verfasser hat. Es ist wohl sicher, 
dafs sein Sohn Muirchú in der bekannten Stelle seiner Aufzeichmmgen 
über Patricius (Stokes , Trip. Life, S. 269) , wo er sagt , dais keiner vor 
ihm das ' periculosum et prof undum narrationis sanctae pylagus ' ') be- 
fahren habe aufser seinem Vater Coguitosus, auf dessen Leben der 
heiligen Brigitta anspielt. Eine kritische Ausgabe dieser alten Vita 
wäre höchst wünschenswert. Dabei wäre die auf S. 317 beschriebene 
Handschrift aus der Biblioteca Vallicelliana in erster Linie heranzu- 
ziehen; denn sie allein, soweit man nach Espositos Mitteilungen urteilen 
kann, enthält die richtige Fassung des Explicit : Orate pro vie Cogitoso 
nepote culpabili Haedo. Die anderen Abschreiber lassen das ihnen un- 
verständliche haedo aus. Es ist natürlich der Genitiv des irischen Namens 
Aed, als dessen Nachkommen oder vielmehr als zu dem Stamme der Ui Aeda 
gehörig Cogitosus sich bezeichnet. Dies werden die Ui Aeda in Leinster 
sein, welche ihren Stammesuameu von Fergus Aed, dem Sohne des Catháir 
Mar, herleiteten. Siehe Eawl. B. 502, p. 121 a 29. Was also Esposito auf 
S. 323 über nepos im Sinne von 'Verschwender' vorbringt, wird hinfällig. 

Kuno Meyer, Ein mittelirisches Gedicht auf Brendan den 
Meerfahrer. Sitzungsberichte der Kgl. preufs. Akademie 
9. Mai 1912. S. 436 - 448. 50 Pf. 

Wie Erich Pfitzner in seiner 1910 zu Halle a. S. erschienenen 
Dissertation über das anglonormannische Gedicht von Brendan eingehend 
gezeigt hat, ist nicht die sogen, zweite Vita Brendani die Quelle dieses 
Gedichtes, wie ich im Anschlufs an Plummer auf S. 436, Anm. 1 behauptet 
habe, sondern das Verhältnis ist gerade umgekehrt. Pfitzners Unter- 
suchung ergibt ferner, dafs der Verfasser der Vita die lateinische Xavi- 
gatio Brendani nicht gekannt, sondern eben nur die anglonormannische 
Reimversion als Quelle benutzt hat. 

Auf S. 439, § 3 ist statt ' von dir " ' davon " {úad) zu bessern. Das 
volksetymologische Tipra Fdine (S. 442) findet sich auch in Cenn-fäelads 
Gedicht über die Irrfahrten Mils: ansad min ag Tibraidh Fdine (BB 
19b 35). Zu § 6 bemerkt mir Bergin, dafs die handschriftliche Lesart 
ri doch wohl beizubehalten ist. Er sagt: 'When there is no room for 
a genitive in a line the bards would use the proleptic a and put the 
nominative in the next line. This at least is the rule in the later poetry.' 

^) Dies Gleichnis hat Muirchú von seinem Vater übernommen, der am 
Ende seiner Vita Brigittae von sich sagt: 'qui , . . pelagum inmensum vir- 
tutum beatae Brigittae . . . parva lintri cucurri". 



Druck von Ehrhardt Karras, Halle a. S. 



dip: sage von curolo 



Die Erzählimg-en von CuRoi, die jetzt alle im Druck ror- 
liegen, sind ein gutes Beispiel, vrie die irischen Sagen des Mittel- 
alters ihre Gestalt gewonnen und verändert haben. Ihren Kern, 
den Tod CuRoi's durch CuChulinn und seine Veranlassung, er- 
zählen vornehmlich fünf Texte: 

1. Aided I. Ein Prosatext Adaigh CotiEói in Egerton 88 
fo. 10 a, hgg. von Best, EriuII32— 34. 

2. Aided II. Ein zweiter Text, erhalten im Yellow Book 
of Lecan Col. 776 — 780 (Faks. 123 a — 125 a) und (kürzer) in 
Egerton 88 fo. 10b— IIa, hgg. von Best, Eriu II 20— 31 (mit 
Übersetzung) und 31 — 35. Über das Verhältnis der zwei Hand- 
schriften zueinander s. u. 

3. Brinna und Einl. Ein Gedicht, betitelt Brinna 
Ferchertne inso triana codlud in Laud 610 fo. 117 b — 118 a, hgg. 
und übersetzt von K. Mej-er, ZCP III 41—46. 

Davor eine Einleitung in Prosa mit Versen, fo. 117 a — b, 
hgg. von K. Meyer, Revue Celtique 6, 187 f. — Ebenda S. 188 
eine in der Handschrift auf das Gedicht folgende einzelne 
Strophe (fo. 118 a). 

4. a. Binds. I. Dindsenchas von Findgla{i)s im Book of 
Leinster 169b, hgg. von O'Grady, Silva Gadelica 1482 f., über- 
setzt 530. 

b. Binds. II. Erweiterte Fassung desselben Textes in 
jüngeren Handschriften; nach der von Rennes hgg. und über- 
setzt von Stokes, Rev. Celt. 15, 448 f. 



*) Die Texte der CuRoi-Sage wurden iu meinen irischen tJbungen im 
Sommersemester 1912 teils gelesen teils besprochen. Manche Einzelheiten 
verdanke ich daher den Teilnehmern, besonders Herrn Lucius Gwynn und 
Fräulein Maura Power, sowohl positive Beiträge als fruchtbare Einwände. 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 1^3 



190 R. THURNEYSEN, 

5. Keating, History of Ireland (hgg. von Comyn u. 
Dinneen) II 220 — 227. i) Oline die einleitende Partie auch bei 
Bergin, Stories from Keating's History of Ireland, S. 14 — 17. 

Wir besprechen sie in der Reihenfolge Aided I, Binds., 
Brinna, Einl., Aided IL Keating. 

I. Aided I. 

Der Text ist in der einzigen Handschrift sehr schlecht 
überliefert; abgesehen von Fehlern, die schon einer älteren 
Vorlage anhaften mochten, ist die Orthographie absichtlich ver- 
unstaltet, p und h, t und d, c und g nach Belieben vertauscht, 
der Vokalismus willkürlich verändert, die meisten Wörter ab- 
gekürzt geschrieben, so dafs der Herausgeber Best keine Re- 
konstituierung oder Übersetzung versucht hat. Er ist aber so 
wichtig, dafs der Versuch dennoch gewagt werden mufs, mag 
auch noch so vieles unsicher bleiben. Das Gerippe der Er- 
zählung tritt doch deutlich hervor. Solche Wörter, die mir ganz 
dunkel geblieben sind, gebe ich unverändert in Kursive. Als Ortho- 
graphie wähle ich ungefähr die der Würzburger Glossen. 

1. A mbátar Ulid i n-Emuin, con-acatar Fer eqen cailP) doib 
dar mag n-Emna. con-diacht (?) Bláithini ingin Conchobuir, conda'bert 
dia daim. nos'car si^) ind ammait 7 in corrguinech CiiRoi mac Dáiri.*) 



*) Hier ist í bhforhhais bhfear bhFalgha (Z. 3448) sonderbar mifs- 
verstandeu („in the guise of jugglers")- 

2) edieneaill lesen O'Grrady, Catal. of Ir. MSS. 89 und K. Meyer, ZCP 
ni 41 A. 1. Docli siehe unten in § 2 ecen caill. 

') oder noch carsus? 

*) Die Herstellung ist hier sehr unsicher. Im vorhergehenden Satz 
mufs erzählt sein, dafs Blathine entführt wird; das ergibt sich aus dem 
Folgenden. Da diese Handlung wohl nicht durch conieth ausgedrückt sein 
kann, habe ich condej)-t als conda'bert gefafst, nicht als cotvepert, woran 
man ziierst denkt, zumal das folgende cariisa auf direkte Rede hinzuweisen 
scheint. Aber vielleicht hatte schon die Vorlage -epert als „sagte" verstanden 
und darnach den folgenden Text geändert. Die Form, die ich ihm ganz ver- 
mutungsweise gegeben habe, beruht darauf, dafs CuRoi im folgenden sich in 
den Besitz von Blathine setzt, so dafs eine Bemerkung, dafs er sie schon zur 
Zeit ihrer Entführung liebte, wohl an ihrem Platze ist. Ammait bezeichnet 
neben der weiblichen Hexe auch männliche Wesen (s. Meyer, Contrib.), aber 
vielleicht war das Wort seinem grammatischen Geschlecht nach weiblich; 
darum habe ich ind ammait geschrieben. 



DIE SAGE VON CUROI. 191 

ba he Eclide Echbél do'géni in sin 7 naclrfitir necli d Ultib inge 
CúRoi nammá. 

2. Echde didu, i n-Aird Echdi boi i Cinn Tire Fer ecen 
caill. batar teora bai saiurethclia lais oté aurbrecca aiminni. 
is airi as'mberar teora erca Eclidi. dos-mbert asind biuth mór 
dind fechtas. diatubart criss Üair Galmáir 7 fidcliill maic 
Solmon. dos'atliigtis dlah- na teora [bai] seo a Aird Eclidi i 
Semne 7 Láthairne. coire umi ba he a loig. tri fichit sesre ba 
hed a lán in choiri ó each óentráth co 'raill. is de as'bert 
CiiChulinn isint siaborcharput : 

Boi coire isin dun. lóeg na teora mbó 
tricha aige ina cróes. nibo luchtlach do. 
Tathigtis in coire sin. ba meldach in bag 
ni'téigtis úad aitheiTUch. co'fargbatis lán. 
Boi mór n-óir [is] n-arcait and. robo maith in frith 
dobiurt sa in coire sin. la ingin ind rig. 

3. Ba sáeth la Ultu gleth a tire, batar oc immairi a tire, 
iadsit im na bíi. cota-slaat.') lotar Ulid dar muir inua ndead 
na mbo, co'mbátar oc tur Echdi. rohurtha uili acht Conall 7 
Lóegire. ni-luid CnChulinn, nibu maith [la] nach aí(?). luid 
CúChulinn fo deud. a-lluide i noi, da*u-arraid alaile úclach i 
ndinim écoisc : inar odar, brat odar, muirnech(?) umi inna brot. 

4. Tiagit taris dano (?). ferthai a teora aidchi oigidechte. 
cota'érget Ulid, 6 con^atil Echde. do'bertar didiu(?) in coire 7 in 
n-ingin 7 na bii 7 mór do sétaib ailib. 6 do'dechotar sei mór, 
dosíarmorat Echde tresa muir. do'breth do ChoinRoi ind indile 

ar dingbáil Echdi. fo'cairt int úclach asin noi, conraidh hi ^jk'e^t'' 
rothuile(?) boi inua arrad andes. ba hed c'glach a anme. do'cer 
Echde. atbath. 

5. Do"lotar Ulid 7 int óclach do tir Ereun. ra'ugádatar'-) 
ara'mberad na sétu uili 7 ara'fácbad leo som na bi'i 7 in n-ingin 
CO cenn mbliadne. gesse atherruch amein co cenn teora mbliadne. 
do'géni samlaid. tánic dia bliadne. batar gúig fo deud, ni' 
léiced do a mbreth, arroxhiuratar na dála. 

6. Birt som feisin ódib inna bit 7 in coire 7 in n-ingin. 
luid CúChulinn inna diad. fo'cairt side láim(?)3) dar diolam in 

*) oder cotaselat? 

2) eher nangádatar. 

') oder leim? oder lieic? 

13* 



192 R. THURNEYSEN, 

choiri. da'soi fris int óclach. faxairt úad isin talmain, aill co 
a glún, a fecht n-aill co a thóin, a fecht n-aill co a cris, a n-aill 
CO [a] di oxail. 

7. Birt immurg'u(?) inna bii 7 in n-ingin iarum, co'mbátar 
for Cathir ConEoi iter / 7 muir aniar. silsit na bai iarum iarna 
n-immáin cena mlegunJ) ásais lus as and. is bo-eirne a ainm. 
ar is do Ernib do ChoinEoi. 

8. Do-liiid iarum Fercliertue flli ConRoi co n-ailgis for 
Ultu, coTucad in Liath Maclie. berti dano dia n-inchaib. tánic 
dano dia mis. no'moltais áes aisndisen Midchiiairt n-Ulad 7 
a-rrig- 7 a-rrigni fiad Ferchertni. tairrecbt^) fecht and. as* 
bert, ba amru CúEoi mac Dáiri i m-bátar each na oc- teora 
erca Echdi. teora bai hat- . . . tillid.^) is and trá ro'fes, ba 
CúEoi da'n-ánic 7 ra'sárigestar. ba sáeth múr la Ultu. 

9. Luid CúCliulinn iarum i rieht adilcnig, co'mboí i Cathir 
ConRoi. ata'géoin ingin Conchobuir. tohhie frie a imthechta 
fobíth Ulad 7 a athar, arin'merad in fer. boi^) náu humi, asa* 
slaided Albu 7 innsi mara olchene conTÍci in mbith mór. 

10. Merti iu ben íarum. as'bert frie tria diuiti do didnad 
a bróin, tipre boí i toib Slébe Mis aníar, héo da*n-aidbded and 
dia secht mbliadne, uball óir boi inna medún. noteiníide ^) a 
n-uball sin cona chlaidiub fadeisin, is and boi a anim. 

11. Secht mbliadni boi in ben tiar, con'tánic CúChulinn 
i n-écosc in clilaim, a secht n-aili ú suidiu, condidtaidbsed int 
éo. ad'neastar (?) dano iu tocad(?) sin.'*) lotar Ulid, co'uibátar 
i-mmuig uli frisin cathrig antúaith. dos'bidc in fer co mór- 
chlochaib, cona"toraclitatar. doyede CúChulinn ineol-.') birt sin 
a nert a CoinEoi 7 a gall fochétoir 7 as"bert som: 'ni run mnáib, 
ni main mogib'. gegui CúChulinn iarum 7 dobertatar a biiaid. 

12. Da'fich dias dia muntir iarum .i. Lúach M(ór?) ara 
ConRoi, luid i carpat Coirpri maic Conchobuir, berti fon n-all, 



*) oder mleguiu. 

'^) Vgl. Aue. Laws, Gloss, s. v. toirriachad. 

^) Auf (leu Versuch, diese retoric aus der verderbten Überlieferung her- 
zustelleu, verzichte ich. 

*) eher ba ai. Kaum boi i uoi. 

^) Vgl. ros'teiyid cona sein LL 116 b und O'Dav. 1542. 

•^) Ganz uusichere Herstelluug. 

') Dem Sinne ivürde etwa genügen: Goite ó ChoiuChuliuu int éo. Das 
do könnte zum Vorhergehenden gehören. 



DIE SAGE VON CUROI. 193 

conid'aptha. Ferchertne dano fili oca breitli do Bláthini, ad" 
acht cletine eter a da eich n-di, conid'apad. Marbthe som dano 
fochétoir. is de atá fert Bláthine oc Luimniuch 7 fert Ferchertne 
immalle. 

1. Als die Ulter in Emuin waren, sahen sie einen Fer 
Ecencaill >) zu ihnen über die Ebene von Emuin kommen. Er 
verlangte Blathine, Conchobor's Tochter, und führte sie mit ihrem 
Wille» weg. (Doch?) liebte sie der Hexenmeister und Zauberer 
CuRoi, Dare's Sohn. Das war Echde Echbel (Pferdelippe), 
der das tat; und niemand von den Ultern wiifste es, nur Cu- 
Eoi allein. 

2. Echde nun wohnte in Aird Echdi in Cenn Tire Fer 
Ecencaill-). Er hatte drei ausgezeichnete Kühe, die waren 
ganz gesprenkelt und schön. Darum sagt man „die drei erca 
(Gesprenkelten) Echde's". Er hatte sie aus der grofsen Welt^) 
gebracht von der Expedition, von der er den Gürtel Uar's(?) 
des Tapferen und das Schachbrett des Sohnes Salomo's brachte. 
Diese drei Kühe pflegten ... sie (die Ulter, d. h. Ulster) auf- 
zusuchen von Aird Echdi aus nach Magee und Larne. ^) Ein 
kupferner Kessel, der war ihr Kalb. Sechzig sextarii, das war 
die Füllung des Kessels von einem Tag zum andern. Davon 
sagte CuChulinn im Siaborcharpat: 

„Ein Kessel war in der Burg, das Kalb der drei Kühe; 
dreifsig Rinder in seinem Schlund, sie füllten ihn nicht aus. 

Sie (die drei Kühe) pflegten zu diesem Kessel hinzugehen 
— wonnig war der Wettstreit — ; sie gingen nicht wieder weg 
von ihm, bis sie ihn voll zurückliefsen. 

Viel Gold und Silber war dort (oder: in ihm) — gut war 
der Gewinn — ; ich nahm diesen Kessel mit, nebst der Tochter 
des Königs." 

3. Das Abweiden ihres Landes verdrofs die Ulter. Sie 
bewachten ihr Land. Sie schlössen die Kühe ein. Diese ent- 



') d. h. einen Bewohner der Halbinsel Cantire in Schottland , wie aus 
§ 2 hervorgeht. 

^) d. i. in Cantire. 

^) „Die grofse "Welt" sind, wie § 9 zeigt, die Länder jenseits (für uns: 
diesseits) der englischen Insel. 

*) An der Nordostküste Irlands. 



194 R. THURNETSEN, 

kamen. Die Ulter gingen übers Meer den Külien nach, bis sie 
sich bei Echde's Turm befanden. Alle waren gegangen (?) 
aufser Conall und Loegire. (Auch) CuClmlinn ging nicht; keiner 
von ihnen hatte Lust (?). Schliefslich ging CuChulinn (doch). 
Als er in ein Schiff stieg, holte ihn ein junger Mann ein von 
unscheinbarem Aussehen : ein grauer Leibrock, ein grauer Mantel, 
ein muirnech'^) von Kupfer in seinem Mantel. 

4. Sie setzten auch über (?). Drei Nächte Gastfreundschaft 
wurden ihnen gewährt. Die Ulter erhoben sich, nachdem Echde 
eingeschlafen war. Sie nahmen nun den Kessel mit sich und das 
Mädchen und die Kühe und viele andere Schätze. Nachdem sie 
eine gute Strecke weit gekommen waren, folgte ihnen Echde 
übers Meer. Die Beute ^) wurde CuRoi-*) gegeben dafür, dafs er 
(ihnen) Echde vom Halse schaffe. Der junge Mann sprang (?) aus 
dem Schiff, so dafs ... in eine grofse Flut (starke Brandung?), 
die südlich in seiner Nähe war. Das war . . . seiner Seele. ^) 
Echde fiel. Er starb. 

5. Die Ulter und der junge Mann kamen nach Irland. Sie 
baten ihn, er möge alle Schätze mit sich nehmen, aber die 
Rinder und das Mädchen bis zum Ende eines Jahres bei ihnen 
lassen. Wiederholt wurde er um dasselbe gebeten, bis zum 
Ende von drei Jahren. Er tat also. Am Ende des (dritten) 
Jahres kam er. Schliefslich wurden sie zu Lügnern; man liefs 
ihn sie (die Kühe und das Mädchen) nicht mitnehmen; die Ver- 
abredungen wurden zunichte. 

6. Da entführte er ihnen auf eigene Hand die Kühe und 
den Kessel und das Mädchen. CuChulinn ging ihm nach. Dieser 



1) Die nächstliegende Lesung ro'orta scheint nicht wohl möglich, weil 
die Ulter nachher als lebend erwähnt und die Ankömniliuge gastfrei be- 
wirtet werden. Liegt eine Form von urlJia „er ging" vor (Windisch, Táiu 
B.C., S. 1069)? 

*) mnirnech, sonst ein Beiwort von viandis „Lanze", scheint hier eine 
ungefüge Spange oder Stecknadel zu bedeuten. 

•"') Das mnfs indile hier heiisen , da es aufser den Kühen den Kessel 
und die Frau einschlielst. 

*) Dieser ist der junge Mann. 

*) Zu églach erinnert mich Frl. Power an das Wort sccell .i. ciall cca 
O'Mulc. 356, das nach O'Dav. 796 und 1000 und nach dem, was Stokes hinzu- 
fügt, etwas wie „Lebensgefahr" oder „t'berlistung" zu bedeuten scheint. 
Kaum cc-loch „Todespfuhl''. 



DIE SAGE VON CUROI. 195 

legte die Hand (?) über den Henkel des Kessels. Der junge 
Mann wandte sich gegen ihn. Er warf ihn (CuChulinn) von sich 
in die Erde, einmal bis zu seinem Knie, das andere Mal bis zu 
seinem Hinterteil, das andere Mal bis zu seinem Gürtel, das 
andere bis zu seinen Achselhöhlen. 

7. Er führte aber darauf die Kühe und das Mädchen auf Caher 
Conree zwischen . . . und dem Meer im "Westen. Da liefsen die 
Kühe ihre Milch fliefsen, nachdem sie, ohne gemolken zu werden, 
herumgetrieben worden waren. Daraus wuchs dort ein Kraut. 
Sein Xame ist ho-einie. Denn CuEoi gehört zu den Erainn. 

8. Späterhin kam Ferchertne, CuRoi's Dichter, mit einer 
ailges"^) zu den Ultern, um den Liath Mache ^) wegzuführen. 
Er führte ihn weg auf Grund ihrer Ehre.-*) Nach einem Monat 
kam er auch. Die „Leute der Verkündigung" pflegten Mid- 
chuairt (die Zechhalle) der Ulter und ihren König und ihre 
Königin zu preisen. Einst wurde er gereizt. Er sagte, CuRoi 
Dare's Sohn sei herrlicher als sie. {In der folgenden dichterischen, 
im einzelnen nicht übersetzbaren Hede rühmt er, dafs die drei 
erca Echde's in CuBoi's Besitz seien.) Da wufste man nun, dafs 
es CuRoi sei, der zu ihm (CuChulinn) gekommen war und der 
ihn beschimpft hatte. Das verdrofs die Ulter sehr. 

9. Darauf ging CuChulinn in Gestalt eines Armen (Bettlers) 
in die Caher Conree. Er erkannte Conchobor's Tochter. Er er- 
zählte (?) ") ihr seine Wanderungen um der Ulter und ihres Vaters 
willen, damit sie den Mann verriete. Er (CuRoi) hatte ein 
kupfernes Schiff, aus dem er Albion und die übrigen Inseln des 
Meeres zu schlagen (plündern) pflegte bis zu der „grofsen 
Welt" hin. 6) 

10. Da verriet ihn das Weib. Er sagte ihr in seiner 
Einfalt, um sie in ihrem Kummer zu trösten, eine Quelle, die 
westlich an der Seite von Sliab Mis sei, in der pflege sich am 
Ende von sieben Jahren ein Salm zu zeigen; ein goldener Apfel') 



>) Oder „sprang?" oder „schleuderte einen Stein?" 

"^) Bitte, die keine Verweigerung zuläfst. 

3) CuChulinn's Pferd. 

*) Ihre Ehre verbot, dem Dichter das erbetene Pferd zu verweigern. 

5) Zu lesen: dobi? Vgl. dia tubha fri fiadhnuibh AL II, 16, 31. 

8) Das bedeutet wohl, dafs CuRoi damals abwesend war. 

") Oder: eine goldene Kugel. 



196 R. THURNEYSEN, 

sei in seinem Innern; dieser Apfel könne (nur) mit seinem 
eigenen Schwert gespalten werden; seine Seele sei darin. 

11. Sieben Jahre war das Weib im Westen gewesen, bis 
CuChulinn in der Gestalt des Aussätzigen gekommen war; 
sieben weitere Jahre waren es von da an,, bis der Salm erschien. 
Sie wartete nun diesen Glücksfall (?) ab. Die Ulter kamen und 
waren alle draufsen n(3rdlich von der Caher. Der Mann warf 
mit grofsen Steinen nach ihnen, so dafs sie nicht herankommen 
konnten. Da wurde der Salm von CuChulinn getötet (?). Dies 
nahm alsbald die Kraft aus CuEoi und die Tapferkeit. Und er 
sagte: „Kein Geheimnis Frauen! Kein Juwel Sklaven!"' Darauf 
erschlug ihn CuChulinn. und sie trugen den Sieg über ihn davon. 

12. Zwei von seinen Leuten rächten ihn dann. Luach der 
Grofse (?) 0, CuRoi's Wagenlenker, stieg in -den Wagen Coirbre's, 
des Sohnes Conchobor's, und jagte ihn über den Fels hinunter, 
so dafs sie umkamen. Ferchertne der Dichter — wie er zu 
Blathine gebracht wurde, trieb er ihr einen Wurfspeer zwischen 
ihre zwei Brüste, so dafs sie starb. Auch er wurde sofort ge- 
tötet. Daher ist „Blathine's Grab" an der Shannon -Mündung 
und Ferchertne's Grab mit ihm zusammen. 



Die in § 2 zitierten Strophen aus Siahorcharpat ConCiilainn 
finden sich dort in dem Schlufsgedicht. in dem der durch Patricius 
aus der Hölle gerufene Held CuChulinn dem König Loegaire von 
seinen einstigen Taten berichtet. Der betreifende Abschnitt -) lautet : 

1. Zu einer anderen Fahrt zog ich aus, Loegaire ^). als ich 
in das Land des Schattens •*) ging. Dort war eine Burg mit 
eisernen Riegeln; ich legte die Hand daran. 

2. Sieben Mauern waren um diese Stadt (cathir) — häfslich 
war ihre Farbe — , eine eiserne Pallisade auf jeder Mauer, auf 
der neun Köpfe staken. 



1) Wohl: Luagmar. 

») LUlMb, 7—30 = Aiiecd. from Ir. MSS. ni54, 20—55,17. 

') Das aul'serhalb des Metrums stehende a Loegairi bezeichnet jedesmal 
den Beginn eines neuen Abschnitts. 

*) Scäth „Schatten" ist wohl als Eigenname zu fassen, aber nicht mit 
Sccithach, der Lehrraeisterin von CuChulinn. zu verwechseln, wie Eleanor 
Hull, The Cuchulinn Saga S. 282, tut. 



DIE SAGE VOK CUROI, 197 

3. Eiserne Tore an jeder Umwallung: gegen mich konnten 
sie nicht verteidigt werden. Ich traf sie mit meinem Fufstritt, 
so dafs sie in Trümmer gingen. 

4. Eine Grube war in der Burg bei dem König — so ward 
berichtet — ; zehn Schlangen brachen über ihren Rand hervor; 
es war eine gewaltige Sache. 

5. Darauf packte ich sie 9? so furchtbar ihre Schar auch 
war, so dais ich sie zwischen meinen zwei Fäusten zu daumen- 
langen Stücken machte. 

6. Das Haus war voll von Kröten; die wurden auf uns 
losgelassen. Scharfe, geschnabelte Tiere, die hafteten an meiner 
Schnauze. 

7. Scheufsliche Drachenbestien fielen gegen uns herab, 
starke, glänzende, kühne 2) . . . 

8. Darauf packte ich sie''), als ich zornrot (? oder scham- 
rot?) war; ich zerrieb sie zu kleinen Stücken zwischen meinen 
zwei Handflächen. 

9. Ein Kessel war in der Burg, das Kalb der drei Kühe; 
dreifsig Einder in seinem Schlund, sie füllten ihn nicht. 

10. Sie (die drei Kühe) pflegten zu diesem Kessel hin- 
zugehen — wonnig war der Wettstreit — ; sie gingen nicht von 
ihm weg, in keiner Eichtung, bis sie ihn voll zurückliefsen. 

11. Viel Gold und Silber war dort (oder: in iünij — herrlich 
war der Gewinn — ; ich nahm diesen Kessel mit, nebst der Tochter 
des Königs. 

12. Die drei Kühe nahmen wir mit, sie schwammen durchs 
Meer. Die Last von zwei Männern an Gold hatte jede auf 
ihrem Eücken. 

13. Als wir aufs offene Meer kamen — schrecklich wars 
dem Volk — , ging die Mannschaft meines Bootes unter durch den 
harten Sturm. 



') Wenn ata-rethusa zu adetha gehört. Sonst „ich griíF sie an" zu 
ad'riuth. 

*) amainsi zu lesen. Das folgende echcUli ciadcii[ti]tis kann ich nicht 
übersetzen. 

3) Siehe Anm. 1. 



198 



R. TIIURNEYSEN, 



14, Darauf schwamm ich umher, obschon es eine gewaltige 
Gefahr war: neun Mann an jedem meinei; Arme, dreifsig auf 
meinem Kopf. 

15. Acht Mann auf meinen zwei Schenkeln, sie hielten sich 
an meinem Leib. Also schwamm ich durchs Meer, bis ich im 
Hafen war. — 

Wie man sieht, haben die beiden Erzählungen aufser den 
Kühen und dem Kessel und der geraubten jungen Frau nichts 
miteinander gemein; für CuRoi ist im Siahorcharpat kein Platz. 
Abweichungen im Wortlaut finden sich in Str. 10, wo Aided I 
aiilicrr{uch) liest statt for nach leih und in Str. 11: roha maiih 
an früh statt ha hamrce in früh. Wir werden diesen Lesarten 
nochmals begegnen (s. Abschnitt lY). 



II. Dindsenchas. 



Dinds. I, LL 169b. 

Findglas i-lLuachair Dedad 
unde nominatur? 

Blathnat ingen Mind rig 
Fer Falga ben ChonEui. 7 ba 
lennan side do ChoinCula/nf/. 
7 is si ro'dál CoinCulömrf co 
nUltaib immalle fris fora cend 
si 7 do digail fair na tri n-ercO 
luchna^j 7 in chaire tucad a 
forbais Fer Falga-') 7 do digail 
bertha ConCulait^d, diaro'mberr 
CuEuí cona chlaid/?</; 7 diar* 
fumalt-*) cacc na mbó mo a 
chend. 

Con'erbairt si fris tiactain 
aidchi samna ara cend 7 no* 



Dinds. 11, Rev. Celt. 15, 448 
= BB378a26. 

Findglais i Luachair De- 
dhaidh'') canas ro'hainmniged? 

Blathnat ingen Mind ri Fer 
Falga bancéle ConEói mic Daire, 
banserc side ConCulamrf. Is í 
ro'gell CoinCulamd co nUll- 
taib^) aidchi samna dia sai- 
ghidh") 7 do digail na*) n-erc 
n-Iuchna Each-^) Echbeoil 7 
in caire 7 berrta ConCulamd 
di cloidem ConRái, diaro"funialt 
don bochur im'o) cend iar suidhiu. 



Co'tuc si comairli do Coin- 
E6i tarclaimi') claindi Dedarfi^) 



^) Glosse: .i. bó ') Glosse: .propri. ^) Glosse: .1. inse Gall indu 
*) Glosse: diarcbomil *) Deg- R (= Rennes-MS.) ®) om. R 

') soidhe R -*) no BB, om. R •') om. BB '») in R «^ tar- 

glam BB ^') Deg- R 



DIE SAGE VON CÜROI. 



199 



dortfed si blegon na n-erc 
luchna sin .i. tri bai luchna 
7 a clioire tue CúRiii leis. 
ar is don choire no'tháltáis 
na bai 7 is a lán no'bligthe 
uadib. 

Ra-doírt dl blegon na tri 
n-erc n- luchna lasin üglassi 
SÍS on chathraig co Traig Li, 
conhR find in glassi, 7 combad 
and sin no'thistais Vlaid 7 no* 
gabtais in cathrflf^r 7 no'niarb- 
tais Co[i]nEui. 

Unde poet a : 
Ro-ort Blatlinat ingen Mind 

orgain ossarcei , . glind. ') 

mór gním do mnai bratli a fir. 

dóig is friss rodas-midir. 



do denum a cathracli i n-oenló 
7 co-tucdis each coirthi no'biad 
'na suidi 7 "na sesam léo. 7 
ni'bói sium acht 'na-) aenur. 

Ba sed comarc bai eturra 3), 
tomlacht na mbo do lecun lasin 
sruth, corbo find in glaisi ina 
ndochum. Unde Findglais di- 
citur. ortsat Co/wRi^) 7 oirc- 
set^) in csiihraig iarum. 



1.^) Ro'ort Blathnat ingen 
[Minn 
orgain osar cet i nglind. i) 
mor gnim do mnai brath a fir, 
ar is Ms rodusmidhir. 

2. Truagh a n-imscar imole 
Blathnat 7 Fereertne, 

co'fil a lecht dib linaib 
i rinn Bera Cinn siraim. 

3. Fer Bregach') 7 Sen 

[Fiaeail ^) 
robtar araid do») thriathaib. 
fer gáire a 10) frieehmaigh i 

[fad"), 
mor do laechaib ro'ortsat. 



*) Der Vers ist so kaum richtig. Einen besseren Sinn gibt die wohl durch 
alte Korrektur entstandene Lesung, die mau durch Vergleichung von Brinna 
Str. 8 mit Aided II (Eriu II 30 u. 35) gewinnt: in n-orgain ös Arcetglind, 
wiewohl die Prosa diesen Ortsnamen nicht kennt ; falsch jedenfalls la h-orcain, 
Eriu 1130, da roort ursprünglich hier aktives Präteritum ist. -) in R. 

ä) aturru BB. ♦) o. C. R. om. R. ■•') airgseat BB. «) Da Stokes 

das Gedicht ausgelassen hat, kann ich die zwei ersten Strophen nur nach BB 
geben; für die dritte zitiert K. Meyer, ZOP III 43, Anm. 5 die Lesart von R. 
') Bregda R. «) is sen fria gail BB. ») gu BB. '") is BB. 

") a fat R. 



200 



R. THURNEYSEN, 



Wonach ist Fiiidglais in 
I. 

Blathnat, die Tochter Mend's 
des Königs der Fir Falga, (war) 
die Frau CuRoi's. Und sie war 
die Buhle CuChulinn's. Und sie 
bestellte CuChulinn zusammen 
mit den Ultern, sie zu treffen 
und an ihm (CuRoi) die drei erca 
luchna'szu rächen unddeuKessel, 
der aus dem Kampfe (forhais) der 
Fir Falga') gebracht worden war, 
und um das Scheren CuChulinn's 
zu rächen, da ihn CuRoi mit 
seinem Schwert geschoren und 
ihm Kuhmist um den Kopf 
gerieben hatte. 

So sagte sie zu ihm, in der 
Nacht zum 1. November solle 
er kommen sie zu treffen; und 
sie werde die Milch der erca 
luclma's (das sind die drei Kühe 
luchna's) und seines Kessels, die 
CuRoi mit sich genommen hatte, 
ausgiefsen. Denn in diesen 
Kessel pflegten die Kühe ihre 
Milch zu geben, und er wurde 
aus ihnen voll gemolken. 

So liefs sie die Milch der 
drei erca luchna's mit dem 
Bach hinabströmen aus der 
Caher bis Tralee, so dafs der 
Bach weifs wurde, und da- 
mit die Ulter kämen und die 
Caher einnähmen und CuRoi 
töteten. Daher (singt) der 
Dichter : 



Luachair J^edad benannt? 
IL 

Blathnat, die Tochter Mend's, 
des Königs der Fir Falga, die 
Gattin CuRoi's des Sohnes Daire's, 
die war die Geliebte CuChulinn's. 
Sie verpflichtete CuChulinn mit 
den Ultern, sie in der Nacht 
zum 1. November aufzusuchen 
und die erca Iiichna des Eoch[u] 
Eclibel und den Kessel zu rächen 
und das Scheren CuChulinn's mit 
dem Schwerte CuRoi's, als dieser 
nachher den Kopf mit Kuhdung 
einrieb. 

Da gab sie CuRoi den Rat, 
die Clann Dedad zu versammeln, 
um ihre Caher an einem Tage 
zu bauen, und dafs sie jeden 
Steinpfeiler brächten, der sitze 
oder stehe. Und er (CuRoi) 
war ganz allein. 

Das war das Zeichen 2), 
das zwischen ihnen bestand: die 
Milch der Kühe mit der Strö- 
mung fliefsen zu lassen, so dafs 
der Bach weifs zu ihnen (den 
Ultern) kam. Daher wird er 
Findglais (Weifsbach) genannt. 
Darauf erschlugen sie CuRoi und 
zerstörten die Caher. 



') Glosse: „Das sind beute die Hebriden" 
alter Fehler für comartha. 



") comarc scheint ein 



DIE SAGE VON CÜROI. 201 

Blathnat, die Tochter Mend's, Str. 1 wie Dinds. I. 
mordete ein Morden [über Arget- 
glenn (Silbertal)] ; eine grof se Tat 
ists für eine Frau, ihren Mann 
zu verraten; denn dazu hatte sie 
es (das Morden) ausgedacht. 

2. Elend war ihre gegen- 
seitige Trennung, Blathnat und 
Ferchertne, so dafs ihrer beider 
Grab auf der Spitze von Bir 
Cinn ist, die ich aufsuche. 

3. Fer Bregach (Bregda) und 
Sen Fiacail, welcheWagenlenker 
von Helden waren, (und) der 
Spafsmacher erschlugen im 
Heidefeld weithin viele Krieger. 

Vergleicht man Binds. I — über die Abweichungen von 
Binds. II wird unten zu sprechen sein — mit Aided 1, so treten 
folgende Unterschiede hervor: 

1. Das Ausgiefsen der Milch in den Bach, wonach dieser 
seinen Namen Findglais haben soll, darf ohne weiteres als eine 
Erfindung des Verfassers des Dindsenchas angesehen werden; 
sie entspricht ganz dem gewöhnlichen Verfahren dieser Fabu- 
lanten. Aber er knüpft dabei an eine ihm vorliegende Sagenform 
an, von der er leider nur wenig zitiert, die aber deutlich in 
manchen Punkten von Aided I abwich: 

2. CuEoi's Frau ist nicht Bldthine, die Tochter König 
Conchobor's, sondern Bldthnat, die Tochter von Mend, dem König 
der Fir Falga. Denn: 

3. die Sage war zu dem alten Text Forfess Fer Falgae ') 
in Beziehung gesetzt. Der Kessel und gewifs auch CuEoi's Frau 
sollen nach Besiegung der Fir Falgae erbeutet worden sein. 
Diese Verknüpfung gehört wohl nicht erst dem Verfasser des 
Dindsenchas, sondern schon seiner Vorlage an. Ohne weiteres 
ist das klar für den Schreiber von LL. Denn er identifiziert 
das Land der Fir Falgae mit den Hebriden, während eine 

^) Nach allen Handschriften von mir ahgedruckt in den Abhandlungen der 
k. Gesellschaft der "Wissenschaften zu Göttingen, N. F. XIV, 2 (1912), S. 53 ff., 
nach dreien auch von K. Meyer, ZCP 8, 564 f. 



202 R. THURNEYSEN, 

Glosse des alten Texts sie auf der Insel M^n lokalisierte. Die 
Verbindung der beiden Sagen ist übrigens ganz äufserlich und 
willkürlich. Der König der Fir Falgae heilst im alten Text 
— wenigstens in unserer Überlieferung — gar nicht Mend, 
sondern Get, und CuRoi nimmt am Kampf CuCliulinn's nicht 
teil, wie auch von Kühen und Kessel keine Eede ist. Kur 
in dem — mir unverständlichen — Schlufssatz scheint der be- 
siegte König mit hi crólecht ConBaui^) „in CuEoi's blutigem 
Grab" auf den Tod CuRoi's durch CuChulinn hinzuweisen. Der 
schwierige Text^) war eben den Sagenerzählern ebenso un- 
verständlich wie uns; es genügte ihnen, dafs in beiden Sagen 
von einem auswärtigen Kampf CuChulinn's mit unheimlichen 
Gegnern die Rede war, um sie zu verquicken und die erbeuteten 
Prinzessinnen zu identifizieren. 

4. Die drei milchreichen Kühe heifsen erca luchna, nicht 
erca EcMi wie in Aided I. 

5. Die Gelegenheit, bei der CuRoi CuChulinn's Haar mit 
dem Schwert abschor und ihm Kuhmist auf den Kopf schmierte, 
wird man sich wohl ähnlich denken müssen wie die Episode 
in Aided / § 6. Aber von dieser Beschimpfung ist dort nicht 
die Rede. 

6. Blathnat bestellt CuChulinn auf adaig samna, wovon 
Aided I nichts weifs. 

III. Briuua Ferchertne. 

Das Gedicht Brinna Ferchertne verlangt eine eingehendere 
Prüfung. Nach der Überschrift ist es eine Vision oder ein 
Traum 3) von Ferchertne, dem fili CuRoi's. Und dazu stimmt 
auch die erste Strophe: At'chiu usw. Aber gleich die zweite 
fällt völlig aus dem Konzept, indem sie beginnt: Hcraind ro- 
gahsat Herind\ und so werden alle Begebenheiten und Einzel- 
kämpfe einfach im Präteritum erzählt, bis erst die drei letzten 



^) So ist wolil mit Hs. H zu lesen. 

') Er hat offenbar die Phantasie der alten Autoren viel beschäftigt; 
vgl. die Beschreibung der drei fürchterlichen Fir Falga in Togail Brnidtie 
Da Derga (ed. Stokes) § 130 — 131. 

•0 Siehe K. Meyer ZCniUl, Anm. 1 und vgl. Cormac's Gl.: brinda 
.i. a íierbo frendo A. ar 7ii labra reil, uel a bruto eloquio und O'Clery's: bi-inn 
.i. brxonnglóidc und brionn Á. bieg, bei Diuueen: brionn „a fiction, a lie, a 
dream, a reverie", brionglöid „a dream, a vision". 



DIE SAGE VON CÜROI. 203 

Strophen 34 — 36 wieder visionären Charakter haben. Das 
ist an sich schon auffallend. Ferner wird in diesen Endstrophen 
die Einnahme von Caher Conree nochmals berichtet (Str. 35 
atcliiu dir im dar magthech), was im Hauptteil des Gedichts 
lange vorher abgetan ist. Auch heifsen die Kühe in der Visions- 
strophe 34 erca Echdai wie in Aided I, dagegen sonst im 
Gedicht erca Iiichna (Str. 4. 12) wie in Binds. I. Danach 
scheint mir kaum zweifelhaft, dafs die Brinna Fercliertne ur- 
sprünglich nur aus den vier Strophen 1. 34 — 36 bestanden haben 
und dafs ein anderes Gedicht dazwischen geschoben worden ist. 
Die Vision hätte also ursprünglich gelautet: i) 

1. Ich sehe zwei Hunde (zwei Cú) kämpfen, mannhaft im 
Streit, 2) mit Glanz: es ist CuChulinn, der sich des Todes CuEoi's 
des Sohnes Dare's rühmt. 

34. Atchiu tri'^) erca Echdai. ni meirh doxengat latha. 
at'chiu daglaechu in betha. atchiu graige each datha. 

Ich sehe die drei erca Echda's, nicht schlaff schreiten sie 
durch die Marschen. Ich sehe die guten Krieger der Welt; ich 
sehe Pferde von jeder Farbe. 

35. Ich sehe Boote auf dem Flufs^); ich sehe einen Tod- 
feind (?)^), über den man die Oberhand gewinnt; ich sehe eine 
Schar über das ebene Haus hin; ich sehe einen Krieger, an den 
man sich nicht wagt. 

36. Atchiu gin hiii Nessa. cessa fri fiansa forhair. 
dias nad Uériu ergair. ata'ciu sa hi{c) congail. 

Ich sehe den Mund des Enkels der Ness, welcher wächst ^) 



*) Strophen, in denen mir die Lesart der Handschrift oder Meyers eine 
Korrektur zu verlangen scheint, setze ich in emendierter Gestalt hierher. 

*) Da comram fast immer maskulin ist, fasse ich comraim als ex- 
plikativen Genitiv zum Adjektiv ferda. 

^) teor ist natürlich unmöglich; die Form ist aus der Einleitung 
(EC 6, 187) eingedrungen, wo es na teora erca luchnai no Echdai heifst. 

*) Der Dichter scheint sich in der Nähe von Caher Conree einen schiff- 
baren Flufs zu denken. 

s) Zu galann s. Windisch, Ir. T. IH, 2, 542. 548; K.Meyer, Fianai- 
gecht 105. 

«) = aufgerissen wird? Es mag auf die Wutverzerrung CuChulinn's 
gehen. 



204 R. THURNEYSEN, 

hei den Leiden des Krieg-ertiims. ^) Zwei Männer, die Irland 
nicht faist2)j ich sehe sie kämpfen. 



Bei der Herstellung des übrigen Gedichts ist Aided II 
manchmal von Nutzen, wo mehrere dieser Strophen zitiert sind, 
und zwar bleibt Eg. 88 meist dem Original näher als YßL. Diese 
Partie ist metrisch nicht einheitlich. Das Metrum, mit dem 
sie beginnt, Fiannaigecht recomarcach (wie die Yisionsstrophen), 
wird Str. 8 durch Dehide unterbrochen. Dann fährt das alte 
Metrum fort bis Str. 13; von da an wechseln die beiden Yers- 
malse mehrfach ab, doch so, das alle die Strophen, die mit 
dos-farraid beginnen (19 bis 21. 23. 25) in ßannaigecht abgefafst 
sind, anderseits die ganze Aristeia von Lugaid, CuEoi's Sohn, 
(Str. 26 — 29) in Debide. An sich fiele dieser Übergang von 
dem einen siebensilbigen Vers in den andern nicht sehr auf, da 
ähnliches auch sonst vorkommt. Stutzig macht jedoch, dals 
gerade die erste Debidestrophe (8) wohl sicher ein fremder Ein- 
dringling ist; es ist die, mit der Binds. Juach seiner Gewohnheit 
den Prosabericht (oben S. 199) abschliefst. ^) So mufs man mit 
der Möglichkeit rechnen, dais auch die anderen Debidestrophen 
einer sekundären Erweiterung des Gedichts angehören. Vielleicht 
spricht für diese Annahme, dafs in ihnen (Str. 15) einer von 
CuEoi's Mannen Tredorndn heilst, was eine Nachbildung von 
Dedornd in den Rannaigecht- Strophen (23) sein möchte. Sicher 
ist sie allerdings nicht. Doch gebe ich im Folgenden zuerst die 
Rannaigecht -Strophen, dann die in Debide. 

2. Die Erainn nahmen Irland in Besitz ; ihre Sippen waren 
zahlreich; sie nahmen eine Provinz ein ohne Wanken bis nach 
Uisnech in Mide. 



') = forhair fri cessa fiarisa. 

2) eigentlich „nicht hütet". 

^) Der Wortlaut ist etwas geändert (s. o.), auch im Anfang: Ro'tnert . . 
in argain (im Anschlufs an Str. 7) statt Eo'ort . . orgaiyi, und am Schlufs 
das schwer verständliche ddig ba maith donderuidu- (di7ideiriu dir Eg. 88) 
statt: döig is friss rodas'midir. Am nächsten liegt do7id Eriu dir, das aber 
einen unmöglichen Beim mir fir ergibt. Don der uidir „dem dunklen 
Mädchen" gibt keinen guten Sinn. YBL hat die Strophe wieder dem 
Wortlaut von Dinds. angenähert (Eriu II 30, 15). 



DIE SAGE VON CUEOI. 205 

3. Sie schlugen viele Schlachten; die Scharen waren 
tapfer. Sie schliefen eine Nacht in Temair, als sie Emain 
Mach a aufsuchten. 

4. Es war eine von CuRoi's Künsten, dafs er den Kriegs- 
mann Fliuchna erschlug". Das war die Gi'undlage seines Streites, ^) 
dafs er die erca luchna-) forttrieb. 

5. Als er die Ulter beschimpfte — es wäre eine lange 
Geschichte zum Erzählen! — führte er nach dem feis („Gelage" 
oder „Nachtruhe"?) auf des Bootes Haut^) Blathuat von Cu- 
Chulinn^) weg. 

6. CuChulinn war auf der Suche, ein volles Jahr war er 
still, bis er geschickt den Weg erkundet hatte nach CuRoi's Caher. 

7. Als seine Frau CuRoi verriet, war es eine schlimme 
Tat, die sie verübte; sowohl sie kam nicht gut davon, als auch 
liefs sie die Erainn unter Schande zurück. 

9. Sie band sein Haar an Geländer (Umzäunungen), an 
Pfosten — blutigste der Erzählungen! — CuEoi erhob sich (trotz- 
dem) gegen sie (die Ulter), es war das Aufstehen eines Helden. 

10. Hundert Mann fielen von seinem Aufstehen, nachdem 
er an Geländern festgebunden war; dreimal fünfzig Mann über- 
dies, und fünfzig in blutigen Wunden,-') 

11. bis") ihn CuChulinn erreichte mit seinem eigenen 
Schwert, so dafs er ihn auf einer Streu zurückliefs auf den edeln 
Schultern von sechs Männern. 

12. Sie (die Ulter) strebten hinaus auf die Berge, sie 
rächten den Kriegsmann Fliuchna; sie trieben sowohl das 
(übrige) Vieh') fort als die erca luchna. 



*) cesta im Reim mit ercca. 

"^) Die Hs. bat hier lucliha, aber Str. 12 luchna. Die Sclireibung 
mit b scbeint nur durch deu Schreiber aus dem in derselben Hs. (fol. 121b) 
befindlichen Text Tesntolfa Connate eingeschleppt, wo es i n-Adarcaibh luch- 
baa {luchbai Eg. 1782, Ichbhad H. 1. 15) heilst; s. K. Meyer, Battle of 
Ventry 74, 34. 

') Zu verstehen ist: fri codnil curaig. 

*) Für CuCliulainn gab es keinen VoUreini; es reimt hier mit turim, 
Str. 20 mit foirinn, also teils im Konsonant, teils im Vokal ungenau. 

*) Der ungenaue Reim (lilib : fuilib ist auffallend. 

*) Zu lesen: Conidtarraid. 

') Für caihle möchte ich cethra lesen. 

Zeit8chrift f. cclt. I'liilulogie IX. '[^ 



206 R. THURNEYSEN, 

13. Da kam Senííaccail Setnach (?) '), mürbe und aufgelöst 
(waren) seine Kuoclien; rasch erhielt Dare's Sohn^) Unterstützung, 
nachdem sein Leben dahin war. 

19. Cairpre Cuanach holte sie ein, er tötete hundert Mann 
— ein wuchtiges Zusammentreffen — ; er würde mit Conchobor 
gekämpft haben, wenn ihn das tierreiche Meer nicht ertränkt 
hätte. 3) 

. 20. Clo holte sie ein mit Grimm; er tötete hundert Mann 
von ihrer Schar. So grofs seine Stärke im Körper war, er fand 
sein Grab durch CuChulinn. 

21. Eus mac Dedad holte sie ein und Tailc — sein Stamm 
war stark — ; um ihren Helden (CiiRoi) zu rächen, erschlugen 
sie die Männer von Ulster. 

23. Dos'farraid Forai fianach. fer nad'giallad ar gári. 

dos'farraid Dédornd dúalach. caríais na slúagach áni. 

Forai der scharenreiche holte sie ein, ein Mann, der sich nicht 

um Gelächters willen unterwarf. Dedorn mit den Haarflechten 

holte sie ein, er fegte den Glanz der Heerreichen hinweg. 

25. Riangabair's Sohn holte sie ein. Ingeilt (war) sein 
Name mit Glanz ;^) er brachte Carbre, Conchobors Sohn, unter 
die bitteren Wogen der Salzflut. 

30. larsain tdncatar Hcraind. d iarair a-rrig darimid. 
secht'') fichit ar trib^) cétaib. secht') cét mile do müib. 



1) In Aided II § 7, wo diese Strophe mit Strophe 20 in eine zusammen- 
gezogen ist, heilst er Senfiacail &iring {seirsigg Eg.). 

*) Ich lese: mac Dári. 

ä) So kann freilich nur übersetzt werden, wenn man twbáigfed . . 
nianibdded (mit schlechtem Keim) liest. Die Handschriften mit ro'bdga , . 
man'vhada (L), ro'baigi . . munabaiglii (Eg.), ro'baghai . . mano'baded 
(YBL) weisen im ersten Satz auf ein indikativisches Präteritum, das ich 
aber nicht konstruieren kann, ohne den Keim ganz zu zerstören. 

'») Aided il § 9 liest in der ersten Zeile Fer Becrach {Beehr ac Eg.), 
ce nini'ále, bés ni brég imma-rdide. Dais das eine sekundäre Änderung ist, 
ergibt sich schon daraus, dafs ce nimdle aus der dort (§9) vorausgehenden 
Strophe herühergenommen ist. Vielleicht sollte so auch hier ein zweisilbiges, 
reimendes Schlulswort ans Ende des ersten Versgliedes gebracht werden; doch 
ist in der nächsten Langzeile Conchobair in der Zäsur belassen worden. An 
sich ist die Einmischung einer Strophe mit dreisilbigem Zäsurschlufs ganz 
unbedenklich, zumal es sich i^m Eigennamen handelt. 

s) coic Aided II, § 8. 

*) tri ib., secht L. 

') deich Aided a. 0. 



DIE SAGE VON CUROI. 207 

Darauf kamen (alle) Erainn ihren König- zu suchen — ihr mögt 
es erzählen — , sieben mal zwanzig nebst drei Hunderten, sieben- 
hundert, ein richtiges Tausend.^) 

Die Debidestrophen. die auf keinen Fall jemals für sich ein 
Ganzes gebildet habeu, lauten (mit Ausnahme von Str. 8, s. o. 
S. 204) : 

14. Selbst der Spafsmacher des Fürsten war gut den 
Kampf zu beginnen;-) er zerhieb fünfzig bewaffnete Männer; 
dann duldete er, getötet zu werden. 

15. Es schleuderte 3) Tredornan der Blinde auf das Heer 
der Ulter — er war nicht langsam — einen ruhmbringenden 
Gewaltstein — ein Euf, der nicht töricht ist — , er tötete drei- 
mal zwanzig wahrhafte Krieger. 

16. Comram Echdach niic Dar- Find. ^) fil a thindrem 

[issin glind. 
hec a fis do neocli arthá. cair cia roid lecca ind. 

Der Kampf Eochaid's, des Sohnes von Dar-Find — sein Resultat^) 
liegt im Tal. Geringe Kunde hat der heute Lebende«) davon, wer ^) 
die Steine hineingeworfen hat. 

17. Der Kampf Eochaid's, des Sohnes von Dar-Find, (er- 
streckte sich) von der Spitze bis ins Tal. Er tötete hundert 
Männer in gleichem Kampf, bis ihn ungleicher Kampf (Über- 
macht) erreichte^). 



') Ist die Annahme richtig, dafs die Eannaigecht- Strophen einst ein 
Gedicht für sich gewesen sind, so fehlt die alte Schlufsstrophe, die das erste 
Wort der ersten Strophe wiederholte und den Ausgang des Kampfes meldete. 

'') Aided II, § G vermeidet das dunkle Wort hetacht nnd liest : ba saer 
oc imbirt chatha, ersetzt auch tescais durch das gewöhnlichere geguin. 

^) Ich möchte s in dos'relic als proieptisches Pronomen auf lia be- 
züglich fassen, obschon das Substantiv im Nominativ steht. 

*) Die Pseudokomposita mit Dar- betonen die zweite Silbe (K. Meyer). 
Die Strophe ist übrigens keine reine Debide, sondern Eannaigecht dialtack. 

^) Eigentlich „seine Ausführung". 

®) Wörtlich „der, der übrig ist". 

') zu cair cia vgl. Wiudisch, Tain B. C, S. 496 Anm. 3; Pedersen, 
Vergl. Gramm, n 201. 

*) conatarraid für conid'tarraid; ebenso Str. 29 conatánc[at]ar. 

14* 



208 R. THURNEYSEX. 

18. larsain tucad éc omlondJ) for Erlidig,ni fo chomlond, 
co'fil a charnd for Maig Bois. a Un ro'hói d eis anfois. 

Darauf wurde roh -grimmiger Tod gebracht über Eochaid, 
nicht im Zweikampf, so dafs sein Steinhaufe (Grabmal) auf 
Mag Eois ist mit allen seinen Leuten nach dem Schweifen in 
der Ferne. 

22. Darauf kam Xemthes der Druide; er wufste, was ihm 
bevorstand. Viermal zehn Mann erschlug er, das wiederholte er 
dreimal. 

24. Es kam Ferdomon in Zornröte (?) -) ; er trauerte nach 
dem dämonischen Streit; er hieb nach richtigem Zweikampf 
Fiacha dem Sohne Conchobor's die Faust ab. 

26. Lugaid und Loegaire, die lieferten einen Kampf heftiger 
als zwei Raben; er (Lugaid) liefs, um ihn zu liefern, seinen 
Wagen und seinen Wagenlenker in seinem Abspanneplatz. 

3L 3) Dies war ein Abspauneplatz auf Mag Euaig (dem 
Marschfeld); dort war es, dafs man im Kampf zusammentraf. 
Er (Loegaire?) wurde gegen die Silberfelsen ^) getrieben; daher 
stammt (der Name) „die Schlacht des Wagens". 

27. Loegaire rief dem Heere zu, da er so"») von ihm kam^): 
„Lafst uns den ehrlichen Kampf (d. h. den Zweikampf) gegen 
den Krieger aufgeben, ob wir (zusammen) unsere Pein rächen". 

28. (Aber) Fergus nahm es auf seine Ehre"), dafs die 
Menge ihn nicht erschlüge. Darauf erhielt er (Lugaid) Helden- 
recht gegen die herrlichen Männer von Ulster. 



^) écomlond ist hier durch den Debide-Reim ausgeschlossen. 

*) ferais ist des Eeims wegen uumöglich. Vielleicht fo rois wie in 
Siaborcharpat (oben S. 197 Str. 8); dann etwa: debuith iar mhodbda hrönais. 

^) Diese Strophe dürfte am ehesten hier einzureihen sein, wenn man 
Scor side liest. 

*) Dieser Name scheint zu zeigen, dafs dem Verfasser dieser Strophe 
die dem DÍ7ids. entnommene achte schon bekannt war und zwar bereits mit 
der Lesung Argatylind. 

*) Zu lesen: Í7iid amÍ7i. 

*) Das Imperfekt ticed fällt auf; soll er als wiederholt von Lugaid in 
die Flucht geschlagen gedacht Averden ? Oder ist ticid zu lesen: „Da ihr 
so (nämlich besiegt) von ihm kommt"? Achta in Strophe 31 kann auch 
Plural sein. 

') ^'gl- no-gabed Aiyigcel gruad 7 fir ui Xecce (Abb. d. k. Ges. der 
Wissensch. zu Göttingen XIV, 2, 28). 



DIE SAGE VOX CUKOI. 209 

29. Dreimal zwanzig Tage war er am Abhang; jeden Tag 
(fiel) ein Mann durch seine Kunst. Das waren seine Mühsale (?), 
bis die Erainn zu ihm kamen. 

32. Auf dem ..Gräberabhang" erhoben sie Geschrei; dort 
Stiels das Heer zusammen. Das ist der Xame. der auf ihm 
ruht, und nicht nur erl^) 

33. Elend ist so das Zusammentreffen von Blathnat und 
Ferchertne. so dafs ihrer beider Grab auf der Fläche von Cenn 
Bera sich findet, die ich aufsuche.-) 



Fragen wir. welche Gestalt der Sage das Gedicht — ab- 
gesehen von den inhaltsleeren Visionsstrophen — voraussetzt, 
so müssen wir auch hier zunächst ausscheiden, was deutlich 
eigene Erfindung des Dichters (oder, wenn die Debidestrophen 
hysterogen sind, der Dichter) ist. Das ist die Partie (von 
Str. 13 an), die wir ..die Eache der Erainn" betiteln können. 
Das Muster für diese springt ja in die Augen: es ist die Tain 
Bo Cuailnge. nur dals hier nun die Ulter es sind, die das Vieh 
aulser Landes treiben wollen (Str. 12), aber von den Eigen- 
tümern eingeholt und zu blutigem Kampf gezwungen werden. 
Und ganz wie in der Tain kommen zunächst einzelne Helden 
der Erainn angestürmt, zuerst der alte Senfiacail. dann (in 
Debidestrophen) der fer gciire (wohl der Xarr) CuEoi's, ein 
Blinder (Tredornan); darauf wirkliche Krieger (Str. 19 — 25), 
die alle zunächst den Ultern groise Verluste zufügen, aber 
dann der Übermacht erliegen. Der letzte Einzelheld ist Lugaid 
(CuEoi's Sohn) selber, der hier deutlich die Eolle CuChulinn's in 
der Tain übernommen hat. Als Einzelner hält er das Heer der 
Feinde 60 Tage lang auf. Und da diese Lust bezeigen, ihm 
keine Zweikämpfe mehr zu bewilligen, sondern ihn durch Über- 
macht zu erdrücken, setzt Fergus, wie in der Tain, seine Ehre 
dafür ein, dafs ihm ..ehrlicher Kampf" gewährt werde (Str. 26 — 29, 
wohl auch 31). Endlich naht die Hauptmacht der Erainn und 
die grofse Schlufsschlacht beginnt (Str. 30. 32). 



*) d. i. er heifst nicht nur Gräberabhang, sondern ist auch einer. 
*) sir{a)im ist für das reimlose assin rind zu lesen, wie Aided 11 
§ U (Eg.) zeigt. 



210 R. THURNEYSEN, 

Die Anregung für diese Partie wird dem Dichter eine ähn- 
liche Gestaltung der Sage gegeben haben, wie sie in Aided I 
vorliegt. Dort nehmen zwei Männer aus CuRoi's Gefolge Eache 
an den Feinden. Sein "Wagenlenker sprengt mit Conchobors 
Sohn Coirbre über einen Felsen hinab, sein fili Ferchertne 
bringt sein verräterisches Weib mit dem Speer um. Beides 
wird auch in uuserm Gedicht erwähnt, nur dafs der Wagen- 
lenker hier Ingeilt mac Riangabra heifst (Str. 25), und dafs 
das Grab von Ferchertne und Blathnat in Cenn Bera lokalisiert 
ist (Debidestr. 33, vgl. 7). Aber es ist diese Rache für den er- 
schlagenen Herrn auf den ganzen Stamm der Erainn ausgedehnt. 

Das dieser Rache Vorhergehende, d. h. im "Wesentlichen die 
vom Dichter vorgefundene Sage, behandelt er nur ganz knapp. 
Hervorzuheben ist das Folgende: 

1. Das Weib heilst Blathnat (Str. 5) und die Kühe erca 
luchna wie in Binds, (aber in der Vision: erca Echdai, s. oben 
S. 203). Vater und Herkunft Blathnats werden nicht erwähnt 
(aufser in der aus Binds. I eingeschobenen Strophe 8). 

2. Wie die sdrugud (Kränkung) der Ulter und CuChulinn's 
vor sich ging, wird leider nicht klar erzählt. Zum Raub der 
erca luchna aus Emain Macha scheinen die gesammten Erainn 
auszurücken (Str. 3); den Ulterkämpen Fliuchna, den CuRoi 
erlegt (Str. 4, vgl. 12), wird wohl nur der Dichter als Reim zu 
luchna erfunden haben. Besonders dunkel ist, wie CuRoi dem 
CuChulinn die Blathnat entführt. Die zweite Zeile von Str. 5 
kann übersetzt werden: „nach der Nachtruhe auf (eigentlich: 
an) des Bootes Haut führte er Blathnat dem CuChulinn davon" 
oder „nach einem Gelage führte er auf des Bootes Haut Blathnat 
dem CuChulinn davon". Die letztere Fassung würde eher zu 
der Art stimmen, wie in Aided I Blathine dem Echde entführt 
wird, als wie dort CuRoi in ihren Besitz gelangt. Hat den 
Dichter seine Erinnerung getäuscht? Jedenfalls scheint auch 
hier CuRoi zunächst unerkannt geblieben zu sein, da CuChulinn 
ein Jahr braucht, um den Wohnsitz des Räubers, Caher Conree, 
herauszufinden (Str. 6). 

3. Den Verrat CuRoi's durcli Blathnat denkt sich der 
Dichter so, dafs die Frau den Mann — offenbar während des 
Schlafes — an seinen Haaren festbindet, damit die Feinde über 
ihn herfallen können. Es mag ihm etwa die Szene von Simson 



DIE SAGE VON CUROI. 211 

und Delila vorgeschwebt haben. Mit Äiäcd I hat diese Er- 
zählung keine Berührung. Dagegen erschlägt ihn dann Cu- 
Chulinn mit seinem eigenen Schwert (Str. 11). das vermutlich 
auch das Weib ihm entwendet hat. Und auch in Aided I spielt 
CuRoi's eigenes Schwert bei seinem Tod eine Eolle (§ 10), ob- 
schon auch dort der Erzähler zu berichten vergifst, wie es in 
CuChulinn's Hände kommt. 



IV. Einleitimg. 

Wollen wir nun im Einzelnen verfolgen, was Spätere aus 
diesem Material gemacht haben, so ist vor allem die Einleitung 
von Wichtigkeit, die in Laud 610 dem Gedicht vorangestellt ist. 
Sie lautet: 

Was ist die Ursache, weshalb die Ulter CuRoi den Sohn 
Dare's getötet haben? — Das ist nicht schwer (zu sagen). 

1. Um der Kränkung CuChulinn's willen in betreff Blatlmat's, 
der Tochter von Menu oder von Poll (Puill?) mac Fidaig, die 
aus der forhais Fer Fulga gebracht worden war, und in betreff 
der drei erca luchna's oder Echda's und in betreff' der drei fir 
Ochai'ne; das waren kleine Vögel, die auf den Ohren der Kühe, 
d. h. der erca, waren, wenn sie ihre Milch in den Kessel fliefsen 
liefsen. Denn sonst gaben sie keine Milch, aufser wenn der 
Kessel vor ihnen stand und die Vögel auf ihren Ohren waren 
und ihnen sangen. 

2. Denn dieser Kessel vertrat die Stelle eines Kalbes bei 
ihnen. Dreifsig Rinder konnte der Kessel fassen ; und er wurde 
jeden Tag aus ihnen (den erca) voll gemolken. Unde CuChu- 
linn cecinit: 

Ein Kessel war in der Burg, das „Kalb der drei Kühe" ; 
dreilsig Rinder in seinem Schlund, die füllten ihn nicht. 
Zu diesem Kessel pflegten sie zu kommen — wonnig 

[war der Wettstreit — ; 
sie gingen nicht wieder von ihm fort, bis sie ihn voll 

[zurückliefsen. 
Viel Gold und Silber war dort (oder: in ihm) — wonnig 

[war der Gewinn — ; 
ich nahm diesen Kessel mit nebst der Tochter des Königs. 



212 R. THURNEY8EN, 

3. CuEoi sagte zu seinem Weib, als er am Morgen die Ulter 
durch den Morgennebel nach der Caher auf sich zukommen 
sah: „Sind das nicht Schlachthaufen?" — „Es sind keine 
Schlachthaufen" sagte das Weib, „sondern Kuhherden". Unde 
CuRui cecinit: 

„Wenn es Herden sind und mögen es Herden sein, so sind's 
keine Herden magerer Kühe; ein kleiner Mann, der Klingen 
schwingt, ist auf dem Rücken jeder einzelnen Kuh". 

4. Darauf beredete sie ihn zum Schlaf und schüttete dann 
die Milch der erca in den Bach. Denn das ist das Zeichen, das 
sie CuChulinn gegeben hatte, wenn die Caher geöffnet und der 
Mann eingeschlafen sein werde, werde sie. die Milch der erca in 
den Bach schütten. Also gescliah es. ünde Finnglaissi uocata 
est. Darauf kamen die Ulter und töteten den gebundenen CuEoi, 
der von ihr gebunden war, und verbrannten die Caher. 

5. ünde qiiidam uidens ait: 

Wer ist das Knäblein '), das (Feuer) anzündet 
zur Seite von Caher Conree? 
Wäre es zu Lebzeiten von Dare's Sohn, 
würde er (sie) nicht verbrennen; (ich sage es), wenn 
[du mich auch nicht bittest. 2) 

6. Vom 1. November bis zur Mitte des Frühlings hielt der 
Kampf die Ulter auf und ein Drittel über die Hälfte ihrer Heer- 
scharen liefsen sie (tot) zurück.. 



Man sieht, der Verfasser hat allerlei zusammengetragen. 
Seine Hauptquelle ist Binds. I, mit dem er mehrfach wörtlich 
übereinstimmt. Aber er trägt die dort ziemlich holperige Er- 
zählung geordneter und etwas ausführlicher vor und fügt aus 
dem Gedicht die Bindung CuEoi's durch seine Frau ein (§ 4). 
Auch die Schlufsbemerkung (§ 6) gründet sich auf die vielen, 
zum Teil sechzig Tage währenden Kämpfe, die das Gedicht auf- 
führt, und auf den Parallelismus der Tain Bo Cuailnge; denn 
diese dauerte on Juan ria samain go iuiütc (iosacJi) n-earraigh 
(nach Hs. St. bei Windisch 3186. 4592. 4646). Den Anfangs- 



>) d. i. CuClmliun 

*) cc nimále. 



DIE SAGE TON CUROI. 213 

termin samuin lieferte Binds. I mit aiclclii samnn. Aus dem 
Gedicht (Str. 34) fügt er auch zu erca luclina die Variante no 
Echdai bei (§ 1). 

§ 2 ist aus denselben Versen von Siahorcharpat gezogen. 
die Aided I zitiert, und zwar zeigen sie die gleichen Abweichungen 
vom gewöhnlichen Text wie dort (oben S. 198). Die Lesart ha 
meUach in frith in der dritten Strophe ist nur speziell in unserer 
Handschrift aus der vorhergehenden Strophe eingedrungen; 
Aided II § 1, das. wie wir sehen werden, aus unserer Einleitung 
schöpft, liest noch: robo maitli in [f]rith, ganz wie Aided I. 

§ 3 stammt, wie von K. Meyer und Best bemerkt worden 
ist, aus JSIesca Vlad. Die beiden Späher, die Druiden Crom 
Darail und Crom Deroil, sehen dort die Ulter gegen CuEoi's 
Burg Temaii' Luachra herankommen, sind aber im Zweifel, ob 
es wirklich Heerscharen oder aber Herden usw. sind. Crom 
Deroil, der sie als Heere erkannt hat, berichtet CuEoi darüber, 
und die Strophe scheint zu CuRoi's Antwort zu gehören. Sie 
lautet LL 265 b 8 (ed. Hennessy p. 24): 

Masat cethra co ndath cheihra. ni liimmirgi oenhó. 

ata fer horh hertas hroengó. ar druim cacha oenhó. 
Die Anwendung dieser Strophe auf die Sage vom Tode CuRoi's 
rührt wohl nicht erst vom Verfasser der Einleitung her. sondern 
wird von einem andern Erzähler übernommen sein. Jener fügt 
dann noch eine Strophe (§ 5) bei. deren Herkunft unbekannt 
ist;*) sie hat ihn bestimmt, die Caher Conree durch die Ulter 
nicht nur (wie Dinds. I) einnehmen, sondern auch verbrennen 
zu lassen (§ 4). 

Noch bleiben aber zwei Neuerungen zu besprechen. Erstens 
der Zusatz im Blathnait ingin Minn no Phnill maic Fidaig, 
während Binds. I nur hat: Blathnat ingcn 3Iind (rig Fer Falga). 
Der Name klingt unirisch, und man wird unwillkürlich au den 
Fürsten Bwyll penn anniciyn ,,Pwyll Haupt der Toten weit" 
in dem bekannten kymrischen Mabiuogi erinnert. Die CuRoi- 
Sage war auch in Wales bekannt, wie die Totenklage Manvnat 
Corroi mal) Bayry im Book of Taliessiu zeigt, die vom hj franc 
Corroi a Chocholyn singt.-) Sollte dort der Fürst des unheim- 



') In Aided II % 9 ist astoi (s. ZCP 8, 64) in contoi verderbt (in 
beiden Hss.). 

*) Skene, The four ancient books of Wales II 198. 



214 R. THURXEYSEN, 

lichen Landes, aus dem die Frau geholt wird, den Xamen Pwjil 
hekommen und irische Erzähler davon Kenntnis erhalten haben? 
Der Name des Grofsvaters, Fidach, ist allerdings irisch. 

Ebenso schwer ist zu bestimmen, woher die fir Ochaine 
(§ 1) stammen, die Vögel, die den Kühen zusingen, wenn sie 
Milch geben. Der Ort Ochaine ist aus der Tain Bo Cuailnge 
bekannt. Er liegt in CuChulinn's Land (Co. Louth); von dort 
aus schleudert CuChulinn nach dem Heer der Connachter (ed. 
Strachan-O'Keeffe 1101), und zwischen Ochaine und dem Meer 
kämpft er mit Nadcranntail (ib. 1274). Was haben aber Vögel 
aus dieser irischen Gegend mit den überseeischen Wunderkühen 
zu schaffen? Es sieht aus, als ob ein Stückchen Folklore will- 
kürlich in die alte Sage eingeschaltet worden wäre. 

Die fir Ochaine kommen meines Wissens nur noch in 
Ätnra ConRoi (Eriu II 5 u, 30) vor in dem Satz CiiChtilainn cow 
sine fris firu Ochaine. Heilst das: „CuChulinn rang mit ihm 
(CuRoi) um die fir Ochaine^^? Ob aber die fir Ochaine in ^mra 
ConRoi dasselbe bedeuten wie in Einl,, läfst sich nicht ersehen. 
Möglicherweise hat der Verfasser der Einl. nur einen ihm un- 
verständlichen Ausdruck aus der Ämra auf die Vögel übertragen, 
als er sie der Erzählung einverleibte. 



In derselben Handschrift findet sich hinter dem Gedicht 
Brinna der kurze Abschnitt (Rev. Celt. VI 188): 

„CuRui hat dieses gesungen, da er getötet wurde: 

weh! Sausen des scharfen Speers! 

Heftiges Aufstöhnen von Niall's grofsem Sohn! 

Ein Juwel einem Knecht (anvertrauen), ein Geheimnis 

[einer Frau — 
Wehe dem, der beides tut!" 

Der, welcher die Strophe dem CuRoi zugeschrieben hat, mufs 
Aided I gekannt haben, wo CuRoi sich ähnlich ausdrückt (§ 11), 
Denn weder in Brinna noch in Einl. verrät Blathnat ein an- 
vertrautes Geheimnis. Die Zuteilung der Strophe an CuRoi 
ist freilich irrig, da er nicht wohl als mac Néill bezeichnet 
werden kann. 



DIE SAGE VON CUROI. 215 

y. Aided II. 

Der Text der beiden Handschriften, Yellow Book of Lecan 
und Egerton 88, ist von den Worten in § 6 an: Äfrachi[a] doih 
in fer gaire . . identisch oder zeigt doch nur so unbedeutende 
Varianten, wie sie zwischen zwei beliebigen Abschriften vor- 
zukommen pflegen. Dagegen vorher entsprechen dem ausführ- 
lichen Bericht in YBL nur ein paar Zeilen in Eg. Weshalb, 
wird sich sofort ergeben. 

Eine Hauptgrundlage der Prosaerzählung bildet das Gedicht 
Brinna, von dem sie mehrere Strophen im Wortlaut anführt. Dieses 
hatte schon genau die Gestalt, in der wir es kennen; die Strophe 8 
war aus JDinds. 1 schon eingeschoben und stand an derselben 
Stelle, da Str. 7 und 8 hintereinander in § 15 (Eg.) ') auf- 
geführt werden. Der Prosaist mufste natürlich die sprunghafte 
und undeutliche Erzählungsweise des Gedichts mit einer klareren 
und ausführlicheren vertauschen; er hat die Situationen, die die 
einzelnen Strophen an die Hand gaben, jeweils etwas ausgemalt. 
Wenn z. B. das Gedicht nur meldet, dafs Ferchertne und Blathnat 
an derselben Stelle begraben liegen, schildert Aided II die 
Todesweise beider: Ferchertne schlingt die Arme um sie, zer- 
quetscht ihr die Rippen und stürzt sich mit ihr über den Fels 
hinunter (§ 14) usw. Auf diese Weise hat der Erzähler aus dem 
Gedicht gewonnen : § 4 (Anfang) aus Str. 6 ; § 6 aus Str. 9. 10. 
11 (s. u.). 14; § 7 aus Str. 13. 20. 19. 16 (s. u.). 17; § 8 aus Str. 30; 
§ 9 (zweite Hälfte) aus Str. 25; § 13 (Ende) und 14 aus Str. 33; 
§ 15 aus Str. 8. 

Aber das Gedicht hatte auch schon ganz dieselbe Einleitung 
wie in Laud 610; denn sie ist in Aided II mitbenutzt. § 1 ist 
grofsenteils wörtlich aus Einl. 1 und 2 herübergenommen mit- 
samt den Strophen aus Siahorcharpat ConCidainn; § 4 (is e 
comartha ro-btti usw.) aus Einl. 4; § 5 mit der Strophe: Masa 
cheathra . . aus Einl. 3; § 9 (erste Hälfte) mit der Strophe: Coich 
in maccau . . aus Einl. 5^); § 15 (Dauer des Kampfs und Verluste 
der Ulter) aus Einl. 6. 3) 

Die beiden letzten Übereinstimmungen sind nun darum 
wichtig, weil sie sich auch in Eg. finden. Seine kürzere Fassung 



>) YBL läfst Str. 7 aus und ändert Str. 8 (s. oben S. 20i, Anm. 3). 
') Aided II setzt an die Stelle des quidam den Dichter Ferchertne. 
') Wobei rohast mils verstanden worden ist. 



216 R. THURNEYSEN, 

ist also nicht etwa eine ältere, die sich nur auf das Gedicht 
gründete, sondern sie ist aus der YBL- Fassung gekürzt. Der 
Grund der Kürzung ist auch leicht ersichtlich. In Eg. geht 
Aided I voraus, das die Geschichte CuRoi's bis zu seinem Tod 
erzählt. Der Schreiber (wohl nicht von Eg., sondern seiner 
Quelle) fand einen zweiten Text (Aided 11), der die Ereignisse 
bis und mit CuEoi's Tod, wenn auch zum Teil anders, gleichfalls 
berichtete, der aber namentlich von den blutigen Taten nach 
CuRoi's Tod viel zu erzählen wufste. Diesen zweiten Teil (§ 6 
bis 15) nahm er unverkürzt auf, während er den ersten auf die 
folgenden Sätze reduzierte: 

3iad iar n-araile slicht immurro, is í Blailinait ingen Mind 
no Puill maic Fidhaigh tncad a forhais Fer hialgai] no is ingen 
sidlie Iiiclmoe ri Fer hFalgce A. fed mara, ctr innsih niara no' 
hidis. Ar ro[s\carusiar side CuCkulainn, sin, b-ta ^) tar muir. 
y is i ro'dail fri ConCuIainn aidclie samna do sunnrad. condó[s\ 
selaig CuChidainn cona cJaideh fesin iarna gait do Blathnait 
aire y iar tuidhme a fuilt do colbaih y tuiredaib in dunaid. At' 
raclit etc. 

„Nach einer anderen Überlieferung jedoch ist es Blathnait 
ingen Mind no FuiU macc Fidhaigh, die von forhais Fer Falgce 
gebracht wurde. Oder sie ist die Tochter von luchna, dem 
König der Fir Falgae, d. i. 'Wall {fdl) des Meeres' (sie wohnten 
auf Inseln des Meeres). Denn CuChulinn hatte sie geliebt, 
schon bevor sie übers Meer gebracht worden war. Und sie 
hatte CuChulinn speziell auf die Nacht vor dem 1. November 
bestellt. Da erschlug ihn (= CuRoi) CuChulinn mit seinem 
eigenen Schwert, nachdem Blathnait es ihm gestohlen hatte, 
und nachdem sein Haar an die Pfosten und Pfeiler der Burg 
gebunden worden war" usw. 

Es wird also sofort aus dem Anfang von § 1 auf die Mitte 
von § 4 überges})rungen. So kurz dieser Auszug ist, er genügt 
um zu zeigen, dafs auch YBL den ursprünglichen Text nicht ganz 
unverändert wiedergibt. Die Wörter no FuiU maic Fidaig (aus 
Einl. 1) hat auch Aided II einst besessen, sie sind nur in YBL 
unterdrückt. Ebenso mufs dort in § 6 vor Atracht[a] doih ein 
Satz ausgefallen sein, der die Tötung CuRois mit seinem eigenen 
Schwert erzählte (im Anschlufs an Brinna Str. 11). So haben 



*) Nach [»ejsht erwartet mau eine ro-Form, wie deim YBL thudha liest. 



DIE SAGE VON CUROI. 217 

wir ja auch schon mehrfach gefunden, dafs YBL an den über- 
lieferten Strophen mehr geändert hat als Eg. 

Der Verfasser von Aided II hat aus den ziemlich zu- 
sammenhangslosen Partikeln, die die Einleitung und die 
Brinna lieferten, eine glatt fortlaufende Geschichte zusammen- 
gedichtet. Er hat aber daneben noch mehrere andere Quellen 
benutzt, die "wir wohl alle nachweisen können. 

So hat er auch direkt aus Binds. I geschöpft, das schon 
eine Quelle für Einl. gebildet hatte. Daher stammen in § 4 
die Ausdrücke roddl und aidchi samna, besonders aber in § 3 
der Bericht, dafs CuEoi den Kopf CuChulinns mit cacc na 
mbó eingerieben habe. ') Geschickt verbindet der Verfasser 
damit die Angabe des Gedichts (Str. 6), dafs CuChulinn ein 
Jahr lang lä toi gewesen sei; er läfst CuChuliun aus Scham- 
gefühl ein Jahr lang die Ulter meiden (§ 4, Anfang). Auch die 
Notiz, dafs dieser Blathnait schon früher geliebt habe (§ 4), ist 
auf den Satz in Binds. I gegründet : Ba legman side (Blathnat) 
do ChoinChidaind. 

Die Erzählung in § 4, wie CuChulinn in Verfolgung eines 
Seh warms schwarzer Vögel nach Srúb Brain im "Westen Irlands 
und dadurch nach Caher Conree gelangt sei, ist aus dem Dind- 
senchas von Srub Brain geschöpft und zwar nicht aus dem 
Gedicht (LL 154b). sondern aus der Prosa (Rev. Celt. 15, 450), 
wie die wörtliche Übereinstimmung im Ausdruck en each íhíre 
zeigt 2) 

Weiter ist ein besonderes Einsatzstück Ainra ConBói (§ 11. 12). 
Man könnte sich zwar fragen, ob der Redaktor von Aided II 
nicht selber der Dichter der Amra sei und die fir Ochaine 
(oben S. 214) aus Einl. herübergenommen habe. Aber dagegen 
spricht erstens die etwas dürftige Art der Einführung (§ 10); 
ferner dafs Amra ConEói tatsächlich als Stück für sich, ohne 
die übrige Erzählung, vorkommt ;3) besonders aber, dafs sie in 
allen Handschriften von Cormacs Glossar s. v. nicht zitiert 



') Man beachte, dafs diese "Wörter mir in Diyids. I, nicht in Dincls. II 
vorkommen. 

2) Sie braucht darum nicht aus der jüngsten ßedaktion des Dindsenchas 
genommen zu sein. Nur ist uns die Prosa der älteren anscheinend verloren- 
gegangen. 

3) In der Hs. H. 3. 18, p. 49, ed. Stokes, Eriu U, 3 ff. 



218 R. THURXEYSEN, 

wird. 1) Für so alt wie die ursprüngliche Abfassung von Cormac 
dürfen wir aber den Gesamttext Aided II doch sicher nicht 
halten. Stokes hatte also Unrecht, die Einkleidung von 
Aided II in Eriu II 1 anzuführen, als ob sie seit jeher zur 
Amra gehört hätte. 

Soweit lälst sich das Mosaik leicht in seine Bestandteile 
auflösen, die wir anderwärts wiederfinden. Aber noch sind zwei 
Episoden übrig. 

Die bis jetzt besprochenen Quellen {Binds. I, Brinna und. 
Einl.) sagten über das, was der sdrugnd CuClmlinn's durch 
CuRoi voranging und bei welcher Gelegenheit sie stattfand, so 
gut wie nichts aus. Sie verwiesen zwar zum Teil auf Forhais 
Fer Falgce] aber dieser Text war ja unverständlich und un- 
ausgiebig. Diese Lücke mufste der Prosaerzähler irgendwie 
ausfüllen. Er tat es durch §2 — 3, von denen nur der Schlufs 
aus Binds. I genommen ist. Anderswo kommt diese Erzählung so 
nicht vor. Aber man sieht auf den ersten Blick, dafs sie mit 
Aided I aufs engste verwandt ist; ja, der Satz: Itivsoi friside, 
coivtarad isin talmain conici a da ascaill (§ 3) zeigt wörtliche 
Anklänge an: to'soi fris int ogl-. focairt uadha isin tal- . . . 
CO 2 n-ox- (Aided. I, §6). Darnach scheint mir unzweifelhaft, 
dafs der Redaktor von Aided II jenen älteren Text gekannt 
hat, wenn er ihm auch vielleicht nicht schriftlich vorlag. Er 
wollte offenbar eine Parallelerzählung dazu schaffen auf Grund 
anderer, schriftlicher Quellen, die er gefunden hatte. Nur soweit 
diese empfindliche Lücken liefsen, hat er auf ihn zurückgegriffen 
und ihn dabei nach Bedürfnis gekürzt und umgemodelt.-) 

Endlich noch ein Letztes. Nach Brinna kamen erst nach 
CuEoi's Ermordung zuerst einzelne seiner Mannen, dann seine 
ganze Heerschar zur Unterstützung herbei. Im Muster für 
diese Erzählung, in der Tain Bo Cuailnge, war das verspätete 
Erscheinen der Ulter auf dem Kriegsschauplatz durch ihr Leiden 
{cess noinden) begründet. Der Dichter der Brinna hatte es 
aber nicht für nötig befunden, ein besonderes Motiv anzugeben. 



*) In Laud 610: nicht .i. inar. tit Ferchertne dixit A. deck ruchtu 
dirggu (Vgl. Eriu II, 5 Zeile 4; 28 § 12; 13 s. v. ruchta). 

*) Der brat lacldna, deu CuEoi (§ 2) trägt statt des brat odar (Aided I 
§ 3), mag aus Fled Bricrenn § 91 genommen sein, wo der unkenntliche CnRoi 
einen brat dub lachtna umhat. 



DIE SAGE VON CÜROI. 219 

Das holt nun unser Verfasser nach (§ 4): ,,An diesem Tag 
(adaig samna) hatte sie (Blathnat) CuEoi den Eat gegeben, er 
sollte für seine Caher eine hervorragende Befestigung machen, 
nämlich aus jedem Steinpfeiler, der in Irland stehe oder liege. 
Die dann Bedad waren es, die an einem Tag aufbrachen um die 
Caher zu bauen, so dafs er ganz allein in seiner Caher war an 
diesem Tage. " 

Dieser Bericht findet sich zum Teil wörtlich gleich in 
Dinds. II (oben S. 198 f.). Welcher Text ist die Quelle des 
andern? Die Antwort fällt nicht schwer, wenn man die ganze 
Gestaltung von Dinds. II genauer betrachtet. Zu der Sclilufs- 
strophe von Binds. I hat es zwei weitere hinzugefügt. Die erste 
ist Str. 33 der Brinna, die in Aided II § 14 aufgenommen ist. In 
der letzten Zeile lesen nun Brinna und Aided II: i-Uaind Chind 
Bera siraim,^) dagegen Binds. II: i rinn Bera Cinn siraim. 
Diese Lesart ist klärlich durch die Prosa Aided II § 14 be- 
einflufst, wo es heilst: frisin carraic .?'. i ritid Chind Bera. 
Daraus ergibt sich mit Sicherheit, dafs für diese Strophe 
Aided II die Quelle von Binds. II gewesen ist, nicht umgekehrt, 
was ja von vornherein das Wahrscheinlichere war. 

Die dritte Strophe in Binds. II: 

Fer Bregach y Sen Fiacail"^). rohtar araid do thriathaih. 

fer gdire a fraechmaig i fat. mor do Jaechaib roortsat 

fafst einige Episoden zusammen, die in Aided II § 6. 7. 9 er- 
zählt sind. Dabei ist aus Versehen auch Senflacail (hier Sen 
Fiacail) zu einem Wageulenker (ara) geworden; vielleicht hat 
das davorstehende iaraid das Mifsverständnis verschuldet. 

Ist so sicher nachgewiesen, dafs die metrischen Erweiterungen 
von Binds. II aus Aided II geschöpft sind, so ist natürlich das 
Gleiche für die besprochene Partie in Prosa anzunehmen; Aided II 
ist auch hier das Original. ^) 

') Das letzte Wort ist nur in YBL, nicht in Eg., in hric/mair geändert. 

*) Das mangelhafte Reimwort ist in BB mit is sen fria gail ver- 
tauscht worden. 

^) Ein Bedenken gegen die Annahme, dais Dinds. II nur aus Dinds. I 
und Aided II geflossen sei, könnte man etwa daraus schöpfen, dafs der 
lateinische Satz: unde Findglais dicitur sich in keinem der beiden Texte findet, 
wohl aber — in der Form: unde Finnglaissi uocata est — in der Einleitung 
zu Brinna. Die Stelle gehört zu dem Teil von Aided II, den Eg. über- 
sprungen hat. Nun steht in YBL (§ -4): conid Findglais an aband and n-uair 



220 K. THURNEYSEN, 

Soll man nun annehmen, dafs für diese Episode mit den 
Steinpfeilern dem Verfasser von Aided II irgendeine andere, 
uns unbekannte Quelle vorgelegen hat? Das ist sehr unwahr- 
scheinlich. Sie ist zu kurz. Man kann sich schwer denken, wie 
der Grundtext ausgesehen haben sollte. Es ist dem geschickten 
Verfasser gewifs nicht zuviel zugetraut mit der Annahme, er 
habe diese Begründung der Verlassenheit CuRoi's selber erfunden, 
zumal das Gedicht ihm einigen Anhalt bot. Dort war Str. 16 
erzählt, dafs Eochaid mac Dar -Find das Tal voll Steine ge- 
worfen habe. Die Strophen 16. 17 finden sich auch in Aklcd II 
§ 7, freilich in eigentümlicher Gestalt. Beide Handschriften haben 
dafür nur eine Strophe, deren erste Zeile in Eg. lautet: 

Comram Echdach maic Darßnn. fil a tinnrem isin nglinn, 
also wie Brinna Str. 16; dagegen in YBL: 

Comrom Echach maic iJaire. otha in rind corici in nglind, 
also wesentlich = Brinna 17. Beide fahren fort: 

Marhais cet fer ha mor hrig. ha do digail a deghrigh, 

also eine Variante zu Brinna IIA) Vermutlich hat Aided II 
einst beide Strophen enthalten und hat sie jede der beiden 
Handschriften in besonderer Weise auf eine reduziert. Für uns 
wichtig ist nun, dafs unmittelbar darauf (§ 8) erzählt wird, die 
dand I)eda{i)d hätten auf das Jammergeschrei hin die herbei- 
geschleppten Steinpfeiler weggeworfen {ro'ldsat wie in Brinna 
16 : ro'ld) und sich in den Kampf gestürzt. Damit wird un- 
mittelbar die Strophe Brinna 30 verbunden, wo nur an die Stelle 
der Héraind die cland Bedaid {mic Beg. Eg.) gesetzt sind, die 
dem Verfasser als Bezeichnung der Angehörigen CuRoi's ge- 
läufiger gewesen zu sein scheinen als die Erainn.2) Somit ist höchst 



sin. Mh' ist nicht zweifelhaft, dafs der Satz ursprünglich in lateinischer 
Form aus Einl. in Aided II übergegangen war, und dafs ihn nur YBL, 
das ja mehrfach solclie kleinen Änderuugen vornimmt, ins Irische übersetzt 
hat. So war aucii hier Aided II die Quelle für Dinds. IL Nur die 
Namensform luchna Echbeoil (BB) ist wohl aus dem Diudsenchas Adarca 
herübergenommen (s. u.). In R ist daraus lachna Ech- Echbeoil geworden, 
wie iu Cormac's Glossar (s. u.). 

1) Es kann die ursprüngliche Lesart des Gedichts oder eine frühe 
Korrektur sein, da der Reim comloiid : écomlond mindestens auffällig ist, 
zumal vor dem der nächsten Strophe (18): t'c omlond : comlond. 

2) coiced Erenn in § i ist nicht mit Best als „eine Provinz der Eraiuu" 
zu übersetzen, sondern wohl gleich Ulster, vgl. AU 1062. 109(3. 



DIE SAGE VOX CÜROI. 221 

wahrscheinlich, dars die Idee der Steinpfeiler-Episode durch die 
Strophe 16 der Brinna in ihm angeregt worden ist. 

Diese Episode ermöglichte nun dem Eedaktor, einen weiteren 
Vers aus Mesca ülad zu verwerten i) neben dem aus Einl. über- 
nommenen, nämlich in § 5 : 

Masdo daraig is luath rait. is hiiaid masda licc, 
der in Mesca Ulad S. 22 (LL 265 a 35) lautet : 

Masat cargi is luath rait. atruad masat lue. 

Überblickt man alle diese Quellen, so wird man nicht nur 
die ausgedehnte Literaturkenntnis des Redaktors von Aided II 
bewundern, sondern auch die Geschicklichkeit, mit der er aus 
diesen disieda memhra ein organisches Ganzes geschaffen hat. 
Nur eine Ungeschicklichkeit ist ihm begegnet. Während er im 
Anfang von § 1 Blathnait ingen Miyid no Puill maic Fidhaigh 
(siehe oben S. 216) genannt hat im AnschluXs an Einl., ist sie 
in § 4 (Mitte) plötzlich ingen luchnai r'i{g] Fer Falgai. Auch 
Eg. registriert getreulich diese dritte Vaterschaft; aber hier 
fällt sie nicht so auf, da sie mit einem „oder" eingeführt wird. 
Freilich ist Blathnat auch in Binds. 1, das in § 4 mit benutzt 
ist, ingen rig Fer Falga; aber der König heilst dort Mend wie 
in Einl. Hatte etwa der Verfasser eine Handschrift von 
Binds. I vor sich, wo dieser Name mit luchna vertauscht war? 
Die Änderung lag an sich nahe, da ja nach diesem Text die 
erca luchna's aus forbais Fer Falgae erbeutet worden waren; wer 
sollte denn ihr urprünglicher Besitzer luchna sein, wenn nicht der 
König der fir Falgae? Oder ist dieser SchluTs erst von unserm 
Verfasser gezogen worden, der vergessen hatte, dafs er der 
Jungfrau drei Paragraphen vorher einen andern Vater gegeben 
hatte? In jedem Fall hat er hier einen Widerspruch stehen lassen. 



Aided I und Aided II sind zwei gute Beispiele für alt- 
irische Erzählungsweise, jenes für die ältere, abgerissene, wie sie 
etwa im 8. bis 9. Jahrhundert üblich war, dieses für die spätere, 
glättere, bevor sie durch die bombastisch-rhetorische Ausdrucks- 
weise des 11. bis 12. Jahrhunderts verdorben wurde. Noch 
einen dritten Erzählungskünstler gestattet uns aber diese Sage 
am Werke zu sehen, den „Historiker" des 17. Jahrhunderts: 



3) Siehe Best, Eriu II 22, Anm. 14. 

ZeitBchrift f. celt. Philologie IX. 15 



222 R. THURNEYSEX, 

TI. Keating. 

Nach dem Vorausgegangenen sind seine Quellen sehr leicht 
zu bestimmen. Er hält sich fast ausschliefslich an Aided IL 
öfters umschreibend, kürzend, verdeutlichend. Natürlich unter- 
drückt er rohe Episoden wie z. B. die mit cacc na mbó\ er läfst 
CuChulainn durch CuRoi gefesselt und dann durch Laogh mac 
Riain Ghabhra erlöst werden; und so öfter. Was er aus andern 
Denkmälern hinzugefügt hat. ist ganz unbedeutend. 

1. Zeile 3424 if. eine Notiz mit Yerszitat, dals Morann von 
Man {Manannacli) die Mutter CuEoi's gewesen sei. Sie entstammt 
dem mehrfach überlieferten Text Ban-senchas Erenn, der die 
berühmten Frauen Irlands und ihre Herkunft aufzählt. Es heilst 
dort (nach Book of Ballymote 284 a 29 ff.): 

Tear ainni mna Eachach Eachheoü. Morand Manannach 
ingeu Hir mic [U]indside siur Ecliacli Eac[h]heoil mathair Conliai 
mic Dairi, amal as'bert in file: 

Morund Manannach miadh ngle. ingen Hir mic üindside 
siur Ecliacli Ec[li]beoil ha In. mathair ConPiai mic Dairi. 
Tear ainm a mna son fein. in Eacliac[h] oirrde[i]rc Eaclibe[i]l 
do'crean mor do ciul na dann. in hen diarho siur Morand. — M. 

Blathnat ingen Conchohiiir ben ConRai mic Dairi. Ba hen do 
fos Blathnat ingen Caith Mind, is i dorad CuC[h]ulaind a 
forhiis Fer Falga. 

Dem Verfasser von Ban-Senchas stand also ein Gedichtchen 
zu Gebote, das mit erfundenen Namen E[o]chu Echbel zum 
mütterlichen Oheim CuRoi's machte. Der Dichter hatte offenbar 
an Aided I angeknüpft. ^) Ebendaher rührt die Angabe. Blathnat 
sei Conchobor's Tochter gewesen. Aber daneben ist auch ein Text 
wie Dinds. I benutzt, nach dem Blathnat die Tochter Mend's war; 
sie erscheint hier als zweite Frau CuRoi's, und der Name ihres 
Vaters ist — ich weifs nicht warum — zu Cath (Caith?) Mend 
umgestaltet. 2) Keating hat es vorgezogen, den Vater von 
„Blúnuid" überhaupt nicht mit Namen zu nennen. 



>) Der Beiname Manayinach möchte freilich darauf hinweisen, dafs ihm 
die Verbindung der CuRoi-Sage mit Forfess Fer Falgae auch nicht un- 
bekannt war. 

"^) Dieselben Genealogien behandelt Gilla- Moduta in seinem 1147 
verfafsten Gedicht: Adam oenathair na ndoene. Die betreffenden Strophen 
lauten in LL 138 a 49 ff., das ich allein zur Hand habe: 



DIE SAGE VON CUROI. 223 

2. Er hat einige der Quellen, aus denen Aided II direkt 
oder indirekt geflossen war, selber eingesehen. So Forfess Fir 
Fálgae, aus dessen Urtext er die Xotiz schupfte, dafs es sich 
dabei um die Insel Man handle (Z. 3441). Ferner das Dindsenchas 
von Srub Brain. Dessen poetischer Fassung (BB 378 b 48 = 
LL 154 b 27) entnimmt er die Angabe (Z. 3485). dafs CuChulinn 
die Vögel mit der Schleuder {talaül Gedicht, cranntahliaül 
Keating) erlegt habe. 

3. CuEoi verleiht er — nach andern Sagen — mehr den 
Charakter eines Zauberers, als in Aided II hervortritt. Die 
Art, wie er sich seinen Lohn ausbedingt (Z. 3452), erinnert 
an Aided I, das Keating demnach wohl auch bekannt war. 
Die Beihilfe, die er bei der Einnahme der Burg leistet, dafs er 
nämlich das Zauberrad, das sich im Tore der Burg dreht, zum 
Stillstehen bringt (Z. 3456 f.), findet sich zwar anderswo nicht. 
Aber sie klingt an das an. was in Fled Bricrenn § 80 von CuEoi 
erzählt wird : ,, An welcher Ecke der "Welt sich CuRoi immer 
befand, er pflegte jede Nacht einen Spruch über seine Caher zu 
singen, so dafs sie so schnell war (sich drehte) wie ein Mühl- 
stein, so dafs man ihr Tor nicht finden konnte nach Sonnen- 
untergang." Diese Stelle scheint Keating vorgeschwebt zu haben, 

4. Warum er CuChulinn den CuEoi gerade bei Solchóid oder 
Sulchóid (in der Nähe von Cashel und Tipperary) einholen läfst 
(Z. 3471), obschon es nicht auf dem kürzesten ^yeg von Emain Macha 
nach Caher Conree liegt, ist schwer zu erraten, i) Verständlicher 
ist, dafs er annahm, die Szene zwischen Ferchertne und Blathuat 
habe sich erst in Ulster abgespielt (Z. 3524 ff.), da andere Texte Cenn 
Bera in Ulster lokalisieren (Tain B.C., ed. Windisch, S. 877 Anm.4). 

Keating liest sich noch glätter als Aided II\ aber die Sage 
hat doch bei ihm viel an Kraft verloren. Es ist charakteristisch. 



Ingen choir Chotichobuir [ ]. Blathnat blathach ben ChonEui. 

VÓ rdb ingen Fidaig fathaig. ben midaig nargnathaig góe. 

acci ra'athlaig iar togail. i cathraig codail roböe. 

Morand mar Manannach tndlla. mathair ChonEui Hgda réil 

ingen maic Gunsigi in gascid. fir tundsidi in tastil tréin. 

siur Echach diar ben Tear treorach. gér chrechach ceolach i céin. 

Hier ist also ingen Fhuill mic Fidaig (Einl. und Aided II) zu Í7igen 
Fidaig geworden. 

1) Vielleicht kommt in Betracht, dafs Keating aus Tipperary stammte 
und lange dort lebte. 

15* 



224 R. THURNEYSEK, 

dafs er, dem siiätereii Geschmack eut sprechend, gerade die märchen- 
haften Bestandteile bevorzugt. Anderseits ist er insofern selbst- 
ständiger als die Früheren, als er sich fast nie dem Wortlaut 
seiner Quelle anschliefst. 



YII. Die älteste Gestalt der Sage. 

Kann man so leicht die Entwicklung der Sage von einem 
bestimmten Punkt an verfolgen, so dafs sie, wie wenige, einen 
klaren Einblick in die Arbeitsweise der mittelalterlichen Autoren 
gewährt, so ist es schwieriger, über das Verhältnis der ältesten 
überlieferten Fassungen zueinander ins Klare zu kommen. 

Wir beginnen am besten mit den wunderbaren Kühen und 
ihren Namen. Sie heifsen, wie wir sahen, in der einen Tradition 
erca EcMi (Aided I, Visionsstrophen der Brinna), in der andern 
erca lucJmai (Dinds. I, Hauptgedicht Brinna und abgeleitete 
Texte). Von diesen beiden wird der zweite wohl nicht der ur- 
sprüngliche sein; denn luchna's Name haftet an einer Örtlichkeit, 
die vom Schauplatz der CuRoi-Sage weit abliegt. Adarca luchna 
(oder in Hail Brigit 19'): Benna luchna). d. i. „luchna's Hörner", 
ist der oft erwähnte Name kleiner Erderhebungen bei einer 
Quelle an der Seite des Hill of Alien (Almu) in der Nähe von 
Kildare.2) Über den Ursprung desselben meldet der für uns 
älteste Bericht, das Dindsenchas im Book of Leinster 160 b, 
Folgendes : 3) 

Adarca {.i. i nHuaib Falge) unde nominatur? 

luchna Echhél ríghriuga ro'hoi ri Faffaind anairtúaid i 
Fan in Briugad, frisvn-abbar Macliad mBrigti indiu. ha hé a 
hés dogrés, ana'mhertlie do iimud cacha hliadna ina thig, no-líd 
ca altram 7 ca cJilithugud int sotJia sain co Beltaine cacJia hliadna, 
coro'charsat a chethri é. inian tra ba marb é, táncatar a hócheihra 
uile issin cnocc iit, co'mhatar tri la y tri aidche ic immarhad isin 
clinucc sin ic cdiniiid luchnai. cotorchratar a n-adarca dib et cow 
dernta cnuicc impu. donaib taidchaib sin as'bertar Adarca luchna. 



1) ed. K. Meyer (1912), S. 16. 

■') Siehe z. B. Acallamh na Seuorach (Ir. T. IV, 1) 1270 if. Zur Form 
Adarca Iuchba[d] s. 0. S. 205 '-. 

^) Die jüngere Version siebe bei Stokes, Rev. Celt. 15, 308. 



DIE SAGE VON CÜROI. 225 

Condechatar assa aitlile do du a n-ittad co Boind. unde 
Ath Almami for htm mBónni. 

„luchna Eclibél, ein Körngs-hringa, lebte nordöstlich von 
Faffann in Fan-in-Briuga (Einsenkung des Briuga), das heute 
Machad m-Brigte heilst. Seine Gewohnheit war immer, was 
jährlich von Vieh (?) in seinem Hause geboren wurde, auf- 
zuziehen und dieses Jungvieh bis zum 1. Mai jedes Jahres unter 
Dach zu halten, so dafs sein Vieh ihn liebte. Als er nun starb, 
kamen alle seine Rinder auf jene Anhöhe und töteten sich drei 
Tage und drei Nächte lang gegenseitig auf dieser Anhöhe, indem 
sie die Totenklage um ihn hielten. Da fielen ihre Horner ab, 
und da machte man Erdhaufen um sie (die Hörner). Diesen 
Hügeln sagt man Adarca luchna. 

Darauf gingen sie, ihren Durst zu befriedigen, nach der 
Boyne. Daher kommt Ath Almaini am untern Ende (htm) der 
Boyne." 

Diese Erzählung, die ihrer Sprache nach nicht über das 
11. Jahrhundert hinaufreicht, zeigt bereits einen Anklang an 
die CuRoi-Sage darin, dafs sie luchna den Beinamen Eclibél 
„Pferdelippe" beilegt, der nach unsern Texten eigentlich Echde 
anzugehören scheint. ^) Aber der Name Adarca Iuchna[i'] selber 
ist jedenfalls älter. Es scheint mir nicht unwahrscheinlich, dafs 
dieser Ortsname in früher Zeit verschuldet hat, dafs irgendein 
Erzähler der CuRoi-Sage die erca Echd{a)i in ähnlich klingende 
erca luchnai verwandelt hat. Echde Echbél anderseits ist 
natürlich derselbe, der in ImmacaUam indd Thnarad (Agallam 
inda Suad) als Eochu Echhcl erscheint. 2) Beide wohnen in 
Albu, und der Weg, den der Dichter Nede nimmt ^), ist anfangs 
derselbe, den die Kühe in Aided / § 2 einschlagen : von Port Big 
in Cend Tire . . for Semniu. for Latharnu. Eochu, dessen Genitiv 
gewöhnlich Ech- abgekürzt wird, ist für einen irischen Schreiber 
von Echde kaum gesondert zu halten. Da aber zunächst nicht 
feststeht, welcher Text älter ist, Aided I oder Immaccdlam. so 
ist auch unsicher, welcher diese Sagengestalt vom andern über- 



>) Die jüngere Version gibt als Nebenform luchna Ciabanach. 
*) Siehe Kev. Celt. 26, 8. 
ä) Ebenda, S. 10. 



226 R. THURNEYSEN, 

noramen hat. Doch weist, da Echäe selten, Eoclm gewöhnlich 
ist, die Form des Namens eher auf höheres Alter von Aided I. ') 

Ist Aided I in diesem Punkt altertümlicher als die Fassung, 
welche Dinds. I zugrunde liegt, so wird auch Bldthine Ingen 
CJionchohuir älter sein als Blátlmat ingen Mind. Diese verdankt 
vielleicht erst dem Erzähler ihre Entstehung, der die CuRoi- 
Sage mit Forfess Fer Falgae in Verbindung brachte. 

Am schwersten zu bestimmen ist das Verhältnis zu Siabor- 
charpat ConCulaind. Wir haben gesehen, dafs Vertreter beider 
Überlieferungszweige, Aided I und Einl., Verse aus dieser Sage 
zitieren und zwar mit denselben Abweichungen vom Original, so 
dafs es sich um eine einmalige, nicht um zwei voneinander un- 
abhängige Entlehnungen handelt. Die einfachste Annahme wäre 
nun die, dafs der Verfasser des Siaborcliarpat der Erfinder der 
drei Wunderkühe und des grofsen Kessels gewesen wäre, dafs 
ein Anderer dieses Motiv aufgegriffen und damit eine Vorgeschichte 
zum Tode Cußoi's konstruiert hätte, wobei er die Strophen, die 
ihn inspiriert hatten, aus Siahorcharjmt mit herübergenommen 
hätte {Aided I). Der Sammler, der die Einleitung zusammen- 
stellte, hätte diese dann seiner Version, die zwar aus jener 
einst hervorgegangen war, aber die Verse nicht bewahrt hatte 
{Binds. I), von neuem einverleibt. 

Aber ich weifs nicht, ob man Siaborcharpat für so alt 
halten darf, dafs es die Quelle von Aided I sein könnte. Man 
schreibt es meist dem 10. Jahrhundert zu, mir scheint, mit 
Eecht; jedenfalls könnte man über das Ende des 9. nicht 
zurückgehen. Über das Alter von Aided I ist bei der jämmer- 
lichen Überlieferung schwer zu urteilen; aber auf mich macht 
es einen entschieden altertümlicheren Eindruck. So hat vielleicht 
die an sich kompliziertere Hypothese mehr Wahrscheinlichkeit, 
der Verfasser des Siahorcharpat habe Kühe und Kessel der 
CuRoi-Sage, etwa Aided I, entnommen und frei verwertet; ein 
Späterer habe die Ähnlichkeit der Erzählungen bemerkt und 
die Verse in einen Text der CuRoi-Sage eingefügt. Ob diese 



•) Ein Held ai;s Ulster mit ähnlichem Xameu, Eti-ge Echbél, wird 
mehrfach in den Sagen erwähnt; siehe Windisch, TBC S. 685, Auni. 7. 
Sonderbar ist, dais Eochu Echbel {di Albain) in Verslehre II, 8 (Ir. T. III, 1, 33) 
als Dichter einer Strophe auf die Königin Eithne von Leiuster genannt wird, 
die 795 grestorben ist. 



DIE SAGE VON CUROI. 227 

Einfügung in Einl. oder in Aided I älter ist, könnte dann 
zweifelhaft sein. 



Wie verhalten sich nun zu diesen verschiedenen Fassungen 
andere Sagen, in denen CuRoi nur eine Nebenrolle spielt? 
Denn da der Tod CuRoi's durch CuChulinn offenbar zu den 
älteren Sagenbestandteilen gehört, hat natürlich fast jeder Er- 
zähler, der eine längere Geschichte von CuChulinn komponierte, 
auch dessen Todfeind CuRoi irgendwie eingeführt. 

Nichts kann man JSIesca Llad entnehmen. Dort feiert zwar 
CuRoi mit Ailill und Medb ein Gelage in Temair Luachra, als 
die verirrten Ulter mit CuChulinn davor anlangen. Aber weder 
spielt CuRoi in dem späteren Kampf eine Rolle noch wird auf 
die Sage von seinem Tod irgendwie angespielt noch seine Frau 
erwähnt. 

In den verschiedenen Versionen von Tain Bo Cuailnge wii'd 
eine CuRoi-Episode etwas divergierend erzählt. In YBL 43b 
kommt CuRoi nach Tailtiu. um mit CuChulinn zu kämpfen. 
Als er aber hört, dafs dieser drei Wintermonate hindurch 
allein das ganze feindliche Heer aufgehalten habe und schwer 
verwundet sei, mag er sich nicht mit ihm schlagen. Da nun 
gerade der Ulter Amargen (Amargine) das Heer im Traum 
(aislinge) mit Steinen bewirft, schleudert auch CuRoi Steine 
gegen ihn, so dals die Geschosse in der Luft zusammentreffen. 
Dann vertragen sie sich dahin, dafs Amargen das Heer an 
Tailtiu vorbei läist, aber CuRoi überhaupt nicht weiter am 
Kriegszug teilnimmt. 

Im Book of Leinster (ed. Windisch, 4637 ff.) ist die Er- 
zählung ähnlich. Nur bittet Medb selber CuRoi, mit Werfen 
aufzuhören, weil die zersplitternden Steine ihrem Heere mehr 
Schaden als Nutzen bringen. Darin nähert sich diese Fassung 
der in LU 71b (ed. Strachan-0"Keeff>. 1416 f.) überlieferten, i) 
Hier bewerfen sich CuRoi und Munremur mac Gerrcind mit 
Steinen, die zusammenprallen und auf das Lager niederfallen 



') In einer Partie, die weder YBL noch LL hat. Die Episode schliefst : 
„Auch CuRoi kam nicht (zum Kampf) bis zum Zweikampf des Fer Diad"; 
also hat LU im verlorenen Schlulsteil einst auch noch die in YBL 43 b er- 
haltene Erzählung gebracht. 



228 B. THÜRNETSEN, 

(daher der Ortsname 3Iag Gochair). Das Heer bittet sie deshalb 
innezuhalten, und Munremur kehrt nach Emain, CuEoi nach 
Hause zurück. 

Der Gedanke, CuRoi als Steineschleuderer auftreten zu 
lassen, ist durch Aided / § U (oder eine entsprechende Erzählung) 
angeregt, wo er vor seinem Tod die Feinde durch Steine abwehrt. 
Die Verbindung CuRoi's mit der Tain -Sage ist aber immer eine 
ganz lose geblieben. 

Auf der anderen Seite steht Fled Bricrcnn. Die di'ei Ulter- 
helden, die sich CuRoi zur Entscheidung stellen wollen, finden 
ihn in Caher Conree nicht zu Hause ; es empfängt sie aber seine 
Frau Bldthnat ingen Mind (§ 79), die in § 89 weiter als ingen 
rig insi Fer Falga bezeichnet ^ird. Das ist also dieselbe Tradition 
wie Dinds. I. Im Schlulsteil (§ 91 ff.) allerdings tritt CuRoi in 
ähnlich unscheinbarer Verkleidung auf wie in Aided I. Aber 
es ist nicht notwendig, deshalb anzunehmen, dafs der Verfasser 
dieser Teile \on Fled Bricrenn beide Traditionen gekannt habe. 
Denn wir sahen (oben S. 210), dafs auch das Gedicht Brinna 
voraussetzt, dafs CuRoi unerkannt Blathnat wegführte ; wir dürfen 
also voraussetzen, dafs er in diesem Zweig der Überlieferung 
auf dieselbe Weise verkleidet auftrat wie in Aided I. 

In Cormac's Glossar ist unter dem Stichwort fir j. find 
die CuRoi- Sage ebenfalls erwähnt, i) Leider gehört dieses Stück 
zu dem Teil, der in Laud 610, der besten Handschrift, nicht 
erhalten ist. Zwei andere, Leabhar Breac (Faks). 267 a und 
Yellow Book of Lecan (Faks.) 267 a weichen darin voneinander 
ab, dafs dieses einen längeren Zusatz hat.^) Zuerst wird ein 
rhetorischer Spruch von Fachtna mac Sencha zitiert, in dem die 
Worte vorkommen: «r teora ferha fira fonoenerc nectiscc. Zu 
deren Erklärung wird beigefügt: 

LB: Ba head diáu. ecosc na n-erc n-Echío n-Echhel^) no 
n-Fchheoil a liAlpa to-acld CuiBui a Al2)a^), hai fira .i. finda 
hoderga ind (so!). 



1) Abgesehen von dem Zitat aus Amra ConEoi oben S. 218 Anm. 1. 

2) Er findet sich auch in der Handschrift H. 2. 15 (T. C, Dublin), nach 
einer freundlichen Mitteilung von K. Meyer. 

3) nechto und n (in nechbet) sind durchgestrichen und darüber n-Iuchna 
Echdach geschrieben, so dais es nun heifst: na n-erc n-Iuchna Echdach Echbel 
no n-Eclibeoil. 

*) a A. über der Zeile. 



DIE SAGE VON CUROI. 229 

YBL : Ba hcd diáu ecusc na n-erc n-Iuchnce Eclidi Echheoü 
a liAlpin dodo'acht CiiEi for Lltaib ^.i. hae ßndw audergce. do' 
ticdis i?/du na hai sin Eclidi Echheil for ingeilt a Aird^) Eclidai 
Eclibeil a liAlbai a [cri]ch Dal Biata-), conibitis i Seimniu Llad. 
toroxal iarom CuPd ar Lltaib y rl. 

Der Zusatz in YBL ist klärlicli ein Auszug aus Aided I. 
Aber auch der den beiden Handschriften gemeinsame Passus 
scheint, wenn wir der ursprünglichen Lesart von LB folgen, 
dieser Version anzugehören, so dafs erst nachträglich aus der 
andern Tradition und aus Agallam in da Suad die Namen crca 
Bichna und Echdach Echbeoil (dieses nur in LB) eingeführt 
wären. Die kleine Differenz, dafs die erca als bai fíra (ßida) 
auderga, in Aided / § 2 aber als aiirbreca aiminni bezeichnet 
sind, ist kaum von Belang. Freilich solange über das Verhältnis 
der Handschriften von Cormac's Glossar so wenig feststeht wie 
gegenwärtig, kann man nicht mit Sicherheit urteilen. Immerhin, 
stammt das Glossar wirklich aus König Cormacs Zeit, der 908 
gefallen ist, so hat um 900 mindestens die eine Version schon 
existiert. 

Das Gedicht Fianna batar i n-Emain von Cinaed ua 
h-Artacain, der 975 gestorben ist,^) erwähnt den Tod CuRoi's 
nur in dem Vers (Str. 10): Leclit ConBüi hi Sleíb Mis „CuRoi's 
Grab (ist) auf Sliab Mis", der auf die spezielle Version, die 
dem Dichter vorlag, kein Licht wirft. Laud 610 fügt die 
Glosse hinzu .i. CuCulainn rodmarb, während der Glossator in 
Egerton 1782 etwas ausführlicher 'ist: .i. CuCulainn 7 Ulaid ro' 
marb CoiiiBui iarna brath dia mnai fein :i. do Blathnait ingin 
Minn, also sich an die zweite Version {Binds. — Einl. — 
Aided II) anschliefst. 

Aber auch für Cinaed selber weist wohl nach dieser Richtung 
Str. 14: Erca luclma^) amnas buar j oca togail (thogail Eg., Laud) 
docer Luan (so Laud; Eg. Ltiar; LL nach dem Faks. B . . ., 
nach Stokes L . . .) ..die erca luchna, barsches Vieh, bei ihrer 
(? seiner?) Zerstörung (?) fiel Luan (oder: Luar)". Aber wer 
war dieser Luan oder Luar, von dem die bis jetzt besprochenen 



1) So H. 2. 15; in YBL (Faks.): a n-Aird. 

2) Biattoi YBL. 

3) AU a. 974; Tigernach, Eev. Celt. 17, 338. Das Gedicht ist von 
Stokes, Rev. Celt. 23, 303 ff. nach drei Handschriften ediert. 

*) luchra Laud. 



2'M) R. THUIINEYSEN, 

Erzählungen nichts wissen? Der Glossator von Eg. 1782 gibt 
folgende Erklärung: „auf der forhais Fer Falga ist Luar ge- 
fallen um des Kessels von Mend und um Blathnats und um 
der drei crca luchna, d. h, dreier Kühe, willen". Doch bleibt 
natürlich fraglich, ob das auf wirklicher Kenntnis einer uns 
unbekannten Sage beruht oder nur aus dem Namen erca luchna 
und aus den bekannten Texten der Version II erschlossen ist. 
Das Mongan mac Fiachna zugeschriebene Gedicht über die 
Helden von Emain Macha, das K. Mej^er ZOP 8, 217 heraus- 
gegeben hat, nennt Str. 7 einen Luar, den es als kühnsten der 
Krieger und als gierigsten (genaige) bezeichnet. Anderseits werden 
in der erweiterten Fassung von Tochmarc Emire (ZCP 3, 260 
§ 80) unter den Helden, mit denen CuChulinn von der Scathach 
heimkehrt, Lugaid y Luan da mac Loich genannt. Beides 
lehrt uns wenig. Vielleicht gab es eine andere, vermutlich 
jüngere Fassung von forfes Fer Falgae, als die uns überlieferte, 
in der der König Mend hiefs und in der seine Tochter Blathnat und 
drei erca luchna genannte Kühe unter Mithilfe eines Ulterhelden 
Luar (oder Luan) erbeutet wurden. Sie wäre in Binds. I zitiert 
und benutzt und bildete überhaupt die Hauptgrundlage der 
Sagenform, die ich die zweite Version nenne. 

Von späteren Erwähnungen derCuRoi-Sage sei noch die Strophe 
in The Battle of Magh Rath (ed. O'Donovan, S. 212) angeführt: 

Secht catha im Caithir ConBui. argain Fiamain mic Forui. 

argain ConRui ha huan Mad. im secht macaih dec Deadhadh 

„Sieben Schlachten um Caher Conree, Tötung von Fiaman mac 
Forui, Tötung CuRui's — es war dauernder Ruhm — nebst den 
siebzehn Söhnen Deda(d)'s." 

Der Tod Fiaman's oder Fiamain's, des Sohnes Forufs, bei 
Calier Conree ist wohl ein Irrtum des Verfassers, der durch das 
Gedicht von Cinaed ua h-Artacain hervorgerufen worden ist; dort 
wird der Fall von Fiamain mac Forói bei Dún Binne in derselben 
10. Strophe erwähnt wie CuRoi's Grab auf Sliab Mis. Dieser 
Fiamain mac Forai tritt in Tochmarc Emire § 67 unter den 
Iren auf, die bei der Scathach in die Lehre gehen. ') 

Í) Vgl. auch den Forai, der in den Briyina Str. 23 unter den Kämpen 
CuRoi's erscheint. Dieser Forai wird Rawl. B. 502, S. 147 a 37 als einer der 
niaic Dedaid genannt. 



DIE SAGE VON CÜHOI. 231 

Die Entstellung der Sage von CaRoi möchte ich mir etwa 
folgendermafsen denken. Hoch oben in den Slieve Mish Mountains 
(Grafschaft Kerry) war in vorhistorischer Zeit ein felsiger, rings 
von steilen Abstürzen umgebener Vorsprung an der einzigen 
zugänglichen Seite durch eine gewaltige, etwa 6 Meter dicke 
und über 100 Meter lange, aus Steinen aufgeschichtete Mauer 
abgeschlossen worden, von der noch heute mächtige Trümmer 
vorhanden sind. ^) 625 Meter über dem Meer gelegen, gewährt 
diese alte Festung einen imponierenden Überblick über ganz 
West-Munster, über die Bai von Tralee und weit darüber hinaus. 
Ein auf halber Höhe entspringender Bach, Finglas „Weifsbach'' 
genannt, ergiefst sich durch das westlich gelegene Tal Glen Fds 
nordwärts in die Bai. 2) Jene in Trümmern liegende Befestigung 
führte den Xamen Cathir ConJiaui (später ConBoi) „CuRoi's 
Stadt" (heute Caher Conree), und man erzählte, dafs ein Unhold 
mit Zauberkräften, CúRaui mac Dári, einst dort oben gehaust 
habe. Er war unüberwindlich; denn er konnte nur mit seinem 
eigenen Schwert umgebracht werden. Schliefslich gelaug das 
aber doch einem Jüngling mit Hilfe eines von dem Unhold ge- 
raubten Weibes. Seither liegt die Burg wüste. 

Als in der irischen Sage CuChulinn der .Jugendliche Held" 
yMT Isoy/iv wurde, fiel ihm die Rolle des CuRoi-Töters zu. Man 
machte das geraubte Weib zur Tochter des Ulterkönigs Conchobor 
und damit zu seiner Verwandten ; oder eine spätere Version liefs 
sie — ein übliches Sagenmotiv verwendend — die Geliebte Cu- 
Chulinn's sein. Auch erhielt die Tötung CuRoi's eine Vorgeschichte. 
Sie war die Rache für einen Schimpf, den CuRoi dem CuChulinn 
angetan hatte, und dieser Schimpf war wiederum die Strafe für 
einen Betrug gewesen, den CuRoi von selten der Ulter und Cu- 
Chulinn's erfahren hatte. So in die Heldensage verflochten, erhielt 
CuRoi auch einen Stammbaum, Da seine „Stadt" in dem Gebiet 
lag, in dem die dann Dedad (Dedatd) oder die Erainn siedelten, 
wurde sein Vater Dare zum Sohne Dedad's. des Stammvaters 



^) Vgl. die ausgezeichnete Beschreibung von Lynch mit Plänen und 
Photographien in The Journal of the R. Society of Antiquaries of Ireland, 
Stil Series, Vol.20 (1899), S. 5 ff. und die ergänzenden Notizen von Browne, 
Armstrong und Macalister in The Jouraal of the Proceedings of the R. Soc. 
of Antiquaries of Ireland, Vol.41 (1911), S. 46f. 

"^) Nicht nach Tralee selber, wie der Text Dinds. 1 glauben machen 
könnte; er mündet mehrere Kilometer weiter westlich. 



232 R. THUKNEYSEN, 

der Clann Dedad, gemacht (z. B. Eawl. 502, S. 147 b 14 und 
öfters) 0. Besonders aber wurde die Person CuRoi's durch diesen 
Prozefs mehr vermenschlicht. Zwar behielt er seine Zauberkräfte 
bei, namentlich die Fähigkeit, in fremder Gestalt zu erscheinen; 
aber daneben gilt er hauptsächlich als ein gewaltiger Kämpe, der 
Kriegszüge über See ausführt. In Aided / § 9 „ schlägt " er in 
einem kupfernen Schiff Albion und die Inseln des Meeres; in Fled 
Bricrenn § 79 zieht er „ostwärts in die Länder der Skythen"; 
in Amra ConBoi (Eriu II 5) schenkt er seinem Dichter Ferchertne 
„die Beute von den Feinden in Bab3^1on". Auch der kymrische 
Dichter von Manvnat Corroi mab Dayry im Book of Taliessin^) 
singt von Mab Dayry dalei lyiv ar vor delieu „Daire's Sohn, der 
das Steuerruder hielt auf dem südlichen Meer". Besonders aber 
ist das Gedicht, das der Sammler von CuRoi- Materialien in 
Laud 610, fol. 117 a vor das Gedicht Brinna Ferchertne mit 
seiner Einleitung gestellt hat 3), fast nur ein Preis der Kriegs- 
taten und der Macht CuRoi's; seine Fahrten erstreckten sich nach 
Str. 3 — 4 bis nach Asia und Griechenland, nach dem Roten Meer 
und Afrika und gegen die Hundsköpfe (Conchind). Dieses Poem, 
das schon wegen seines Metrums nicht über das 11. Jahrhundert 
hinaufgehen kann^), endigt mit der Prophezeiung, dafs Papst 
Gregor der Grofse aus CuRoi's Samen entspriefsen werde. Die 
Glosse zu. Félire Ocngusso (12. März) in Rawl. B. 512^), die einige 
Verse daraus zitiert, legt sie Ferchertne, dem fili CuRoi's, in den 
Mund. Dieser galt also als Verfasser des Gedichts, das in Laud 610 
anonym ist. — Endlich erwähnt noch die Sagenliste B (Anecdota 
from Ir. MSS. II 43) Catlibuada ConRoi „Schlachtensiege CuRoi's". 
Doch weifs ich nicht, ob ein spezieller Text damit gemeint ist; 
es steht neben Congala Conaill Cernaig, die auch für sich nicht 
existieren. 

') Auch seinen Architekten (canliair), also den Erbauer von Cahei 
Conree, weifs das Book of Leinster 50 a 44 (Faks.) zu nennen; er hiefs Cing- 
dorn „ Heldeuf aust " . 

2) Skene, The Four Ancient Books of Wales 11 198. Vgl. den Über- 
setzungsversuch von Rhjs bei Henderson, Fled Bricrend, S. 193. 

3) Hgg. von K. Meyer, ZCP in 37. 

*) Es stützt sich auf die älteren Texte der CuEoi-Sage, da es Str. 8 
dieselben Verse von Siaborcharpat ConCulainn einfügt wie Aided I, Eiul., 
Aided II. 

*) In Stokes' 2. Ausgabe, S. 96. 



DIE SAGE VON CUROI. 233 

Es ist mir wohlbekannt, dafs die CuRoi-Sage auch ganz 
andere Deutungen erfahren hat. Ich meine nicht sowohl die 
älteren, phantasievollen Ausführungen von Rhys, The Hibbert 
Lectures 1886, S. 473 ff., oder die neuesten von Pokorny i)> der in 
dem grofsen Kessel, den die Kühe mit Milch füllen, den Mond 
sieht. Konkreter und fafsbarer sind die späteren Bemerkungen 
von Rhys in den Proceedings of the R. Society of Antiquaries of 
Ireland XXI (1892), S. 642 ff., die ich nur aus dem Referat von 
Henderson, Fled Bricrend S. 192 ff., kenne. Darnach wäre der 
grofse Seeheld CúEaui eine Reminiszenz an den römischen Flotten- 
führer und Usurpator Carausius am Ende des 3. Jahrhunderts. Der 
sei mit einer echt irischen Sagengestalt vermischt worden. Denn 
am Fufse von Caher Conree hat man einen gestürzten Menhir 
gefunden, auf dem in Ogom geschrieben steht: Cominett moqi 
Conuri und in lateinischem Alfabet: fed Cimuri'^). Conuri wäre 
nach Rhj's der Genitiv eines Namens Cú-Tá, nach dem Caher 
Conree benannt sei. Erst durch die erwähnte Yermengung sei 
er zu einem CúBaui (aus -Bausii) geworden. — An Conti- Bl als 
Genitiv von Cu-Bl kann ich aber nicht recht glauben; trotz der 
Nähe von Caher Conree möchte ich noch eher den später Con{a)ire 
geschriebenen Namen darin sehen. Die Verknüpfung von CuRaui 
mit Carausius hat unleugbar zunächst etwas Bestechendes, zumal 
er in einer cathir wohnt, was das Äquivalent von lat. casira ist. 
Aber die ganze Konstruktion scheint mir doch zu kühn und 
unsicher. Eher noch möchte ich mich O'Grady (s. Henderson 
S. 195, A. 3) anschlief sen, der die Seetüchtigkeit CuRoi's daraus 
erklärt, dafs er ursprünglich ein Meeresdäraon gewesen sei. Doch 
das führt in eine Vorzeit hinauf, die mein obiger Rekonstruktions- 
versuch zu erreichen verzichtet. 



Somit hat sich ergeben, dafs, aufser der kurzen Erwähnung 
in For f ess Fer Falyae, als die älteste überlieferte Gestalt der 
CuRoi-Sage vermutlich Aided I zu gelten hat. Im 9. — 10. Jahr- 
hundert entstand eine Variante, die für uns verloren gegangen ist, 
aus der aber Dinds. I und Brinna (aufser den Visionsstrophen) 



*) Der Gral in Irland und die mythischen Grundlagen der Gralsage, 
1912 (Mitteil. d. Anthropol. Ges. in Wien. XLH). 

2) Siehe Macalister, Stx\dies in Ir. Epigraphy, II 24, Nr. 60. 61. 



234 



R. THURNETSEN. DIE SAGE VON CUROI, 



sich herleiten, und die auch von Fled Bricrenn benutzt ist. Hier 
hiefsen die Kühe prcn Inclmni, das umstrittene Weib BMtJwat 
und vermutlich war gleich Forfess Fer Falgne mit hineinver- 
woben worden. Die weitere Verzweigung der Tradition ist oben 
ausführlich behandelt. 

Es erübrigt nur noch, die besprochenen Texte alfabetisch 
aufzuführen : 



Agallam in da Suad 225 

Aided ConRoi I 190 

Aided ConEoi E 215 

Amra ConRoi 214. 217 

Bansenchas Erenu 222 

Brinna Fercliertne 202 

Cath Muighe Rath 230 

Cathbiiada ConRoi 232 

Cinaed na h-Artacain 229 

Cormacs Glossar 217. 228 

Dindsenchas von Adarca luchna 224 
Dindsencbas von Findg]a(i)s I . 198 
Dindsenchas von Findgla(i)s 11 

198. 219 



Dindsenchas von Srab Brain 217. 223 
Einleitung zu Brinna Ferchertne 211 

Fled Bricrenn 218^228 

Forfess Fer Falgae . . 201. 223. 230 
Gedicht (Ferchertne's) : At-ber 

mor do mathib 232 

Gilla-Moduta's Gedicht 222' 

Keating 222 

Marwnat Corroi mab Dayry 213. 232 

Mesca Ulad 213. 221. 227 

Siaborcharpat ConCulaiun 

196. 213. 22G 
Strophe: He amae fet gae geir 214 
Tain Bo Cuailnge 227 



Korrekturnote: Inzwischen hat K.Meyer, ZCP 9, 181 darauf auf- 
merksam gemacht, dafs die S. 190 zitierte Strophe aus Siaborcharpat Con- 
Ctilainn (1) inkorrekt ist, wenn mau i-ctdth (im Reim mit fair) mit LU als 
scciith, also als Gen. zu scdth „Schatten'" fafst. Er möchte lieber scoith „der 
Blüte" lesen. Aber scoth ist meines Wissens immer Femininum. Darum scheint 
mir scáith beizubehalten, aber das Ende des nächsten Verses iu foruinniiis 
fair Idivi umzustellen. Ebenda Anm. 1 fafst derselbe Gelehrte ocliaine in 
fir ochaine nicht als Ortsnamen wie ich oben S. 214, sondern als Gen. zu ochen 
„antiphona" (Book of Armagh, fo. 9a2); doch ist mir zweifelhaft, ob mit Recht. 



Freiburg- i. Br. 



R. Thurneysen, 



ALTIRISCHE TEXTE. 



Die keltische Philologie hat in den letzten Jahren derart 
grofse Fortschritte gemacht, dafs mm endlich die Zeit gekommen 
scheint, kritische Textausgaben, wie wir sie längst in andern 
Disziplinen finden, zu veranstalten. Eine Wiederherstellung alt- 
irischer Texte, die erst in mittelirischem Gewände überliefert 
sind, haben bereits Kuno Meyer i) und John Strachan"-) versucht, 
ohne jedoch streng methodisch vorzugehen. Auch die jüngst von 
Thurne3'sen 3) veranstalteten Textausgaben sind nicht eigentlich 
im strengen Sinne des Wortes kritisch zu nennen. 

Im Folgenden will ich versuchen, einige altirische Texte 
streng kritisch wiederherzustellen. 

Den Anfang will ich mit einer Legende machen, die ich 
bereits nach der handschriftlichen Überlieferung mit einer 
Übersetzung in der Festschrift für Kuno Meyer (S. 207 — 215) 
herausgegeben habe.'*) Da die Lesarten beider Handschriften 
dort fast vollständig abgedruckt sind, kann ich mich hier 
darauf beschränken, nur da die Lesarten anzuführen, wo ich 
mit ihrer Hilfe die Lesart des Originals erschlossen habe. 
(Vgl. weiter unten Punkt 2.) 

Die Grundsätze die man meiner Ansicht nach bei der 
Wiederherstellung des ursprünglichen Textes in Anwendung zu 
bringen hat und die ich im Folgenden verwertet habe, möchte 
ich wie folgt formulieren: 



*) „Merugud Uilix' (vgl. S. VI), „Hibernica Minora". 

Í) „Stories from the Tain", ferner in Eriu I 191 f., II 62 f. imd UI If. 

ä) „Zu irischen Handschriften und Literaturdenkmälern'". 

*) Verbesserungen hierzu sind: S. 208, Z. 1, dele: „§ 4 cindus" § 2, 
Anm. 16, dele: ,,sic leg". §4, Aum. 3, dele: „sic leg". §4, Z. 13, lies: „alles, 
was ihn betriftf. §5, Z. 6, lies: „Was erlöst dich am meisten';:'" 



236 JULIUß POKORNY, 

1. Wenn ein Wort oder ein AVoitbestandteil nnter gleidien 
Bedingungen an melireren Stellen einer oder verschiedener 
Handschriften eines Textes vorkommt, so wähle ich daraus die 
grammatisch und. orthographisch älteste und regelmäfsigste Form 
aus und setze dieselbe an allen Stellen, an denen das betreffende 
Wort (bezw. der Wortbestandteil) vorkommt, an Stelle der 
übrigen, handschriftlich überlieferten Formen ein. 

So wird z. B. in der Legende von Molaisse's Schwester in LL stets das 
mittelirisclie ar, or für „sagte" verwendet; auch Lism. hat meist diese 
Formen; nur in § 2 erscheint zweimal ol, die zufällig bewahrte altirische 
Form des Wortes. Ich habe mich daher für berechtigt gehalten, überall ol 
au Stelle des mittelirischen ar, or einzusetzen. 

In diesen Fällen ist es kaum nötig, die vorgenommene 
Änderung besonders kenntlich zu machen, das es sich hier nicht 
um willkürliche Kekonstruktion, sondern nur um eine Art von 
berechtigter Normalisierung handelt, denn die aufserordentlichen 
Schwankungen in der Schreibung sind wohl in den meisten 
Fällen durch das häufige Abschreiben hervorgerufen — sind 
doch fast alle Texte, die wir kennen, bestenfalls erst in dritter 
oder vierter Hand überliefert — , indem jeder Schreiber seine 
eigene, oft falsche Orthographie beim Kopieren der Vorlage in 
den Text hineintrug. 

2. Wenn keine Handschrift die altirische Form eines 
Wortes bewahrt hat, wenn jedoch mit Hilfe der Varianten die 
Herstellung der ursprünglichen Form oder einer richtigeren 
Orthographie möglich ist, habe ich auf Grund der gebotenen 
Anhaltspunkte die Eekonstruktion vorgenommen und die ent- 
sprechenden Lesarten in einer Fufsnote angefülirt. 

So läfst sich z. B. in dem folgenden Text in § -i aus den Formen 
c'innas (LL) und c'indus (Lism.) mit Sicherheit das altirische c'indas er- 
schliefsen. 

Die zur Rekonstruktion verwendeten Formen müssen natürlich 
nicht an derselben Stelle stehen; auch wenn dieselben an ver- 
schiedenen Stellen derselben Hs. oder verschiedener Hss. stehen, 
läfst sich das gleiche Verfahren anwenden. 

ad 1. und 2. ist noch zu bemerken, dafs die mittelirische 
Form eines Wortes manchmal zufällig mit der ältesten altirischeu 
Form desselben Wortes übereinstimmt. 

In solchen Fällen gibt uns oft die Metrik oder ein inneres 
Moment den einzig sicheren Anhaltspunkt für das Alter eines 



ALTIRISCHE TEXTE. 237 

Textes, da alle andern jüngeren Merkmale auf Neuerungen 
seitens der Abschreiber zurückgeführt werden könnten. 

Man konnte z. B. schwanken, ob in dem folgenden Text inmuin 
(§ 5 LL) die ältere altirische Form dieses Wortes oder eine mittelirische 
phonetische Schreibung des jüngeren altirischen inmaÍ7i darstellt. 

Da aber biait (aus „beäti") in § 5 einsilbig ist und i in ursprünglich zwei- 
silbigen, konsonantisch auslautenden Worten mit einem folgenden a erst 
gegen Ende der altirischen Periode kontrahiert wird,^) müssen wir unseren 
Text dieser Epoche zuweisen und uns daher für die letztere Eventualität 
entscheiden. Wir werden also mit Hilfe der Lesart von Lism. (inmhain) die 
jüngere altirische Form imnain rekonstruieren. 

3. Wenn in einem erwiesenermafsen in altirischer Zeit 
verfafsten Text mittelirische Formen vorkommen, die auf keine 
der bereits angeführten Arten beseitigt werden können, sind 
wir berechtigt, ohne weiteres mit Hilfe der altirischen Denkmäler 
die altirische Form des Wortes herzustellen. 

Ich habe solche, durch keine Handschrift des betreffenden 
Textes gewährleistete Formen durch kursiven Druck kenntlich 
gemacht^), aufser in jenen Fällen, in denen es sich nur um die 
Weglassung eines anlautenden h-, eines Aspirations- oder Länge- 
zeicliens, eines jüngeren Timbrezeichens (z. B. mittelirisch fear 
für altirisch fer) oder um die Supplierung eines Längezeichens 
handelt. Supplierte Aspirationszeichen habe ich in eckige 
Klammern gesetzt. 

Gegen dieses Vorgehen läfst sich kaum etwas einwenden, 
da man, wie ich schon öfter hervorgehoben habe, in weit gröfserem 
Umfang, als dies bisher geschehen ist, mit Neuerungen seitens 
der Abschreiber rechnen mufs. 

So haben z. B. am Anfang der Echtra Conla acht Handschriften die 
jüngere Form acailli u. ähnl., während nur eine einzige Hs. , die weder die 
älteste noch die wertvollste ist, durch einen Zufall die älteste altirische Form 
adglditer „du redest an" bewahrt hat. Wäre diese eine Abschrift zufällig nicht 
erhalten, würden sich gewifs zahlreiche Stimmen gegen eine derart ..gewagte 
Rekonstruktion" erheben. 



*) Vgl. meine „Concise Old Irish Grammar" (erscheint im „Celtic 
Review"), § 126. Das Wort biait ist ein sicherer Beleg dafür, dafs betontes 
e im Hiatus vor jedem unterschiedlichen Vokal ohne Rücksicht auf dessen 
Qualität zu i geworden ist. 

-) Einzelne Buchstaben, die vielleicht im Original standen, aber ebenso- 
gut auch gefehlt haben konnten, habe ich in runde Klammern gesetzt. 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. ^Q 



238 JULIUS POKORNY. 

Hierbei ist allerdings zu beachten, dafs eine Form ganz 
gut im Altirischen vorhanden gewesen sein kann, obzwar sie in 
den Glossen nicht bewahrt ist. 

So dürften wir aus decca (§ 6 unseres Textes) beruhigt einen altirischen 
Imperativ décca{e) erschliefsen , obzwar in den Glossen nur die Form dé(icce 
vorkommt, da die andern Formen dieses Verbums zum grofsen Teil analogiseh 
die Palatalisation des cc (-g) aufgegeben haben. Es kann somit auch neben 
dé{i)cce schon altirisch die Form décca{e) bestanden haben. 

Man mufs daher in jedem Einzelfalle den ganzen Komplex 
der Erscheinungen ins Auge fassen. 

4. Wenn in den Hss. eine Form vorkommt, die zwar schon 
altirisch möglich ist, aber daselbst nur eine seltene Nebenform 
oder eine weniger gebräuchliche orthographische Variante darstellt 
oder darstellen würde, habe ich sie im Text belassen, jedoch in 
einer Anmerkung die gebräuchlichere Form gebracht. (Siehe im 
folgenden Text forn § 2.) 

5. Eine Schwierigkeit ergibt sich nur bei proklitischen 
Worten, wie ni ..nicht"', no (nn) „oder", der Yokativpartikel a 
u. a. m., die schon im Altirischen (teils dui'ch analogische Einflüsse, 
teils infolge ihrer verschiedenen Stellungen im Satzakzent) ge- 
legentlich geläugt worden waren, bezw. ihre ursprüngliche Länge 
bewahrt hatten. 

Da in diesen Fällen eine genaue Wiederherstellung des 
ursprünglichen Zustandes ganz ausgeschlossen erscheint, weil 
die Schreiber mit den Längezeichen ganz willkürlich umgingen, 
habe ich jedes einzelne proklitische Wort nur dann mit einem 
Längezeichen versehen, wenn irgendeine Hs. das Längezeichen 
bietet, jedoch dieses Längezeichen an allen Stellen, an denen 
das betreffende Wort vorkommt, einsetzt. 

Um aber solche Fälle auch dem Anfänger gleich kenntlich 
zu machen, habe ich bei solchen proklitischen Worten den horizon- 
talen Strich (z. B. ni-) als Längezeichen verwendet, während ich 
in allen andern Fällen den Akut (z. B. si) gesetzt habe. 

6. In der Schreibung der echten Diphthonge ai (de), oi (óé), 
UÍ folge ich Thurneysen. 

7. In bezug auf das anlautende ornamentale //- habe ich hin- 
gegen keine Normalisierung durchgeführt, dasselbe vielmehr an jeder 
einzelnen Stelle in Worten, vor denen es auch altirisch häufig 
vorkommt, belassen, wo es durch alle Hss. bezeugt wird. 



ALTIRISCHE TEXTE. 239 

8. Wenn Formen desselben Wortes mit und ohne palatales 
Timbrezeichen nach offener Silbe nebeneinander vorkommen, habe 
ich mich der Deutlichkeit halber (aiiiser nach e) filr die ersteren 
entschieden. 



I. Molaisse und seine Schwester. 

Für die Zugehörigkeit dieses Textes zur altirischen Periode spricht 
das infig. Pron. in do-doy\-farci (§ 5), das Deponens no-m-clwbradar (§ 5) und 
die Endung in cucai (§§ 4, 5). Jüngere Formen sind co-minaith (§ 2), do 
(leg. di) Uir (§ 5). Wegen des einsilbigen biait ;§ 5) wird man den Text 
vielleicht erst in den Anfang des 10. Jahrhunderts setzen diirfen; in jene 
Zeit dürfte auch schon die narrative Verwendung der ro-Präterita (§ 6) fallen. 

§ 1. Boi siuri) Mo-Laissi Lethglinne oc légiind i td Mo-Laisse. 
Is-si-) didiu do-imthirthed in clérech. Mac-clérech didiu hi combuid 
in chlérig. Imman-arnaic döib 7 in mac-caillech co m-bo torrach de. 

§2. ,.Biaid3) olc di-sund" ol a w-banscal.^) ,.dia^) festar in 
clérech. Do-béra a miscais forn.^) conna gébam nem na talmain. 
Is lóur') iarum" olsi, ,.mo mudugud-sa. Eirg-siu for a imgabáil!" 

„Xl-m-érbara-sa didiu a benl" ol in mac-clérech. 

^'Sl-epév, mani-ti trem' thóeb". ol a wz-banscal. ^) ,.M"écn- 
(íí)airc-5e", olsi, „do gabáil co-mmaithi" 

"Mad-am') béo-sa", olse-sium^), ,,nT-bía(e) i n-iffm'n"'.i^) 

„For foisomi') n-Dé ón" olsi-si. 



1) Im Lauf der altirischen Periode sind alle betonten Hiatusvokale 
gelängt und dann mit dem folgenden Tokale kontrahiert worden. 

-) LL isi, Lism. asi : aber in § 4 haben beide Hss. iss-ed. 

ä) Alter b'ieid. doch muTs wegen Mail _Beil" (Turin. Gl.j auch die 
Möglichkeit eines spät-altmschen biaid zugegeben werden. 

*) Oder ban-scdl (LL) durch Einíiuís des Simplex seat. 

^) Mit kurzem i, weil proklitisch. Über die kurzen Diphthonge vgl. 
meine „Concise Old L^h Grammar", §§ 81 (Exe. 1), 126. 

^; Besser fomn. 

') Mit Hinblick auf das einsilbige biait älter b'ieit) wäre auch das l6r der 
Hss. denkbar. 

*) Besser -um. 

*) Besser -som. 

'<•) besser iffurnn. 

") LL fóisam, Lism. fcesomh. 

16* 



240 JULIUS POKOIINY, 

§ 3. Luid-siumi) iar-sin co m-hoi i n-Ardd Macha(^'). 

Asbert nech and fri Mo-Laisse iarum: „Ata a clilérig in 
mac-caillecli co n-idnaib." 

„Ro-bat idain dian-báis on" ol Mo-Laisse 7 fo-gait nime 7 
talmain airre. 

Ba fir son. Nl-s-tarraid comman. -) Do-coid eter úir 7 
iffern. 3) Nl-relic in clérecli a adnaciü i-rrelic. Conid issin móin 
fri cill an-is ro-adnacht. 

§4. Mac-clérech di Laignib ránic cucai-sium*) co Ardd 
Macha(e). 

„C'indas'V) olse-sium, «i) ,,do WLaissiu?" 

„Amein", ol in mac-clérech. 

,,7 in mac-caillech?" 

„Iss-ed so", olse. „Do-coid eter úir 7 iffern. ') Nicon-fess 
cia do-d-rigni. " 

„Maitli dano", olse. 

N-a-Uéici tra iar-sin for gabáil a écn(á)arca .i. secht m- 
biaite'*) cecli lai leis«) 7 c[h]ét sléchtan 7 na tri coicait cech 
lai leis.'*) 

Do-tet a-túaid iar-sin. Bendachaid don chlériuch. 

Im-comairc cech rét dó. 

„Iss-ed so", ol in clérecli. 

„Áil dam", ol in mac-clérech, „ 6oí/maí diamair i n-geisinniö) 
Dia fri cill an-eclitair." 

„Maith", ol in clérech. 

§ 5. Do-gní boitli samlaid i fochraib ind ligi. Bliadain do 
and. Fecht and didiu con-da-acca{e) cucai. 



>) Besser -som. 

-) Besser *common. 

') Besser iffernn. 

*) Besser -som. 

*) LL cinnas, Lism. cindus. 

*) Besser -som. 

') Besser iffernyi. 

8) Vielleicht stand im Original das regulär synkopierte *bete, doch könnte 
die Analogiebildung auch alt sein. 

^) Besser leiss. 

*") LL geisind, Lism. guighfinn; besser gessinn. 



ALTIRISCHE TEXTE. 241 

„Bendacht fort" anmain tra" olsi. „Is maitli atai frium-sa. 
Do-m-ess^írt inge bec."i) 

„Cid as mó do-tt^) -essairc?" ol in mac-clérech. 
„In biait", olsi-si. Is and asbert: 

„A cétal fota(e) ligiech 

in biait is inmain adrad. 

Dia n-gabtha(e) erum di léir 

nl-beiww nach céin i n-damnad. 

In biait is inmain adrad 
céin-mair anmain dia n-dichet! 
FÍU la rig do-don- farci^) 
cethéora darti^) flehet. 
In biait on", olsi, „is-si no-m-chobradar ^)-sa. 

§ 6. Fecht and didiu tánic Fursu cráibdech dochum na 
cille, conacca(6) side timthirecht n-aingel issin móin dond lig(i)^í. 
„Maith, a mMo-Laissi", ol Fursu, „cia noeb fil issin móin?" 
„ídal fil and", ol Mo-Laisse, „demon caillige." 
„Décca(e) so, a mMo-Laissi", ol Fursu. Conacca(e) so: timthi- 
recht aingel dind \ig{i)u dochum nime. 

Tucad iarum in corp assin mein, co ro-adnacht^) issind 
relic. Co n-dernai^) Fursu foisom in mac-clérig co n-dernaí6) 
nóeb din mac-clériuch 7 co n-dechaid dochum nime. 

Conid ferr cech ernaigthi didiu in biait do tessarcain an- 
ma(e) ar demnaib. 



') Besser becc. 

2) Besser -<-. 

^) Besser -farcai, dartai. 

^) Besser -chobrathar. 

*) Älter: CO n-adnacht. 

*) derni schon in Ml. 128 c 3, 'obwohl dort meist die Form de(i)rgeni 
verwendet wird; in älterer Zeit würde in unserem Fall syntaktisch nur das 
ro-lose Präteritum berechtigt gewesen sein, doch sind schon gegen Ende 
der altirischen Periode Vermischungen vorgekommen. Es ist aber auch 
möglich, dafs wir es hier, sowie im vorhergehenden Fall, mit einer Neuerung 
seitens der Abschreiber zu tun haben. 

Wien. Julius Pokorny. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 



157. Fechtus do cuaid Senclian senflle, ardollumh Erend, 
cona tromdhaimh co baili Guaire mic Colmain ri Connacht. Agus 
ba he so a lin .i. naenbliar re gach encheird, agus tri caecait 
eces, agus tri caecait ecsin, agus da mhnai, agus gilla agus cu 
ag gacli fer dib, amail assbert an file: 

Tri caeca eces nach min, ocus tri caeca ecsin, 
da mhnai as gilla is cu gach fir, do bhiathadh Guaire 

[a n-entighj) 

Do rónad rithech^) romhor ag Guairi fana comhair a 
nDurlus. ^) Agus do batar ceithri mhi agus bliadain ga fresdul 
agus ga fritholumh 'sa tigh sin aice, amail aspert Senchán fen 
ag imthecht ó Ghuaire: 

Triallaim^) úaid, a Ghuaire gloin, fagmaid agud ben- 

[dachtain ; 
bliadhuin ocus raithe is mi, bámur acut, a airdri. 

Et ni ticedh miau'') do nech acu ris an re sin narb ecen 
do Guaire a ÍRgail do no an tromdamh uile da glámadh agus 
da aerudh; agus ger dhoil^e dofaghala na miana sin, amail 
leghthar 'sa lebur re n-abarthar Tromdhamh Guaire. dogeibthi 
le Guaire uile iad tre grasaib De agus tre fertaib na féli. La 
n-ann tainec Marban, mucuidhe Guaire, agus fa brathair do Guaire 



1) See Oss. Soc. vol. V, p. 108. 

^) Leg. rigbthech. 

») 1. c, p. 3() and p. 108. 

*) Leg. triallam. 

=-) I.e., p. 40ff. 



THE LIFE OF COLUM CHILLE. 



157. Once upon a time, the old poet Senchan, chief ollave 
of Ireland, came with his band to the residence of Guaire mac 
Colmain, king of Connaught. This was their number, to wit, 
nine persons of every art, 150 learned men, 150 students. And 
everj" man of them had two women and an attendant and a 
gi^eyhound; as the poet has said: 

Thrice fifty uncourteous poets, and thrice fifty students, 
Two women, an attendant, and a hound with each man, Guaire 

[entertained in one house. 

Guaire erected a very large palace for them in Durlus, where 
they were being served and waited upon for a period of a year 
and four months; as Senchan himself declared, when he was 
leaving Guaire: 

' I depart from thee, ^) pure Guaire, we leave with thee our 

[blessing. 
A year, a quarter, and a month we spent with thee, high-king.' 

Guaire had to procure whatever any of them desired during 
that period, or else endure the satire of the whole band. And 
though it was difficult and hard to obtain what they desired, as 
we read in the book called Tromdhamh Guaire, still Guaire pro- 
cured everything through the grace of God and by virtue of his 
generosity. Marban, Guaire's swine-herd, a brother of his and a 



') Leg. we depart from thee. 



244 ANDREW KELLEHER, 

fen é, agus ba nech ronaemtha é, do tigh na tromdaimhe, do 
chor a n-uilc agus a n-eccóra agus a n-ainbfis ina n-adliaidh ; i) 
oir ba truagli les med a n-ainbreth ar Guaire agus ar Connachtuib 
agus ar saerclannuib Erend ar cliena. Agus do mallaigli agus 
do escain a huct De na n-uile cumhacJit iad, da mbeidis da 
oidhce a n-entigli agus da mbeirdis ainbretli ar aennech a nErind 
no CO n-indsidis scela Tana Bo Cuailgne do fen. Agus fuair 
Marbhan o Dia an uair sin a ndán do ceilt orra, indus nach 
raibe ar breit[li] doib aoir no moladli do denamli, no co n-indsidis 
Tain do. -) Agus ba doil?^ lesin tromdliaimli sin, agus do bhatur 
bliadhain ag iarraiV//i Erenu agus Alban do scela Tana. Agus 
ni fuaratwr eniocal di. Agus is hi comairli tue Caillin naemtha 
do Senchan, do bi 'na mac máthar do, dul mar araibe Colum 
CiUe^) d'fag«?7 scela Tana uadha; os air nach raibe enni 'na 
ainbfis da tainic reme no da tiucfadh 'na dhiaidh a nimh no a 
talmain. Teid Senchan andsin, agus do iarr a hueht Dia agus 
a liucht na hecsi agus na heludhan ar Colum Cille aeoladh ecin do 
denumh do assa fuighedli se scela Tana. Nirbh urassa le C. C. 
duine ar bith d'eitech fa enni da n-iarfa?V7e ar son De air. 
Agus fos nir urusa leis duine ekrf/ma 'sa bith d'eitech; oir ni 
tainicc riam duine ba deghenich ina se. Agus do bi C. C. ga 
smuainedh aice fen cind?(5 do gehadh na scela sin. Agus ass i 
comairli do rinde se, dul ar fert Ferghussa mic Róich agus a 
faghail Ó Dia a aithbeoughac?/i d'indisin scela Tana do; oir do 
bi a fis aicce nach raibe 'sa domhan duine as ferr ga raibhe 
na scela sin ina he, an uair do bi se 'na hethaidh. Oir dobo 
trid fen tainic an cocudh asa rncadh tain a hUlltaib a Connachtaib, 
agus do bi se ar sluaigc'f?/i tana o thus co deredh. Teid Colum 
Cille go naemhaib Erenn uime ar fert Ferg[h]usa mic Eoich, 
agus do troisc re Dia fana cur ina bethaigh do. Do erich 
Ferghus assan fert a fiadhna/.se fer nErend iter laech agus 
clerech. Agus iss e fad do bi se marb 'sa bhfert remhe sin, .i. 
aimsir Criost do beith a coluiud daeuna gusan aimsir sin 
Coluim Cille agus Grighora beil 6ir do beith 'na Papa 'sa Roim. 

•) Leg. aghaidh. 

-) 1. c. p. 102. According to this account thej' were allowed to compose 
one poem. 

^) 1. c. p. 122. Here Marbhan is substituted for C. C. O'D's version 
is more rational of course. But it involves an anachronism. C. C. was not a 
contemporary of Guaire (d. G62) or Seanchan (d. about G50). 



BETHA COLUIMB CHILLE. 245 

man of very great sanctity, came one day to the residence of 
the band to indict them for their wickedness and injustice and 
rudeness; for he felt grieved because of the number of their 
unjust judgments on Guaire and on Connaughtmen, and on the 
free clans of Ireland in general. And he invoked on their heads 
the curse and the malediction of Almighty God, if the}' should 
rest two nights in the same house, or should pass a wrong judg- 
ment on anyone in Ireland, until they should relate to him the 
stories of the Tain Bo Cuailnge. Marban then obtained from God 
the suspension of their poetic gift, so that it was not possible for 
them to indulge in satii-e or in praise, until they should relate 
the Tain to him. The Tromdhamh found that a difficult under- 
taking, and they spent a year in search of it throughout Ireland 
and Scotland, nor did they obtain a single word of it. And holy 
Caillin, Senchan's mother's son, advised Senchan to go to Colum 
Cille for news of the Tain; because [he said] he knew every 
thing that ever happened or ever will happen in Heaven or on 
earth. So Senchan goes to Colum Cille, and implored him for 
the sake of God, and the poets, and the arts, to direct him to 
where he would find tidings of the Tain, Colum Chille found 
it difficult to refuse anyone concerning anything asked of him 
for the sake of God. And, moreover, he could not easily refuse 
any learned man; for he had never been surpassed for generosity. 
And Colum Cille was pondering in his mind how he would 
obtain the desired news. And he decided to go to the tomb of 
Fergus mac Roich. and obtain of God his restoration to life, in 
order to relate to him the stories of the Tain; because he was 
aware that in his day he knew those stories better than any- 
body in the world; since he was the cause of the war. which 
resulted in the cattlespoil being taken from Ulster to Connaught, 
and he was among the hosts of the Tain from beginning to end. 
Colum Cille along with the saints of Ireland proceed to the tomb 
of Fergus mac Roich, and he fasted on God for his revival. Fergus 
arose from the tomb in the presence of the men of Ireland, lay and 



246 ANDREW KELLEHER, 

Agus leglitlior 'sa leab/i«r re n-abart[h]ar Tromdamli Guaire, 
CO raibe do med Fergusa, nach clos a bee da comhradh an céin 
do bi sé 'na sesumh no cor léicc se ar a lethuillind é, agus do 
indes Tain Bo Cuailgne uile an uair sin. Agus do scrib Ciaran 
Clúana a seichidh na hUidhri Ciaráin uadli In. Agus do cuaid[h] 
Ferglias ina fert fen iar sin, agus do claidliedh air e. Agus do 
cuired teac/i^a on tromdaim ar cend Marbhain mucuide go Glend 
an Scail d'indesin scela Tana do. Agus adub/jairt MarbAaw nach 
únchíadh se cuca «o co faghadh se a breth fen uatha fa slánaib 
Coluim Cille agus naemh Erenn. Agus ar ngel?a(//i a brethe 
fen do Simlaidh sin, tainic cuca, agus do hinnesedh Tain do. 
Agus iss i breth rue orra, gach ollam acu do dul 'na tir duthaigh 
fen, agus gan an tromdhamh do beith fare celi co brath aris 
ag lot no ag milledh Erenn, agus gan beith ni ha lia doibh ina 
buidhen a farrudh gach ollamAan. i) Agus nir coimhletar na 
filedha an gelludh sin tucutar do Marbhan, acht do buailetar 
fan a n-ainbrethaibh fen aris no gur reidhich C. C. etorra 7 
fir Erenn a mordhail Droma Get amail leghthor a lebhur na 
mordhála fein (fo. 22 a). 



158.2) Yechtus do cuaidh nech naemtha re n-abarthai 
Cairnech Tuilen ar chuairt mara raibhe nech naemtha eli re 
n-abarthai Cianán Daimhiiac, 7 tr/allaid fothrucad/i do denamh. 
Agus ni frith dabhuch a raib[li]e édon docum an fothruicthi. 
'Is aindis duinn sin', ar Cianan. 'Ni hedh", ol Cairnech. 'Cmviher 
ant uisce 'sa daba?(//i 7 fédaigh Dia gan uiresba/d/í a hedain do 
techt ria.' Do cuiredh iarawJi 7 ni Heohaidh enbraen este. 
'Eirich 'sa dabo/iy/i anois, a Chairnigh', ol Cianan. 'Tiagam araen', 
ar Cairnech. Tiaghaid a n-enfecht indti iarsin. 'As alaind 
an corp sin agat, a Cianain', ol Cairnech. 7 guidhim-se corub 
d^mlaidh sin bias se gan leghadh gan claechlodh tareis do 



See R. C. XX, p. 42. 

"^) Taken almost literally from some copy of the notes to Fclire Oatgusso. 
See Stokes' edition (H. Bradsliaw Society) p. 244. Here the cutting of 
Cianan's hair is extended to Adamuau's time, while O'D. limits it to 
C. C.'s time. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 247 

clerical. And the leugth of time he had been dead in that tomb 
was from the days of Christ till the time of Colum Cille and 
golden-mouthed Gregory, who was then Pope at Rome. And we 
read in the book called Tromdhamh Guaire, that Fergus was so 
tall, that naught of what he said while standing could be heard, 
until he rested on his elbow. He, then, narrated the whole of 
the Tain Bo Cuailgne, while Ciaran of Clonmacnois wrote it on 
the hide of the dun cow belonging to him. Thereafter Fergus 
reentered his tomb, and it was closed upon him. Messengers 
were then sent from the Tromdamh to Glenn an Scail to narrate 
to Marban, the swineherd, the stories of the Saint. Marban said 
he would not visit them until they would agree to his own 
judgment with Colum Cille and the saints of Ireland as their 
sureties. When they had consented to this he came to them, 
and the Tain was unfolded to him. And his judgment was as 
follows ; that every ollave should retire to his own native district, 
while the Tromdamh should never again come together to the 
ruin and detriment of Ireland, and that they no longer form a 
band about each ollave. But the poets did not keep their pro- 
mise to Marbhan. They still persisted in their evil ways, till 
Colum Cille made a treaty between them and the men of Ireland 
at the assembly of Druim Cet; as we read in the book of the 
assembly itself. 

158. Once upon a time, a holy person named Cairnech of 
Tuilen visited another holy person named Cianan of Daimhliac. 
They proceed to take a bath. No vat with a bottom was found 
for the bath. 'That is miserable' says Cianan. — "Not so' says 
Cairnech, 'let the water be put into it, and God can supply the 
need of a bottom.' This was then done, and not a drop leaked 
through. "Enter the vat now, Cairnech', says Cianan. — "Let 
us both enter', saj's Cairnech. They then go together. "Beauti- 
ful is thy body, Cianan', says Cairnech, 'and thus may it be 
without decomposition, without deca}' after thy death, till the 
men of the Avorld come to be re-embodied on the last day.' 



248 ANDUEW KELLEHER, 

hais go ticid fir dom/mm do gliabhail a corp impo a llo an 
bratlia'. Do firadli sin araa?7 Siävibhairt Cairnech, oir nir 
legh corp Cianáin 'sa tumba inar cuiredli é; 7 do berrthaí a 
aghaidh 7 do gerrthai a ingne gaclia dardain mandail 'sa 
bliad[h]ain, 1) 7 do bi se SLmlaidh sin 6 re F^traig co haimsir 
C. C. Agus as é Padraig do scnh risigail an Cianain sin 7 
is é Cianan do scrib riagail Padraig. Fec[li]tas dia ndechaidh 
C. C. CO Damliliacc Cianain, 7 ar ndul os cind tumba Cianain 
do, do sin Cianan a lamh tre tliaeb an tumba amach mar 
luthghair 7 mar raiberians ria C. C. Agus do cuir C. C. a lamh 
mar an cedna trid an tumba astech, ar corp Cianain mar gradh 
7 mar onóir do. Gonadh desin ata a cadach 7 a cumann re celi 
a nimh 7 a talmam sin ille. Et nir fulaing Cianan d"enduine 
a glacudli no lam[h] do chur ar a corp ó sin alle, mar onúir 7 
mar medughadh auma do C. C. Agus da dLerhhadh sin, do chnaidh 
nech ronaemtha re n-aba/tliai Adamhuán co tumba Cianain, 7 
do foscuil é, 7 mar dob ail les a glacacZA no a fechain, do asAladh 
a cedóir é, cor tbroisc re Dia 7 re Cianan, co bfuair aissec a 
ambairc aris, 7 nir léic an ecla denduine an tumba sin Cianain 
d'fosclucrifZ/i no a corp d'fecham sin ille. Agus is follus duinn 
asan seel sa, nach edh amhain dob ail le Dia na naeimh 7 
na daine eli do bi beo re lind C. C. da onórugharf/«, acht corb 
ail les na mairb da onórughadh. 

159. Iss iad so na hadbhuir fana cuir onóir 7 oirmhidin 
mor do denumh a n-onóir C. C. dardain sech gach la eli, a.mail 
mebhruiglies an nech naemtha dana hainm Mura .i. dardain do 
labhair se a mbroinn a mhathar, an tan do fer se failte ris an 
nech naemtha darbh ainm Ferghna. Et dardain rnccadh é. Et 
dardain do baisdedh é. Et dardain do rinde se a chedsiub/iaZ 
'na leanumh. Et dardain adubhratar na haingli C. C. do tabhairt 
mar ainm air, 7 gan an t-ainm baisde twccadh ar tús air do 
gairm de .i. Crimthan. Et dardain tainec Mongan chuice co 
Carraic Eolairc,^) on uair do taisbén se ifrm 7 flaithes De do, 
7 do creid se do Dia 7 do C. C. iarsin. Et dardain do cuaidh 
se do rádh a trath 7 unmiyMe ar mulluch an cnuic ata soirdhes 



*) Leg. a iugue dardaiu mamlail gacba bliadhna. See F. 0. p. 244, 
11. 31 — 32: Xo tescad dano iiasalepscop a folt 7 a ingne dardain caplaiti cacha 
bliadna co haimsir Adamnain. 

^) See Zeitsclir. VII, p. 303. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 249 

Cairnech's words were yerifled. for Cianan's body did not decay 
in the tomb wherein it was buried. And, on every Maundy- 
Thursday of each year, he was shaved, and his nails were paired. 
And thus he remained fi'om the days of Patrick till Colum 
Cille's time. And Patrick copied Cianan's rule, and Cianan 
copied Patrick's. Once upon a time Colum Cille went to Damh- 
liacc Cianain, and when he stood over Cianan's tomb, the 
latter stretched forth his hand through the side of the tomb, in 
joy and out of respect for Colum Cille. Colum Cille, likewise, 
put in his hand through the tomb towards the body of Cianan. 
to signify his love and respect for him. Hence came their mutual 
love and fi'iendship ever since, in Heaven and on earth. And 
Cianan did not suffer anyone to take hold of him, or touch his 
body ever since, through respect for Colum Cille, and for the 
exaltation of his name. In proof whereof, a very holy person 
named Adamnan visited the tomb of Cianan, and opened it ; and 
as he would fain take hold of him or behold him, he was straight- 
way rendered blind, until he fasted on God and Cianan, so that 
his sight was restored to him. And no one dared ever since to 
open Cianan's tomb, or behold his body. From this it is clear 
that not only did God desire the saints and other contemporaries 
of Colum Cille to honoui^ him. but likewise the dead. 



159. St. Mura gives the following reasons why Colum Cille 
should be honoured and venerated on a Thursday, in preference 
to every other day. On a Thursday he spoke in his mother's 
womb, when he bade welcome to St. Fergna. On a Thursday 
he was born, and on a Thursday he was baptised. His first 
attempt to walk as a child was made on a Thursday. On a 
Thursday the angels gave orders that he be called Colum Cille, 
and that Crimthan, his baptismal name, be discarded. On a 
Thursday, Mongan visited him at Carraic Eolairc, when he (C. C.) 
showed him Hell and Heaven. After that he believed in God 
and Colum Cille. On a Thursday he went to say his' canonical 
hours and prayers on the summit of the hill that lies to the 



250 ANDREW KELT.EHER, 

OS cind Tolcha Dubhglaisi A. an t-inadh inar húsáedh é 7 do 
suidli air. Conidh Cuoc an tSuid[li]e a ainm sin ille. Agus 
do tuit nell bee codulta air, 7 do bi an tdilamh ag fas fai, 7 
do gab ecla mor na clericli naemtha eli do bi fáiris fan ni sin, 
7 do mosclatar é, 7 adubratar fen gor doigh leó muna beith a 
lúas do mosclatar e, co n-ére6chaí7A an talam suas conuice an 
aieór faéi. Et dia dardain do brisedli cath Cula Dremh[n]e les. 
Et gacha dardain do berthi ar nemli é d'imagallaimli re liainglibh, 
ut dixit [Mura] ga derbliadh so isna randuibh-se. 

Dardain cedlabra Coluira riana breith, dail gan dodhaing,*) 
dart tert sé fáilte co mbloidh re Fergna mac rig Caisil. 

Dardain breith Coluim Cille a nGartan nasal ainglidhe, 
dar indis Padraig na fiedh do Brighid re ndul ar nem. 

Dardain baisded Colum caimli a Tulaigh Dubglaisi co n-áibh, 
da tuccadli Crimthan glan gle d'ainm air ria Colum Cille. 

Dardain cetiimtlieclit Coluim, raidliim rib, dail gan dodliaing;^) 
fa maith a aisde ar gach taeib, mar ar baisded/i a ndardain. 

Dardain, nocliar caingen cle, ag ainglib rigli an ri[g]tlioighé, 
darbensatar Crimthan de 's dargoirset Colum Cille. 

Dia dardain tainic gan meirg,^) Mongan co Carraic Eolairg, 
d'agallaim Coluim Cille, a tir tredaig tairrugire. ■•) 



') doghaing MS. 

*) doghaing MS. 

*) Leg. mairg. 

*) tarringire MS. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 251 

south-east, towering over Tulacli Dubhg-laisi, where he had been 
baptised. He sat himself down there. Hence it has ever since 
been called the 'Hill of the Sitting'. And he fell into a light 
sleep, and the earth beneath began to rise. Thereat the other 
clerics who were with him became greatly alarmed. They 
awakened him and said that in their opinion, if they had not 
done so quickly, the earth beneath him would have risen up to 
the heavens. On a Thursday he won the battle of Cul Dremhne. 
And on every Thursday he was wont to be borne to Heaven, 
to hold converse with angels, as Mura has testified in these verses. 

On a Thursday Colum first spoke before his birth, a thing 

[without sadness. 

When he bade a famous welcome to Fergna, son of the king 

[of Cashel. 

On a Thursday Colum Cille was born in noble angelic Gartan; 
As Patrick of the Feasts foretold to Brigit before going to 

[Heaven. 

On a Thursday gentle Colum was christened on beautiful 

[Tulach Dubhglaisi, 

When he was called pure bright Crimthan before receiving 

[the name Colum Cille. 

On a Thursday Colum first walked, I tell you, a tiling with- 

[out sadness, 
Good was his nature in every way, when on a Thursday he 

[was christened. 

On a Thursday, it was no wicked compact, (he was) with the 

[angels of the King of Heaven, 

When they deprived him of Crimthan, and called him Colum 

[Cille. 

On a Thursday came, without sadness, Mougan to Carraic 

[Eolairg, 
To hold converse with Colum Cille, from the promised land 

[of flocks. 



252 ANDREW KELLEHER, 

Dardaín do ciiaid isan cnoc Colum caeimfmrtach gan locht, 
CMsau Tula?^ cuanna caimli, mar a fuil suidlie an ardnaeirah. 

Dardain doradadh an catli Cula Dremne, dail go rath,i) 
mar do toiligli Dia duilecli dar gabudh an Sciathluirec/?. 

Ut dixit an file .i. Dalian Forcaill: — 
Teighe[dh] Colum gacli dardain co tech airdrigh nime naimh ; 

glac toindghel ar tocht anonn m«c ochta on Choimded^ 

[Colum.2) 

Dixit C. C. fen ga áerMadh so sa rann-sa : — 

Is mesi Colum CiUe, gan mire is gan borbglor; 
bim gach dardain ar nemh nar as me ab/ms am cli 

[comlan. (fo. 22 b.) 

160.3) Fectus dia raibe Findtön mac Gaibrein fare senoir 
rob oide foirceta?7 du, 7 do labha/r go faidhem/<fn7 rena oide 7 
ass ed adubhairt ris, oircill do beith aicce ar na hainglib ^) uaisli 
onöracha do beith aige an oidhce sin. Eo gab ferg an senoir 
re Findtan, 7 tue aicept mor do 7 do Mvtaigh de, cindus do 
\)eäh a fis sin aice sech each. 'Mo Tigherna .i. Isa Criost do 
foillsi^ih damh co mbeith an t-ardnaem 7 an t-uasulathair .i. 
C. C. gon a compánchaíM fáriun anocht.' A hait[h]li na 
mbriat[h]ar sin, tainic C. C. ab choir an inaidh sin, 7 adubhairt 
rena muindtir gur coir doib gabail ar cuairt mar a raib[h]e na 
naeimh uaisle do bi a comghar doib, Eo gabhsatar andsin 
Í3iYomh, 7 do labhair C. C. re hoide Findtain 7 ass ed adubhairt 
ris, nar coir do ferg do denamh re Findtan ar son a indisin co 



1) This refers to the poem called ' Sciathluirech of C. C. See Martyrol. 
of Donegal, p. 12 aud Stokes, Mart, of Gormau p. VU. 

-) The same stanza is found in the Bodleian Amra C. C, R. C. XX, p. 164: 

Teged Colomb cundail cáin. i teg a Rig cech dardain, 

glace tonngel ic tescad mong. mac ochta in Choimded Colomb. 

Evidently this is not the copy O'D. used. 

3) V. Plummer'8 V. S. H. H, pp. 96 — 97. 

*) Here the Franciscan copy rightly has aoighedhaibh. 



BETHA COLÜIMB CHILLE. 253 

On a Thursday faultless Colum of gentle deeds ascended the hill 
To the beautiful fair Tulach, where the seat of the high-saint is. 

On a Thursday the battle of Cul Dremne was fought, a meet- 

[ing with grace. 
For God the Creator gave his consent, when the Sciathluirech 

[was recited. 

As the poet Dalian Forgaill has said: 

On every Thursday Colum was wont to go to the house of the 

[High-King of holy Heaven. 

As he went there, a white-skinned hand was Colum. the dar- 

[ling of the Lord. 

Colum Cille has himself confirmed this in the following 
quatrain : 

I am Colum Cille, without levity, without proud talk, 

I am wont to be on every Thursday in happy Heaven, while 

still here in full possession of my body. 

160. Once upon a' time Fintan mac Gabrein was staying 
with an old man who was his instructor, and addressing him 
prophetically he told him to expect noble honourable angels ^) to 
visit him on that night. The old man got angry with Fintan 
and severely reprimanded him, and asked him how he could have 
such knowledge beyond everybody else. 'My Lord Jesus Christ 
has revealed to me that the high -saint and patriarch Colum 
Cille together with his companions shall be our guests tonight.' 
When he had finished speaking, Colum Cille came towards that 
place, and said to his people, that it was fitting for them to 
visit the noble saints who lived in close proximity to them. 
After that they visited them, and Colum Cille addressing 
Fintan's teacher said that he had no right to be angry with 



*) Leg. 'guests' 



Zeitichrift f. celt. Philologie IX. 17 



254 ANDREW KELLEIIER, 

tiiicfaf7/i se fen cuca; 7 do indes do co cuala se fen gach ni 
da ndubhairt se ris sin, ger fada uadlia é; 7 adubairt corub 
d'Findtan do beitli se fen 7 a chill ag serbhis co bratli. 
Agus do firadli an faidlietóracht sin C. C. Simhail derbus betlia 
Finntain fen. 

161. 1) Feclitas do cuaidli C. C. do choir an inaid araibhe 
Munda mac Tulcháin, 7 adub/má't rena muindtir an lenub[h] 
sciamach sochraidh do gebhdais san inadh sin do thabhairt cuice 
fen. Agus ar na tabhairt 'na fíSiá]\naise , do linadh do gradh 
an mic cairn é, 7 adubhairt comadh mór ainm a athar 'sa 
seaghal ar son an mic sin do beith aicce; 7 adubhairt go raibe 
an mac sen fen Ian do grasaibh an Spir/a Naim[h], 7 co n-aibe- 
orthai itir naemaib uaisli onoracha na hErenn é, 7 do bendaigh 
C. C. an macam go roduthrachtach an tan sin. An uair trath 
tainec am legind do denamh do Mhunda, do cuaidh ar scoil 
Comgaill naemtha. 7 do cuaidh ass sin ar an scoil do bi ag 
C. C. a cill múir Dithruimhe. Et do bi C. C. ag denamh ecna 7 
legind 7 eolais an scribtttra gu duthrachtuch do. La áiridhe 
da raibhe C. C. ag leghtóracht don scoil, do linadh do grasuib 
an Spiria 'Naeinúi é mar ha gnáth les, 7 do fiafraidh do Baithin 
naemtha cia don scoil ha goire do an uair do bi se ag 
leghtoracht. Adubhairt Baithin gorb é Munda mac Tulcáin ha 
goire do ar a laim deis. 'Aderim-se rib-se,' ar C. C, 'co mbia 
Munda Ian do grássaib an Spir/a Xaeimh 7 co Ya.chaidh se ar 
ecna 7 ar eolus os cinn na scoile-si uili'. A cinn aimsiri faide 
iarsin, ar ndul C. C. a n Albain, do triall Munda dul mar a 
raib[h]e C. C. go hi, Indus go ngabadh se aibid manaigh uadha. 
Do bi C. C. a nderedh a hethadh an uair sin, 7 do labhaii' go 
taiáhemhail re Baithin naemt[h]a 7 ren a mhanchaí7//< fen do 
bi na fochair, 7 adubhairt riu co tiucfadh clerech naemtha 
Erind da indsoig[h]e taréis a bais fen, 7 co mbeith naemJitha. 6 
oibrightibh 7 solus 6 indtind 7 sciamac/i 6 corp, 7 co mbeith 
gruag cas air, 7 co mbeidis gr«aid[h]e derga aicce, 7 comadh 
Munda a ainm. Agus adubhairt ger minec do condaic se 'sa 
saegal e, gurub meince ina sin do condairc se fare Criost e itir 
ainglib, 7 adubhairt gurb é dob adhbhar do dhul andsin docum 



>) Here the primary source is Munda's Life, which OD. follows almost 
literally. See Plummer's V. S. H. II, §11, p. 226, § IV, p. 227, § Y, p. 228, 
§ VIÍ, pp. 228-229. A secondary source is .\daimian, pp.20 — 22. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 255 

Fintau for liaviiig announced his own coming. He told liim tbat 
he had heard every word he had spoken to him. though he had 
been afar off. and he said that he himself and his church would 
serve Fintan for ever. That prophec}' of Colum Cille was ful- 
filled as Fintan's own Life testifies. 

161. Once upon a time Colum Cille approached the resi- 
dence of Munda mac Tulchain, and he told his followers to 
bring him hither the comely fair child they would find there. 
AVhen he was brought to him, he was filled with love of the 
gentle youth and said, that the father's name would be famous 
on earth on account of that son of his, and that the boy himself 
was full of the graces of the Holy Spirit, and that he would 
be reckoned among the noble honourable saints of Ireland. Colum 
Cille then blessed the little boy most fervently. When the time 
had come to begin his education, he entered St. Comgall's school, 
and thence he graduated to Colum Cille's school in Cell Mor 
Dithruimhe. Under the diligent guidance of C. C, he advanced 
in wisdom and learning and in knowledge of the Scriptures. On 
a certain daj-, as C. C. was giving a lecture to the students, he 
was filled with the Holy Ghost, as was his wont, and he asked 
St. Baithin, who was next to him during the lecture. Baithin 
replied that it was Munda mac Tulchain who was the next to 
him on his right-hand side. "I say unto you', says C. C. "that 
Munda shall be filled with the grace of the Holy Spirit, and 
shall excel the whole school in wisdom and in knowledge.' Many 
years afterwards, when C. C. had gone to Scotland, Munda set 
out for lona to receive from C. C. the monk's habit. C. C. was 
at that time nearing the end of his days; and speaking prophet- 
ically to St. Baithin and the rest of his community he said that 
after his own death a holy cleric from Ireland would visit them 
named Munda, who would be sanctified by works, bright of intellect 
and comely in appearance with curled locks and red cheeks. He 
said, moreover, that though he had seen him many a time on 
earth, he had seen him more often with Christ among angels; 
and that the reason of his coming was to receive the monk's 
habit from himself. And he said that he himself would be called 



256 ANDREW KELLEIIER. 

CO náevnadh se fen manucli dlie. Agus adubliairt go mberadli 
Dia é fen do caithemli na gloire suthaine sul do tmdadh se, 7 
do atliain do Baithin 7 da mhaucliaib, gan iad fen do denamli 
manaigh dlie, 7 a indesin do co ndubhairt se feiw ris filledh tar ais 
a nErmw san inadh airitlie re n-abart[/i]ar Hi Cennselach don 
taeb bodes do cuicedh Laighen, 7 co mbeith se 'n-a cliend ar 
poiblechaii/i imdha and, 7 comadli anci no beith a eserglie 7 a 
onóir; 7 do firadli an faidetoracht sin C. C. co liimlan, amm7 
dliearb/ííí5 beatha Munda fen. 

162. 9 Do chuir Colum Cille cuairt timchell Erenn iiili 
an tan sin, do siladh agas do meáugaclh a creidrae 7 a craibaidh. 
Do baisd moran da sliiRgaihh 7 da socliraidibh, 7 do cwmMaigh 
moran da cellaib 7 da heclusaib, 7 do lagaib moran da eolchaib 
7 da dainibli naemtlia a comarbacht cell Ereww do denamh lesa 
cilli 7 tuaitlie re cell. 

163. Fechtus do C. C. a bFánaid san inadh re n-aburt[//]ar 
Glend Fanad aniugh, 7 do dermaid se a leab?<iV ar druim airide 
re raiter Druim na lebur. Aciis nir cian do ag siuboZ anuair 
do conda/c se iiadh barr-) cuice, 7 a Ithuir leiss ar a mhuin, 7 
do lee ar a gluinib do C. C. e, 7 do lee na leabnir ar lar 'na 
fiadhnaise, 7 do muigbs) tobur and san inadh ar lice an fiad a 
gluine fai da ngoirther Tobar C. C. aniugh, 7 ata ula mor cloch. 
aice a comart[h]a na mirbal sin (fo. 23 a). 



164. Fechtus eli do C. C. san inadh airidhe re n-aburthar 
Tobur an Deilg aniugh, a Port Cairthe [Sjnamha-*) don taeb 
toir do Loch Febuil, 7 tainic duiue cuige ga raibe delg ina 
cois, 7 nir fedadh leges do. Do bendaigh C. C. an tobur sin. 
Do reir droinge eli, as i an uair sin fen do muigh-') an tobur; 
7 geb' é aca é, tue 0. C. ar in oclaoch a coss do cur and, 7 
tanec a delg ass, 7 do bi se slan ar iu pongc sin fen ; cor morad 



1) See Lism. Lives p. 176, U i.i56f; pp. 177 — 178 11 944 f. 

■■') Perhaps for 'báu'. 

^) Leg. muidb. 

*) See R. C. XX, p. 48, where it is called Coirthi Snáma. 

*) Leg. uiuidh. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 257 

to everlasting glory before lie would arrive. And he commanded 
Baithin and his monks not to receive him into the order, but to 
tell him that it was his own wish that he would return to Ireland, 
to a certain place called Hui Chennselaig to the south of Leinster. 
and that he would rule many people there, and that there he 
would be venerated and arise from the dead. That prophecy 
of Colum Cille was fullv verified, as Munda's own Life testifies. 



162. Colum Cille made a tour around all Ireland at that 
time to confirm and increase her faith and piety. He administered 
baptism to many of her hosts and multitudes, and founded many 
of her chapels and churches. And he appointed many of his 
learned and holy men as coarbs i) over the chui'ches of Ireland, 
both for the good of the church and district. 

163. Once upon a time, C. C. was at Fanaid. in a place 
called Glen Fanad today. He forgot his books on a certain ridge 
called Druim na Leabhar. He had not proceeded far, when he 
beheld a white (?) deer making towards him, with his books on 
its back. It threw itself on its knees before C. C, and laid down 
the books in his presence. A well sprang up on the spot where 
the deer threw itself on its knees, which is caUed Colum Cille's 
Well today. And a great stone station marks the spot in testi- 
mony of those miracles. 

164. On another occasion C. C. was at a certain place called 
the "Well of the Thorn' today, situated at Port Cairthe Snamha 
to the east of Luch Fuyle. A person who had a thorn in his 
foot visited him, after having tried all other remedies. Colum 
Cille blessed that well. Others assert that it was on that occasion 
the well sprang up. Whichever be the case, C. C. caused the 
youth to bathe his foot in it, with the result that the thoni left 



*) Literally "in successorship '. 



258 ANDREW KELLEHER, 

ainm De 7 ('. C. desin. Agiis as bitlibeo an mii-hhnil sin; oir 
gacli duine a mbi delg teid cuice, bid slan ga fagbail. 



165. Bó do bi ag C. C. re adhaig [aghaidli] bainde do tha- 
bhairt da chataib. Dub na cat a hainm-si dhéin. 7 do goideadh i, 
7 tainic do mirbuilibh De 7 C. C, ga faglitai a lore isna clochaibh 
com[h] maith 7 do-geibthi sa talum[li]. Agus da derbadh sin, 
ata lee cloiche aga fuil cros 7 ula docoir an tobuir sin an deilg 
dar labramar sa scel-sa túas, ina bhfuil lorg na bó sin aniug; 
7 do lenadli ar a lorg í co frith cengailte ar coillidh do coir 
na haband re n-aburt/iö>- an Fochain i. 7 do muigh tobur 'san 
inadh sin. Conad Tobur na Duibhe a ainm aniugli; cor moradli 
ainm De 7 ( ■. ('. desin. 



166. Í) Batar dno cuid do mindaibli Patraicc a n-inadh 
airithe a bfolacli fo thalmhuin fria re tri ficliit bliadhan tar eis 
a bhais fen; clog an udacht 7 an cuach 7 soiscel an aingil a 
n-anmonda. Ro foillsigh an t-aingeal in ni sin do Coluiwí Cille, 
7 rwstogaib iad. Et ass i so roind ro ordnigh an t-aingeal fen 
do tabhairt orra .i. clog an udaclit do Ard Maclia, ; an cuach 
do Dun Da Lethglass, 7 soiscel an aingil do C. C. Is uime 
adeirt[h]ar soiscel an aingil fris .i. is assa laim fein tucc an 
t-aingeal do C. C. he. (fo. 23 b) 

167. Tindscantar andso cur C. C. a n Albain 7 na hadbuir 
far cuiredh a nAlbain é, do rér mar ioillseoclníí an beatha oa so 
amach. 

168. Fecht n-aén do cuaidh C. C. a cend Findein Droma 
Find, 7 do iarr iasucht lebhair aii\ 7 fuair se sin Finden. 
Agus do anadh se a ndiaidh caich tareis na tratli 7 na n-RÜrend 
sa tem-pull do bi sa baile sin fen, 7 do bi se ag scribhudh an lebuir 
and gan fis d'Finden.2) Agus anuair ticedh an oidhce cuice ass 



•) The same anecdote is found in A. U., A. D. 552. 

-) Keating embodies the same story from 'Black Book of Mohiga ' ^^uow 
lost). See Dinneens Keating III, p. 88. Perhaps OD. used the same source. 
I have not seen the story elsewhere. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 259 

it, and lie was immediately cured; so that thereby God's name 
and Colura Cille's were magnified. That miracle is ever -living, 
for all those suffering from thorns who visit it, return cured. 

165. Colum Cille had a cow that supplied milk for his cats. 
Her name was DubhnaCat. She was stolen, and through the 
miraculous intervention of God and C. C. it came to pass that 
her track was found on the stones as well as on the earth. In 
testimony of that there is a flag-stone which has a cross and a 
calvary, in front of Tobar an Deilg mentioned above, in which is 
imprinted the track of that cow at present. She was. tracked 
and was found tied in a wood, in front of the river called 
Fochain. A well sprang up in that place, so that its name is 
Tobur na Duibhe. God's name and Colum Cille's were magnified 
thereby. 

166. Some relics belonging to St. Patrick were concealed 
underground in a certain place for a period of sixty years after 
his death, to wit, the bell of the testament, the goblet and the 
angel's gospel. Tliis fact the angel revealed to Colum Cille, and 
he caused them to be dug up. And the angel ordered that 
they be distributed as follows, nameh', the bell of the testament 
to be given to Armagh, the goblet to Dun Dalethglass and the 
angel's gospel to C. C. It is called the angel's gospel because 
the angel personally presented it to C. C. 

167. Now begins the banishment of C. C. to Scotland, and 
the reasons of this banishment, as the remainder of his Life 
will show. 

168. Once upon a time C. C. visited Finnian of Druim Finn. 
He asked the latter for the loan of a book, which he obtained. And 
Mass and Office being over, he was wont to remain after the rest 
of the community in the church of that place engaged in transcrib- 
ing that book, unknown to Finnian. At night-time, while engaged 



260 ANDREW KELLEHER, 

íad budh coinnle dó ag denamh na scribneór«c/ita sin .i. cuig 
meoir a láimhe deisi do lassadh scmhail cúig lochranda rolasumhna, 
indus CO cuirdís delradh 7 solus fan tempuU uile. ^) Et an oidhce 
deighenuch do C. C. ag scribadli derich an leb?<?V sin, do ciiir 
Finden duine d'iarrít/í//í a lebhair air. Agus ar ndul co dorus 
an tempuill a raibhe C. C. dó, dob ingantacli leis med na soillse 
do condaíc se astig, 7 do gab ecla nior é, 7 do fecli se go faitech 
tre pholl do bi ar comlaidh doraiss an tempuill, 7 ar faicsin C. C. 
do ar an indell sin, amail adubramar romaind, nír leig an ecla 
do labhairt ris no an leabur d'iarraíí?/i air. Do foillsigedb, imorro, 
do C. C. an t-oclach do beitli ga feithemh amkíV//í sin, 7 do gab 
ferg mór é fá an ni sin, 7 do labhair se re peata cuirre do bi 
aicce, 7 ass ed adubhairt ria; 'Is ced lim-sa, massa ced le Dia, 
tu-sa do bíiain a sul as an odúach ud tainec dom fechain gan fis 
dam fein'. Do ericli an chorr acedóir le breithir C. C. 7 tue buille 
da gob tre pholl na com\s.dJi, a suil an odaig; cor ben a suil asa 
cinn; cor facuib ar a g>-«aid amuigli hi. Do imáigh an t-oc\ach 
iarsin, mar a raibe Finden, 7 do indis do mar do imáigJi air ó 
tús CO deredh. Nir maith le Finden an ni sin, 7 do benduigh 7 
do coisricc se suil an odaiyh, 7 do chuir ina hinadh fein aris i, 
gan digbail, gan uiresbuidh do heith uirre -Amhail do bi si tús. 
Agus mar do cuala Finden a lebur do scribadh gan cead do fen, 
do dmaidh se d'accra C. C. and, 7 adubhairt nar coir a lebhor 
do scrMiadh gan ced do. 'Do-ber-sa bretli rig Erenn dind', ol 
C. C. .i. bretli Diarmada mic C'erbuill. *Gebut-sa sin', ar Finden. 
Do chuatar re cell 'na diaidh sin co Temraigh na Righ, mar a 
roibe Diarmaid mac Cerbuill, 7 do inneis Finden a scela ar tus 
don righ, 7 ass ed adubhairt ris: 'Do scrib C. C. mo leabhur gan 
fls damh fen', ar se, '7 aderim corub lim fen mac mo leabhííír'. 
Aderim-se', ar C. C, 'nach mesde leb/i?ir Findéin ar scrib me ass, 
7 nach coir na ueiche diadha do bi sa leb/i?<r ud do mwchadh tio 
a bacudh dim fein no do duine eli a scrib/mrf/i no a leghadh wo 
a siludh fa na cinedacha^Wi; 7 fos adeirim ma do bi tarba dam-sa 
ina scrib/ia(?/i, 7 corb ail lium a chur a tarba do na poiplecha/^//, 
7 gan dighbail Fhindein no a lebhair do techt ass. cor cedaigthe 
dam a scribudli.' is andsin luc Diarnui/V/ an breth oirrdearc .i. 
'le gach boin a boiuin' .i. a laogli 7 'le gach lebhur a leabrán', 



*) A similar story is told of S. Coluinba of Tir da Glass. See Smedt 
and De Becker's A. S. H., p. 447 § G. 



RETHA COLUIMB CHILLE. 261 

at that transcription, the fingers of his right hand were as 
candles which shone like five very bright lamps, whose light and 
brightness filled the entire clinrch. On the last night when 
C. C. was completing the transcription of that book. Finnian 
sent for it. When the messenger arrived at the door of 
the church wherein was C. C. he was astonished at the great 
light he saw within, and great fear seized him. Timorously 
he glanced through a hole which was in the valve of the door 
of the church, and when he beheld C. C. as we have described 
him, he dared not address him or demand the book of him. It 
was revealed to C. C, however, that the 3^outh was thus watch- 
ing him, whereat he became very angrj^ and addressing a pet 
crane of his, said: 'If God permits it, you have my permission 
to pluck out that youth's eyes, who came to observe me without 
my knoAvledge.' With that, the crane immediately went, and 
drove its beak through the hole of the valve towards the youth's 
eye, plucked it out, and left it resting on his cheek. The youth 
then returned to Finnian, and related to him the whole of his 
adventure. 

Thereupon Finnian was displeased, and he blessed and sained 
the youth's eye, and restored it to its place, so that it was as 
well as ever without being injured or affected in any way. When 
Finnian discovered that his book had been copied without his 
permission, he went to reprove C. C, and said that he had acted 
wrongly in transcribing his book without permission. 'I shall 
appeal to the king of Ireland, viz. Diarmaid mac Cerbuill for 
judgment', says C. C. — 'I shall agree to that', says Finnian. 
They then proceeded together to Tara of the Kings, where 
Diarmaid mac Cerbuill resided. Finnian pleaded his case first to 
the king as follows : ' C. C. transcribed my book without my know- 
ledge', says he, 'and I maintain that the transcript belongs to 
me.' — 'I hold', says C. C, 'that Finnian's book has not de- 
creased in value because of the transcript I have made from it, 
and that it is not right to extinguish the divine things it con- 
tained, or to prevent me or anj'body else from copying it, or 
reading it, or from circulating it throughout the provinces. 
I furthermore maintain that if I benefited by its transcription, 



262 ANDREW KELLEHER. 

*7 da reir sin, is le Finden an leabur do scrib tusa, a C. C, ar 
Diarmaid. ^ *01c an breth sin', ar C. C , '7 dig:heoltar ort-sa 1'. 
Et do bi Curnan mac Aedlia^) mic Echach Tirmcarna .i. mac 
righ Connoclit a ngiallaidheacht ona athair ag righ Eirenn 
anuair cedna sin, 7 tarla imresaiu itir se 7 mac rechtaire na 
Temra fa iiathroid 7 siad ag imain; no cor buail se mac an 
rectaire do caman ina cend: cor marb a cedóir e, 7 do cuaidh fen 
a comairce C. C. iarsin, 7 do furail an ri mac rigli Condacht do 
tarraing ass ucht C. C. 7 a cliur docum bais triasan gnimh sin 
dorinne se. 



169. Is andsin adubhairt C, C, 'Rachud-sa a cend mo 
braithrecli .i Cinel Conaill 7 Eogam, 7 dober catli duit-se a 
ndighail na drochbretlie rucais orm fan lebur 7 a ndigail 
m?c righ Connacht do marb/iad/i ar mo comairce: oir ni lor lem 
Dia do dénamli indiglitlie ort and gan me fen do denamh digailtais 
ort do taeb an tsaegAa^Z-se'. 

170. Is andsin adnbhairt ri Erenn nach lémhadh nech 
d'feruib Erenn C. (.'. d'indlucarf/i asin mbaile sin, 7 nach lémhadh 
enduine acn dul a cath leis 'na aghaidh fen. Do gluais ('. C. 
remhe (fo. 24 a) asin mbaile gan ched do righ Eirenn, 7 do bi 
coimed Dia air an mede-si, indus nar leir do each ag imtecht as 
a fiadna/5e fen e: 7 do cuaid go Mainester Baide an oidhce sin. 
7 adubhairt cacli fris beith ar a coimhed a sleib Brege an la ar 
na mharuch, 7 co raibe ri Erenn 7 a muindtir a blifoirirecliaí7>/i 
remhe 'sa sligidh d'ecla co tiucfadh a cenn a braithrer/i da cur 
'na agaidh fen. 

') Curiously Eg-. 13b 1 has -lo briss na tri Cúl .i. cath Cuili Dreimui 
i Couuachtaib for Molaisi i cintaib a chlaeiubretbi euangeli, [7] for Diarmait 
mac Cerbaiir. See RC XX, p. 434. Molaise's senteuce was a result of the 
battle and uot its cause. 

-) Keating (1. c. p. 86) has an abridged version and expressly states 
that his source was the Uidhir Chiaraiu. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 263 

which 1 desired to be for tlie general good, provided no injury 
accrues to Finnian or his book thereby, it was quite permissible 
for me to copy it.' Then Diarmaid declared the famous judgment, 
to wit, "to every cow her offspring', that is her calf, "and to 
every book its transcript". 'And therefore', s3l\s Diarmaid, 'the 
transcript you have made. Colum Cille, belongs to Finnian.' — 
'It is a wrong judgment', says Colum Cille, 'and you shall be 
punished for it.' Curnan mac Aedha son' of Echaid Tirmcharna, 
that is the son of the king of Counaught, happened at that time 
to be a hostage from his father at the court of the king of 
Ireland. A contention arose between him and the son of the 
steward of Tara at a hurling match, concerning a hurley-ball. He 
gave the latter a blow with his hurley on the head which caused 
instantaneous death. He then placed himself under the protection 
of C. C, and the king commanded that he be dragged from C. C.'s 
presence and be put to death because of the deed he had done. 

169. Then C. C. said: 'I shall go to my relatives, namely. Cinel 
Conaill and Eogain, and I shall wage war on you, to avenge 
the unjust sentence you have passed on me concerning the book, 
as well as to avenge the death of the king of Connaught's son, 
who was put to death notwithstanding my protection of him. 
For I do not deem God's retribution sufficient if I myself do not 
punish you here below.' 

170. The king of Ireland then declared that he would not 
aÜDw any of the men of Ireland to accompany C. C. from that 
place or join him in the fight ag"ainst himself. 

Colum Cille departed from that place without the king's 
permission and being under God's protection nobody noticed his 
departure. He arrived at Mainister Buite the same night, and 
was warned to be on his guard in Sliabh Brega on the morrow, 
as the king of Ireland was with his people lying in ambush on 
the way lest he should come to his relatives to incite them 
against him. 



264 ANDREW KELLEHER, 

171. Is andsin do eiricli C. C. co mocli ariia mliaracli, 7 do 
cuir a mliuindtir a aligidh ar leitli 'sa sliab, 7 do gabh fen 
eolus eli "11a enur. Conadh and dorinde an laidh:i) 

'Am aenuran damh 'sa sliab. a Ei grian. rob soraidh set! 

nocÄa n-eclaighe damh ni no da mbeiud tri tichtih ced.' 

Et reliqua. 

Et rue Dia C. C. gan fis do rig Erenn 7 da mhuindtir trid 
an sliabh. 

172. Is andsin tainic a cend Conullacli 7 Eoganacli, 7 do 
cosaid se riu gacli ainbreth da rue ri Erenn air. 7 do gabutar 
san an cossaid sin uadh, 7 do cuatar les do tabhairt catlia cusan 
inadli re n-aburtar Cuil Dremline a Connachtuib aniugh iter 
Sligech 7 Druimcliab. 

173. Is iad so na righa batar ar Cinel C'onaill 7 ar Cinel 
nEogain anuair sin .i. Ainmiri mac Setna mic Fergusa cendfada 
mic Conaill Gidban mic Xeill Xaigliiallaig ar Cinel Conaill 7 
Ferghus 7 Domnall da rigli Cineoil nEogain, .i. da mac Muircher- 
taigh mic Muiretliaicli mic Eogain mic Neill Naigiallaig. Et 
tainec dno Aedh mac Ecliach Tirmcharna ri Connaclit 7 IIa 
Mhaine Condaclit cusan inadh sin, do cungnumli le C. C. Do troisc 
€. C. re Dia an oidlice remlie an catli fa buaidh catlia do breitli 
ar rig Erind 7 fa gan digbhail do denumli da braithribh fen no 
da sluagh. 

174. Tainec Michel arraingel cuice da indesin do nar 
maith le Dia an athcuinge sin do iarr se air; 7 gen cor niaith, 
nar fed se a eitech am enni da n-iarfaf//i se air 7 co bhfuighedh 
se Dia 1, 7 nach beith Dia reidh ris fana comsaegliulta sin 
d'athchuinge d'iarruidh no co ndeachadh se a n-oilithre tar muir 
7 gan filledh tar aiss a nErinn co brath aris, 7 gan biadh no 
deoch na liErend do caithemh acht an fad do beith se ar 
sWgidli, 7 gan a fir no a nnia d'faicsin coidhce. Et do indis 
an t-aingel do iarsin, nach tuitfedh da muinntir sin and acht 
enduine. Agus adubhairt an t-aingel le C. C, gan enduine da 

») See Zeitschr. YII, p. 302; Miscell. of Arch. Society, p. 3. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 265 

171. Coliim Cille, having arisen early on the morrow, stationed 
his men in one part of the mountain, whilst he himself retired 
into solitude, and it w^as there he composed the lay: 

I am all alone on the mountain, King of Suns, may the 

[journey be smooth! 
I am no more afraid than if I were with six thousand men. 

And God bore C. C, unperceived by the king of Ireland and his 
followers, through the mountain. 

172. C. C. then came to the clans of Conall and Eogain, 
and complained to them of the wrong judgments passed on him 
by the king of Ireland. They upheld his charge and accompanied 
him to do battle for him in a place today called Cul Dremhne 
in Connaught, situated between Sligeeh and Druim Cliab. 

173. The following were the kings of Cinel Conaill and 
Cinel Eogain at that time, namely : Ainmire mac Setna mic Fer- 
gusa Cennfada mic Conaill Gulban mic Neill Xaighiallaig. king 
of Cinel Conaill, and Ferghus and Domnall. kings of Cinel Eogain^ 
that is to sa}^, the two sons of Muirchertach the son of Mui- 
redach, the son of Eogan, the son of Xiall of the nine hostages. 
There came, moreover, to his aid Aedh son of Echaid Tirmcharna, 
king of Connaught. and the Ua Maine of Connaught. Colum Cille 
fasted on God the night before the battle with a view to gaining 
victory over the king of Ireland, and that no evil might befal 
his own relatives or their host. 

174. Michael the Archangel came to inform him that God 
was not jjleased with his request, but yet that He could not well 
refuse him anything he asked of Him, and so it would be granted. 
The angel added, that for having made such a worldly request 
God would not be pleased with him until he w'ould exile himself 
bej^ond the seas, and never return to Ireland's shores, nor par- 
take of her food and drink, except during his outward journey, 
nor behold her men and women for evermore. The angel, then, 
informed him that none of his people save one would perish; 
and, moreover, he gave orders that during the battle none of 



266 ANDREW KELLEIIER, 

muindtir do lecen tar an srutli dobeith idir in da sluagli ac 
cur an catha, 7 gebe do vRdiadh co mmrfidhe'^) é, 

175. Is amlaidh imorro do bi C. C. a croisfigbill ar cul an 
catha ag guidhe De an fad do bi an cath ga chur. Agus 
Suidhe C. C. ainm an inuidb a raibhe se anuair sin sin ille. 
Agus do condcus Michel aircaingel a ndeilb curudh romboir, 7 
a sciath ar a gualuinn, 7 a cloideamh nochtuighte 'na lairab, 
7 se a tossuch mhuindi/re C. C. ag brisedh an catha ar righ 
Erenn. Do ghuidh C. C. Dia gan righ Erenn do mscrhhadh sa 
chath; 7 do muirbfaf?/t Garb mac Ronain do Cinel Conaill Gxúhan 
e. muna beith guidhe C. C. ga coimet. 

176. Et fos do bi Finden, mar an cedna, a croisfigil ar 
cul righ Erenn 7 a niuindtire, 7 do chuir C. C. techta cnige da 
radha ris gan a beith a croisfighill d.m\aid sin, 7 corbe an t-adbhur 
é nach brisf/Je ar in righ an cein do beith se siun a croisfighill 
ar a chul, 7 co muirbfidhe a muindtir uili acht muna lecedh 
san da guidhe 7 da croisfighill, Indus co ngebdaiss maidhm cuca 
7 nach andaeis rena marbad. Ar *na thuicsin d'Finden cor fir 
sin, 7 nach dubairt C. C. brecc riamh, 7 go raibe Dia ar a 
comairli go mór, do léic se a lamha ass a croisfighill, 7 do 
fácuib an t-inadh a raibhe se. Agus do brisidh an cath sin 
Cula Dremhne ar righ Erenn 7 do marbudh X. C. ar X? X. C. 
da mhuinntir and, 7 nir marbad do muinntir C. C. and acht en 
duine amliain do cuaidli tar an sruth do bi iter in da sluag 
tar aithne an aingil 7 Coluim C. 

177. Ar mbrisedh an catha sin Cula Dremne ar righ 
Erenn, do rinde C. C. sith ris, 7 do aisic se a lighacht do; oir 
nir bee les a ainbreth do digail air; 7 do feátadh se rigacht 
Erenn do beith aige fen an uair sin, muna lecedh se do ar son 
Dia Í. Oir dob ferr les an righacht ba mo aige .i. rigacht flaith- 
essa De. 

178. An Cathuch imorro ainm an leab/íí</r sin triasa tugadh 
(fo. 24 b) an cath, 7 as e is airdmhind do C.C. a crich Cineoil 
Conaill Gulban. Agus ata se cumhdaigthe d'airged fa or, 7 ni 
dleghur a foscludh. Agus da cuirther tri huaire desiul a timchell 

*) Leg. muirbfidhe. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 267 

them should cross the stream lying- between the two armies, and 
said that whosoever should attempt to do so would be slain. 

175. Colum Cille during the battle was stationed at the 
rear of the battle-field with his arms extended in prayer. The 
place which he then occupied was henceforward called Suidhe C. C. 
And Michael the Archangel was seen in the form of a very 
great warrior, with his shield across his shoulder, and with drawn 
sword leading C. C.'s men to victory against the king of Ireland. 
C. C. besought God to spare the king of Ireland; and Garb mac 
Ronain of Cinel Conaill Gulban would have slain him but for 
C. C.'s prayers for his safety. 

176. And Finnian likewise kept watch with arms extended 
in prayer, at the rear of the king of Ireland and his men. C. C. 
sent him word to discontinue praying in that manner; alleging 
as a reason that as long as he persevered in prayer on his rear 
the king would not suffer defeat and that all his people Avould 
be slain unless he desisted from praying in that attitude. In the 
latter case [he said] they would be routed and w^ould not wait to 
be slain. When Finnian understood that C. C. had spoken truly, and 
bearing in mind the fact that he was never guilty of falsehood and 
that God favoured him very much with his counsel, he discontinued 
the crosswise attitude of his arms, and abandoned the place where he 
had been. And the king of Ireland lost the battle of Cul Dremlme, 
and three thousand of his men were slain ; while of C. C.'s men 
only one was slain, who had crossed the river between the two 
armies notwithstanding the prohibition of the angel and C. C. 

177. After the defeat of the king of Ireland at the battle 
of Cul Dremhne, C. C. made peace with him, and restored to him 
his kingdom; for he thought it sufficient to have punished him 
for his evil judgment; and he could then have held the kingdom 
of Ireland, had he not renounced it for the sake of God; for he 
preferred the greater kingdom — the Kingdom of Heaven. 

178. The Cathach, indeed, is the name of the book on ac- 
count of which the battle was fought. It is Colum Cille's chief 
relic in the land of Cinel Conaill Gulban. It is encased in gilded 
silver, and it is not lawful to open it. And if it be taken thrice 



268 ANDREW KELLEHER. 

sluaigli Cineoil ConaiU é. ag dul docum cat[h]a doib. is dual co 
úcíidis slaii fa buaidli; 7 is a 11-iiclit comliorba no clerich can 
pecadh marbtha air, mar is ferr is éidir leis, as coir an Cathach 
do beitli ag teclit timcliell an tsluaigh sin. 

179. Is andsin adubhairt C. C. rena braithrib 7 rena 
muindtir: 'As ecen dam-sa dul dorn oilitlire, 7 Ere d'fagbail, 7 
gan teclit indti gu brath aris, am/m/Z adubhairt an t-aingel 
rium ar a mhed do dainib do cuirebuir-se docum bais trim sa 
cath-sa Tula Dremline, 7 a catli Cula Fedlia do brisebhair-si 
ar Colman mór mac Diarmuda,i) a ndigail mar do marb a mac 
.i. Cumaine mac Colmain, Baedan mac Nindedha ri Erenn, ag 
Leim an Eich ar mo slanuib-si, 7 a cath Cula Eathain do 
brisebuir ar righ Uladh .i. ar Fiachna mac Baedain, 7 ar clan- 
duib Rugruide trim ag cosnum Euis Torathair^) .i. an ferond fa 
tharla imresuin adrum-sa 7 Comghall. Agus da derbudh co 
tucatar a braithre na cathu-sa trid, adubhairt an file .i. Dalian 
Forgaill : 

Cath Cula Dremne na ndrend atcualutur fir Erend, 
cath Cula Fedha, fath mbil, oais cath Cula Rathain. ^) 



180. Et fos do cuatar naeimh Erenn a nionmar ar C. C, 
7 adubrutar ris nar coir do ar cuiredh da dhainib docum bais 
andsna cathuib sein tria na comhairli. Is andsin do cuaidli 
C. C. do comairli naem Erenn, do tsibhairt a culpa do Molaissi 
Daim indse^) ar a son sin. Agus ass i breth rue Molaisi air .i. 
an hrcth rue an t-aingel air reme sin .i. Eri d'facbail 7 gan a 
faicsin CO brath, 7 gan a biadh no a deoch d'ithe no d'ibhe 7 
gan a fir no a mna d'faicsin 7 gan saltairt ar iiir Erenn go hrath. 

181. Do gab toirrsi mór C. C. andsin, 7 adubhairt se: 'As 
mesde Eri mesi do cur esde, 7 muna curthai esde me, do gebaind 

See Eeeves' Adam. p. 2i9 ; RC XX, p. 254 ; ibid. 434 ; Dinneen's Keatiug 
in, p. 87. 

"^) See Reeves' Adam. p. 253, where Ross Toratbair is called a churcb. 
See also RC XX, p. 254; ibid. p. 434. 

^) See Reeves" Adam. p. 249. 

*) See Phimmer's V. S. H. II, § 31, p. 139. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 269 

riglit- hand wise round the host of Cinel Conaill when about to 
engage in battle, the}' always return safe in triumph. It is 
on the bosom of a coarb or a cleric who is, as far as possible, 
free from mortal sin that it should be borne round the host. 

179. Then C. C. addressed his relatives and followers thus: 
'It behoves me to go into exile and never return to Ireland, as 
the angel has declared unto me, because of the multitudes you 
have slain on my account at the battle of Cul Dremhne and at 
the battle of Cul Fedha where jow defeated Colman Mor mac 
Diarmada because his son, Cumaine mac Colmain, slew Baedan 
mac Nindedha, king of Ireland, at Leim an Eich, notwithstanding 
my protection of him ; and at the battle of Cul Rathain where you 
defeated Fiachna mac Baedain, king of Ulster and Clan Rudraige 
through my contention for Ross Torothair, that is, the land 
concerning which a contention arose between me and Comghall.' 
And to prove that these battles were fought for him by his 
brethren, Dalian Forgaill has sung: 

The battle of Cul Dremhne of strife, the men of Ireland 

[have heard it. 

The battle of Cul Fedha. a good cause, and the battle of 

[Cul Rathain. 

180. Moreover the saints of Ireland murmured against 
C. C, and accused him of unrighteousness considering all his 
people that were slain in those battles as a result of his counsel. 
Then C. C, acting on the advice of the saints of Ireland, proceed- 
ed to Molaisse of Damh-Inis to confess his crime to him. And 
Molaisse ratified the sentence the angel had passed on him 
previousl}', namely to abandon Ireland and never to behold her, 
and to abstain from her food and drink, and the sight of her 
men and women, and never to tread her soil. 

181. Great sadness befel C. C. thereat, and he said: 
'Ireland shall fare worse for my banishment, and were I not 



Zeitichrift f. celt. Philologie IX. \Q 



270 ANDREW KELLEHER. 

Dia g'an galur no esslainte do beitli ar Erendclia?&7i gu brath^) 
acht galur a mbais, amhail aspert se fen 'sa rand-sa: 

Mona beith briathra Molaisi gun crois os Ath Imlaise,^) 

noclion fuiciind-se re mo lind saeth no galur a nEiiind. 



182. Do cuaidh C. C. iar cath Cula Drembne ar cuairt 
mar a raibe an nech naemtba darb ainm Cruimtheir Fraech. 
Da fer dec a lin. Agus tarla du beith oidhce a Cill Mudáin.^) 
Is andsin fuair se an anbfailte mor o Mhudán .i. áith saluch 
deroil do tabhairt mar tech leptha do, y muc guna finda do 
cur dia haine mar biadh cuice, 7 coiri brisde do chur lé, 7 
becán do chraibech úr ferna do cur docum teinedh cuige. 'Ni 
re maith rinn do cuiredh so cugaind', ar C. C. 'gidhedh túrgidh 
an feoil do bruitli, 7 caithidh ni di, 7 cmriidh ar nDia fen sin 
a n-onoir duinn do nemthoil Múdain'. Ar cur uisce 'sa coire 
docum na feola do bruith, ni narb ingnadh, do bi an coire 
brisde ac lecen an uisce trid. 'Cuiridh sop fón cuire', ar C, C, 
'a n-ainm an Coimdegh 7 Cruimt[h]eir Fraech'. Doronadh am- 
laidh sin 7 do gab fris fo chedoir, 7 gabaid fria gach coire 
sin ille. Et ni he nach téátadh C. C. fen sin do cosc, acht corbh 
ail les a dul a n-Rvdügadh anma do Chruimteir Fraech. Do 
caithset muindíír C. C. med ecin don feoil sin ar fulairemh C. C. 
fen. Agus ass e do bo biadh do Mudan 7 da muint/r .i. arán 
7 imm 7 iasc. Euc fer fritholma Mudáin fuidlech mumtire 
C. C. les da coimét don tigh a raibe Mudan fen. Et ro taisich 
tnialech Mudain 7 a muindtire mar an cedna. Et is amluidh 
fuair se ar na máruch na miassa ar a raibe fuiglech muindtiri 
C. C. lan d'arán 7 d'iasc 7 na miassa ar a raibe fuiglech Mudain 
lan do cru 7 d'fuil. Ro escain C. C. an baili iar-*) sin, 7 
adubairt co mbeith fás folum tré bitha sir, 7 co mbad coin 
allta a clerich 7 a scola gacha nó«a gu bratli. Ro imtkigh 



*) This is an exaggeration. See the following quatrain. 

^) Ath Imlaise is situated at the extreme nortli of Co. Sligo. It belongs 
to Innishmurry and therefore we naturally conclude that Molaisi of Innish- 
murry is meant here. But § 180 says it was Molaise of Daiminis who 
passed the sentence. 

3) See Zeitschrift V, § 122, p. 40 for a similar story. 

") ar MS. 



BETHA COLUIMB CHII.LE. 271 

exiled, I would obtain from God that Irishmen be free fi'om 
sickness and disease for ever, except the disease of death'; as 
he himself has declared in this quatrain: 

'Only for ]\Iolaisse's words at the cross over Ath Imlaise. 
I should banish during niv time sickness and disease from 

[Ireland.' 

182. After the battle of Cul Dremhne C. C. visited a holy 
person named Cruimthir Fraech. Twelve persons were his 
company. And he happened to spend a night at Cill Mudain. 
It was then he got a very ill reception from Mudan, being put 
to bed in an unclean miserable kiln, and receiving no other 
food on a Friday, except a hairy pig. with which a broken 
caldron was sent and some fresh branchwood of the alder- 
tree for fuel. 'It is not through kindness for us this was 
sent to us', says C. C; 'nevertheless let the meat be boiled and 
partake of some of it, and God shall cause it to redound to our 
credit in spite of Mudan'. When water was poured into the 
caldron to boil the meat, as was expected, it escaped through 
the broken caldron. 'Let a wisp be put under the caldron', 
saj's C. C, 'in the name of the Lord and Cruimthir Fraech.' 
This was accordingly done, and it immediately clung to it and 
it clings to every caldron ever since. And C. C. could have 
prevented this himself, only that he was anxious that it should 
redound to the credit of Cruimthir Fraech. At C. C.'s own 
bidding his people partook of some of that meat. And Mudan 
and his folk had for supper bread and butter and fish. Mudan's 
attendant took the fragments left over by Colum Cille's people 
to the house occupied by Mudan. He likewise stored up what 
was left over by Mudan and his people. And on the morrow 
he found the dishes which contained the leavings of C. C.'s 
people full of bread and fish, while the dishes that contained 
Mudan's leavings where full of gore and blood. Then C. C. 



18* 



272 ANDREW KELLEIIER. 

C. C. asiii mbaili iar sin, 7 do dermaid leabur na soiscel 'san 
aith ina raibe sé an' oidche reme sin; 7 do lass an áith uaithe 
fen cor loiscedh uili i; co war fédadh anucaZ di, 7 tainic an 
lebluir nadha fen cusan ard do bi os cind an baile re n- 
aburtZ/ar Escert na Tratli; co bfuair an clerecli do fill C. C. dia 
iarraidli andsin e, cor (fo. 25 a) moradli ainm De 7 C. C. desin. 
Do bi C. C. ag siubul iarsin no cu raibe deredli an lai ag drud 
ris, 7 CO cuala se gnth cluig espartan na cilli a raibe Cruimth^r 
Fraecli, 7 do rinde comlinaidhe andsin, 7 do srethadh a pubuU 
tairis; oir nir gnatliach le C. C. tairimtliecht ó espart dia Satbairn 
co maidin Luain. Do foillsigedli do Cruimther Fraech C. C. do 
beith a comfocns do. Tainec mar a raibe se 7 do fer failte fris, 
7 do bi Cruimthir ag tabhairt aicepta do C. C. trias an cath sin 
do cuiredh trid. 'Xocho niesi as cmtach ris sin', ar C. C, 'acht 
ainbretha Diarmada mic Cerbaill oram'. 'Do bndh usa do 
cleriuch ainbretha d'fulang ina dul da sesumh', ar CruimtAer 
Fraech. 'Anuair lasass an ferg sa duine bis fa masla móir, ni 
heidir les sin d'fulang', ar C. C. 'Mucadh na ferge bud cóir', 
ar Cruimt/?er Fraech, 'd'ecla ni bud aithrech do denamh lé'. 'Gé 
raor d'ulc doni duine le feirg', ar C. C, 'maithfirf/i Dia do é acht 
go ndernatZA se aithr/í//íe'. 'Dob ferr an t-olc do sechna ina 
beith ag iarraid a maithmhe', ar Cruimther Fraech. 'An é nach 
full a fis agat-sa' 'a Qvmmilier'' ar C. C. 'gurub lathghairidhe Dia 
7 muindtir nimhe reme an pecach Mies cuca fein le haithrige 
na reme an ti nach denand pecadh. 7 anus do gnath a ndegs- 
daid'. 'Et narub ingnadh leat-sa sin' a Cruimt/(cr', ar se, 'oir is 
bés duinne fein na daine, gurub forbfhailtighe sind risan duine 
bud inmain lind, 7 do beith a fad ina fecmhais ina risna dainib 
bo beith do gnath inar fochair.' 'Agus bidh a demhin agad' ar 
C. C. 'na full ar bith duine is luaithe solches nemh ina an pecuch 
doni aithrige'. 'Et ni dernadh 7 ni dinganta;* gnimh budh mo 
ina a nderna Loingínus', ar se '7 do maithei? do é ar son a 
aithrighe'. *Masser7, ar CruimtÄer 'co nderna Dia daine maithe 
dinn araén'. 'Go ma fir', ar C. C. Gonadh andsin doronsad 



•) This poem is found in Laud 615, p. 40. See F.r'xu V, p. 13. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 273 

cursed that place, and said that it would he barren and deserted 
for ever, and that -wolves would take the place of its clerics 
and students every evening for ever. Afterwards C. C. departed 
from that place, and he forgot the hook of gospels in the kiln 
where he had heen the previous night. And the kiln took fire 
of itself, so that it was completel}' destroj-ed, nor could it be 
saved. The book came of its own accord to the height that 
overlooked the place called Escert na Trath, so that it was 
found there by the cleric whom C. C. sent in search of it. God's 
name and C. Cille's were magnified thereby. C. C. continued his 
joiu-ney after that, until evening, when he heard the sound of 
the vesper bell of the church wherein was Cruimthir Fraech. 
He halted there, and his tent was spread; for he was not wont 
to proceed on his journey from the time of vespers on Saturday 
till Monday morning. It was revealed to Cruimthir Fraech that 
C. C. was near at hand; so he visited him and bade him 
welcome. He then began to reprimand him, because of the 
battle that was fought at his instigation. "I am not responsible 
for that', says C. C, 'but the unjust judgment passed on me by 
Diarmaid mac Cearbhaill.' — 'A cleric should suffer injustice rather 
than contend for his rights', says Cruimthir Fraech. — 'When the 
anger of one who is greatly insulted flares up, it is impossible 
for him to suppress it', ssljs C. C. — 'The anger should be suppressed', 
says Cruimthir Fraech, 'lest something deplorable result from 
it'. — 'However great be the evil caused by one through anger', 
saj'S C. C, 'God will pardon him for it provided he do penance.' — 
'Better avoid evil rather than seek its forgiveness', says Cruim- 
thir Fraech. 

'Dost thou not know. Cruimthir', says C. C. 'that there 
is joy in heaven for one sinner that doth penance more than 
for a just man who needs not penance and who always remains 
in the state of grace? And wonder not at that, Cruimthir', 
says he, 'for we mortals have welcome for one whom we 
love and who is a long time absent from us, more than 
for those who are always with us. — And rest assured', says 
C. C, 'that there is nobody more certain of heaven than the re- 
pentant sinner. — And never was or never shall be perpetrated 
a crime greater than that committed by Longinus', i) says he, 

1) See Leabhar Breac Passions aud Homilies. Ed. Atkinsou, p. 60. 



274 ANDREW KELLEHER. 

araon an duan dianadh aiiim, imagallawi C. C. j Cruimt/ie/r 
Fraech .i. mochew a Coluim na clog 7 rl. Doronsad iar sin, 
a cadach y a cumand re cheli, 7 do ceilebrutar da celi. 



183. Tainec C. C. go Doire iarsin 7 dob inmain les an 
baile sin 7 fa lese leis a facbail, 7 do bi gá moludli co mór co 
ndebÄa?rt an rand: 

Is nimme 9 caraim Doire ar a reidlie, ar a gloine, 
'sar imad ua n-aingel find on cind go soich aroile. 

Et adubairt nar lia duilleabar ar crandaibh no fér ar faithclie 
ináid aingli os cind an baile sin. Conadli and aspert an rand-sa: 

Noclion fuil dnilleog ar Iar 2) a nDoire cuanna comlán 

gan da aingel go n-oige a nagliaidli gach duiUeóige. 3) 

184. Et adnbhairt nach edli amliáin do bidis ar tir os a 
cend acht do bidis fedh nai tond ar muir ina timchell, 7 adnbhairt 
an rand-sa: 

Ni faghaid inudli ar tir d'imad na naingel maith min, 

ar nai ton[n]aib amach dhe ass edh gabhaid 6 Dhoire. 

185. Et CO hairidhe an t-inbhor agan Sibmdh C. 0. 7 na 
naimh a tratha, do coir an dnibreicléis,*) do bidh deich ced 
aingel os a cind isin inbhar sin ga coimhidecht . amliail derbus 
se fen isna randuib-se: 

Ass e sin iubliar na naemh goa ticind-se is lad araén, 

do bidh de/c/i ced aingel find os ar cind taeb re taeb. 
Is inmain lium-sa an t-iubar me fen do chnr "na inadh, 
dorn laimh cli bnd suairc an grés ag dol damh "sa duibreiclés. 

*) Leg. uiu: See Reeves' Adam. p. 2S8. 
*) See § 219 for a similar phrase. 
") See Reeves' Adam. p. 288 : 

fa lomlán d'ainglibh uile cech duille im dairbribh Doire. 

*) C. C. spent three years there. See RC XX, p. 168, § 24. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 275 

' and lie was forgiven because of his repentance.' — ' Well ', says 
Cruimthir, 'may God make us both good.' — 'Amen', says C. C. 
So then, they both composed the poem entitled •Colloquy of Colum 
Cille and Cruimthir Fraech': 'Welcome, Colum of the bells' 
&c. Then they entered into bonds of mutual love and friendship, 
and bade each other farewell. 

183. Thereafter C. C. came to Derry. He loved that place 
and was loath to leave it. And he was bounteous in his praise 
of it, so that he said the quatrain: 

' The reason I love Derry is for its smoothness, for its purity, 
And for the multitude of fair angels, from one end to the other. 

And he said that the angels that hovered over that place were 
not less numerous than the leaves on the trees and the blades 
of gi'ass on the plain. So that then he said this quatrain: 

'There is not a fallen leaf in beautiful perfect Derry 
Which has not two virgin angels for every leaf.' 

184. And he said that not only were they wont to hover 
over it by land, but also that they surrounded it nine waves out 
on the sea. And he composed this quatrain: 

'They find no room on land, for the multitude of good 

[gentle angels; 
Nine waves from it they go from Derry.' 

185. And especially in front of the Black Church at the 
yew-tree, where C. C. and the saints were wont to say their 
office, a thousand angels kept guard over them in the yew-tree 
as C. C. himself has testified in these verses; 

'That is the yew-tree of the saints, whither they and I were 

[wont to come 

A thousand fair angels were over us on all sides. 

I love the yew-tree, would that I myself take its place l^) 

At my left it was a pleasant protection, as I visited the 

[Black Church. 

') Perhaps 'I myself put it where it is'. 



276 ANDREW KELLEHER, 

186. Et gerb inmhain les an baile sin, do tindscain se a 
fagbail 7 dul da oilithre i nAlbain do comairli an aingil 7 
naemli Erenn. Agus do bí an oiret sin do gradh aige ar an 
mbaile sin, gur cuir se a long thairis siias a Loch Febail cusan 
inadh re n-aburt[h]ar Glais an lnö.hiidh aniugh, y do ciiaidli se 
fein do tír 'na coinde andsin, 7 do indail a lamlia asin srutli sin. 
Conudli Glais an Indluidh a ainm 6 sin ille, 7 do bendaigli se 
doch do bhi re taeb an tsrotha sin, 7 do impó se desiul uirre, 
7 as di do cuaidh se 'na Ining, 7 adubairt se, gebe do impobudh 
desiul uirre ó sin am ach ag dul ar sed no ar siubhal, go niadh 
dual CO tiucfad se slan. Agus ass é adbhor fa rucc se a long 
tar an mbaile sin suas 'sa loch, mar adubramar remhainn, indus 
CO madh i'aidide do beith amhorc an baile aicce dul taireis suas 
7 beith a[g] gabail ria na taebh sis aris. (fo. 25 b.) 

187. Et ar ndul do C. C. 7 da naemhaib 'na luing, do bi 
duine airidhe 'sa pori 7 lorg bengánuch 'na laimh, 7 do chuir an 
lorg ris an luing da cur amach thir. Mar do condairc C. C. 
sin adubairt: 'Fagbuim buaid ndeoraigechta dot») aindeoin ort 
fan oired sin do congnum do tabairt damh d'fagbail Erind ar 
deoraigecht, 7 fagbhuim na buadha c^rfna sin ar fer hinaidh aga 
mbia lorg benganach co brath', 

188. Do leicetar an long ar siubul andsin, 7 do bhatar a 
braithre fen .i. Conull«vi/ 7 Eoganaig 7 a tirtha uile gacha taeb 
do Loch Febuil an uair sin, 7 mar do condcatar C. C. ar crich- 
nugadh imtecta uatha dárírib, do lecetar enghair guil 7 comharc 
Ina diaidh. 

189. 'Is truag lium-sa na gárthu-sa atcluinim', ar 0. C. .1, 
'gair ComiWach 7 Eoghanuch mo braithri gradhuclia fen ag eol- 
chuire 7 ag tuirrsi am diaidh, 7 do buaidhretar m'indtind go 
mór, 7 ni fedaim a n-estecht no a fulang'; 7 do bi C. C. ag 
dortadh a der go liimarcach andsin, 7 adubhairt gor cumain da 
hr-dithv ibh tuirrse do denumh 'na diaidh, 7 co mbeith an oiret 
sin do thuirse air fein ina ndiaidh sin, nach beith se eulá fedh 
a heüiadli gan a dera do dortadh da cumhaidlL Gouadh andsin 
do rinde se na roind-se: 

1) dotli MS. 



BETHA COLUiMB CHILLE. 277 

186. And though he loved that place, he prepared to leave 
it, in order to go into exile to Scotland, on the advice of the 
angel and the saints of Ireland. And so great was his love for 
that place, that he caused the ship to be sent up to Loch Foj'le 
to a place today called Glais an Indluidh. He himself then pro- 
ceeded to it by land, and he washed his hands in that stream. 
Hence it has been named Glais an Indluidh ever since. And he 
blessed a stone that w^as beside that stream, and he turned right- 
hand-wise on it, and from it he boarded his ship. And he 
said that whoever henceforward would turn right-hand- wise on 
it, on going on a tour or on a journey, would return safe. And 
his motive in sending the ship beyond that place to the Lake 
as already indicated, was that his eyes might longer linger on 
the place on his upward and downward journey. 

187. And when C. C. and his holy men had gone on board, 
a certain person with a forked club in his hand was on the 
bank, and with his club he tried to start the vessel from land. 
On C. C. perceiving that, he said: 'I bestow on thee the gift of 
exile against your will, in return for the help you have rendered 
to me, on leaving Ireland on exile, and I bestow the same gifts 
on your successor for ever, who shall possess a forked club.' 

188. They then set sail, and his own kinsfolk, to wit, 
Clan Conaill and Eogain, and all the inhabitants on both sides 
of Loch Foyle i) were assembled there at that time, and as they 
perceived that C. C. was really leaving them, they raised one wail 
of sorrow and lamentation. 

189. 'The cries I hear cause me grief, saj^s C. C, 'the 
cries of Clan Conaill and Clan Eogain, m}' own beloved brethren, 
— bewailing and lamenting my departure. They have greatly 
affected me, and I cannot listen to them or endure them.' Thereat 
C. C. cried bitterly, and said that he owed a debt of gratitude to 
his brethren for thus lamenting his departure, and that his own 
sorrow would be so great on account of being separated from 
them, that not a day of his life would pass but he would 
shed tears of sorrow. Then it was he composed these verses: 



') Perhaps 'and all the inhabitants were assembled on both sides of 
Loch Foyle". 



278 ANDREW KELLEHER, 

Truag lem-sa na gáirtlie guil da gacli taeb do Loch Febliuil, 
gair Conaill, gair Eogain tra, ag eolcuire am deaghaicZ/i-sa. 

fúicfed mo braitliri fen, indeos-[s]a me fis mo ruin, 
ni bet énagaig, ni chel, nach tiucfa der ar mo suil. 

Mo delughadh re Gaidheala?M iudta tarla mo sbes-[s]i; 
cuma leamh gidh aenagaidh i) mo saeghal tar a n-éssi. 

190. Is andsin adnbhairt Ohrán iiaem do bi 'sa luing maille 
re C. C: 'Est-si riu 7 na tabbair h'aire doib ^ cuir h'airi sa ti 
ar ar tréic tu iad .i. Dia na n-uile cAmmhachf. 'Is maith ader 
tu-sa sin', a Ohrain', ar C. C. '7 gidedli, as sgarudli cuirp re 
hanmnin do duine scaradh rena braithr?6 7 rena tir áuthaig, 7 
dul uathuibh a tirib ciana comhaighecha ar deora/í//íect 7 ar 
oilithre tsuthain'. Agus ad[u]bhairt an rand-sa: 

Ge maith adeir tussa sin, a Odhrain uassail idhain, 

as scarudh cuirp re cride, damh deghaiP) rem derbhfine. 

191. Do giuaisetar rompo no cor fagbhutar Doire ina ndiaidh, 
7 do cuala C. C. gair adbai mór ag muindtir Doire. Is andsin 
adnbhairt se: 'Ge truagh lem gach gair da cluinim, is truaighe 
7 as tuirside lem an gair mhor-sa muindtire Doire ina iad, 7 do 
rinde si ceithr/ cuid dom cride am cliab, 7 ni racha an foghar 
as mo cluasaib co mbas. Conudh andsin do rinde se na roinn-si: 

Ona gáirthib-se adcluinim cred fa bfuilim am beathaidh? 
gair mor muindtire Doiri do bris mo c[h]roide a cethair, 

Fagbuidh diiind Doire dairgech dubach deruch domenmnach, 
scarudh ris is cradh cride, is dul uadh go haintine. 

Inmain fidh asar cuireadh me gan ein, 

dainim d'aindrtT? cloinde Néill mo chur a céin 's da gach fir. 

Is anba luas mo curaidh^) ocus a druim re Doire; 
saeth lim mo toisc ar ardmhuir, ag triall go hAlbain 
[mbroinigh ^). 



') Leg. aeuadhaigh. 

■^) Leg. dedhail. 

^) Leg. curaigh. 

*) See Reeves' Adam. p. 285. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 279 

'Alas I the wails on both sides of Loch Foyle. 
Conall and Eog-an indeed lament my departure. 

Since my brethren I shall leave, I shall declare my intention, 
Not a night shall pass, I will not hide it, that I shall not 

[shed a tear. 
Separated from the Gael whom I love, 
1 care not if my life last but one night away from them.' 

190. Then Saint Odhran, who was in the ship with C. C, 
said: "Be silent and heed them not, but set 3'our mind on Him 
for whom you have abandoned them — the all-powerful God.' 
— '"Well said, Odhran', says C. C. 'However, it is like the 
separation of soul and body, the leaving of one's brethren, and one's 
native land, and the going forth to distant lands to live in exile 
and in everlasting pilgrimage.' And he uttered this quatrain: 

* Though well thou sayest that, noble true Odhran, 
Like the parting of body from soul, is my separation from 

[my kinsfolk.' 

191. They proceeded till they lost sight of Derry, and a 
great loud wail of the Derrymen came across the sea waves C. C. 
Then he said: 'Though pitiful is every cry I hear, the wail of 
the Derrymen is the most pitiful and sad of all, and it has rent 
my heart in four within me, nor shall the sound leave my ears 
till death.' He then composed these verses: 

'In spite of the cries I hear, why do 1 live? 

The loud wail of the men of Derry has rent my heart in four. 

Let us abandon Derry of the oaks, sad tearful low-spirited, 
It is heart-breaking to leave it, and go among strangers. 

Beloved wood, whence I have been banished without cause, 
A blemish on the women of Clan Neill is my banishment, 

[and on every man. 

Great is the speed of my coracle, and its stern turned upon Derry; 
Grievous is my errand over the main, travelling to Alba of 

[the beetling brows.' 



280 ANDREW KELLEHER, 

192. Is andsin do cliuiretar an long ar siubal ar fedh 
Loclia Febuil cusan iiiadh a teid an loch isan bfairge móir re n- 
abortar na Tonda Cenanda ainiugh; 7 ni liedli ambain do bi 
cumha no tnirsi ar dainibh a tire fen a ndiaidh C. C, adit do 
bi cumha ar énuch 7 ar aiumindti ecciallo/dhe *na diaidh. Agns do 
derbad an sceoil sin, do batar failenda 7 énach Locha Febuil 
da gach taeb da luing ag imthecht do. 7 iad ag scredaigh 7 ag 
screchö?^, ar a olcuss leo C. C. d'fagbail Erind. ^) Agus do 
tuigedh se-siun a n-urlabhra ag denani na tuirsi sin, ama?7 do 
imcicdli SB Ó dainibh hi ; 7 do bi an oiret sin do daendaigecht 7 
do gradh ag C. C. ar a tir 7 ar a athardha duthchusa fen, nach 
mor gur mo an tuirse do bi air ag delugadh rena dainib ina in 
tuirse do bi air ag delugad re failendaib 7 re hénlaithío locha. 
Gouadh and sin dorinde se an rand-sa: 

Failenda Locha Febhail. romham ocus am degha/c?, 

ni tegaid leam am curuch. uch is dubach ar ndegaill^) 

Et do derböf?/; an sceoil sin, do cuaidh corr ar cuairt docum 
C. C. 6 Erinn a nAlpain go hi amail mebhruighes Adhamhnan 
naem air. 3) 

193. Is andsin do cowncatar peist adhuathmar ag eirghe 
asin bfairge, 7 nir aidbsidhe leo cnoc mor sleibhe ina si, 7 do 
chiiir si anfadh 7 (fo. 26 b) combuaidredh mor ar in bfairge 'na 
timchell, indus co raibe an long a cuntabairt a baite uaithe; 7 
do gab ecla mor muindtir C. C. 7 do iarratar ar Colum Cille 
fen Dia do guidhe ar a son da mbreith on guasacht mor sin a 
rabutar. 

194. Is andsin adubairt C. C, 'as ecen daibh duine eiccin 
da bur muindtir do tabairt do comhaidh don péisd ud ar bhur 
son fen uile. 7 as ferr sin na bur mbeith uili a nguasacht uaithe, 
7 gebe duine do rach«iZ ar ar son cuice, do beraiud-se flaithes 
De do'. 

195. Is andsin adubairt ócl«c/i do mhuindtir C. C, 'racad 
fein ar bur son a mbeol na piasda ud, 7 gebad flaithes De ar 



*) Leg. Éreun. 
2) Leg. dedail. 
ä) See Eeeves' Adam. pp. 90 — 1. 



BETHA COLUIMB CHILLE, 281 

192. Then tliej' steered the vessel through Loch Fojle. to 
the place where the lake opens into the ocean, called the Tonna 
CenannaO at present. And not only did grief and sadness 
possess his fellow-countrymen at his departure, but likewise the 
birds and other irrational animals. In proof whereof, the sea- 
gulls and [other] birds of Loch Foyle pursued him on both sides 
of his ship, screaming and screeching, through sorrow at his de- 
parture. And he understood their speech of sorrow, as well as 
he would understand human beings; and such was his humanitj-, 
and so great was his love for his native land, that his sorrow 
on parting fi'om her sea-gulls and water-birds was almost as 
great as his sorrow on parting from her people. Then he com- 
posed this quatrain: 

'The sea-gulls of Loch Foyle are before me and behind me; 
They do not come on board my coracle. 01 sad is our 

[separation.' 

In verification of this story, a crane went on a visit to C. C. from 
Ireland to lona in Scotland, as St. Adamnan records. 

193. Then they beheld a mighty beast rising out of the sea. 
They imagined it was as big as a large mountain-peak, and it 
caused confusion and great disturbance in the sea round about 
them; so that the vessel was on the point of sinking. Great 
fear seized the followers of C. C, and they besought him to pray 
to God for their deliverance from the great danger wherein 
they were. 

194. Then Colum Cille said: 'One of you must be given 
as a reward to that beast on behalf of the rest of you, and that 
is better than that you should all be in danger from it, and 
I would bestow heaven on him whosoever should go to it on our 
behalf.' 

195. Then a youth of Colum Cille's company said : ' I shall 
go to be swallowed by that beast, and I shall be rewarded with 



*) i. e. the white-headed waves. 



282 ANDREW KELLEHER, 

a son siif. Ayus les sin, tue se leim assan luing-, co tarla a 
mbeol na piasda é ; 7 do imigli an peisd uatlia leis sin fan muir, 
7 fuarutar ciimus on muir far sin. 

196. Is andsin adubliratar a mlminduV re C. C: 'Is truagli 
duinn an bas ut fuair an tódach do bi ag teclit lind ar ar ngradli 
on a tir duthaig fen, a tirthaib ciana comhaightlieclia'. Do 
guidli C. C. Dia andsin, ar son an óciaig; 7 nir fada iar sin, co 
facatar an pesd cuca, 7 do aisic si a oclach co liimlán do C. C, 
7 ni deina an pesd digbail do, 7 ni mo dorinde don luing 
sin amach. 

197. Do gluais C. C. cona naemliuib iar sin, a Loch Feabuil 
tar Banda, 7 nir anutar co ndechatar a tir a nDál Eiata n-VWtaib, 
7 do cliuaidh do tigli duine áiridhe and, 7 Coimgliellan ainm fir 
an tiglie ; 7 ni fuair se de dainib astigli, acht triar ban, 7 lenub 
becc farivi, 7 tic an lenab d'iunsoige CO., 7 tue póe do, 7 do 
gab C. C. 'na ucht é, 7 tucc pocc don lenubh 1). Conadh andsin 
do rinde an rand oirrderc: 

A chubhus con a anam glan, 
ag so póig doid, teli pog damh. 

Et dorinde C. C. faidhetoracht do, 7 adubhairt co mbacZA ecnaidh 
eolach é, 7 co mhadh oglach diles do Dia é, 7 co madh mór a 
eolus 'sa scribti«V, 7 co madh e do beradh an breth oirrderc 
itir feruib Erenn 7 Alpan am Dail Eiada a mordail Droma 
cet.2) Agus dob e sin Colman mac Coimgellaiu, 7 do firudli gach 
ni da ndubhaii't C. C. ris. 



198. Do gluais C. C. 7 a mhuindtir d'fagbhail Erenn, 7 is 
é lin do batar .i. ficlia espo^, 7 da XX sagart 7 deich ndeocham 
XX 7 deichenbur 7 da XX do maeuib leghind nar gab gradha 
sagairt no deoehain, amail aspert an fili .i. Dalian Forgail 'sa 
rand-sa : 



>) Amra C. C. has the same story. See RC XX, p. 132. It is probably 
the source of § 197. 
a) diet MS. 



BETHA COLUTMB CHIL.LE. 283 

Heaven.' Thereupon he leaped from the vessel, and found him- 
self in the mouth of the beast, which then departed from them. 
And the sea then became calm, 

196. Then his followers said to C. C: 'We lament the death 
of that youth who through love of us abandoned his native land 
for distant foreign climes.' C. C. then prayed to God on behalf 
of the youth; and very soon afterwards, they saw the beast 
coming towards them, and it restored the youth to C. C, 
without having caused him any injury, nor did it harass the 
vessel any longer. 

197. Thereupon C. C. and his holy men proceeded from 
Loch Foyle beyond the Bann without ceasing till they landed 
in Dal Eiata in Ulster. He visited a certain house there, and 
Coimghellan was the name of its owner. He found there but 
three women and a little child. The child ran to meet C. C. 
and gave him a kiss. C. C. took him in his arms and embraced 
him. Then he made the celebrated quatrain: 

'0 pure conscience, chaste soul, 

here is a kiss for you, give one to me!' 

And C. C. prophesying concerning him said , that he would be a 
wise and learned man and a faithful servant of God, and that 
he would excel in knowledge of the Scriptures, and that it 
would be he who would deliver the celebrated judgment between 
the men of Ireland and Scotland, at the assembly of Drom Get 
concerning Dal Riata. And that was Colman mac Coimgellain, 
and everything Colum Cille said to him was verified. 

198. C. C. and his followers proceeded to leave Ireland. 
Their number was twenty bishops and forty priests and 
thirty deacons and fifty students, who were not ordained 
priests or deacons, as Dalian Forgaill the poet has said in 
this quatrain: 



284 ANDREW KELLEHER, 

Ceathracha sagart a lin, ficlie espog, uassul brigli; 
frisan sailmclietal gan acht tricha deochain, coeca mac ^). 

199.2) Et do bi an muindtir sin C. C. Ian d'ecna, 7 d'eoluss 7 
do grassaib an Spirto naeimh. Et dob i aeis C. C. an uair sin 
.i. da bliadhain 7 da XX. Agus do caith se cethri bliadna 
decc ar ficbit eli da saeghul ar deoraighecht, 7 ar oilithre a 
n-Alpain. 

200. Is andsin do ciiaidh C. C. 7 a mbiiindtir ina luing. 
Conadli and dorinde an rand-sa: 

Mo choss am churchan ceoluch, mo c[h]roidhe truagh 

[taigeoruch; 
fand duine mar nach treorwc/?, dall nile gach aineohich. ^) 

201. Et do celebratar d'Erinn iarsin, 7 do lecetar do 
siubhul mara 7 fairge iad, 7 do bi C. C. ag feithemh na 
hErend no cor folaidh an fairge air i, 7 ba dub/iac/i 
dobronuch do bi C. C. an uair sin. Gonadh and do rinde 
na roinn-si sis: 

Mo radharc tar sal sinim do dar na ndarach ndighainn; 

mor der mo ruisc glais glemhoill mar fegliaim tar mh'ais 

[Erind. 
Full sull nglais, fechtfi Ere tar a hais; 
is ni faicfe si re a La fir Erend naid a mná.^) 

Moch trath is am nóin cainim, uchán an turass teighim; 
ass e m'ainm-se, run atráidhim: cul re hErind, 



^) The Amra is expressly mentioned as the source. But the Anira 
applies this verse to C. C.'s retinue at the convention of Druim Cett. See 
RC XX, p. 38. This copy of the Amra has coica deochain, tricha mac, so 
that it cannot be the source used hy 0"Dounell. 

*) The sources of this paragraph are Adamnau and the 0. I. Life; 
See Reeves' Adam. p. 9 and Lism. Lives p. 178. 

2) See Reeves' Adam. p. 285. 

♦) See RC XX, p. 38, ^vhich has: uocon faiccbe iarmothá firu Héreuu 
nach a mná. 



BETHA COLUIMB CHILLE. 285 

'Forty priests his number, twenty bishops, noble vigour, 
For psalmody without doubt, thirty deacons, fifty boys.' 

199. And Colum Cille's people were full of wisdom and 
knowledge and of the grace of the Hoh' Ghost. C. C. was then 
forty-two years of age, and he spent the other thirty-four years 
of his life in exile and in pilgrimage in Scotland. 



200. Then C. C. and his followers boarded their ship. And 
on that occasion he composed this quatrain: 

'My foot in my musical little coracle, my heart sad and 

[tearful. 
Weak is a man without guidance, blind are all the ignorant* 

201. Thereupon they bade farewell to Ireland and put out 
to the deep sea. C. C. kept his eye fixed on Ireland till the sea 
hid it from him. Sad and sorrowful was he then. It was then 
he composed these verses: 

'I stretch my eye across the brine from the firm oaken 

[planks: 

Many are the tears of my bright, soft grey eye, as I look 

[back upon Ireland. 

There is a grey eye that looks back upon Ireland, 

It shall never see again the men of Ireland, nor her women. 

At dawn and eve I lament. Alas for the journey I make. 
This is my name, I pronounce a mystery: "Back to Erin"!' 



Zeitichrift f. celt. Philologie IX. ^0 



286 ANDREW KELLEHER, 

202. Et ni liaitlirestar a scela osin amacli 7ioco rancutar 
an t-oilen darub ainm hí Coluim Cille auiugh, 7 ann aspert an 
rand-sa : 

Docliim hl, beudacht ar gacli suil doci, 
ante doni les a cheli, ass e a les fene doni. 

203. A De, is imgha inadh inar len C. C. a Tigherna fen .i. 
Issu Criost ina beatha/f/Zi ; 7 as follass duinn anos go Ml se gá 
lenmliain iua iudarbud 7 ina deoraiglieacht 'san Eibgheit. 



BETHA COLUIMB CHTLLE. 287 

202. And nothing further is related of them till they 
landed on the island called at this day I Coluim Chille. And then 
C. C. composed this quatrain : 

'I see Í, a blessing on every eye that sees; 

He who benefits his fellow-man benefits himself.' 

203. C. C. imitated the life of his Lord Jesus Christ in 
many ways, and now it is clear that he is imitating him in his 
banishment and exile into Egypt. 

Great Crosby, Lancashire. 

Andrew Kelleher. 



19^ 



IR. BLAICCE. 



Es heilst Comp. Cone. § 4 LU: alair leu a mmac comha blaicce, 
H 4. 22 hat blaicce, 23N10 bloicce, Eg. 88 blaic-. ThurneysenO 
erklärt die Stelle für dunkel. Die Bedeutung- óclach mór, die 
in Eg. 1782 dem blaicce zugelegt wird, ist nach ihm nur erraten 
„und zwar wohl schlecht geraten '^ Er nimmt an, die ursprüng- 
liche Lesung sei conibói bl- (d. h. bliadain) acci. Weshalb aber 
diese für jedes Kind verständliche Lesung in sämtlichen Hand- 
schriften in das angeblich unverständliche combo blaicce geändert 
ist, das weifs aufser Thurneysen nur Julius Pokorny (S. 186 supra). 

Blaicce ist ein echt irisches "Wort. Gewöhnlicher ist das 
Deminutiv blaicne, als dessen Bedeutung sich „kleines Kind" in 
der folgenden Stelle aus dem Leabhar Buidhe Leacan mit aller 
Deutlichkeit ergibt: doroich chucu mac tire y beirid in mac léi 
cusin úamaid . . . Bái Grec i naroile ló oc cúartugud in ferainn . . . 
CO facaid na cuiléna oc áine i ndorus na húama y in blaicne 
meic etorro fora láma, 180b48. 

Für die Richtigkeit der Lesung combo blaicce sprechen auch 
solche Wendungen wie: dsais larum combo óclacli, Imr. Máiledúin 
RC IX 454; on ló robo mac bee, Laws V 26; alair combo mór usw. 

Als altirische Form ist *mlaicce anzusetzen, falls blaicce 
aus *blacc (*mlahíó-) erweitert, mit Gr. {.icdaxóq „sauft, weich", 
kret. (lakxtvig „junges Mädchen" (Hesych.) zusammengehört. 



*) Zu irischen Handschrifteu und Literaturdenkmälern, Berlin 1912, 
S. 40, Anm. 2. 

Kristiania. Carl Marstrander. 



NOTES ETYMOLOaiQUES. 



Irl. anmaSf gall, efnys. 

Le gallois efnys est donné dans les dictionnaires comme un 
pluriel, signifiant „les ennemis". Dans ime série de 'Old Words 
Glossed', on lit efnys =^ gehjmjon. M. J. Loth, qui rappelle ce 
passage ('Eev. Celt.' XXXIII 411), Signale un certain nombre 
d'exemples de Tadjectif efnys „hostile, ennemi-' dans des textes 
du moyen-äge gallois, et notamment dans le 'Black Book of 
Carmarthen', oíi il est écrit eicnis (éd. Evans, p. 101, 9). 

Le pendant irlandais de ce mot parait fourni par l'adjectif 
amnas, dont le sens propre est „violent, insolent" ; seul, le theme 
des deux mots serait different: theme en -o- en irlandais, en -i- 
en gallois. Dans cette derniere langue, Ve radical résulte d'une 
métaphonie (cf. defnydd en face de l'irlandais damn{a)e\ Peder- 
sen, 'Vgl. Gr.' I, p. 167). Toutefois, si la valeur plurielle est 
ancienne dans efnys, on pourrait voir dans le mot un emprunt 
au pluriel irlandais amnais, prononcé '^afnys, d'oii efnys. par le 
sentiment de la métaphonie. Dans le glossaire de Lecan ('Arch. 
f. Celt. Lex.' I 69), l'adjectif amnas est traduit par dd7ia „hardi" ; 
et dans le glossaire d'O'Cler}' ('Eev. Celt.' IV 365), par doilidh 
no amhnáireach „dur ou impudent". Le glossaire d'O'Mulconry 
('Arch. f. Celt. Lex.' I 238) l'explique d'une étrange facon: a 
graeco amnestia .i. obliuio peccati (.i. nempecad). Cette ex- 
plication remonte au glossaire de Cormac (ed. K. Meyer, p. 4, 
n*J 34) qui dit : amnas quasi anmes ab eo quod est amnestio 
.i. uile-dilgend; mais il y a eu probablement méprise ou jeu 
de mot sur le sens de uile-dilgend qui signifie ä la fois „tout- 
pardon" (gr. diivrioria) et „toute -destruction". C'est ce dernier 
sens qui convient seul au mot amiias, applique a un homme 
violent et cruel. 



290 J. VENDRYES, 

Ce mot amnas a reqvi de Wh. Stokes deux explications 
différentes: I'une dans son 'Urkelt. Sprachscli.,' p. 189 {an- privatif 
+ ""nassu; de *nad-tu-, cf. all. nass)\ I'autre dans son edition 
du 'Cath Catharda', p. 456 {an- privatif + nós „coutume, dis- 
position"; cf. naivs, afnaws en gallois). Ni I'une ni I'autre n'est 
satisfaisante. N'aurait-on pas dans amnas le suffixe -as qui se 
retrouve dans adas „convenable"? C'est un suffixe en -st-, assez 
rare parmi les adjectifs (Pedersen, 'Vgl. Gr.' II21, § 366, anm. 3). 
Le radical *amn- ou *amno-, avec chute probable d'une voyelle 
entre w et n, pourrait alors se rattacher ä la racine du Sanskrit 
dnilii „il fait violence, il fait mal" {ämamat „il a gate"), dma-h 
„violence, impétuosité", dmatra-h „violent, puissant" et du vieil- 
islandais ama „tourmenter, violenter, molester" (Falk-Torp, p. 16). 

Irl. fothUf lat. uesttgium, 

II a été suppose depuis longtemps qu'en latin uestlgiicm et 
fastigium, deux mots de sens oppose, présentent une formation 
parallele et symetrique (v. notamment Bréal, 'Mém. Soc. Ling.' 
V 342). En ce qui concerne fastigium „sommet, faite", on est 
d'accord pour y reconnaitre un premier element *bJiarsti-, qui se 
retrouve en Sanskrit {hhrsHh „pointe") et en celtique (irlandais 
harr „sommet", de *hhrso-)\ v. Wh. Stokes, 'Urk. Sprachsch.' 172; 
Sommer, ' Handb. d. latein. Laut- und Formenlehre ', p. 268 ; Walde, 
'Lat. Etym. Wtb.', 2«" ed., p. 274, et en dernier lieu, sur le voca- 
lisme a de fastigium, P. Persson, 'Beitr. zur idg. Wortforschung ' 
I 475, n. 2. 

Mais en revanche le premier element de uestigium. n'a jamais 
été determine d'une fa^on satisfaisante. M. Bréal ("Lexique etym. 
latin', p. 434) y voyait un préfixe «e-, ce qui détruit le parallé- 
lisme avec fastigium; M. Hoffmann ('B. B.' XXVI 132) pensait a 
une forme du mot uia, et Vanicek ('Etym. Wtb.', 2^ ed., p. 269) 
ä un mot imaginaire *iiersti-, de la racine du verbe uerrere „ba- 
layer", Cette derniere explication est celle qu'admet M. Walde, 
op. cit. 829 ; eile ne va cependaut guere pour le sens. 

Le premier element de uesilgium doit etre cherché dans le 
mot irlandais qui s'oppose k harr „sommet", c'est- ä- dire dans 
fotha „base, fondement" (Ascoli, p. cccxli). Ce mot sort, suivaut 
Stokes ('Urk. Spr.' 283) d'un theme ""noiayo-, plutot simplement 
*uotyo-, auquel répond en brittoniciue un theme en -n-, gall, givadn 



NOTES ETYMOLOGIQUES. 291 

„plante du pied, semelle", (pl. gwadneu, 'E. B/ 1 48, 29), corn, goden 
truit „plante du pied". Pour le vocalisme du gallois, v. Pedersen, 
'Vergl. Gramm.' I 34. On peut partir en latin d"un mot *uoto- 
ou '*'mti; dont l'o bref s'est réguliérement change en e en sj^llabe 
initiale apres u et devant t (Sommer, op. cit., p. 82). 

Cette explication laisse indéterminée Forigine du second 
element des deux mots latins: si Ton tient pour ^sUgiiim (de la 
racine de ordym), il va sans dire que *iioti-steighion aboutissait 
a uesügium sans difficulté; le sens alors porterait a croire que 
fasilgium a été créé siu' nesUghim. Si Ton admet au contraire 
un element -igium de la racine du verbe agere, il faut croire que 
uestigium a été créé sur fastlgimn, issu lui-meme de ^farsti-igium. 
Le plus vraisemblable est cependant que, si fastlgium a servi de 
modele ä uesügium, il n'est pas pour cela un mot compose; on 
peut J voir un suffixe -ig- comme dans le verbe fatigcire ou dans 
les substantifs cällgo, lentigo, melllgö, orlgö, rnhlgö, scatüngü, 
etc., soit * fastig- de *fa[r]sti-, comme fällgo de *frdi- (skr. dhülih). 

Pour le sens, le rapprochement du celtique et du latin est 
des plus satisfaisants. Le latin uestigium signifie a la Ms „trace 
du pied, plante du pied, semelle" et „fondement, base, sol", 
réunissant ainsi le sens de Tirlandais fotlia et du gallois givadn. 
Mais les deux sens sont fréquemment associés. II suffira de 
rappeler ici que le latin solum joint au sens de „sol, base" celui 
de „plante du pied" (mdliiis ante trita solo, Lucrece I 925; solum 
enim hominis exitium herhae et semitae fundamentum, Varron, 
'de Ee Eustica' I 47, p. 184 Keil), exactement comme I'irlandais 
50/ (/b/), V. Wh. Stokes, 'Eev. Celt.' XXVI 63 et 'K. Z.' XL 249. 
Et en irlandais encore, les deux sens sont réunis dans le mot 
Und {fond), v. Wh. Stokes, 'B. B.' XIX 78; 'Urk. Spr.' 180; 'Arch, 
f. Celt. Lex.' I 304 et II 332. On peut rappeler enfin que du theme 
*l}ed- „pied" out été tires les mots gr. jrtóov „sol", v. si. podu 
„sol", \\i. pcidas „semelle" et ^'kr.paddm „trace du pied, pas". 

Le nom de la glace. 

Le nom de la glace est en irlandais aig g. ega (v. Fräser, 
jEriu' V 15). De ce mot est derive aigred, oigred „méme sens". 
En gaélique d'Ecosse, de eigh (devenu deigh avec prothese de I'article, 
Macbain, 'Etj^m. Diet.', 2*^ ed., p. 128), on a tire de méme eighre, 
oigJire. II faut rattacher k la meme racine la forme adar 



292 J. VENDRYES, 

(K. Mej-er, 'Contr.', p. ij et 'Selections from Early Irish Poetry', 
p. 12), simple transcription de *agar; cf. udra pour iigra ('Zeitsch. 
f. celt. Phil.' II 472), gadar „chien" pour gagar (K. Meyer, 'R. Celt.' 
XII 461 et XIII 506), et inversement scg „cerf" au lieu de scd 
(conserve dans le manuscrit Laud du "Sanas Cormaic', éd. Meyer, 
p. 102), gall, hydd, et tiag „caverne" au lieu de íiad (húad gl. 
specu, 'Sg.' 52b 7; cf. Ascoli, 'Gloss, pal.-hibern.', p. cxxxiij). 

Le correspondant brittonique est en gallois id, en cornique 
iey; c'est ä dire qu'il faut partir d'une racine *iag-, commune 
au celtique {*yagi-, *yagro-), au germanique (theme *yaki-, Falk- 
Torp, p. 328) et au baltique (lit. y^é); v. Wh. Stokes, 'Urk. Spr.' 
222; Brugmann, 'Grdr.' I, 2^ ed., 281 et Sütterlin, 'Idg. Fschg.' 
XXIX 128. 

Une racine tres voisine de forme et de sens est la racine *2)ag; 
de gr. rrc.yog n. „gelée", .-T-á/o-- m. „morceau de glace", jraytQOg 
„gelé", jTcr/sTÓg „gelée", jiayrt/ „gelée blanche". Mais le sens 
propre de cette racine est „fixer, prendre", d'oü ,.prendre en glace"; 
cf. jcäyiog „solide", skr. 2) a jráh „solide", les verbes gr. :rijyrvju, 
l&t. pmigU, et surtout .Tcr/Zc „filet de chasse ", jt«/?/ „filet, piege". 

Le sens de „prendre, arreter" parait attesté égalemeut pour 
la racine *iag-. On pent y rattacher en effet le A-erbe thessalien 
-ayyQtco -uvyQUo „je saisis" qui pour le sens se confond avec 
dyQtc) (de ayga „chasse") mais qui s'en distingue a la fois par 
I'esprit rude et par la nasale (Thumb, 'Hdb. d. gr. Dialekte', 
p. 243). La nasale est issue d'un present du tj'pe latin pango, 
et I'esprit rude sort d'un ancien y initial. Peut-étre a-t-on encore 
la méme racine, avec representation du y par ;^, dans le nom 
propre Zf:/()ííV; pour la double representation du i/ en grec, voir 
Brugmann, 'Grdr.' I, 2^ ed., 793; 'Gr. Gr.', 3^' ed., 129 et Zupitza, 
'Z. f. celt. Phil' II 192. 

II y a entre les mots tires des deux racines un parallélisrae 
qui n'est pas fortuit: verbes ä nasale, themes nominaux en -i- 
et en ->-. 11 faut croire que des l'époque indo-européenne elles 
avaient associé leurs formations et confondu leurs sens. 

ci'ob „main". 

Dans son excellent travail sur la Met aphonic en vieil-irlandais 
(Zu den Umfärbungen der Vokale im altirischen. 'Zeitschr. f. celt. 
Phil.' IX 48), M.Hessen hésite pour le mot croh „main" entre 



NOTES ETYJIOLOGIQüES. 293 

iin ancien o et im ancien u. Je crois qivil faut partir d'un 
ancien a. Le mot er oh, qui signifie ä la fois „pince, griffe" et 
„main" a forme im derive crohang ..poignée" d'oír' tas. amas. groiipe 
d'hommes", aiij. crohhaug et crobhaing (K. Xej'er, 'Contr/, p. 523). 
Or, le gallois possede les correspondants de ces mots dans craf 
„pince. gi'iffe" et crafanc ..id.". pl. crafangau (crmianc dans le 
^R. B.'I20, 23). 

Un ancien *crah a pu devenir crol en irlaudais sous Tin- 
fluence du b, et aussi parce qu'au génitif *craib passait normalement 
a croih: cf. le derive foch.roih ..sous main", d'oú ..préf' (écrit ä 
tort fochróih dans Sg. 151 b 2), dont 1" o est issu de a ; on aiirait 
réguliérement "fochniib, s'il s'agissait dun o aucien. Le datif 
cntb 'L. LV 7 a 10, comme le compose gerchruh ("Tlies. Pal." II 
293, 24) ont un u analogique. 

Les mots irl. crob, gall, cnif ne sont pas isolés. II laut y 
rattaclier avant tout le gallois craf „prise" (ar ny chaei greif ar 
„s'il n'obtenait prise sur . . .", -R. B.' I 29, 1) et craff ,.id." {ny 
clieir craff arnei, ibid. I 78, 8), ce dernier sortant peut-etre de 
*'kra'b-no-\ mais aussi la locution galloise i/zi ^ra/'„attentivemenf' 
('R. B.' I 59, 20) ou yn graff ('R. B.' I 250, 26 = yn graf "W. B.' 
col. 393, 7) et probablement le verbe gallois crafu „agripper, 
gratter". Le breton possede de méme les mots haf „prise" et 
Jcravel „grattoir" (Henry, -'Lex. Etym.' 79). 

Le sens propre de tons ces mots est ..saisir" et „gratter". 
La racine d'oii ils sortent appartient ä une série bien connue 
de formations a demi onomatopoétiques, qui comprennent la liquide 
r, formant syllabe (quelquefois avec un a), précédée dime gutturale 
et suivie d"une labiale; tA'pe akr. grhhndii, gr. yoccfcj etc. (v. 
P. Persson, *Beitr. zur idg. AVortforscliung* II 863). 

On salt que le nom de la ..main", qui varie d'une langue 
ä I'autre, est fréquemment emprunté ä une raciue signifiant 
„saisir" (v. H. Ulaszjm, 'Wörter und .Sachen". II, 200): 

gr./iÚQri (P.Persson, 'Wui'zelerw.' 62), lat. ?«a«MS (Walde, s.u.); 

gr, ytín, arm. jern, alb. dore. lat. dialect, ir (Ernout. "Elem. 
dial.' 86); 

lit. ranku, v. si. rahi ; 

got. liandus: 

skr. lidstah, gr. y/jh] ; 

skr. gdbhastih. 



294 J. VENDRYES, 

En francais familier, on dit ,,la pince", „la duller". En 
celtique meme, il faiit citer v,-gall. ancat ,,le crocliet*' d'oii „la 
main" dans la Gorchan Maelderw ('Book of Aneirin', p. 34. 7 Evans), 
d'aprés M. J. Loth, 'Rev. Celt.' XXXI, p. 146, n. 3 et 'Melanges 
d'Arbois', p. 199, et suitout I'irlandais glace „main" que M. Zupitza 
rattache avec raison au verbe anglo-saxon clyccean „saisir" ("Grerm. 
Gutt.' 211, et 'K. Z.' XXXVI 236). 



rmiin „protection." 

II y a au moins deux mots muin en irlaudais, dont I'un signilie 
„tromperie" et I'autre „nuque, dos", sans parier d'un troisieme, qui 
signifie „amour, désii'" et d'oü I'adjectif inmain ..eher" parait tire. 

Le premier a été étudié par M. Kuuo Meyer dans le lexique 
de ses 'Death -tales', p. 51; aux exemples signalés ä cet endroit, 
il faut joindre: dorat muin imbe, L. L. 399 a 56 (ap. Wh. Stokes, 
'Arch. Celt. Lex.' II 416), doberthar tra muin impu, 'Rev. Celt.' 
XIII 444, et ro imráid aice ina menmain doberadh muin múr 
im Concobur, 'Zeitsch. f. celt. Phil.' Y 502, 1. 9; sous la forme main 
(a corriger peut-etre en muin), il a été mentionné par Wh. Stokes 
dans les 'Irische Texte' t. Ill, p. 223, § 14. Ce mot pent sortir 
d'un primitif *moni- qui se rattacherait directement a la série des 
mots établie dans 1' 'Urkeltischer Sprachschatz,' p. 217: lit. mónai 
„sorcellerie", vsl. maniti „tromper", gr. tnrciic'jvio^ et latin mentiri. 
En revanche il faut rayer de la liste, comme I'a bien vu M. Walde, 
'Lat. Etym. Wtb', 2« ed., p. 462, I'irlandais mon „tour d'adresse". 
Ce dernier, glosé par des dans le 'Sanas Cormaic', p. 73 n"^ 878 
(éd. K. Meyer), et dans L. L. 186 b 39, éveille un tout autre ordre 
d'idées; avec son derive monar „oeuvre d'éclat, haut -fait", il se 
rattache sans doute ä la racine *wen- (du latin moncrc) et signifie 
proprement „avertissement, signal, acte sensationnel"; of. monsinim 
et monumentum en latin. 

Le mot muin qui désigne la nuque a une parenté non moius 
bien établie. II sort aussi d'un primitif *moni- et se rattache 
aux mots Sanskrit mdnya „nuque", \kí. monile „collier", v.-h.-a. 
mana „criniere" et menui „ornement du cou"; le gallois a une 
forme sans -i-, mivn pi. mynau, qui désigne le cou, mais il a conserve 
un derive de ^moni- dans le mot mynydd „raontagne"; cf. Mone- 
dorifji en territoire gallois. ct lécossais monadli ..chaine de mon- 
tagnes'". La racine est celle du latin émincre, désignant une proémi- 



NOTES ETYMOLOGIQUES. 295 

nence, une protu"bérance. El Ton sait riue nomtre de langues 
associent le sens de ,.cou" ä celui de ..colline": gr. /09-0-: et óítQác, 
irl. cnocc et angl. necl; irl. telach et v.-sl. fylü ("Miscellany pres. to 
Kuno Me3'er" p. 288), lat. Collum et collis. zd grlvä „coii", v. -sl. 
griva „criniére" et pers. garwa „colline'' (Meillet. 'Etudes", p. 372, 
et"Berneker, -Etym. Wtb.', p. 352). 

All mot muin désignant la niiqiie ou le dos, on rattaclie 
d'ordinaire la locution do muin „dans Tinteret de", for muin ,.pour 
la defense de" {for muin mo mic ,.on my son's guarantee", 'Death- 
tales', p. 26, § 5). II y a pourtant une grosse diíticulté. L'ir- 
landais a sans doute tire des noms de parties du corps nombre 
de locutions prépositionnelles , oü le sens propre s'est efface: ar 
hélaib, ar ou tar cenn, for cúlu, co hrunni, i n-nclit. in- ou for in- 
chaib, etc. De méme en gallois: ach latv, ger ou rac bronn, cr 
byn, tra chefyn, tros u-yneb, etc. Mais ces locutions ont en general 
un sens local ou s'expliquent par une métapliore tirée d'un sens 
local. Ici, le sens local ne parait pas attesté. De plus, le sens 
de „protection, garantie" est attesté pour le mot muin pris ab- 
solument: ma romgab muin mó each mairg ,,si une protection su- 
périeure a tout malheiu' m"a saisi" Eg. 1782 (cite par M. Kuno 
Meyer, 'Death -tales', p. 51). 

Force est done bien dimaginer un troisieme mot muin different 
des deux premiers, et possédant le sens propre de „protection, 
defense, garantie". Ce mot, que Ton pent également poser sous 
la forme "^moni-, a un parent tres rapproché dans le germanique 
*mundö i^^mundi) „protection": r.-h.-a. munt, v.- sax. et v.-angl. 
mimd. En vieux-saxon, mund-boro „protecteur" (m. a. m. "porteur 
de protection") s'appliijue dans le Heliand k Dieu ou au Christ; 
de méme en vieil-anglais mund-bora. On lit chez Otfrid, fon 
got er muasi haben muni „qu'il ait de Dieu protection" ('Dédicace 
a Louis', V. 32), et le verbe derive muntón signifie „protéger". 
L'allemand moderne a conserve les mots Vormund et Mündel. Dans 
toutes les langues germaniques (le gotique excepté), on trouve 
ce mot mund avee le double sens de ..protection" et de „main"; 
et depuis Grimm, les germanistes admettent d'ordinaire que 
le premier sens est sorti du second (v. encore F. Kluge, 'Etym. 
Wort.', 7*' ed., p. 322); il faudrait alors rattacher ^tnundi- k la 
racine du latin manus. Cette consequence n"est pas pour géner 
le rapprochement propose ici, car on connait ailleurs en celtique 
un parent du latin manus ; c'est le breton malan (ancien malasn 



296 J. VENDRYES, 

de ^manazl), corn, mailed ..gerbe" (Henry 'Lex.', 194; d'Arbois, 
'E. Celt.', XXV, 3). Mais il n'est pas siir que l'idée de Grimm 
soit legitime. Osthoff, comme on sait, I'a nettement condamnée 
dans le 'Heidelberger Tagblatt' du 28 Janvier 1901 (v. 'Idg. 
Anz.', XV, 104); et il a conclu en séparant miind „main" de mund 
„protection". Si les rapprochements qu'il propose pour ce dernier 
mot paraissent caducs, la partie critique de son argumentation 
pent subsister. 

Dans le germanique '^nmndi (de "^mnti-) comme dans le celtique 
*moni-, nous aA^ons probablement un mot limité a ces deux dia- 
lectes, et signifiant „protection"; c'est une coincidence de plus 
entre les deux vocabulaires. Du germanique *mundi- a été forme 
le bas-latin mundmm. Quant au celtique *moni-, il faut le re- 
trouver sans doute aussi dans le nom de la femme legitime muinter, 
de *moniterä; ce mot, que Zimmer s'obstinait á faire venii' du 
latin monasterimh , a été tire du nom de la main par d'Arbois 
de Jubainville (v. notamment 'La Familie celtique', p. 4). Si Ton 
tient a conserver le double sens de „main" et de „protection" 
pour un seul et méme prototj-pe, comme le voulait Grimm, il va 
sans dire que le rapprochement de I'irlandais muin et du germanique 
mund reste intact: il a seulement un lien moins étroit, et implique 
que les deux dialectes, en plus d'une communauté de vocabulaire, 
présentent une communauté de traditions juridiques en associant 
la main a l'idée de protection. 



Irl. cétef gall. ikihU 

Dans ses' Contributions to Irish lexicography", p. 356, M. Kuno 
Meyer enregistre trois mots céte; I'un, désignant une foire, un 
marché, est a mettre a part des deux autres, qui en revanche ne 
semblent former qu'un seul et méme mot. C'est céte „a hill smooth 
and plain at the top" et céte „a way, path". Que les deux sens 
puissent se rencontrer dans un meme mot ou dans une meme famille 
de mots, cela nous est prouvé par le celtique. 

A I'irlandais roen „chemin, passage" répond en breton run 
„colline, eminence, levee de terre"; il s'agit d'un ancien mot *roino- 
dont le germani(iue a 1' equivalent (all. l\ain)\ en gaélique d' Ecosse, 
d'apres Macbain (2'" ed.. p. 287), raon signifierait ..a held, plain, 
road". Ces sens sont, a pen de chose pres, réunis également 
dans le mot irlandais log, auj. learg „a plain, a beaten track, 



NOTES ETYMOLOGIQÜES. 297 

a declivity, slope" (v. Lidén, 'Armenische Studien", p. 60 — 61), 
oil la filiere sémantique est des plus claires. La déclivité du 
terrain fait uue voie d'acces naturelle; c'est le plan incline au 
mo3'en duquel on passe d'un niveau ä I'autre. Le mot qui désigne 
la colline, surtout quand il s'agit, comme ici, d'une colline de 
faible altitude, pent done etre emploj'é au sens de „passage, clie- 
min", grace a lidée intermédiaire de déclivitéi). 

Pour le mot céte, l'intermédiaii-e nous est fourui par le brit- 
tonique. En gallois, le mot patit désigne un terrain en pente, 
une depression, une vallée. On connait les vers de Ceiriog: 

Xant y myuydd, gloew, loew, 
yn ymdroelli tua'r pant. 

A ce gallois pant ou peut rattacher directement I'irlandais 
céte, en posant un prototype *k"'ant; issu de ^t'nt- ou de ''k'^'nt-; 
rirlandais a seulement en plus le suffixe -iä. Or, on retrouve 
la racine *^"'en- en germanique, oil d"un theme *hwatt-mo- sortent 
les mots V. isl. hvammr „petite vallée angulaire, angle" et v.-angl. 
livamni „saillie, proéminence, angle" (Falk-Torp, p. 115); mais le 
maintien de la labialisation suppose que nous avons affaire ä un 
a ancien et oblige par suite, pour rattacher le germanique au 
celtique, a adopter °n comme le vocalisme primitif commun aux 
deux langues. 

Cette conclusion n'est pas démentie par la grammaire com- 
parée. II s'agit de la racine de forme *hi-en-, qui n'est qu'im 
développement de la racine diss3'llabique ^Tcevd- ,,se gonfler". Cette 
derniere, comme sa jumelle et s^'nonyme "^tevd-, donne lieu a des 
développements varies (notamment en *ku-em-, cf. lat. cumulus, 
en face de tumulus.) Le développement *tij-eti- est bien connu 
par le lituanien tvclnas ..flot" et le latin ioles ^écrouelles" ; le 
développement *hu-en-, sous la forme */>;mw- est attesté dans le 
gaulois cuno- (Holder, tome I, col. 1193), le gallois avn „hauteur" 
et er-chynu „élever, soulever". Quant le h se maintenait consonne, 
il labialisait la gutturale précédente, et le résultat devait étre 
une labiale en brittonique; de la gall, pmit (d'oii I'emprunt 
irlandais fant, 'Rev. Celt.', IX, 15), corn. jjaw5 (J. Loth, 'ßev. 
Celt.', XXXIV, 142), bret. pant (Ernault, 'Gloss, moy.-bret.', 459). 

*) Toutefois, dans le cas de roen compare a riin, le sens ancien aurait 
pu etre celui de levee de terre servant de limite entre deux champs et formant 
un clierain en remblai. 



298 J. VENDRYES, NOTES ETYMOLOGIQUES. 

La meme evolution s'est produite en grec, oil I'adjectif 
indéíini jtuq „tout" est, comme on sait, rattaché a la meme racine; 
soit "^ku-änt- (devenu *ku-ant- en grec meme; v. en dernier lieu 
Per Persson, 'Beiträge zur indogermanischen Wortforschung', p. 193). 
Les racines *Jceud- et *teud-, dont le sens propre est „se gonfler, 
s'accroitre", ont forme des series de mots paralleles, dont les sens 
trés varies se laissent aisément ramener au precedent: ces mots 
désignent la force, la puissance, la mer (a cause du gonflement 
des flots), certaines parties charnues du corps ou des objets en 
forme de bosse, des ondulations du terrain. Meme la racine 
*keu9- n'est pas limitée au sens de „colline"; eile pent designer 
la concavité aussi bien que la convexité, et on en tire le nom 
du creux, de la caverne, dans diverses langues. Le gallois ^;awi 
compare a I'irlandais céte confirme le fait une fois de plus. 

Paris. J. Vendryes. 



zu IR. AIDIRCLEOC „KIEBITZ". 



Der brittische Name des Kiebitzes : bret. kornigell, Jcernigell, 
kymr. cornicell (männl. cornicyll) entspricht lautlicli genau einem 
lat. *cormcüla. Nicht in der Bedeutung; denn dieses kann nur 
ein Deminutiv von comix „Krähe" sein, und zwischen der Krähe 
und dem Kiebitz besteht keine besondere Ähnlichkeit. Offenbar 
haben die nach hinten gerichteten Haubenfedern des Kiebitzes, 
welche wie zwei lange, spitzige Hörner ausschauen — schon die 
Römer nannten solchen Kopfschmuck cornua, cornicula — eine 
Benennung wie etwa *corniculata ins Leben gerufen und sie 
wurde dann mit cornicula, *cormciUa verwechselt, so dafs der 
Kiebitz als „kleine Krähe" erschien. Diese Wandlung kann 
sich nicht erst auf keltischem Boden vollzogen haben. Wollte 
man sich etwa auf altbret. cornigl „cornix" berufen, so würde 
ich altir. adircliu „cornix" als Gegenzeugen anführen; auch 
im ersteren Falle ist der Kiebitz gemeint. Über die Bedeutung 
von cornix waren die Glossatoren im unklaren, nicht über die 
der einheimischen Ausdrücke, aus diesen erschlossen sie etymo- 
logisierend jene. Cornigl „Kiebitz" lebt im Kymrischen fort als 
cornchwigl w., wo die Endung -igl sich mit chivil „wirbelnd" 
vermischt hat ; der Kiebitz fällt durch eine auf serordentliche und 
spielerische Beweglichkeit auf. In umgekehrter Folge (und mit 
gänzlicher Ausschaltung des deminutiven Bestandteils) erscheinen 
die beiden Hälften in chwilgorn m., welches aber nicht nur 
„Kiebitz" bedeutet, sondern auch „Kreisel", eig. „Wirbelhorn" 
(sonst com tro). Daraus ist zu ersehen, dafs nicht eine eigentliche 
Umstellung vorliegt, sondern die gegenseitige Annäherung zweier 
verschiedener Ausdrücke, die beide com enthielten. Wenn nun 
auch der Kreisel einem Horn oder Hörnchen ähnelt, so scheint 
mir doch, dafs bret. hornigell w. „Kreisel" nicht mit Ernault, 



300 H. SCHUCHAEDT, ZU IR. AIDIRCLEOC „ KIEBITZ ". 

Gloss, m.-bret. 551 auf *corniciUa von cornu (also mit -tc-) zurück- 
zuführen, sondern unmittelbar an den gleichen Namen des Vogels 
anzuschliefsen ist (der „Kreisel" konnte als „Kiebitz", ebenso wie 
der ..Kiebitz" als „Kreisel" gefafst werden). Ähnlich wird es sich 
mit cornicell w. „a sort of musical pipe, being a variety of the 
pih gorn, having a reed, on the principle of the oboe" (Owen 
Pughe) verhalten, so dafs das i hier nicht als „Zeichen junger 
Entlehnung" zu gelten braucht (s. H. Pedersen, Kelt. Gr. I, § 125, 4, 
wo übrigens perigl zu tilgen ist). Kurz, man fühlte in allen 
betreffenden Wörtern zwar Ableitungen von com „Horn", gab 
ihnen aber die Form, die nur in dem einen, wegen Vermischung 
mit comix, begründet ist. In kj-mr. cyrnicyll „Hahnrei" (eig. 
(„Gehörnter") ist das i an seinem Platze, es entspricht altem l 
(Adj. cyrnig = corniog); der Ausgang des Wortes ist mir dunkel. 
Wenn auch das Vorstehende im einzelnen der Bestätigung 
oder Berichtigung von berufener Seite bedarf, so wird doch so 
viel sicher sein, dafs der Kiebitz seinen „Hörnern" den lat.- 
brittischen Namen verdankt. Nun entspricht diesem nicht nur 
hierin, sondern auch in der Bildung, der irische Name des Vogels 
adarc-dn, adairc-in eig. „Hörnchen" i) = corn-igl, Jcorn-igell. 
Und so haben wir wohl anzunehmen, dafs die Iren den Britten 
das Wort entlehnt, d. h. es übersetzt, nachgebildet haben. Wie 
das lat. Deminutivsuffix mit in das Brittische eingedrungen ist, 
so vielleicht nun sogar in das Irische, nämlich wenn wir in dem 
Z- Suffix der alten Formen adirc-liu, aidirc-U-óc (S.-B. der Berl. 
Ak. 1912, S. 11451) einen Eeflex davon erblicken dürfen. 

^) Bei dieser Gelegenheit bemerke ich, dafs dem ir. adarc „Horn" das 
bask, adar gleicher Bedeutimg auch im Laute so nahe steht, dafs es mit ihm 
irgendwie zusammenhängen wird. Für das letztere kann ich keine afrikanischen 
Entsprechungen nachweisen und ebenso scheinen für das erstere indogermanische 
zu fehlen. 

Graz. H. Schuchardt. 



IRISH CURSI\^ SCRIPT. 



In some recent publications the old statement has been re- 
peated that insular (Irish, "Welsh. Cornish. Anglosaxon) minuscule 
script is a direct descendant of half-uncial, and that there was 
no insular cursive script. To treat the question fully would 
require the treatment of so wide questions as the origin of in- 
sular writing and the developement of the various continental 
cursive types (Spanish, Italian, Frankish, &c.) from Eoman cursive. 
I must content myself with briefly indicating that there was 
such a thing as L'ish (or insular) cursive and that some features 
of Irish (or insular) minuscule can be explained only by its help. 

Cursive is the script used in correspondence, in memoranda, 
in informal entries. Egypt is the only country where documents 
of this perishable nature have survived in sufficient numbers to 
show us what the cursive script there practised actually was. 
We have indeed a number of early charters of France, Italy, 
&c.; but since notaries usually evolved out of every-day cursive 
a peculiar writing of theii- own, these charters offer us what 
should be called rather notarial than cursive writing. But just 
as the book-hand (minuscule or even majuscule) intruded into 
notarial documents, cursive script often intruded into the domain 
of the formal, regular minuscule or book-script, especially in 
pocket-copies of the Gospels, common-place books, manuals of 
devotion, marginal entries, and the like, where economy of space 
and rapidity of execution were, rather than calligraphy, the 
objects of the writer. Most often of all, into what are called 
'subscriptiones', when a scribe at the end of his task subscribes 
his name, with some expression of delight (pious or other) that 
his task is done. From pingere (the laborious formation of the 
letters one by one in calligraphy) he relapses into scrilere. 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 20 



302 W. M. LINDSAY, 

My chief object in this article is to show that in some 
Irish (or insular) books of this kind we find a cursive intrusion. 
The best examples are four Irish MSS. of the Gospels: 

A. The book of Mulling (Trinity College Library, Dublin), 
of which photographs will be found in my 'Early Irish 
Minuscule Script' and in Lawlor 'Book of Mulling', Edin- 
burgh 1897. See also 'Nat. MSS. of Ireland'. In 'Ir. 
Min.' I think I have proved that the Gospel of St. John 
is written by St. Moling himself and must therefore be 
ascribed to c. 700, and that the other three Gospels are 
possibly of the same date; 

B. The Book of Dimma (in the same library). Photographs 
in 'Ir. Min.'. See also 'Nat. MSS. of Ireland'. Also plate II 
which accompanies this article; 

C. The Stowe St. John's Gospel fragments (in the Royal 
Irish Academy Library, Dublin). Photographs in the 
forthcoming vol. 11 of Sir Geo. Warners reproduction 
of the Stowe Missal for the Bradshaw Society. See also 
Trans. Ir. Acad. XXVIL 135 and XXX, 312. Also plate I, 
accompanying this article; 

D. Boniface's pocket-copy of the Gospels at Fulda (Bonif. 3), 
with some Irish glosses. Photographs in 'Ir. Min.' and in 
Scherer „Die Codices Bonif atiani", Fulda 1905. The 
provenance and history of this MS. are not quite clear. It 
has some un-Irish features, e. g. the abbreviation-symbols 
qnd'quando', quo 'quoniam'. Some think that the Irish 
glosses, which are often obscure, have been transcribed 
from an original; and the gloss sodain is said by experts 
to be later than eighth century Irish. But the exclusive 
use of the symbols nl. no, &c. 'nostri', 'nostro', ác. indicates 
not merely the eighth century, but the eai'lj' part of it, 

and the Cornish: 

E. Berne Stadtbibl. 671 Gospels. Photographs in my 'Welsh 
Script' (plates iv-v) and in the forthcoming New Paleo- 
graphical Society's publication (four pages on one plate). 

The difference between the two types of script will be best 
appreciated from a glance at the two plates in my "Ir. Miu.' 
taken from the Book of Dimma. plate v (cursive or careless), 



IRISH CUHSIVE SCRIPT. 303 

and plate vi (minuscule or book-hand). Tlie difference is so 
great that we should be inclined to deny the possibility that 
these two portions belonged originally to the same MS., were it 
not that we have learned from Delisle's writings ('Notice sur un 
MS. . . d'Eugyppius" and "Notice sur un MS. . . Bibl. d'EpinaP) 
that in the eighth century a juxta-position of cursive and of 
book-hand in the same MS. was allowed. The MSS. (in continental 
script) which he describes are Paris Bibl. Nat. nouv. acq. 1575 
(from St. Martin's, Tours), which he refers to the beginning of 
tlie eighth century, and Epinal 68 (from Murbach). written in 
the year 744. Students who have not access to these two mono- 
graphs of Delisle will find a third example in Milan Bibl. Ambros. 
L 99 sup. Isidore's Etymologies (written at Bobbio. perhaps in 
the middle of the eighth century) from which Steffens has pu- 
blished two plates in his 'Lateinische Paläographie'. If they 
compare the right hand page with the left hand page of plate 37 
of Steffens (first edition), they will find exactly the same contrast as 
in the two types of the Book of Dirama. If Steffens had chosen 
for reproduction the elegant hand of pp. 75 — 82 of the MS., the con- 
trast would have been even greater. A fourth example is Bamberg 
B Y 18 Jerome (written, probably before the year 812. for Jesse. 
Bishop of Amiens 799 — 836). A photograph of fol. 5"^ of this 
Amiens MS. would show the cursive and the bookhand side 
by side. 

When the cui'sive intrusion is limited to a line or two of 
a 'subscriptio', we do not get so satisfactory a -siew of it. Exam- 
ples from continental MSS. are so numerous that two specimens 
from vol. I (first ed.) of Steft'ens must suffice: 1. plate 17 from 
the half -uncial Hilary fArchi\io di S. Pietro, Rome), with the 
entry by the corrector 'Contuli in nomine Domini (not as Traube 
says, 'Domini nostri') lesu Christi aput karalis constitutus anno 
quartodecimo transamundi regis", apparently in the cursive used 
at Cagliari in Sardinia in 509 — 510; 2. plate 25', no. 2, from 
Milan Bibl. Ambr. I 61 sup. Gospels, with the entry 'Evangelium 
secundum lucam explicit. Incipit evangelium secundum iohannem', 
in the cursive used at Bobbio in North Italy in the eighth century. 
As a parallel to this in a Irish MS. we may take the conclusion 
of the Gospel of St. John in the Book of Armagh (see plate xxix 
of vol. I of the 'National MSS. of Ireland'), where, however, the 
scribe indulges in some fantastic flourishes which hardly belong to 

20* 



304 W. M. LINDSAY, 

eveiy-day cursive. In another MS. in Irisli scri^jt (lialf-uncial or 
large minuscule), St. Gall 51, the scribe relapses at the conclusion 
of the text (p. 265) into what we may suppose to have been his 
every- day hand. This is of the continental type of minuscule, so that 
we have proof positive that the MS. was not written in Ireland,; 
for continental minuscule did not appear in our islands till the 
tenth century, although Irish monks on the continent would 
usually be able to write it (e. g. Martin the teacher at Laon). 
Unfortunately neither Chroust nor Steffens, who have published 
photographs from this MS., have selected this most interesting 
page. Perhaps they thought (what seems unlikely) that the 
scribe left the text unfinished, and that the concluding lines 
were added later. Steffens, in one of his plates fi'om the St. Gall 
Priscian, shows us the signature of the scribe Donngus, scribbled 
in the margin in a different hand from his book-hand of the text ; 
and plate xv of my 'Welsh Script' shows the same difference in 
a Cornish MS. at Oxford, Bodl. 572 (late tenth century), between 
the * subscriptio ' of Bledian and his text-hand. 

The whole study of Latin Palaeography is only at the 
beginning-stage, as Traube has shown us. Most parts of it, in- 
cluding the whole region of insular script, may be marked as 
'terra incognita'. One result, and proof of this ignorance of 
details is that we have not a precise terminology. Even terms 
like 'uncial', 'half-uncial' (and 'quarter-unciar), 'minuscule' are 
not clearly defined, still less 'cursive'. What one palaeographer 
calls ' cursive ', another will call 'semi-cursive' (or 'half -cursive') 
or even 'minuscule with cursive elements'. The term 'cursive', 
if used of the script of the Book of Dimma and the other four 
small copies of the Gospels mentioned above, would hardly pass 
unchallenged. But I may safely apply the term to one or two 
features, such as the forms of individual letters, which they 
offer. And to help my argument I supplement the photographs 
already published by two plates which accompany this article. 
Plate I shows the concluding page of St. John in the Stowe 
MS.; plate II shows another cursive hand of the Book of 
Dimma. 

Irish cursive i (cf. 'Welsh Scr.' p. 18, n. 1) is clearly sho^^^l 
in plate I, Take the last five lines with 'scr/bendi', '1/bros', 
'F/nit', 'leger/s', ' meminer?s ', ' peccator/s ', ' scr/ptor/s ', 'pere- 



IRISH CURSIVE SCRIPT. 305 

gr/nus", 'scr/psit', 'scriptum". In all these examples, which I 
have indicated by italics, we find a long vertical sinuous stroke. 
This is the Irish (or rather insular) cursive form of /. In these 
examples it is usually found after the letter r. Now a feature 
of Roman cursive script, last treated by Loew, 'Studia Palaeo- 
graphica' (Munich 1910), is the use of / longa after the letters 
r and t. After t it was equally current in Irish cursive, and it 
became blended with the consonant into that ti ligature re- 
sembling our paragraph-symbol (§), which is so marked a feature 
of Irish minuscule. TKis 'ti' ligature of the Irish (or rather 
insular) hooTihand receives its right explanation ivith the help of 
Irish cursive. This statement may be challenged and arguments 
may be adduced to explain the Irish ^/-ligature otherwise. But 
a glance at the plate representing a charter (Cotton Aug. II 18) 
of 693 — 731, in the British Museum publication 'Ancient Charters', 
which shows us this ligature in line 2 in the word 'succedeni/- 
bus' and, immediately below it, this cursive i in line 3 in the 
word • industr/am ', ought to be sufficient proof that the statement 
is right and to obviate the necessity of adducing further evidence. 
The same plate shows us immediately below "industriam" a cursive 
i suprascript in line 4 in the word 'flagztandi' (cf. line 2 *mag/s'). 
Now if we turn to the Palaeographical Society's photographs 
(I pi. 139 — 140) of one of our earliest specimens of Anglosaxou 
(large) minuscule, the Moore Bede at Cambridge (Le Mans, 
c. 737 A.D.) we find the abbreviation -symbol q 'qui' with this 
sinuous /-form suprascript. This suggests that the method of 
writing 'qui', so commonly practised by the earlier scribes of 
St. Gall, Bobbio, &c., is g followed by this cursive i rather than 
by cursive u with subscript / appended. But, without insisting 
on this, I will content myself with a brief indication of the chief 
intrusions of this cursive i into insular script: 1. ri, e. g. Berne 671 
(passim), St. Gall Priscian (e.g. 194, col. 11, written by Donngus), 
Liber Commonei, &c., &c. ; 2. f (with the long sinuous / travers- 
ing vertically the branch of the /"), e.g. the Liber Commonei 
(fol. 19^ 'ftnit'), the Moore Bede (fol. 108^ '/inis'), the Corpus 
Sedulius St. Gall 51 (p. 20 '/?nit'), Boulogne 63—64, &c., &c. The 
plates in my 'Ir. Min.' and 'Welsh Scr.' will furnish other examples 
of this i after f and after r, as well as (occasionally) after other 
letters, and of the ligature ti (often combined with subscript o, 
to represent 'tio'). 



306 W. M. LINDSAY, 

Of Irish cursive c I have given some details, incomplete ')? 
and not ahva5'S accurate-) in the 'Zentralblatt für Bibliotheks- 
wesen ' of 1908 (p. 260). While the letter c consisted of a C-form 
like an open mouth, with a tongue protruding from near the 
upper lip, in this cursive e tongue and mouth were written with 
one stroke of the pen. Beginning at the right hand of the upper 
curve of the C the pen nearlj- completes the C, but when it 
reaches the lower curve it makes that curve turn to the left 
instead of to the right, and finishes its course by inserting the 
'tongue'. Cursive c of this type resembles the numeral 8 (see 
' Ir. Min.' pi. V, throughout). Now a cursive e, not unlike the 
usual Irish form, is a feature of the early cursive of Lorabardy 
(see plate 2 of Schiaparelli, 'Ricerche e Studi sulle carte Longo- 
barde' in 'Bull. 1st. storico Italiano' of 1909, in the words 'emit', 
'et', 'de', &c.); also of a MS. written at Lucca about the year 
800, now in the Bibl. Capitolare at Lucca (no. 490), of which 
photographs will be found in Steffens (Suppl. pi. 24), in Mommsen, 
'Gesta Pontificum' (3 plates), in the ' Paléograpliie Musicale", 
Solesmes (pi. 3 of vol. II). Vs'e may therefore believe it to have 
been a feature (perhaps a local feature) of Roman cursive script. 

But I find I am breaking my promise that this article should 
be short. I will content myself with the mere mention of 1. the 
'high- backed' a seen, e. g., in plate I in the fourth last line in 
'gratias', 'amen' (still better in two plates from Berne 671 in 
'Wei. Scr.'), which may be compared with the Roman cursive 
forms of a, 2. the Greek minuscule Delta form of d, seen, e. g., 
in the first line of plate II ('confií/entes' coli, 'acceJens' aí?' 
col. ii), so familiar in relics of early Roman cursive. A few re- 
marks may be added on a peculiarly insular form of the letter 
y, since it is possible that the detection of this form on the 
continent might give us a clue to the locality from which writing 



1) Other MSS. in which this cursive e appears are: the Corpus Sedulius ; 
Bale F III 15ii (Fulda), by the scribe of fol. 24sq(i.; Yieuna 16 (Bobbie); Turin 
F IV 1, no. 6 (Bobbie); Cassel theol. F. 22 (Fulda); St. Petersburg Q XIV 1; 
Vat. Pal. 235; Paris ueuv. acq. 1575 (Tours, Continental script), fol. 20 r 
'quendam'; Laon 26; Epiual Glossary, fol.lv ' ceucnpisct-ns ' ; Leyden Voss. lat. 
F 4, 'praebct' fol. 32^; Cologne 40 (Caroline minuscnle), e. g, fol. 47'" 'rftro'. 

2) It is frequent in the Book of Armagh (see, e. g., col. 1, line 7, from 
end, of pi. ix in 'Ir. Miu.' in the word 'legem'). The Dubrowsky MS alluded 
to is St. Petersburg QI15 (not ,.20"). 



IRISH CURSIVE SCRIPT, 307 

was first introduced into Ireland. Insular scribes use, beside the 
ordinary form of the letter Y (large or small), a form (peculiarly 
insular) in which the left hand branch of the letter is curved 
to the right, instead of to the left, and hangs over the right 
hand branch. In two MSS. in eighth century Irish minuscule, 
which I suspect of having come from Bobbio, Vat. lat, 491 (e. g., 
on fol. 42'', line 1) and Florence Ashb. 60, angles replace the 
curves, with the result that Y in these two MSS. resembles F. 
That this insular y however belongs properly to insular cursive 
is unlikely, for it appears in the earliest specimens of calligraphy, 
such as the Book of Kells and the Bangor Antiphouary, not to 
mention the Schaffhausen Adamnan, the Book of St. Chad, the 
Moore Bede, Durham A II 16, the Douce Primasius, the Here- 
ford Gospels, ác, as well as in most of our MSS. in ordinary 
insular minuscule. 

Lastly may be mentioned another trace of cursive influence 
on Irish (insular) minuscule, beside all these letter- forms. The 
short-hand symbols (for 'est', 'et', *auteni', &c.) which are so 
marked or feature of any Irish minuscule MS. have their proper 
home in cursive script, the writing of every-day life; just as 
the 'et' ligatui'e (&) is used by us in our correspondence, but 
is not printed in our books (except occasionally in the symbol 
(tc. 'et cetera"). While it is true that Irish scribes have left us 
many specimens of calligraphy, e. g. the Book of Kells, where 
economy of vellum is conspicuously despised, this economy is. as 
a rule, practised to an excess by Irish scribes. In Irish minus- 
cule the writing is crowded, the laws of syllable-division between 
the lines are ignored, subscript i) (and suprascript) letters are 
common, abbreviation-symbols are especially frequent, and many 
of these are short-hand symbols (notae Tironianae), which are 
quite out of place in book-hand. In a book they can appear 
with propriety only in interlinear corrections, marginal glosses 



') Traube, 'Vorlesungen und Abhaudlungeu' 11, p. 25 mentions four 
Irish, as contrasted with continental, characteristics: 1. Irish si resembles 
continental ^; 2. the continental .si -ligature is not used in Ireland; 3. for 
continental suprascript a we have Irish subscript a ; 4. the Irish ei-ligature is 
different from the continental. He merely mentions these without details. If 
details were added, some modification would be necessary; e. g. suprascript a 
occurs sometimes in the Book of Armagh (see pi. ix in 'Ir. Min.' in line 20 
of col. 11 'adpraehendit', &c.). 



308 W. M. LINDSAY, IRISH CURSIVE SCRIPT. 

and the like. When we find the Latin tachj^graphic 'est' symbol 
(reall}^ the Greek tachygraphic iori symbol) used freely by Bene- 
ventan scribes, thas is, as Loew in his 'Studia Palaeographica' 
has shown, a cursive feature of Beneventam book-hand. Irish 
scribes were so anxious to save their vellum that they ignored 
these limits between cursive and book-hand. At least, as a rule 
in their ordinary minuscule; for these short-hand symbols are 
excluded not merely fi'om most of their majuscule, but even from 
carefully written early minuscule, e. g. in the famous Würzburg 
MS. of the Pauline Epistles (with Irish glosses). The short-hand 
symbol for 'et', for example, is rigorously debarred from the text 
of this iilS., although in a few contemporary glosses, apparently 
in the hand of the scribe himself (see § 14 of Stern's Introduction 
to the facsimile), it shows itself. In my forthcoming 'Notae Latinae' 
(a History of early Latin Abbreviation) I hope to illustrate váúa 
more detail how some Irish, and many more English, minuscule 
scribes try to keep these short-hand symbols to their proper place, 
that is, to interlinear corrections, glosses, &c. 

I will conclude this article by calling attention to the re- 
markable form of the 'et' symbol in plate II (e. g. col. i, line 2 
'phariseorum et saduceorum'; col. ii, line 7 'civitatem ei statuit'). 
It suggests to us the Greek tachygraphic symbol for y.ai (really 
xf), just as Irish subscript letters (a, t, o, &c.) suggest to us the 
Greek minuscule practice of hanging the letters from the line (as 
in Sanscrit) rather than writing them on it. 

St. Andrews. W. M. Lindsay. 



ADDENDUM. To save the labour of gloss-hunters, I take 
this opportunity of saying that, since writing this article, I have 
examined each and every ^MS. of the Laou Town -Library for 
Irish glosses but have found nothing new. 



XOMIXALSATZE 
UND NOMINALPRÄDIKATE DI IRISCHEN. 

A. Torliemerknngen. 

a) Zur Wortfolge. 

Im Irischen steht bekanntlich das Prädikat am Anfang 
des Satzes und dann erst folgt das Subjekt. Diese Regel gilt 
ebenso von den verbalen wie von den nominalen i) Sätzen. 



^) So z. B. ai)-dirc a aÍ7V)i tiadamrae Ninines Gebet 2: niaic ni dosom 
Wb. 19d8; dalte side dosom AVb. 23all; barbdr wso Wb. 12d6; faith each 
fer dinaibferaib hi sin 12(140; vgl. noch All. 50 c 20; das Prädikat ist ein 
adverbialer Ausdruck in Wb. 25 d 17. 

Hierhergehören nicht gewisse allgemeine Typen wie a) einesMannes 
Rede, keines Mannes Rede; b) Prädikationen, die ihrer Form nach attri- 
butive Verbindungen sind. 
Zu a gehören: 

Teicht do Róim: mór saido, becc torbni (Thes. 11296); 
neuir. Droch-uigh, droch-éan (Seanfhocla Uladh. No. 244). 
Zu b gehören : 

Aed oll fri andud nnne (Thes. 11295); 
Brigit be bithmaith breö órde óiblech; 
donfé don bithflaith (Ultáns Hy. 1,2). 

Solche Sätze stehen der Apposition sehr nahe, sie sind eigentlich mit 
derselben identisch. Man mufs da zwei Typen unterscheiden: 

a) entweder ist solche Apposition synthetisch (eingliedrig), dann 
wird die Prädikation attributiv ausgedrückt: Brigit be bithmaith; 

b) oder die Apposition ist analytisch zweigliedrig, dann ist ihre Form 
die des zweigliedrigen Nominalsatzes (Präd. + Subj.). 

«) Is andsin dorala Arcomemis, rigniilid side do Grécaib Tog. 
Troi 960 (das Subjekt der Apposition ist mit dem Worte, welches 
es bestimmt, identisch). 



310 JOSEF BAUDLS, 

In den Kopulasätzen steht das nominale Prädikat gleich 
nach der Kopula, so z. B. iséola side Wb. 1 a 4; is athir som 2 eil; 
condat reli inna aicsin hisin Ml. 51 d 15; is Uar gceth RC XIII 380; 
dia n-at sldna a secJit ni-hliadna Ir, T. 256.*) 

In den Verbalsätzen dagegen steht das nominale (Neben-) 
Prädikat erst nach seinem Subjekt. In solchen Fällen unter- 
scheidet sich das Nominalprädikat von dem Attribut dadurch, 
dafs das nominale Prädikat einen selbständigen Sprechtakt bildet 
und infolge dessen mit seinem Subjekt in keinem Satzzusammen- 
hang (Sandhi) steht. 

a) das Nominalprädikat bestimmt das Subjekt: lasodain 
coteirget a triur lomnaclita (LL nach Ir. T. II 2. 211). 

b) das nominale Prädikat bestimmt das Objekt: indfoisitiu 
ingiun imfolngi induitie sldn Wb. 4d33, confessio ore 
facit hominem saluum (ZE 625); Bohert in cú in cairig sldn 
arabdrach cos in maigin centa vgl. lat.: In crastinum eo 
ingrediente eadem pascua vidit lupum cum ove et eam 
intactam coram ipso exponit LS 47; co r-clmir-siiim na 
mairh heoa as siias PH 36 ; is i siiidiu roordne Äilbi ua- 
salacard LS 23 „in quo loco ordinavit Ailbeum sanctum 
prespiterum". 

Nach attd steht im air. das Prädikat nach seinem Subjekt, 
also ebenso Avie in den Verbalsätzen: Ml. 55 d 11 ataat mesai 
I)(é neplichomU'tarrachti, was das lat. indicia domini abisus multo 
übersetzt; Ml. 66dl atd I)ia atach ndúnni. — Daraus ersieht 



ß) ar in rigan .i. Paieloipi a hainmm Mer. Uilix217; Dosfänic iar 
am béist ingnad. Distridincs a haÍ7imm . . . Ir. T. II, S. 65, Z. 743. 
In diesen Sätzen steht das Subjekt der Apposition zu dem zu be- 
stimmenden Satzg-liede in demselben Verhältnis, wie es bei den 
BahuviThi-Kompositis der Fall ist. (Den Bahuvrihis entsprechen 
daneben noch synthetische Ausdrücke, wie Hefa táilceiid, a chrand 
cromchend, a bratt tollcend LSt. S. 2). 

Vgl. noch Wb. 22cl8, 5 a 17; Ml. Ud4; Wb. 9 b 17, 4c 5, 28 bl, 
20 b 3. Fiaccs Hy. 9, 15, 20, 23. PH 2386, 1039. 

Wenn es sich um eine Identilikation des Artikels + Nomeu mit einem 
Porsonaliironomen handelt, steht gewöhnlich das Pronomen im Prädikat: 
iisíté Dia Wb. loci?; is/u' anuif/»'»- Wb. 2 b 23; ishé ivso tilul iudligid 10 a 12; 
í\s/í(yZ furnaintít insin 5 a 17, isí inso índrihi inso 13dl(); dagegen ist corha 
hog-Üan hi PH 3117 eine spätere, dem Altirischen unbekannte Konstruktion. 



NOMINALSÄTZE UND XOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN, 311 

man. dafs das nominale Prädikat in den Kopulasätzen das wirk- 
liche Prädikat ist. dagegen in den Sätzen mit aüci ist es ebenso 
wie in allen Verbalsätzen ein Xebenprädikat (Komplement oder 
Prädikatsattribut); das Yerbum attdisi also ein wirkliches Verbum, 
die Kopula dagegen ist nur ein äuiseres Mittel der Prä- 
dikation, denn die Wortfolge der Kopulasätze ist die der 
Nominalsätze, die Kopulasätze gehören also mehr der Xominal- 
sphäre an. Die Kopula ist für das irische Sprachgefühl nur ein 
Prädikationszeichen, also ähnlich wie franz. ce (dafür spricht die 
Tatsache, dafs is zum Hervorheben irgendeines Satzgliedes 
dienen kann, wo es dem engl, it is sehr nahe steht). 

Diese Erwägungen beweisen klar genug, dafs der Unter- 
schied zwischen der Kopula und dem Verbum esse kein blofser 
Betonungsunterschied ist. Wenn sich auch manche Formen der 
beiden Verba nur durch die Betonung unterscheiden, so ist doch 
das Verbum eise ein wirkliches Verbum, die Kopula dagegen 
dient nur dazu, die Xominalsätze äufserlich in die Verbalsätze 
umzuwandeln, im Grunde aber sind die Kopulasätze nominal. 

Dadurch ist aber auch die Existenz der Xominalsätze im 
Irischen bewiesen: denn die Kopulasätze und die verblosen 
Sätze bilden einen besonderen Tj-pus; in diesen Sätzen ist das 
(Haupt) prädikat nominal (oder adverbial), in den Verbalsätzen 
ist das nominale Prädikat formell als Xebenprädikat bezeichnet. 
Die irischen Xominalsätze unterscheiden sich jedoch von den 
semitischen dadurch, dafs das Xominalprädikat in dem irischen 
Xominalsatz dieselbe Stelle einnimmt, welche das verbale Prädikat 
in dem Verbalsatz hat. nämlich die erste. 

Die irische "Wortfolge hat sich offenbar aus einer psycho- 
logischen Grundlage entwickelt: das Xeue ist das Wichtigste 
und nimmt deshalb die erste Stelle ein. 

b) Prolepsis und nachträgliche Korrektur. 

Mit dem Hervorheben des Xeuen hängt einerseits die Pro- 
lep.sis, andererseits die nachträgliche Korrektur zusammen. Das 
Wichtigste wird selbständig vorangestellt und es bildet einen 
Satz für sich, so entsteht die Prolepsis, so z.B. fear dohcreadh 
téora hriathra góa fai, conscaradh fora laim hi tri Ir. T. III 1. 191, 
Ahnlich auch „Indisfeat duihh" . . . .?'. fer ica raha-sa isin saegul, 
7 ni dermis (a reir) . . . RC XIV 50, wo eine komplizierte Gesamt- 



312 JOSEF BAUDIS, 

Vorstellung in kleinere parataktische Einheiten eingeteilt wird. Die 
Prolepsis beruht also auf einer fragmentarischen Ausdrucksweise. 
Ähnlich ist es auch mit der nachträglichen Korrektur, 
sie besteht darin, dafs das, was früher nicht zum Ausdruck kam 
(weil es durch die Situation als gegeben erschien), erst nach- 
träglich ergänzt wird. Diesem Vorgang begegnet man in der 
Umgangssprache überall. Fürs Irische ist es aber deswegen 
charakteristisch, weil es in der „Schriftsprache" vorkommt; es 
spiegelt den fragmentarischen Charakter der irischen Sprache wider. 
So z. B. CO folmaiset ind fir comergi debtha dorisi A. Conall ocus 
Loegaire ocus Cuculaind Ir. T. 1. 266/67; dorat grdd n-epscuip fair 
i. for Victor vgl. lat. ordinavit Victoricum episcopum LS 35. 



B. Der Nominalsatz. 

Die Norainalsätze kann man in zwei Kategorien einteilen: 
in die ungegliederten (sj'nthetischen) und in die gegliederten 
(analytischen) Nominalsätze. 

Zu den gegliederten gehören vor allem diejenigen Nominal- 
sätze, die ihr Subjekt und ihr Prädikat formell zum Ausdruck 
bringen. Daneben gibt es aber Sätze, die in einer synthetischen 
Form (d. h. in einer Attributivverbindung) einen zweigliedrigen 
Gedanken ausdrücken, so z. B. armer Kerl! In Kopulasätzen 
erscheint dann die ganze, den Nominalsatz bildende Wortgruppe 
als Prädikat, also z. B. das ist ein armer Kerl. Manche Sprachen 
bevorzugen offenbar diese Ausdrucks weise, so z. B. das lit. tal 
naujóji sermégá „das ist der neue Rock" anstatt tá sermégá {tat) 
naujóji „dieser Rock ist der neue" (Kurschat, Lit. Gr. § 1339). 
Man sieht also, dafs der formale Ausdruck manchmal dem Inhalt 
der Aussage nicht entspricht, weil aber eben diese Inkozinität 
für die betreffende Sprache charakteristisch ist, so müssen wir 
vor allem die formale Seite der Aussage berücksichtigen, da die- 
selbe durch die Psychologie der betreffenden Sprache bedingt ist. 
Dementsprechend müssen wir die in Rede stehenden Ausdrücke 
zu den eingliedrigen Nominalsätzen einreihen. 

I. Ungegliederte Nominalsätze. 

Hier kann man wieder zwei Kategorien unterscheiden: 
nämlich die thetischeu und die prädikativen Nominalsätze (vgl. 



NOMINAI.SÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 313 

Verfasser, Studie o perfektech typu sskr. dadaii a jajflaú, § 4). 
Die thetischen Sätze entsprechen dem logischen Urteil: Ä ist (da), 
A existiert, z. B. gr. d-cu.arTa ; der prädikative Xominalsatz drückt 
das logische Prädikat aus z.B. ir. maith guti (das ist gut). Zu 
dem letzten Typus gehört namentlich das prädikativ konstruierte 
Fragepronomen, u. a. so z. B.: cid asdénti Wb. 12d41; cid- 
dianepirsom anisiu 19dll; cid arind epur 5 a 31; ishésom 
rofitir dach ruth pridchimmeni 24 d 5; cia chruth mhias 
Sg. 147 a 4. 

In Sätzen wie z. B. na cumactte is dia rodordigestar t na- 
ciimachte file a deo itordigthi Wb. 6a3; fis timnae ndce y a for- 
caill is ar sainemli adrimther toneuch rudfinnadar Ml. 46 c 24 
könnte man na cumactte, fis timnae ndce für prädikative Xominal- 
sätze halten. Dafür spräche der Umstand, dais na cumactte mit 
is konstruiert werden könnte i) ; andererseits aber könnte man 
diesen Xominalsatz mit Ausdrücken wie Morand mac Cairpri 
Cind-chait, do cheinel aitheach do (Ir. T. IUI, 188) vergleichen, 
wo Morand ein selbständiges Thema des folgenden Satzes ist. 
Man wird also zugeben müssen, dafs in den in Rede stehenden 
Konstruktionen mindestens teilweise das Thema der weitereu 
Aussage vorliegt. Das selbständige Thema gehört nun zu den 
thetischen X^'ominalsätzen. 

1. Die eingliedrigen Xominalsätze kommen vor allem als Ex- 
klamativsätze vor, d. h. als Äufseruugen, die mit einem gröfseren 
Affekt ausgesprochen werden, oder die im Hörer einen solchen 
Affekt hervorrufen sollen. ^Manchmal kann man die thetischen 
und die prädikativen Sätze kaum scheiden. 

Beispiele 

Tricha Murethach miad mend 
congabtais catlia co cend (Ir. T. Ill 2, 527). 

Da SÚÍI churad i cind in chlaim atas-cim (wenn nicht i cind 
in chlaim als Prädikat aufzufassen ist). (RC XIII, S. 82.) 

Urchur arad tri reing rig, gním co neim, 
snigfid fuil formna fer. (Ir. T. III 2, 470.) 



1) Vgl. iamé asapstal geinte Wb. 5bl7; isdreecht diib ymdrochreit 
Wb. 5 c 2; ished asmaith düib "Wb. 6 c 25; israd dée immiimforling conda 
apstal Hussa Wb. 13 bG. {f) 



314 JOSEF SAUDIS, 

Thetiscli ist wahrscheinlich: 
Aed oll fri andud nane Aed fonn fri fuilted feie 
in deil delgnaide as choemem di dindgnaih lioerenn rede. 
In chli comras cond credail ollmas fu thocaid tugaih 
du farclu sech each ndine di Moisten mine mrugaih. . . . 

(Thes. II 295.) 

Ähnlich auch: 

Aslinge ConcJiohair chair, 

maic Cathbad cróda fmdmoir. 

ardri Ulad, erim n-uay, 

ris dresend each claidehruad. (Ir. T. III 2, 518.) 

Prädikativ : 

Älid in fer concerta do chdch 

mac Dairi diiir ccemroth Curoi. 

conclecht fir forcoll mad fri gói gehithar. 

fer find firen fer maith inormenmnach, 

brugaid ar hrugachus, 

lach ar laimthenclius, 

ardri ar airechus. 

concertfa fir foraib feidm airg ailes ailid. (Ir. T. I 269.) 

Wahrscheinlich auch : 

Greit rig senrechtaid hiiada 

harc hodhce briith brdtha 

bréo digla drech curad 

cúinsiu chórad cride n-dracon 

altfad m-brochbúada fordundibni 

in luchthond Idmdcrg Loegaire 

luth la fébra foltchíp tond fri talmain tadbéim. 

(Ir. T. I 276.) 

2 a) Ein solcher Exklamativsatz kann 

a) zur Apposition werden. Diese Apposition ist aber 
dabei ein selbständiger Prädikativsatz: 

not gluaisfither dond oenphort 

maccaib mnaib, miad ros-bi . . . (Ir. T. Ill 2, 520). 

ß) Ein solcher Satz kann als eine selbständige Paren- 
thesis vorkommen: 




NOMINALSÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 315 

Fail ar da m-heind man a n-áig 

cend Frech 7 cend Fochndim (TBC. 723 — 724.) 

cid am laech-sa, Utk n-gle 

att uaitte mo chomairle 

(TBC 1677—1678. vgl. auch ibid. 274.) 

Manchmal figurieren diese selbständigen Sätze als 
Flickverse: 

Hisex Id. apréil 

iartuaslucud anman 

aseracht scél n der mar 

Issu abrú thalman (fei. Oeng., 27. Mar.) 

Tri ßchid mile — modh ngU — 

ar tir agus ar uisge (Keating I, p. 182) 

A hoclit seachtmlioghad, céim glan, 

mile ocus naoi gcéad hliadhan . . . (ibid. 156.) 

Trioclia mac min, monor nglé, 

cinsiod Ó Cham mac Noe (ibid. 138.) 

b) Eine besondere Kategorie bilden affektlose Appo- 
sitionen, die einerseits dem Instrumental der begleitenden 
Umstände oder dem Sociativus, andererseits den (prä- 
dikativen) Bahuvrihis entsprechen. 

Sociativ: 

Cechaing Conchobar sin les, 

tri choicait lach .... (Ir. T. III 2, 524.) 

(vgl. aber tri coicdaib Icech [Ir. T. III 2, 520.]) 

Begleitende Umstände: 

Ticfa tailcend, a ehr and cromchend, a hratt tollcend, 

a mias in airthiur a tigi. (LS 2.) 

(vgl. auch: Tarmchemnigid remi III. carpdech co 
hEmain Macha i tús lái. Aill hruitt hudi etc. EC 
XIV 412, das als Ganzes eher zu den zweigliedrigen 
Nominalsätzen gehört.) 

c) Aus solchen eingliedrigen Nominalsätzen ist wahr- 
scheinlich auch der folgende Typus entstanden: 3Iorand 
mac Cairpri Cindchait, do cheinel aitheach do. (Ir. T. 



316 JOSEF B AUDIS. 

Ill 1. 188) wo Morond mac Cairpri C. das selbständige 
Thema der nachstehenden Aussage ist. Dieser Typus 
entspricht dem Xominativus der Benennung, so z. B. 
Tal Mochtai i. tal uime rohai la Mochta saer (Ir. T. 
m 1, 190). Seancran(n) Si7i A. crandcur Sin meic 
Aigi (ibid. 192). 

a) Der Titel des ganzen Abschnittes bildet also einen 
selbständigen Nominalsatz, der durch den folgenden 
Satz erklärt wird, und 

ß) Dieser nachstehende erklärende Satz kann ein un- 
gegliederter prädikativer Nominalsatz sein, also 
tal uime, crandcur Sin maic Aigi. 

Ahnlich auch in: Ceist Cid diatd Coplmr na nmccide? 
Ni insa A. muccaid Ochaill Oichni 7 imiccaid Boidh 
(Ir. T. III 243), wo der Nominalsatz muccaid Ochaill . . . 
eine ähnliche erklärend -erzählende Funktion hat wie 
A. tal uime. 

d) In: jRi uasal oirdnide rogahastar flaithius 7 forlamtis 
for Erinn fecht n-aill A. Cormac Ua Cuitid eisidhe (Ir. T. 
III 1, 185) könnte man Bi uasal oirdnide als ein Thema 
auffassen. Beachtet man jedoch, dafs der angeführte 
Satz der Anfang der Erzählung ist, so mufs man zu- 
geben, dafs der Satz eine ähnliche Geltung hat wie 
das Deutsche: Et was mol en Künig west, de liadde en 
kleinen Jungen Ircgen . . . (Grimm, Märchen 113) und 
lit. Biivo karülius, turejo trls diikteris Ir sihiij (Brug- 
man-Leskien S. 192), d. h. unser Nominalsatz entspricht 
den verbalen Existenzialsätzen, es ist also ein thetischer 
Satz. Dafs ich recht habe, beweist auch das Neuii\, 
das hier auch einen existenzialen Verbalsatz hat, z. B.: 
Bhi 3Ionacliar agus Manacliar ann^) (D. Hyde, Lea- 
bhar sgeulaigheachta p. 1). 

Damit ist jedoch noch nicht gesagt, dafs das Thema 
etwas Grundverschiedenes ist; es ist vielmehr eine 
besondere Gattung der thetischen Sätze (ähnlich wie 



*) and hat hier eiue ähnliche Geltung wie ina righ im Satze tá sé 
^n-a righ. 



NOMINALSÄTZE UND NOJIINALPKADIKATP: IM IRISCHEN. 317 

der Nominativus der Benennung eine besondere Art 
des Nominativs überhaupt ist.) 

e) Eine erzählend parenthetische, ungegliederte Xomiual- 
prädikation (vgl. c. ß) liegt im folgenden Beispiel vor: 
rochlaid topiir occi 7 noco techtai sruth inti nd eissi 
acht Idn tre bithu (LS 29); der Satz ist ein Prädikat 
zu dem ausgedrückten Subjekt tojnir. (Vgl. das lat. et 
fontem fodivit in ea et nou habet flumen in se nee ex 
se, sed plenus semper.) 

f) Der durch den Nominalsatz geäufserte Affekt kann 
ein Willensausdruck sein und somit entstehen die 
Imperativischen Nominalsätze: so z. B. „Mnd finna for- 
nochta friü'' ol JMedh, „aurcJnche aurnoclita etrodäa. 
colUn n-ingen n-aurlam n-mchomraic. liss aurloscthi. 
lúirg fénhéla. dahcha úaruisci. dérguda in- 
dlithi. híad glan imda. braichlind mudd mescmar 
maith. feinne fothud. foclien in cath totlióet. less 
ninortar tairis'' (Ir. T. I 280). Solche Sätze drücken 
das Ziel unseres Willens aus; dieses Ziel müfste in einem 
aktiven Verbalsatze als Verbalobjekt, in einem passiven 
oder intransitiven als Subjekt erscheinen. In den 
Nominalsätzen steht in solchen Fällen der Subjektkasus: 
Nominativ {hüirg, hicid glan). Vgl. noch neuir. Mo shrian, 
's mo chapall, 's mo dhiallaid! (Leabh. sgeul. 15.) 

g) Ein anderer Typus der Imperativsätze ist ein nicht- 
verbaler Satz, der die Richtung des von uns gewünschten 
Vorganges zum Ausdruck bringen soll. Das Adverb 
wird in solchen Fällen durch einen anderen Adverbial- 
ausdruck ergänzt, um das logische Agens oder das 
logische Patiens des Vorganges zu bezeichnen. Vgl. 
das Deutsche: Weg damit! 

Eomaind duit i n-Glind Gerg. (Ir. T. III 2, 482.) 

Assind liuss duit . . . (Ir. T. II 2, 209.) 

do romaind co tech Conaill (RC XIV 422.) 

do d{uit) CO tech Eogain. (ibid. 430.) 

Ina n-diad dun. (Ir. T. II 2, 242.) 

Vgl. das neuir. Eirigh agus thart Zeai (Leabh. sgeul. 16). 

ZeitBührift f. celt. Philologie IX. 91 



318 JOSEF B AUDIS, 

IL Die eingliedrigen Nominalsätze werden ideell näher 

verknüpft. 

Die eingliedrigen Nominalsätze können ideell näher ver- 
knüpft werden; iiiefsen sie auch formell zusammen, so entsteht 
ein zweigliedriger (gegliederter, analj'^tischer) Nominalsatz. Manch- 
mal existieren jedoch diese zwei Nominalsätze noch selbständig 
nebeneinander. 

Crefnas curad cur ro Ja 

Idn-aircess fri ecrata 

cosiud ruirech fer co n-ddil 

ras cuir oenfer da oenldim. (TBC Z. 598 — 601.) 

Hier kann man die ersten zwei Zeilen für eine ideelle Ein- 
heit halten, welche wieder zusammen mit dem folgenden Vers 
das ideelle Thema der im vierten Vers ausgesprochenen Aussage 
bilden. 

Ähnlich auch: 

Tri díríme na tana 

darochratar dorn lama 

formna bó fer actis ecli 

ro-da-slaidius ar each leih. (ibid. 4192 — 4195.) 

Der dritte Vers ist eine Enumeration, die ideell zu dem 
ersten Vers gehört, und die beiden Verse zusammen bilden das 
Thema des vierten Verses. 

Hierher gehören auch die ir. Triaden: 
Fossugud Hérenn Mag mBile. (Triads Nr. 28.) 

Tri tairleme Brenn: Da ire Calgaig 7 Tech Munna 7 Cell 
Maignenn. (Nr. 32.) 

Tri aitliechimirt Hérenn: Clúain Iraird, Glenn Da Locha, 
Liighad. (Nr. 33.) 

Tri doruis gúa: tacra fergach, fotha n-utmall n-eolais, 
aisnéis cen chuimni. (Nr. 173.) 

In diesen Ausdrücken bezeichnete noch die Pause die 
ursprünglich selbständigen Einheiten. Diese „Sätze" sind mit 
dem deutschen: Viel Feind — viel Ehre zu vergleichen. Vgl. 
auch das neuir. Droch - uigh, droch - éan. (Seanf liocla Uladh Nr. 244.) 
Cuach an tsamhraidh, feannóg rt' glieimhridh. (Nr. 925.) 



NOMINALSÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 319 

In solchen Fällen folgen die selbständigen Einheiten ähnlich 
nacheinander, wie die Hauptbestandteile des einheitlichen Satzes: 
1. Prädikat, 2. Subjekt. Damit will ich aber nicht behaupten, 
dafs in den Enumerationen der erste Satz immer tatsächlich 
prädikativ ist. die Prädikativbedeutung erfolgt vielmehr aus dem 
Zusammenhang. Manchmal kann das erste Glied ein thetischer 
Satz sein, so kann man die 173. Triade gerade durch: Es gibt drei 
Türen der Falschheit: nämlich . . . übersetzen, wogegen in der 
28. Triade: fossngnd Uérenn Mag mBile wahi'scheinlich ein wirk- 
liches Prädikativverhältnis vorliegt. 

In den Sprichwörtern wie neuir. Droch-uigh, droch-éan 
haben wir dagegen einen Parallelismus, der dadurch zum Ausdruck 
kommt, dafs zwei Phänomena, die als voneinander abhängig 
gedacht werden, formell nebeneinander parataktisch gestellt 
werden. Dieser Typus ist aus anderen idg. Sprachen genügend 
bekannt und stellt eine Art von Parataxis dar. 



III. Gegliederte Xominalsätze. 

1. Das Nominalprädikat schliefst sich an sein Subjekt. 
(Wortfolge: Prädikat + Subjekt.) Hier kann man wieder von 
Äufserungen ausgehen, die mit einem gewissen Affekt aus- 
gesprochen werden. Das soll aber nicht heifsen, dafs solche 
Exklamativsätze das Prius seien. Ich führe vielmehr diese Sätze 
deshalb zuerst an, da die mit einem Affekt hervorgebrachten 
Äufserungen das ältere Stadium bewahren. 

Coscor illama anni-seo „we have the victory in our hands" 
(RC IX 462.) 

Sceth Urn cUrad Bathlinne. (RC XIII 391.) 

Ferr leim mo eich- si! (RC IX 466.) 

Ben chomadas do Mal dúin in hen- so! (ibid, 490.) 

Amra brige {Hum) . . . Mel diiin. (ibid. 488.) 

Bee do grdd la Conchohar. (RC XIV 410.) 

Olcc huair lot- so. (Ir. T. Ill 1, 236.) 

Maith in sen a Chonchobair. (Ir. T. Ill 2, 518.) 

„Messu achdch leind do ddl!" ar in ri „Bréc do rdd duit A. 
in dúan doringni Tollcend fili do reicc duit.''- (RC XIII 106.) 

21* 



320 JOSEF BAUDIS, 

„Fer hi lorcc so'' . . . Trummu al-lorg so (A man on the 
track here! „The heavier is the track!") RC X 216, § 6. 

7 tiinnsi do mac sunn ucut dono „and here is also thy son 
yonder". (RC X 222.) 

[Ni segda ar cor. (RC IX 452.)] 

Maith Ihn a déanom. (Mit einem ähnlichen Affekt wie das 
deutsche: Gut!) (Ir. T. III 1, 194.) 

Neim in gai seo 
is neim in cdch isa gai 
ocus neim in caich ro Id 
neim in caich ailcedai. (RC V 203.) 
„Venom is this spear — and venomous he whose it is — 
Venomous whoever threw it — Venom for him whom it laid low." 

Truagh an tres. (TBC 3121.) 

Hierher gehört auch wahrscheinlich „Mór ind ahand". 
(RC XIV 422, § 40.) Vgl. noch focen bar tiachtu! (RC X 64.) 
fachen Labraid (Ir. T. I, 211), was sogar Imperativisch aufgefafst 
werden könnte. 

2. Diese Ausdrucksweise kommt in Schilderungen vor: 

sirderg a sella 

ógderg a fonnaid 

fordeirg a fortgea. (Ir. T. I, 263.) 

Fuit, fuid! 

Fuar inocht Mag lethon Luirc 

arda in snechta 'nas an sliab. (RC XI 130.) 

Melldag ree man, rofaith garb gam, gel each ros toirthecJt, sid 
subach samh. (Four Songs of Summer and Winter, S. 12.) 

cerb caill craib. (ibid. S. 11.) 

cain each caill o inn co dar, cáin each mag mdrmas. (ibid.) 

Die hier zuletzt zitierten Verse haben gewiís keinen so 
grofsen Affekt wie z. B. coscor illama anni-seo, jedoch setzt das 
ganze Gedicht ein lebendigeres Tempo und infolgedessen einen 
grüfseren Affekt voraus als die ganz äff ekt losen Schilderungen. 
(Siehe § 4.) 

(Vgl. noch RC. XIV 418, § 36. Cromm barr cn'wb 7 rel.) 



NOMINALSÄTZE UND NOMINALPßÄDIKATE IM IRISCHEN. 321 

3. Affektlos erscheinen diese Sätze als parenthetische, 
jedoch selbständige Bemerkungen: 

rosuidig ecailsi cethrochairi isind inut sin. Gin dib-side 
Ardd Llscon. LS 30. (vgl. lat. posuit ecclesias quadratas in 
illo loco. Una earum est Ardd Uiscon.) 

Bangaiscedach antra i-side. (Ir. T. Ill 2, 474.) 

Ogdiles didiu duchummin leth indorpiso indoim mdiiiniu. 
(Tir. 6, Thes. II 239.) 

Ba trian immorro de cuid an Dagdlma na tri mirenn sen. 
Mesai-de hlatli (sie leg.) an Bagdhce dinni sin. (RC XII 64.) 

Vgl. noch: In trath dolotar docluun itit sida gaeta fer dia 
muintir etarra ocus ni fes cia not geogna. Oircbel Eces ainm in 
fir gaeta ann. EC V 202. (Vgl. § 6 b.) 

Aingene ainm ind ftr ocus Bee n-Aingeni ainm na mna. 
RC X 224. (Vgl. § 6 b.) 

Explikativ: 

Trogan didiu ainm do thalam. (RC XI 442.) 

4. In Beschreibungen: 

Lotar iarom a ndís isan innsi. Mor a met 7 lethed 7 cona- 
catar faichthi . . . (RC IX 466.) 

Matan iarom an cethramudh lai rdthaigsit indsi moir n-aiU. 
Ganemdha a talum. (ibid. 464.) 

Tursie .i. proibkinnsi fuil innti. tir siéihtidhi isidhe 7 do 
Macumetus adhruid. (CZ I, 246.) 

Nairmeiu mJior immorro, tir forlethan isidhe. (ibid.) 

Hypotaktisch müisten diese Sätze als Attributivsätze 
fungieren. 

5. Gnomisch: 

Ferr each cless cotlud. (Ii\ T. I, 269.) 

Vgl. auch neuir.: 

Deireadh gach luinge báthadh 

Beireadh gach áithe losgadh 

Beireadh gach cuirme cáineadh 

Beireadh gach gdire osna. (Seanfhocla üladh Nr. 32 ) 



322 JOSEF BAÜDIS, 

Breitheamh mall Dia, 

Cha dtéarn Sé ariamli acht an choir, (ibid. Nr. 52 a.) 

Häufiger sind in solchen Fällen die Kopulasätze. 

6. Die unter 3 und 4 angeführten Sätze stehen den Appo- 
sitionen und den Flickversen schon sehr nahe. — Parenthetische 
Flickverse sind eigentlich parenthetische Exklamativsätze. — 
Als affektlose Appositionen sind die Sätze mit ainm häufig. 

«) Flickverse: 

lecht ind ahaic-sin star 

Mael, Blocc, Bluicne, borh a ciall (Metr. Dinds. 1 18.) 

„Westward from the grave of that dwarf are Mael, 
Bloc and Bluicne — foolish their wisdom!" 

Ce heith ós Banhai hrainig 

rig amrai, ard a medair . . . (ibid. 44) 

Vgl. auch: Bohhris Neimheadh — niamhdha a 
neart . . . (Keat. 178.) 

B.0 raid Michol, min a guth, 
fri Saul ... (SR 5985 — 5986.) 

ß) Appositionen mit ainm. Vgl. vor allem die unter 3 
angeführten Stellen aus RC V 202 und X 224. 

Rein appositional sind: 

Dodechaid senóir tairise leis o German fria imchomet 
7 fria thestus, Segetius a ainm y sacart o grdd (vgl. 
lat. Misit Germanus seniorem cum illo, hoc est, Se- 
gitium, ut testem ac comitem haberet). LS 1. 

Idcab Patrice adaltce n' and benignus aainm. (Tir. 
Arm. 17 a2. (Thes. II 238.) 

Bidet iarsin diachennadich aicme becc iclin catrige 
a ainmm. [Thes. II 240.]) 

Fil cathair oirdnidi innte. Baldasi a hainm. (CZ 
I 248.) 

Parataktisch durch 7 verbunden: Ata cathair becc 
and indiu 7 Brectain a hainm -sium du ita Epscop 
Lóairnn (vgl. lat. Hodie civitatula est quae dicitur 
M . . .). LS 51. 



NOMINALSÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 323 

7. Der Appositionalsatz di'iickt die begleitenden Umstände 
aus; er entspricht also dem Instr. der begleitenden Umstände 
oder dem Soziativ. 

Soziativ: dodecliaid do feis Ja liEirh ingin n-Geirg do Glind 
Geirg, tri choicait a lín. (Ir. T. Ill 2, 472.) 

Meistenteils wird der Appositionalsatz durch 7 angegliedert. 

Is amlaid tanic a doclium ociis Idn a da glac lais do Jomma- 
naib daracii. (Ir. T. I 295.) 

[Vgl. auch: Lasodain atrcgat anchinnidi Llad 7 5/«^ Jörn- 
nochta. (LU, Ir. T. H 2, 214.) 

Is turhaid e'm dam-sa . . . did dia fuasJiiCud-so)n 7 nie alacht. 
(Noinden Ulad.) 

Vgl. arateissed dochom Scathchai magen a m-bui oc forcetal 
a da mac .i. Guar 7 Cet ar in corad ich n-erred isind ihardoss 
mar i m-hoi si, 7 si foen and. (RC XI 448.) 

Ocus tocbaid si an mac i n-a liuclit iardain ociis timsaige 
fria he ocus si trom iarum. (RC V 199.) 

conacatar ha duine hui and, 7 se tuighthe findfutQi) giul 
a chuirp. (RC X 80.)^)] 

Einige von diesen Appositionalsätzen stehen ihrer Bedeutung 
nach den Bahuvrlhikompositis sehr nahe (das gilt von Ir. T. II 2, 247. 
I 195). 

7 b. Es gibt auch nominale Appositionalsätze. in denen nui' 
der Besitzer und sein Merkmal (Besitz) ausgedrückt T\'ird; auch 
diese Sätze drücken die begleitenden Umstände aus. So z. B. 
Tarmchemnigid remi .III. carpdech co hEmain JlacJta i tús lái. 
Aill hruitt hudi, Aill hruitt deirg. Aill hruitt úane . . . (RC. XIV 412, 
§ 23; vgl. I 6 und IV 3 b.) 

IV. Die Xominalsätze werden durch finale oder durch 
sonstige Bestimmungen (oder durch dativisches Objekt) 

erweitert. 

Das im Nominativ stehende Nomen ist an der Spitze des 
Satzes und dann folgen die (Adverbial)bestimmungen. Formell 
sind diese Sätze von den eingliedrigen nicht geschieden, da der 



1) Mittelir. ocus me, sé, siat ist an Stelle von air. osmé, ose, oté ge- 
treten (Thurneysen). 



324 JOSEF BAUDIS, 

Nominativ bald prädikativ, "bald thetisch fungieren kann. Wenn 
es sich um einen Prädikativnominativ handelt, so hat man es 
mit einem eingliedrigen Satze zu tun; liegt ein thetischer Nominativ 
vor, so kann man manchmal zweifeln, ob es sich um einen ein- 
gliedrigen oder um einen zweigliedrigen Satz handelt; aber in 
gewissen Fällen läfst sich kaum zweifeln, dafs hier ein wirkliches 
Prädikativverhältnis vorliegt, so z. B. fer hi lorcc so (RC X 216), 
und so bin ich geneigt, solche Sätze für zweigliedrig zu halten. *) 
Formell aber sind alle diese Sätze gleich und deshalb will ich in 
diesen Fällen auf die Scheidung der gegliederten und ungegliederten 
Sätze verzichten. 

Diese Sätze fungieren: 

1. Als Exklamativsätze (eingliedrig prädikativ): Fir dóib. 
(RC XIII, S. 90.) 

«) Sirsan dúib dm. (RC XIH 387.) 

Zweigliedrig: 

fer hi lorcc so. (RC X 216.) 
Fiannamail-seo chucunni. (Ir. T. III 2, 500.) 

ß) Hierher gehören auch Exklamativsätze, die dem idg. 
(Verbal) typus : mihi] mens (est) patery) entsprechen. 
Diese nichtverbalen Ausdrücke kommen als Exklamativ- 
sätze vor, manchmal ist die Exklamation ein Willens- 
ausdruck; nicht selten ist es aber schwer zu bestimmen, 
ob eine blofse Exklamation oder eine Willensäufserung 
vorliegt, 

Exklamativ: 

Mairg duitsiu! domenma ra rigi nHcrenn masa rem 
súlib-se gehes ecla tu. (RC XIII 82.) 

Mit geringerem Affekt: 

Fdge lach n-Erend nnim-se dait . . . acht co n-deryia 
mo chomarli-sea. (Je te ferai obtenir la primauté 
parmi las guerriers d'Irlande . . .) Ir. T. I 256. 

*) Eigentlich würde mau da die prädikative Adverbialbestimmung an 
der Spitze des Satzes erwarten. In Kopnlasätzen folgt sie gleich nach der 
Kopula: bad hothoil infogtiatn (Wb. 22 d 5), pad india indfailte (23dl9), 
isúaib fesin achenél (27 d 6). 

2) Hier handelt es sich freilich um keine Adverbialbestimmung, sondern 
um eiu dativisches Objekt. 



NOMINALSÄTZE UND NOMINA LPßADIKATE IM IRISCHEN. OZO 

rigi lach n-Erenn duit ocus in curadmir ceii chosuam, 
(Ir. T. I 294), wo ein sehr starker Affekt vorliegt, dafs 
man sogar an einen AVillensausdruck denken könnte. 

Imperativisch : 

In fer Uait dam-sa ... no has fort béolu. (RC 

XIII 379.) Der zweite Satz ist ebenso wie Ir. T. I 29-4 

zu beurteilen. 

Eolas dam. . . . (Ir. T. III 2, 502.) 

ordan y taced dait. (ibid. 518.) 

In craeb dam-sa I (Ii\ T. HI 1, 194.) 

Mallacht da cliind! (KC XIH 82.) 

Mallacht forf heölu, a droch-hen! (ibid. 383.) 

Buaid n-gaile immorro ocus gaiscid don mac rodnibí! 

(ibid. 395.) 

3Io thri indrosc dam-sa! (RC XI 450.) 

/) Imperativisch sind auch Sätze, wo das erweiternde Glied 
eine wirkliche Adverbialbestimmung ist: 

Anmain a n-anmain. (RC XI 450. Ir. T. II 2, 227.) 
Ä Aeddn . . . gai i m-Mael Fothartaig ! (RC 
XIII 385.) 

In allen diesen Imperativischen Sätzen wird das 
Ziel des Willens ausgedrückt. In einem Verbalsatz 
müfste dieses Ziel bei aktivischer Darstellung der 
Tatverba (vgl. Finck, KZ XLI 225 ff.) als Objektkasus, 
bei der Darstellung der Empfindungs verba als Subjekt- 
kasus erscheinen. Den dem Typus jnihi est pater ent- 
sprechenden Xominalsätzeu liegt die letzte Auffassung 
zugrunde. 

2. Ajfektlos kommen unsere Sätze in Schilderungen vor: 
a) Entweder handelt es sich hier um eine Gesamtvorstellung 
eines Phänomens, an die sich eine Ortsbestimmung an- 
gliedert : 

Fogahat isin treslo iarsin insi ?i-aili y múr or da 
itnpe 7 Icir gel amal chluim. (RC X 50.) 

CO fuaratar indsi moir n-aird y teach mor indti i 
traigh an mara, / dorus asan tig hi maigreidh na 



326 JOSEF BAUDIS, 

hinnsi, y dorus n-aill isan miiir, y comla lecdha frisin 
dorus n-isin. (ibid. IX 468.) 

Foccrd Cormac a magli mor a cennr. Dun mor ar 
lar in maigJii. Sonnach crcdhumce uime. Teag findairgid 
isin dun y se letJUuighthi do eitih en find. (Ir. T. Ill 1, 
S. 195.) 

Tiagait Ulaid iarom isin dun ocus dolleicther arrigtech 
dóih amal dorimtlicr A. seclit ciiarda and ocus secht n-im- 
dada o tliein co fraig. Airinich crcduma ocus aurscartud 
dergibair. Tri stéill chréduma i taulaich in taige. Tech 
daracli co tugi slinned. Di senistir dec and co comla- 
thaib glainidib friu. Imdiii Ailella ocus Medba immedon 
in tige. 7 rel. (Ir. T. I 281.) 

b) Soil eine Person beschrieben werden, so wird zuerst das 
Merkmal (Kleidungsstück, Waffe u. ähnl.) angegeben 
und dieses Merkmal wird lokal und ähnlich näher 
bestimmt. Manchmal werden auf diese Weise begleitende 
Umstände angegeben. 

Bean derg hissin cJiarpat 7 bratt derg itnpi ocus di 
brai dergai le, ocus a brat der di fert in char pu it star 
co sliged lar ina diaid ocus fer mor hi comuir in cliarpuit. 
(Ir. T. TI 2, 242.) 

Conaca in t-cenoclach forosta findliath adochum. Brat 
corcra corrtharach uime. Leni esnadach orsndith hi custal 
a chnis. Da mcel-asa finddruine etir a throigthibh y 
ialmhain. Cro'bh airgid co tri hublaib oir fria ais. (Ir. T. 
III 1, 193.) 

Ba derscaigthech tra ecosc Cormaic isin dail sin. 
Monglectlia fochassa forordha fair... 7 rel.') (Ir. T. 
III 1, 186.) 

Vgl. weiter: Ir. T. III 2, 462. EC XE 60, § 16. 

Ähnlich auch: 

Atcliched daul esba isin tech, Cridenbel a ai)im, 
a beolos di suide asa bruindie. (KC XII 64.) 



^) Vgl. noch: Atraachtatar Lagin assa cUabaib amal biiinne dilend 
do aillib, i ii-imdornaib a claideb, i ciislaigib a sciath . . . (RC XIII 90), wo 
die Adverbialbestimmung an der Spitze des Satzes steht. 



NOMINALSÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 327 

is Cuculaind mo cJiéle ni cú dies 

crithir fola for a crund 

cohur fola for a clcediub. (Ir. T. I 263.) 

Cdin forondar a chorp hi crú 

créchta ina chain cms 

alia ina thóeb liss. . . . (ibid.) 

Yg\. auch: Baiir morai a gluine. A sala reme, 
a traigthi ina diaid. (RC XI 444.) 

So auch bei der Angabe der Gröfse: Lasodain gepie 
Munrcmar a n m-hial a laim an hachlaig. Secht iraighid 
iaram etir di aul in hiela. (RC. XIV 452.) 

Begleitende Umstände gibt auch RC XIII 393 an: 
Dóilene \ acum-sa forroigene \ a cend fo choini 
cäich ar üair | oc cungid neich na fogebe. Vgl. noch 
RC XIV 450. Cep inda laim cU, 7 rel. 

Manchmal hat dieser appositioneile Satz die Funktion 
des soziativen Instrumentals: Luid iarom Conchohar, 
tri choicait laech impu sin. (Ir. T. III 2, 474.) 

Vgl. auch: Eirg-siu . . . tri coicait Fomorach cucu y 
bid latt coscur. (ibid. 472.) 

Manchmal wird der die begleitenden Umstände aus- 
drückende Appositionalsatz durch 7 angegliedert. 

Dothcet in goba andsaide assain cherdchai, 7 bruth 
romor isin tenchoir inna laim . . . (RC X, 52.) 

La sodain atchiat banscdil asin dim ... 7 cilornd 
inna Idim. (RC IX 488.) 

ecus forathmenadar a foram clis ecus a claideb nocht 
úasa mulluch. (Ir. T. I 298.) 

Is ann sin do dechaid araile moethoclach, Nesan a 
ainm 7 moltdn for a muin do Patraic. (LS 55.) 

Rofuided dano in drúi isa leith n-ür 7 casal Patraic 
imbi. (ib. 11.) 

Luid side fesin dia fiiine 7 a cranda ina laim cli, 
in laim aile occ impódh na muice. (RC XIV 246, laim 
für Idm.) 

Intan ticeadh dorisi 7 omna aili leis . . . (Ir. T. 
ni 1, 195.) 



328 JOSEF BAUDIS, 

Fedd n-ann didiu luid 31edb Cruachan don tipraitt 
iar folccud y ßnnlestur humu inallaim d'innmutt ass. 
(Ir. T. Ill 1, 241.) 

dothaet istech darna sluagaib 7 a clilaidtb fritJmocht 
Ms. (EC XIV 424.) 

Ocus roliadnaclit con armgaisciud isin chlud imech- 
track rigratha hi Temraig he 7 aiged fades for Laigniu . . . 
(LS 22.) 

Tairnid fo thri in m-hial for a munel ocus a cid 
rempi. (Ir. T. I 294.) 

omna aili, aiged, finnlestar humu beweisen, dafs 
das Nomen hier im Nominativ steht. 

c) Endlich gehören hierher Ausdrücke mit le: 

Cricha na Fersida, immorro, don teinid adrait. Cr ich 
forlethan isidhe cu n-ocht righuih fiiirri. eich amhra 
le, da cét punt for each n-eoch. (CZ I 250.) 

tir sUihtidhi isidhe, 7 do Macumetus adhruid. Eich 
antra leo 7 imat sida. (ib. 246.) 

Fo mhamus Magnus fuil si. Iniid cathrach 7 maine 
leo. Ba chathair oirdnidi le . . . (ib.) 

d) In Erzählungen oder bei Schilderung einer Szene: 
Briccriu dano ocus a rigan ina griandn. (Ir. T. I 259.) 
„Bricriu était toujours avec la reine sa femme dans sa 
chambre haute" (Thema). — Als Fortsetzung der Er- 
zählung: 

Luid as iar sin co Cuillind Cuanach co tech Lochain 
flaithgobann. Ingin rocaem laiside .i. Cruithne a hainm. 
(RC V 200.) 

Ogdiles didiu duchummin leth indorpiso indoim in- 
duiniu conriccatar aseuit frie. Tir. 6. (Arm. 17 b 1. Thes. 
II 239.) 

Bei der Angabe der Situation: 

NÍ segda ar cor . . . amser chomperta damsa inso. 
(RC IX 454.) 

'Mellach lium' ol-sme 'al-leath teit m' imchaisse forsan 
muir.' (RC X 84.) 



NOMINALSATZE UND NOMINALPKÄDIKATE IM IRISCHEN. 329 

Das Adverb kann die verbale Bedeutung- haben: 
Dogniter a fosaic can rathugud. Fotracud forsin 

clctrudh cen tincur o dliime, acht na clocha ind 7 ass. 

(Ir. T. III 1, 195.) 

Vgl. dazu as amlaid docuaid asin tigli 7 srethach 

na fola asan medea. (RC XIV 452.) >) 

Eine unpersönliche Ausdrucks weise kommt in 
solchen Fällen wie Ir. T. I 254 vor : 

Bliadain lan do oc tinól na flede. 

[Vgl. noch : Doróne Dia firt trédai a(r) Patraic isin 
maigin sin A. in topur uisci asin talmain 7 a roisc don 
mac dall 7 airlegend do iiird na haisti cen aitJine a litri 
cósin. (LS 44.)] 

C. 

I. Der Nominalsatz wird an den Verbalsatz angegliedert. 

Der Nominalsatz behauptet seine Selbständigkeit und wird 
mittelst 7 angegliedert. Das gilt vor allem von den Nominal- 
sätzen, die die begleitenden Umstände ausdrücken. Diese Ver- 
knüpfung mittelst 7 erinnert an das böhmische an „et is": videl 
jsem ho, an stcU phd domem „ich sah ihn, als (wie) er vor dem 
Haus stand". Vgl. ir.: ca inganta ni . . . anas an fairrce cein egreadh 
7 egreadh ar gach usci ele? (RC XIV 36.) 

[Im Mittelir. sind Konstruktionen wie ocus mc etc. sehr häufig, 
jedoch diese Konstruktionen sind an Stelle von air. os me etc. 
getreten: conacatar ha duine hui and, 7 se tuighthe ßndfut(h) 
giul ... (RC X 80.) 

Is turhaid ém dam-sa . . . dul dia fitaslucud som 7 me 
alacht. (Noinden Ulad. LL.) 

arateissed dochom Scathchai magen a m-hui oc forcetal a 
da mac .%. Guar 7 Get ar in corad ich n-erred isind ihardoss mor 
i m-boi si, 7 si foen and. (RC. XI 448.) 



^) Das Ir. bedient sich anstatt der nomina agentis einer j)räpositioualen 
Konstruktion der entsprechenden nomina actiom's. Eine solche Konstruktion 
kann auch in einem nichtverbaleu Satze vorkommen: Cid dai, a ben? . . . 
Ingen Echdach oc báig mo marbtha frim. (RC XIII 377.) 

Atchiat insi oile (sie !) dano for óenchois .i. cbnchos oca fulcmg. (EC X 62.) 



330 JOSEF BAUDIS, 

Ociis tocbaid si an mac i n-a lincht iardain oats timsaige 
fria lie ocus si irom iantm. (RC V 199.) 

Lasodain atrcgat anchinnidi TJlad y siat lomnochta. (Ir. T. 

II 2, 214.) 

air doro Pirr clmgut ocus se croda fuilidi . . . (CZ II 448.) 
7ii coir damsa a tadhall ocus me crodha fuilidi ar marhad 

daine. (ibid.)] 

La sodain atchiat hanscdil asin dun ... 7 cilornd inna 
Idim. (RC IX 488.) 

Dothcet in goha andsaide assain clierdchai y hrutJi romor 
isin tenchoir inna laim. (RC X 52.) 

Tairnid fo iliri in m-hial for a munel ocus a cid rempi. 
(Ir. T. I 294.) 

Ocus rohadnacht con armgasciud isin clilud imeclitrach rig- 
ratha hi Temraig he y a aiged fades for Laigniu. (LS 22.) 

dothaet istech darna sluagaih y a chlaideh frithnocht leis. 
(RC XIV 424 § 45.) 

Fecht n-ann didiu luid Medb Cruachan don tipraitt iar folccud 
7 fnnlestur humu inallaim d'innmut ass. (Ir. T. Ill 1, 241.) 

Intan ticeadh dorisi y omna aili leis . . . (Ir. T. Ill 1, 195.) 
Eof aided dano in drúi isa leith n-iir y casal Patraic inibi. 
(LS 11.) 

Is ann sin do dechaid araile moethoclach, Nesan a ainni, y 
moltdn for a muin do Patraic. (LS 55.) 

actis forathmenadar a foram clis, ocus a claideh nocht I'lasa 
midluch. (Ir. T. I 292.) 

Luid side fesin dia fuine y a cranda ina laim cli, in laim aile 
occ impódh na muice. (RC XIV 246.) 

as amlaid docuaid asin Ugh y sreihach na fola assan medea. 
(RC XIV 452.)') 

\{T%)ceadh dano tonn ruadh ramhor tairis y si for {lá)sadh. 
(RC XIV S. 50, § 61.) 

CO nu-s-fuarutar na fru noemu a n-idlind na liuama, ocus 
iat i n-a siiide. (PH 1083—1084.) 



1) Siehe S. 323 If. 



NOMINALSÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 331 

Tarfas doib inis lan do dainihh, y siat ag gul . . . (RC 
XIV 52 § 64.)] 

Tarfas doib iarsin araili inis y aonchos fuitlie. (RC XIV 
44, 49.) 



IL Die Nominalprädikation wird zum Glied des Verbal- 
satzes. 

Die nominale Prädikation wird zu dem Nebenprädikat 
eines Satzgliedes und so entsteht das Prädikativattribut (Komple- 
ment). Wie sich dieses Nebenprädikat zu den unter C V an- 
geführten Konstruktionen verhält, belehrt die folgende Stelle: 
Lasodain coteirget a triur lomnachta (Ir. T. II 2, 211); dieser 
Stelle entspricht in LU die Konstruktion mit 7: Lasodain atrégat 
anchinnidi TJlad 7 siad lomnochta (ibid. 214). Die beiden Stellen 
stellen uns zwei verschiedene Entwickelungsstadien der nominalen 
Äufserungen vor. Beispiele des Prädikativattributs: 

Auf das Subjekt bezieht sich: 

CO torchair leis marh cen anmain. (Ir. T. HI 2, 494.) 

DoroicJii-siii imsldn a ri. (ibid. 474.) 

Aufs Objekt bezieht sich: indfoisitiu ingiun imfolngi induine 
sldn Wb. 4d33. Dohert in cú cairig sltin araharach cosin maigin 
cetna. (LS 47.) co r-chuir-sium na mairb beoa as stias. (PH 36.) 
is i suidiu roordne Ailbi nasalacart (LS 23.) 

Dafs das Nebenprädikat einigermafsen selbständig ist, 
beweist der Umstand, dafs es mit seinem Regens in keinem 
Satzzusammenhange (Sandhi) steht. 

III.DasNominalprädikatund die Adverbialbestimmungen. 

Anstatt des Komplements kann auch nach dem Verbum 
esse ein adverbialer Ausdruck auftreten :i) so z. B.batar cutoirsech 
(RC XIV 42, § 46.) Vgl. auch hatar sei mór oc imriim cen biadh 
CO gortach . . . (RC IX 468.) Und weiter dohhi se go hrónach. Sechrán 
na Banimpire (MS vor dem Jahre 1696) Z. 608. (Ériu V.) 

Hierher gehört auch tá sé 'n-a rígli, da das 'na righ ein 
prädikativer Adverbialausdruck ist. 



1) Vgl. OMäille, Eriu VI 50 ff. 



332 JOSEF BAUDLS. 

Will man diese Phrase erklären, so mufs man sich das 
Verhältnis des Yerbi esse zu der Kopula klarmachen. Dafs 
das Verbum esse seiner Bedeutung nach etwas anderes als die 
Kopula ist, haben wir schon im Abschnitt A gesehen. Die Kopula 
ist zwar immer unbetont, das soll aber nicht heifsen, dafs das 
Verbum esse immer der Träger des Satz(ikzents sein mufs, das 
Verbum esse drückt nämlich nur unter Umständen die Haupt- 
aussage aus, manchmal aber kann ein anderes Satzglied die 
Hauptaussage enthalten. So ist auch im deutschen er Icommt 
erhitzt gewöhnlich das erhitzt das Novum und hat infolgedessen 
den Satzakzent. Der Unterschied zwischen dem Verbum esse 
und der Kopula ist vielmehr folgender: die Kopula ist nur ein 
Prädizierungszeichen und die Kopulasätze sind ihrer Natur und 
Wortfolge nach Nominalsätze. Dagegen ist das Verbum esse ein 
wirkliches Verbum, es bildet Verbalsätze (die durch ihre Wort- 
folge charakterisiert sind). Es ist auch zu bemerken, dafs einem 
solchen Satz mit dem Verbum esse auf dem nominalen Gebiete 
nur ein thetischer Satz entsprechen kann. 

Die Bedeutung der in Rede stehenden Phrase definiert 
Stewart (Gaelic Grrammar ^, S. 127) folgenderweise: „This use of 
the preposition ann in conjunction with a possessive Pronoun is 
nearly akin to that of the Hebrew h (for), in such expressions 
as these: 'He hath made me (for) a father to Pharaoh, and (for) 
lord of all this house' ..." 

Belegt ist diese Konstruktion schon in LU: Is amlaid iarom 
ata in rigsudi sin inna chathair chumtachta. (Ir. T. I 174.) 

LL: rabui Finnachta 'na rigdomna y Adomnán 'na foglain- 
tid oac. (EG XIII 112.) 

Vgl. auch: * m-bói Mani ina chróligi fola y ina chropartaig. 
(Ir. T. III 2, 494.) 

Lc: hiad-sa im escaing. (Ir. T. II 2, 246.) 

hiat-sa am samaisce find. (ibid. 247.) 

(Book of Fermoy: do hi blíadhain ^na rígh. Voyage of Bran 
I 59.) LBr. siehe Atkinson, Glossary S. 896, col. b. 

Aufserdem kommt sonst in -\- Possess, als eine Abverbial- 
bestimmung der Art und ^^'eise vor, also auch nach anderen 
Verbis als „esse". Ibid . . . ina óendig . . . (Ir. T. I 285. LU.) 

Teilgis 3Iani rout n-úr chair co feirg y lonnns co m-bói ina 
chrois tri Chonchohar. (LL, Ir. T. Ill 2, 494.) 



NOMINALSÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 333 

Vgl. auch: Teid i Conachtaib iar sin ocus fageib Crmall 
i n-a senoir . . . (RC V 201.) 

CO teigJidis tre corpaibh na n-dahie fa neasa doib ana saighdib 
sithneimneacha . . . (Cath Finiitrága Z. 581.) 

Co n-acca in tan sin in cafhraig 'na haenchorrthair. (CZ II 444.) 

do lig ana tJiorainn tinneasnach treasan cath. (Cath Finn- 
trága 773.) 

docJionnairc . . . féHheach lúth a eliuirp uile ina gcairrgibh 
criiaidhremhra. (Sechrán Banimpire Z. 300.) 

Alle diese Beispiele beweisen, dafs i n-a righ schon mittel- 
irisch eine adverbiale Funktion (der Art und Weise; es ent- 
spricht dem Instrumentalis der begleitenden Umstände)^) hatte. 
Td sé 'na righ ist also eine Verbindung des Verbi esse mit einer 
Adverbialbestimmung. Verblos müfste ein solcher Satz zu B IV 
gehören, dies ist der Fall bei : Dobretha dno na trénfí^roi a foghnani 
dou .i. Oghmm fou cualce connaidh y an Daghdo 'na rathbuige. 
(RC XII 64.) 

Pedersen (CZ II 380 und KGr. II 75) hält i na righ für 
eine Umbildung des alten Appositionalkasus, des präpositionslosen 
Instrumentals (so wäre an Stelle des älteren far n-ültaib ein i 
far n-Ultaib getreten), dieser Appositionalkasus sei im Neuir. zu 
einem Prädikatskasus geworden und so sei td sé 'n-a righ ent- 
standen. Nun mufs man aber konstatieren, dafs i na righ schon 
mittelirisch zweifellos als Prädikatskasus 2) fungiert. 

Angesichts dieser Tatsache kann man ina righ kaum für 
einen Appositionalkasus erklären, und so bleiben nur zwei Mög- 
lichkeiten übrig: entweder ist i far nültaib nach td sé 'na righ 
(aus far nVltaib) umgebildet worden, oder man mufs den Appo- 
sitionalkasus (Instrum.) ebenso erklären wie ina righ (übrigens 
mufs auch Pedersen das Eindringen des i" in den Appositional- 
kasus aus solchen Fällen erklären, wo ina zum Prädikat gehört). 

Meines Erachtens mufs man zwei Tatsachen beachten: 

1. dafs ina als Adverbialbestimmung der Art und Weise 
fungiert und dafs es einen Zustand bezeichnet, 



^) Schon Windisch (Wörterbuch S. 608) sieht darin eine „Bezeichnung 
des Zustands". 

"^) Wenn daher Pedersen in ina in Wb. 24:b21 die ursprüngliche Be- 
deutung des i« sehen will, so bleiben noch die mittelir. Beispiele übrig. 

Zeitschrift f. celt. I'ilologie IX. 22 



334 JOSEF B AUDIS, 

2. dafs der appositionale Instrumental wie thusu th'óemir 
aus einer ähnlichen Funktion des Instrumentals („Art und Weise, 
wie etwas geschieht", Pedersen KGr. II, S. 74 f.) zu erklären 
ist. — War nun die Bedeutung der beiden Formationen ähnlich, 
so konnte leicht der alte Instrumentalis durch das ina . . . ver- 
drängt werden. 

Die Konstruktion mit i na ist wahrscheinlich folgender- 
weise entstanden: sie bezeichnete den Zustand, in dem etivas 
geschieht. Dafs aus dieser Bedeutung des i" jene Ausdrucks- 
weise entstanden ist, das beweisen namentlich folgende Tatsachen: 
durch ina + Nomen actiouis wird manchmal eine Konstruktion 
gebildet, die den Partizipialkonstruktionen der anderen Sprachen 
entspricht: ro bói ina lenmain (Ir. T. III 2, 494); atdt inna tost 
(RC X 52, vgl. 74); go rahdi . . . inna sessam (vgl. Gl. zu Hy. 5iy). 
Ähnlich bedeutet es einen Zustand in: dianatairsed ina hethaid 
(Ir. T. III 2, 508, vgl. 236. I 295). 

Es existierte also 

lige = ina lige = im Zustande des Liegens 
lethu = ina hethaid = im Zustande des Lebens (lebend), 

infolgedessen wurde auch ina rig als „im Zustande des Königs", 
d. h. „als König" empfunden. Nun war dieser Ausdruck seiner 
Natur nach eine Adverbialbestimmung, er stand also dem appo- 
sitionalen Instrumental sehr nahe, und so verdrängte er im 
Mittelirischen den appositionalen Instrumental. (Die Ursache war 
wohl dieselbe, die den alten Ablativ Komparationis durch indá 
ersetzt hatte.) 

Anmerkung. Das air. t« hat eine ähnliche Bedeutungssphäre wie das 
gr. ariL avtL fungiert 1. im Prädikat. aviL roL eiix' Ixerao. (II. 21, 75); 
2. anstatt des Ablativs Kompar. [xd'Qov' ooxig ávzt xfig avxov nargag (pllov 
voiJi'i'C,ei. (Soph. Ant. 182, vgl. ir. indds); 3. „für" o(pd^a?./iidv avtl ó(f&a?.ftov vgl. 
ir. ann geba an Cohndhe aithrige uann isna tnorolcuibh dorovsam? (KC XIV 32.) 
tighi do dhenuDih isna ceallaib roloiscsibar. ibid. 36. (Vgl. auch S. 48, § 57.) 
iinnster dö a mac do marbad i Laignib 'na mignimaib fen and. (RC XIII 62, 
§ 57). CO mbo tnarb de foclietöir in-osnaid Moiling, (ibid. 104, § 136.) Vgl. 
auch: fiche lilgach úaimse 'nn n-ic-sain. (ibid. 82, § 86.) 

Das Possessivpronomen in unserer Konstruktion beweist, 
dafs es sich um eine synthetische Ausdrucksweise handelt, d. h. 
die Personalbeziehung wird hier attributiv aufgefafst. Etwas 
ähnliches existiert auch im Lat: quo dicto factoue rursum exutis 
pinnulis Ulis ad nieiini redibo Ldicium? (Apul. Metamorph. III 23). 



NOMINALSÄTZE UND NOMINALPRÄDIKATE IM IRISCHEN. 335 

Für das Irische niüsseu wir von solchen Ausdrücken ausgehen 
wie ina lige und dann yon solchen wie imchuimring „in captivitate 
mea". wo die Personalbeziehung nur durch Possessivpronomen 
bezeichnet werden kann. Da nun i na righ vermutlich unter dem 
Einflüsse von Ausdrücken wie i na lige entstanden ist, so konnte 
auch hier nur das Possessivpronomen stehen. Ebenso mufs auch 
das Possessivum bei dem appositionalen Instrumental erklärt 
werden. Auch diese Konstruktion ist ein Adverbialausdruck, 
dessen Mittelpunkt ein Substantiv ist; soll nun dieses Substan- 
tivum irgendwie bestimmt werden, so kann dies nur durch eine 
Adnominalbestimmung, also in unserem Fall durch ein Possessivum, 
geschehen. 

Prag. Josef Baudis. 



Nachträge: Zu B siehe Meillet, MSLXIVlf. Pedersen, 
KZ XXXV 359. Vendryes RC XXVIII 346 ff. Gramm. Irl. 320 ff. 

Zu B III vgl. auch in Antworten Cdilte . . . misi Ir. T. IV 1, 3. 

Zu CII vgl. Ó Máille, Ériu IV 80 f. 

Zu S. 331 ff. vgl. Ó Máille, ibid. 88ft\ — Da der Autor 
dieser vortrefflichen Arbeit, Herr Prof. Thomas Máille, diese 
Arbeit gelesen und die Richtigkeit meiner Meinung anerkannt 
hat, so glaube ich jeder Auseinandersetzung mit ihm enthoben 
zu sein. — Über die Bedeutung i" 'as, for' siehe ibid. S. 89ff., 
namentlich 99. 



NACHTRÄGE ZUR SAGE VON CUROI 

(oben S. 189 ff.) 



Als Zeugnis für die CuEoi-Sage im 9. Jahrhundert läfst 
sich noch das Gedicht von Flannacdn mac Cellaich ri Breg an- 
führen, der 896 gestorben ist. Er berührt CuRoi's Tod in dem 
Vers YBL 125 a 29: 

Diangoet(h) CiiRoi sa gliaid. dianaig echt troga triair^). 

S. 192 § 11 möchte ich jetzt eher lesen: atn-eth dano. ind 
adaig sin lotar Ulid, die packte ihn nun. In dieser Nacht kamen 
die Ulter' . . . 

Zu S. 199. Ich hätte den Wortlaut der Verse in Dinds. I, 
an dem Dinds. II keinen Anstofs genommen hat, auch nicht be- 
anstanden sollen. Eo'ort Blathnnt ingen Mind orgain ossär cet 
i ngliud: heilst „Blathnat mordete ein Morden, ein Lager für 
Hunderte im Tal'*. Ossär scheint dasselbe zu bedeuten wie essar 
und cossa{i}r; vgl. osair Buile Suibhne (ed. O'Keeffe) p. 80; osar- 
leabaidh ZCP 8, 550. 

Zu S. 213. Hier war zu erwähnen, dafs beide Sagenlisten 
(LL 190 u. Anecd. II 45) einen verlorenen Text betiteln: Aitlied 
BlatJmaide ingine Piiill-) male Fidaig Ja CoinCnlaind. Diesen 
Namen von Blathnat's Vater hat also der Verfasser der Einl. 
einer dieser Listen entnehmen können. Denkbar ist freilich auch, 
dafs er noch direkt jene verlorene Version der Sage gekannt 
hat, und dafs aus ihr die Bestandteile stammen, die er nicht aus 
Dinds. I und Brinna geschöpft haben kann (8.2131). 

Zu S. 230. Der Tod von Fiania(i)n mac Foroí bei Dim 
Binne war sicherlich in dem verlorenen Text erzählt, den Liste B 
Orgain Duine Binne, Liste A lorhais Duin Binne nennt. 

Zu S. 231f. Ein Genealoge (BB 170b 17 ff.) hat CuEoi 
benutzt, um dem Stamm Dal Fiatach, den er für keine „wahren" 
Ulaid hält, einen Stammvater zu gebend). 



*) Vgl. O'Curry, Manners und Customs II 97. 

') Nur Harl. liest ÍI//)í>í. 

3) Vgl. J. Mac Nein, Early Irish Population-Groups S. lUff. 

Bonn. R. Thurneysen. 



zu ULTANS HYMNUS. 



In der 10. Zeile dieses Gedichtes (Thes. II 326) wird St. Brigit 
.,in tlaclit ÓS ligaih" genannt. Die Herausgeber des Thesaurus 
haben offenbar die schwierige Stelle nicht verstanden und sie 
daher unübersetzt gelassen. Wir haben hier ein ziemlich seltenes 
Idiom vor uns. Die wörtliche Übersetzung würde lauten: ..das 
Gewand über den Farben (Schönheiten)". Über die Bedeutung 
von ligaih kann kein Zweifel bestehen. Wir haben hier den 
dat. pl. des bekannten Substantivs ?^ ..Farbe, Glanz, Schönheit" 
vor uns (vgl. gall. Llvius, lat. llvor); das g beruht nach Pedersens 
(Vgl. Gramm. I 62) ansprechender Vermutung auf einer Analogie- 
bildung zu yi „König". Dafs diele Analogiebildung aber schon 
altirisch (und nicht, wie Pedersen meint, erst mittelirisch) ist, 
wird durch Eeime, wie didnad: ligach oder milacli: ligacli (Fei. 
Oeng. 18. April, 21. Juni) und andere metrische Zeugnisse genug- 
sam bewiesen. Dafs meine Auffassung von Ugaib richtig ist, 
geht auch aus der Glosse der Hs. T. hervor, die ós ligaih mit uaso- 
craitib (leg. iias sochraWiib) glossiert. Allerdings trägt das zur 
Aufhellung des Idioms wenig bei, da úas sochraithib nicht viel 
verständlicher scheint, als ós Ugaib. Die Übersetzung im Thesaurus 
„over beautiful ones" ist zwar wortgetreu, aber sinnlos. Die 
Herausgeber scheinen zwar die Stelle so aufzufassen, als ob Brigit 
als „Hülle der Schönheit" bezeichnet würde aber der irische 
Sprachgebrauch würde in diesem Falle die Präposition Í7nm (und 
nicht ÓS, tias) erfordern. 

Den Schlüssel zur richtigen Deutung des Idioms bietet uns 
dagegen die Glosse der Hs. F. Hier heilst es: is etacli doroisce 
each n-etach sochraid hi „she is a garment that surpasses every 
beautiful garment". Die Interpretation des Glossators ist voll- 
kommen korrekt, wie wir gleich sehen werden. 



338 JULIUS POKORNY, ZU ULTANS HYMNUS. 

Die Präposition ós, úas, die hier mit doroisce „übertrifft" 
glossiert wird, erscheint oft in der Bedeutung „hervorragend 
über . . ., übertreffend, beherrschend", z. B. Cethri bliad naCrim- 
thaind Chaiss ósind AJE'rmíí ... (LL 129 a) „vier Jahre (dauerte) 
Crimthann des Gelockten Herrschaft über Irland", oder Issu 
úas tuinn tuüi „Jesus, der über die Woge des Meeres gebietet" 
(Fei. Oeng. Prol. 250; die Übersetzung „Jesus over a wave of 
flood" ist natürlich sinnlos.) 

Der Ausdruck tlacM ós ligaib wird sofort verständlich, 
wenn wir uns nach tlaclit etwa co U ergänzen. Die Vorliebe 
der irischen Dichter für knappe Diktion, die vieles nur erraten 
läfst (vgl. Verf., Rev. Celt. 33, S. 60) ist ja bekannt, und mit wört- 
lichem Übersetzen allein kommt man dabei nicht weit. In tlacht 
CO U ÓS ligaib heilst deutlich: „das Gewand von einer Schönheit, 
die alle Schönheiten überragt", also kurz „allerschönstes Gewand". 
ÓS ligaib steht somit für co U ós ligaib und wird am besten mit 
dem emphatischen Superlativ wiedergegeben. 

Ein gutes Beispiel für den superlativischen Gebrauch von 
ÓS, üas findet sich auch im Félire Oengusso vom 30. August, wo 
es von St. Agapa heilst: Agappa . . . adretli büaid ilas büadaib: 
„Agapa . , . welche die höchste Belohnung erlangte". Dasselbe 
könnte man auch kürzer ausdrücken: Ägappa üas búadaib. 

In gewöhnlicher altirischer Prosa würde für „m tlacht ós 
ligaih: in tlacht ligdu ligaih oder in tlacht co U ós ligaib stehen. 

Die gleiche Konstruktion findet sich in Máel ísu's Gedicht 
über die Magi (Rev. Celt. 8, S. 348): fer odor broit cor era . . . 
üas each cmmraid „ein brauner Mann im herrlichsten Parpur- 
mantel". (Stokes läfst die Stelle unübersetzt.) Der Sinn würde 
nicht im geringsten geändert werden, wenn für each cwmraid: 
ligraid oder ligaib stünde. 

Wien. Julius Pokorny. 



IMMACALLAM IN DRUAD BRAIN OCUS INNA 
BANFÁITHO FEBUIL. 



In dem Sammelkodex H. 4. 2 der Bibliothek von Trinit}- 
College befindet sich aulser den von Thurueysen, „Zu irischen 
Handschriften" S. 31 und 53 erwähnten Stücken auch noch eine 
leider unvollständige Kopie von Imram Brain aus dem Cin Dromma 
Snechta^). Dieselbe beg-innt auf fol. 50 b. Unmittelbar vorher 
gehen die hier abgedruckten Verse, die fol. 50a auf das Ende 
des Forfess Fer Falgae folgen und mit den AVorten asin I. c. 
nice, d, h, wohl asin libtir cliétna Jiic, eingeleitet werden. Ich 
nehme an, dafs das erste Gedicht von dem Druiden Brans, das 
zweite, wie die Handschrift angibt, von der Seherin Febals 
gesprochen wird. 

1. Im bu mese. im bu me nad fessed a aircdiue, 

ni basi2) fer fesso bic co maidm fö;m and imbiric. 

2. A nubimmis i [njdiin Brain ic ö[u]l isinn üargaim, 
fladum nenaisc triunu dia luig mo fius^) co ardniub/. 

3. Rosaig mo fius tiprait glan h[i] fil sais cui'i cét mban, 
seuit in banchuir/ con bith. do fiur^) fudgebad bid mar 

[frith. 

4. Ar it amri int seuit glain file h[i] toib Sruibe Brain, 
nusóirfed tüaid uoala di fodsloig oldom an möcrlgi. 

Finit. Amen. Finit. 

Asan lihur cJietna. 

Imacaldaim an druag Brain 7 innanl banfáitho Febuil höas 
Loch Febuil. 

^) Wie ich höre, wird Bergiu demnächst die gauze Handschrift eingehend 
beschreiben. *) Lies ba-sa ^) Lies liiid m'jius *) Lies d/'fiur. 



340 K. MEYER, 1MMACALLA.M IN DKUAD BRAIN ETC. — CORRIGENDA. 

[S. 50b]i). 

1. Febiil fortemen graigech hi coimnu co n-intgairet[h], 
ni basi2) dlchóim inbi la rig ]\Iaige Fuinnside. 

2. Aildéi maigi noreitlimiss), aildi tire noteigmis. 
älaind a tir adscuirmis, alaind a ceol nocluinmis, 

3. Mad fri gnatlin na cliöin[i] ara teistis ar ndöine^), 
inid glassforce^) c[h]locliach Mag Febuil. a findscothach. 

4. Batir aildi buidiie ban oenaig i mbimis la Bran, 
ba bind asmberedh in rl cit eit ta it frithisi. 

Darauf folgt dann Caoca rann rogah in ben a tirib ingnad 
for lär in taigi usw. 

1) Hier steht am Eande: asin 1. respoinndit in banfaith. ^) Lies 

ba-sa? ^) Lies noreidmis *) Lies ndöini ^) = glassfairgge. 



Berlin. Kuno Meyer. 



CORRIGENDA. 



Seite 16Gj § 7 statt rosäifaidb lies rofäidh (:= rofäith), 

„ 171, §§ 6 und 7 „ reaclitabra „ [fjreasabra, 

„ 241, § 6, Z. 1, 3, 5 und 8 statt Fursii lies Fi(rsa{é). 

„ 247, Zeile 11 statt Saint lies Tain, 

„ 310, „ 16 „ centa „ cetna, 

„ 315, „ 10 „ aseracht ,, asreracht, 

„ 329, „ 12 „ aitlme „ aithgne. 



SOME CASES OF DE-LEXITION IX IRISH. 



1. Change of rg{7i) and I'ch to re. 

This change of rgh and rch to re where the groui» is slender 
in an unaccented syllable in 3Iiddle Irish is one of which, to my 
knowledge, no account has yet been taken in Irish phonology. 

A familiar instance is immirge 'migration', which Windisch 
(Wörterbuch, 625) analyzes as iwm-éirge. A more likely analysis 
is inib -\- airge "a drove, herd'. The slender mm is, however, 
against this, but mm may have been influenced by the slender r. 
We should compare moreover dd ghilla imairchthe fithcMe Find 
AS 1337, where imairchthe is obviously the same word. Com- 
pare also RC 10, 224, cichis reim ro-irge ind rig which may be 
amended cichis . . . in ri to suit the rime and translated 'the king 
will go a march with a great herd'; or, despite the rime 'the 
great herd of the king will go a march'. In this conpound also 
airge becomes irge. The following instances illustrate the meaning: 
ni rucfaider ind imirgi-se for óen-chói: tiat Aildl la leith na 
himmirgi . . . ni ségda in leth donroacht dind imirgi LU 65 b 26. 
'this baggage train cannot be brought by one way; let Ailill 
go with half the baggage . . . not of good appearance is the 
portion of the transport which has chanced to us'. Co tue a 
himirece asin tsid 'she brought her drove out of the sid' RC 
10, 224, 1. 153; ni herthar ind imerge 'the driving off will not 
be allowed' ibid. p. 222, 1.133; a mho-thdinte bo 7 a n-alma 7 
a n-immirge LL 54 a 49; ha hec ind immirgi ruead and A. VII 
mhai 7 tarb LL 270 b 32 = YBL 113 b 33. 

The ' aspii'ation ' or lenition of the g is evidenced by cét 
each mil Jioin ille: ropa mor in itnirghe TE 125, 18, where 
the meaning of 'herd' or 'drove' is also obvious, and by imirche 
Ciarain Fél. March 5, notes; tar eis na himirghi H. 3. 18, fo. 60b. 

Zeitóohrift f. celt. Philologie IX. 23 



342 TOMAS Ó MÁILLE, 

In addition, Sc. Gaelic imrich, v. n., imriclie, imreachan preserves 
the lenited form as do also some Irish dialects, e.g. imiriglie^) 
(Waterford), and imirgJie. The simple form (?) has lenited g, as 
airghi do huaib AS 7601; airge ibid. 7627, and finnairge 513 are 
indecisive. A clear instance is fmnairghi ibid. 1882, 

The following are further instances of the word: 

rg: immergi Cain Ad. 34; immerge BB 396 a 28; immirgi 
LU 81bl7, BB 390a33, LL 79a48, 118a36, 152a40, 168b21, 
247 a 19; luid star iarum co mór-immirgi dia tliir LL 291b 38. 

rcli: in la rofiiaslaices Find ó Chormac 7 tiiciis in cJwrr- 
imirchi do AS 4977, 'the day I liberated Finn from Cormac and 
gave him the odd drove', corresponding to in chorr-imirgi 
CZ I, 459, 8. 

re: imirce Fél. 0. 90,6, BB 240b 27, Mis. Celt. Soc. 338,4, 
LB 209 b 19, IV. himirce ann dóibh ML 107 (note 1. 8) : ha hrónach 
in innrci sin la lease in turus doeiias ann BB 449 b 16. Immeirce 
occurs in Keating, and imiree is the common form in Mod. Irish. 

Early instances of the unaspirated form corresponding to 
mod. imirce are techt for imiree Corm. 1059 (priill) ; cf. Windisch, 
Wörterb., and the instances from the Félire and Revue Celtique 
quoted above. 

By a similar change comairge, commairge (Wi. I, 75 Longes 
Usn.) becomes comairee in Laud 615, p. 6, mod. coimiree (Con). It 
is worthy of remark that Mod. Irish has beside coimiree, comairee, 
another form eoimrighe which is commonly used, and which is 
obviously a survival of the aspirated form commairge mth meta- 
thesis of the r and following vowel, the slender r having the 
effect of making the m also slender. Compare the dialectal 
parallel of imiree, imirighe (Waterford). Dinneen has comairee, 
comraiglie, comairghe. In the Blaskets they say eoimirghe 
(*kum9ÍT) with slender m beside comairee with broad m (Mar- 
strander). 

The lenition of the g in earlier Irish is evidenced by such 
instances as tech aighedh la eomairghi H. 3. 18, 564. The change 
of rg to re seems to have come about by way of reh. Thus 
Serglighe Conculaind, a late tenth century text, has rohad cho- 
mairchi ar Ultaib ulih SC 10 'he would be a protection to all 



1) cf. comairee : eoimrighe. 



SOME CASES OF DE-LENITION IN IRISH. 343 

the Ulster people', as comairclie airthiu ibid.; with a certain 
difference of meaning conid de hatir coínarchi forro a n-airm 'so 
that in this way their arms were a guarantee for them' ib. § 2. 
Here the word is plural. 

A similar change to this is that of dh to th after r, thus 
airde: comartha LU 65 b 38, AS 4944, &c., Far dos: Párthus 
'paradise'. For further instances of the various forms of co- 
mairce, v. Meyer, Contributions. The instance tiagat commairge 
frill from Louges Usn. (Wi. I 75), an eighth century text, indi- 
cates that the m is not aspirated though one Old Ir. instance is 
not quite sufficient to prove this. The word is often plural as 
in the last instance. 

The construction ^) is different in taet Fergus frind i comairge 
L. Usn. (Wi. I, 75). As regards the etymology 2) of commairge, the 
absence of u infection shows that the vowel was not u or 0: 
*com-mrog-ia, weakened to commrgia would, however, satisfy the 
form. It would moreover be likely to split up into the doublets 
commairge and coimrighe. The word might then mean 'a person 
from the same district', who would act as an escort, protection, 
or surety for someone. A word coim, coimm which means 'a 
waist', and also 'covering, protection' may be mentioned, but it 
has hardly anything to do with our word. 

As regards the date of the change, the LBr. version of Fis 
Adamnáin has comairci corresponding to comairge of LU. The 
former MS has also chomairce in PH 795. On the other hand, 
the instances imirclii AS 4977, comairchi ibid. 6047, &c., would 
indicate that the change had not become general before the late 
Middle Irish period. The Eawlinson MS. of the Acallam has, 
however, imerci for the same word. Comairchi occurs in AS at 
3754, 6047, 6419, 6463, 7775 (andliged), &c., always with final -i; 
comairce at 593, 1408. In the latter case it rimes with a(r) hith 
cé, which should read che unless it is used adverbially. Cumraighe 
occurs beside cumairce in a thirteenth or early fourteenth century 
text which I published in the Miscell. Meyer, p. 313. 

A third instance of this change is sohairche, genitive of 
sohrach 'a primrose', e. g., barr sobarche TE, Wi. 1, 132. Dun 



1) Cf. Verbs of Exist, § 109, 112 for i«- in the meaning of 'as'. 

2) Apart from the vocalism one might analyze into com + a word 
cognate with German Bürge 'a surety'. 

23* 



344 TOMAS Ó MÁILLE, 

Sohairge Trip. Life is Dún Sohairche LL 19 b 25, 127 b, AS 3743, 
&c. It is Bun Sobhairce in Keating (H. 5. 32, 121a, 131b). For 
further instances, v. Hogan, Onomasticon. 

The cause of this development of rch (slender) to re in 
unaccented position is not easil}" explained. The change of ch 
to c, g after 5 as in con-sech: cose could hardly have had any 
influence, owing to the dissimilarity of the sounds. As regards 
the development in accented position, rgh becomes rl, as suirghe 
gives sen. Ech sometimes develops a svarabhakti vowel, as 
Sorcha pron. sordchd. Sometimes when slender it becomes rln as 
Fairche (place-name) becomes FdirM with lengthening of a. In 
Clare (near Kilkee) Fairche is pronounced Farihl or Farihe. Cf. 
Comairehi referred to above. 

We may compare here the variation between tiroeliraic 
AS 4954, tiroeliraici 4953 'redemption price, guarantee' (deriv. 
of creicc) and tiochraid, tirocliraidi of the Laud MS which point 
to a tirocliraig, tirochraigh. 

There is a somewhat similar variation also in caircech mho 
'a cow's tail' Da Derga § 17, chairciueh O'Dav. 65 (H. 2. 15), be- 
side cairchech cethrae DáD. § 66. Cf. cairche AS 1730, chairce 
ibid. 1728, g. in cairce 1730, fon cairche 1668, but in{a) choirchi 
3793. O'Don. gives cairche, coirche 'a musical strain', and the 
gloss carce A. finna occurs in H. 3. 18, p. 120; cairche FM 5160, 
Cathal Caircech FM 1257, p. 360. Here the change takes place 
under the accent and may be due to dissimilation. As regards 
Br. DáD. it may be pointed out that the mark of aspiration is 
sometimes omitted. But the variation is common in other texts 
also, e. g., clércechta FM 703, cUrchechta CZ III, 448, chUrchiucht 
Trip. L. 190. We often find cUirci for 'clerics, clergy', e.g., a 
cleirci Miscell. Meyer, pp. 313, 316 (a thirteenth or earlj^ four- 
teenth century text). Here the first c ought to be aspirated, and 
omission of the aspiration mark in this text is common. On the 
other hand a eleirchi ibid. 313, cUrchin Imr. Br. 61, 27, cUrchen 
LL 37 b, chleirehib AS 2461, cleirchih 3470. 

In comtherchomrac Sg. 16b 3, though the ch occurs at the 
end of the second syllable, the preceding vowel is not unaccented 
In any case, we should not expect the change at such an early period. 
In such words as allmurchaib AS 3156, the nominative singular 
would be kept in mind. In both these instances moreover the rch 
is broad and for the change of this group I have no evidence. 



SOÄIE CASES OF DE-LENITION IN IRISH. 345 

2. Change of ng{h), nch to n: c. 

An almost similar change to the last we find in angid, 
-anich 'he protects*, which becomes ainices AS 240, ni aincenn 
846, naclias-anic Tonn Chlidna ibid. 3852, aincid-si duind iat 
ibid, 5177. The date of the change is thus established as not 
being later than that of the Acallam (about the middle of the 
twelfth century). The unaspirated c would most likely come in 
this case fi'om the verbal noun anacol. The word still survives 
in ^lod. Irish fainic 'look out I' 'take care I' 

Angid has already an a -subjunctive in manit-aingehen SC, 
"Wi. p. 210, a late^ tenth century text; coro ancea me in a poem 
by Donchad mór Ó Dálaigh (L. Hy Many, fo. 116, 117). 

Further instances, if not due to bad spelling, are muincinn 
AS 183, Miscell. Meyer p. 317. 

A somewhat similar variation is imraichne 'error", O'Don., 
Supplem., iomraichne O'R, imracal "a mistake' AS 7846, 7881, 
SR 4106. 

Not clear is the relation between cáince AS 861, caoinclie 
Duan F. 33. 11; caincinn AS 2327, which is cainchinn in another 
manuscript and cairchi in a third. 

Non- instances are: mainchisa AS 689, mainchesa 4103; of. 
maince O'R. 

Slender ch following n becomes h in Mod. Irish in incliinn 
'brain', pronounced inhinn (Con.), muinchille 'a sleeve', pro- 
nounced muinliille. 

Compare the occasional change of ch to h after slender r 
above referred to. 



3. Change from n : g{h) to n:c, I: c. 

This brings us to another important change, that of Old Ir. 
do-indnaig 'gives, bestows', pret. do-indnacht, perf. doécomnacht 
to tiodhlacaim, Uodhlacann. This word has been dealt with by 
Zimmer, KZ 30, 66. The change from ndn to dl has fully taken 
place in the Acallam, e. g. ro-tidluic 5148, dar thidluic 1214, but 
ro-thidnaic 6251, ro-thidhdcfed Finn 117 'Finn would give it 
away in gifts', ro-thidlaicfidis 3273. There is moreover the 
further change of Old Ir. g(h) to Mod. Ir. c corresponding to the 
one referred above. This is probably due to the influence of the 



346 TOMAS Ó MÁILLE, 

verbal noun which in this text is (utn) thidnacul 831, tindlucudh 
3322 (3328), tidlocad 3252, do tliidlacad 1465 (= d'indlocud Ft.), 
thidlucud 6557. 

The intermediate stage tidnaicim occurs PH 2849, tidnaic- 
mit ib. 6130, with lengthening- of the i before the d{h), as well 
as the dl stage rom-tidlaicend 8286. In this latter text also the 
Old Irish 5-subj. of the verb has disappeared, e. g. mmo ihidnai- 
ced 6774. The i-pret. and perf. do-indnacht, later do-r-mdnacht, 
cf. dorrindnacM Wb. 20dl5, doécomnacht, is replaced by the 
5-pret. and perf. ro-tlndnaicset 5151. The noun of the agent is 
tidnaicthid ib. 1. 4690, the verbal noun Udnocul corresponding to 
Old Irish tindnacol. The process seems to be that tindnacal, 
tindnocid becomes tidlocan, which in turn gives tidlocad, and 
from this the verb with the c-forms develops, as is the case with 
other Mid. Ir. verbs. Zimmer's explanation (KZ 30, 66) is, how- 
ever, not complete as tindnacol does not become directly tinnacol 
as he supposes. The lengthening of the i before the d shows 
that the form became in the first place tidnacol, then tidnacol 
later tidlocan by metathesis, the ^ícZ-portion remaining. 

Similar in its development is ad-naich 'buries', -adnacM 
'was buried', ro hadnacht Trip. L. 84, which becomes do liadlaiccd 
AS 866, 1481, mod. Jiadhlacadh (but adlaicfer 6657), aidhUcthar 
2699, whilst adhnacht is a noun in bid adhnacJit rig AS 2432 'it 
will be the burial-place of a king'. Cf. adnachtaib LB 202b 14, 
corresponding to adnaicthib LU34a35 from a sing, adnacud. The 
verbal noun occurs as adhnacid AS 6076, but adlia nduma'^) y a 
dha n-adJdocudh BB 39 b 16 ; annlocud ' a grave ' AS 2087. 

Strachan, Stories from the Tain, p. 32 note, refers to a con- 
fusion of this verb with atnaig from ad-dn-aig 'puts him, it', 
= ad-aig with an infixed pronoun. That ad-naich, ad-naig is a 
different verb is clear from con-omm-adnaiss 'so that thou mayst 
bury me' Trip., and adradnacht 'has been buried' LU 134b 10. 
The root portion is probably the same as that in do-indnaig. 
Macbain compares Lat. nanciscor which is itself probably a re- 
duplicated form. Zimmer's derivation tindnag-tlo is wrong as this 
would give tindnaclital. The ending is rather g-l, gal, as in bdigul 
' danger ' (cf. Pedersen, II, 25), the ch-g becoming c. Cf. below, § 5. 



>) For eclipsing n after a ' their , followed by dha, cf . Verbs of Existence, 
5, note, and Modern Irish usage. 



SOME CASES OF DE-LENITION IN IRISH. 347 

PH has the dn form of the verb, coro-adnaiced 3688, an 
5-perf. ro-adnaices 1530, ró-hadnaiced 657, and a i-perf. ro-had- 
nacht 668, 2565, verbal noun adnocul. This is often annJac in 
Modern Irish (Con.), cf. annlacud AS 2087. Meyer, Contributions 
has adlacan. 

In the following stanza from a poem by Donnchad Mór 
Ó Dálaigh in 23 I 40, p. 144, the ending is established by rhyme : 

Ant iasacht fuarus do nimli noclion íodMoicfuin edir, 
dob iisa Jem a locadJi gemadh ferr a adhlocadh. 

Here iodliloicfiim, a new compound of the verb, occurs as 
if the first element of the original compound were omitted. This 
latter word is common in Mod. Irish in the sense of ' to escort, 
accompany'. A further instance is d'fhios an adhlaice ainnsén 
occurs in the same poem. A gen. adlaice occurs in Miscellany 
to K. Meyer, p. 316. 

4. Ich > Ic (?). 

There is no sufficiently authenticated instance. Corresponding 
to ciiikhe 'sheet, cloak, cassock', (Meyer); there is a Mod. Ir. 
cuilce 'a quilt', Dinneen; O'ß. coilce 'bedclothes'. The latter two 
are probably different words formed from 0. Ir. coJcid, coilcid 
borrowed fi'om Latin culcita. From colcid there is also a 
collective coldech. The final d is spii'ant in Mid. Ir., cholcaidh 
AS 780, 784. Of its character in 0. Ir. I have no sufficiently 
decisive instance. 

Uncertain is amulchach AS 3181, PH 7030, which O'Reilly 
gives as amulcach. This word also appears as amulach LU 66b 29, 
69 b 43. 

Mod. Irish súhhdilce (siibhailce Din.) -virtue', corresponding 
to 0. Ir. sualig. pi. sualchi, is probably an instance. Cf. dúbhdilce 
(duhhailce Din.) 'vice', 0. Ir. diiaJaig, g. t^\. diialche. 

In a number of words, partly borrowed from Latin, and of 
which the first syllable ends or the second syllable begins with 
I, n, r, we find a variation between g and c, the latter being 
regular in Connacht. Instances are: reillig (Munster reilig) 
< reliquiae, releac AS 1320 becomes reillic. Thdinig (pres. do-ic 
from *to-enk-, *to-a7i-enJc), becomes tháinic, comhrac, cf. cliomrucc 



348 TOMAS Ó MÁILLE, 

EC X, 226 from com-ro-ic. Fddraig from Patricius is generally 
Pdraic in Connaclit, though one also occasionally hears the other 
form. Blonog 'fat, grease' (Din.) is bloinic 'lard' (Con.). 

5. th + gh > c. 

An instance of this is Mod. Ir. aith-ghearra 'a near way, 
a short cut', which hecomes aiciorra {ceciird) in pronunciation. 
The word probably became in the first place aich-ghiorra, aicJi- 
cJiiorra and then the well-known law of similar or kindred con- 
sonants operated. A further instance is acgarb AS 6267, agarb 
1900 = ath-gharbh (Din.), though the spelling of AS is not to be 
relied on. Cf. faühci ibid. 7128, 7133, ro-caema 7130, etc. Pro- 
bably as mis -spellings also are to be classed aicne = aitlme, 
aichne Cath C. 2975, as the gh readily disappears before n, e. g. 
doni; seitfedca ibid. 3137 (:= séitfedJicha, seitfedlieclia of other 
MSS). The mistake is not uncommon, e. g. tecedh 3120 ibid, for 
techedh. 

6. cMli, cth > cJit, chd. 

Such a change occurs in 0. Ir. croclitlie, Mid. and Mod. Ir. 
crochta. The form crochdha occurs in a poem by Donnchad mór, 
L. Hy Many 117 d. 3iochtrath 'an early hour, the dawn' AS 997, 
1593, and lochtopar 1171, may be other instances but the spelling 
is unreliable, witness lochthopur 2811. Fliuchthar AS 3847, is a 
further exception. O'Reilly and Dinneen have both mochthrath. 
The resulting group is non- palatal. A similer change is seen in 
adnaicthib LU 34 a 35, 34 b 17, but adnacMaib LB 202 b 14, though 
the latter may be due to a singular adlmaclit (of AS 2432 above). 
Palatal g does not produce the change but becomes c, the th 
disappearing in the unvoicing process: nogu ticthe, 2 pi. AS 257, 
no ricthe 1137, cf. choisrictha 67, dibraicthi 7134, forloisce 6200 
(:= forloiscthe). 

7. Intervocalic broad dh > g. 

The commonest instances of this change are words which 
have the adjectival ending dha and its abstract, e. g. cródha, 
cródhacht (pron. croga, crögacht), diadha, diadhacht, riogh-, rioghda. 



SOME CASES OF DE-LENITION IN IRISH. 349 

Where gh occurs intervocalic at the end of the fii'st syllable 
it generally disappears with lengthening of the preceding vowel. 
Where this happens, the short vowel following the gli also 
disappears, e. g. slighe pronounced sli, tighearna, pron. tirnd. In 
some dialects (Achill) slighe is still dissyllabic: slij9. 

If a similar change took place in say diadha there would 
be no difference in pronunciation between this word and Dia, 
and the dli may have been strengthened to g to prevent confusion. 
The development must have been helped by, if it did not actually 
begin with words like rioglidlia, segda, niregda where gh and dh 
occur together and which would phonetically result in g. 

An instance in Mod. Ir. where dh becomes g between í 
{id) and an í ending are siogaidh, 'a fairy, a spirite' from sidaid: 
sidhaidi AS 1748, sidaige SC § 45. The influence of a popular 
et}Tnology sidh-gaoithe is possible. Fiagaidh 'poacher, huntsman, 
fisherman' from fiadhaidh, cf. fiadaigi maith muice AS 2221. 

Something similar to the foregoing are the peculiar forms 
esseic AS 6034, essideic 4833, and elsewhere corresponding to 
é-side, except that here the dh is slender. 

As regards the date of the change, we find chródha in rime 
with ro-mhóra AS 655, rigda: gnimha 1060, cf. righdha: crinna 
1053, which show that for metrical purposes at least the change 
had not taken place by the time of the Acallam. 

At the same time, the spelling Daga = Daghdha occurs com- 
monly in AS, e. g. 6847, 6883, &c., but Daghdha 1624, &c. This 
spelling in AS and elsewhere does not, however, conclusively show 
that the g was unaspirated. 

-dha in the genitive of nouns as fliodh, fleddha 'chicken 
weed' does not become ga, but has the effect of lengthening the 
preceding vowel. 

8. dh > g after r. 

One finds occasional instances of this in Mod. Ir. (Con.) as 
maorga for maordha. Feardha has still dh, gh in AS as it rimes 
with mheabhra 1. 630. 

On the other hand gh after r under the accent usually 
becomes ^: e. g. Fearghus > Fcerlos, though I have heard Fearagus 
in the Achill dialect in the recitation of poems. This pronunciation 
comes from reading the poem from MSS. Compare similarly 



350 TOMAS Ó MÁILLE, 

change of Aonghus to Éanlos. lorgliail 'strife' was pronounced 
erdguil, erdguill by the Achill seanchaidhe. 



9. -th, -dh > d. 

We find a peculiar change of diritJie, diridhe into cUthrid 
in Connacht. 

An almost similar change is that of aithnidh anaithnidh 
to aithnid, an-aitlinid in Mod. Ir. texts, e. g. Macaomh an lolair, 
p. 158, and in several other places. The words are aithnid, 
anaithnid in Munster, cf. Dinneen. The Achill seanchaidhe to 
whom I referred pronounced the latter an-cehni. It occurs as 
an-aithnidh Miscell. Meyer, p. 316; aithnidh AS 29, 1681 anaichnid 
7713 (= anaichnig Laud), anaithnidh: fir AS 632, The word is not 
general in the spoken language, aithnidh would have changed to 
aithnid under the influence of aithnid dorn, cf. ind aichnid duit 
AS 3285, ni haichnid tim 3286, but for latter compare AS 
3862, 3486. 

The final broad dh of the third singular of verbs appears as 
d (not interdental) before sé, sin &c. But this is the preservation 
of the d rather than a change. 

A further peculiar change is mithig 1858, 7891, mithigh 
7890, which is common in Old Irish becomes mithid in Modern 
Irish. Here also a construction such as is mithig dam must 
have helped the development. 

10. Change of gh or i to g between vowels. 

In my article on the verb substantive in Eriu YI, p. 45, 
I postulated a splitting up of the 2 pi. ipv. 0. Ir. hiid into a dissyl- 
lable bud which was tantamount to a doubling of the ending, 
and that it next became hijidh or hihidh, j(i) or h having been 
inserted between the syllables, and of which there was evidence 
in bithi AS 6139 &c. and in later instances hidhiA) The origin 
of this is not for to seek. 

The origin of the igt ending in 2 pi. ipv. of verbs is naturally 
to be sought in those that required such a device to separate 
the singular from the plural. There were two possible cases 



1) cf. Bergin, Gadelica, p. 77 note i, who quotes an instance from MoUoy 
Luc. Fid. 223. 



SOME CASES OF DE-LENITION IN IRISH. 351 

1. the biid (hígí) just given for hidh. After -dh had become lost 
with lengthening of the -i no difference would remain between 
the singular and plural of this verb. 2. The second case and 
the one from which the development would be most likely to 
start as it had already got intervocalic / is the 2 pi. ipv. in -ighidh 
of verbs like arduighidh now pronounced arduigi (Con.). This 
word must at some time have been pronounced arduijij (or 
arduiiii). The next step would be easy. The first .;, / or gh 
became g by dissimilation (cf. p. 349) helped by the fact that a 
distinction between the singular and the plural was necessary. In 
view of what has been said above (§ 1, 7, 8), one might almost 
think of éirig, pi. éirgid as a starting point ^) but the spelling is no 
help in determining this. For another explanation, v. Bergin. 
Gadelica, p. 76, who takes it as a case of contamination. 

It is to be noticed that the first i is short so that the change 
of gh to g must have taken place before the i was lengthened. 
Bergin does not seem to have taken this short i into account. 
If arduigi were formed on analogy with higi (cf. Bergin ib. p. 78) 
then we should expect arduigi, &c., which does not exist. The 
explanation that litlii becomes higi as a result of dialectal borrow- 
ing is possible but then we should expect that hithi would have 
still remained in some dialect. That lidh became lig in any 
western or northern dialect is very unlikely. Bergin's argument 
that '■hidhim does not become highn' does not hold as the dh 
here, if it had any meaning at all beyond showing the length of 
the !, would have separated different sounds. This word was 
probably pronounced monosyllabic as at present. Moreover ^mithkl 
did not become migid' but mithig became mithid which is a change 
quite as great, v. § 9 above. 

In Connacht, the denominatives like arduigh have the 2 pi. 
ipv. in -igi, as otherwise the singular and plural would be the 
same. On the other hand, verbs of the of the first conjugation 
like dean have commonly the plural déanaidh or dcanai {dionai) 
particularly amongst older speakers, the other form déanaigi 
being an innovation. 

In Munster we should expect the final -dh to be the one 



^) We may also have to deal with the influence on éirgid, éirigid of 
ergid 'let ye go", written eirgcid SR 1445, which becomes ércid in some later 
MSS.; cf. ercid LL 215 a 58 = ércid Metr. Dindsh. Ill, p. 6. 



352 TOMAS Ó MÁTLLE, SOME CASES OF DE-LENITION IN IRISH, 

most likely to become g and this we find sporadicallj-, e. g. deasing, 
méaduighig, quoted by Bergin, Gadelica, p. 76. 

As regards the loss of the final -dh, we find innsaigid 
AS 1506, 2178, 2182, &c., indsaighid 544, 6482, atJicJmingid 2012, 
but dd n-indsaiglii ib. 61, 6930, 7034, 7206, (7488), indsaighe 
7622, dar n-indsaig-ne 2822. 

In poetry, fiafraighidh rimes with sin 7595, sidh: fir 666 
mir: comhrígli 1274, anaWmidh: fir 632, but on the other hand 
CO mhri: oenmi 7430, where the word is obviously Irig 'force, effect'. 

Instances of 2 pi. imperatives are imridh-se 1381, eirgid 6247, 
6252, 6337, 3157 (eirgid), imtliighid 6257, imthighid 6257, mithigid 
6343, na himridh 7798, but the spelling alone is not a guide. 

Again it may be noted that in words such as indsaighidh 
the gh did not become g, as in the 2 pi. imperative but in this 
case there was no necessity for a distinction between a singular 
and a plural form. 

The change of final dh, gh to g in Munster, I do not 
intend to deal with here. Further investigation of the dialects 
and more complete lists of instances will throw additional light 
on all the foregoing changes. 

Summary. 

We may make the following summary of the foregoing 
observations: 

1. rg{h), roll > re in the second or unaccented syllable of 
a number of words when the group is slender. 

2. ngiji), nch > nc; sometimes a vowel is inserted between 
the n and c. 

3. n:gh, > n:c, l:c, in some words. 

4. Ich > Ic (?). This change is not sufficiently authenticated. 

5. th-gh > c. 

6. chth, cth > cht, chd, when broad. 

7. Intervocalic (broad) dh > g. 
9. Change fi^om th, dh to d. 

10. Change of gh slender or i to g between vowels. 

For a number of the instances of imirge and also for some 
suggestions, I am indebted to the kindness of Professor Mar strander. 

Galway. Tomas Ó Máille. 



THE TWO VERSIONS OF TOCHMARC ETAINE. 



The tale bearing the title Tochmarc Étáine has come down 
to us in two versions. Of the first we have copies in Leahliar 
na hUidhre and Leahliar Buidhe Leacam^), of the second in the 
British Museum MS. Egerton SS (sixteenth centur}-). and both 
have been printed by Windisch in the first volume of his Irische 
Texte. Reference will be made to these versions as LU and Eg. 
respectively. 

Of the two the Eg. version is later in language and more 
diffuse in style, with passages in verse; in addition to the tales 
of the Sickness of Ailill and the Wooing of Étáin, which compose 
the older version, it contains the episode of the Finding of Étáin, 
and concludes with the story of the Rape of Étáin. 

The Eg. version follows and is based on that ot LU sls far 
as the latter goes. A comparison of the corresponding parts 
(§§ 1 — 3, 7 — 14 ed. Windisch) will shew this clearly; there is 
no evidence of origin or confiation from another source. The 
alteration is simply that of a turgid re-telling; important verbal 
agreements are fi-equent, and the sequence of events in both 
tellings the same. The following passages will illustrate this: 

[§ 8] Eg. Caraiss tra Ailill Anglounach Étaiu ingen Étair hie feiss 
Temnich in tan sin. Fóbair tra Ailill hie sir-fhechain na hingini, céiu ropas 
hie fes Temraeh. Is annsin athert ben Ailella .i. ingen Luchtai Lairadirg a 
crieh Laigen: Maith tra e Ailill, ar si, cid fechai-siu issind leth cian nait, 
dáigh es airdhenu seircci sir-silliuth. Cairighid Ailill fair fein inni sin 7 nir 
fee in ingin iarsin. 

LU. Carais A. Anguba iarom É. hi feis Temraeh, iar feis di la Eochaid. 
Fodaig dognith ábairt dia sir-sellad, 7 uair as deseaid serci sir-silliud, cairigius 
a menma A. don gnim sin dogéni, 7 níbá cobor do. 

») Cf. also ZCP 5, 525. 



354 LUCIUS GWYNN, 

(§ 13) Eg. NÍ frit-sa, ol si, rodalusa itir. Cid tu daua icim dail? Acht 
iuti ris' rodhálusse sunn, ni ar baés nach ar baegul rodalussae friss, acht is 
dia ice don galur himbui dorn sercc. Ba coru deit tiachtain im dail-siu, ar 
se, ar intun robsa Etaeiu Eochraidhe ingen Ailillu ropud mesai do chetmuinter. 

LV. Ni fritso, or si, rodalusa. Ciaso thu dodeochaid im dáil? In fer 
Ms rodalusa, ui ar chul no amies ticht ara cheud, acht is ar accuis tesairgne 
do mnai rig hErend don galur hirabi. Ba tochu dait tuidecht cucomsa, ol 
intan ropsa E. E. ingen A. ba messi do chetmuinter'). 

(§ 14) Eg. Tanic Eochaid dia chuairt rig, 7 rofiarfaig a brathair fóce- 
loir. Rohinnisidh a scélu do tus co derith, 7 ba buidhech in ri dia mnai 
arauderua do maith fria hAilill, 7 is fólíth linn in scéul sin, ar Eochaid. 

LU. Táuic E. dia chuaird iartaiu 7 atlaigestár bethaid a brathar 7 
budigthe fri hEtain comór a ndorigni cotánicsom. 

The fine passage which tells of the finding of Étáin at 
Inber Cichrauine (§ 3, 4, 5 Wi.) cannot, however, he explained as 
mere expansion, but a glance at the Togail Bruidne DaDerga 
shews that it is taken directly from the opening chapters of 
that tale. The occurrence of the king's name as Eochaid Feidlech 
in Eg. in § 9. as against the E. Aireman of § 1 clinches the matter, 
as he is called Eochaid Feidlech in the beginning of Togail 
Bruidne DaDerga. 

The passages in verse consist chiefly of versification and 
expansion of what has been already told in the prose ; not wholly 
though, for one at least of them (§ 9, p. 114) forms an integral 
part of the narrative, and is a versification, not of preceding 
prose, but of a couple of sentences in the older version (§ 10). 
Hence they cannot be, as Windisch (p. 114) suggests, a later 
addition to the prose. 

With the words quoted above {Tanic Eochaid &c.) the LÜ 
version terminates: Eg. however proceeds: scelu imorro Eachada 
innistir simd ocus Etdine, and continues with the tale of the 
rape of Étáin and her handmaid Crochen by Midir; a tale also 
narrated in the verse Dindsenchas of Rath Crúachain^). 

Comparing the two narratives — the prose of Eg. and the 
Dindsenchas poem — we find the closest resemblance in every 
point, especially in phrasing; so close is the agreement as to 
make it obvious that one of the two has followed in the other's 
tracks. For example, the verse 



1) The whole of § 8 and § 13 are almost identical in both versions, and 
agreements are frequent also in §§ 1, 2 and 3. 

2) ed. Todd Lecture Series (R. I. A.) X (1913) p. 318 sq. 



THE TWO "VT:R8I0NS OF TOCIIMARC ÉTÁINNE. 355 

Eoclmid Airem éraimm ard. diamhai i Frémainn in fialgarg 
fer roclioeynaig na clessa. ic gnim oenaig ech-tressa. 

is equivalent to the prose: Fechtns diamhai E. A. hi Fremainn 
condernad óenucJi y echtressa leo ami. Such a proceeding as the 
turning of verse into prose or prose into verse is a commonplace 
of all. but especiall}' of mediaeval literature^). In this case, having 
regard to the compilator)' nature of the whole Bindshenchas the 
verse would naturall}' be assumed to originate from the prose, 
but an examination proves exactly the reverse. 

That the somewhat turgid prose was derived from the 
poem needs little proof. The versification of the Bindshenchas 
is elaborate — strict Beihhidhe with regular alliteration and 
internal rhyme, even in the first couplet — it is unlikely on 
the face of it that such a composition could follow so closely 
a prose original-). But nearer proofs are 

1. In the quatrain just quoted, the word ech-tressa „races" 
is a poetical compound, used rnetri gratia to alliterate with oenaig; 
and in v. 25. Ba dothjher in fer dofuc. Etdin is Crochen catiit, 
(in prose „ocus ba doithfir dealb i tdtiic Mider chuccu^), dothfer 
is obviously used to rhyme with Crochen: yet both ech-tressa 
and doth f her are used in the prose 

2. We actually find lines from the poem incorporated in 
the prose: thus v. 62 

Luid CO Briaid Léith Mio Celtchair. 
occurs in § 16 of Eg. So too v. 77: 

Is and fogéba do mndi. cen dil séna fo sóergnai. 

hi tlais na M a fat a fir. tue lat hi ar ais no ar écin! 

runs in the prose: Is and fogéba do mnái; dc'ntar a toghail occiit, 
7 tahuir ass hi ar dis no ar écin; taking two lines from one 
stanza. Again v. 72: 

Asbert a dn'ii fri Echaid. nibatrúi^) it robethaid: 
rotirmais écáine uilc. d'ingnais Etdine in orfuilt. 

prose: „Bot-irmaiss écáine y mar olc duit, hith i ningnaiss do mna^^. 

*) For instance Imram Snedgusa 7 Mic Riagla. 

') In paraphrasing the passage concerning the naming of Eáth Crúachan 

after Crochen, the compiler has also drawn on the inose Dindshe^ichas of the place. 

8) Is this a corrupt late form of a 2nd pers. pi. from atroe „he fails ?" 



356 LUCIUS GWYNN, THE TWO VERSIONS OF TOCHMARC ÉTÁINE. 

This last passage is conclusive; not only are two of the 
lines practically reproduced in the prose, but even the internal 
rhyme rot-irmaiss: ingnais recurs. 

The poem is unfortunately of unknown authorship, and there- 
fore undateable; we cannot say how much older it is than the 
oldest copy in the Book of Leinster, though even this brings us 
back as far as the middle of the twelfth century. It is surely 
itself a loose versification of the lost prose tale which followed 
on the story of the Chess-contest of Midir and Echaid, and hence 
the compiler of Eg. is wrong in placing it after the Tochmarc 
Étáine. 

To sum up, the Egerton version of Tochmarc Étáine is a 
compilation, dating, to judge by its language, from the twelfth 
or thirteenth century: it is composed of a verbose re-telling of 
the old tale of Tochmarc Étcíine with the interpolation of the 
Finding of Etáin from Togail Bruidne DaBerga, and the addition 
of a prose version of the story of Étáin being carried off by 
Midir, taken from the D'mdslienchas of Rath Crúachan; the latter 
therefore forms for us the oldest version of that part of the 
legend. 

Freiburg i. B. Lucius Gtwynn. 



THE CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, 
THE HEBRIDES AND ORKNEYS. 



In 1154, Anastasius IV confirmed the incorporation of the 
two insular sees of the Orkneys and of Sudrej^s and Man in the 
metropolitan province of the Norwegian church, which had been 
organized b}' the cardinal -legate Nicolaus Brekespeare in 1152. 
At that time Christianity had, for 150 years, been the official 
religion of the Norwegian population of those isles. 

The Orkneys were christianized, in 995, by the Norwegian 
king Olafr Tryggvason, and as early as the middle of the follow- 
ing century the jarlar (i. e. counts) of the Orkneys gave the 
church in the isles a stronger organization, erecting an episcopal 
residence, the incumbents of which were consecrated by arch- 
bishops on the continent or in England, and thus from the very 
first directly connected with the Roman mother-church. 

In the Norwegian colonies in the Sudreys (Hehudae, 
Hebrides) and in Man, the Norsemen seem to have accepted 
the Christian religion at the same time as their kinsmen in the 
Orkneys, although historical proofs are still lacking. As early 
as the second half of the eleventh century bishops with Norwegian 
names are found in ^lan, from which it is clear that the church 
of this island was organized by the Norwegian colonists. The 
contemporary state of Christianity in the Sudreys we do not 
know. When, in 1079, Guör^ör Crovan had united the small 
kingdoms of these islands with Man, the ecclesiastical govern- 
ment of the church of the whole realm seems to have been com- 
mitted to one bishop. The fact of the church of the united 
islands now paying obedience to an English metropolitan (York) 
seems to justify the conclusion that something like this had been 

Zeitschrift f. celt. TUilologie IX. 24 



358 O. KOLSRUD, 

the case also before the union of the islands took place; thus 
these newly founded Norwegian congregations from their ver}" 
origin must have been rooted in the Roman Church. 

In all these islands, however, Christianity is far older than 
the conversion of the Norwegian colonists to the Christian faith 
in its Roman form. For centuries before it had existed among 
the original Celtic population of the isles in its peculiar Irish 
form, and before the tempests of the viking -period one little 
island among the Hebrides had even been an important centre 
of missionary labour and Church culture: Hi (lona). 



I. Man and the Hebrides. 

Apart from the rich information obtainable fi'om Adamnan's 
Life of Columba and the Irish Annals very little is known from 
written sources about Christianity or the Church in Man and 
the Hebrides before the Norwegian occupation. The Latin 
chronicle of the kings of Man and the Sudreys '), written in Man 
between 1250 and 1260, contains no original information on the 
history of these islands till the second half of the eleventh 
century. The small chronicle of the bishops of Man and the 
Sudreys, which forms an appendix to the chronicle of the kings, 2) 
commences at the same time, but it does not tell us anything 
about Church events before the time of the first Norwegian 
bishop, Roolwer; nor was it possible for the author to give us 
any such information, as he himself tells us ; he did not know any- 
thing, he found nothing in writing, and could obtain no certain 
information from old people: ^Multi quidem a tempore beaii Patridi, 
qui primus fidem catholicam pnedicasse fertur Mannensihus, ex- 
stiterunt episcopi, sed ah ipso [i. e. Roolwer] sufficit episcoporum 
memoriam inchoasse. Sufficit, dicimus, quod qui vel quotes ante 
ipsum episcopi exstiterunt, penitus ignoramus, quia nee scriptum 
invenimus, nee certa relatione seniorum didicimus.^^) 



^) Best edition by P. A. Munch, The Chronicle of Man and the Sudreys 
(Christiania 1860). 

•■') Munch, 28—31. 
3) Munch, 28 f. 



CELTIC BISHOPS IX THE ISLE OF MAN, ETC. 359 

The chronicles of the kings and bishops of Man and the 
Sudreys were first published by William Camden in his geo- 
graphical description of Britain ("Brittannia' 1586). and have since 
been reprinted many times. ') The ckronicles of the bishops were 
used by historians as early as the seventeenth century, and fi'om 
this time onward one finds in a good many works lists of bishops 
of Man and the Sudreys,^) taken from the same source. But as it 
passes from author to author, the list has fi"om time to time in- 
creased in length, not only downward, the recent bishops being 
successively included, but also upward; thus P. B. Gams (1873)^) 
enumerates no less than 10 — 11 bishops before Boolicer, the 
first name in the old Latin list. In the latest publications by 
A. W.Moore (1893, 1900)*) and W. Stubbs (1897)') most of these 
bishops, or all, are omitted. But nowhere will be found any 
valuable and sufficient reference to sources regarding these sup- 
posed bishops; it is not known, whether they have existed or not 
as bishops in Man or in the Hebrides; generally will be found 
in these lists the mere names only and at times some scanty and 
uncertain chronological and personal dates; the proofs of the 
author — if such there are — mostly consisting only in refer- 
ences to some other recent author, whose words natui'ally have 
not the value of primary sources. 

As, however, passages mentioning some of these ante-Nor- 
wegian bishops occasionally occur in mediaeval sources, I was 
led to examine this matter more closely. ^) And I have come to 
the conclusion, that only a few of these bishops can possibly be 
considered as historical personages; most of them are the creations 
of uncritical historians. We also find some names that were 
unknown to the writers of the seventeenth and eighteenth 
centuries. 



1) See the bibliography in Diplomatarium Norvegicum XVIT B (Christiania 
1913), 310. 

») For the bibliography see ib., 310—311. 

') Series episcoporum ecclesise catholicse (Eatisbonae 1873), 197. 

♦) Diocese of Sodor and Man (1893) ; A History of the Isle of Man (1900). 

5) Registrum sacrum Auglicanum (2. ed., Oxford 1897). 

*) The result is inserted in my catalogue of the archbishops and 
bishops of the Norwegian Church before the Reformation in Diplomatarium 
Norvegicum XVII B (Christiania 1913, pp. 311—318). The following extract 
has been translated by the author from the Norwegian edition. 

24* 



360 0. KOLSRÜD, 

Man. 

Hector Boethius (1526)^) gives an account of AmpMhalns 
as the first bishop at the Sodorense fanum in the island of 
Mona, being installed by the king of Scots Crathlinthufi about 
A. D. 300 — Thomas Dempster (1627)'): Amphibalus I (!) A. D. 
222, Amphihalus II (!) A. D. 325; John Spotswood (1655)'): 
A. D, 360 — . This is a fable invented b}^ Hector or maybe his 
authority Veremundus, and founded on the Legenda S. Albani, 
which tells about the flight of S. Amphibalus to Wales. ^) The 
name 'Amphibalus' itself did not exist before the middle of the 
twelfth century, when Geoffrey of ]^Ionmouth (f 1154) happened 
to misunderstand a corrupt passage in the text of Gildas; this 
has been demonstrated by Ussher^) and recently once more by 
J. Loth. 6) The feast of S. Amphibalus was on June 25. ') 

Grermaniis^) (Manx Karmane®)) is said by Joceline 
(1183/85)®) and the Manx tradition (sixteenth century) '•') to have 
been installed by S. Patrick (f 459, March 17) as the first bishop 
of Man (see a, b). — Feast: July 3'°) (see c). — Dedication: 
Keeill Cliarmane''') ^= ecclesia S. Germani in Holm Peel, the 
cathedral of Man (see d). 

') Scotorum historia lib. IX (- Parisiis 1574, fol. 9873 — 99io. 24—27)- 

2) Historia ecclesiastica gentis Scotorum, nr. 16 and 24 ('■* Baunatyne 
Club XXXIV, 19. 24). 

3) History of the Church of Scotland * (1851) I, 6. 

*) The legends are to be found in A. S. Boll. (i. e. the 'Acta Sanctorum' 
edited by the BoUandists) 22, VI. ^ XXV, 126—148, of. a XXVI, 325; — ex- 
cerpta from different authors by Jacobus Usserius (Ussher), Britannicarum 
ecclesiarum antiquitates, Dublinii 1639, 149—168. 193 f. 983—985; — folklore 
tradition by W. Blundell, in Manx Society XXVII, 123; — a survey of un- 
printed legends by Th. D. Hardy, Descriptive Catalogue of Materials Relating 
to the History of Great Britain and Ireland I, 4—22. Ill, 265; R. Stanton, 
A Menology of England and Wales (London 1887), 290. 

^) Antiquitates, 538—540. 

c) Revue Celtique XI (1890), 348 f. 

') A. S. Boll. 3 XXVI, 325; S. Baring-Gould and John Fisher, The Lives 
of the British Saints I (London 1907), 153. 

«) Joceliui Vita S. Patricii c. 79. 134 (A. S. Boll. 17 IIL ^ VIII, 556. 568). 

ä) The Ballad of Mauuanan beg mac y Leirr, composed in 1507 or a short 
time afterwards (printed according to an old undated paleotype by Joseph 
Train, An Historical and Statistical Account of the Isle of Man , Douglas 
1845, I, 50 — 55, and in Manx Society), vv. 13 — 16. 

'") J. Colganus, Trias thaumaturga (Lovanii 1647), 113; A.S. Boll. 8/VIL 
3 XXVIII, 586. 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, ETC. 361 

a) Joceline makes Germanus take up his episcopal residence 
in Insula Patricii = Holm Peel. S. Patrick's visit to 
]\ran is told only by Joceline, the Latin chronicle of 
the bishops of Man and the Sudreys, and the ballad of 
Mannanan, and is thus proved to be a purely Manx 
tradition, as Joceline, abbot of Furness in Cumberland, 
probably got his knowledge from the monks in Rushen 
in Man (who were subjected to him), the later authors 
of the chronicle of the bishops. 

b) Ussher 9 says that Germanus became bishop in 447 and 
died in 474 (C. O'Conor^): A. D. 447, A. D. 471), but 
here I cannot find any older authority; as Ussher often 
quotes Irish annals, he may have found it in the Annals 
of Tigernach, which now have a gap for these years, but 
may have been more complete in the time of Ussher. 

c) Whitley Stokes ^) incorrectly takes the German mentioned 
in Irish martyrologies under July 30 to be the bishop of 
Man instead of the wellknown bishop of Auxerre. 

d) Several others have tried to connect the bishop of Man 
with different persons of the name of Germanus, Gorman, 
or Garni on*)] this is, however, very doubtful, as J. Lani- 
gan^-) has shown. If we cannot, according to J. Shearman-*), 
identify bishop Germanus of Man with the British saint 
Garmon, the son of Rydigus^), we may follow J. Train") 
and J. R. Oliver ^), who see in him a localisation of Ger- 
manus of Auxerre (f 448, July 30) who visited England 
in 429 and 446 on the occasion of the Pelagian heresy, 
and who was in other ways connected with S. Patrick. 



1) Antiquitates, 1113. 117. 

"^) Rerum Hibemicanim scriptores 11 1, 106. 114 f. 

3) The Martyrology of Gorman (Henry Bradshaw Society IX), 368; cf. 
supra note d. 

*) J. Ussher, Antiquitates, 842 f . ; J. Colgan, Trias thaiimaturga, 113. 196 f. ; 
J. F. Shearman, in Journal of the Kilkenny Archaeological Society 4 III (1874), 
410—413, cf. 4 IV (1876), 69. 443 f.; S. Baring -Gould and J.Fisher, British 
Saints I, 96. 291 — 293. 301. 

5) An Ecclesiastical History of Ireland I (Dublin 1822), 305 — 307. 

«) cf. Lives of the Cambro - British Saints, ed. W. J. Rees (Welsh MSS. 
Society, Llandovery 1853), 270. 599. 

') Bishop series, in his Account of Man I, 308— 379. 396. 

8) Manx Society XY, 65. 



362 0. KOLSRUD 



Coniunrí and Rómiil are in most Vit?e S. Patricii i) men- 
tioned as the first contemporaneous bishops in Man (see a); middle 
of the fifth century (see b, c), 

a) Joceline is the sole author who speaks of S. Patrick con- 
secrating- them bishops; J.Lanigan^) therefore justly doubts 
this account; otherwise it seems, as if S. Patrick, possess- 
ing no very considerable prestige, did not consecrate any 
bishop in the whole of his life time.^) 

b) J. Ussher, *) without referring to any authority, puts the 
death of both of them in 498. 

c) The informations of J. Colgan ^) on the festivals of these 
two men, November 17 and 18, arose from a misunderstand- 
ing of his sources. Coninnri I have not been able to find 
in Irish martyrologies, but a Rómul is named on the 
4th of May in the martyrology of Gorman (1116/74)*). 

')Macc CuilP) (Manx: Maughold")) nioccu Greccce^") (also 
^Cyclops ' *", ") ; a robber from Druimm moccu Echach '") in Ulster, 



1) Muirchii maccii Machtheui (seventh century) , ed. Whitley Stokes in 
The Tripartite Life of St. Patrick (Rer. Brit. scr. 89), 286—289: Conindri et 
Rumili, var. : Conhindri et Romuli; — Eieranus (ninth century), Colgau's 
'quarta vita', c. 81 — 82 (Trias thaumaturga, 45): Conindrius et Romulus; — 
Benignus (tenth century), Colgan's 'tertia vita", c. 73 (ib., 27); — Probus (tenth 
century), Colg'an"s 'quinta vita', II c. 9 — 11 (ib., 56 f.): Conindrus et Romulus; 
— Vita tripartita (eleventh century) , ed. Whitley Stokes, 220. 222 : Coninnri 
and Romuil; — Jocelinus (1183; 5) c. 132—134 (A. S. Boll. 17 /UI. ^ VIU, 568): 
Connidrin,s et Romulus. 

2) Eccl. Hist. I, 307. 

^) H. Zimmer in J. J. Herzog's Realencyklopädie für protestantische 
Theologie und Kirche ^X, 219. 

*) Antiquitates, 1122. 

*) Trias thaumaturga, 50. 

6) ed. Whitley Stokes, 90. 

^) The sources are quoted under Co ní?i?í»7 and Römul; we may also add 
the Homily on S. Patricius in Lebar Brecc (thirteenth century), ed. Whitley 
Stokes, in The Tripartite Life of St. P., 482; cf. also a legend by A. W. Moore, 
The Folklore of the Isle of Man (Douglas and London 1891), 21 f., and the 
popular poem in Manx Society XVI (1869), 220 — 222. « 

*) So Muirchu, Vita tripartita, and the Homily in Lebar Brecc; (tertia 
vita: Maguil; quinta vita: Macfail; Joceline: Machaldus). 

^) The Ballad of Mannanan beg mac y Leirr, vv. 17 — 19. 

">) Muirchu. 

") Quarta vita. 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, ETC. 363 

converted in ]\[ag-Inis [Lecale in ulster] by S. Patrick [j in 
459], baptized in Man by Coninnri and Eómul) succeeded them 
as bishop, episcopus et antistes Arddce Huimnonn (var.: Ardde 
Uininen)') (end of fifth century [see a]). — Feast: April 2b^) 
(see b). — Dedications (see c): 1. Kirk Maughold in Man',*); 
2. S. Maugand near Montfort in Brittany. &) 

a) J. Ussher*') gives A. D. 498 as the year of Mace Cuill's 
succession; he probably meant A. D. 489, as two MSS. 
of the Ulster Annals') here say: Quies (i, e. death) 
MCaille Episcopi Mannensis\ but the word Mannensis 
is added by a later hand, and it is not mentioned in 
Tigernach's Annals, *) nor in the Annals of Innisfallen ; ^) 
it arose from a confusion with MacCaille, a bishop in 
Cruachan Brig Eile (i. e. Croghan in King's Co.) in the 
fifth century. This same mistake underlies the story of 
Hector Boethius (1526),^°) that an [unnamed] Sodorensis 
episcopus in the island of Mona gave S. Brigit the veil. 
Later authors have interpreted this account as relating 
to bishop M. of Man. 11) P. Heylyn (1671)^') probably 
took the year 518 from Thomas Dempster (1627),") 
who gives this date also as the year of S. Brigit's 
death. The year 578 given by W. Sacheverell (1702)") 
arose from an error in his copy of Heylyn's work. 
I cannot explain the years 553 and 554, which are 
also given. 



Vita tripartita. 

A. S. Boll. 25, IV. 3Xn, 370 f. 

Joceline; cf. the legend in Ghron. reg. Mann. A. D. 1158, p. 10 — 12. 

See page 362, note 9. 

S. Baring -Gould and J. Fisher, British Saints I, 61 f. 

Antiquitates, 1112. 

ed. W. M. Hennessy (Dublin 1887 — 1901) I, 28 f. 

ed. Whitley Stokes in Revue Celtique XVII (1896), 120. 

ed. C. O'Conor in Eer. Hib. scr. 11 2, p. 4, A. D. 484. 

Scotorum hist. lib. IX (* fol. I5857— es). 

cf. moreover J. Lanigan, Hist. Eccl. I, 386—388; A. S. Boll. 1 II. 
nV, 104—105; J. O'Hanlon, Lives of Irish Saints IV, 480. 483. 

Bishop series in the third (posthume) edition of his Help to English 
History (»1641. ^652. ^671), 182 — 184. 

Hist. Eccl. 2, 82. 

Bishop series in his Account of the Isle of Man, ^ ed. J. G. Gumming, 
in Manx Society I (1859), 82 — 92. 



364 0. KOLSRÜT), 

b) W. Blimdell ') teils about a market at Kirk Maughold on 
October 25, and a smaller fair held in the beginning of 
August. 

c) A. P. Forbes'-) mentions Kilmaichlie in Inveravon parish 
in Co. Banff in Scotland; but this name was probably 
derived from macLoig. 3) J. Train *) also refers to M. the 
chui'ches in Wigtown (Gallowaj') and Lesmahago (Lanark- 
shire) ; but they were dedicated to S. Machutus [i. e. Mac- 
lovius, bishop of Alet in Brittany "•)], whose name recent 
authors, following the example of the chronicles of the 
kings and bishops of Man and Sudreys, often substitute 
for S. Maughold. 

MaRooney is by Manx tradition (sixteenth century)'') said 
to have been bishop in Man [after Maughold] ; he was buried in 
Keeill MaBooney (see a). — Dedication: Kirk Marown [=Keeill 
MaKooney] in Man (see b). 

a) As Lonnan (see below) and Connaghan (see below) 
were buried in the same church, they must have lived 
after MaRooney, although the ballad mentions them 
before him. 

b) In names like MaBooney we have the hypocoristic ma 
(originally mo), poss. pron. 'my'. The name itself is doubt- 
less the Irish Bónán, by which a great many unlocalized 
saints are called in the martyrologies. ') Perhaps we may, 
following A. W. Moore, ^) suppose him to be the Scottish 
abbot Rónán of Cinngarad [i. e. Kingarth in Bute], who 
died A. D. 737, Febr. 7 (9), and wo is commemorated 
in many place names in the Hebrides.'-*) Thus we may 
regard the 'bishop' of Man as a localized eponymous saint. 



7.,'U., 9 



Manx Society XXVH, 128. 

Kalendars of Scottish Saluts (Edinburgh 1872), 380. 

Conjectured by Professor C. Marstrauder in ChriaÉiania. 

Supra p. 3G1, note 7. 

Forbes, Kaleudars, 381. 

The Ballad of Mannauan, vv. 19—20. 

See J. OHanlon, Lives of Irish Saints, under 11 /I., 13/1., 6. /IL, 

/u., 17., n., i.^y., 20. /v., 21., v., 22./ v., i./vi, 15. /vn., la/vm. 

A History of the Isle of Mau (London 1900), 75. 
Forbes, Kaleudars, 441 f.; see below, p. 373. 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN. ETC. 365 

Lonnan was. according to the Manx tradition (sixteenth 
century)/) bishop in Man [after MaEooney], buried in Keeill 
MaKooney. — Dedication: Kirk Lonan in Man (see a). 

aj L. is perhaps identical with one of the numerous Irish 
saints of the name Lom{in)an or Lon{n)an.-) J. G. Cirni- 
miiig^) and W.Harrison'») identify Lonnan as a matter 
of course with Loman. the first bishop of Tuam in Ire- 
land, fifth century ; but this combination is devoid of any 
authority. 

Coiinaghan was, according to the Manx tradition (sixteenth 

century),*) bishop in Man [after MaEooney]; he lies buried in 

Keeill MaEooney. — Dedication: Kirk Conchan in Man (see a). 

a) C. may be a localization of the Scottish bishop Connayuis, 

whom Hector Boethius (1526) calls episcopus Sodorensis 

(vide infra p. 367—368). 

(see a) EViscoFuS dEI IXSVLE (see b) names him- 
self in an inscription in Irish-Anglosaxon letters from the eighth 
or ninth century in a cross stone in Kirk Maughold in Man.*^^) 

a) Before the word EPPS is written [XOjXEITSPLI (Ker- 
mode has read the letters NO on p. 74, but omitted them 
on p. Ill); but this name is neither of Celtic nor of 
German origin. 

b) Kermode has not been able to read ^vith certainty the 
last letter of this word; but it cannot be anything else 
but E, which also the plate seems to show. 

After William (bishop in Man about 1060 70) Browne 
Willis (1727 — 30)') mentions a certain bishop Brendinus, to whom 

1) The Ballad of Mannanan, vv. 19—20. 

») See J. 0"Hanlou. Irish Saints, under 4 II.. 7 H., 17 II.. 6. VI., 

11. /Tin. 

^) Manx Society X, 7i. 

*) Bishop series in his Account of the Diocese of Sodor and Man, in 
Manx Society XXIX (1879). 53 — 69. 

^) The Ballad of Mannanan, vv. 19 — 20. 

^) Found during the reparation of the church in 1900, described by 
P. M. C. Kermode, Manx Crosses (London 1907), 74 f. lllf. 

') Bishop series in his Survey of the Cathedrals of York, Durham &c. 
(London 1727-1730, - 1742), reprinted in Manx Society XVm, 133—141. 
t 



366 O. KOLSRUD, 

he says one of the churches in Man was dedicated. E. Keith 
(1755)') adds Brandamis as a recognised better form of the 
name, and says that the church is Kirh Braddan. Abbe Pétin 
(1851)-) under November 2 puts Brendan, bishop in Man, in the 
ninth century. W. Harrison 3) refers Brandon quite arbitrarily 
to A. D. 1025. — Probably this 'bishop' is eponymous, Kirk 
Braddan being by A.W.Moore*) supposed to be a commemor- 
ation of the famous sailor Brénainn macFindloga, abbot of 
Clonfert in Ireland, f A. D. 576 May 16, who on his extended 
voyages visited both Wales [and Man?] and the Hebrides, and 
of whom numerous commemorations are to be found in the place 
names of the Hebrides, — provided that these are not due to 
the contemporary abbot Brénainn of Birra, f A.D. 571/73 No- 
vember 29, who as Brénainn of Clonfert was connected with 
Columcille. s) E. Challoner (1761)^) mentions under October 20 
the feast of S. Bradanus and S. Orora in Man. ^) — It is, how- 
ever, not improbable that it refers to Brendinus Euhonke reguhis 
(end of the sixth century), who is mentioned by Johannes de 
Fordun (f about 1386).*') 



The Hebrides. 

Petrus de Natalibus (bishop of Equilio in Italy from 1370) 
in his Catalogus sanctorum'*) mentions a certain Macririus 
episcopus, a maternal brother of S. Ursula (fourth century), 
whom Thomas Dempster (1627)*°) calls episcopus in Scotia, et 
quidem Sodorensis (!), f A. D. 454 October 21. 



1) Bishop series in his Large New Catalogue of the Bishops of the 
Several Sees of the Kingdom of Scotland (Edinburgh 1755), 175 — 181. 

^) Dictionnaire hagiographique (J. P. Migne's Encyclopedie théologique 
1 XL, 1851), 482. 

') Vide supra p. 365, note 4. 

*) Hist, of Man, p. 75, note ||. 

*) See J. Lanigan, Hist. eccl. II, 28—41; S. Baring-Gould and J. Fisher, 
British Saints I, 233—262. 

«) Memorials of Ancient British Piety (1761), 137. 

') cf. A. S. Boll. 20/ X. 3LVI, 887-890. 

8) Chronica gentis Scotorum III c. 28 (ed. W. F. Skene, Historians of 
Scotland I, 114). 

») [Vicenza] 1495, lib. IX c. 87 ('de Sanctis undecim milibus uirginibus'). 
1°) Hist. eccl. nr. 888 (» 469 f.). 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, ETC. 367 

In the Vitae S. Brigidae 1 11. and the Vitie S. Tigernachi 
5/ IV. a certain Condlaed is mentioned, a hermit from the River 
Liffey in Leinst er in Ireland, whom S. Brigida appointed bishop 
in the neighbonring see of Kildare about A. D. 490, i) and whose 
name is found in Irish and Scottish martyrologies under May 3.') 
In tlie account of the meeting of the hermit and the virgin in 
the 'quarta' Vita S. Brigidse, ^) the title episcoptis is anticipated, 
and in the 'secunda' Vita*) C.'s vestimenta transmarina et pere- 
grina are mentioned. It is then probably by a loose surmise 
that D. Camerarius (1627)*) (or the authors to whom he refers, 
Alexander Millius and Georgius Xeutonus ?) has chanced to give 
Conleatus — the name is corrupted later into Contentus — the 
title of e]}iscopns Sodorensis\ he places him under March 15 and 
omits the bishop of Kildare May 3. ^) 

Hector Boethius (1526) in his Scotorum historia") speaks of 
one Connanus, episcopus Sodorensis, who was teacher to the 
three sons of King Eugenius, one of whom was the later 
saint S. Fiacrius. We find, however, nothing in the Vit» S. Fiacrii 
about this bishop p) the Bollandists ^) therefore place C. among 
'praetermissi'. D. Camerarius (1627)") dates the feast of Conon 
sine Conanns January 26, and places his death at A. D. 648; 
Thomas Dempster (1627)") gives November 24 and A. D. 664. — 
The King Eugenius Aidaiii films, called Brudus, who is mentioned 
by Boethius, 12) is the king of Dalriada Eochaid Buide macAidán, 



») J. Lanigan, Eccl. hist. I, 409—415. 

») J. O'Hanlon, Irish Saints V, 69—95. 

*) n c. 19 (J. Colgan, Trias thaumaturga, 552). 

*) c. 19 (ib., 522). 

*) De statu hominis, veteris simul ac novae ecclesiie, et sauctis regni 
Scotiae (Catalanni 1627), 167; cf. Forbes, Kalendars, 314. 

«) cf. J. Lanigan, Eccl. hist. I, 409 ; J. H. Todd, St. Patrick, Apostle of 
Ireland (Dublin 1864), 23 f.; A. S. Boll. 3; V. ^ XIV, 363. 

') Lib. IX (» fol. 173a-,5). 

«) A. S. Boll. 30/Vm. 3 XL, 604—616; L. Surius, Historiae seu vitae 
sanctorum (Augustae Taurinorum 1875—80) Till, 745 — 747; Novae legendae 
Angliae, ed. C. Horstman (Oxford 1901) I, 441 — 444. 

») A. S. Boll. 26 I. => ni, 305. 

") De statu hominis, 135 f. 

") Hist. eccl. nr. 256 (» 153). 

") Lib. IX (» fol. 1715,-5«). 



368 0. KOLSRUD, 

f A. D. 629 ; i) but no Irish or Scottish sources give any son of 
his called Fiacrius. '^) As regards C.'s existence we have evidence 
in Scottish place names. ^) 

The Breviary of Aberdeen (1509)*) contains five lections on 
S. Talaricanus, who is said to have been consecrated bishop by 
a certain pope Gregor ins and afterwards to have worked in 
lorealis Scocie plaga. Thomas Dempster (1622) ^) relates, that 
S. TarMnus was commemorated in Lismore October 30, and there- 
fore (in 1627) assumed (ut existimoy), that he could give T. the title 
of episcopus Sodorensis. Adam King (1588)') says, that S. Tarkin 
lived vnder king soluatJihis A. D. 889. — Probably the association 
with the Hebrides arose before Dempster's time, and W. Camden, 
taking the nearest pope, Gregorius IV 827 — 843/44, gave the 
folloAving account in the enlarged (folio) edition of his Brittannia 
(London 1607)^): Inter opida[Manni(e'\xyrceciimum censetur Russin, 
ad Austräte latus sitiim, quod a castro vbi prcesidium habetur 
vulgo Castletoivn appellatur, vbi in insula sedes Episcopalis a 
Gregorio Quarto Pontifice Romano fuit instituta, cuius episcopus 
Sodorensis dictus ab hac ipsa insula (vt creditur) iurisdictionem 
in omnes Hebridas instdas olim Jiabuit, nunc tantum &c. (the 
w^ords from vbi are missing in the edition of 1594)"), and after 
that time invariably by later authors, and even at the present 
time, we meet the account, that Gregorius IV founded the 
episcopatus Sodorensis in 838, 844 or 847. However, this proves 
to be a fiction, for we see that king Selvach macFerchair of 
Dalriada resigned in 723, f 730 1") and was thus a contem- 
porary of pope Gregorius II 715 — 731. It is therefore better 



^) E. W. Robertson, Scotland under her Early Kings (Edinburgh 
1862) n, 186. 

2) W. Reeves, The Life of St. Columba written by Adamuan (Dublin 
1857. Baunatyne Club CXI), 438 (the genealogical table) ; cf. J. O'Hanlon, Irish 
Saints VIII, 424 f. 

3) Forbes, Kalendars, 308; O'Hanlon I, 446—449. 

'■) Pars estivalis, proprium sanctorum, fol. cxxxiiiiv — vir (2 Bannatyne 
Club XCI [1853], 335 — 337). 

=) Forbes, Kalendars, 216. 

c) Hist. eccl. ur. 1118 (^ 611). 

') Forbes, Kalendars, 166. 

«) p. 839. 

*) I have not had an opportunity of consulting the quarto edition of 1600. 

'^) E. W. Robertson, Scotland I, 15. II, 186. 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, ETC. 369 

to follow the Bollandists ^) who place bishop T. at this date. Be- 
sides in the sees of Aberdeen, Ross and Moray, there are com- 
memorations of T. also in the Hebrides: Ceill Tarraglan in Skje, 
and Eagluis Tarain in Taransay.^) 

In the Breviary of Aberdeen (1509)3) there are five lections 
on S. Volocus, a bishop who laboured in the northern part of 
Scotland 'after A. D. 400'; he is mentioned in the Kalendaries 
under January 29^); Adam King- (1588)^) names S. Mahcoloh 
hischop in Scotland A. D. 720; Thomas Dempster (1627)6) makes 
S. 3IahivoloJcus off hand episcopus Sodorensis A. D. CCCXX 
[i. e. DCCXX], while D. Camerarius (1627) ') places him in Candida 
Casa [i. e. Galloway]. As Volocus is a latinisation of Irish laelchu, 
we may perhaps, with A. P. Forbes,") suggest Faelchu mac 
Dorbéne, abbot of Hi A. D. 717 — 724.9) 

Patrikr {'hinn helyv i. e. 'the saint') was, according to 
the Icelandic Sagas, "^) bishop í Suörcyjum in the second half of 
the ninth century (see a). 

a) This account of bishop Patrikr and Orlygr Hrappsson 
is generally considered a mere legend; J') we must, however, 
bear in mind, that Hector Boethius (1520) '^) speaks of 
Patricianus episcopus, who being persecuted by the Anglo- 
saxons fled to Scotland and (from the Scottish king Con- 
gallus) obtained land in the Island of Mona, where he 
died at the time of Congallus' successor Conranus. Per- 
haps Hector was wrong in placing P. at this period 

A. S. Boll. 30 X. 3 LXI, 449. 

*) Forbes, Kalendars, 449. 

') Pars hyemalis, propr. sanct., fol. xliiii^ — xlv^ (' Bannatyne Club 
Cn [1854], 337—338). 

*) A. S. Boll. 29,1. ^m, 53Í; J. O'Haiilou, Irish Saints I, 504 — 506. 

*) Forbes, Kalendars, 143. 

«) Hist. eccl. nr. 848 (^ 452*). 

') De statu hominis, 137. 

«) Kalendars, 459—461. 

9) W. Reeves, The Life of St. Columba, 381 f. 

'») Landnamabok I c. 12 (íslendiuga sügur I [1843], 42 f.); Olafs saga 
Tryggvasonar c. 119 (Fornmanna sügur I [1825], 242 f.) ^ c. 217 (Flateyjarbok 
I [1860], 264); Kjalnesinga saga c. 1 (íslendinga sügur II [1847], 398). 

") e. g. vide K. Maurer, Die Bekehrung des norwegischen Stammes zum 
Christenturae II (München 1856), 631"«. 

1») Scotorum historia, lib. VIII (* fol. 15172—7»). 



370 0. KOLSRUD, 

— Comgal mac Domangarto of Dalriada ruled A. D. 
505 — 538, his brother Gabrán mac Domangarto A, D. 
538 — 560 ') — , or perhaps there have been several bishops 
named P. in the Sudre5'S; it is also possible that an- 
other bishop conceals his identity under the better 
known name of the great apostle S, Patrick, ^) 

In the Vita S. Malachiae archiepiscopi Armachani by Bernard 
of Clairvaux we find mention of bishop Malchus of Lismore (in 
Munster in Ireland) A. D. 1119/32'), whose festival is April 10*) 
or August 10.5) Thomas Dempster (1622, 1627) ^) confounded the 
Irish see Lismore with Lismore in Argyle and tells that Malchus 
floruit A. D. 1161 (!). As Lismore is one of the Hebrides (al- 
though it was never included in the later 'diocesis Sodorensis', 
but formed a separate see), David Camerarius (1627, 1631)") con- 
sidered himself justified in calling S. Malchus episcopus Sodorensis 
in Scotia, but transferred him to August 30. Later authors have 
further confounded bishop Malchus (April 10) with the much 
earlier bishop Molocus*) or MoLugaid (June 25), bishop of Lis- 
more in Argyle in the sixth century^}. 

Hi (or I, Hy, Y) — I-Coluimcille — 

(latinised la, loua, corrupted to lona). 

'Seveu [contemporary] bishops in Hi' are invoked in the so- 
called Litany of (Engusio) [about A. D. 800 (see a)j and may 
perhaps be referred to the time about A. D. 500 (see b). 



1) E. W. Robertson, Scotland II, 186. 

*) cf. D. Camerarius, De statu hominis, 259; Forbes, Kalendars, 2-1:2. 
214; A. S. Boll. iO/X. ^LIII, 8. 

") A. S. Boll. 3, XL ■' LXV, 146. 151, cf. 139. 

*) O'Hanlon IV, 92-102. 

*) O'Hanlon VIII, 148 f.; A. S. Boll. 10/ VIII. s XXXVI, 561, cf. 30; IX. 
3 XLVIII, 259. 

•^) Menologium Scotorum by Forbes, Kalendars', 196; Hist. eccl. nr. 847 
(2 452*). 

') De statu hominis, 234; Forbes, Kalendars, 241. 

^) Richard Augustine Hay, quoted by R. Keith, An Historical Catalogue 
of the Scottish Bishops, ^ed. M. Rüssel (Edinburgh 1824), 284. 

9) Forbes, Kalendars, 409 — 411; A. S. Boll. 25/ VI. " XXVII, 677-680; 
O'Hanlon VI, 789 — 795. 

*") Secht n-epscoip na Hii and Secht n-epscoip Cille Hice (quoted by 
W. F. Skene, Celtic Scotland U, 34). 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, ETC. 371 

a) Provided that QEngus really composed the litany, that 
generally bears his name.i) 

b) The Catalogus Sanctorum Hibernise^), written in the 
eighth century, divides the time after S. Patrick into 
three periods, the first of which, asserted to have 
lasted until A. D. 534, is characterised by groups of 
bishops being consecrated seven at a time and labour- 
ing together. H. Zimmer ^), however, assumes, that the 
views of this catalogue concerning the ecclesiastical 
state of Ireland in the fifth and sixth centuries 
were in the main produced or influenced by the 
legend of S. Patrick, as it arose in the seventh 
century. 

Two bishops were in Hi, when Columcille landed there in 
563, but they at once left the island (see a), 

a) Thus says the Irish Vita S. Columbae in Lebar Brecc *), 
written about A. D. 1397, and in the Book of Lismore^), 
written about A. D. 1460. 

Fergna Brit mac Failbe, who was abbot of I-Coluimcille 
A. D. 605 — t A. D. 623 March 2^), is also called 
'bishop' in a gloss to the Martyrology of Gorman"), in the 
Annals of the Four Masters*), and in the Martyrology of 
Donegal«). 



') cf. Whitley Stokes in Transactions of the Royal Irish Academy, Irish 
Manuscript Series I 1 (Dublin 1880), 4—6. 

") Councils and Ecclesiastical Documents Relating to Great Britain and 
Ireland, edd. A. W. Haddan et W. Stubbs II 2, 292—94. 

ä) J. J. Herzog's Realencyklopädie » X, 209. 224. 

*) Translated by W. M. Hennessy, by W. F. Skene, Celtic Scotland 
II , 491 ; the Irish text of this passage is quoted by W. Reeves, The Life of 
St. Columba, 4351«. 

^) ed. Whitley Stokes, Lives of Irish saints (Anecdota Oxoniensia 
4 V), 30. 178. 

8) W. Reeves, The Life of St. Columba, 372. 

") ed. Whitley Stokes, 46 f. 

8) ed. J. O'Donovan [2] I (1851), 244 f. 

^) edd. J. H. Todd and W. Reeves (Irish Archaeological and Celtic Society 
VII, 1864), 60 f. 



372 0. KOLSRUD, 

Coeddi, bishop of la, f A. D. 712 1) October 242). 

Thomas Innes (f 1744)') supposed, that the signature of 
the Acts of the Council in CealchyJ^e (Chelsea) A.D. 787^): Ego 
Aldulphiis Myiensis ecdesice episcopus . . . should read Hyensis, 
but the editors of the Acts show^) that A. is the bishop of the 
Anglosaxon colony of Mayo (on the west coast of Ireland), who 
was consecrated A. D. 785. 

Fingiu, anchorite and bishop of la^), f 9G4') March S**). 

Mugróin, comarha [i. e. successor] of Columcille in Ireland 
and Scotland A. D. 964— A. D. 980«), in the Annals of the Four 
Masters I'J) is called 'abbot of la, scribe, and bishop'. 

Maelciarain Ua Maigne, comarla of Columcille 980 — 986 •!)> 
in the Annals of Innisfalleni-) is called bishop of la. 

Flaithbertach UaBrolchain, comarha of Columcille from 
A. D. 1150, and abbot of Hi from A. D. 1164^^), was appointed 
bishop by the council of Bri-mic-Taidg (co. Meath in Ireland) 
A.D. 1158 •\ t A.D. 1175 ^U 



1) Annals of Tigeruach, ed. Whitley Stokes, Reviie Celtique XYII (1896), 
222; Annals of the Four Masters, [2] I (1851), 310f.: A. D. 710; Annals of 
Ulster, ed. W. M. Hennessy (Dublin 1887 — 1901) I, 161: A. D. 711. 

2) Martyrology of Tallaght, ed. M. Kelly in Catalogue of Irish Saints 
(Dublin 1857); Mart, of Donegal, 282f. 

^) The Civil and Ecclesiastical History of Scotland (Spalding Club XVII 
1853), 186. 

*) Councils, edd. Haddan and Stubbs III, 4G0. 

^) ib. Ill, 446. 462. 

«) Annals of the Four Masters [2] I (1851), 686f; Chronicum Scotorum, 
ed. W. M. Hennessy (Rer. Brit. scr. 46), 216 f. 

') The year 964 in the Ann. of the Four Masters W. Reeves corrects 
into 966 (The Life of St. Columba, 395). 

*') J. Colgan, Trias thaumaturga, 502. 

-') W. Reeves, The Life of St. Columba, 394. 

") [2] I (1851), 708 f 

") W. Reeves, The Life of St. Columba, 395. 

•-) Rer. Hib. scr., ed. C. 0"Couor II 2, 45 (the year 968 here corresponds 
with 986 in the other annals). 

") W. Reeves, The Life of St. Columba, 406 f 

") Annals of the Four Masters A. D. 1158, 1175. [2j II (1851), 1128f ; 
[1| I (1848), 18 f 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN. ETC. 373 

Ciungarad. 

(Kingarth in the island of Bute). 

Daniel, bishop of Cinngarad. f A. D. 659. t) 
Joláu, bishop of Cinngarad, 7 A. D. 688. ^) 

Rónáu, abbot of Cinngarad, 7 A. D. 737^), is called 'bishop' 
in the Breviary of Aberdeen (1509)'') (see a). 

a) A. P. Forbes^) undoubtedly makes a mistake in iden- 
tifying this Eónán with the epscop Bóndn in the martyro- 
logy of (Engus^) (February 9). — because in a gloss') this 
bishop is called bishop of Lismore in Ireland. — Several 
place names, especially in the Hebrides, commemorate 
the abbot bishop Rónán.®, ®) 

Cathanus, bishop, according to the legend (1509) J^") is said to 
have consecrated his sister's son Blaán (see below) bishop, and is 
therefore referred to the island of Bute by D. Camerarius (1627);") 
C. quotes Georgius Neutonius, the Historia Dumblanensis and 
others.") 

Blaán (see a), according to the legend (1509)'°) originated 
from the island of Bute, studied in Ireland, and after his return 
was consecrated bishop by his maternal uncle Cathanus (see the 
fore-going) and accepted apostolic benediction in Rome. — In Irish 



Annals of Ulster I, 116 f.: A.D. 659; Annals of Tigernach (XVIT), 
195; Annals of the Four Masters [2] I (1851), 269f.: A.D. 659; Chron. Sco- 
torum, 94 f.: A.D. 656. 

-) Annals of Ulster I, 138f.: A.D. 688; Annals of Tigernach (XVII), 
210; Annals of the Four Masters [2] I (1851), 294 f.: A. D. 688; Chron. Scotorum, 
108 f.: A.D. 685. 

') Annals of Ulster I, 192 f.: A. D. 736; Annals of Tigernach (XYII), 240. 

*) Pars hyemalis, propr. sanct., fol. liiii'*'. 

^) Kaiendars, 441. 

«) ed. Whitley Stokes (Henry Bradshaw Society XXTX 1905), 59. 

-') ib., 73 f. 

^) Forbes, Kaiendars, 441. 

8) cf. A. S. Boll. 7,n. "V, 2. 

'") Breviary of Aberdeen, pars estivalis. propr. sanct., fol. Ixxviir— ▼ 
(2 278). 

") De statu hominis, 197 (17, V.). 

") cf. A. S. Boll. lO.yni. 3 XXXVI, 484. 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 25 



374 0. KOLSRUD, 

martyrologies he is called bishop', ^') or abbot*) of Cinngarad in 
Gall-Gdidil (i. e. Gallowaj^) (see b), but his name is also connect- 
ed with the church of Dumblane^); he is said to have lived 
about A. D. 1000 (see c), f August 10. '-') 

a) In the later bishop series the name is corrupted into 
JBladus or Baldus. 

b) As Bute is one of the Hebrides, D. Camerarius (1627)') 
calls B. simply episcopus Sodorensis. 

c) Adam King (1588)') places B. vnder kink kennete 3. A. D. 
1000; Thomas Dempster (1627)'*) has A. D. 1010. King 
Kenneth III ruled A. D. 997 — 1005.«) 



II. Orkneys. 

There does not exist any chronicle of the bishops of Orkneys 
written within the diocese itself. The Norwegian sources of 
the story of the Orkneys naturally deal very slightly with pre- 
Norwegian events: the Orkneyinga saga^") or (more correctly) Jarla- 
saga (wiitten about 1200), i. e. the story of the jarlar (or counts) 
in the Orkneys, is here absolutely silent; the Historia Xorvegiien) 
(written in the first part of the thirteenth century, now only 
existing in a collective codex from about 1460, written for the 
earl of the Orkneys) has only some few words about the abori- 
gines of the isles, the Peti [i. e. Picts], and the Papce [i. e. Christian 
immigrants fi'om Ireland]; the author does not even know that 



') Mart, of Tallaght, p. xxxi. 
'Ó Mart, of Donegal, 21if. 
») Mart, of (Engus, 175. 184 f. 

*) The Book of Obits and ^Martyrology of Christ Church, Dublin, ed. 
J.C. Crosthwaite (Dublin, Irish Archaological Society 1844), 144. 
6) A. S. Boll. 19/YII. "XXXI, 579f.; lO/VIII. ^XXXVI, 560f. 
") De statu hominis, 221. 
') Forbes, Kalendars, 159. 

8) Hist. eccl. nr. 142 (^ 81). 

9) E. W. Robertson, Scotland I, 91 f. 

*°) Best edition by G. Vigfasson in Icelandic sagas (Rer. Brit. scr. 88) I, 
London 1887. 

") Best edition by G. Storm in Monumenta historise Norvegiae (Kristiania 
1880), G9— 124 = 203 — 228. 



CELTIC BISHOPS IX THE ISLE OF MAX, ETC. 375 

the latter were Christians, for he says: 'Papce vero propter alias, 
quihus ut clerici induebantur, vocaii stint, unde in Theutonka 
lingua omnes cltrici papce dicuniur. Adhuc qucedam insula Fapey 
ah Ulis denominatur. Sed ut per liabitum et apices lihrorum 
eorum ibidem derelidorum notatur, Africani fuerunt, judaismo 
adhcerentes' ^). The bishop series of the province of Xidaros^) 
(composed in the beginning" of tlie fourteenth century) also include 
the Orkneys, but in most copies the first name is that of bishop 
William I (1102 — 1168), with whom the uninterrupted series of 
Norwegian bishops begins, and who is also designated by the 
epitaph on his tomb as the primus episcopus^)] only one copy 
of the series mentions two of the bishops, who were consecrated 
by the archbishops of York before this William. Thus we see 
that no Norwegian source enumerates all the bishops of Eoman 
obedience from the time of the Christianisatiou of the Orknej's, 
not to mention the Celtic bishops before the Norwegian occu- 
pation. The historian of the archbishops of Hamburg (Adamus 
Bremensis, who wrote about 1075) however says, on occasion of 
his account about the first [Norwegian] bishop Turolfus [i. e. 
iDórolfr] (ca. 1050), that the Chnrch in the Orknej'S up to that time 
had been governed by English and Scotch bishops: ^Ad easdem 
insulas Orchadas, quamvis prius ah Anglorum et Scothorum epis- 
copis reger entur, noster primas [Adalbert 1043 — 1072] iussu papae 
ordinavit Turolfutn episcopum in civitatem Blasconam [for Birg- 
sanam, i. e. Birsa in Mainland], qui omnium (i. e. episcoporum) 
curas ageret'J) Adam himself names these bishops: Heinricus, 
who had been the sacellarius of King Knut (f 1035),") and whom 
probably the archbishop of York had sent to the Orkneys, and 
Johannes, ordained in Scotia^') (i. e. in Ireland), whom Adalbert 
himself had sent out to the Orkneys. Both these bishops after- 
wards left the islands and went to Iceland, evidently because 
the Norwegian population of the Orknej's wished, and also ob- 



1) Mon. hist. Norv., 89. 

») For the bibliography see Dipl. Xory. XVH B, 186—188. 

3) P. A. Munch, Samlede Afbandlinger II (1871), 558^ 

*) Adami Bremensis Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificnm lY c. 34 
(ex rec. Lappenbergii in usum scholanim ed. G. Waitz. ^Hannoverae 1876, 
p. 183). 

5) ib. lY c. 8 (p. 159). 

«) ib. Ill c. 70 (p. 151). 

25* 



376 0. KOLSRUD, 

tained, a kinsman as tlieir tisliop, the above mentioned Turolfus. 
Besides this Johannes (vide infra p. 378 — 379) no Celtic bishops in 
the Orkneys are to be found in mediaeval sources. As, however, 
some ancient authors mention a few non-Norwegian names, it 
may be of interest to inquire into the value of their evidence '). 

Prosper Aquitanus says in his chronicle (first edition A. D. 
433), that pope Coelestinus in 431 sent Palladius as the first 
bishop ad Scottos . . . ordmatus-). Johannes de Fordun (f about 
1386)^) says that Palladius coming- to Scocia found there Servanus, 
whom he consecrated bishop. Johannes Major (1521)') adds, that 
Servanus was sent ad Orchades insulas. Adam King (1588)^) 
names under July 1 S. Ser/fe hiscJiop of qrJcnay and confessor 
vnder hing Eugenius 2. A. D. 443. — Thomas Dempster (1627)'') 
even knows of two (I) bishops in the Orkneys, S. Serfus A. D. 293 
and S. Servanus A. D, 440. — However, Palladius is the same 
as the apostle of Ireland S. Patrick'), and Scoti are the people 
of Ireland — although we are not without ancient accounts 
w^hich tell about S. Patrick's visiting Scotland^) — ; thus the story 
about Servanus is rather doubtful. That he existed is proved 
by Scottish place names'*); but the confused and incompatible 
accounts of him are very variously interpreted, i«) 

Beda (f 735) tells in his Historia ecclesiastical'), that [in 640] 
a letter was sent from Rome T(h)onnano, Columhano, C{h)romano, 
I)inna{n)o et Baithano episcopis . . . Scotiis. Amongst these Irish 



1) The following extract is translated by the author from Dipl. Norv. 
XVHB, 294—295. 197—198 (see above p. 359, note 6). 

*) Monumenta Germaniae historica, Auctores antiquissimi IX, 473, ed. 
Th. Mommseu. 

*) Chronica gentis Scotorum III c. 8 (ed. W. F. Skene, Historians of 
Scotland I, 94). 

^) Historia maioris Britanuise, fol. xxiii. 

^) Forbes, Kalendars, 15G. 

«) Hist. eccl. ur. 1032. 1030 (* 574*. *573f.). 

') B. W. Wells, St. Patrick's Earlier Life, in English Historical Review 
V (1890), 475 — 485; H. Zimmer, in J. J. Herzoges Kealencyklupiidie ^X, 215 — 217. 

«) Forbes, Kalendars, 427—430. 

3) Forbes, Kalendars, 445 — 447. 

1«) cf. A. S. Boll. 1 Vn. 8 XXVm, 50-53; W. F. Skene, Celtic Scotland 
II, 184 f.; J. O'Hanlon, Irish Saints IV, 248 — 253. V, 288. VII, 26 — 31. 

") 11 c. 19 (Patrologia, series latiua, ace. J. P. Migue, XCV,113); Ph. Jaffa, 
Eegesta Poutificum Romanorum * ur. 2040. 



CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, ETC. 377 

bishops Thomianus was archbishop of Armagh (f 657/60).*) In 
the History of Hector Boethius (1526)^) they have all become 
Scots, and the names corrupted: Connanum, Coliünlanum, Chronia- 
ciim, Dimaum, Bigitanum . . . e^yiscopos. Johannes Leslsus (1578)^) 
repeats the series, and the first one is by him called Conuanus. 
Now Arnoldus Wion^) names among undated saints Convanus 
Scotns, monachus Insidce Helluensis A. D. 640. By an easy com- 
bination D. Camerarius (1627)') made Conran(n)us bishop in the 
Orkneys; his feast he (in 1631)*) placed on February U. 

Thomas Dempster, in his Menologium (1622) 'J under April 6 
mentions Kirhnae [i. e. in Kirkwaw] (festum) Berthami episcopi 
Orcadum sandissiyni; in his Historia ecclesiastica (1627)') he 
writes more reservedly: episcopus, sed cujus ecclesice incertum; 
puiatur Orcadum (I). Adam King (1588)^) in his Kalendary 
April 6 places S. Bercliam hishop and confessor in Scotland vnder 
Icing kennede A. D. 839 — king Kenneth I ruled A. D. 843 till 
859^0) — . A. P. Forbes^Oj certainly with justification, considers 
this saint as identical with bishop Bearchan of Ciuain-sosta 
(Clonsost) in Ui-Failghe, King's Co. in Ireland, who is mentioned 
in Irish martyrologies under August 4.^2) 

Adam King (1588)'*; in his Kalendary June 6 names >S'. Cohne 
bischop and confessor in Scotland vnder hing kennethe 3. A. D. 1000 
— Kenneth III reigned A. D. 997 — 1005 — ; Thomas Dempster 
mentions in his Menologium (1622)'*) June 6 Kirkuae [i. e. in 
Kirkwaw] (festum) Colnii Orcadum Apostoli, and in his Historia 



^) J. O'Hanlon, Irish saints I, 158 f. 

2) Scotonim historia lib. IX (^ 176&Í— 55). 

^) De origine, moribus et rebus gestis Scotoriun (Eomse 1578), 158. 

*) Martyrologium, appendix to his Lignum vitae (Venetiis 1595), quoted 
A. S. Boll. 14 II. 3 y, 742. 

'=) De statu hominis, 147 f. 

^) Forbes, Kaiendars, 234. 

') Forbes, Kaiendars, 196. 

«J Nr. 133 (' 76). 

3) Forbes, Kaiendars, 149. 

>^) E. W. Eobertson, Scotland II, Appendix A HI. 

1') Kalendars, 279. 

'2) J. O'Hanlon, Irish Saints VIII, 71; A. S. BoU. 6, IT. ' X, 602. 

") Forbes, Kalendars, 154. 

1*) Forbes, Kalendars, 202. 



378 



0. KOLSRÜD 



ecclesiastica (1627)') lie calls C. episcopns Orcadum about 1010, 
consecrated in Eome, and makes liim a contemporary and friend 
of pope Bonifacins YII [974 and 984—985]. D. Camerarius (1627)') 
transfers S. CoJmus episcopus Orcadum insularum to June 6, 
later on (in 1631)') to March 3. — Probably we are here con- 
fronted by a localization of one of the numerous saints of the 
name CoJman in Ireland and Scotland — the martyrology of 
Donegal (1630) names 96 different ones —J) 

Johannes was consecrated in Scotland (see a), [went to Ger- 
man}'], was sent to the Orknej'S^) (see b) by Adalbert archbishop in 
Hamburg-Bremen [1043 — 1072], [left the islands on occasion of 
the consecration (in 1050?) of a native Norwegian (?) bishop]'"), 
went to Iceland — where he was called Johann (or Jon) enn 
irsJcP, ^) — , laboured here 'a few'') (or 'four')') years, left the 
island [about 1054 (?), on occasion of the election (in 1053?) 
and consecration (in 1056) of a native Icelandic bishop]'") and 
returned to Germany — wherefore in one Icelandic source he 
is called hinn saxnesW^) — , was appointed bishop for the re- 
cently erected see of Meklenburg by archbishop Adalbert of 
Bremen". -) (see c); here J. worked among the Slavish population, 
until in an insurrection he was killed by the pagans at Rethre 
in 1066 November 10. 12) 

a) Adamus styles him Johannes in Scotia ordinatiis,^) Johannes 
Scotus,^^) or Johannes quidam Scoiorum episcopns.''^) Until 
the tenth century Scotia signifies merely Ireland, in the 
eleventh also Scotland. The words: Uyherniam. Scotorum 



Nr. 267 (•' 159). 
De statu hominis, 206. 
Forbes, Kaleudars, 235. 

See also A. S. Boll. 9,111. ^ Yin, 3; 6, VI. ^ XXI, 748 f. ; Forbes, Kalen- 
dars, 302 — 306; J. O'Haulon, Irish Saiuts IH, 277 f. 

Adamus Bremensis (ca. 1075) III c. 70 (p. 151); cf. schol. 9i (ib.). 

Ad. IV c. 34 (p. 183), III c. 70 (p. 151). 

isleudiugabok (1122 1133) c. 8 (p. 10, ed. Th Mobius, Leipzig 1869). 

niiiigrvaka c. 3 (p. 64, Biskupasögnr I, 1858). 

Laiidiiamabok, viöbot I (p. 332, Ísleudingasugur I, 1843). 

See Dipl. Norv. XVn B, p. 259. 

Ad. Ill c. 20 (p. 110). 

Ad. Ill c. 50 (p. 130 f.). 

Ad. Ill c. 70 (p. 152). 



~n 



^ CELTIC BISHOPS IN THE ISLE OF MAN, ETC. 379 

patriam, quae nunc Irland clicitur,^) show that Adam 
knew the distinction between Ireland and Scotland; the 
'Scotornm patria' in his mind is evidently identical with 
'Scotia', as indicated in the epithets quoted above. 

b) ad insulas Baltici maris by the scholiast of Adamus^) 
probably corresponds to in Sclavaniam in another 
scholion.3) 

c) It is very difficult to state-*) the time of the erection; 
the episcopal see is known to have existed in 1062. '^) 



Shetland. 

Of Celtic Christianity or Celtic bishops in the isles of 
Shetland nothing is known from literature, either mediseval, or 
recent. 



1) Ad. IV c. 10 (p. 161). 
») Ad. schol. 94 (p. 151). 
3) Ad. schol. 81 (p. 131). 

*) G. Dehio, Geschichte des Erzbistums Hamburg-Bremen (Berlin 1877) 
I, 187, and Kritische Ausführungen XIX, p. 69. 

5) Hamburgisches Urkuudenbuch, hg. J. M. Lappenberg (18i2) I, nr. 90. 



Christiania. Oluf Kolsrud. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM 
IRISCHEN. 



Für jede Sprache ist es immer sehr wichtig festzustellen, 
inwiefern sie sich der Nominalausdrücke bedient, namentlich, 
wenn es sich um Xominalausdrücke handelt, die in einen Satz 
aufgelöst werden können; es kommen da also vor allem die 
Verbalnomina in Betracht. Wenn wir z. B. anstatt eines älteren 
acc. c. inf. einen Nebensatz wie vulgärlat. (credidit ei) quia esset 
uere ßius Dei [Peregrinatio XIX 6] finden, so ist es ein Zeichen 
der Tendenz, eine synthetische Gruppe durch eine analytische 
Form zu ersetzen, eine Totalität weiterzugliedern. Diese Ten- 
denz ist solchen Erscheinungen wie ind. ádahdhavratapramatis 
(RV II 9, 1) „für die unverletzte Ordnung Fürsorge tragend" 
gerade entgegengesetzt. 

Wie ist es nun im Irischen? Was kann man da a jjriori 
erwarten? 

Wir wissen, dafs das Irische aufser dem Part, perl pass, 
kein Verbum infinitum kennt und daís die Vorgangsnomina als 
Nomina verbalia fungieren, daraus mufs man also schliefsen, dafs 
das Irische die nominalen Vorgangsausdrücke besonders bevorzugt. 
Auch die Tatsache, dafs im Irischen die nominalen und verbalen 
Sätze voneinander strenger geschieden und gleichmäfsiger ver- 
treten sind als in anderen europ. Sprachen (wo nur der Verbal- 
satz der normale Satztypus ist) spricht dafür. Dafs also das 
Irische eine ausgesprochene Vorliebe für die nominale Ausdrucks- 
weise hat, ist unverkennbar. Damit ist jedoch nicht ausgemacht, 
dafs das Irische den Sprachen, die sich gröfserer Xominalgruppeu 
bedienen, gleichzustellen ist; denn solche Sprachen gehören ge- 
w^öhnlich dem unterordnenden Sprachtypus an. Das Irische gehört 
nun aber keineswegs zu diesem Typus, ja manches spricht darin 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINÄ IM IRISCHEN. 381 

sogar für einen fragmentarischen Charakter, so z. B. die Post- 
position des Attributs, Prolepsis des Objekts und vor allem das 
schnelle Tempo des mod. Irischen. Angesichts dieser Tatsachen 
wird es nicht ganz überflüssig sein, den Gebrauch der nominalen 
Vorgangsausdrücke im Irischen zu untersuchen. 



A. 

I. Das Vorgangsnomen bildet einen selbständigen Satz. 

Solche Sätze sind mit anderen Nominalsätzen identisch: 
«) So namentlich bei einem gröfseren Affekt exklamativ. 
Imperativisch: Ir.T. 1 270 a dula dano „gehen wir!". Ir.T. III 1. 189. 
„Ä hreth amarach dia hhddJmdh." . . . Ir. T. I 100. „Fagabar tra'^ 
. . . „do feraih liErend tairismi comrama frim-sa no lécud na- 
mmur.ci do raind dam." Exklamativ fragend: Wb. 6 a 4. cedono 
tuidecht friss, quid ergo resistere ei? {Z - 700). 

(?) Es gibt weiter solche Ausdrücke, wo der nominale Vorgangs- 
ausdruck dem nennenden Nominativ entspricht; hier handelt es 
sich meiner Ansicht nach um einen selbständigen existenzialen 
Nominalsatz, der das Thema ausdrücken soll. Solche Ausdrücke 
finden wir in den Anualen. Ulster Annalen A. D. 821: Indred 
deisceird Breg leis aülierrach in Kalendis Nouembris, co torcliair 
sluagh dimor hiss de feraih desceirt Bregli. — Indredh Mide la 
Niall, CO roloscadh condici tech . . . (834). Indredh aird Macha . . . 
Gallaibh . . . (920). Vgl. lat.-ir. Comhustlo inse Patraicc (797) — 
loscadh y orggain Foirbrein i cricli Graicraigi (815). Indarba 
n-Genti a hEre . . ., co farcahsat drecht mar di a longaibh (901). 
Slogad la NiaJl . . . i n-dail n-Araide . . . ri dal Araide di a tair- 
echt oc Fregabul / maidm fair co fargabli a brathair as a lurgg 
(913), vgl. auch 813, 912, 998. — Boiniudh for fru airde Cian- 
nacJita re Cumuscacli mac Congdlaigh, ubi ceciderunt Eiidiis mac 
Tigernaigh et alii multi (821), vgl. 836. Vgl. lat.-ir. lugidntio 
Follamhain mic Congalt, regis Midi, dolose (765). Obsesio Ailech 
cluaihe a Norddmannis A. Amlaiph et Imhar . . . obsederunt 
arcem . . . (869). ImiecJit Boinde cosaib tirmaibh (817.) Diese 
Ausdrücke gleichen solchen Enumerationen wie Da macc Magog 
meicc lafeih meicc Noi 7c (LU la2 ff.), und dann solchen Nominal- 
sätzen, wie An. Ul. Uentus magnus in feria Martini, condarsgar 
fidhdr mar isnaib caiUibh (891). — Sneaclda 7 h-uacht dimliar 
y aig anaicenta, isin hliadain-se, comtar siiirsc primloclia 7 pritii 



382 JOSEF BAUDIS, 

dbainn Erend . . . Airdi graindi olchena (916). Tadbhshi ingnadh 
aidchi feile Stefan, comho croderg in nemli (991). — Aig anaiccenta 
y sneachta mar rohatar o notlaic stellae co li-init (817). — Mes 
mor etir cnomes y daiirnies, y ro iadli glasa cor ansat di riuth 
(835). In alien diesen Fällen haben wir es mit einem Existenzial- 
satz zu tun, der mit dem nennenden Nominativ der Inschriften 
identisch ist, und diese Aussage, wie gesagt und wie man an den 
Belegen sehen kann, bildet manchmal das Thema ^) der weiteren 
Aussage: d. h. das, was man zu dem Faktum als Bemerkung 
hinzufügen will, oder was nur das Faktum weiter erklären oder 
schildern soll, wird im Verbalsatz hinzugefügt. Dabei ist es 
gleichgültig, ob das Thema ein Vorgangsnomen ist, oder nicht. 
Vgl. noch. Catli Bruing etir Connachta inuicem, du itorcJiair 
Ceallach . . . (835). Cathroiniudh ria 3iaelfinnia . . . du itor- 
cradar ill (896) vgl. 833. Cu^nusc a cengcigis i n-ard Macha . . . 
du itorcradar ili. üath for Dubgliallu re Saxanaihh, du itorcradar 
sluaigh diarmidlie (892). Vgl. lat. Bellum LeitJii cliaim re Niall 
mac Aedha for hU Cremiain y for Muiredach . . ., iti quo ceci- 
deruni Cumuscach y Congolach . . . (826). 

Sloged la Niall . ■ . y cathroiniudh riam for ócu tuaiscirt 
Connacht . . . co fargabsat sochaide itir ias y ergabail (912). Sloiged 
la Murcadh macMaileduin co fcraib ind fochli corici aird m-Brecan. 
Eludh iarum. do feraib Breg cuice . . ., co rugiallsat ic druim Fer- 
gusso do Murchadh (821). Righdhal mathe Brenn ... ic denum 
sidha . . . conidh as in dail sin durat Cerball . . . (858). Slogad 
ind fochlai la Niall . . . hi Midhe . . . Scorais oc Grellaigh eillti ... 
Luidh slogh h-uadh asin dunadh du saghaid arba y condaidh. 
Busnarraid Oengus .... (913) (vgl. noch 840. 904). An dem 
letzten Beispiel sieht man am besten, dais ich recht habe: Slogad 
yc. ist das Thema, in den folgenden Verbalsätzen wird Näheres 
über dies Ereignis gesagt. Der Nominalsatz führt immer ein 
neues Faktum vor, und dieses Faktum wird dann erklärt: 
Bongas tre fichet long di Norddmannaibh for Boinn. long as eile 
tre fichet long for abaind Bij^hi. Bo slatsat iarum in di longais 



') So ist auch das proleptisch vorangestellte Obj. oder Subj. zu be- 
urteilen: Cerhall macBungaUe coUin adcotada . . . (869) Muiredhach . . . co ro 
la morcuairt Connacht (959). — Crech do chiiaidh Eochaidh. H. Flaithen (1056). 
Uain Achaidh alddai 7 ... 7 uain mna an gobann ro scruidiset Gaill (862). 
Hier wird überall das Thema in einem vorangestellten (selbständigen) Nomi- 
nativ zum Ausdruck gebracht. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 383 

sin magli Lipi y magh mBregh etir cealla y dune y treba. Boi- 
niudh re feraibh Bregh for Gallaihh ec Deoninni i Mughdornaihh 
Bregli, conidtorcradar se ficlnt diih (836) ^). Der Kontrast kann 
auch verbal dargestellt werden: Indrcd lethan uadih . . . Aclit 
in sluagh fatlmaigh dosfarraidh Muircertach . . . co fargabsat 
iJe (920). 

Eine andere Möglichkeit ist die. dais ein Ereignis über- 
haupt nicht geschildert oder erzählt, sondern als eine Eeihe von 
Fakten d. h. Themen, also überwiegend nominal, dargestellt wird. 
So z. B. Muiriucht do Gallaihli illoch Febliail A. Acolb co n-dib 
longaib trichat Cenrig i n-inis Eughain do dergiu ... Fcrgal 
mac Donmaül ri ind (ßocJiIai i n-escairdiu friu co romarbh 
luclit . . . (920). 

Hier sieht man also, dafs die Yerbalnomina in nominalen 
Existenzialsätzen ebenso zu erklären sind, wie andere Nomina: 
sie drücken hier das Thema aus, dieses soll ein Faktum kon- 
statieren und ein Ereignis (einen Vorgang) als Totalität dar- 
stellen^); das Thema kann dann durch einen Yerbalsatz weiter 
erklärt (geschildert) werden. 



') Es Avird auch das Thema nominal gegeben, die weitere ScMldemng 
■vdrd in Verbalsätzen ausgedrückt, und der Schlnfs wird wieder nominal (also 
als ein neues Faktum) dargestellt: so z. B. Slogad .H. Keill . . . Scorais ala 
laithiu fichet mis Augaist . . . Dollotar in Genti issin tir isind lau chetnai. 
Fusruapartadar in Goidil . . . yc. . . . Sitriiic. H. Imair do tuidecht i n-Ath 
eliath (916). [Vgl. dagegen Slogad la Brian, ri Caisil, co Gleunn mamma, 
CO tangadar Gaill Atha eliath dia fuahairt, co Laignibh imaille friu, co 
remaidh forro, 7 coroladh a n-ár im Aralt mac Amlaimh 7 im Chulen mac 
n-Etigen 7 m maithibh Gall olcJiena. Do luidh Brian iarsin i nAth eliath, 
CO ro ort Ath eliath leis (998)] — Auch inmitten der Erzählung kann ein 
sekundäres Thema vorkommen: Gaill Locha dacaech do dergiu Brenn .i. 
Baghnall ... 7 na da iarla . . . Fir Alban dono ar a cenn somh eo comair- 
nechtar for bru Tine la Scucanu tuaiscirt. Dogensat in Genti cethrai catha 
dihh . . . Cath dano la Baghnall i n-eroloch nadaeadar fir Alban. Boinis 
re feraibh Alban . . . Baghnall dono do fuabairt iarstiidhiu illorg 
fer n- Alban co ro la ar dibh, acht nadfarcbath ri na mormoer disuidibh. 
Nox praelium dirimit. (917). 

"^) Diese Sätze können durch Nebenbestimmungen (Ortsbestimmungen 
und ähnl.) erweitert werden: Mac Ailche for loch n-Echach (927). Siall mac 
A dha irrighe Temrach (915). In Gaill dorüsi i n-Ath eliath 7 a n-geill do Brian 
(999) vgl. 913. (Sie sind also ebenso zu analysieren wie die a. a. 0. schon be- 
sprochenen Sätze in den Schilderungen.) Manchmal ergibt sich aus der Be- 
stimmung eine Bewegungsbedeutung: Solaich daurthige iartnae chete iar 
lochaibh Eirne a tirib Connacht (817). Dubdhalethe . . . for cuairt Maman (972). 



384 JOSEF BAÜDIS, 

7) Als Schilderung oder als (exklamatives) Thema kann 
man auffassen: 

Techt hi sliahh dar eisi 
No ac deirgi in daim liac; 
dollotar hi ciunn hi taat . . . (An. U. 758). 

Ó) Ähnlich wie ß) ist auch Wb. 8d26 zu beurteilen; auch 
hier entspricht die Xominalgruppe dem nennenden Nominativ, 
wir haben es hier mit einer Enumeration zu tun (vgl. LU 
1 a 2 ff.). Oder die Xominalgruppe kann auch als eine (selbständige) 
Apposition erklärt werden, was aber an der Sache gar nichts 
ändert: isairi trimirothorndiussa indium inna huilisa asrubartmar 
ánáll Á. arcor hifarselhadsi et epert ammi mogce dúihsi et arneb- 
móidem himagisirih ut gamalial rl. et nehmes for nech . . . 

Vgl. auch: Barone Dia firt trédai a(r) Patraic isin maigin 
sin .i. topur uisci asin talmain 7 a roisc don mac dall, y airlegend 
do uird na haisti cen aithgne a litri cósin. (LS p. 44 t). 

Wb. 26 b 21, oammadarsa andigail form .i. both doih cen 
biad (both Nominativ!). Vgl. auch 25 a 13. Explikative Appo- 
sition liegt auch in Wb. 29 a 11 vor: Qui bene praesunt presbiteri, 
duplici honore digni habentur .i. comalnad neich forchanat et 
biad et éitach doib. 

Wb. 26 b 17, sed . . . nocte et die operantes .i. dénum suai- 
nemun inaidchi precept fridei. 

So wohl auch Wb. 27dl5, vide ministerium quod accepiti 
in Domino .i. precept dochách (wenn precept Nominativ ist). '> 
[Vgl. auch Wb. 15 a 12]. 

Ein solcher explikativer Nominalsatz kann mit einem Verbal- 
satz wechseln: Wb. 5dl0, robo inti forchain ... l precept do- 
chdch . . . .i. bad hiforcitul .i. achomalnad condib desimrecht do 
chdch. [Hier ist precept ein nennender Nominativ.] 

Wenn es sich um eine Apposition zum Subj. des voran- 
gehenden Satzes handelt, steht natürlich die Apposition in dem- 
selben Kasus wie das Subj. des vorangehenden Satzes; und so 
kann es schon zweifelhaft sein, ob eine solche Apposition 1) ein 
Satz ist, oder nicht; bei Enumerationen und dann in einigen 



') ^Yie selbständig eine solche Apposition sein kann, sieht man am 
besten an: 

RC X. 86 — 8, ha cuman liiwi iarom a n-ebradh rium iaroyn .i. bale a 
tairisedh yno churach anadh an7i. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 385 

Fällen, wo die Apposition dm-cli .i. angegliedert ist, erblicke ich 
in der Apposition ein selbständiges Ganzes. 

Enumeration: (RC XIV 398), Batar idt a gessi a sJoin- 
ndiud do oenlaech . . . tccht ra oenlaech docJnim dala: feiss etir 
mnd . . . Angliederung durch .i.: EC XIV 30 (§ 13), gii tarfas 
fis amra dlio A. a hreith d'feghadh nwihe. 

Wb. 14 c 7, nam gloria nostra haec est .i. Mcc socliuide tre- 
precept iarnarsóirad. vgl. noch Wb. 11c 12, 21. 

T\T). 3d 34, atd dethiden fuiri cene .i. imradud inna réfe 
ndomiinde. 

Wb. 13 b 5, arismiad mór indapstalaclit A. huid fortedaireclit 
ho ÍSU. 

Ähnlich auch Wb. 22 b 3: ished iarum torad forferce huid 
cenpeccad. 

Wb. 26 d 8: . . . ished didiu dodesta disudiu dul martre 
tarfarcennsi. 

Wb. 14c 43, ished am foruar f dilti dúnni formhuitlisiiniriss 
et iniairissem . . . 

Wb. 27 b 25, ished aatrah didiu aprecept et acomalnad. 

Wb. 27 a 10, arishe besad felsuh etarcert didúlih etsaiyid forru 
et nebchretem anadiadar dicrist. 

In allen diesen Beispielen dient die Apposition dazu, ein 
Satzglied (das log. Subj.) hervorzuheben i). 

IL Als ein Satzglied steht das Vorgangsnomen in 

allen Positionen. 
1. Als Subj.: 

Wb. 5 b 43, hatochu doibsom huid and. 
Wb. 5cl3, nitella doneuch and moidem aarilte. 
Vgl. 4b28; 5b20, 29; 7al3; 9c21; 9d6; lOcl, 10; 12b2; 
12c29; 12dl8, 19, 29; 13c6; 14c29; 15c22, 15dl3; 16a24; 
16bl9; 16c20; 16d2; 17b9, 32; (17c26); 17al9; 19a8, 14; 
19b20; 19d3, 11, 18; 21all; 21b5; 23al0; 23bl0, 13; 23d23; 
24c7, 10; 25b(14), 17, 18; 25d9, 25; 26d8; 28alG; 28b32; 
28d31; 29a6, 31; 29bl8; 29c22; 29dl8; 30aS; 30b26; 31b4, 
19; vgl. auch 14b 17. 



*) Als Thema wird das Vorgangsuomen dem Satze vorangestellt in 
W\). 11 c 10, uelato capite .i. moris erat eis uelare capita in orationibus et in 
predicationbus l. ambith ceyichorin ished an uelare asbeirsom. 



386 J08EF BAUDlS, 

Aum. I. Wb. 22 c 10, inbés trd dosom anisiu cose innambayi, steht 
zwischen II and I. 

Aum. II. In Wb. 5h20, comhad at leu buid domsa iniriss (so auch 
Wb. 23bl3)') ist buid ähnlich zu beurteilen wie der „Infinitivausdruck" in 
23 b 18, amal bid oeet limm nioort dobagd{i)l, und hier hält Fräser (Miscellany 
S. 217) den „Infinitivausdruck" für eine Apposition, ich halte es vielmehr für 
das Subjekt, oset ist also ein Prädikat und kein Subj. 

Vgl. weiter: 

RC X 222, Ni mo du do dul-sa . . . 

RC XIII 88, Is dóchai-te . . . m' fdcbail-se innocld Ja Lagnih. 

RC XIII 102, Is hec linne . . . heiili duiisiu i cléir elder ig. 

RC XIV 402, Uair is dorn gessih teclit co JiEmain cen cliom- 
lund . . . 

Ibid. 412, dr ni miad lim mo ara do marbad . . . 

RC XIV 452, Is ogott-sa i'oinar mala do cumacMa do ma- 
riiliad gacli n-oidghe Jiocus do digail arnaparatich. 

Ibid. 451, air ni fir fer do sluag mor . . , hrisiiid for aoinfear. 

Ir. T. I 297, Ba si dan adaig roloi hi tairngire don plieist ro 
hoi isind loch hi farrad na cathrach fordiuglaim lochia in puirt 
uile etcr ddine ocus indile. 

Als Objekt kommt das Vorgangsnomen sehr häufig vor: 
Wb. 2 a 18, huaire nád riarfact furnar huid cenengne. 
Wb. 4cl3, . . . arrudérgestar dia togu indalandi . . . 
Wb. 4 d 10, . . . niarilset geinti aßriamtgud . . . 
Wb. 10cl8, cani messe imnioforling cretim dúihsi. 

So namentlich nach conicc: 20 d 6 conicimm digail ei 
cosc neich. 

Wb. 6 a 17, höre conicc digail for ib. 

Wb. IIb 9, nicumaing iniidol ahélned. 

U. An. 1041 : Ni cumaing nech a n-innisin do hir. 

Wb. 17 c 18, amal nicuimsimmis adenum. 

Wb. 10 a 21, cechoniis cor dosciche udit. 

AVb. 17 a 10, oicfmimis adiga(i)l. 

Wb. 19 c 10, arnidchoimnucuir red firianugud. 

So auch nach carid: Wb. 25 c 19, inndis deed caras foigdi catch. 
Vgl. noch Wb. 28 c 9, fomcniar morigiinse. U. An. 808 : iins- 
cansat imteacht chalad. 



^) So auch: Wb. 33all, riqni acctibur leu etergne mxichumachti 
Wb. r2d23 insia^is ondid accobor limsa icc cäich vgl. Wb. 5al, 7 a 3. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 387 

Wb. 7 a 14, orodastar soni iecJit. 

Wb. 15 a 20 ni foüsitis deicsin agmisa, vgl. auch 26 a 23. 

RC XIII 110, ni ra cetaig do Adonmán widiupairt imme. 

So steht auch das Yorgangsnomen nach verbalen Willens- 
äufserungen und dann nach Verbis sentiendi et declarandi und 
ähnl. Nach AVillensäufserungeu entspricht das Vorgangsnomen 
einem modalen Verbura finitum (Imperat., Conj. Opt. im Hauptsatz, 
Conj., Opt. im Nebensatz). 

Wb. 13a27, Farcongair soni tra sunt intanmil precepte et 
labrad ilbélre. 

Wb. 32a9, dofuthrisse ahuith imgnais fein arahireschi. 

Wb. 10 b 20, asrochoüi inna chridki huid dondingin inógi. 

So auch nach asbeir, hier kann das Vorgangsnomen: a) ein 
ausgesprochener Willensausdruck sein; b) oder es kann auch nur 
eine Pflicht ausdrücken, es würde also dem verbalen „er sollte 
es tun" ähnl. entsprechen. 

a) Wb. 9bl9, niepiir frib eiarscarad frisuidm. 
RC XIV 422 (§ 42), Apair oslucud remut . . . 
RC XII 64, Ispcrce iariim an ri de marhad. 

RC XI 42, adbeart in Treiili fria ingin techt illehaid Eogain. 
RC XIV 46, ahraidh-si fri gach nduine a n-imdhiten ar 
in leic si. 

b) Wb. 10 a 4, ashiursa amhuith immallei . . ., (Stokes: that 
thej' should be . . .). 

Wb. 10 b 2, Hoc itaque dico fratres .i. huith düibsi inógi. 

Nach Verbis sentiendi et declarandi entspricht das Vorgangs- 
nomen einem temporalen Verbalsatz: 

[vgl. Wb. 25 a 13, praedicabimus uobis (passuros nos tribula- 
tiones) .i. both dim ifochith.] 

Wb. 5al0, raßtir cid israliel cretini dogeintib. 

RC X 74, Dorumenatar iaruni a mbrith da ina chrobaib 
forsin muir. 

Three Fragra. 14, uair do saoileamar tréd bhréithirsi beith 
go mba crin me im bhedhaidh. 

Caithreim 54, Da ffesainnsi do beith amhlaidh sin. 

Nach Verbis „sehen" und ähnl. 

RC XIV 453, Ottcondcadur JJlaid tra aurnuide an baclaig 
do Coincculaind . . . 



388 JOSEF BAUDig, 

EC XIV 402, ni faccasa tiadain duii a h-Emain . . . do 
aula for cula di cen chomram doridisi ^). 

Cfr. Caithreim 40, Adconnarcas mo dhul ar faithce fheur- 
gliJais fhionnmlmr , tore allaidh iirhhadhach do thegmhail am' 
ayliaidh ami y cumusc duinn re chcle j dr mo shluaighsi uile dho 
y a thuitimsium limsa . . . 

Nach Verbis accusandi: 
Wb. 2 a 13, lilt fornn aépirt 

Wb. 13 b 18, isairi em liimse forrusom diltud eisséirgi crisi 
hóre disluindet resurrectionem mortuorum. 

Als Attribut fungiert namentlich der (adjektivische) Genitiv 
der Vorgangsnomina. 

Wb, 24c5, nirbochuit eperte (Genit partit.); — . 

Wb. IIb 22, maadced torhe innathect .i. torhe athaharte . . . 
(Genit. obj). 

Wb. 6c31, arnirdncatar som less ascríbint; — . 

Wb. 27 c 20, htiaid precepte (beschreibender Genit.). 

Wb. 12b 2, honorem i. andüen, — vgl. 33 d 3, 14d7a, tri- 

stitian .i. huithe di'iihsi ipeccad; Wb. 17 c 3, gloria .i. nehairiten neich. 

Manchmal entspricht der beschreibende Genit. des Vorgangs- 
nomens einer Partizipialkonstruktion : 
Sg. 184 b 3, fer dénma hairgme . . . 
Wb. 25 d 3, fer hrithe lésboiri. 

Ahnlich auch . . . bds etarscartha coirp anme (Wb. 13 cl, 
ZE 916: mors separans corpus et animam) [vgl. auch Wb. 23 a 20, 
in diem Christi Jesu .i. etarscartha coirp, „der Tag, wo der Körper 
getrennt wird"]. 

Caithreim 6, óir do h-orduigheadh léosan lucht a n-iirgabhala 
'j a marbhtha. 

Anin. In einigen Fällen kann es sich ebenso gut um einen beschreiben- 
den wie um einen Objektgenitiv handeln, so z. B. Wb. 19alO, simulatioui 
eius consenserunt caeteri ludei .i. ncpproinde lageinti. 

Wo es sich um einen objektiven Genitiv handelt (Beispiele 
siehe oben), hat man zugleich ein adnominales Objekt. 



^) In Fällen wie Ir. T. IIIl, 192, con-aca é ni ingnadh occa ic dt- 
lugud firindi 7 breigi .i. iarnn do seuadh Ua ndruidib, 7 a chor a teÍ7iidh 
iarsin ...70 tabairt . . . handelt es sich eher um einen apposotioualeu 
Ausdruck (vgl. I.). 



ZUM GEBRAUCH DER VEliBALXOMLNA IM IRISCHEN. 389 

Adnominales genitivisclies Objekt findet man weiter nach 
Adjektiven: 

tudlang: Wb. 12d22, amtuaJang dano ahétarceria; 31h 11, 
istualdng anerta vgl. auch 26 b 4. 

[Vgl. dazu Wb. 6dl3, ha tudlang each forcital alaili\. 

gréssach: Wb. 31b23, gréssicli foigäe napronn. 

irlam: Wb. 13 c 8, amirlam fechte martre eachdia. 

Als Adverbialbestimmung fungiert das Vorgangsnomen 
namentlich, wenn es von einer Präposition abhängig ist, so z.B.: 

a) Als Zeitbestimmung nach iar'' „nach" 

Wb. 3 c 30, nagniusa idrnairgairm, 

Wb. 3 c 35, ismoo idrnaarigud, 

Wb. 5b41, iarnatóhu, 

Wb. 14 c 7, hicc sochuide treprecept iarna{r)sóir:id, 

AVb. 21b7, isicrist heimmi iartecht innonyi, vgl. Wb. 17b 7, 
19 b 20, 21b 15. 

Wb. 15 a 1, idr narnetargnu dúih, 

ib. 20, iar mbid do, 

An. Ul. 1012: GülamocJwnna . . . do ec . . . iar n-ol, 

RC IX 454, Luid iarom in ri dia chrich iar n-inriud y 
giallai do^) / Ailill dano lais, 

ib., Gair iar richtain do Ailill dia thúaith nan-ortatar diber- 
caig lóingse, 

Ir. T. I 255: ar hit lia ar mairh olddte ar m-hi iar n-ar 
n-imchosait do Bricrind . . . 

RC XIII 60, iarna slonnud do, 

RC X 90, Iar techt doih de sen iarum, 

Caithreim 48 iar rochtain dóihh. 

Vgl. noch Wb. 26 a 12, arandogenadsom idrtichte (Stokes: 
„for what he would do after coming"), wo die Zeitbestimmung 
eine konditionale Schattierung hat^). 

re „vor": 
Wb. 2 c 15, rohói laahracham recomallnad rechto, 
Wb. 28 b 21, renairite grdid iarmhaiJiius, 
Wb. 28b32, arndip maith nairlethar amuntir ritccht grdid, 
W^b. 28 c 4, doherr teist diih ritecht grdid forih. 



') YBL iar ngialladh do. 

2) iar iu der Bedeutung „entsprechend, gemiirs" liegt in Wb. 26d25 vor: 
arisand isecne^t isfissid each iar netarcnu crist „according to knowledge of Christ". 

Zeitschrift f. celt. Pilologie IX. 26 



390 JOSEF SAUDIS, 

Wb. 31 b 11, isand istualáng anerta acirachomalnathar renna- 

precept. 

b) Adverbialbestimmung der Ursache und Verwandtes: 
Ursache oder Mittel (Instrument wird durch Verbindung 
mit tri zum Ausdruck gebracht.) 

Wb. 4 c 22, iritJiahairt diglce foir, 
Wb. 10d22, trithabairt löge moprecepte dorn, 
Wb. Ilal2, Sed si castigo corpus meum .i. triprecept et 
nehairitin löge, 

Wb. 14c 17, amal istrebartdbirtsi docimm nirisse ronhiani 
indocbäl in die domini nostri, 

Wb. 25 d 18, tretluibirt fochricce doib, 
Wb. 3dl9, dodirci hethid dünni tricliretim inisu crist 
Die ursprüngliche Eichtungsbestimmung gewinnt die Be- 
deutung einer Motiv- oder Zweckbestimmung, so bei ar, do. 

ar: wegen i), 

Wb. 28 b 5, aricc cdich, 

Wb. 10 b 14, niarfarnastud inógi manip arthcUrcud foch- 
ricce diiih, 

Wb. 13c 9, Cotidie morior propter uestram gloriam fratres 
.i. arfaridirciudsi inindóchdil. 

Wb. 24 b 14, Non quasi propter penuriam dico .i. niar- 
chuingid iuare cucuihsi, 

Wb. 19d27, niarharseirc, 

Wb. 31 d 12, 7idd deni ni arachosc, 

[Vgl. Three Fragm. 12: ro atlaigh buidhe do Dia ar iris 
mar sin do beith ag Aodh ,,he returned thanks to God for Aed's 
having a faith like this".] 

Vgl. auch: Is lied liiide Cucidaind dar Bregai ar adall na 
hingine (RC XI 999; to visit). 

Wie man aus den gegebenen Beispielen sieht, kann man 
ar + Vorgangsnomen manchmal durch um . . . zu übersetzen 
(dort wo die Ursache = Zweck), so z.B. Wb. 28b 5 2). 

da = SU, engl, for, lat. ad : 

^) Vgl. niarUg na aii/ti jjndcÄm (Wb. 24 d 1), niannolad andorigensam 
(Wb. 24d3). 

■■') So auch ar ddig: Ni cumaing nech a n-itinisin do leir, acht uate do 
üibh dibh ar daigh aesa na n-doe7ie do fhis treotho (Ann. Ul. 1041). 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 391 

Die Eichtung-sbedeutung ist noch zu spüren (Fräser, terminus 
ad quem) : Wb, 2dl, arranert ahiress dochretim („for his faith 
strengthened him to believe"). — Wb. 5 c 18, todiusgadar dana m- 
danhn dodémnn maith „expergefiat anima ad faciendum bonum"). 
— Wb. r2c39, .i. hiprecept A. todiusgud neicli dochretim condip 
irlam do l/aithms. Wb. 20 d 4, nimtliomoldid dodigail fuirib. 

Rein final: Belege siehe bei Fräser (CZ VIII 18 f.); weitere 
Belege: 

Wb. 4c21; 4d24; 5al6, 27; 5bll; 12b3i); 13b 26; 15 a 3; 
16a24; 17d28; 18cl0; 19c9; 20a2; 21c7a; 23b29; 24b2; 24c5; 
28dl2; 29 a 13, 15; 30 d 17; 31bl0;32c4; 32 d 7; vgl. noch 27 b 23. 

RC XIII, S. 72, „Cid 'ma ra gahais ar maccu? . . ." „Do 
gait har n-eceng catha dimsa.'^ 

RC Xm 383, Dognltli som on cech n-aidclii da airiuc tliuli 
dissi. „He used to do this every night to please her." 

LL 106 b 26, SecM mna dia ergaire mani thairsed Flidais. 

SJogad la Brian y la Maelsechlainn . . ., do chuinncidh giall . . . 
An. III. 1001. 

L. Lism. 1, Z. 10, Is dia molad sidlie aiheir Cirine faidh . . . 

Caithreim 60, is [maith] Horn socruide d'faghhhdil d'ionnar- 
tadh Ferccusa y Conghail. 

ibid. 48, tahhraidh chugaihh da hhar n-acallamh iad. 

So namentlich nach Bewegungsverbis (== lat., slav. Supinum) 
Wb. 9al9; 14c20, 40; ISdl, 2, 6; 25b28; 25d25; 26b9;27c8; 
30 a 20 (abhängig vom lat. siirrexisse); 30dl8 (abhängig vom 
lat. misi). 

Ann. Ul. 913, Luidh slogh . . . dii saghaid arha . . . 

Ann. Ul. 848, Muirfecht . . . du tkiachtain da tahairt greamma 
fors na Gaillu. 

RC XIV 242, Luid iarum Find corici Da Cich n-Anann do 
tharrachtain gona duine. 

RC XIV 453, Tarnecctar mna TJlad uile ind adaig sin do 
desdn in sgeoil iongnaith . . . 

RC XI 129, Totocmarc-sai iánac (vgl. ar in RC XI 444). 

Caithreim: gurah do dhcanmah uilc . . . tangadar (6); did 
do ghabháil Rige n-Uladh (34); tdinc tionól JJladh uile d'a n-ionn- 
soighidh (34); nach leanfadh Fercus . . . e d'a mharhhadh no d'a 

') Hier scheint die ünale Form eine allgemeinere Explikationsbedeutuug 
zu haben (vgl. Abt. III). 

26* 



392 JOSEF BAUDIS, 

gliahháil (36); mun' dJieacJiihaoi do clionúimóradli dihhercce (36); 
ro cirigh Ferccus . . . do chomcJionihmoradh dihercce (36); ó nach do 
dheahhaidh do chuadar (38); Tángadar do'n arccuin sin (52); Eriglisi 
linne co ndeacliam d'ionnarhJiadJi Congail (60); Tdinic d'fhoirithin 
Tinni (64). [Vgl. auch rocJmir neach d'fhorthahhairt faille . . . (12)]. 

Von einem Verbum dicendi ist der í7o- Ausdruck abliängig 
in Wb. 5 a 22, quemadmodum interpellat Deum adversus Israel 
.i. dothabairt diglai forru. 

Dem Sinne nacli kann der (7o- Ausdruck auch dem slavischen 
praedikativen Infinitiv, dem lat. faciendum est entsprechen: 

Wb. 7dl6, cepudono adrad doe doiliahirt dopool inchruthsin, 

Wb. 22 a 4, ascendit doepert dosom, 

LL 106 b 27, SecM mucca y secJit ndahcha 7 secht n-aige do 
cliathim do 7 nert DCC and. 

Als Adverbialbestimmung eines Adjektivs: 

Nach lour: Wb. 26a30, loor dohar nirdil, 4dl2, loiir Jeu 
gnima recto diafírianugud. 

Nach trén: Wb. 25al4, combad tressa de Idress apstal do- 
fiilung ... So auch Ni uasal-gein i n-Etnain . . . d'oslucud remi 
(EC XIV 424). 

Über solche Ausdrücke sowie über den „áo-Inf." siehe unten. 

So ist es auch nach fri: die ursprünglichere Bedeutung sieht 
man in Wb. 25 c 23 (Fräser, terminus ad quem S. 37), die finale 
siehe bei Fräser S. 38. 

Eine ursprüngliche Lokalbestimmung wird zur Bezeichnung 
des Zustands oder der begleitenden Umstände, so bei i'\ oc^). 

*■«: 

Wb. 12 c 39, hiprecept .i. todiusgud neich dochretim condip 
irlani do haiihiiis; 

Wb. 18b 15, gaudete perfecti estote .i. icomalnad soscéli, 
vgl. 18 b 13; 

Wb. 24c9, iprecept et comalnad soscéli; 

Wb. 24dl2, innaprecept et innachomalnad; 

Wb. 27c24, ipricept narrün diade doib et innanehthórtrommad 
dochuingid neich cnccu\ 

•) Vgl. auch for in Wb. 15 d 9, accobra inhetha act each lasel dún for 
imrddud de insel aile forprecept ar seirc dee dogniam cechtarde. 



ZUM GEBRAUCH DER VEBBALNOMINA IM IRISCHEN. 393 

TM). 28 b 22, inairitiu cdicJi; 

Wb. 28 d 7, aratuicce arrolegais .i. innachomalnad etmwa- 
precept] 

Wb. 30 a 14, labora sicut bonus miles Christi Jesu .i. iprecept 
eicomalnad; 

Wb. 30a26, tcc conindocbád mnatiannoracJit; 

Wb. 30b2. ille fldelis permanet .i. /iZ/iVai? neich dorairngert. 

[Vgl. noch AM). 13 a 14; dagegen 32 a 30 iprecept - in teaching.] 

In Wb. 11 a 4 kann z" ebenso gut einen Zustand wie auch 
„für, caTi'' bedeuten: rethid Inidi et isoin fer gaihes hudid diih 
innachomalnad. 

oc „bei" bezeichnet einen Zustand (vgl. Fräser) Wb. 7 c 6, 
16al2, 16c5; 20a3. 

Wb. 15c 25, ni imdidnibther ainecli and odahirt coihsen\ 

Wb. 16 dl, ocprecept sosccli; 

Wb. 27 c 31, oc fognam dodia; 

Wb. 27d5, hi soli sunt adiutores mei .i ocprecepi] 

Wb. 30b29, arniaiU seirge occursagad; 

Wb. 31c5, benegnas ocuain et airliciid; 

Wb. 31c24, tacair cense ocinforcitul; 

Wb. 31d21, commilitoni nostro ocprecept etcotnaJnad soscéli. 

Vgl. noch Wb. Ilal9, 16c 5. 

oc nach Verbum subst. siehe bei Fräser. 
[Wb. 10dl5, locc imhitis primsacairt ocirnigdi gehört wohl 
auch hierher.] 

Weitere Belege: 

Wb. 15 a 20, iar nihid do ocaccaldim de octindnacul recto do] 

Wb. 16d2, istorise lacdch ahitith ocailli a almsine; 

Wb. 16 d 8, hiunsa ocirhdig darfarcennsi frimaccidóndu; 

Wb. 20a3, in tain nomhiii ocirhdig airih; 

Wb. 21cl9, isocprecept soscéli attó] Wb. 23d25; 28 a 1, 9; 
29bl8; 29d6; 30cl7; 

[Vgl. noch dazu: 25c 16, arisocharless ataat „for they are 
benefiting you".] 

RC XIV, S. 402, §8: Bai Laeg ic forairc y ic forcomét do. 

ib. S. 28: hM ag altromh toirrchesa. 

[Vgl. Ir. T. I 281, céin both oc aurgnom dóib]. 

Caithreim: lomthusa Conghail robhoi ag leighes a mlmintire (66). 



394 JOSEF BAUDIS, 

Dieselbe Funktion kann der oc-Ausdruck auch nach anderen 
Verben haben, er entspricht auch dann dem prädikativen Partizip 
in anderen Sprachen. 

[Vgl. Wb. 14 c 42, congniam frihsi octdircud rauh spirito 
dúih^).] 

Wb. 7 b 12, quae multum laborauit in uobis ó romani .i. 
ocnertad neich ropricad dúibsi. 

Wb. 15 a 28, multa fiducia utimur .i. ocprecept-, 

Wb. 19d20, forrodamar ocprecept diiib; 

Vgl. noch Wb. 10d32, 23 d 6 und 24 a 36. 

Ann. Ul. 769, Eohhadhad sochaidi di Chiannacht Ulan mora 
oc tinntud] vgl. auch RC XIII 102, § 131. 

Mod. Ir. ar seisean, 'gá tarraing amacli, Sgeul. gaodh. 118. 

Vgl. weiter Wb. 14d30, nadran ocprecept {jiavco xccfiiror). 
EC XIV 408, Foróbair each díb ic folmaisi gona araile. „Each 
of them began undertaking to slay another." 

Caithreim 68: ro gliabhadar ag daingniuglmdli an long. 

Anm. I. a) Als Bestimmung des Nominalprädikats fungiert der oc- 
Ausdi'uck in Wb. 24 c 13, fdiltisi trerath inspirito occa aintin, vgl. dazu 16 a 15, 
badlethan fortnenme et forcride ocairitin indforcitil sa (vgl. 3). 

b) Der oc-Ausdruck kann auch das Subjekt oder das Objekt bestimmen; 
Bestimmung des Subj. namentlich in nicht verbalen Sätzen: RC XIII 377. 
„Cid dai a hen?" . . . Ingen Echdach oc bdig mo marbtha frim; vgl. auch 
CZ I 248, Fil manister isin crich sin 7 loch fria taeb. Sruth Eofruis ac teibir- 
sin a pardhus inn. imat eiscc init case inn, 7 gan a bheith ní is sire. 

Bestimmung des Objekts: Wb. 28dl6, cdch rotchechladar ocprecept. 
Ii\ T. in 1, 198: Is e in marcsluag atconnarcais ic tuighi in tighi, 
so auch vielleicht oc feithidh na greine oc dul seacha siar (EC XTV 36). 
Caithreim: aithnighes é ag tegusc a mhnintire . . . (38). 

c) Endlich kommen die oc -Ausdrücke in nicht verbalen Impersonal- 
sätzen vor: 

An Ul. 851: Tri la 7 tri aithcki oc cathugad doaib. 

d) Manchmal entsprechen die unter 1. gehörenden Ausdrücke einer 
Absolutivkonstruktiou (so z. B. dem lat. abl. abaol.) anderer Sprachen: 

EC XrV, S. 56: Oc dul doibh esti iarum atracht beist asin loch . . . 
EC Xni, S. 44, § 27: Ic a facsin do Find is and doringne iti Idid-seo. Vgl. 
noch dazu Wb. Ilal9. 

3. Die Beispiele für die Abhängigkeit eines oc-Ausdi'Uckes 
von einem Adj. siehe bei Fräser (S. 57); es gibt nun Fälle, wo 



^) Vgl. Wb. 11 b 14 , non postestis meusae Domini participes esse .i. oc- 
airbirt biuth coirp crist. — 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 395 

dieser Ausdruck ebenso gut einem lat. oder slav. prädikativen 
Partizip entsprechen könnte, das oc könnte da also prädikativ 
aufgefaist werden, so z. B.: 

Wb. 31 c 22, napachondarcell ocfócru apecctha dochdch, 

Wb. 26 b 14. nirhommar uimuill ocfoigdi. 

Vgl. dazu die oben zitierten Wb. 24cl3, 16 a 15. 

Anm. I. Eine ähnliche Bedeutung wie oc kann auch fri haben (siehe 
Fräser 1. c.)- 

Anm. U. Ähnlich ist es auch unter Umständen bei eter: 

Wb. 29d20, sed conlabora euangelio A. eterachomalnad Qtaprecej)t „both 
fulfilling it and teaching it". 

An. Ul. 947, se cet dec etir guin ~ brait (passiv, prat.). 

[Vgl. dazu: 982 du ilorcradar Hi idir badhadh 7 marbad.] 

Begleitende Umstände (Art und Weise) bezeichnet auch 
ceti „ohne" (vgl. Fräser S. 91). 

«) Wb. 2 d 17, Usque ad legem enim peccatum erat in mundo 
•i. cenfócre et cenarigud. 

Wb. 3al4, acht isicorp spin\.k\^?i^ indeséirgi cenfrescsin bdis 
na hirchri, vgl. auch Wb. 10 a 19. 

[Zur Funktion der Präposition vgl. das nichtverbale ce7i 
forcraid in Ir. T. IL 2, 72.] 

ß) Daraus entwickelt sich der idiomatische Gebrauch des 
cen nämlich der der Negation des nominalen Vorgangsausdrucks '). 
(Vgl. Windisch BB II, S. 84 f.) ccn negiert einen Vorgangsausdruck, 
der im positiven Satz als Subjekt fungieren würde: 

Wb. 4b28, isingir hm ctnchreüm dúib, 

Wb. 14dl9, nímaiddúibsi didiu cendilgud post increpationem. 

Von dem ii\ Standpunkte aus sind solche Sätze impersonal. 

c€7i in Willensausdrücken und ähnl. (in einem positiven 
Satz müiste das Vorgangsnomen das Obj. sein). 

EC XIII, S. 106 Boruma § 143: atbert re Moiling . . . cena 
oclugud ris ni bad mó. 

Ir. T. Ij 297, Ni fordámair trd a bruth cacha ra ba di met 
a thurse ce7i techt do decsin in delmce móir ro cJiuala. 

cen negiert einen Adverbialausdruck: 
Konsekutiv : Wb. 9 c 20 siehe Fräser 



^) Vgl. auch bei gewöhul. Nomen: Noindeu Ul. Mebal daib ci7i esimol 
m-becc dam. 



396 JOSEF BAUDIS, 

Kausal: Wb. 28d22 siehe Fräser. 

[In Wb. Ilal5 kann cen auch als begleitender Umstand 
aufgefafst werden.] 

Begleitende Umstände im weiteren Sinne [was mit a identisch 
ist]: Wb. 2oc4, cenßus dúib, 26b25 und vielleicht auch Wb. Iöb3: 
ubi autem Spiritus Domini, ibi libertas .i. cen fognani dor echt 
[siehe noch Wb. 22 c 4 (29 a 4) zur Bed. der Präp. vgl. das schon 
oben zitierte Ir. T. II 2, 72]. 

/) Selbständiger ist der ce?j -Ausdruck in der Apposition: 
Wb. 13 b 11, isaithiss doibsom cid anisiu Á. cenprecept dondais 

anßss (Fräser S. 10). 

[Vgl. Caithreim 44, Äs í mo chómairle-si dhíhh . . . gan catli 

gan cogadh gan comlifhuagra ar TJlltaihli do'n dhulsa.] 

Absolut in solchen Ausdrücken, die dem positiven Indred 
Mide la Niall u. ähnl. entsprechen: 

so z. B. Oenacli Tauten cen aigi (An. Ul. 872. 875). 
Caithreim 58: 

Saoth liom attuitim ar aon! 
Eoghan fiiileach agiis Craohh 
Gan a marthain sunn ar sain. 
Der ce?i- Ausdruck ist in solchen Fällen die logische Prä- 
dikation, der Form nach gleicht er aber dem Attribut. 

la. Auch hier kann die ursprüngliche Adverbialbestimmung 
der Art und Weise einen Zustand, eine begleitende Handlung 
ausdrücken. 

Wb. 32 a 26, Ja airitin onesimi ,.at receiving Onesimus". 

Siehe aucli Windisch, BB U, S. 83. 

Das Vorgangsnomen fungiert also teilweise als Infinitiv, 
teilweise als Partizip anderer Sprachen. 

Einem Partizip entspricht es namentlich nach Präpositionen 
or, i", le, iar" und dann, wenn es im attributiven Genitiv steht. 
Das Irische kennt bekanntlich aufser dem Particip perf. pass, kein 
anderes Partizip ; anstatt anderer Partizipien fungieren die eben 
erwähnten Ausdrücke. 

Nun nimmt man an, dafs die -}it- und -ms -Partizipien schon 
indogermaniscli fertige Formenklassen waren (Brugmann, K. v. 
Gr. §§ 387. 621); das Irische kennt aber keine solchen Parti- 
zipien. Wie soll man das erklären? — Dafs das Keltische 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 397 

mindestens die -w^"- Formation kannte, das beweist die Tatsache, 
dafs das -?z^ Suffix im Keltischen produktiv war, so z. B. in cara, 
gall, caranto-] es ist also zuerst nicht die Partizipialformation, 
sondern der syntaktische Gebrauch dieser Partizipia verloren 
gegangen. In dieser Tatsache muis man, wie ich glaube, einen 
Reflex des Wesens des Irischen erblicken : In einer vorhistorischen 
Periode mufs der Gebrauch des -«^ Partizips so selten gewesen 
sein, dafs die Partizipialbildung als Kategorie verblichen ist. 

Das Partizip wird nämlich einem Substantiv des Satzes 
attribuiert : es wird in den Satz als Xebenprädikat (prädikatives 
Attribut) eingegliedert; dadui-ch entsteht ein grölseres Ganzes, 
d. h. die Sprache, die den Partizipialkonstruktionen hold ist, mufs 
gröfsere Gruppen zusammenknüpfen, sie ist unterordnend (siehe 
Finck, Der deutsche Sprachbau, S. 64ff., namentlich 74 ff.). War 
nun das Irische solchen Wendungen abhold, so muis man an- 
nehmen, dafs es dem unterordnenden Tyiius ziemlich fernstand, 
mehr als andere indogermanische Sprachen. Bedenkt man weiter, 
dafs die (normale) irische Nachstellung des Attributs inselkeltisch 
ist, so kann man kaum daran zweifeln, dafs das Inselkeltische 
zu einer Zeit einen ausgesprochen anreihenden Charakter hatte, 
denn die Nachstellung des Attributs ist ein unverkennbares Merk- 
mal des anreihenden Typus. 

Dafs dieser Charakter auch im historischen Irisch deutlich 
zum Vorschein kommt, habe ich schon a. a. 0. betont. Hierher 
ist auch die Tatsache zu stellen, dafs das Irische, anstatt die 
nominale Prädikation in den Satz einzugliedern (d. h. daraus ein 
prädikatives Attribut zu machen), dieselbe zum Satze durch ein 7 
(air. os) angliedert, so z. B. EC XI 448: i m-boi si, 7 si foen and. 
Das schnelle Tempo des Neuirischen spricht auch deutlich für die 
Richtigkeit meiner Annahme. 

Das irische Participium perfecti passivi verdankt wohl 
keinesfalls sein Dasein dem prädikativ- attributiven Gebrauche, 
sondern eher einer rein attributiven Funktion, wozu die Passiv- 
bedeutung dieses ursprünglichen Verbalnomens als ergänzendes 
Moment hinzugetreten sein mag. Jedenfalls wii'd man annehmen 
müssen, dafs es in dem vorhistorischen Gange des Irischen eine 
Periode gab, wo eine ausgesprochen anreihende Tendenz siegte. 
Dadurch wurde auch die Richtung der weiteren Entwickelung 
des Irischen, wie sie uns aus der historischen Zeit bekannt ist, 
gegeben. 



398 JOSEF BAUDTS, 



B. 

Das Agens wird bei einem Vorgangsnomen meistens ent- 
weder durch eine do- oder durch eine d- oder ?e- Konstruktion 
ausgedrückt. Das sind also dieselben Ausdrücke, die man auch 
beim passiven Verbum finitum wiederfindet, Belege: 



U. An, 794, Loscadh Eechrainne o geinntihh. 

U, An. 834, vgl. 838, Loscadh Mungair'd y alanaile cheall 
Irmumen o gcntibh. 

U. An. 913, ludredh deiscirt Bregh . . . o Flaiinn. 

U. An, 920, Indredh aird Macha . . . o Gallaihh . . . 

U. An. 922, Indred Cille sleihhe o Geniihh. 

U. An. 827, Miicar mar di muccaibh mora in airer n-arddce 
Ciannaclita o gallaihh. 

U. An. 831, Ergahail Ailella mic Colgen o genntih. 

U. An. 926, Coscradh n-oenaigh o mac Neill. 

U. An. 820, Orggan Etir o genntih. 

U. An. 831, Cctna orggain airdd 3Iachce o genntih. 

U. An. 834, Orggain Fernann y cluana moer Moedhoc o 
genntibh. 

U. An. 834, vgl. 839, Orgain droma hliing o gallaihh. 

Man vergleiche damit das Irisch -Lateinische: 
U. An. 835, Uastatio crudclissima a Gcntilihus omnium finium 
Connachtorum. 

U. An. 869, Ohsesio Ailech cluathe a Norddmatmis. 

la: 

U. An. 832, lugidatio muinntire Cluana maccu Nois y loscudh 
a termuinn corici dorus a cille, la Feidhlimidh righ Caisil. 
U. An. 903, Sarngad Cenannsa la Flann. 
U. An. 826, Sarugad Eugain i n-ardd 3Iachae, la Cumuscach. 
U. An. 830, Sarugad Eugain . . . la Conchohar. 
U, An. 825, Loscadh Beithre la Feidlimidh, vgl. 829. 866. 
U. An. 969, Orcain Mainistrech y Lainne leire la Domnall. 
U. An. 829, Cumhce hUce mBriuiti in deiscirt la Feidlimidh. 
U. An. 895, Ar n-Eoganachta la Osraighi. 



ZUM GEBKAÜCH DER VEKBALNOMINA IM IRISCHEN. 399 

U. An. 826, Coscradh oinaigh Tailltcn for Gailcngaihh Ja 
Concobar. 

U. An. 834. Indredh Mide Ja Kiall 

Vgl. noch: 

ü. An. 821, Sloiged la MurchadJi. 

U. An. 837, Slogadh la Mall. 

U. An. 913, Slogad ind fochlai la Niall. 

U. An. 928, Sloghadh la Donncliad, vgl. noch 904 — 914. 

U. An. 939, Crech la Donnchad i m-Brcgha. 

U. An. 948, Crech la .H. Canannan. 

U. An. 961. Crech la Flaithhertach. 

U. An. 995, Crech la Conaille. 

U. An. 998, 1000, Crech mor la 21aelsechlainn o Laigniii. 

do: 

"WTd. 12 c 29, arropad maith limsa labrad ilbelre diiibsi; 

Wb. 13 b 27, Í7iúrt airiten fochricce do firíanaib et inurt 
airiten pian dophecthachaib ; 

Wb. 14 b 17, arimp dühnad et hicc diiibsi foditiu fochide dúnni; 

Wb. 16 d 3, isduthracht linni dano adénuni dúib; 

Wb. 17 c 26, araméit l. afulang domsa; 

Wb. 23 b 13, ceit leu precept domsa seccii; 

Wb. 30a8, isnw afius deitsiu; 

Wb. 31d3, airitiii colno da; 

Vgl. noch Wb. 26d8, ani dodcsta dichomalnad ccesta er ist 
domsa, und 5 b 29. 

U. An. 826, Orggan Luscan do genntih y a loscadh. 

U. An, 925, Orgain duin Sobairche do Gallaibh. 

U. An. 826, Coscradh dunaidh Laighen do gentibh. 

U. An. 830, Indred Conaille do genntibh. 

U. An. 824, Slat Duin lethglaisi du genntibh. Loscuth Jlaighi 
bile cona derthigib o gheniibh. 

U. An. 850, Slat do dubhgeyintib. 

RC X 74, Dorumenatar iarum a inbriih da ina chrobaib forsin 
muir „Then they supposed it would cany them in its talons 
out to sea". 

RC XIII 60, iarna slonnml do „after he had told his name". 

ib. 44, ic a facsin do Find is and doringne in Idid-seo. 

Wb. 15 a 1, idr narnefargmi dúib. 

Wb. 25 c 4, cenfius dúib . . . 



400 JOSEF BAUDIS, 

AVb. 5al, magtJiad lasuidiu cretem do gcintih\ 5 a 10. 

Wb. 4b28, isingir lem cencliretim dúib. 

[Vgl. dazu noch Wb. 10 c 18, cani messe immoforling cretim 

dúihsi.] 

Bei intransitivem Verbalnominibus : 

IwtJi, buWi: Wb. 25 a 13, hoih dun ifochWi, vgl. 26 b 21. 

Wb. 5 b 20, comhad et leu huid domsa iniriss. 

Wb. 10 b 24, ha f err limm immurgu buitJi di inógi. 

Wb. 10 b 20, asrochoüi inna cliridiu huid dondingin inógi. 

Wb. 15 a 20, iar rnhid do ocaccaldim de. 

Wb. 14d7a, huithe dúibsi ipeccad. 

Nach Bewegungsausdrücken : 

RC X 90, Iar tecJit doih de sen iarum . . . 

RC XIV 56, Oc diil doihh esti iarum atraclit heist asin loch. 

Ir. T. III 2. 466, Iar rocMain tra do he thastil co dihiad Geirg. 

Caithreim 48: iar rocJitain doihh . . . 

Vgl. noch AVb. 21c7a, doatroh do dia. 

Die ursprüngliche Bedeutung von o ist ., ab", es bezeichnet 
also den Ausgangspunkt der Handlung ; le gehört bekanntlich zu 
leth, die Grundbedeutung der Präposition war also soziativ, etwa 
„mit", aus dieser entwickelte sich nun die Bedeutung des Werk- 
zeugs, der Ursache und dann die des Agens. 

Bei do ist die Frage deshalb etwas komplizierter, da die 
iZo- Konstruktion auch den alten indogermanischen Dativ vertritt, 
und so vergleicht Fräser (/. c.) unsere (?o- Ausdrücke mit der 
dativischen Agensbezeiclmung beim Passiv in anderen indo- 
germanischen Sprachen. Gleichzeitig bemerkt er sehr zutreffend, 
dals diese c?o- Konstruktionen solchen wie deiudeih dobamaip 
gleich sind. Mit Unrecht sucht er aber in den ebenerwähnten 
Phrasen ein weggelassenes huith. In allen in Rede stehenden 
i?o- Konstruktionen sieht er den Dativ commodi und teilweise auch 
den possessiven Dativ. 

Havers (Unters, z. Kasussyntax d. idg. Spr., S. 241) sieht in 
unserer Ausdrucksweise einen rein adnominalen Dativ, der die 
Funktion eines Genitivs, bezAv. eines Pronominalpossessivs hat: 
„Bei Verbalabstrakten zu transitiven Verben bildet der Ersatz 
des Gen. subj. durch den adnominalen Dativ die Regel, vgl. 
Ml. 5dl3, iartia epert da dia *nach seinem Sagen dem Gotte' = 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 401 

'nachdem Gott gesagt hatte'." (S. 241.) Er stellt hierher auch 
solche Wendungen wie Wb. 5 d 2 ajhmi corp doclirist u. ähnl. 

Für eine solche Deutung spricht der Umstand, dafs bei In- 
transitivis der adnominale Genitiv das Agens bedeuten kann: 
U. An. 947, a éc etarru. Caithreim 40, As i an faithc(h)e ar a 
hhfaccns do hlieitli A. do dliul ar fairrge. ibid. Adconnarcas mo 
dlml ar faitJic(h)e. 

Andererseits steht fest, dafs die normale Ausdrucksweise 
das Objekt durch den adnominalen Genitiv, das Agens aber durch 
die f?o- Konstruktion bezeichnet, man mufs also mindestens fragen, 
weshalb „ der Genit. subj. durch den adnominalen Dativ " ersetzt 
wurde. Man mufs auch weiter den von Windisch (Wörterbuch 
S. 489) und von Fräser erkannten Zusammenhang mit Phrasen 
wie deiiideih doharnaib genügend berücksichtigen. Solche Phrasen 
gehören aber wieder zu einer gröfseren Kategorie; darüber siehe 
Thurneysen, Hb. § 797, wo solche Sätze zu den Kopulasätzen 
gestellt werden. Man kann da also von keiner Weglassung eines 
huith sprechen, so wie es Fräser tut, sondern man mufs sie den 
Kopulasätzen mit einem Verbum finitum gleichstellen — dabei 
kommt es bei unserer Frage nicht in Betracht, ob es sich um ein 
Weglassen der Kopula handelt oder nicht. 

Belege (siehe auch Thurnej^sen, l. c): 

EC IX 468, Sechtmuin lan doib iarsin ic imruni i ngorta y 
i n-itaith. 

LS 46, Fecht alle da Patraic ic cluWiiu itir a comaitm (vgl. 
lat. Alio puer inter alios suae aetatis aequales ludebat). 

ibid. Fecht do Patraic y dia flair Á. Lupait ic ingaire 
caoracJi. 

LS 47, Fecht aili do Patraic oc na cdirib. 

[Mit Kopula: Wb. 4bl6, iniha immalei do occartaithchricc] 

1y. T. III 188, Morand 7nac Cairpri Cind-chait, do cheinel 
aitheach do. 

Wb. 18 b 3, fochosmulius adóinechtesom dúnni. 

[Mit Kopula: Nóinden CJlad, Harl., ar nar ho do ülltaib do; 
LS 37, ar ha di Bretnaih di „quia Brittonissa erat".] 

RC XIV 242, Fecht do Find hua Baiscne i Cind Chuirrig. 

ibid. 450, Fecht n-aen di JJltaihh ind-Emain Macho . . . 

RC XIV, S. 30, Go cenn hliadna doibh fonn samhlamhsin [mit 
Kopula: Ir. T. I 273, Nir ho cMan do iar sudi]. 



402 JOSEF BAUDIS, 

RC X 226, § 18, La ocus aclaig doih hi comruc ann sin. 

EC V 201, Secld m-hliadna do JEinneds for Boin oc urnaige 
iach Linne feic. 

RC IX 462, Tri la y in haidhche doih y ni fuaratar tir na 
talmain. 

Jr. T. Ill 1. 237, Di hliadain lana duinn oc in urd sin 
fo niuirih. 

So audi : Ir. T. II 2. 209, Assind liuss duit . . . 

Ir. T. I 293, do diiih iaroni dia saicMhin. 

Ir. T. Ill 2. 482, Bomaind dxiit i n-Glind Gerg. 

Bei allen diesen Konstruktionen ist das Charakteristische 
die Impersonalität : vergleicht man nun eine solche Phrase wie 
Tri la 7 iiii aithclii oc cathugud doaih (U. An. 851) einerseits und 
eine solche wie doatroh do dia and (Wb. 21 c 7 a) „that God may 
dwell therein" andererseits, so sieht man, dafs es sich um eine 
und dieselbe Auffassung handelt. Die impersonale Auffassung 
des Agens, die bei den Vorgangsnominibus durch die adnominale 
Funktion des Agensausdrucks gegeben ist, kommt auch in solchen 
Sätzen vor, wo in anderen Sprachen die personale Ausdrucksweise 
üblich ist. 

Wir finden ja ähnliche Ausdrücke auch in den Verbalsätzen: 
Ir. T. I 291, ito soicli iaroni co praind ocus co tomaltus dóib. 

Man sieht also aus diesen Beispielen, dafs unsere Agens- 
bezeichnung mit impersonalen Ausdrücken zusammenhängt. In 
solchen Ausdrücken wird das logische Agens als Ziel der Hand- 
lung dargestellt und so ist es auch bei dem Agensausdruck, denn 
fafst man das do in der ursprünglichen Bedeutung ad auf, so 
hat man es mit einer Zielbezeichnung zu tun; sieht man im do 
einen Vertreter des alten Dativs, so ist das Agens als Dativobjekt, 
also wieder als Ziel, dargestellt (wahrscheinlich sollte man da an 
Objekt der intransitiven Verba denken). 

"Windisch, BB II, S. 82, sieht in iar niarhad a eich do gerrdn 
Ercoil das grammatische Schema „Töten ist ihm, kommt ihm zu " ; 
diese Deutung involviert wieder die Possessivauffassung. Ich 
glaube nun, dafs der „dativische" Possessivausdruck nur ein 
Glied einer gröfseren Kategorie ist, nämlich derselben, zu der 
auch das cZo- Agens gehört; auch bei diesem Possessivausdruck 
wird der Besitzer als Dativobjekt (Ziel) dargestellt, von dem 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMIXA IM IRISCHEN. 403 

Standpunkte des Besitzers ist also auch dieser Ausdruck im- 
personal: einem solchen impersonalen Ausdruck wie z.B. „mir 
ist der Stock" steht das persönliche ,.ich habe den Stock" 
gegenüber. Nun sieht man. dafs die possessive Ausdrucks weise 
auf derselben Anschauung wie die Bezeichnung des dativischen 
Agens beruht: der Handelnde bezw. der Besitzer wird hier 
energielos dargestellt, die Handlung bezw. der Besitz kommen 
dagegen stark in den Vordergrund. Man mufs also zugestehen, 
dafs das do -Agens den Possessivausdrücken nahesteht; man ver- 
gleiche auch Wb. 8 a 4, precept dosom didiu ,.that he should preach 
then'' und Wb. 23br3, 5al, 10 {cretem do geint ib) und U. An. 797, 
innreda rnara doaib cene „and other great devastations [were com- 
mitted] by them".') 

Da aber andrerseits das tZo- Agens auch mit solchen Kon- 
struktionen wie Fecht do find . . . i Cind und dann mit der 
Agensbezeichnung im Passivum zusammenhängt, also mit Phrasen, 
die der Possessivität ziemlich fernliegen, so ist es vielleicht die 
beste Formulierung, dafs das Irische bei den Yorgangsnominibus 
das Agens als Ziel der Handlung darstellt, und dafs solche Aus- 
drücke zu den Impersonalkonstruktionen in engerer Beziehung 
stehen. 

Solche energielose Darstellung des Handelnden, die die 
AnschauuDg der Erscheinungsverba (nicht die der Tatverba) 
voraussetzt, findet man häutig in nichtindogermanischen Sprachen, 
so z.B. im Grönländischen: Kmip taJcuwä (< takmv-a-a) „(dem) 
Hunde Erscheinen — dessen — dessen •' = „ der Hund sieht ihn •' 
(Finck, Die Haupttypen des Sprachbaus, S. 40); vgl. damit ir. 
iarna epert do = „ nach dessen Sagen ihm •' = „ nachdem er 
es gesagt hat". Damit will ich aber nicht sagen, dafs die irische 
Yerbalanschauung der des Grönländischen, das doch eine unter- 
ordnende Sprache ist, gleich sei. Im Irischen ist ja diese 
Ausdrucks weise nicht ausschlief slich, wie es im Grönländischen 
der Fall ist; das Irische kennt ja auch die subjektive Auffassung, 
die dem aktuellen Verbum finitum zugrunde liegt. Die Impersonale 
Auffassung erfolgt bei dem irischen Yorgangsnominibus teilweise 
aus der nominalen Ausdrucksweise. 



1) Vgl. auch dazu: U. An. I 920, Muiriucht do Gallaibh; LS 45, roisc 
don niacc dall; vgl. das lat. et caecus a nativitate lumeu oculorum 
recepit. 



404 JOSEF BAÜDIS, 

Mau kann auch nicht sagen, dals diese Ausdrucksweise ganz 
uud gar niclitindogermaniscli sei; die Anfänge können wolil auf 
einer solchen indogermanischen Konstruktion, wie z. B. der Dativ 
beim Infinitiv beruhen; das mufs man jedoch betonen, dafs die 
weitere Entwicklung spezifisch irisch ist, 

Aura. Es gibt auch Fälle, wo ein vou einem Xonien oder Verbum 
abhängender do-Ausdi'uck zugleich das logische Agens des nachfolgenden 
Yorgangsnomens ist; in solchen Fällen jedoch erfolgt diese Bedeutung nur 
aus dem Zusammenhang; es ist aber wohl möglich, dafs auch solche Fälle zur 
Entwickelung unserer Konstruktion beigetragen haben ; übrigens ist manchmal 
auch hier die rfo - Konstruktion eine Zielbezeichnung. 

Vgl. nach dil Wb. 19 b 20, nidil dun buith fomdam legis ,,it is not proper 
for us to be under the yoke Legis"; 17b 9. 

coir: Wb. 10 cl, isamlid ba coir do fiuss inna tiidol; 7a 13, ascoir dochdch 
guide dee liachéle; vgl. damit 16 c 20, 7iicoir dídnad dondalalucht, wo der do- 
Ausdruck didnad bestimmt. 

ííach díriug: Wb. 17 b 32, isdíriug dúib cretem do amal sodaÍ7i „in that 
case it is right for you to believe in him". 

dedbir: Wb. 9cl0, fobiith ba deidbiriu dúníii immormus ; 6 a 12, isdeid- 
bir deit aaigthiu. 

maith: Wb. 14 b 17, isferr dun adénum. 

uisse: Wb. 15dl3. 30b26. Vgl. damit 28b28, ni uisse toisigecht sochnide 
do, wo do die Gruppe toisigecht sochuide bestimmt (9 b 13 siehe unter C). 

asse: Wb. r2dl9. 14 c 29. 19dl8. 

[soir: Wb. 12b2.] 

loiir: Wb. 10 a 17. 

becc: Wb. lOclO. 

mór: Wb. 30 a 8, ismó afius deitsiu. 

immaircide: Wb. 12dl8. 

mithich: Wb. 19 d 3. 

doig: Wb. 9al3. vgl. aiich 5b 43, batochu doibsom hnid and, wo doib 
eher die Ageusbedeutung hat (Zeufs ^ 920 ,. erat verisimilius bos esse ibi'*) 
und dann Wb. 5 b 29, indoich epert ddsiu, wo deit die regelrechte Agens- 
bezeichnung ist. 

Der do-Ausdi'Uck hängt von einem Substantiv ab: 

mebul: Wb. 16bl9, nirbomebul domsa epert frissom. 

torbe: Wb. 13 c 6, cedtorbe doib etarscarad etir friatola et a pectJm. 

{är: Wb. 16 a 24, 7iiáir doneuch molad alaili. 

Nach aktiven Verbis: 

[Vgl. Wb. 10 c 18, cani messe immoforling cretim diiibsi, wo dtiibsi 
zugleich Objekt zu imforling sein kann, so Stokes: „is it not I that have 
caused grief to youV] Wb. 5cl3, nitella doneuch andnwidem aarilte; 25bl8, 
nitelfea cotlud dochdch and; 26 a 23, niteUfea doib irchoimted\ man vergleiche 
auch damit Wb. 26 d 8, ani dodesta dichomalnad ccesta crist domsa. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMIXA IM IRISCHEN. 



405 



C. 

Bis jetzt haben wir nur solche Fälle besprochen, wo das 
Yorgangsnomen das grammatische Regens seines logischen Agens 
(im tZo-Dativ). beziehungsweise seines logischen Objekts ist. Es 
gibt aber auch Fälle, wo das Yorgangsnomen entweder von 
seinem Objekt oder von seinem Subjekt abhängig sein kann; 
in solchen Fällen wird das abhängige Yorgangsnomen durch ein 
do seinem Regens untergeordnet. Beispiele aus Wb. siehe bei 
Fräser CZ YIII, S. 251 und Miscellany presented to Kuno 
Meyer, S. 216,217. 

Die Funktion solcher cio-Infinitive läfst sich folgenderweise 
einteilen. ') 

Der f?o-Infinitiv ist a) von seinem Agens oder b) von seinem 
logischen Objekt abhängig (dementsprechend bezeichne ich jedes 
Beispiel entweder durch a oder durch h). Dann muis man fest- 
stellen, in welcher Satzfunktion der ganze Infinitivausdruck vor- 
kommt; und endlich, welche Bedeutung der c/o- Infinitiv hat: ob 
er den Yorgang subjektiv, d. h. als Ziel darstellt (es könnte ein 
solcher Ausdruck durch das deutsche „dals er es tue, tun soll, 
tun sollte*' übersetzt werden), oder ob er diesen Yorgang einfach 
konstatiert (= „dafs er es tut, tat"). 



Satzfunktion 




Bedeutung des áo -Infinitivs 


des ganzen Ausdrucks 




I. Subjektiv 


IL Konstatierend 


A. Als Subjekt. 








u) eines aktiven Verbs 






a) Wb. Ibö. 


„ passiven „ 


b) 


TVb. 25d20. 

[Vgl. dazu Ml. 16 c 10, is ed in- 
choisecht trisodin coic bliadni deac 
dothormuch forasaigulsom, das ich 
zur Apposition stelle.] 




ß) Das Prädikat des 








Satzes ist 








ein Adjektiv: 








so z. B. maith . . 


b) 


Wb. 3c 4, /"err 10b 25. Sg. 26b5, 
is ferr ainm dodenotn de. 





1) Von den schon von Fräser angeführten Beispielen zitiere ich nur 
die Nummern. 



Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 



27 



406 



JOSEF BAÜDIS, 



Satzfunktion 




Bedeutung des do -Infinitivs 


des ganzen Ausdrucks 




I. Subjektiv 


n. Konstatierend 


olc 


a) 


RC X 222, Olc Hum . . . in hen do 
feiss lat „dafs das Weib schlafen 
mit dir soll" (da sie aber schon 
tatsächlich schlief, kann es auch 
unter II gestellt werden). 




dil 


b) 


Wb. 27 c 8 (vgl. Caithreim 46). 




dil 


b) 


Wb. 14 a 37. 




asse, atise, mse . 


a) 


Wb. 16dl2. 13 a 19. 






b) 


Wb. 4 a 4, isasse düib maid do- 
dénimi. ') 




[vgl. din7iim . 


b)^ 


Ml. 61b28, is dinnimidir ÍÍISÍ71 la 
dia sldntu duthindnaccid, das eher 
zur Apposition gehört.] 




coir 


a) 


Wb. 9bl3. 






b) 


EC XIV 451, Is coir fir fer do co- 
mallnad friut-sa. 




taschide 


b) 


Wh. 10 a 18. 




fill 


a) 


ML 139 c 3, nifiu leu has naill du- 
thecht forru. 






b) 


Wb. 10b3. Ila4. 18cll. 




uisse 


a) 


Wb. 22 a 17, uisse inhoill dóass 
ónchitmn. 






a) 


Wb. 9dl3. 






b) 


Wb. 28c8. 




irlam 


a) 


Wb. 14d29, [ropo irlam sochuide 
a7id dochretim]. 




fir 


a) 


Ir. T. 1 101, M ha fir ...Get do 


b) Ir.T.IlOO, Chinas fir 






raind na mucce stellt eine be- 


lib . . . Cotigauch7iess 






absichtigte Handlung vor. 


. . . do marhad datn-sa. 


date 






b) Wb. 8a6. 


amre 






b) Wb. 17b29. 


ein Substantiv: 








dethiden .... 


b) 


Wb. lödll. 




écen 


b) 


Wb. 30 c 23. 




dóire 






b) Wb. 17cl7. 



') Vgl. auch Caithreim 26, uair ni neach d'a nach w-usa a uilc do dhioghailt tusa. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 



407 



Satzfunktion 
des ganzen Ausdrucks 



Bedeutung des do -Infinitivs 
I. Subjektiv n. Konstatierend 



B. Typus is bes. 
(Fräser sieht in den In- 
finitivausdrücken eine 
Apposit. ; ich betrachte 
sie aber als Subjekt, 
■weU is Kopula ist.) 
bis 

bésad 

faiiiigire 

et 



accobor 



geiss 



Interrogatives Prouom . 

C. Apposition 
zu Personalpronomi- 
nibus 

(Über die selbstän- 
dige Apposition siehe 
unten.) 



b) Wb. lOdG; vgl. Caith- 

reim 36. 
b) Wb. 5b42. 

Futuralbedeutung : 
EC V 201, Air do bui a tairrngire do eo Feie do tomailt . . . 

a) Wb.5al3, bid héet Hb 
si geinti dobith i/ihi- 



= dafs meine Würde mir 
wird. 



b) Wb. 23bl8, steht zwischen I und II 
genommen werden könnte, dafs . . . 

a) Wb. 13 a 20, tiipo accobor lassin- 
feir nopndchad suide et acheile 
dothuidect darahéú. 

[und eventuell auch: 

b) Wb. 3d 13, accobor lammenmuin 
maid doimradud (vgl. jedoch C).] 

a) KC XIY 400, geiss du grian d'ergi 

fair i n-Emain Macha. 

[Vgl. dazu: Bd dia geissib en- 

laith do fogailt a tliiin (EC X 222) 

und Caithreim 20.] 
Wb. 7dl6. 



Wb. 5c23, wo das Objekt reit durch 
einen relativen Satz von seinem 
Infinitiv getrennt ist. 
b) Wb. 14b 2, und die schon oben ! 
zitierten Ml. 16cl0. 6ib28. 

Den Übergang von I zu II repräsentiert, 
b) Wb. 3d30: issi didiu trebaire chollno: cecha dethidfiea domu7idi 
doimradud „an die weltlichen Sorgen zu denken", (d. h. tcenn 
man an die weltlicheyi Sorgen denkt). 

Ähnlich auch: b) Wb. 30 a 18. Vgl. noch Wb. 14b 2. 

27* 



408 



JOSEF B AUDIS, 



Satzfunktion 




Bedeutung des do -Infinitivs 


des ganzen Ausdrucks 




I. Subjektiv 


n. Konstatierend 


D. Objekt. 








a) In Willensäufse- 








rungen: 








Nach adcobra . . . 


b) 


Wb. 17dl7. 




[Nach atgna . . . 


b) 


KC XII 66, atgnasa fort cethre 
Brenn ... de teglomath . . .] '). 




Nach asbeir . . . 


b) 


RC Xm, S. 106, [atbert] ... a 
mac do thodiusciid do . . . 






b) 


Ir. 1. 265, asbertatar Ulaid fri 
Coinculaind ... a tech do dirgiud. 






a) 


ib. 295, asbert in ben friii . . . 
each fer dib a aidchi do fairi na 
cathrach . . . 






b) 


Three Fragm. 14, Ra fuaibhrius . . . 
droiched do dhenamh. 




ß) Nach können . . . 


b) 


Sg. 50 a 14, nád cumaing maith 
dodenom. 






b) 


Ml. 23 a 5, ni cumcat aithirgi ndo- 
denum. 






vgl. auch: 






b) 


Ml. 60b 6, ni cumcat idail ni donaib 
adamraib sin dodenum. Weitere 
Beispiele siehe Ascoli Voc. XCIXf. 
Dafs nach conicc der Infinitiv die 
finale Bedeutung hat, sieht man 
daraus, dafs anstatt des Infinitivs 
ein Konjunktivsatz mit ara" stehen 
kann, z. B. Ml. 74 b 14, Cunic . . . 
dunema potest ut protegat (weitere 
Belege siehe bei Ascoli l. c). 




Nach adroiUi ver- 








dienen (mereout) 


b) 


Ml. 61b 17, indi adidroillisset com- 
mar inclóini nísin dutairciud doib. 


Futuralbedeutung : 


Nach sagen u. ähul. 






a) Wb. 4d4, doarchet . . . 
húatliad iidóine do 
chretini. *) 


' 









1) Vgl. auch Ml. 14a 8, cocarad chaingnimu dudenum. 

') Vgl. auch b) Three Fragments 12, geallaim-si duit i ffiadnaise De rige nEirenn 
go ghabail go gairid. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 



409 



Satzfunktion 










Bedeutung des áo- Infinitivs 


des ganzen Ausdrucks 








I. 


Subjektiv 








II. Konstatierend 






















Futuralhedeutung : 


Nach drohen . . . 


















b) 


ECXni375, Coi-o&ä!> 
si frie a cend dobeivi 
di. 

Präsensbedeutung: 


Nach sehen . . . 


















b) 


Ml. 93 du, huoj-eyiad- 
naeathifrecndairc, gni- 
mil cosmaili dadenum 
duchrist. 

Sg. 28bl siehe sub 
Apposition. 


E. Als Adverbial- 






















bestimmung. 






















Nach iav* .... 


















b) 


RC Xm 94, § 120, iar 
coscur in chatha do 
cliur. 


Nach ar 


b) 


Ii-. 


T. III 


1. 


196, 


aspert doberedh 










log 


dam 


ara bic 


do- 


leigean 


ass. 







Ähnlicli auch tre b) Ml. 27 c 1, la 107 a 5 und ähnliche. 

Aum. Ihrem Ursprünge nach gehören hierher auch die cen-Konstruktionen, 
die bekanntlich die negativen Infinitiv-Konstruktionen wiedergeben. So z. B. 
in Willeusäufserungen : RC XIII 88, iss ed connaigsetar form cen choscor do 
brüh do rig echtrand uadib.; nach „sagen", „versprechen" und ähnlichen; 
vgl. weiter Ir. T. I 293, Fonaiscid Cuchulabm . . . cen curadmir do chosnam; 
RC XII 110, In ramäidis rimsa . . . cen nech dorn chlaind do gabdil rige 
iiHerenn 7 cen fer mo chomanma. fo dl lemsa saÍ7i. ... In tres ni dano 
ragellas[s\iv. dam Á. can chendsa in Chomded, d'fagbdil. . . . 

Selbständig fungieren diese Konstruktionen: 
A. In Exklamationen: imperativisch z. B. Ir. T. I 101, 
b) In comrani do tJiairisem heus . . . no in muco do raind dam-sa. 
Exklamativ dem lat. Inf. indignantis entsprechend: a) EC IX 456, 
Tussu . . . ndd fess can eland nd cenél duit y nicon fess [do] 
mát(}i)air ná hathair, do gialliid fortii. (Vgl. Ir. T. I 102, Cid 
ane . . . mac na m-hachlach ciisna lesanmannaih do cliomram 
chucum.) 



410 JOSEF BAÜDIS, 

B. lu derselben Funktion wie die tliemaartigen Nominalsatze 
in den Annalen: U. Annalen: la) der cZo-Infinitiv hat eine transitive 
Bedeutung und bestimmt sein Agens: Feidilmidh ri Muman do inn- 
riudh Mide 7 Breg (839). In mac oc Croehh Laisse do lahradh (884). 

Gothfritli . . . do orcain Cenannsa (950), vgl. 943. Matli- 
gamain mac Cennetigh, ri Caissil, do arcain Luimnigli 7 dia loscadli. 
(966) [vgl. auch Treblüaid mór do ghahháil an Fearadhaigh, 
Three Fragments 8].i) 

b) Das intransitive Yorgangsnomen bestimmt sein logisches 
Agens: 

Miiinntir Coluim cille do did i Temliair (816). Cuanu ahbas 
Lugmaidll, co scrin Mochiai, do dida a tire Muman for longais 
(817); Biarmaü . . . do dliid a n-Alhain (828); Bermait do dul 
CO Connachia (835); Feidhlimidh mac Cremlitain co sluagli . . . 
do thuidhecht i Fiamhur (830); Biarmait do tiachtain in li-Erind 
(ibid.), vgl. 845, 848. Amlüaim . . . do tuidhecht a n-Erind (852); 
Maelsechnaill . . . do thuidecht hi tire Muman (857); Amlaiph 
y Äinsle do dul . . . (865); Amlüaipli 7 Imar do tliuideclit . . . 
(870); Ruaidhri macMuirminn . . . du tuidhecht doclmm n-Erend 
(876). Scrin Coluim cille 7 a minna olchena du tiachtain . . . {d>ll). 
Epistil do thiachtain lasin ailithir docum n-Erend (886); Macl- 
irigte . . . du techt imMumain (912); Bi grein do rith immalle 
in una die (910)-*) 

c) Dem impersonalen maidid for . . . entspricht: Bellum do 
madhmaim re Colggen (779); Bellum do madhmaim for hU FiacJi. 
räch 3Iuirsce re n-Biarmait ... 7 loscadh 7 . . • orgain Loibrein 
i crich Graicraigi, ubi plurimi occissi sunt ignobiles. Mors Cathail 
micAilello (815); Cath do madhmaim i n-A>ghnccliaib re gcnntib, 
for muinntir n-airdd Machae, conairgabtha sochaide mora dib 
(830); maidm fair (913). 

d) Einem feraid snechta Ir. T. I 137 entspricht: Tri frosa do 
ferthain i crich Muiredaig i n-inis Eugain (763). — [Eine in- 
transitivpassive Auffassung des Vorgangs liegt dem folgenden 
Beispiel zugrunde: Maelduin . . . do thotaim leu (923). „M. fiel 
durch ihre Hand".] 



*) Hierher aucli Cineadh . . . dufrithtnidecht Maelsechnaill (849). 
"^) In Maelachidh . . . do did martrai la Delmnai (895) ist dul wähl 
transitiv ^= „subire". 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 411 

2) Das transitive Vorgangsnomen bestimmt sein logisches 
Objekt a): Dabei bleibt das Agens imbezeicbnet: An Soisgel . . . 
iV faghhhaü hoc anno (500); Oiss allti do tJiofimn (817); Orggan 
Etir genntih; praed mar di mnaibh do hrid ass (820); Dunetathe 
do denum i CHI JDaro (884); Muiniir Fini . . . do sarngadh (890); 
Muircdhach . . . 7 . . , Gaibith . _ . do orcain (911). Cerran . . . 
du fachail asa lurgg (913); Oenach Tauten do ciimusc oc foradhaib 
im scrin micCuilind (830); Fergil . . . do marhad (878); Conn . . . 
do marhadh (953); Oengus do guin (im Gedicht zu 882). 

ß) Das logische Agens wird durch -Konstruktion bezeichnet. 

Cclla loclia Eirne n-iiile . . . do dilgiunn Genntihli (836). 

Comman . . . do guin ... Genniilh (841); Madbridge . . . 
da guin hUib Echocli (913). 

Aban . . . do orcain fri daigliidh socldachan (866); Ard 
Macha do arcain . . . na Gallaib (942). 

(Vgl. Derthech Liiscan do loscadh a Norddmannis, 855); 
Murcadh . . . do marbad Ilannacan (886), Suibne . . . do 
marbad Gallaibh (939), Trenfer . . . do mliarbad a Maclciglün 
(1001), Maelriianaidh . . . do marbhad Matudhan (1006), vgl. 
1015. 1017. 1023. — Annle . . . do basugad Gallaibh (915). 

7) Bezeichnung des Agens durch Za-Koukstruktion: Airchin- 
nech Cillc moire Enir do sarugad y Dubinnrecht . . . do ghuin . . . 
la Laighniu. Orggain coccae du Cellach . . . (817); Flamin . . . 
do ghuin las na Deise (895); Concobar . . . do marbad . . . la 
Amlaiph (863); Imhar ... do marbad la firu Fortrenn (903); 
Domhnal . . . do marbad lia brathair (924); Torulb iarla do 
mharbad la mac Neill (931). Gaill locha Echoch do marbad la 
Domnall (944); Blocair ... do marbad la Conghalach (947); 
Dub . . . do marbad la h-Albanchu (966), vgl. 1004; Lorcan . . . 
do dhalladh la Aedh (863); Ccalla ili do éarugad leis (913); Inis 
Locha gabhar do thogail la h-Amlaibh . . . hUam Cnoghbhai do 
thogail do . . . (934). 

b) Bezeichnung des Agens durch i/o -Konstruktion: Ceall 
dara do orgain do gentibh (835); Dun lethglaisi do arcain do 
ghallaib. Do rigal Dia y Patraic form. Tue Gaillu dar muir 
(941); Ceall mor muighi ainir du orgain du Gallaibh (873), 
Cloicihech Sldne do loscadh do ghallaibh Atha cliath (949). Cluain 



412 JOSEF BAUDIS, 

micNois do orcain do gJiallaibh Atha cliath (945), vgl. 952. 958. 
Maelruanaigh . . . do marhad do cheniul Conaill (940). 

3Iuircertach . . . do marhad do ghentibh (942); Coirpri . . . 
do marhad do feraihh Maighi Féne (943); Drem do muinniir liOi 
Chanannan do marhad do Conghalach . . . (944); Matudan mac 
Aedha do marhad o UihJi Ecliocli (949); Niall mothlach do marhad 
do Clioirpri (950); Chongalach . . . do marhad do gallaih 955, vgl. 
noch 957. Amlaim . . . do marhad do Saxanaibh, oc dul do 
Boim (1034). 

Bioran ... du ergahail du gallaibh . . . (841); Maelduin . . . 
do ergahhail do ghenntihli (ibid); lorindan ... du ergahhail du 
Genntihh (844); Maelcohlio . . . do ergabliail do Gallaibh (878); 
Broen . . . do ergahhail do ghallaih y a marhad iarum (979); 
Bonnchad . . . do ghahail do ghallaih ... 7 a hreith dar muir 
(1023). 

Bertach Ciannain do coscrath do ghallaihh (880). 

Breatain du indarhu as a tir do saxanaibh (864). 

Cenrig . . . dodergiu . . . doibh (920). 

Tuathal . . . do hreith do genntib (831). 

Comhustio inse Patraicc genntihh 7 horime na crich do 
hreith 7 serin Bochonna do hriseadh doaibh 7 innreda mara doaih 
cene (797). 

Arnn. 1. Vgl. noch Triar do loscadh i Taillte di thenidh di nim (856). 

Anm. 2. Das indirekte Objekt wird proleptisch dem ganzen Ausdriick 
vorangestellt: Ugaire mac Dunlaiyig , ri Laigen, 7 Maelmordha . . . tech do 
gabail forra ic Dubloch . . . (1024). 

Die Funktion dieser Ausdrücke in Annalen ist also von der des 
lateinischen Inf. historicus verschieden, dieser kommt in einer 
lebendigen Schilderung oder Erzählung vor, unsere Konstruktionen 
dagegen werden themaartig gebraucht. Gemeinsam ist hier nur die 
konstatierende Bedeutung, [d. h. sie entsprechen einem indika- 
tivischen Hauptsatz.] Mau wird also kaum die lateinischen histo- 
rischen Infinitive mit anderen Ausdrücken so vergleichen können, 
wie es Fräser (Miscellany S. 225) tut. 

Endlich kommen unsere Ausdrücke in einer selbständigen 
Apposition vor: a) Ml. 61 a 13, doregat techta hochalldaib doßs 
indadamrisin :i. ingrian dothecht inna coic brotn deac forculu 
. . . Der Ausdruck konstatiert hier die Tatsache, die das adamri 
näher erklären soll, also „dafs die Sonne geht . . .". 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 413 

Ähnlich auch: 

a) Ir. T. I 293, Ciatherat araili lihair, co n-densat cennach 
fris .i. Loegaire do heim a chind de in cétla ocus a imgaháil 
do, ocus Conall día imgahail on mud chetna. 

b) Ir. T. III 1, 192, Luchta drai dochoidh dia foglaim il- 
Letha, con-aca é ní ingnadh occa ic delugud firindi 7 breigi 
A. iarnn do senadli lia ndruidib 7 a clior a teinidh iarsin com[h\ad 
dearg, y a tabairt for hois in lit[li\ig. No loiscedh immorro lie . . . 

An dem letzten Beispiel sieht man, dafs solche Appositionen 
von derselben Art sind wie die themaartigen in den Annalen; 
auch sie drücken einfach eine Tatsache aus, die weiter durch 
Yerbalsätze ausgeführt werden kann. Die Funktion dieser „In- 
finitive" ist also dieselbe, wie die der anderen Nominalausdrücke, 
die eine nicht verbale Aussage bilden können. 

In b) Wb. 23 b 21, comhad imned foraraill domsa .i. mohuith 
icarcair et moort dogahdil. [„dass ich im Kerker sein soll(te) und 
mir mein Rang genommen werden soll(te)"], haben die beiden 
Yorgangsausdrücke — der do- Infinitiv wie auch das i?o-lose 
Verbalnomen — eine subjektive Färbung. 

Zu der Apposition sind auch einige Glossen zu rechnen, 
wo es sich darum handelt, den lateinischen Text zu erklären: 
so b) Wb. 7dl4, b) Wb. 22a4, b) 24dl4, b) Sg. 28bl: Inve- 
nimus tamen multa in his quattuor speciebus propriorum nominum 
invicem pro se posita .i. each ce dosmdigud aralailiu. So auch 
b) Sg. 41b 4 posit ainmde do denom di. 

b) Sg. 9 a 18, Unde hac considerata ratione Graecorum doc- 
tissimi singulas fecerunt eas quoque litteras .i. ocndai oenlitre 
dodcnom dih hiscribunt singulas, unicas litteras facere ex eis 
(Z2 637); b) Ml. 94c 12, etiam mixtionem dicit pro mensura quae 
ex more bibentibus datur, uel potionis plenitudine tam grandi 
ut poculum possit implere .i. deiig mór du óul dindigail condib 
lein inderidech. 

Man sieht also, dals der do- Ausdruck manchmal eine sub- 
jektive Färbung hat: die Handlung wird als Ziel (beabsichtigt, 
gesollt) dargestellt. Dafs aber die subjektive Färbung keines- 
falls nur bei £?o- Infinitiven ist, sieht man daraus, dafs überall, 
wo weder das logische Objekt noch das logische Agens dem 
Infinitiv vorangestellt wird. Formen ohne do vorkommen müssen 
(Belege siehe im Kap. A). Das Irische kennt also anstatt der 



414 JOSEF I3AUD1S, 

Infinitivkonstniktioneii der anderen Sprachen zwei verschiedene 
Ausdrucks weisen: 

a) Das Nomen actionis ist das Eegens der Aussage und 
seine Bestimmung (Agens oder Objekt) wird adnominal kon- 
struiert, oder 

b) es wird der Vorgangsausdruck selbst zu einer Adnominal- 
bestimmung seines Objekts (oder Subjekts). Auch diese Kon- 
struktion ist rein nominal; das beweist das adnominale Negations- 
präfix nepli {doneMénum Wb. 5 c 23) und dann auch doécaib: 
ha saeth mor la Deciiri hin t-sinnnith a dalta do ecib (Ir, T. I 138). 
Mathgamain , macConaing micDuinncuan, ridomna Muman, do 
ecaibh (U. An 1019). Imliar macArailt, ri Gall, do ecaibh ib. 1054 1). 

Jedoch Konstruktionen wie . . . dogabdil rige nHerenn be- 
weisen, dafs diese Ausdrücke später quasiverbal aufgefafst wurden. 

Aus dem zusammengestellten Material sieht man, dafs am 
häufigsten solche Fälle sind, wo das logische Objekt durch einen 
f/o- Infinitiv bestimmt wird [die Fälle durch b) bezeichnet], dann 
kommen solche Fälle, wo es sich um das Subjekt eines intransi- 
tiven Verbs handelt, und dann erst die Fälle mit dem voran- 
gestellten Subjekt eines Transitivs. Fräser hat also vollkommen 
recht, wenn er vermutet, dais die Fälle mit dem vorangestellten 
Subjekt am häufigsten sind. 

Ihren unmittelbaren Ursprung verdankt unsere Konstruktion 
solchen Fällen, wo das logische Objekt (oder eventuell das logische 
Subjekt) als Kern, Grundlage der Aussage aufgefafst wurde, 
der Vorgang wurde ihm dann attribuiert, d. h. der c?o- Ausdruck 
wurde zu einer adnominalen Bestimmung; dadurch entstand ein 
gröfseres Ganzes, dafs einem explikativen (modalen oder konsta- 
tierenden) Inhaltssatz entsprach, es entstand dadurch eine ein- 
gliedrige Äulserung, die dann auch appositiouell angegliedert 
werden, oder als ein selbständiger Nominalsatz fungieren konnte. 

Was nun die Entstehung des í?o - Ausdrucks anbelangt, so 
erklärt Windisch (BB II, S. 82) den Infinitiv als einen ursprüng- 
lichen prädikativen Dativ; so liegt, meint er, einem in bale do 



') LS (== Todd Lecture Series, V.) 44: ..A gillai ced ara reikis in fer 
ro hoi coV imorcliur do cccaib?" Ygl. lat. ,.Quare reliqiiisti, puer, portitorem 
tuuin mori?" 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALNOMINA IM IRISCHEN. 415 

hlith das grammatische Schema ,.der Sack ist zu mahlen*' 
zugrunde. Nach dem, was wir jetzt gesagt haben, ist aber der 
do -Ausdruck adnominal. und so wird man zuerst an eine ad- 
nominale Verbindung denken müssen, also „der Sack zu mahlen". 
Man braucht wohl auch an keinen ursprünglichen Dativ 
zu denken, man kann ja die Präposition zu ihrem Recht 
kommen lassen, wörtlich übersetzt ist m hole do hlith uter ad 
molendum. 

Fräser (CZ VIII, S. 27) erklärt unsere f?o- Infinitive aus 
Konstruktionen, wo der (?o- Ausdruck von einem Adjektiv abhängig 
ist; auch in diesen Konstruktionen erblickt er den Dativus com- 
modi. Solche Konstruktionen wie súancmidn dodefnnn ' erklärt 
er jetzt (Miscellan}- to K. Meyer, S. 224 f.) als adnominale Dative. 
„Formally suánemuin dodénum is parallel to e. g. satui semen 
Cato agr. 5, 8 signum receptui, the dative of the verbal noun in 
either case being final, but, logically, there is this difference that 
in Irish sudnemuin dodtnum has come to mean not "ropes for 
making' but 'making of ropes' as in Latin satui semen were to 
mean 'the sowing of the corn'." — Ich würde sagen, dafs das ir. 
sudnemuin dodénum auch psj'chologisch dem lat. semen satui 
entspricht, da in beiden Fällen das Vorgangsnoraen das Be- 
stimmende, das Objekt dagegen die Grundlage der Aussage 
ist; so werden ja auch die ii*. c/o- Ausdrücke konstruiert: soll 
der ganze Ausdruck wieder von einem anderen, z. B. einem Verbum 
finitum abhängig gemacht werden, so bekommt das logische Objekt 
die notwendige Abhängigkeitsform, so z. B. Ml, 42 a4, niguid 
digail duthahairt foraih, wo der Akkusativ digail von guid 
abhängig ist. 

Der Unterschied liegt in der Funktion: das ir. sudnemuin 
da dénum steht da, wo die anderen Sprachen ein umgekehrtes 
Abhängigkeitsverhältnis bevorzugen, d. h. das ir. in hole da hlith 
„der Sack zu mahlen*' fungiert wie in anderen Sprachen ..den 
Sack zu mahlen". Ich würde also den Unterschied zwischen 
siiánemuin dodénum und dem lat. semen satui einen funktionellen 
Unterschied nennen. 

Dann ist hier noch ein Bedeutungsuuterschied: in sejjien 
satui hat das bestimmende satui noch die ursprüngliche, also 
in unserem Fall die finale Bedeutung, dagegen im Irischen hat 
sich in manchen Fällen der finale Sinn des Ausdrucks zu einem 
weiteren, dem der allgemeinen Bestimmung, abgeschwächt. Der 



416 JOSEF BAÜDIS, 

ursprüngliche Sinn ist noch dort zu spüren, wo der c?o- Ausdruck 
ursprünglich als finale Adverbialbestimmung eines Adjektivs 
fungierte: ich meine solche Adjektive wie maith: gut zu etwas 
und ähnlich'), daneben sieht man aber, dafs unser do -Ausdruck 
auch da vorkommt, wo es unmöglich die finale Funktion haben 
kann, so z. B. wenn das Prädikat des Satzes amrae ist. Ähnlich 
muis es auch nach gewissen Verben gewesen sein 2), so z. B. nach 
Willensverben: in solchen Fällen war das spätere Objekt (oder 
das logische Subjekt) des cZo- Ausdrucks das direkte Objekt des 
Verbs und der rfo- Ausdruck bestimmte das Verbum als Ziel- 
bestimmung [also ,,er befahl, sie zu verbrennen" ist ursprünglich 
„er befahl sie zum Verbrennen]. Von da konnte die (?o- Be- 
stimmung auch in solche Ausdrücke eindringen, wo die finale 
Form eine allgemeinere, also explikativ konstatierende Funktion 
hatte; dies kam natürlich nur da vor, wenn es sich darum handelte, 
das Verb, das schon sein direktes Objekt hatte, noch weiter zu 
bestimmen; so bekam der c/o- Ausdruck eine allgemeinere Adverbial- 
bedeutung, die dann sehr leicht zu einer adnominalen Bestimmung 
des als Objekt (oder Agens) des Vorgangsnomens empfundenen 
Xomens werden mufste, denn sie stand eben nach diesem Nomen, 
d. h. die finale Form des ursprünglichen Adverbial- 
ausdrucks wurde zu einem blofsen Abhängigkeits- 
ausdruck, der sein Objekt (oder Subjekt) näher bestimmte. 



1) Vgl. fZo-Bestimimmg nach: 

uisse: Wb. 4c36, Jmissi do digail form. 

comadas: Ml. 64(12, ni comadas diiaisndis innam niaraisndisenso acht 
Í7ispiurt noib. 

diHhrachtig: Wb. 23 b 4, diuti diithrachtig dochomalnad soscéli. 

triam: Wb. 12d29, combat irlamude indancreitmich dochretim; 
AVb. 4 b 21, ammi irlaim hicachldo do dul martre; 

Wb. 16 a3, irlaim dodul bais; 

Wb. 7 b 5, robtar irlim dothecht martre darmchen(n). 

essamin: Wb. 16a26, am essamin dothabirt testassa airibsi. 

diir: Wb. 31b 17, ni diir donoibad ani forchanat. 

doig[?]: Wb. 13c 18, indonichnech udib doepirt inso. 

cumacc: Wb. 4a6, nita cumacc do cháingním. 

Hierher auch Wb. 23 c 2, ishedón asmaith lessom dochluas uud Wb. 28 d24, 
is SÍ inso fedb astiisse dogoiri inceclis at-clmit óisa et bésa. 

■^) Tgl. Ml. 46 a 19, ised rodaucai dorad Í7inam briathar sa, wo do 
noch den termiuativen Sinn hat. 



ZUM GEBRAUCH DER VERBALXOMINA IM IRISCHEN. 417 

Anm. Zu dem Herabsinken der (/o-Präposition zu einer Abhängigkeits- 
form vergleiche man das französische de in Leiir barque aborda la premiere. 
Calyste de tressaillir (Haas, Xeufr. Syntax. S. 41), wo das de auch seine prä- 
positionale Bedeutung verloren hat. 

Man sieht also, dafs sich das Irische erst einen Infinitiv- 
ausdruck bildet. Dies besagt aber nicht, dafs das Keltische keine 
Infinitivansätze kannte. Man niufs wohl annehmen, dafs es in 
einer vorhistorischen Periode des Inselkeltischen infinitivartige 
Dative der Verbalnomina auf -ti- gab, also solche Formationen 
wie slav. hyti. ai. hhntdye, hhrtaye und ähnliche. Sie leben in dem 
irischen Partizipium necessitatis fort. Vgl. ir. -larthi — ai. hhrtdye, 
ir. -mithi- = ai. -mataye-, slav. m^ti (Zupitza, KZ XXXY 458). Es 
existierten also im Inselkeltischen dieselben Elemente, die sich 
in anderen indogermanischen Sprachen zu Infinitiven entwickelt 
haben. Man wird nun wohl fragen, weshalb sich das Irische (und 
auch das Brittanische) neue Infinitive schafft. Etwas ähnliches haben 
wir schon bei der irischen Umschreibung der Partizipia gesehen: 
das Inselkeltische läfst da das ältere Material beinahe ganz und 
gar zugrunde gehen und schlägt ganz neue Bahnen ein. Dies 
setzt voraus, dafs das Inselkeltische in einer vorhistorischen Zeit 
teilweise seinen Charakter verändert hat. Etwas ähnliches bezeugt 
auch der in Rede stehende Fall: die alten -tejai- Dative haben 
sich nur in der rein prädikativen Funktion festgesetzt, nicht 
aber als Ergänzung der Satzaussage. Daraus mufs man also 
erschliefsen, dafs der vorirische Satz zu einer gewissen Zeit sehr 
einfach gewesen sein mufs: die Ergänzungen wurden wahrscheinlich 
appositioneil angegliedert oder als selbständige Sätze hinzugefügt. 
So erstarrte die alte „Infinitivbildung" in ihrer verengten Ge- 
brauchssphäre, und als sich dann das Irische weiter entwickelte, 
war die - ti - Bildung nicht mehr entwicklungsfähig und so 
adaptierte sich das Iiische andere Finalausdriicke zu den Infinitiv- 
konstruktionen. 

Prag:. Josef Baudis. 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TAIN BO CUAILNGE. 



Drei Umstände haben sich in erfreulichster Weise vereinigt, 
um die Untersuchung der Überlieferung der hervorragendsten 
irischen Sage auf eine ganz neue Grundlage zu stellen: die Voll- 
endung des Druckes der im Yellow Book of Lecan erhaltenen 
Version durch O'Keeffe (als Anhang zu Eriu VI), der Abdruck 
des Fragments in Egerton 1782 durch Windisch (ZCP IX 121 ff.) 
und vor allem die wichtige Entdeckung von Best, dafs das Leabhar 
na hUidhri von drei verschiedenen Händen geschrieben ist, und 
wie diese sich ablösen (Eriu VI 161 ff.). Nicht nur wird so das 
gegenseitige Verhältnis der Handschriften der einen Version und 
ihrer Inhalte auf einmal klar, sondern auch die Entstehungsweise 
der anderen kann jetzt, wie mir scheint, aus dem Bereich der 
blofsen Vermutunofen in den der Gewifsheit erhoben werden. 



I. Die sogenannte LU- Version. 

Wie bekannt, bietet keine der Handschriften dieser Version 
einen vollständigen Text. LU reicht nur von Z. 1 — 2181 (nach der 
Zählung von Strachan- O'Keeffe, die ich beibehalte). Egerton 1782 
enthält nicht einmal so viel, sondern nur Z. 1 — 829, 914 — 1423, 
1498 — c. 1581, während das übrige durch Blattverlust weggefallen 
oder unleserlich ist. In TBL fehlt umgekehrt der Anfang, indem 
es erst mit Z. 206 beginnt; über andere Lücken in dieser Hand- 
schrift wird unten gesprochen Averden. Allen drei älteren Hand- 
schriften gemeinsam sind nur die Teile 206 — 829, 914 — 1361, 
1498 — 1581. 

Keine von ihnen ist aus der anderen kopiert, wie Windisch 
in seiner Ausgabe S. LXIV ff. nachgewiesen hat. Aufser ihnen 



DIE ÜHERLIEFERUNG DER TAIN BÓ CÚAILNGE 419 

gibt es aber keine selbständigen Handschriften; H. 1. 14 (Irin. 
Coll., Dublin) und Egerton 114 (Brit. Mus.) sind moderne 
Abschriften von Eg. 1782.') Ich gebrauche für jene die Ab- 
kürzungen : 

U = Leabhar na hUidhri. 
W = Egerton 1782 (Windischs Handschrift). 
Y = Yellow Book of Lecan. 

Best hat nun gezeigt, dafs U ursprünglich ganz von zwei 
Schreibern geschrieben war, die er A und M nennt, und deren 
zweiter der 1106 gestorbene Mael Muire mac Ceilechair war. Später 
hat ein Dritter (H) viele beschriebene Teile der Handschrift 
ausradiert und teils auf dem so gewonnenen Platz, teils auf neu 
eingehefteten Blättern Nachträge und Einschübe beigefügt. In 
den in allen drei Handschriften der Tain enthaltenen Partien 
tritt nun das folgende Verhältnis zutage: das in U durch H 
sekundär Beigefügte fehlt in Y, steht aber in W. So der grofse 
Abschnitt 1362—1423, und auch der Eest 1423—1486 war sicher 
in "W enthalten, auf dem Blatt, das hier ausgefallen ist. Ebenso 
findet sich sowohl in W als in U (auf Easur) der Passus 2Iór 
in cuithiud bis a car pat, für den Y 766 — 769 Mad iar n-araile 
sliclit bis iarsint [é]licht sa liest. Daraus geht hervor, dals die 
beiden Hauptschreiber von U einen Text geschrieben hatten, 
der inhaltlich genau mit Y übereinstimmte, während der spätere 
Korrektor H Stücke interpolierte, die der Fassung W entsprachen. 
Aber es ergibt sich sofort noch Weiteres. 

Man kann nicht sagen, dafs die Erzählungen, die jener 
erste Abschnitt enthält, gerade nur an dieser Stelle der locker 
gefügten Tcáin eingeschoben werden konnten. Wenn sie sich also 
in W und in U genau an derselben Stelle finden, zeigt das, dafs 
nicht etwa zwei Redaktoren unabhängig voneinander aus einer 
abweichenden Version der Sage Stücke aufgenommen haben; 
sondern beide müssen auf eine gleiche Vorlage zurückgehen von 
der Gestalt, wie sie uns W in den erhaltenen Partien zeigt, 
W und U^2) weisen also auf eine Fassung zurück, die aus der 
Version, die Y unverändert wiedergibt und die ursprünglich auch 
U enthielt, erweitert oder umgestaltet worden war. 



>) s. Thurneysen, Zu irischen Handschriften, S. 2; >«'ettlau, Eev. Celt. 
10, 333 f. 

*) So will ich die von H beigefügten Stellen bezeichnen. 



420 R. THÜRNEYSEN, 

Das ist nun von grösster Wichtigkeit für die Teile, die 
nur in U und Y, aber nicht in W auf uns gekommen sind, nament- 
lich die vier Abschnitte: U 74 b 18—32 (Zeile 1639 Anm. 7), 
ferner Z. 1643 — 1708, 1761—1997, 2163—2182. Besonders beim 
zweiten war bisher fraglich, ob er in U ein Zusatz oder in Y 
ausgelassen sei. So hielt z. B. Windisch (TBC, S. LXXYIII) 
für möglich, weil Y in Conuaught geschrieben ist, der Schreiber 
möchte ihn aus Rücksicht auf die unehrenhafte Rolle der Con- 
nachter Königin Medb unterdrückt haben. Diese Frage ist jetzt 
durch Bests Entdeckung ohne weiteres entschieden. Da er in 
IT erst von H beigefügt ist, hat ihn die durch Y vertretene 
Fassung niemals besessen, sondern er gehört zu den sekundären 
Erweiterungen. Ganz dasselbe gilt für 2163 — 2182. Anders 
bei 1761 — 1997. Immer hatte man hier aus der Art der Lücke 
in Y, dafs nämlich der Schreiber in einer Zeile mitten aus einem 
Satz auf den Anfang eines anderen überspringt, geschlossen, dafs 
eine durch Blattausfall entstandene Lücke der Vorlage von ihm 
oder einem seiner Vorgänger nicht bemerkt worden sei. Das 
wird nun dadurch absolut sicher, dafs das Ganze in U von der 
Haupthand M geschrieben ist, also seit jeher zu der Fassung gehört 
hat, die sonst in Y vorliegt. 

Für sich steht dagegen der erste Abschnitt U 74 b 18 — 32. 
Obschon auch er in Y fehlt, ist er nach Best in U kein Zusatz 
von H, sondern von M im fortlaufenden Text geschrieben; er 
gehört also nicht zu den W- Erweiterungen. Doch ist er zu 
kurz und zu einheitlich, als dafs sein Fehlen ebenso wie bei 
1761 — 1997 erklärt werden könnte. Hier versagt also das Krite- 
rium der Handschriften, und es werden innere Gründe ent- 
scheiden müssen, ob man ihn als Zusatz von U oder als Aus- 
lassung von Y aufzufassen hat. Ohne hier darauf eingehen zu 
wollen, begnüge ich mich zu bemerken, dafs mau es sehr wohl 
begriffe, wenn ein Schreiber dieses überaus unpassende und die 
Erzählung störende Zwischenstück ausgeschieden hätte — nur 
haben sich freilich in anderen Fällen die Kopisten durch solches 
nicht stören lassen. 

Auch in dem in Y verlorenen Anfang der Sage erkennen 
wir nun das Gedicht 58—80 als einen Eindringling, da es von 
H geschrieben ist (und sich in W wiederfindet). Aber hier, wo 
Y fehlt, können wir nicht bestimmen, an Stelle von was für 
einem Stück des ursprünglichen Textes es getreten ist. Nur 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TAIN BÓ CÚAILXGE. 421 

SO viel lässt sicli ersehen, dais dieses bedeutend kürzer war, da die 
letzten Strofen des Gedichts auf dem durch Ausradierung- gewonne- 
nen Eaume in U sehr enge zusammengedrängt werden mufsten. 
Vielleicht hat sich heim Lesen meiner bisherigen Aus- 
führungen mancher gefragt, mit welchem Recht ich die Fassung, 
die durch W und U^ repräsentiert wird, als Erweiterung des 
ursprünglichen Textes bezeichnet habe. Von vornherein wäre ja 
ebenso möglich, dais der ausführlichere Text der ältere wäre 
und der kürzere von Y (und U vor den Einschüben) auf einer 
frühen Kürzung beruhte. Hier hilft nun eine Beobachtung 
weiter, die iStrachan vor Jahren gemacht hat.') Bei seiner 
Untersuchung über das Auftreten der absoluten Pronomen he, 
hi, tat, sib als Objekte in U war ihm aufgefallen, dafs sie sich 
in der Tain nur in den Stücken finden, die in Y fehlen — vgl. 
Z. 1401. 1403. 1411. 1444. 1486. 2169 — mit einer einzigen Aus- 
nahme, deren Zitat übrigens bei ihm ausgefallen ist. 2) Das sind 
nun gerade die Abschnitte, die H beigefügt hat. Die drei ersten 
Belege stammen aus einem auch in AV erhaltenen Teil und er- 
scheinen dort ebenso; sie sind also nicht etwa erst vom Schreiber 
H hinzugefügt. Daraus ergibt sich, dafs die über Y hinaus- 
gehenden Abschnitte der durch W und U^ vertretenen Fassung in 
jüngerer Sprache abgefasst sind als das Übrige, also sicher spätere 
Zusätze darstellen. 



IL Die LL-Yersion. 

Mag man sich darüber freuen, dafs in diesen Punkten jetzt 
Klarheit geschaffen ist, so ist diese doch darum nicht von allzu 
grofser Bedeutung, weil die enge Zusammengehörigkeit der drei 
Handschriften U, Y und W immer festgestanden hat. Ganz 
anders steht es mit der Frage, wie sich die im Book of Leinster 
(L) erhaltene Version und die ihr verwandten Texte zur LU- 
Version verhalten. Es sei mir gestattet, die bisherigen Ansichten 
kurz in Erinnerung zu bringen. 

1. Zimmer, der in der Zeitschrift für vergleichende Sprach- 
forschung 28, 426 ff. das Problem wohl zuerst aufgestellt und zu 
lösen versucht hat, hatte dabei nur die Faksimiles von U und L 



1) Eriu I 177 Aum. 3. 

2) Es ist no-marfad he Y 1639 = U 74 b 18. 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 28 



422 R. THURNEYSEN, 

vor Augen, aufserdem zur Ergänzung des in L zwischen S. 74 
und 75 fehlenden Blattes die Lesart der jüngeren Handschrift 
Brit. Mus., Additional 18748 (S. 441). Aber das Ende der LU- 
Version in Y kannte er nicht. Seine Ansicht lässt sich in zwei 
Sätze zusammenfassen: 

a) Die LU -Version, die sich selber als Kompilation gibt, ist 
aus zwei Quellen zusammengearbeitet. 

b) Die eine dieser Quellen ist die LL- Rezension. Zieht man 
also mit Hilfe der Hs. L die Teile ab, die ihr angehören, so 
bleibt im wesentlichen die andere Quelle, die x- Rezension, 
übrig; vgl. das Schema S. 547 f. 

Dafs der Satz a nicht strikte bewiesen sei, gab zwar Zimmer 
selber zu (S. 552 f.); aber er dünkte ihn auf serst wahrscheinlich, 
da nur eine einzige kleine Stelle (U 77 a 30 — 32, Z. 1739—1743) 
ihm deutlich auf mehr als zwei Quellen zu weisen schien. Zum 
Satze b war er durch die Beobachtung gekommen, dafs, wo in 
U Dubletten vorliegen, in L immer nur die eine davon sich zu 
finden pflegt, dafs aber umgekehrt L, abgesehen von der Ein- 
leitung, kein Erzählungsmotiv enthält, das in U fehlt, soweit 
dessen Text reicht (S. 4751). 

2. Nettlau, der von Zimmer in diese Fragen eingeführt war 
(KZ 28, 525 A. 1), hat sie sehr lebhaft erfafst und, nachdem 
er sich durch Besuch englisch -irischer Bibliotheken Kenntnis 
weiterer Handschriften verschafft hatte, sich sofort eine andere 
Ansicht gebildet, die er namentlich Rev. Celt. 10, 330 — 333 
und 11, 331 ff. niedergelegt hat: 

Die Einheitlichkeit der Erzählung in der LL-Version braucht 
nicht, wie Zimmer ohne weiteres annahm, auf der Einheitlichkeit 
ihrer Quelle zu beruhen; sie ist viel eher das Werk eines künst- 
lerischen Bearbeiters, der die Erzählung aus einer Handschrift 
oder aus Handschriften, die vermutlich viele Widersprüche, Wieder- 
holungen usw. enthielten, einheitlich herausgestaltet hat. Andrer- 
seits scheint die LU -Version, die mehr enthält als L, aber das 
Einzelne viel kürzer erzählt, ähnlich beschaffenes Material vor 
sich gehabt, aber möglichst kondensiert zu haben. Einheitliche 
Erzählungen der ganzen Tain hat es wahrscheinlich in älterer 
Zeit nicht gegeben, sondern nur verschiedene uneinheitliche Samm- 
lungen einzelner Episoden. Es ist daher nicht wunderbar, dafs 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TAIN BÓ CÚAILNGE. 423 

andere Versionen, wie Egerton 93, wieder einiges enthalten, das 
sich weder in L noch in U findet. 

Wertvoll war nun namentlich, dafs Nettlau an zwei Fällen 
die Unzulänglichkeit der Methode Zimmers direkt nachweisen 
konnte. Dieser hatte die Warnung der Ulter durch CuCliulainn 
in U (1079 ff.), welche in der LL- Version fehlt, und die andere 
durch Sualtam in der LL- Version (Windisch 4685 ff.), weil beide 
fast dieselben Wörter gebrauchen, als Dubletten gefafst, deren 
erste seiner x-Kezension, die zweite der LL-Quelle angehört 
habe. 1) Den Wortlaut der zweiten Stelle in der LU- Version 
kannte er nicht, weil er in den in U verlorenen Schlufs fällt. 
Nettlau, der das Fehlende aus Y ergänzen konnte, zeigte nun, 
dafs die LU- Version (2972 ff.) an dieser zweiten Stelle eine 
doppelte Quelle voraussetzt, indem sie den Tod Sualdams 3000 ff. 
und 3003 ff. mit Berufung auf verschiedene Berichte auf zwei 
verschiedene Weisen erzählt."^) Fafst man also die erste Stelle 
als eine Dublette auf, die die zweite ausschliefst, so kommt man 
auf drei, nicht auf zwei Quellen für die LU- Version. 

Ähnlich in einem 'anderen Fall.^) CuChulainn gebraucht 
in der LU- Version dreimal fast dieselbe längere Begrüfsungs- 
formel, zuerst gegen Lugaid (1042 ff.), dann zweimal gegen Fergus, 
1167 ff. und — nur in Y erhalten — 2350 ft\ Die LL- Version 
hat sie, wie stets in ähnlichen Fällen, nur einmal und zwar an 
der zweiten Stelle (Windisch 1832 ft\), aber im Wortlaut an 
die dritte anklingend.*) Zimmer, der auch hier die dritte nicht 
kannte, hatte wiederum die erste der x-Eezension, die zweite 
der LL-Quelle zugeschrieben.^) Fafst man aber auch hier die 
Dubletten als aus verschiedenen Eezensionen stammend, so mufs 
man abermals drei Quellen annehmen; und welche von ihnen 
soll die LL-Quelle sein, da die LL- Version in der Stellung der 
Episode der zweiten, im AVortlaut aber der dritten entspricht? 

Das Textstück, das Nettlau a. 0. veröffentlichte, die Fer-Diad- 
Episode nach Y, nach Egerton 209 und 106 und nach H. 2. 12, 
war keine gute Basis für die Lösung der uns beschäftigenden 
Frage, weil die Episode in U und W verloren und auch in Y, 



KZ 28, 480. 

*) Rev. Celt. 10, 331. 

3) Rev. Celt. 11, 332 f. 

*) Dia-toichle für dicvtonnd, d. i. to -unci (nur iu U in (ZiVríí geändert). 

'•') KZ 28, 481 f. 

28* 



424 R. THURNEYSEN, 

wie es scheint, nur der Anfang in alter Form erhalten ist. Es 
fehlt uns also eine genauere Kenntnis der LU- Version. Dankens- 
wert war der Abdruck des Tain -Fragments in Egerton 93, zu- 
gleich einiger Teile von Egerton 209. i) 

Durch Nettlau war so das Gebäude Zimmers als schlecht 
gegründet und sehr morsch erwiesen; aber es war eigentlich 
nichts Positives an seine Stelle gesetzt, sondern mehr nur Möglich- 
keiten angedeutet worden. Er mochte durch die grofse Varia- 
bilität der Fer-Diad- Episode in den Handschriften zu einer 
ähnlichen Ansicht über die Tain -Überlieferung gelangt sein, 
wie er sie Eev. Celt. 14, 151 in betreff der Togail Bruidne Da 
Derga ausgesprochen hat: man könne wohl die Differenzen und 
die Unabhängigkeit einzelner Manuskripte voneinander nach- 
weisen; aber die Verzweigung der Überlieferung lasse sich auf 
keine irgendwie sichere Weise feststellen. 

3. Durch Windisch hat die Sache nur insofern Förderung 
erfahren, als er uns die LL- Version genauer hat kennen lehren, 
indem er neben L mehrere Handschriften einer modernisierten 
LL- Version beigezogen hat, aufser Egerton 209 (nach Nettlau) 
vor allem St (R. I. A., C. 6. 3), dann H. 1. 13 und Additional 
18 798. Sie sind alle nicht älter als das 17. Jh., gehen aber, 
wie er S. LXIX bemerkt, auf eine Urhandschrift zurück, die von 
L unabhängig war (ich nenne sie st). 

Zu irgendeiner fafsbaren Ansicht über das Verhältnis der 
zwei Hauptversionen hat aber Windisch seine minutiöse Be- 
schäftigung mit dem Text nicht geführt. Er hält S. LXXXIV 
für möglich, dafs die Fer-Diad -Episode und mehrere Gedichte 
zuerst in das Original von L und erst von da in das Original von 
IT aufgenommen worden seien. Umgekehrt macht er S. LXXXV 
und 47 darauf aufmerksam, dafs die Liste der Ortsnamen im 
Anfang der Tain auch in der LL- Version besser zu der weiteren 
Erzählung der LU -Version pafst als zur eigenen. 2) Fest steht 
für Windisch nur, dafs der Urheber der LU- Version die LL- 
Version als eine besondere Version gekannt und benutzt hat 
(S. LXVI, LXXXV, 126 A. 4); daneben teile dieser Stücke aus 



1) Rev. Celt. 14, 256 ff.; 15, 62 ff. 198 ff. 

^) Wenn er unmittelbar vorher bemerkt (S. LXXXIV), in einem Fall 
mache sich Einfliifs von Y auf LL bemerklich , so handelt es sich nur um 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TAIN BÓ CÚAILNGE. 425 

einer besonders alten Fassung der Tain mit und scheine Einzelnes 
aus noch andern Quellen aufgenommen zu haben (LXXXV). Im 
Positiven steht also Windisch Zimmer sehr nahe, im Diffusen 
schliefst er sich mehr an Nettlau au. 

4. Weit positiver spricht sich L. W. Faraday, The Cattle- 
Eaid of Cualng-e (1904), S. XVI f., aus, die die Hs. W nicht bei- 
gezogen hat: 

Etwa im frühen achten oder schon im siebenten Jahrhundert 
ist eine Version der Tain entstanden, die mit von Kopist zu 
Kopist verjüngter Sprache in Y vorliegt. Bis zum 11. Jahrhundert 
waren daneben verschiedene abweichende Erzählungen einzelner 
Episoden aufgekommen — ob mündliche oder schriftliche, wird 
nicht gesagt — , so dafs etwa um 1050 eine zweite Gesamt- 
redaktion vorgenommen wurde, unsere LL -Version. Aus dieser 
sind dann einige Teile in die ältere Fassung aufgenommen worden; 
das sind die Episoden, die U mehr hat als Y. Aber auch im 
Y-Text selber ist vielleicht die Fer-Diad-Episode ein solcher 
späterer Eiuschub, der einen älteren Abschnitt verdrängt haben 
mag (S. XVIII). 

Hier ist namentlich die Annahme verwunderlich, dafs die 
Zusätze in U aus der LL- Version stammen, da gerade einer 
der Haupteinschübe (1646 — 1708) in der LL- Version fehlt, die hier 
freilich nur durch die modernisierte Fassung st vertreten wird. 

Allen diesen zum Teil etwas verschwommenen Ansichten 
gegenüber hat sich mir eine ganz andere Überzeugung allmählich 
aufgedrängt, zunächst angeregt durch die Entdeckung, dafs die 
frühere Rekonstruktion der Überlieferung der Fled-ßricrenn-Sage 



die Handschrift L, nicht um die ganze LL -Version. Ich halte ührigens 
die Bemerkung nicht für zutreffend, man vergleiche die drei Texte: 

Y 3118: Ulaidh indsin ar tiachtain asa ces, it e torpartatar a fid. 
Imdrong iarum 7 met 7 imforrain na lath ngaile, is cd forrochraid in fid. 

L 5036: Is é fúaim 7 fothromm 7 fidréan at cliúala som, bar Fergus, 
toirm 7 torand, sestainib 7 sesilbi Ulad (at TJlaid Hs.) barfópartatar in fid, 
imdro/'ig na curad 7 na cathmíled ac slaide ind feda cona claidbib rena 
carpdib. 

St: Is e in fuaim et in fotromh et in fidhrén atchualus, ar sé, toirm 
7 torann et seselbhi Uladh ag gerradh in feda da ccloidmibh riasna cairptibh. 

L scheint mir (abgesehen von dem Schreibfehler) einfach den Text zu 
bieten, der zwischen der älteren und der späteren Gestalt in der Mitte liegt, 
wie in so manchen anderen Fällen. 



426 R. THURNEYSEN, 

niclit begründet war. i) Bestärkt wurde ich darin durch die 
Einsicht, dafs die in H. 2. 17 und Egerton 93 erhaltene Version 
der Tain (= eh) keine alten von LU und LL abweichenden Er- 
zählungselemente enthält, wie mau namentlich nach Xettlau hatte 
vermuten können, sondern dafs sie im AVesentlichen eine freie 
Bearbeitung der LL- Version darstellt und zwar wahrscheinlich 
einer LL- Version, die der LU -Version hier und da im "Wortlaut 
näher stand als die handschriftlich auf uns gekommenen Texte.'^) 

Die Überzeugung, die ich gewonnen habe, lautet: Die LL- 
Version ist durch Vereinheitlichung aus der LU-Version, 
wie sie auch uns handschriftlich vorliegt, hervorgegangen. 
Sie stellt also nicht die Bearbeitung einer Sonderquelle oder 
einer älteren Gestalt der LU-Version dar; auch läXst sich nicht 
nachweisen, dafs sie neben der LU-Version abweichende 
Fassungen gekannt und beigezogen hat. 

Ich gebe zunächst das positiv Beweisende, Dann bespreche 
ich die Tatsachen, auf die man andere Auffassungen gegründet hat. 

Zunächst eine Stelle, die schon von Zimmer, KZ 28, 510 ff. 
ausführlich behandelt worden ist; vgl. auch Windisch, S. 266. 
Ich kann sie ihrer Kürze wegen ganz hierher setzen. 

1. LU-Version (Y, U, "W) 1316: lar tiaditain iarum (seil. 
i-niMag Murthemne) geguin fini CroiiücJie'^) .i. Focherd; .xx. 



1) ZCP 4, 193 fr. 

2) s. ZCP 8, 525 ff. Beim Tode der „Historiker" der Täin, Kren und 
Ri, fügt H. 2. 17 biuzu, dais dieser den Verlust der Taiu-Erzäblung und das 
spätere Suchen nach ihr bedingt habe. Das bezeichnet Windisch zweimal 
(LXXIX und 196 A. 2) als „bemerkenswert", doch weifs ich nicht, in welcher 
Richtung bemerkenswert. Soll es etwa bedeuten „eine alte Tradition be- 
wahrend", so mul's ich das bezweifeln; der Bericht vom "Wiedergewiuu der 
Taiu-Erzähluug war ja bis in späte Jahrhunderte lebendig; so konnte von einem 
beliebig späten Redaktor darauf Bezug genommen werden. 

Dafs beim Kampf mit der Morrigan die Prosaerzählung in' eh besser 
zum folgenden Gedicht stimmt als in st (L fehlt hier), worauf Windisch S. 324 
A. 5 und LXXXIVf. aufmerksam macht, scheint sich mir am einfachsten 
so zu erklären, dafs eben der Verfasser von eh den Bericht nach dem 
Gedicht, das er ja gleichfalls bringt, umgemodelt hat. Aufserdem zeigen 
sich hier übrigens auch starke Anklänge au die LU-Version, wobei, wie in 
ähnlichen Fällen, zunächst fraglich ist, ob sie auf einer älteren Gestalt der 
LL-Version beruhen oder auf sekundärer Benutzung einer Handschrift der 
LU-Version. 

") Crocinc (no Croiniche) U. 



DIE ÜBERLIEFERCNG DER TÁIX BÓ CÚAILNGE. 427 

fer fo'cJierd deJ) dosti-eiarraid oc galúil dúnaid dolh, .1. ndcog- 
baire y .x. fénnidi. 

2. LL- Version 2019 ff.: Is and sin tra forecmangaid firii 
Crandce (tarladur do fini Cruinige H. 1. 13, tarla do fir Cruinice 
St) .?". da Artinne {Airtin st) 7 da mace Licce, da mac Burcridi 
{da Durcraide st), da mac GabJa 7 Drucht 7 Belt 7 Balten (Bai- 
t[h]en St), Te 7 Tualang 7 Turscur {Triscor H. 1. 13) 7 Tore 
Glaisse {Turclaise st) 7 Glass 7 Glassme, innnd sain 7 fiche fer 
Fochard (Focherda st). Jjas'n-etarraid (fos'fuair st) CuChulaind 
ic galail longphuirt ria each (om. st), coiorchratar lais. 

3. e/i -Version, Rev. Celt. 14, 257, § 12: 7 ag iaidhecM 
aiiiaidh dho Co'nCulainn do'mharhhasdair se firu Crandchai, dia' 
ta Crandacli JMurthemlini. Is iad seo anmanda fer Crannclia gan 
diglibhail .i. da Artuir, da mac Leglii, da Bheochraidhi, da Bhur- 
chraidhi A. BrucJit 7 Bealt 7 Taidlien, Tedhi 7 Tula . . . Trasgur 
7 Tidghlaisi, gorub f[che fer Fo]chcrda ami sin A. dech ndeogli- 
mairi 7 [x\ findchada. isedli ros'hi CuClmlainn ar galail dunaidh 
7 longpliairt d feraih Frind. 

Die e7?-Version stimmt, wie meist, zur LL- Version, zeigt 
aber Anklänge an die LU -Version in dtcli ndeoghmairi etc. und 
in dunaidh neben longphairt, sei es dafs eine ältere Fassung der 
LL -Version diese Wörter noch enthielt, sei es dafs eine Hand- 
schrift der LL'-Version mit benutzt worden ist; darauf kommt 
für die gegenwärtige Frage nichts an. Die LL- Version weicht 
ihrerseits von der LU-Version hauptsächlich darin ab, dafs sie 
die Namen der von CuChulainn Ersclilagenen nennt (freilich niu' 
17 statt 20). Diese Namen hat auch Handschi'ift U, aber an 
ganz anderer Stelle und zwar in einem erst vom Schreiber H 
beigefügten Abschnitt (1656 ä\), also als eine der Erweiterungen 
der "W- Version. 2) Medb bestellt hier CuChulainn zu einem 



') Man kann zweifeln, ob das ein Wort ist (SK Focherdde), wie die 
LL-Version 2023 (St : Focherda) nnd später U selber 1683 (fir Focherda) liest. 
Als zwei Wörter schreibt es U (Faks.), und so fafst es auch W, welches 
ändert: focheird de. In Y ist kein Zwischenraum, aber das zweite d gröfser 
als das erste. Vennutlich sollte mit: „20 Männer schafft er davon weg~ oder 
„wirft er von sich" die Etymologie von Focherd gegeben werden. 

2_) Er findet sich auch in eh in dem Stück, das sicher aus einer Hand- 
schrift der erweiterten LU -Version übernommen ist (Eg. 93, § 73, Kev. Celt. 
15, 64), s. ZCP 8, 532 ff. 



428 R. TIIURNEYSEN, 

waffenlosen Stelldichein in „Ard Aignech. das heute Fochaird 
heilst", läist ihn aber dort durch 14 Bewaffnete überfallen; doch 
CuChulainn hat auf Laeg's Eat heimlich sein Schwert zu sich 
gesteckt und erschlägt sie alle. Von diesen 14 Männern heilst 
es 1676 ff.: At íat so tat side:^) da Glas Sinna da macBuccridi, 
da Ardáin da mac Licce, da Glasogma da mac Cruind, Druckt y 
Belt y Batlicn, Tea y Tascur y Tualang, Taiir y Glese. Und 
weiter 1682: Conid tat sin cethri fir deac Focherda. 7 is iat 
Fir Chrónige, ar isin chrónig oc Foc[h]eird ro'hit[h]a. 

Zimmer sah in den zwei Berichten in U natürlich Vertreter 
seiner zwei Rezensionen; der erste, der an gleicher Stelle wie 
in L steht, mufste der LL- Quelle, der zweite also der x- Version 
entstammen. Allein wie kommt es dann, dafs L Bestandteile 
hat, die sich nur in der x- Rezension wiederfinden? Er hilft 
sich, indem er auf sein Hypothesengerüste noch ein weiteres 
Stockwerk aufsetzt. Beide Rezensionen, so meint er, gehen von 
einem Urbericht aus, der von 20 fir Focherda sprach und sie 
mit Namen nannte. Die x- Rezension zählte durch falsche Ab- 
teilung nur 14 Namen und beschränkte darnach die Zahl der 
fir Focherda. Die ältere LL- Version behielt die 20 bei; doch 
sind durch spätere Veränderung in L nur noch 17 Namen 
vorhanden, in U alle Namen weggelassen. — Windisch begnügt 
sich mit der Bemerkung, dais „die Überlieferung hier nicht ganz 
klar" sei; zu irgendeinem Schlufs führt ihn die Tatsache nicht.-) 

Nun, Zimmers Hypothese fällt jetzt, nach Bests Entdeckung, 
schon dadurch dahin, dafs — alles Sonstige einmal zugegeben — 
der zweite Bericht gar nicht seiner gewöhnlichen x- Rezension 
angehören könnte; denn er fehlt der eigentlichen LU- Version, 
die sich nach ihm aus LL-Rezension und x-Rezension zusammen- 
setzt, und findet sich erst als junger Zusatz, als das, was Avir 
W-Erweiterung nannten. Auch ist keinerlei Wahrscheinlichkeit 
vorhanden, dafs diese späten Interpolationen alte Tradition 
wiedergeben. 

Die Tatsachen, wie sie vorliegen, lassen eine doppelte Er- 
klärung zu. Entweder der Verfasser der W-Erweiterung hat 
die LL- Version, ähnlich wie sie uns in L vorliegt, gekannt; ihr 



*) Beachte auch hier die juuge Sprache. 

2) Irrtümlich fügt ei" hinzu, die Zahl der Nameu sei iu keiuem MS. 
genau 20 oder 14 (S. 266 A. 1). 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TÁIX BÓ CÚAILNGE. 429 

hat er die Namen der fir Foclierda entnommen und dazu die 
Geschiclite von Medb und CuChulainn ersonnen, in der er sie 
anbringt; dabei hat er die 20, zu denen die überlieferten 
Namen ohnehin nicht reichten, auf 14 reduziert. Diese Er- 
klärung hätte aber nur dann einige Wahrscheinlichkeit, wenn 
sich zeigen liesse, dafs überhaupt der W-Erweiterer durch solche 
Überschüsse der LL- Version über die LU- Version zu seinen 
Zusätzen angeregt worden ist. Das ist aber nicht der Fall. 
Die meisten Einschübe haben nichts mit der Textgestaltung von 
LL zu tun, und umgekehrt fehlen Partien wie die hübsche 
Einleitung von LL „das Gespräch auf dem Kopfkissen" in den 
Erweiterungen der LU- Version sowohl in W als in ü, obschon 
ein „Ergänzer", der sie kannte, sie wohl kaum übergangen hätte. 

Viel einfacher und ohne jede Schwierigkeit ist dagegen 
die andere Erklärung. Der Verfasser der LL -Version hat eine 
erweiterte LU -Version gekannt, wie sie in der Hs. W vorliegen 
würde, wenn diese vollständig wäre. Er hat ihre beiden Berichte 
über die fir locherda vereinigt, wie überhaupt seine Haupt- 
tätigkeit in der Vereinheitlichung des widerspruchsvollen Sagen- 
konglomerates bestand; den ersten Bericht behielt er im wesent- 
lichen bei, fügte aber aus dem zweiten die Namen ein. Dabei hat 
er diese etwas vermehrt und z. B. das Bruderpaar da Ardáin da 
mac Licce in zwei Paare gespalten. Aber genau bis zu 20 Namen 
hat er es, wenn die Überlieferung treu ist, nicht gebracht. 

Zu demselben Resultat führt die Betrachtung der CuEoi- 
Episoden. In der echten LU -Version (Y 2955 ff.) bewerfen sich 
Amairgin und CuRoi mit Steinen, co'mma'frccraidis na clocha isin 
n-aer. Auf die Bitte CuRoi's läfst dann Amairgin die Tcliu an 
Tailtiu vorbei, und CuEoi verspricht dafür, das Heer nicht länger 
zu begleiten. 

Der Einschub in die LU- Version 1415 ff. sagt aus, dafs Mag 
Clochair daher seinen Namen hat, dafs dort eines Tages Steine, 
die in der Luft zusammenprallten, auf das Heer niederfielen, so 
dafs man die Schilde über die Köpfe hielt dia sérad for ha{i)r- 
nib na doch. Es waren CuRoi und Munremur, die sich so bewarfen, 
bis das Heer sie bat aufzuhören und jeder von beiden nach 
Hause ging. 

An der erstgenannten Stelle berichtet nun auch die LL- 
Version (4637 ff.), Amairgin (in Tailtiu) und CuRoi hätten sich 
mit Steinen beworfen, co'mho'frecraitis na bairendlecca Bodba 



430 B. THURNEYSEN, 

i-nnclaib y i n- derail) iiasii. Medb bemerkt, das sei keine Hilfe 
von CuRoi, sondern eine Schädigung (mifurtacJä) , undjieifst ihn 
aufhören; aber er will das nicht tun, bis auch Amairgin innehalte. 
Dieser willigt ein, wenn CuRoi die Iren nicht weiter unterstütze; 
so kehrt CuRoi heim. 

Der Ausdruck na hairendlecca JBodha (oder hodhda) sieht 
aus, als ob er in der bombastischen Weise von LL das einfachere 
for hairnib na doch der W- Erweiterung wiedergebe. Darauf 
hat schon Zimmer aufmerksam gemacht.') Da er aber die Les- 
art von Y nicht kannte, teilte er trotzdem die in L erhaltene 
Fassung seiner LL- Quelle, die, wie wir jetzt wissen, sekundär 
in LU eingeschobene Form jedoch der x- Rezension zu. Und 
gewifs stimmt die LL -Version im wesentlichen mit der echten 
LU -Version überein; aber gerade den Ausdruck hair end enthält 
diese nicht. Darin klingt sie an die W- Erweiterung an wie 
gleichfalls darin, dafs die herabfallenden Steine das Heer be- 
lästigen, und daXs CuRoi erst auf die Aufforderung sei es des 
Heeres, sei es der Medb vom Steinschleudern abläfst. Wiederum 
löst sich das Rätsel vollkommen glatt bei der Annahme, der 
Verfasser der LL -Version habe die LU -Version mit den W- 
Erweiterungen vor sich gehabt und die beiden ähnlichen Episoden, 
die er vorfand, verschmolzen. Und wiederum scheint mir jede 
andere Erklärung künstlich oder ungenügend. 

Dafs der LL -Verfasser die erweiterte LU -Version vor sich 
hatte, zeigt endlich auch das Gedicht bei Windisch 255—296 = 
LU 58—80. Wir sahen oben S. 420 f., dafs es zu den W- Er- 
weiterungen gehört, Avenn auch nicht mehr zu sagen ist, was es 
verdrängt hat. Ich Avähle es gerade, weil Windisch (S. 35 A. 12) 
die Lesart der jüngeren LL -Version {st), in der zwei Zeilen 
fehlen, für die ursprüngliche hält, was für die Vorgeschichte 
von st von eminenter AVichtigkeit wäre.^) Über die Gestalt 
des Gedichts hat erst die Publikation von V/ Aufklärung ge- 
bracht. Es zeigt sich, dafs die dritte Strofe von Anfang an 
— oder wenigstens, soAveit unsere l'berlieferuug reicht — A'er- 
stümmelt in die LU -Version aufgenommen worden ist. Sie lautet 
in W: 



') KZ 28, 516 f. Vgl. ^Yiudisch S. 6(i2 A. 2, der richtiger übersetzt. 
'^) Auch Best, Eriu VI 168, scheint diesem Verhalteu von st Gewicht 
beizulegen. 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TÁTN BÓ CÚAILNGE. 431 

Ilar nderggmarfra do'gni 

ftl gnúis is gratai do atcliiu. do'heir modli do hanchuiriu. 

Es fehlt also die Hälfte der ersten Langzeile, i) Schon ü^ 
oder vielmehr wohl schon seine Vorlage hat die unvollständige 
Zeile ganz weggelassen. Dadurch wurde nun aber die zweite 
Langzeile zum Strofenanfang und die erste Langzeile der vierten 
Strofe in W zur zweiten Hälfte der dritten in L'. So geriet die 
Strofenabteilung in Unordnung, und U mufste der vierten Strofe 
unregelmäfsigerweise drei Langzeilen geben. In all dem verhält 
sich L genau wie U; und wenn nun in st die erste Langzeile von 
Strofe 4 unterdrückt ist, so ist das natürlich nichts altes, sondern 
nur geschehen, um die regelmäfsige Strofenform herzustellen. 

Gegen Schluls des Gedichts sind sowohl in W als in U 
die Strofen falsch abgeteilt, obschon keine Aveiteren Verse fehlen. 
Die Strofen 71 ff. und 78 ff. haben nur durch falsche Zusammen- 
fassung der Verse je drei Langzeilen erhalten. Hier hat schon 
der erste Verfasser der LL -Version Abhilfe geschafft, aber nicht 
etwa indem er richtig abteilte, sondern indem er zwei Langzeilen 
auswarf: 67 atcJnu fer mar . . . und 79 oirgfid ócu . . . 

Für uns ist nur wichtig, dafs die LL -Version dieses spät 
eingeschobene Gedicht kennt und zwar in einer Form, die U 
näher steht als W. Der Verfasser hat also eine Handschrift 
vor sich gehabt, die in den W- Erweiterungen der Vorlage von 
U^ nahestand.-) 

Wenn die drei erwähnten Stellen zeigen, dafs der Verfasser 
von LL speziell die erweiterte LU-Version kannte, so können 
zwei schon erwähnte Beobachtungen Früherer wenigstens den 
Beweis verstärken, dafs überhaupt die LU-Version seine Grund- 
lage bildete. Das ist einmal AVindischs Bemerkung (oben S. 424), 
dafs die Marschroute, in der LL mit LU übereinstimmt, besser 
zum weiteren Text des letzteren pafst. Er hat sie eben einfach 
herübergenommen, ohne dafs es ihn oder seine Leser störte, dafs 



1) Auch die zweite Langzeile war wohl ursprünglich verderbt ; nach U 
und St scheint das erste Wort doß gelautet zu haben, so dafs eine Silbe 
zuviel da war. Vielleicht war doß der Anfang des verloren gegangenen 
Versglieds. 

2) Der umgekehrte Weg der Erklärung, dafs etwa die W- Erweiterung 
aus der LL-Version geschöpft wäre, ist hier gar nicht gangbar; Avie sollte dann 
W zu seiner unvollständigen Langzeile gelangt sein, die in LL völlig fehlt? 



432 R. THURNEYSEN, 

dann ein paar Ortsnamen mehr in der folgenden Erzählung nicht 
vorkommen. Und ebenso erklärt sich jetzt ohne weiteres die 
von Xettlau bemerkte Tatsache (oben S. 423), dafs von den drei 
ähnlichen Begrürsungen CuChulainn's, die alle der ursprünglichen 
LU- Version, nicht den AY-Erweiterungen angehören, in der LL- 
Version zwar nur die mittlere erscheint, aber im Wortlaut sich an 
die letzte anlehnt. Auch hier, wie in den obigen Fällen, hat der 
Verfasser die ähnlichen Episoden seiner Vorlage verschmolzen. 

Da also die LL -Version teils aus solchen Stücken zusammen- 
gearbeitet ist, die sich erst gleichsam vor unseren Augen in 
gewifsen Handschriften der LU- Version zusammenfinden, teils 
aus solchen, die schon in der ältesten uns bekannten LU-Version 
zusammenstehen, so scheint mir die Erklärung absolut zwingend, 
dafs sie eben auf einer Handschrift oder auf Handschriften fufst, 
die inhaltlich den erhaltenen durchaus entsprachen. Denn dafs 
der Verfasser selbständig genau dieselben Quellen verschieden- 
sten Alters bearbeitet hätte, die teils in älterer, teils in später 
Zeit sich ebenfalls in der LU-Version vereinigten, wäre eine so 
künstliche, unwahrscheinliche und vor allem überflüssige Hypo- 
these, dafs sie wohl kaum erwähnt zu werden verdient. Vielmehr 
hat der LL -Verfasser mit kräftiger Hand die auch uns noch 
vorliegenden buntscheckigen LU- Berichte zur Einheit zusammen- 
geformt, indem er alle Wiederholungen beseitigte und auch sonst 
manche Episoden übersprang. 

So erklärt sich nun auch aufs beste das Verhalten der 
LL -Version (die hier nur durch st vertreten ist) dem Abschnitt 
1643 — 1708 gegenüber, der sich als Interpolation der ursprüng- 
lichen LU-Version herausgestellt hat (oben S. 420). Bisher war 
auffällig, dafs er zwar in der Hauptsache in st ebenso fehlt wie 
in Y, dafs aber die ersten Sätze der Literpolation in st wieder- 
gegeben sind. 1) Jetzt sehen wir klar, dafs der vereinheitlichende 
LL -Verfasser die Zwischenepisode, die den Gang der Erzählung 
übel unterbricht, ausgeschieden, aber ihre in den Zusammenhang 
passenden ersten Sätze beibehalten hat. Er kommt dadurch der 
ursprünglichen LU-Version (Y) sehr nahe, ohne sie doch 
ganz zu erreichen; 2) und eben solche Fälle erklären leicht, wie 



») Vgl. ZCP 8, 532 ff. 

2) Daraus könueu wir scbliesseu, dafs ihm nur die erweiterte LU- Version, 
keine Haiidschiift der lusprüuglicheu vorlag-; soust hätte diese ihm einen 
andern Weg der Kürzung gewiesen. 



DIE ÜBERLIEFERUXG DER TAIN BÓ CÚAILNGE. 433 

Zimmer zu seiner irrigen Hj-potliese von LL als Quelle gelangen 
konnte. 

Es bleibt noch übrig die Gründe zu entkräften, auf welche 
die bisherigen, abweichenden Auffassiingen sich stützen. Fast 
bin ich aber in Verlegenheit, welche ich anführen soll, so schwind- 
süchtig sehen sie alle aus, wenn man ihnen von dem von Nettlau 
gewonnenen Standpunkt aus ins Auge schaut, dais gröfsere Ein- 
heitlichkeit nicht höheres Alter bedeutet. Wenn z. B. "Windisch 
S. 336 A. 2 aus Differenzen der Verse in Lü und LL schliefst, dafs 
sie auf verschiedene Originale zurückgehn, so fi-agt man sich 
yergeblich, weshalb. Da auch nach ihm die Gedichte auf ein 
einheitliches Original weisen, also mindestens auf einer Seite 
Änderungen vorliegen, was gewinnt man, wenn man die Ände- 
rungen einem andern als dem LL -Verfasser zuschiebt? Es ist 
oft wie eine Scheu, gerade eine historisch fafsbare Persönlichkeit 
als Urheber von Neuerungen anzuerkennen, die sicher irgend 
einmal eingetreten sind. Lieber stöfst man sie in den Nebel 
einer fiktiven Vorzeit zurück. 

Ich kann mich begnügen zwei Fälle herauszugreifen, die mir 
auch selber eine Zeitlang als besonders einleuchtend erschienen 
sind. Zunächst die Erzählung, wie der Hund des Schmiedes 
Caulann umgebracht wird, die namentlich Zimmer, KZ 28, 488, 
ausführlich behandelt hat. Die LL -Version (515 ff.) erzählt be- 
kanntlich, der ballspieiende kleine CuChulainn habe, als der Hund 
auf ihn zustürzte, Ball und Treibstock weggeworfen, den Hund 
am Hals gepackt und ihn an einen Steinpfeiler geschlagen, dals 
jedes seiner Glieder nach einer anderen Seite geflogen sei. Hinzu- 
gesetzt wii'd aber: ,.Nach andern jedoch warf er ihm seinen Ball 
ins Maul, so dais er seine Eingeweide durch ihn fortrils". — Die 
LL-Version berichtet (Windisch 1023 ff., dessen Übersetzung ich 
im wesentlichen folge): „Und der Knabe hatte kein richtiges Ver- 
teidigungsmittel vor ihm zur Hand, sondern er wirft die Weite eines 
Wurfs mit dem Ball, so dass er dem Schlachthunde über den 
Rachenschlund seines Halses fuhr und durch die Hintertür mit- 
nahm, was von Eingeweide des Innern da war. Und er packte 
ihn an zwei Füfsen und schlug ihn um einen Steinpfeiler, so 
dafs er in geteilten Stücken ringsum auf der Erde lag". Dazu 
bemerkt Windisch S. 126 A. 4 ganz in Übereinstimmung mit 
Zimmer: ..Diese Stelle beweist unwiderleglich, dals die Version 
von LL schon vor der Handschrift LU. also vor 1100 vorhanden 



434 R. THÜRNEYSEN, 

gewesen sein mufs." Ich branclie kaum hinzuzufügen, dafs dieser 
Schluis nichts weniger als zwingend ist. Richtig ist nur, dafs 
der LL-Verfasser im wesentlichen dem zweiten LU-Berichte 
folgt. Aber da er eine einheitliche Erzählung geben wollte, 
mufste er eben seine Wahl zwischen den zwei Berichten treffen, 
und der zweite, nach dem der Knabe seinen Schlagball als Waffe 
benutzt, fügt sich eigentlich besser in den Zusammenhang als der 
erste, wenigstens für jemand, der vor übertriebenen Schilderungen 
so wenig zurückschreckt wie der LL-Verfasser im allgemeinen. 
Aber als sollten wir ja nicht im Zweifel bleiben, dafs auch er beide 
LU-Berichte gekannt hat, läfst er CuChulainn den tödlich ge- 
troffenen Hund doch noch an einem Steinpfeiler zerschmettern. Er 
hat also wiederum die beiden Berichte zur Einheit verschmolzen. 
Das zweite Beispiel sei der Kampf mit Nadcrantail, in der 
LU -Version 1233 ff., in LL 1940 ff. Zimmer (KZ 28, 500) nennt 
ihn „eins der lehrreichsten Stücke, um den Kompilator von LU 
gewissermafsen bei der Arbeit beobachten zu können". Auf alle 
die Unstimmigkeiten und Widersprüche der Kompilation LU 
einzugehen, ist überflüssig, nachdem Zimmer sie a. 0. in breitester 
Ausführlichkeit dargelegt hat. Wollte man daraus eine einheit- 
liche Geschichte machen, so konnte man nicht sowohl den 
Steinpfeiler, den CuChulainn aus Versehen mit unter seinen 
Mantel schlägt und an dem das Schwert des Gegners zerbricht, 
als auch den Kampf mit dem Sprung in die Höhe beibehalten. 
Auch die Episode mit dem falschen Bart konnte der nicht ge- 
brauchen, der dasselbe Motiv im darauffolgenden Kampf mit 
Loch verwenden wollte, wie das LL tut. Zimmer versucht nun 
gerade an diesem Abschnitt seine Kunst, die einzelnen Bestand- 
teile der Kompilation LU zu sondern und auf seine LL- und 
X- Quelle zu verteilen. Hs. L ist hier übrigens — was er nicht 
wissen konnte — keine so treue Wiedergabe der LL -Version 
wie gewöhnlich. Die Übereinstimmung von St (wohl überhaupt st) 
mit eh (H. 2. 17)0 zeigt, dafs die Einleitung der Episode in L 
ausgefallen ist; und der Ausdruck et siiidis aice in St (Windisch 
S. 261 A. 8), dem in LU 1278 7 saidid-) ina farrud entspricht, 
weist auf weitere Auslassungen in L. Gerade aber auf das 
Fehlen der Einleitung, auf den Umstand, dafs in L Nadcrantail 

') Siehe ^Yilldi8cll S. 255 A. 6. 

-) Nicht säidid, wie Strachan-Ü'KeeiTe dinckeu. 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TAIN BÓ CÚAILNGE. 435 

unmittelbar nach dem Tod Etarciimal's zu CiiChiilainu hinausgeht, 
legt Zimmer für seine LL- Quelle grofses Gewicht. Doch auch 
im weiteren scheint mir seine Hypothese etwas nicht genügend 
zu erklären. Weshalb erkennt Xadcrantail den CuChulainn nicht 
wieder, als er ihn am zweiten Tag wieder trifft? Zimmer (S. 504) 
meint, in LL habe ihn die Kampfeswut (1982 f.) unkenntlich ge- 
macht. Man kann auch daran denken, dafs der Stein, den er 
mit dem Mantel umschlungen hat, ihn dicker erscheinen lieis. 
Das alles läfst sich zur Not hören. Aber sehr auffällig bleibt 
doch, dafs ihn der Gegner, der Tags vorher neun Spiefse auf ihn 
abgeschossen hat und der ihn eben da aufsucht, wo er wirklich 
ist, nicht zu identifizieren vermag. Mir scheint vielmehr hier 
ein Fall vorzuliegen, wo es dem Verfasser der LL -Version trotz 
seines Strebens nach Vereinheitlichung nicht gelungen ist, die in 
der Kompilation LU enthaltenen Widersprüche spurlos zu be- 
seitigen. Also auch hier erklärt Zimmers Hypothese, LL sei 
eine der Quellen von LU gewesen, die Tatsachen nicht besser, 
sondern eher Aveniger gut als die umgekehrte Annahme. 

Es ist wohl unnötig, das Weitere durchzugehen; das Resultat 
bleibt überall dasselbe. Xun fragt sich weiter: hat etwa die 
LL -Version Zusätze der Art, dals sie wenigstens eine andere 
Tain -Quelle neben der erweiterten LU -Version wahrscheinlich 
machen? Demgegenüber kann man sich schon auf die bisherigen 
Untersucher berufen, die darin übereinstimmen, dafs das ]\Iehr 
fast immer auf der Seite von LU liegt. Nur zwei Episoden sind 
LL eigentümlich, die Einleitung des Ganzen (Windisch 1 — 160) 
und die Zusammenkunft von Medb und CuChulainn in Glend 
Fochaine (1627 — 1685), die mitten in die Verhandlungen über 
die coma eingeschoben ist. Für die erstere einen anderen Erfinder 
anzunehmen als den Verfasser der LL -Version, vermag ich keinen 
Grund zu finden; die ganze Auseinandersetzung über Medb's 
Vorgeschichte und AiliU's Verwandte ist ja deutlich spät. Zur 
zweiten kann vielleicht die ^V- Erweiterung (LU 1656 ff.) die 
Anregung gegeben haben, in der Medb — hier freilich in be- 
trügerischer Absicht — eine Zusammenkunft mit CuChulainn 
verabredet. Ich gebe zu, dafs sie ziemlich ungeschickt angebracht 
ist, so dafs man wohl denken könnte, ein fremder Text sei hier 
eingeschoben worden. Die Redaktion eh hat sie daher etwas 
weiter nach hinten gerückt (ZCP 8, 548) an eine Stelle, wo 
sie aber noch weniger hinpafst. Da jedoch das ungeschickte 



436 R. THURNEYSEN, 

Anbringen in jedem Fall dem Verfasser der LL -Version zur 
Last fällt, gleichviel ob er sie von auswärts bezogen oder selber 
ersonnen hat, so werden wir uns, da alles Sonstige nach dieser 
Eichtung weist, für die letztere Möglichkeit entscheiden müssen. 

Natürlich behaupte ich nicht, dafs zur Zeit, als die LL- 
Version redigiert wurde, keine andern Tain -Berichte als die 
Kompilation LU existierten. Das weifs ich nicht. Aber das 
scheint mir klar zu sein, dafs ihr Verfasser auiser der erweiterten 
LU -Version keine gekannt und verwertet hat. Die LU- Version 
ist für uns zunächst die absolut älteste Gestalt der Sage, die 
einzige Grundlage für alle andern Fassungen, die wir kennen. 
Wenn wir über sie hinaufgehen und bestimmen wollen, aus 
welchen Bestandteilen sie sich zusammensetzt, so können wir 
uns nicht mehr der andern Versionen als Hilfsmittel bedienen, 
sondern müssen durch blofse Vergleichung der einzelnen Teile 
nach Sprache und Inhalt weiterzukommen suchen. Das ist 
gewifs nicht aussichtslos. Ich denke keineswegs, dafs die ge- 
nauen Analj^sen Zimmers und manche Eiuzelbemerkungen 
Windischs darum für die Wissenschaft unfruchtbar geworden 
sind, weil sie zunächt zu falschen oder ungenügenden Resultaten 
geführt haben. Und gewifs bleibt es eine interessante und für 
die ganze irische Heldensage bedeutsame Aufgabe der Zukunft, 
herauszufinden, wieviele und was für Bestandteile zur LU- 
Kompilation zusammengetreten sind; die W- Erweiterungen und 
die längst als ursprünglich selbständige, junge Erzählung erkannte 
Fer-Diad- Episode lösen sich als späteste Glieder ja von selber 
los. Für jetzt möchte ich mich aber damit begnügen, das Ver- 
hältnis der erhaltenen Versionen zueinander klargelegt zu haben. 

Die Konstatierung der Stellung von LL, wie früher von eh, 
hat uns aber niclit nur gleichsam ein Defizit gebracht, sondern 
etwas höchst Positives. Dadurch dafs wir nun die Tätigkeit 
des LL -Verfassers durch Vergleichung seiner Quelle Schritt für 
Schritt genau verfolgen können, tritt seine Arbeitsweise, sein 
ästhetisches Empfinden und sein Können ganz anders deutlich 
hervor als bisher, und wir können an die Frage herantreten, 
ob nicht auch andere Sagen ihm ihre Gestalt verdanken.') So 
würden wir seine Persönlichkeit noch schärfer erfassen können. 
Und mit Studien dieser Art wird sich die bisher streckenweise 



') Siehe Zu irischeu Hauilschrifteu, 2. Serie, S. 12 A. 1. 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TAIN BÓ CÚAILN6E. 437 

SO Öde irische Literatnrgescliichte mit Leben füllen, indem sie 
uns nicht nur bei poetischen Werken, sondern auch bei den viel 
bedeutenderen prosaischen allmählich Menschen, Personen zwar 
nicht nach ihren Namen, aber nach ihrer Arbeitsweise und Ge- 
staltungskraft kennen lehrt. Diese Aufgabe ist aber bis jetzt 
nicht einmal bei so leicht zu erfassenden Persönlichkeiten wie 
Keating gelöst. 



III. Die Terzweigimg der Táin-tberlieferung. 

Wenn wir nun so weit sind, uns ein Bild von der Abhängig- 
keit der Tain -Erzählungen voneinander machen zu können, so 
müssen wir doch wohl auf einen genauen Stammbaum der Hand- 
schriften verzichten, namentlich deshalb, weil selten ganz ein- 
seitige Abhängigkeit besteht. Denn, wie zuerst Nettlau gezeigt 
hat, mehrfach gehen Beziehungen zwischen den Handschriften 
hin und her; es sind von Schreibern oder Korrektoren und Er- 
gänzern öfters Texte, die abweichenden Zweigen angehörten, mit 
verwendet worden. Das hindert aber nicht, dafs die Verzweigung 
in ihren Grundlinien deutlich erkennbar ist, und wir brauchen 
keineswegs bei der Nettlau'schen Skepsis stehen zu bleiben. Nur 
die Fer-Diad- Episode möchte ich vorläufig ausnehmen, weil hier 
die Verhältnisse besonders schwierig liegen. Der Schreiber von Y, 
der einzigen Handschrift der LU- Version, die so weit reicht, hat 
bekanntlich nur den Anfang aufgezeichnet (bis Faks. 39 b 6), dann, 
vermutlich wegen eines Defekts seiner Vorlage, für den Rest freien 
Eaum gelassen, auf dem später eine andere Hand einen ganz kurzen 
Eintrag über den weitern Verlauf des Fer-Diad-Kampfes gemacht 
hat. Die sonderbar verderbte Gestalt, in der diese namentlich die 
Strofen des Gedichts 2695 ff. (= LL 3960 ff. und 4066 ff.) wieder- 
gibt, macht mir wahrscheinlich, dafs diese Notizen ohne hand- 
schriftliche Vorlage aus dem Kopfe niedergeschrieben v\'orden 
sind und zwar auf Grund sehr mangelhafter Erinnerung. Auch 
die Verhältnisse der späteren Handschriften scheinen nach Nettlau 
sehr verwickelte zu sein ; doch ist die Frage fast genau auf dem 
Punkt stehen geblieben, auf dem er sie vor mehr als 20 Jahren 
verlassen hat. Nur über die jüngere LL -Version sind wir durch 
Windisch noch etwas genauer orientiert, indem er aufser Nettlau's 
Handschriften auch C. 6. 3 (= St) und H. 1. 13 benutzt hat. Aber 
über die Verhältnisse der verschiedenen Versionen zueinander 

Zeitichrift f. celt. Philologie IX. 29 



438 R. THURNEYSEN, 

belehrt audi er uns nicht. Bei der sonderbaren Tatsache, dafs 
die, die täglich Zutritt zu irischen oder englischen Bibliotheken 
liaben, gerade am Avenigsten daraus publizieren, fehlt uns noch 
immer ein Abdruck der Handschrift Nr. 16 des Franziskaner- 
Klosters in Dublin, auf die Nettlau schon Rev. Celt. 11, 3291 auf- 
merksam gemacht hat; auch ein bequemer zu benutzender Druck 
der Mischhandschrift Egerton 106 an Stelle der zerstückelten 
Wiedergabe durch Nettlau und besonders eine Orientierung über 
den Inhalt und die Zugehörigkeit zahlreicher anderer junger 
Handschriften, die d'Arbois der Jubainville. Essai d'un catalogue, 
S. 96, aufzählt, und deren Charakterisierung nach den Vorarbeiten 
von Nettlau und Windisch kaum sehr schwierig sein kann. Ob 
für diesen Abschnitt andere Verhältnisse herrschen als für die 
übrigen, wie Nettlau meint, möchte ich daher einstweilen daliin- 
gestellt lassen. 

Da für uns U, Y und W die treusten Zeugen der ältesten 
Überlieferung sind, fragt es sich zunächst, wie sie sich zueinander 
verhalten, — natürlich abgesehen von den W- Erweiterungen, von 
denen oben S. 419 f. gehandelt worden ist. Gehen sie alle drei 
selbständig auf die Urhandschrift der Kompilation zurück oder 
setzen zwei ein gemeinsames Mittelglied voraus? Dafs die 
Antwort nicht ganz einfach ist, möge gleich eine Textstelle be- 
zeugen. Der Vers 264 lautet 

in Y: Astud ruirech ferg in dail. ro'laa enfer co n-enlaim, 
in W: Astud rurech frg indd. oenfer co n-óenlaím rod Ja, 
in U: Astud rurech ftrg inda. oenfer co n-oenlaim rold, 
darüber: no feirg in ddil. ro'ld oenfer co n-óenlaím. 

Unsere älteste Handschrift U hat ■ also beide Lesarten und 
zwar, wie es scheint, von derselben Hand, so dafs sie oder ihre 
Vorlage bereits zwei Handschriften verschiedener Art benutzt hat.') 



*) Die Stelle ist übrigens auch für die tJberlieferting der LL -Version 
bedeutsam. Während L liest (GOOf.): 

Costud ruirech fer co ndáil. rascuir oenfer da oenldim 
und so auch die meisten Vertreter der jüngeren Fassung (H. 1. 13, Add. 18748), 
hat die einzige Handschrift St: 

Cüstadh ruirech ferg Í7ida. aoinfer go n-aonlaimh rotvld. 

Der Vers ist hier also auf Grund einer Handschrift der LU-Version korrigiert 
worden, aufser dem ersten Wort. Das kann auch für den Wert oder Unwert 
sonstiger Lesungen von St wichtig sein. 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TÁIN BÓ CüAILNGE. 439 

Immerhin sehen Tvir. dafs die W entsprechende Lesart auch in 
U die Grundlage bildet, die Y entsprechende nur als Korrektur 
gegeben ist. Dasselbe Verhältnis kehrt 682 wieder: 

Y a mart nach ce do hreith doib no a mheo, 
W a-mmarl) nach a mbéo do hreith doíh, 
U a-mmarb no a mheo do hreith dóih, dahinter auf Rasur : 
71Ó a mheo A) 

Also auch hier Hauptlesart wie AV. Korrektur wie Y. AVeckt 
schon das die Vermutung, dafs der Grundtext Ton U demjenigen 
Text näher verwandt war. den der "W- Erweiterer bearbeitet hat. 
so scheint sie mir durch allerlei bestätigt zu werden. Eine grofse 
Anzahl von Glossen kommt nur in AV und U (Hand M) vor, nicht 
in Y; so 215 .?. Irardd indiu W, .i. Granard indiu U; 221 .?'. 
ercc W, .i. eirg U; 223 A. hi clith W, .i. fo chlith U; 243 .i. is 
fr is asherar (atherar) usw. U W; 802 /5 si (he) so in tres{s) 
direm {drim) usw. U W; 308 A. oc Beloch Caille usw. U, ähnlich W; 
623 A. Inher Scene U W; 797 A. ni hinann so y eun do galail 
a sds W, ähnlich ü. Wenn auch Leicht anzunehmen wäre, dafs. 
falls die Glossen alt wären, die Y- Tradition die eine oder andere 
übersprungen hätte, so sind sie doch in ihrer Zahl beweisend, 
um so mehr als eine andere Gruppierung kaum vorkommt. Nur 
in der Bemerkung 811 ÜV/ fir tra amlaid sin (so) nwmarhad Ca- 
{Chulaind) arada stimmen U und Y gegen W übereiu; aber die 
kann leicht von einem Schreiber — auch mit Absicht — unter- 
drückt worden sein. Ähnlich läfst \V 345 die Erwähnung Emer's 
weg, die U nur in einer Eandnote bringt, die aber Y zu einer 
Textänderung veranlafst hat. Die in U fehlende Glosse .?. Fid 
Buin 274 steht in Y und W, aber an verschiedener Stelle. Ist 
die Stellung in Y die ältere, so versteht man sowohl ihre Aus- 
lassung in U als ihre Versetzung in "W. 

Am beweisendsten werden aber immer gemeinsame Fehler 
sein. Dabei sind natürlich solche Abweichungen vom L'rsprüng- 
lichen ohne Gewicht, die sich aus dem Alter der Handschriften 
erklären. So wenn Y und W mehrfach annüin oder ähnlich 
lesen, wo U allein die ältere Form anisin bewakrt. Oder seacha 
Y 317, sechi W für secce U (ähnlich 700); na heich Y AV 687 für 



1) ^Bj later hand" heilst es Strachan - 0"Keeffe , S. 124; doch nicht 
Hand H? 

29* 



440 R. THÜRNEYSEN, 

incl eich U, n. a. Hierher rechne ich auch die naheliegende 
Verlesung indemain (in demain) Y W 211 für indnemain {ind 
Nemaiii) U. 

Von mehr Gewicht scheint mir zu sein: incho{i)scid U W623 
für in-chosaich Y; geilt U W 247 für gleith Y;i) 987 und 1020 
fehlen sowohl in U als in W am Ende einer retoric die 
Wörter satress und cosin dala nde, die man doch kaum als 
spätere Zusätze von Y ansehen kann. Ebenso scheint mir 
die Bemerkung Slicht sain so sis . . . Y 799 dem Kompilator 
selber anzugehören, also in W und U gemeinsam ausgelassen 
zu sein. 

Seltener hat U allein die richtige Lesung, wie 213 inna 
huidne für inamhu{i)dne YW, 323 innecinseo (Ackus.) für ind- 
écensa W, indeiginsea Y (ähnlich 742), 458 isinndrmag (Ackus.) 
für isinnarmaigli Y, isindarmaigh W. Doch sind die Fehler alle 
derart, dafs man sich fragt, ob sie nicht alt und von U selbständig 
korrigiert sind.-) Als eigene Korrektur fasse ich nun auch ind 
Idm aiU W 466 gegen ind Idm naill U Y. 

Nach genauer Abwägung dieser Zeugnisse scheinen mir U 
und W im wesentlichen auf eine gemeinsame Vorlage zurück- 
zugehen, die vom Ursprünglichen mehrfach abwich, mag auch 
immerhin künftige Untersuchung noch allerlei sekundäre Zwischen- 
beziehungen zwischen den drei Handschriften aufdecken. Wenn 
ich nun eine Verzweigung der ganzen Überlieferung graphisch 
darzustellen versuchen will, so schicke ich voraus, dafs nur die 
Hauptbeziehungen, die Hauptlinien der Tradition dabei zum 
Ausdruck kommen. Einzelnes, wie z. B, die oben S. 438 Anm. 1 
nachgewiesene Änderung einer Stelle in St nach der LU -Version, 
bleibt unberücksichtigt. Auch lasse ich die jungen Abschriften 
von W (siehe oben S. 419) weg, um das Bild nicht zu kom- 
plizieren. 

Mit Majuskeln bezeichne ich die erhaltenen Handschriften 
und zwar f olgendermafsen : 



') Weniger beweist a cinnu UW 483 für a cenda Y; suid sis U 957, 
Süd sis W für said sis Y. 

■^) Zufällig gleiche Verderbnis kann iu dHÍti(d) . . . ruin Y W 259 gegen 
dun . . . run U vorliegen. Auch die jüngere Fassung der LL -Version (58G f.) 
hat eine entsprechende Änderung vorgenommen. 



DIE ÜBERLIEFERUNG DER TAIN BO CÚAILNGE. 



Ul 



A = Additional 18748; 

E = Egerton 93; 

E2= Egerton 209; 

H = H. 2. 17; 

Hi= H. 1. 13; 

L = BookofLeiiister(H.2.18); 



S (Windischs St) = C. 6. 3 
(Mher Stowe MS. 984) ; 

U = Leabhar na hUidliri; 

W= Egerton 1782; 

Y = Yellow Book of Lecan 
(H. 2. 16). 



Die Minuskeln bezeichnen verlorene Handschriften oder 
vielmehr ganze Gruppen von Handschriften, die aber unter sich 
keine grofsen, für uns nachweisbaren AbweichuDgen hatten, so 
dafs sie uns als Einheit erscheinen. Die Stufen der Tradition, 
in denen der Sagentext wichtige Änderungen erfahren hat, sind 
fett gedruckt. 




A Hl E 



Erklärung des Stammbaums: 

ist das Original der Kompilation, die Urhandschrift der 
sogen. LU -Version. Oft zeigen die drei Handschriften Y, U, W 
die gleichen Fehler. So 262 und 267 frisr statt frisa; 294 
adchiu Y, atchiu U, atcíu^ statt des Futurums; 443 (Jii fiad- 
naisi) Bricriu statt Bricrenn; 582 isin (charpat) statt asin; 668 
na tri cinn (cind) als Ackusativ; 730 cia chowhosaide statt 'dosad 
side. Aber das zwingt noch nicht, ein gemeinsames Mittelglied 



442 R. THÜRNEYSEN, 

zwischen o und ihnen anzusetzen; denn der Konipilator kann 
leicht selber die Fehler gemacht haben. 

y vertritt alle Handschriften, die zwischen o und Y liegen 
mögen, z. B. die, aus der U einige Lesarten seinem Grundtext 
beifügt (oben S. 4381); auch die, aus der das Blatt mit 1761 — 1097 
verloren ging (S. 420). 

u bezeichnet die Handschrift oder Handschriften, wo sich 
die Abweichungen von o einstellten, die W mit dem Grundtext 
von U gemeinsam hat. 

TV die Handschrift (nebst ihren nächsten Kopien), in der die 
oben S. 419 f. besprochenen W-Erweiterungen in den «-Text zuerst 
eingefügt worden sind. Ein direkter Vertreter dieser Fassung 
ist W. Die punktierte Linie, die zu U hinüberführt, deutet an, 
dafs diese Erweiterungen hier erst nachträglich (durch Bests 
Hand K) aus einer Handschrift der ?i?- Klasse in einen z/-Text 
eingeschoben worden sind. 

1 bezeichnet die vereinheitlichende Bearbeitung der erweiter- 
ten LU -Version, die wir LL -Version zu nennen pflegen, weil 
sie am treusten in L bewahrt ist. Dafs l derjenigen Handschrift 
der íí^- Gruppe, aus der die Interpolationen von U entnommen 
sind, etwas näher stand als der direkten Quelle von W (oben 
S. 431), habe ich im Stemma unausgedrückt gelassen, um keine 
Kreuzlinien zu ziehen. 

eh 1 ist eine freie Bearbeitung und Modernisierung der LL- 
Version und zwar nach einer Handschrift, die o~ u — iv in Einzel- 
heiten noch näher stand als die Vorlage von L und s (siehe 
ZOP VIII 530). 

eh'^ ist dieselbe Fassung, aber mit Einschiebung mindestens 
des Abschnitts 1646 — 1708, den l unterdrückt hatte, aus einer 
Handschrift der ?(j- Gruppe. Der Abschnitt ist zwar nur in E 
(Nettlau §§ 71 — 75) erhalten; man darf aber annehmen, dafs er 
schon in die gemeinsame Quelle von E und H aufgenommen war, 
den beiden Handschriften, aus denen Avir allein diese Version 
fragmentarisch kennen. 

Is ist dann die von o — u — w etwas entferntere Quelle, aus 
der einesteils L, andernteils s sich herleitet. 

s ist eine sprachliche Modernisierung der LL -Version, die 
ihr aber inhaltlich im ganzen sehr genau folgt. Die weitere 
Verzweigung dieser Textgestalt, das Zusammenfassen der jüngsten 
Handschriften A, H', E- zu einer einheitlichen Gruppe gegenüber 



DIE ÜBERLIEFEKUNG DER TAIN BÓ CÚAILNGE. 443 

S beruht auf den Andeutungen Windischs in seiner Einleitung. 
Ob die Verteilung so bis ins Einzelne richtig ist, darf vielleicht 
nicht als sicher gelten, ist aber von geringer Wichtigkeit. 

Soll ich zum Schlufs die Entwicklungsgeschichte kurz zu- 
sammenfassen, so ist zunächst zu betonen, dafs schon die Ur- 
handschrift o ziemlich jung war. In einer vom Kompilator selber 
herrührenden Bemerkung bieten alle drei Handschriften U, W 
und Y 1098 die späte Verbalform: am{ul) at'ruhramar remoind 
(rctnond, romaind). Im Texte selbst ist ebenso bezeugt der Acku- 
sativ für den Dativ in cusna ceithri cinnu ,.mit den vier Köpfen" 
312 und öfters zusammengesetzte Verben mit der Flexion des 
Simplex: coméirgit 528, teccait (oder ähnlich) 591. 638, cnmricjis 
(oder ähnlich) 690, was allerdings schon im 10. Jahrhundert vor- 
kommt; vgl. auch no'henfad 338. 

Ich möchte also — die Zahlen sind natürlich ganz rund zu 
verstehen — annehmen, o (die Lü -Version) sei etwa um 1050 
kompiliert, die W- Erweiterungen ca. 1100 oder bald nachher 
vorgenommen worden, die Vereinheitlichung l (die LL -Version) 
gegen 1150, aber mit bewufst archaisierender Sprache; daraus 
wäre etwa im 14. oder 15. Jahrhundert die e/i -Version um- 
gebildet worden, die jedoch, da sie nur die erste Hälfte der 
Erzählung umfafste, keine grofse Verbreitung fand. Da von der 
5 -Modernisierung keine Handschrift über das 17. Jahrhundert 
hinaufgeht, vermute ich, sie sei zu einer Zeit entstanden, als das 
dauerhafte Pergament als Schreibmaterial durch das vergäng- 
lichere Papier verdrängt worden war, so dafs die älteren Hand- 
schriften dieser offenbar sehr beliebten Fassung zugrunde ge- 
gangen sind; ich setze sie also etwa ins 16. Jahrhundert. 

Bonn. R. Thürneysen. 



ALTIRISCH IBESiS) „GLAUBE". 



Tlmrneysen erklärt (Handbuch § 105) das Wort zweifelnd 
aus einer Grundform *iri-sessa. Hier sei vorausgeschickt, dafs 
die reguläre Form, wie unten gezeigt werden Avird, arass lautet ; 
man mufs also eine Grundform *{p)are- stJiä ansetzen. 

Thurnej^sen hält ires{s) für das Verbalsubstantiv von ar- 
sissedar „stützt sich auf . . .". Das ist jedoch nicht wahrscheinlich, 
da das reguläre Verbalsubstantiv dieses Verbums ohnehin deutlich 
in er{a)issem (mit der Präposition *^erö- gebildet) vorliegt, 

Marstrander hat (Eriu 5, 251) ires{s) mit dem Persischen 
parast „Anbeter" verglichen und bemerkt, dafs keine Notwendig- 
keit vorliege, in iress eine reduplizierte Form der Wurzel *sthä 
anzunehmen. 

Ich halte es für ganz ausgeschlossen, dafs hier eine re- 
duplizierte Form der Wurzel vorliegt. Die Lenierung des r 
kann hier zwar nicht als Beweismittel angeführt werden, obwohl 
man lautgesetzlich aus *are-sessa eine Form airrcss erwartet 
hätte, da das r durch Zusammentreffen mit dem folgenden 
lenierten s (= h) stimmlos werden mufste. Weil jedoch in 
er{a)issem, wo zweifellos die reduplizierte Wurzelform vorliegt, 
durch Einfluls der zahlreichen Worte, in denen air-, er- das 
lenierte r bewahren mufste, er- für err- eingetreten ist, könnte 
man unbedenklich denselben Vorgang auch in airc{s)s [in den 
Glossen ire{s)s] annehmen. 

Nun lautet aber der Genitiv unseres Wortes im Altirischen 
irse (Tur. Gl. 45 und ZCP VIII 286). Die Form läfst sich keines- 
wegs aus einer Grundform '^are-sessjäs erklären, da hieraus nach 
Abfall der Endsilbe und Synkope der zweiten Silbe nur airisse 
entstehen konnte. 



ALTIRISCH /RES(S) „GLAUBE". 445 

[Man kann auch nicht annehmen, dais irse auf eine drei- 
silbige Grundform *air-sisse zurückgeht, dafs also das Kompositum 
erst nach Abfall der Endsilbe der Präposition are- gebildet worden 
wäre, worauf dann die zweite Silbe sjTikopiert werden konnte 
(KZ 45, 142), da wir es nach Ausweis des armenischen amparist 
„ungläubig" mit einem schon indogermanischen Kompositum zu 
tun haben.] 

Allerdings kommt in den älteren altiiischen Glossen meist 
die Genitivform irisse vor; die Erklärung dieser Form macht 
nicht die geringste Schwierigkeit. Der Mittelvokal ist hier, wie 
in zahlreichen anderen Worten, durch Einflufs der übrigen zwei- 
silbigen Kasusformen restituiert worden. Ich habe in der Einleitung 
zur Ausgabe eines altirischen Gedichts (ZOP YIII 285) irse irr- 
tümlich als eine jüngere Form bezeichnet. In Wirklichkeit ist 
irse die älteste lautgesetzliche Genitivform, die auch in der 
gesprochenen Sprache allgemein durchgedrungen ist. 

Der Genitiv irse lälst sich nur aus einer Grundform *pare-^) 
sth{i)jäs erklären und ein Nominativ "^pare-sthä stimmt auch 
trefflich zu persisch parast. 

Schwierigkeit macht noch die Form des Präfixes im Alt- 
irischen. Da ein Präfix *iri- nicht existiert, mufs hier eine ana- 
logische Umbildung vorliegen. Die im Altirischen zu erwartende 
Form liegt auch tatsächlich in dem erst in mittelirischen Hand- 
schriften belegten aires „tryst, term" vor, das mit ires{s), das die 
dogmatische Bedeutung „Glaube" erst in der Kirchensprache 
angenommen hat, zweifellos identisch ist. 

Wir haben hier ein gutes Beispiel dafür, dafs die jüngeren 
Handschriften ältere Formen und eine ursprünglichere Bedeutung 
bewahrt haben, als die altirischen Glossen. Mit Beobachtung der 
nötigen Vorsicht, die die zahllosen Schreibfehler und Schwankungen 
der mittelirischen Orthographie in Betracht zieht, läfst sich aus 
späteren Handschriften, die ja vielfach aus altirischen Quellen 
abgeschrieben sind, oft wertvolles Material für die altirische 
Grammatik gewinnen, besonders da die altirischen Glossen eine 
Art traditioneller Kirchensprache mit fixierter schulmäfsiger 
Orthographie repräsentieren, uns also niu' in beschränkter Weise 
über die Sprache ihrer Zeit Aufschlufs geben. 

*) Älter: *pre-. 



44G JULIUS POKORNY, 

Allerdings ist auch airess keine lautgesetzlich entwickelte 
Form, da *pare-sthci zu aras{s) werden mufste, ebenso wie Vcaleto- 
zu calad, maüna zu matan wurde. Das palatale r in aires ist 
aus den andern Kasus, die sämtlich (mit Ausnahme des Gen. Plur.) 
palatales r aufweisen, restituiert. Ebenso findet sich neben matan 
meist die Form maitcn, die ihr palatales t aus den andern Kasus 
bezogen hat. Umgekehrt ist das nichtpalatale t aus dem Nominativ 
in den Dativ matain (Ml. 44 b 1) gedrungen. 

Nach Ausweis des mittelirischen amaras „Unglaube", das, 
wie die mangelnde Sjmkope zeigt, erst aus regulär synkopiertem 
amras durch Einfliifs des Simplex gebildet wurde, mufs auch im 
Altirischen in der gesprochenen Sprache eine Form aras(s) 
„Glaube" bestanden haben. Dieses aras{s) wurde dann, ebenso 
wie matan „Morgen", durch die analogische Nebenform mit pala- 
talem Konsonanten [aires^s), inaiten] verdrängt. 

Altirisch ires{s) statt aires{s) erklärt sich durch Kontami- 
nation von airesiß) mit einer Nebenform irns{s), deren Existenz 
schon durch die mittelirische und neuirische Form aimQi)re{a)s 
„Zweifel" neben am(h)ras bewiesen wird. 

AVährend nämlich raittelirisch am{h)ras regulär aus *am-are- 
stä, *n-pare-stJia entstanden ist, weist aim{h)re{a)s (auch aihres 
geschrieben) auf die Sykope eines palatalen Vokals, mufs also 
aus indogermanisch *am-{p)erö-sthä oder altkeltisch am + eru-stä 
entstanden sein. (Über erö neben eru ct. Verf.. KZ 45, 139). Das 
durchgängige / in dem altirischen kontaminierten ires{s) scheint 
aber auf eine Form *am-eru-stä zu weisen, die erst gebildet 
Avorden sein kann, als *perö- schon zu *crn, später *irn, geworden 
war. Da aber wahrscheinlich damals das anlautende p schon 
abgefallen war, mufs das vi von am- auf Angleichung an die 
erwiesenermafsen alte Form *am-parc-sthä beruhen. Es ist aber 
auch möglich, dafs von altersher neben '^am-imre-sthä eine Form 
*am-2)erö-siJiä lag und dafs daneben in altkeltischer Zeit, als das 
unverbundene *(2>)e>x) zu *e)H [altirisch ?>•(«)] geworden war, im 
Anschlufs an die zahlreichen Neubildungen mit dem Präfix *era- 
auch noch eine Nebenform *am-ern-stä trat. Schon im ältesten 
Altirischen gehen ja die Präfixformen er- und ir- bunt durch- 
einander, so dafs wir unbedenklich schon für die gemeinkeltische 
Zeit derartige Verwechselungen von verbundenem "^erä- (aus 
indogermanischem *perö-) und un verbundenem *erri annehmen 
dürfen. 



ALTIEISCH IRES' S) „GLAUBE". 447 

Allirisch amarasiß) (Dat. amarais Ml. 47dl2), amaires(s) 
sind Xeubildimgen, dadurch entstanden; dais das Präfix am- ana- 
logisch den zweisilbigen, nichtsynkopierten Formen des Simplex 
vorgesetzt wurde. Ebenso sind altirisch amairessacli , am{a)iris- 
sech ,.,ungläubig" und die zugehörigen imkomppnierten *airessach, 
*airissech jüngere Analogiebildungen, denn indogermanisch ^pare- 
stha-ko- sollte vor allem airsech ergeben. Die Existenz einer 
Form airsech, die seltsamerweise in den altirischen Glossen nicht 
vorkommt und dort durch das analogische, zu iress neugebildete 
iressach ersetzt wurde, wird durch das mittelirische amairsech 
{airsech mit analogisch vorgesetztem am-) „ungläubig" bewiesen; 
ein Beispiel mehr für die obenerwähnte Tatsache, dafs die alt- 
irischen Glossen keinesfalls immer auch die ältesten Formen 
bewahrt haben müssen. 

Das von mir auf Grund des altirischen ires{s) und des mittel- 
und neuirischen aim(Ji)re{a)s angesetzte irus{s) kommt übrigens 
in der ursprünglichen Bedeutung ..Vertrauen, vertrauliche Zu- 
sammenkunft" wirklich in mittelirischen Handschriften vor. 

Allerdings erscheint es hier nur als Dativ -Akkusativ, der 
regelmäfsig *irais{s) lauten sollte; es ist aber eine ungemein 
häufige Erscheinung, dafs im Mittelirischen bei den a -Stämmen 
der Dativ -Akkusativ an die Stelle des Nominativs tritt, und 
umgekehrt (Transact. Philol. Society 1903, S. 211). Schon alt- 
irisch erscheint gelegentlich der Dativ an Stelle des Nominativs, 
besonders häufig bei solchen Worten, die Yerbalsubstantiva sind 
oder als solche aufgefafst werden ; auch hier stehen die ä-Stämme 
an erster Stelle. (Vgl. Thurneysens Handbuch § 257.) Es ist 
daher ganz unbedenklich, anzunehmen, dafs in unserem Falle der 
Nominativ die Stelle des alten Dativs -Akkusativs eingenommen 
hat. Das in mittelirischen Handschriften neben irus häufig auf- 
tretende erus ist durch analogisches Eintreten des Präfixes cr- 
fiir /;•- oder durch Kontamination eines altirischen *eras(s) (indo- 
germanisch perö-stlia) und irus{s) (altkeltisch *crü-sta) entstanden. 
Da ferner im Mittelirischen oft e- für anlautendes ai- geschrieben 
wird, könnte crus auch mittelirische Schreibung für airus{s) [eine 
Kontamination aus aires{s) und irus{s) ; cf. Verf., Eevue Celtique 
XXXIII. S. 62] sein. Die in LU 124 b 22 belegte Form airius 
hat nicht nur den Vokal (ai), sondern auch das palatale r von 
aires{s) übernommen. 



448 JULIUS POKORNT, ALTIRISCH IRES{S) „GLAUBE". 

Als ursprünglich lautgesetzliclie alürische Formen haben wir 
somit anzusetzen: 

1. [Aus altkeltisch '^{p)arc-sta\: Nom. Sg. a>-as(s), Gen. aíríc, 
Dat.-Akk. airis(s). 

2. [Aus altkeltisch *erü-stä]: Nom. Sg. irus{s), Gen. irse, Dat.- 
Akk. irais(s). 

[Daneben lag vielleicht schon altkeltisch *erä-stä (aus indo- 
germanisch *2^erö-stha), woraus altirisch Kom. Sg. eras{s), Gen. 
crsac, Dat.-Akk. erais{s); doch kann das Präfix er- auch erst im 
Alt- oder Mittelirischen analogisch für air-, ir- eingetreten sein.] 

Mit dem Xegativpräfix n- entstanden lautgesetzlich: 

3. [Aus altkeltisch *am-{p)are-stä]: amras{s) „Unglaube"; 

4. [Aus altkeltisch ''•mn-{p)erä-stä oder analogischem *am- 
eru-stäy. aimres{s) „Unglaube". 

Mit dem Adjektivsuffix -Ico- entstand: 

5. [Aus altkeltisch ^{p)are-stä-lio-\. airsech „gläubig". 

[Daneben kann es ein, soweit mir bekannt, noch nicht be- 
legtes *ersach (aus altkeltisch *[p]€rä-stä-Jco) oder *irsach (aus 
altkeltisch *crü-stä-]co-) gegeben haben.] 

Alle übrigen, in den altirischen Glossen vorliegenden Formen 
sind, wie die mangelnde oder an unrichtiger Stelle eingetretene 
Synkope zeigt, durch Kontamination, resp. analogische Einflüsse 
entstandene Neubildungen, 

Dais altirisch irus{s) trotz Thurneysen (Handbuch, § 170 ü) 
eine lautgesetzlich korrekte Form darstellt, soll in einer andern 
Abhandlung, die sich mit der Rundung der Vokale befafst, 
gezeigt werden. 

Wien. Julius Pokorny. 



BAILE BRICIN.O 

From MS.Harleiau 5280, fo. 44b— 48a, collated with Egerton 1782, fo. 17a— 19a.-) 



1. Bäi Bricíni Tuama Eeccon^) aitliliii corgois cestai^) möir 
aidliclie case, foremid^) teclit asa tigli abbad dond eclois 7 
lobrusi,6) CO cola') gäir muinntiri nimi i^) celiubrud na case. ' 
Es aim atriibairt BricTn: 'A mo Coimdi, 'J) masso'") choir lat, 
domicedii) iiait füidim firien^-) co scelaib do flatliai.'i^) Jarsin 5 
tainic aiggiul^^) in Coimded^^) dia acoldoim iteri«) midnocht 7 
larmergiu. Richis a cind cechi') meöir do, co mba rél'*) dia 
ruse an bitli''-*) 7 conaco imbiiidi muinnteri nime^'J) immon [u-]-') 
altöir rlehid. 'Maith tra', ol Priein, 'ar roair-^) Dia mo itehe-3) 
dam. Findomar üait cecli turciiäil deodliai cristaide bias ic 10 
cumtac[h] ecoilse De co deriod domoin.'--*) 

2. 'Maf?/i em", ol in aingiul,-^) 'testai-'^) trian don miliu At "^^ 
itäm CO forcenn, 7 dawo testotar seeht mblladna dot soegol-sai^") 

tar esse na lialgese forfiiirmis,-^) 7 da«o ni ragai^-') doclium 
nlme oc!<5 nl raga tuárai in cendtair it curp co ndechcn's d'écc^o) 15 
7 i3i) tech atäi^2) meroid cen33) mari<5 eretim a nErinn, Oc«s dawo 



*) Baili Bricin sund. Mesi an Gillo Ríabac/í H, E has no heading. 
*) I am much obliged to yny friend Mr. Robin Flower for kindly collating 
§§ 7 — 17. ^) drecan E *) aithli chorguiss césta E *) aidhchi chase 
forrémid E ^) ocms bobrai E '•) cualu E *) oc E ^) ammo chuim- 
diu E '") sic E ma fo H ") dommicid E '-) foidem firian E 

") ilatho E ") anggiul E '=) choimdedh E ^^) accalluim eter E 
") hi gcinn gach E '^) compa reild E, couba ii '^) an bith om. E 

20) occa add. E 21) gj^ E 2'-) arroir E ") jtchi E -*) derid in 

domain E -'") aiggil E -«) testa E~^ ^'') doth soegul sai E -'^) halg- 
aissi forruirmis E -^) raga E ^°) condechuis éc E ^^) iu E ^-) itai E 
*') méraith cein E 



450 KUNO MEYER, 

arafesiur i llToni) psalm rogabois rie^-) tvAclitain dam-sui, is e 
liii cresen^) Lias for Eriud .iJ) ötliä Beatus uir conici Miserere 
mei Deus quem conculcavit.' 

3. ^Cest tra, a bennachtoi', ol Bricini prisan aingiul,^) 'da 
5 mac bethad cetnoi tic dluli sund^) ar tüs? Innid dam co 

ler!'') 

4. 'Ma?7Ä em', ol in t-aingel,*) 'biaid ilair tidnustar la 
hechtranno lath fosilfai cannilbrectaig7i nethgig'*) dia tadbustar 
cowni carntriiid fri ligiu leth tairbirtliar foiltcinn'<') imm gniiisiu 

10 c&YOtraid fri ligi letlifolmai, ar tinolfaitis slüaig fri foigge'i) 
fungairi. Blaid dlgal la hingrem Tarsin '2) frie ecolsib'^) De, co 
mbat ili uli comcomaig Möel Briccíe. i^)- 

5. Bíaid lersen' ol in t-aingel, 'flaidli'^) na teorai mcuistrecli 
findledd^e) comrair Conmld clainni ilcrotliaig tortigfius'') trebai 

15 immacaine,'"^) costaichfius i'*) ima cellai2o) cumtacliba. bid sui, 
bid rl, bid epscop, bid lanlinnid dercai^i) 7 trucaire. D122) 
bllaciam dec dia cet-^) -tesbaun.' 'Is tiocairi De in sen', ol 
BricTn. 

6. 'Blaid as.no in fubthairi a ocJif^^) ar tri fichtih de Locli 
20 tuaid^^) Gamenais diaw chainfail sidie.^«) dia mberé a dub i 

find .i. Tanuidi mac Uidir.' 'Is tröcairi De.' 2") 

7. 'Blaid dawo in tüaircnid^*) imme tuindsiumai^») fri domon 
re a secht ar deich cet, co ted ecc ernbais^o) fria^i) flawai for- 
trenai di rinnib rogargaip in-indreclitoib Cltlana.' 'Is tröm?Ve', 

25 or Bricin. 'Bendaclit a dulai ndou!' 

8. 'B[T]aid dawo oigi cominad in commond cräibdiucli.3-) 
Ni ba cumscaictliiucli^á) a rlagoil re se .xx. mbllaf?aw. Secli bid 
de, bid duine.' 'Is tröcaire De in sin', or Bricin. 



') arafeissir allion E '^) ria E ^) creisin E *) edon E 

*) frissin aggivl E ^) díipli sunt E ') aisiiid diiinn co Heir E 

") aiggeZ E ^) neitligig E ^°) caratraid fri ligi leth tairbertair foilt- 
cliinu E ") foiggi E '^2) iarsin la hiiigreiinm E '*) for ecuilsib E 

") comcoimig moelbrigie E '^) flaith E 1«) iiimled E ") toirigfes E 
'") immachairi E 1») costadfes E ^") iwmaccLella E -') laiilindigh 
dearcci E ^j) ^\[^ jj] 23) dipt E ") ~s.yü\. E ") túath E 

-'"') cbaiufailsidhe E -') annsiu ol Bricciiie add. E -*) dubthuaircnid E 

") tuiunsibai E '") ernbas E =") la E *-) craidbecb E "^ cum- 

scaitbecb E. 



BAILE BRICÍN. 451 

9. Blaid aa.no in frithi a faitclii silfus sosceli do büaib, do 
tlmatliaib dercc«mtecbaib re teorai mblladnai ar tri ficbtib.' 
'Is ti'ocaire Do') in 2) sin', or Bricln. 

10. 'Blad dawo in tuardenaid na da cliiain ,i. Clüain Iraird 

7 Cliiain Mac Xöis ré teorai mblisidna ar .Ixxx. Secb bid de, 5 
bid duine. Bid demow^) dogénai {fo.46h) bee do"*) mör, dogena'^) 
mör do biuc. Tuirigen«) da letbi in sew.' 'Is tröcaire mör in-) 
sin', or^) Bricln. 

11. 'Blaid da?io in toebfodai tanaidi cromdercc etir Droing'^) 

7 Uisnech re cöic m\Amdna ar .Ixxx. Mladaigfid ile ar letbed 10 
a damraid. Bid brecc a rIagöZ,i") bid lion minesc 7 muresc.'ii) 
'Is tröcaire ind Rig in sen', 12) ol Pricno. 

12. 'Blaid da?2o an crobgla[n]i3) a Mainistir re nui niTos ar 
.xc. Brogtaid a imtoinetli ^*) dar fairci. Bid si in gem nglainidi 
óbsin (sic) liic draconda.''^) 'Is trocar', ol Bricln. 15 

13. 'Blaid da«o in torcpetai^^) dubcbas suidi Chomgailli-) 
re mb\ia,dain ar coéca[i]d. Nl'^) tibri commus for abo an talm«w 
an gairsecli.' 

14. 'Biaid dano in crithcend Locha Con re secht mbllaiZwa 
ar tri ficbtib, co^geba somataid, cowscailfi fri anaircQiJes''*) amol 20 
lüaithred sligiud.'^o) 'Is tiöcaire mör' ar^i) Bricln, 'dond Rig'. 22) 

15. 'Blaid dawo in saintrebor23) Sleibi Füaid co rrlagoil 
mancuidi,24) co crabad martir, co tarbotaid litain, co comaldad"^^) 
a anmcairdiu.' 'Is trocaire mör don Rig', or2e) BricTn. 

16. 'Blaid dawo in mallsinecb tiugsesse^") a Domnad re 25 
cethri .xx. mblTac?««. Timarban recbtge for turn 2'-) töebderga, 
slt[b]aigfid fri trillsiu triamann.' 'Is tröca<Ve Dee in sen', ol 
Bricln. 2!') 

17. Blaid dano in douiblTatb^^') döicb anechde Loch Rl 
fotcanot na teorai classa .i. clais Mumon 7 clais^') Connacbt 7 30 

1) mor E 2) o„, ^ 3) deraan E *) Ai E =) digéni E 

«) tuiregeiin E ') om- E «) ol E =•) ciroigg E ^°) riaghuil E ") lin 
mineisc 7 móreíscc E '^) in risin E ") croebglas E ^*) imtoimedh E 
'5) ossin lice draccouda E ^*") torccpeta E ") coimgill E ^®) ni E 
") anaircliis E ■">) sligedh E ^'^^) ol E 22) o„j ^g_ 23) gaintrebar E 
2*) CO riaghail maucliuidhiu E 2^) comallrtf/ E '-'^) ri ol E '^') tmghsesi E 
a«) turae E ^^) is . . . Bricin om. E ^°) duibliath E ^^) om. E 



452 '} KUNO MRYER, 

clais^) U2) Ne[i]ll. Se[i]sä) na tri suidiu, id est, suide Claräiu 7 
Comäii 7 Crönän.4) Nöi mblTadna dec ar cöica[i]t a öes,'^) 'Is 
tröcor Dia in sin ',6) ol Bricin. 

18. 'Biaid dawo in t-esca') lethumai Tarthoir Macha .i. 
5 taidlech ar cräbud. 7 is dub a rmgol re tri fichtih mbliaí?wa. 

Mörfait a gmgai 7 carpoit. ^) Saicli'-') maitli do c[lijellaib 
cresion. ' i") 

19. 'Blaid dawo in löebc[h]oirnech cremloch ö Sle[i]b Cuil- 
lind re seclit ria maigli is bödelb cecha cethrai'. 'Is tröcor ö Dia', 

10 ol Bricin. 

20. 'Biaid da«o in broccainech bindc[h] orac/i uó Loch nErne^i) 
résén ochtmad^-) nils co foraigsii^) möenigfidi'') sini sceo öclach, 
dodogena r6[ijdhi-') do aimre/r/.' 

21. 'Blaid dawo an cluimderg hinsiu Muirethaich re nöi 

15 trät[li] ar tri fichtib mbliadna.^*') Dosiphi') echtranno a hinsib. /v 
Adandafa dian chain teora frasai^^j .i. fross flechaid 7 fross cas- 
rai for lär Moigi Coraind.' 'Is trocar Dia firien'^'') or Bricin. 

22. 'Blaid dowo an clothamrae^o) Clüana Eois^i) re .Ixxx. 
hlmdna. Linfaid Machai mornminib. Süstfaid slighiudai22) 

y 20 FjYcnn graigip sceo cairptib, fordoeblai chaingnib 7 cänib.' 'Is 
trocaire mör', ol PricTn. 

23. 'Blaid dawo an ladhanbeps) Duin Let[h]glaise. Gidhnid 
iter Eos 7 Rinde 21) re se niTs ar .c. bllai?wa-^) oigidir ar nl laimter 
muir bindit[li]ir2<i) crota.' t ^. ,■/•.!■■/ ? ~ ^.1-' 

25 24. 'BTaid dawo in cläirainech-') Glinde Gemin re .xl. 

mhlmdna. Büaidrifidh "^*^) cech recht rodomain. Huat[h]aighlid 

[fri hulcco bidnécnidfid cáich JEy 

25. 'Blaid dawo an buicellän Bendie-^) Codail resen .x. 

mblTatZwa. Bläithidir scotha, gairbidir draigen.' 'Is tröcor', 
30 ol Bricin. 

*) om. E ") The scribe of E apparently wrote first ui and then 

erased the i ") Séis E *) Coinain 7 cróuain E *) a oes om. E 

•*) Ó — sin OM. E '') esco E *) a ngraighi 7 a carpait E ^*) saith E 

") creisióu E ") Locha Erui E '-) réseu .uiii- E ") foraighse E 

") om. E 1^) óglecba dogeui reid E "^) fogeutar — lichtib om. E 

") dosip E '«) frossa E '■') firéu E ■">) clotbamra E ■í') liEois E 

") sligedai E -^) cbarbtib E -^) iu ladanbél E ''*) Rinui E ") .l.ait 

iiiblíflíííía E ^*) biimigter E ■'') claiienecb E -*) búaidritbíid E 
") beiuni E 



BAILE BRICÍN. 453 

26. 'Plaid as.no an toebfoda Tigi Telli (fo. 47a) re .xl. 
hllSLihia. Llnfaidh muilidiui) 7 sesrecliai 7 echa^) 7 lestrai 7 
cuchtracha.' 'Is trocairi Dla in sin', ol Pricin. 

27. 'Blaid áino an gabalc[li]end Cilli Daigri re tri .xx. 
hlmdna. Fer borb craibdiucli ^) etail anecnaid. Focicher teorni 5 
maisi^) .i. maise äenaigh Taltin,^) maise cäna a nUsnmc//,^) maisi 
morcathucli ') Erend*) a Moig Lena.'^) 'Is trocmVi De', ol Bricln. 

28. 'Blaid dawo in cäelc[h]estoch Slemno^ö) re .xc. 'blla.dna. 
Bid abb na tri n-anglass,ii) bid manacli na tri riagoí, bid croa^^) 
na tri forus.' 'Is trocar', 1^) ol BricTn. 10 

29. 'Blaid dawo in dondainech a liAiche bes cubaid.fri cech 
recht itir maith 7 olc, co ngnuis colman cadha,!-*) co cridi seboic, 
CO nnirt tairb.' 'Is tröcor',i^) ol Bricin. 

30. Blaid dowo an ban blastaidi Clüana Cain re tri .xx. 
mblmdna. Bid fäid tola tüatai. dingenai söerc[h]ain for slabri.'^') 15 
'Is irucaire cid edli', ol Bricin. 

31. 'Blaid do«o an döel dub Droma Tibrudi"^) re .xl. 
mhliadna 7 .xl. mis. Mladhaidfedi^) cert, nenois söiri ecoilse, 
sllfae sosceliu.'2o) <Is tröcor,' or Bricin. 

32. 'Blaid dawo in süascend Moigi Bili re lait[li]i 7 mis 7 20 
hlmdain 7 .Ixx, bllacZw«. Bid malloi a dElai,2i) bid [tjraiti a 
dIglou,22) \)id lonna a digla.'23) 'Is tröcor', ol BricTn. 

33. 'Blaid da«o in cluasmarb Clüana no Qüili Conäin^^) 
re .uii. .XX. 25) mblTsidna. Glic a gMocht,"^^) maid a oclachus, 
dercocli a sentaid.'^") 25 

34. 'Blaid da«o in cräebllath ö Liiscai re .xxx. hlmdna. 
Benfaid na tri band[a]2») .i. band crabazVZ, band ecnoi,^^) band 
trebairi.' 'Is trucaire' ,'^^) ol Bricin. 

35. 'Biaid dawo in garbc[li]uilciucli Sligiud^i) Midluaclirae 
re noi mbliadwa. Fuilcech fidbadhacli fand tosoch a rechta,32) 30 

1) muilli E ä) athai E ^) craibdech E *) fochichera teora 

maissi E ^) Thalten E •) chana indUisnech E ') morchathacha E 
») om. E 8) imMaig Lena ^^) Slemnai E ") úglass E i«) cró E 

*3) trocaire De E ") chadha E ") trócuir E i«) dogenai E ") slabrai E 
»«) tibrat E i^) miadhaighfid E ««) silfuith soscéla E ^i) malla a 

dála E '■**) bid traiti a digla E ^a-j jjj^i — digla om. E ") cluasmarb 
Cúili Co«ne E breg in cluain H in marg. ^^) .xx.it E **) gillacht E 
»') dércacb a sentae E ^^) banua E ^^) ecua E 3") troccar E. 
'0 garbcbiiilchech sliged E ^2) recbtgi E 

Zeitschrift f. celt. Philologie IX. 30 



454 KUNO MEYER, 

tend brec a medön. tend a deredh.' i) 'Is tröcör óm [F]íada[i]d',2) 
ol Bricln. 

36. 'Blaid dawo in bairend becc a Bri Leth^*) linfus rTagail 
Roman'*) re secht fichet^) mbllacZn«, imalle congeba 7 conscera.' 

5 'Is trocor', ol Bricln. 

37. 'Blaid dowo an gaimgelt'O Daire C[h]alcoid') gebus rigi 
Conoill CO fo t[lijrl re tri mWadna ar .xxx.*>) Fofaicfe Febol fo 
rindib soeroib soinemlaib. Bid [djroichtech a rIagoZ iter Erinn 7 
Alpain.' 'Is trocor', ol PricTn. 

10 38. 'Blaid dano in bniledach Tailclii Tuirbe re tri .xx. 

bliadwa, bos de sunn lam alailiu,^) lein a nem, lern a^'') talmam.' 
'Is trocor', ol Bricln. 

39. 'Blaid dawo in qülrüad Ro[i]sii) Cairn re .Ixx. mblTaJ»?«. 

Is e sin an lia credhuma liüasan locli lemnaclitai. 12) Gelaid gacli .■' >i 
15 ros.' 'Is trocor', ol Bricin. 

40. 'Blaid dawo in dedgeni^) Dairi, ud dixit hoc carmen : i^) 
Detgeni^) Dairi flrfaidi*^) sei for bruiudib Loclia Da Deal, 
Loch Da Del is demin atrebei') Loc[h]an Eidin. 

Loch Eidin for ■ thuilii^) dochom indois iar suidiu, 
20 cid Tar tain conricfa fris ö Lusca'^) do Daiminis. 

C[li]rüaich maic Dara'^'j) fo geil d'es2i) Qohdm Dairi 

[C[h]alca2'i;f 

a teorai aidc[h]e fes"") rig taidlebai^^) ailemna Serin. 

In sui, an t-espoc, and 24) rí sithaigfid cfiin hi Machi,^^) 

25 ticfaidh 5 t[h]üaid Dúin[e] Bó seúid Erenn is Alban dó. 

Tascor26) mara aidc[h]e mBuilt tidnastar do ind-Inb/«r 

[Suird,2-) 
bid ór, bid arcad, bud glaiu, bid fin mbärc ó Rómau- 

[chaib.2í>) 
30 {fo. 471) For lä midlachda Da Del, ciasa foc[h]en ní mochen, 
fochen a aus-*') cräbuid gil, nl foc[h]en ö angbaidhib. 

1) tenn a dered brec a medon faun a dered E ') om fíadad E 

») Leitb E *) Romain E •) .xx. it £ «) in gaimgeilt E 

^) Clialgaig E ") .XXX. ait E ■') dialaili E «") léim hi neim 

leim hi E ") culrúadh Roiss E '-) lemuachto E »») detgen E 

") hoc carmen or». E *^) déidgeu E »«) firfid E »') atreb hi E 

>«) tuiliu E '») Luscco E ^°) Dare E ") deis E ") aidchi 

feiss E ") taidhlebae E ■') iu E «) imMaichi E »«) taracar E 
") Suirt E 2«) Here the scribe has added: scuirim bodesta ") aes E 



BAILE BRICIN. 4oo 

A') .iiii. deich-) mairt Miigna tinniistar a fic[h]iibra,3) 
etir Rinne ^) ocus Ros bud «nacli^) der ocus bos. 
Dotuit lerMm^) a railic') diaa mairt Tar sacrafic,^) 
berta?r a tliaisi co lili a^) fail martrae Seglieni.io) 
Cuic hlVädna tesbann di dia cét iutan ciugins'i) 7 5 

rachus n-ecc' 

'Is tröcor mór diar Fiadlia[i]d 12) an") gein aii'ec[li]dhai") 
do c[lilloind.' 1^) 

41. 'Blaid dawo in^^) lia ega (.i. Flann) Imasan gris tendtidi 

i Fobor. Blaitli^') a li 7 a c[lijlerciclit,i^) imloisti immorro imonn 10 
domon re cetliri .xx. mbllac?wö.' 'Is trocor'. or Bricln. 

42. 'Biaid dawo in fidbadach fiiilecA Clüanau Foda.i-') Redig- 
fidh^c) doii'clii 7 aimrede.2i) Bid mog manc[ii]uinei,") hid dear- 
cacli2^) M sochiiidi, hid de. bid duine.' 'Is trocor'. or Bricln. 

43. 'Blaid dawo an büiredach Fathno Mura-*) (.i. Foth«f? na 15 
Canöine) re noi .x. mhlmdna. Selais na tri büada^ä) .1, büaid ^ 
n-eccna, büaid ngöise,26) büaid ngensa.'^') 

44. 'Blaid dowo an firtobur büaiderta-^) a Faidhc[ii]e Släine 
re mbllar7a?« ar tri .xx. Troisct[h]ec/< tredenach tidnoclac/i 2«) am 
bod resindala^öj hüair, gleid ind üair oiliu.'si) -Is trocaire De', 20 
ol32) Bricln. 

45. 'Blaid ámio in sacort cruimthir Tüama^^) Fobair re 
cethri .xx. mbllacZwa. Bendac[ii]fuid each. cäc[h] oc a benno- 

X chad Siais CO cac[h], each ic soigthin^^) fair. Tidnoc/a/fZ^ö) cäch, 
cäch oc a t[h]idhnocol.' 'Is irUcaire De', ar Bricln. 25 

46. 'Biaid dano in t-abac Moigi Belaig re secht^^) mhliadna 
ar .Ix. Bid sl an flnscoth a 3-) töeb a taeb (sie) ind eccomthaind^*) ,i. 



1) om. E "^) XVn E 3) tidnastur a fírchnmra E *) Einni E 
*) bid óenach E «) dothuit ann ') he relicc E *) sacarficc E 

">) hi E 10) marttra .h. hSegini E ") chinges E ^^) fíadat E 

>ä) in E 1*) airechd^sa E ^'■') de ar add. E 1«) ind E ^') a Fobar 
.i. blaith E 1«) clercecht E ") Cluana Fota E ''") reidifid E 

*0 aimréidiv E ") manchaine E ^^) dérccach E ^*) Fathna Murau E 
-5) búadho E ^^) ngáisi E *') ngenusa. Is trocor ol Br. E ^*) bnai- 
dirtha E -^) troisctech tidnaclach tredhnach E ^) inadala E 3') in 
huair aüe E ^^) al E ^*) saccart chrnimthir Thuama E ^*) saigthin E 
3^) tidnaicfirf E *■=) .ni. E ^'') i E ^*) indecómthainn E 

30* 



7 



456 KUNO MEYER, 

caiiidiul CYEbuid a tobor pectha. Bid si aensciula na hoircni 
roort^) la amhul ö c[li]én.2) 

47. 'Blaid dawo in crisfiiar ö Daiminis re mhlmdam^) in 
seng semidi. NT ba conoir*) laxa, lecfidh toil ar fochracm, nl 

cloat däla ili.' 'Is tröcaire Be\ oV') Bricin. 

48. 'Blaid diwo in t-asna tairbertlia ö Cill ar Loc[li] re se 
mis ar .l.^) Danairberai ') a hüaisli a oh&muil hi fan umalöidi, 

Y reis fo glend ar cmtib^) a anma, conoccaib-') in huasli a flrumaloide.' 
'Is tr öcaire De, domnaif') öigi ind sin', ol Bricin. 
10 49. 'Blaid dawo in töebfatai . trednucli Conderi re seclit 

mhliadna ar .xxx. Bidh ögh a menma 7 bid 1er fri Dia ó bid deo- 
luidecli tidnuict/ißcAi') do dóinib.' 'Is tröcaire De\ ol Bricin. 

50. 'Biaidh dawo in sanusacli Atha Blair blladain ar .xl.i^) 
Gebazd glallauii^) Connacht ml for tri bliadwa.''^) 'Is trocar.' 

15 51. 'Blaid dawo in gairbainech Glinne Gemin (.i. Dünchad 

hüa Bruin) costaigfius na teorai sese .i. ses^s) Adomlmäin 7 
Segine 16) 7 Colaim Cildi re nöi träth for .Ixx.'i') 'Is tröcaire' 
ol Bricin 'ö Dia imne.'^*^) 

52. 'Blaid da^/o in tsesergid Suidii^) Chaim .i. isre atas Y 
20 tormns dob^rai-f) scela derbai in todöcliaidlie. Möet[li]aiglifid 

cride-i) dürai arnaisdeis na ndemno 7 inna n-ifernda^^) re ocht 
.XX. '23) 'Is trocar', or Bricin. 

53. 'Blaid dawo in cenn^^) oir forsin colomuin larndai i 
Clüain Iraird .i. gnüis lucliarda 2^) for colomain cesta/^^e) fn 

25 re .ix. mbllaííwa fo tri 2«) co n-ecno,2^) co n-óiglii, co riagail.' 
'Is tr öcor Dia', ol Bricin. 

54. 'Blaid dana {sie) in t-ardmolta?'^ 29) na firinia Inis Cloitgi 
re cetliri mblmiZwa ar .xl. Bid e in qüacli^") findruine forsin 
{fol. 48 a) crois lüaidide^i) .i. tüaruscbm7 tarbo a ciund etarboi.") 

30 Cairidfzd clöiniu.'^s) 'Is tröcor', ol Bricin. 

') rohort E ^) cheín E «) ar .ixe. add. E *) conoir oni. E 
5) ar E ") .1. a jE ') donairbera E *) cmitib E ^) couocaib E 
'«) damiia E '>) tidhnaclac/i E ^*) bl. ar .xl. om. E ") gebiiid gialla E 
'*) bl. ar .xl. add. E '^) teora seisi .i. seis E '") Seigiui E ") .Ixx. 
'ad E '**) amue E '») teiséirgid Suidi E *°) asre atus tormas dobera E 
-') cridiu E *'■*) arnaisdes na udeiuno 7 inua u-iiferuda E ^^) mbl. add. E 
*") int en no in cend E -'■') lucharda E ^^) cesfaig E *') for a tri E 
-«) ecna E "■) airdmoltaig E »<>) cuach E »>) lúaidi E »*) tarba 
i ciunu ettarba E ") cairigtid clseini E 



BAILE BRICÍN. 457 

55. 'Blaid áSLua in tana teólaide Tuli Én re sechi^) 
mhliadna ar .xxx. Bed neictoinig-, bid guis rogiiis. Bid orbo^) 
a cllab toll, bid diuidi^) ö cridi, bid iitmall etaill.' 'Is tr ucor 
DiaV) ol Bricln. 

56. 'Blaid diwo an muinemnach Macha. Bid moch a maton,^) 5 
bid foda a nóin. Bid toeb letbfás les"^), bid lidi") letbfúar, bid 
lassair^j cumuscdai, bid cuma loiscfius áliged 7 máliged la duiri'J) 

a chräbuid 7 ar IsLged^*') a ecno.'ii) 'Is tröcaire De', ol Bricln. 

57. 'Blaid dawa in pauper pritchab!í5 re tri m'b]mdna ar 
.xxx.i"^) Biaid ámia in bantipraidiu^^) tor sit[h]aigfius co huraii^) -,^q 
Erenn. Iss e bewfus glas ndegiunoclii^) for larcaine Erenn'^) 7 

is tigba cretmi 7 crlsdaidec/ii in domiiin sen.'^'') 'Is mor iili',i*) 
ol Bricln. 

Fri re Äeda engaig genfius •'') Tibraiti, adbir Baili in Scáil. 

58. 'Et cid blas and di(?m?'2o) 0I21) Bricln. ^5 
'Foraitbmett cretme AncrTst',-2) ol in t-aingel, 

'Ba trocar do Dla', ol Pricín, 'nä tairsed^s) lucht na 
hinse siu^*) innsin.' 'Xi tairsiud-^) em', ol in t-aingiul, 'ar dorad 
Dia do Pätraic26) ar in 2") Crnaich in cetliurdha sa .i. gan-*) 
dith ecnoi^í') a nErinn go deriud'^o) in''^^) domuin, et nä trebsad 20 
echtraind ar ois no ar écin hErinn co brätli, et moir^-) dar 
Erinn secht mbliarfna re33) mbrath 7 gorub^^) e fén bas bretheom 
for Göidelai635) i 116 brätlia.' 

'Deo gratias', ol Bricln. 

'Amen', ol int aingiul.^e) 25 

») ocht E ») orba A' =») diuid E *) dia dia H '-) raatan E 
«) leis E ') ligi E 8j laswr E ^) duire E »") laged E ") ecua E 
*2) .XXX. at E ") bantipraiti E ") sighaithfes coo hura E '*) ndégenach E 
16) om. E ") si E '8j huili E »^) genfes E -") iarsin E ^O or E 
22) ainticrist E "^ tairsid E ^*) inda hiunsi si E "^ thairsit E 

2«) doratad do P. E ") forsi^ ^ üs) cgn E ''">) ecna E ^") co dereth E 
31) an in H ^-) muir E '») ria E ^*) gurap E ^^) isin lo sin .i. E 
^6) ang^l E 

Charlottenburg. Kuno Meyer. 



AED DUB MAC COLMAIN, BISHOP-ABBOT OF 
KILDARE. 



In the Annals of Ulster the death of this prelate is entered 
under the year 638 (recte 639), as follows : Quies Cridan i Naen- 
druim 7 Aedha Duih abbSia Cille Daro episcoponnn.^) To this 
notice the Chronicon Scottorum adds : A. ri Laigen, and Tigernach 
(Rev. Celt. 17, p. 185): n Laigen ar tús, which has been copied 
by the Four Masters (7 &a ri Laigen ar tos esidhe). Hennessy 
(AU p. 104, note 4) further states that Aed Dub resigned his kingship 
in the year 591, and that his name occurs in the form Aed Cerr in 
the list of the kings of Leinster in LL 39 b. There, in line 13, 
coming after Colmán Mór mac Corpri we find the entry Aed 
Cerr mac Colmain no Senaig .xu. i. e. 'Aed Cerr son of Senach 
reigned twelve years'; for no Senaig, which is repeated in the 
margin, is meant to cancel Colmain. The letter .e.. which is 
added in the margin, denotes that he died a natural death {ec). 
The Four Masters enter the obit of this king ~ on what authority, 
I do not know, — under 591, calling him, however, Aodh Cerr mac 
Colmain mic Coirpre. Thus it seems that Hennessy got the date 
of the supposed resignation from that of the obit as given by 
the Four Masters. Neither he noi- the Four Masters took any 
notice of the correction no Senaig in LL. As to this Senach, I 
think it highly probable that he is identical with Senchán mac 
Colmain Móir, whose death Tigernach mentions A. D. 592 
{iugulacio Scuchdin maic Colmain Móir). 

It is clear then that Aed Dub abbot of Kildare and Aed 
Cerr king of Leinster were different persons. The pedigree of 



*) This is the readiug of the Kawliu&ou MS. 



AED DUB MAC COLMÁIN, BISHOP-ABBOT OF KILDARE. 



459 



the former is given as follows in Rawlinson B 502, p. 124 b 36 : 
Aed Dub, son of Colmán,i) son of Cairpre, son of Cormac, son 
of Ailill mac Dimlaing-e, of whose race are the kings of Leinster 
{dia cJilaind atclt md rig Lagen). 

In LL 316 a 26, and again in 387 b 54, we have some further 
notice of Aed Dub. He is there called Aed JDuh mac Colmciin, 
rigepscop Cille Dara 7 Lagen uli é 7 mac óig[e] é 7 dune amra i 
n-ecnu. And again : Aodh Duhh mac Colmain sui eccnai 7 righ- 
espoc Laigen 7 ab Cille Dara 7 mac öiglii 7 duine amlira i tUaith 
7 { ceinel. Here r'lgepscop does not mean that he was or had 
been a king, but that he belonged by descent to the royal line 
of Leinster, 

This is further borne out by an interesting poem which has 
not hitherto been edited or translated. It is quoted immediately 
after the above entries in LL 316 a 28 (Li) and 388 a 3 (L^), 
introduced by hide quidam cccinit (Li) and hide poeta dixit (L'p. 
The second stanza is also found in a glossary in H. 3. 18,^) in 
illustration of the word coall .i. muinterus. The poem is as 
follows : 

1 A bráthair, ma^) dia seichi*) for iris, 

cia dú5) duit combáge) fri h^d-) manip^) gafann^) atibis? 

2 Indat cuirnio) búabaill do chuirn? is in'O cuirm Cúalanni2) 

[do chuirm'3)? 
in Currech Lifi do thir? in tu úa cóicati^) ardrig? 
is ini^) Cell Dara do chell? is in^^) la Crist do choell''-)? 
1. Oh brother, if you follow faith, what right have you 
to compete with ^d,i') unless indeed you have drunk henbane 1^)? 

') The other sons of Colmán are enumerated as follows: Fcelän dalta 
Coemgin Glinni Da Locha (iss e in Fcelän sin senathair sU Brain), Runan, 
Mad Euma, Ml Find. 

2) I regret that I have lost the reference to the page or column. 

3) mad U. *) sech L\ "•) .i. cia dual L\ 
6) combaigh L'. ') ndubh add. L^. .i. ndub U. 

8) munab X'. ^) gaffand U. ") inda cruan L"-. 

^■''' " ") 7 in L^ indat i- 7 inat H. ^^) Chualann LK 

13) coirm L^. ") intua coicat L^. inat ua cóica H indat ua .1. L-. 

15) in ii. indat i'. inat H. 

'6) coall 7 rl. H. do thoell- .i. do géil[sine .i. do muintejras i' .i. 
mriinte]ras L^. .i. muinterus L^. 

") Cf. ató oc combáig friss im sechim a gnime, Wb. 26 d 17. 
18) gafann f. 'henbane'; gen. ola na gafainne, O'Gr. Cat. 178. 



O^Wf 



4 60 K. MEYER, AED DUB MAC COLMÁTN, BISHOP-ABBOT OF KILDARE. 

2. Are tjonr drinking-horns horns of the wild ox? and is 
your ale ale of Cualui)? is the Curragh of the Liffey your land? 
Are you a descendant of fifty high-kings? is Kildare your church? 
and is your companionship with Christ? 

As the 7 rl. of H shows the poem is not complete. Perhaps 
is in Cell Dara begins a new stanza, of which the fii-st line 
only is preserved. The metre of the first stanza is rannaigecht. 
In the second, the first line shows the same metre, but the next 
two lines as they stand are in. debicle. It may be questioned, 
however, whether ardrig is the correct reading. If the poem Ls 
Old-Irish, úa would still be a disyllabic, in which case I would 
propose to alter ardrig into rig. It is true that Leinster claimed 
to have given a large number of high-kings to Ireland 2), whose 
number is variously put at ten, twenty-five, thirty-five, and even, 
counting from the time of the sons of Mil, at forty-six 3); a figure 
which might easily be rounded off to fifty. But I think there 
are indications that oui^ poem belongs to the Old -Irish period. 
Thus in the first line instead of ma dia seichi for iris^) I would 
propose to read ma dia seichither iris; though ma dia does not 
occur in the continental glosses. 

In LL 316 the poem is said to have been addressed to 
Aed Find (A brathair A. fri Aed Find), which, as he was a 
brother of Aed Dub and thus shared with him the glory of 
royal descent, is not likely. Oengus, the son of Aed Find, seems 
to have succeded his uncle in the abbacy of Kildare {Aed Find 
mac Colmain, mac do Oengus ah") Cilli Dara, LL 316 a 23, 
387 b 52«)). 

') Cf. ui ba ri ar 5n-Erinu mani tora coirm Cualann , Anecd I d 14 2 
and ib. p. 80. ' 7 i»- . ^ 

2) See on this 'Hail Brigit', p. 22. 

3) Mad Ó aimsir mac Miled immorro, hit sé rig .xl. for hErind dTb: 

Sé rig da fichet co ngail gabsat hÉriud a Laignib, 
Ó aimsir mr/c Miled 'mach cosiu Eóuán rogiallach. 

*) The construction of sechem with for instead of the accusative does 
not so far as I know occur elsewhere. 

•■•) ab- Fcs. 

«) This later text wrongly has Aodh Finn mac Ronain. 

Charlottenburg. Kuno Meyer. 



A POEM ON THE KINGS OF CONNAUGHT. 



Althoiigli the poem here edited and translated i) for the first 
time has very little literarj' merit, being a mere enumeration of 
55 kings of Connaught, fi'om Amalgaid son of Fiachra (f 440, 
according to the Chronic. Scot.) áo^n to Taii'delbach (7 1156), 
with a few characteristic epithets about each, it may claim our 
interest by the fact that it can be dated. For, as the final 
stanzas show, which speak of Tairdelbach in the present tense, 
it was evidently composed during the reign of that king. Un- 
fortunately only one version which is to be found at the very 
end of MS. Eawlinson B 502 (facs. p. 165 a) is known to exist. 
It is written in the dehide metre, and from its language may 
very well belong to the twelfth century. Most of the kings named 
are mentioned in the annals, as well as in a list of the kings 
of Connaught contained in the Book of Leinster p. 41 a and in 
Laud 610, p. 116aff., and the only point to be noted about 
them is that the mention of Dui Galach and Dui Tenga Umai 
as two separate persons agrees with the list of kings in LL, as 
against the Annals of Tigernach and the list in Laud. Dui ac- 
cording to the Annals of Ulster fVol. I p. 34 note 6) 'succeeded 
Ailill Molt as King of Connaught in A. D. 463', and two kings 
(Eogan Bel and his son Ailill Inbanda) intervened between Dui 
Galach and Dui Tenga Umai. Tigernach on the other hand has 
only Dui Tenga Umai and mentions him in both these places 
(7 502 after Ailill Molt and reigned from 550 to 555, i. e. after 
the death of Ailill Inbanda in 550). Lastly, Laud makes Duach 
(sic) Tenga Umai succeed Amalgaid and reign nineteen years 
like Dui Galach in LL. It then proceeds as follows : Eogan mac 
Duach, thirty-seven years ; Ailill mac Eogain, nine years ; Eogan 
Bel, no years given. As Eogan mac Duach and Eogan Bel are 
identical, there is evidently some confusion here. 

1) In the tr